Zufrieden sein

Michael Hartl
Von Michael Hartl
20. November 2013

Wir werden häufig gefragt, warum wir uns für unsere Art zu Leben entschieden haben. Viel körperliche Arbeit. Handarbeit. Genügsamkeit. Kein eigenes Auto, kein Fernseher, keine Urlaubsreisen. Warum machen wir das?

Die Antwort ist: Weil es uns zufrieden macht!

Aber warum macht es uns zufrieden und ist wie kann jeder Mensch durch den gleichen Weg ebenfalls zufriedener werden?

Der Weg, ein zufriedenes Leben zu leben

Damit meine ich nicht, exakt unseren Weg zu gehen. Denn ich bin mir sicher, dass es nicht der richtige Weg für alle ist. Nicht jeder möchte viele Stunden pro Woche im Garten verbringen, in der Erde wühlen, Bäume fällen, Holz schleppen, hacken und stapeln, große Erntemengen einlagern, einkochen und verarbeiten. Auch bei uns sind die Entscheidungen hin zu diesem Lebensweg unter anderem gefallen, weil wir unseren Tag mit Tätigkeiten verbringen wollten, die wir gerne machen und die uns erfreuen.

Die Sonne scheint immer vor unserem Haus!

Was aber dahinter liegt, sind bestimmte Grundprinzipien. Es gibt so viel Forschung dazu, was uns zufrieden macht und was uns dabei hemmt – so viele Überlegungen großartiger Denker*innen und so viele religiöse, spirituelle, philosophische und wissenschaftliche Antworten. In all den Jahren, die ich mich nun mit diesen Antworten beschäftige, ist bei mir der Eindruck immer stärker geworden, dass sie alle bestimmte Übereinstimmungen haben. Auch wenn sie sie teils komplett unterschiedlich ausdrücken. Im Kern geht es bei einem Weg zu einem zufriedenen Leben um

  • Selbstbestimmtheit
  • Selbstliebe
  • Sinn
  • Geduld

Ich mache, was ich will

Erich Fromm hat in seinem Buch Haben oder Sein bei dem, was wir täglich machen, unterschieden in arbeiten einerseits und produktiv tätig sein andererseits. Die klassische Arbeit ist für ihn fremdbestimmt, entfremdet und passiv. Im Gegensatz dazu gibt es das, was Fromm produktives Tätigsein nennt. Also den Akt des selbstbestimmten, aktiven und kreativen Schaffens. Den Unterschied kennen wir alle: Etwas zu tun, was halt getan werden muss, das wir als langweilig und anstrengend empfinden ist nicht so erfüllend und motivierend, als etwas zu tun, weil wir es tun wollen. Weil es uns interessiert, weil wir selbst den Entschluss dazu gefasst haben oder weil wir uns damit verwirklichen.

Diese Tätigkeiten zu finden, sie in den Alltag einkehren zu lassen und sich im Laufe des Lebens mehr und mehr auf sie zu konzentrieren ist ein erster großer Schritt zur Zufriedenheit. Nimm die Verantwortung für dein Leben selbst in die Hand! Triff eigene Entscheidungen! Mache, was dich ausfüllt!

Ich liebe mich, wie ich bin

Brené Brown ist Professorin und Autorin. Sie wollte in den letzten zehn Jahren durch ihre Forschungen immer besser verstehen, wie Verbindungen zwischen Menschen aussehen und warum es Menschen gibt, die sich nicht zugehörig fühlen oder sich nicht geliebt fühlen. Das führte sie zu Themen wie Verwundbarkeit, Mut, Authentizität, Empathie und zum Gefühl des sich schämens. Und dabei hat sie gelernt , dass der Unterschied ist, ob Menschen sich selbst angenommen haben, wie sie sind. Wenn ein Mensch empfindet, dass er es nicht Wert ist, Teil der Gruppe zu sein, fühlt er sich ausgeschlossen. Wenn eine Person sich selbst nicht liebt, fühlt sie sich nicht liebenswert und empfindet daher auch, nicht wirklich geliebt zu werden.

Sie selbst kann dies aber sicher deutlich besser erklären, als ich das hier wiederzugeben versuche. Hier ein sehr sehenswerter Vortrag von ihr: (englisch, 21 Minuten)

Es wäre jetzt aber zu einfach zu sagen: lieb dich selbst, so wie du bist. Mach einfach. Los! SOFORT! Das klappt wohl nicht. Aber du könntest ab jetzt beginnen, dich selbst ein wenig zu betrachten und zu bewerten, wie es liebende Eltern mit ihren Kindern machen. Es einfach nicht so ernst nehmen, wenn mal was nicht auf Anhieb klappt. Tief durchatmen, ehrlich lächeln, aufhelfen und ermutigen es nochmal zu versuchen. Nimm dich einfach an. Und betrachte, was du alles tolles schaffst im Leben, sobald du es in die Hand nimmst.

Mein Leben hat einen Sinn

Klingt erstmal logisch – aber trotzdem suchen fast alle Menschen danach. Glücksratgeber, spirituelle Wegweiser und Religionen finden nach wie vor reißenden Absatz. Viele durchleben irgendwann Sinnkrisen und Midlife-Crisis. Zeichen genug, dass für viele der Sinn ihrer Tätigkeiten, ihres Daseins, also ihres Lebens nicht so klar zu sein scheint. Und ich glaube, den Sinn im Leben zu suchen, ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Das Leben an sich hat nämlich erstmal keinen tieferen Sinn. Außer man ist zufrieden mit „schlafen, essen, arbeiten, konsumieren, vermehren, sterben“. Aber das Leben kann auch einen tieferen Sinn haben. Und den gibst du ihm einfach.

Das Leben ist kurz, hat schon Seneca vor 2.000 Jahren in seinem Buch Von der Kürze des Lebens bemerkt. Und du kannst nichts dagegen tun, dass die Zeit abläuft. Du kannst aber die Zeit gut nutzen und sie mit sinnvollen Tätigkeiten ausfüllen. Und jeden Tag bewusst leben und diesen sinnvollen Punkten nachgehen. Dann nutzt du das Leben, egal wie kurz es ist. Und zumindest Seneca war sich sicher, dass das Leben genau dann, wenn du es zu nutzen weißt, ein langes Leben sein wird.

Und nicht nur subjektiv empfunden länger, denn wenn wir aktuellen Forschungen glauben wollen, macht es uns zufriedener, wenn wir einen Sinn im Leben sehen. Und je zufriedener wir sind, umso stabiler und fitter wird unser Immunsystem. Ein besseres Immunsystem wiederum lässt uns gesünder sein.

Alles braucht seine Zeit

Da all das oben geschriebene viel mit deinen Lebensumständen und deinen Gewohnheiten zu tun hat, solltest du Geduld haben. Nichts ändert sich von heute auf morgen. Aber du kannst jeden Tag einen Schritt gehen. Und jeden Tag einfach 20 Minuten bewusst etwas selbstbestimmtes und aktives tun. Etwas für dich tun. Ein Lächeln aufsetzen und beginnen, dich zu verändern.

„Alles braucht seine Zeit“ soll keine Vorlage für eine Ausrede sein, keinen einzigen Schritt zu gehen. Es ist viel mehr als Leitsatz gedacht, um Geduld mit dir selbst zu haben. Auch eine Form der Selbstliebe. ;)

Viel zu oft verbringen Menschen ihre Zeit damit, ihr Leben zu leben, anstatt ihr Leben zu gestalten.

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8 Gedanken über “Zufrieden sein

  1. Horst Fuchs

    „Der Weg, ein zufriedenes Leben zu leben. Damit meine ich nicht, exakt unseren Weg zu gehen. Denn ich bin mir sicher, dass es nicht der richtige Weg für alle ist. Nicht jeder möchte viele Stunden pro Woche im Garten verbringen, in der Erde wühlen, Bäume fällen, Holz schleppen, hacken und stapeln, große Erntemengen einlagern, einkochen und verarbeiten. Auch bei uns sind die Entscheidungen hin zu diesem Lebensweg unter anderem gefallen, weil wir unseren Tag mit Tätigkeiten verbringen wollten, die wir gerne machen und die uns erfreuen.“
    -> Das finde ich sehr wichtig zu betonen, auch oder gerade wenn du dich auf Erich Fromm beziehst. Denn Erich Fromm hat eben gerade keinen primitivistischen Lebensstil propagiert, wo man hinter die Errungenschaften der menschlichen Technik zurückfällt und alles nur noch in Handarbeit macht, sondern vielmehr nach Möglichkeiten gesucht, dass diese Errungenschaften der Technik den Menschen eben nicht entfremden, ihm gleichzeitig aber ein Leben ermöglichen, was nicht primär der Arbeit zur Produktion des materiellen Lebens geschuldet ist, sondern was übergeht in ein Reich der Freiheit, wo der Mensch seine Fähigkeiten frei und schöpferisch entfalten kann, aber eben auf der Basis eines materiell abgesicherten Lebens, das nicht immer neu erkämpft und der Natur abgerungen werden muss (wenn ihr euch an Gartenarbeit erfreut, muss das natürlich kein Widerspruch sein, der Natur etwas abzuringen und einer ‚freien‘ Tätigkeit nachzugehen, auch wenn es das vor einigen hundert Jahren eben nicht in der Form war, sondern im Notfall ist man eben verhungert, was euch nicht passieren wird, weil ihr eben von einer Gesellschaft profitiert, die relativ einfach die Nahrung für alle produzieren kann, was aber eben nur aufgrund der Technik in der Form möglich geworden ist). Dass Erich Fromm etwa den Lebenstil im Mittelalter oder von Mönchen in zen-buddhistischen Klosern (und damit auch euren Lebenstil, der ja gewissermaßen damit liebäugelt) sicherlich als weniger entfremdet und am Haben orientiert angesehen hätte und auch hat, als den der meisten heutigen Menschen in den Städten, tut der Sache keinen Abbruch, dass die politische Richtung von Erich Fromm im Wesentlichen eine andere ist, als diejenige, die ihr eingeschlagen habt. Dieser Weg von euch mag zwar ein individueller Ausweg sein, aus einer entfremdeten Gesellschaft, indem er gewissermaßen aus ihr (zumindest zu einem Teil) versucht herauszufallen – und euer Leben wird das sicherlich auch bereichern und das ist ja auch schön so – aber er kann eben kein gesamtgesellschaftlicher Ausweg sein und sollte es auch m. E. nicht. Aufs Land zu ziehen, sich eine Selbstständigkeit aufzubauen und sich von Gartenarbeit und Handarbeit einen Teil des Lebensunterhaltes zu sichern, mag in eurem speziellen Fall, wo ihr eine besondere Beziehung zu Gartenarbeit und Handarbeit habt, gemessen an euren Fähigkeiten und Interessen, sicherlich Sinn machen, ist in Bezug auf Umweltschonung sicherlich auch löblich, kann aber kein Programm sein, um die Gesellschaft als ganzes zu verändern und ist auch in der Form m. E. gar nicht sinnvoll, da er eben auf Erleichterungen des Lebens durch die Technik verzichtet und auch eine gewisse privilegierte Situation voraussetzt (etwa die Möglichkeit als Selbstständiger vom Land aus zu arbeiten oder an das entsprechende zu bewirtschaftende Land heranzukommen). Dass soll nun gar keine Kritik an eurem Lebensstil sein – ich glaube euch sehr wohl, dass ihr so vielleicht sogar am zufriedensten sein könnt – aber es soll zumindest der Hinweis daraufhin sein, dass eine gesamtgesellschaftliche Lösung – auch im Sinne von Erich Fromm – in eine andere Richtung geht und es sehr blauäugig wäre zu glauben, alle könnten es euch nachmachen oder sie sollten es euch überhaupt nachmachen(was nicht heißen soll, dass ich meine, dass ihr das denkt, aber ich kann mir vorstellen, dass es auf manchen so wirken mag). Individuell allerdings mögt ihr sicherlich eine sehr gute Möglichkeit gefunden haben, einen möglichst unentfremdeten Lebensstil zu finden. Man muss aber nicht aufs Land oder ins zen-buddhistische Kloster, um seine Orientierung am Haben reduzieren zu können, und Gartenarbeit ist auch nur eine Möglichkeit zu schöpferischer Tätigkeit – darauf will ich hinaus.
    Ich wünsche euch alles gute weiterhin, Grüße auch an Verena, ich hoffe dir geht es gut
    Richard

    1. Ina

      Ich denke genau darum gehts oder? Wenn jede/r individuell für sich die beste Möglichkeit finden würde, glücklich und zufrieden zu leben, dann hätten wir eine gesamtgesellschaftliche gute Lösung.
      Was soll denn gesamtgesellschaftlich eigentlich bedeuten? Ich denke eine Gesellschaft besteht aus sovielen verschiedenen Individuen, dass es so etwas wie eine große Lösung, die alle zufrieden macht, nicht geben kann. Kein noch so großer Plan kann da funktionieren. Hier ist jeder Einzelne gefragt, für sich den besten und nachhaltigsten Weg zu finden.
      Leider (um es mit Fromm zu sagen) sind viele Menschen schon so entfremdet (oder sollte ich doch besser sagen geblendet ?), dass es Ihnen fast unmöglich ist, Zufriedenheit zu finden.

      1. Horst Fuchs

        Du schreibst; „Wenn jede/r individuell für sich die beste Möglichkeit finden würde, glücklich und zufrieden zu leben, dann hätten wir eine gesamtgesellschaftliche gute Lösung.“
        Ich würde dir da widersprechen, aus zwei Gründen. Erstens: Die Gesellschaft ist m. E. nicht einfach dazu da, dass jeder auf seine Art glücklich werden kann, sondern sie hat auch eine ethische Verantwortung, sowohl gegenüber anderen Lebewesen und auch gegenüber der Umwelt. Wenn jemand sein Glück darin findet, viel mit Autos zu fahren oder viel mit dem Flugzeug zu reisen, halte ich das für keine gesamtgesellschaftliche Lösung etwa gegenüber Umweltproblemen. Zweitens: Darüber hinaus sind die Menschen in unserer kapitalistischen Gesellschaft so sehr manipuliert, etwa durch die Werbung, dass sie glauben, dass Dinge sie glücklich machen würden, die sie eigentlich unlebendiger machen. Also kann es nur um authentisches Glück gehen, das in der Persönlichkeit selbst wurzelt.

        Du schreibst: „Was soll denn gesamtgesellschaftlich eigentlich bedeuten? Ich denke eine Gesellschaft besteht aus sovielen verschiedenen Individuen, dass es so etwas wie eine große Lösung, die alle zufrieden macht, nicht geben kann. Kein noch so großer Plan kann da funktionieren. Hier ist jeder Einzelne gefragt, für sich den besten und nachhaltigsten Weg zu finden.“
        Was du schreibst scheint mir sehr in Richtung Relativismus zu gehen. In Wirklichkeit können wir sehr wohl sagen, was dem Menschen und seiner Entfaltung schadet und was seiner Entfaltung nützt. Drogen z. B. verkrüppeln den Menschen, machen ihn abhängig und entfremdeter. Produktives Tätigsein hingegen verhilft dem Menschen zur Entfaltung. Worum es mir aber mit gesamtgesellschaftlicher Lösung geht ist etwas anderes: Der Ausstieg aus der Gesellschaft, etwa indem ich in ein Zen-Buddhistisches Kloster gehe oder in meinen Selbstversorgungshof ist alleine und für sich genommen etwas, was mir vielleicht selbst Zufriedenheit und ein weniger entfremdetes Leben verschaffen mag. Das ist aber eben keine gesamtgesesellschaftliche Lösung für die großen Probleme, sondern wir müssen politisch, sowohl parlamentarisch als auch auf der Straße, in den Zentren der Gesellschaft, uns gegen ein System engagieren, was den Menschen entfremdet und die Umwelt zerstört und uns nicht aus der Gesellschaft zurückziehen und in uns an unserer selbstgeschaffenen Idylle erfreuen. Das ‚Experiment Selbstversorgung‘ mag zwar durchaus die Möglichkeit zu politischer Tätigkeit beinhalten, indem etwa diese Webseite hier viele Menschen politisch beeinflussen kann (weshalb der eben genannte Punkt in diesem speziellen Fall nciht so sehr trifft), aber es wäre falsch zu glauben, dass dieses Modell etwa als Vorbild für eine größere Masse an Menschen tauglich oder überhaupt wünschenswert wäre (weil es eben auf Errungenschaften der Technik verzichtet und das als fortschrittlich und toll darstellt, und bestimmte individuelle Voraussetzungen, sowohl materielle voraussetzt, wie auch die Freude an Gartenarbeit oder Handarbeit, während andere vielleicht lieber Klavier spielen oder Bücher schreiben). Darauf wollte ich hinaus. Das soll gar keine Kritik an diesem Projekt hier sein, genausowenig wie ich zen-buddhistische Kloster kritisiere, es ist schön, dass es solche Orte gibt, wo Individuen sich individuell ein Stück weit aus der entfremdeten Gesellschaft befreien können, indem sie sich aus ihr zurückziehen, aber die politischen Kämpfe werden in der Gesellschaft ausgetragen (das muss nicht immer ein Widerspruch sein, also das Leben als Selbstversorger und die Teilnahme an politischen Kämpfen, kann es aber durchaus, weshalb man niemals diese Selbstversorgung als Selbstzweck verabsolutieren sollte – es ist eine Konzeption des guten Lebens, die für einige Sinn machen mag, aber gesamtgesellschaftlich m. E. in die falsche Richtung geht).

    2. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Lieber Horst,

      anders als du es wahrnehmen möchtest, haben wir nicht das Ideal eines primitivistischen Lebensstils oder eines „Aussteigens“. Das wir heute etwas mehr über die ökologischen Probleme des Überkonsums wissen als Erich Fromm damals sollte seine Aussagen, falls sie nur so auslegbar sind, wie du das hier tust, im zeitlichen Kontext betrachtet werden.

      Bevor wir hier aber tiefer in eine Diskussion einsteigen, was wir gerne tun können, lies bitte zunächst den Bereich Frage & Antwort, da dort schon lange auf die Unterstellung mit dem „primitiv / Steinzeit / Mittelalter“ geantwortet wurde und du dort auch ein wenig mehr über unser Konzept lernen kannst. Zu der nicht haltbaren Aussage, dies wäre kein machbarer Weg für die Masse (zumindest FAO, UN und viele Unis sind da anderer Meinung, denn laut allen ernst zu nehmenden Studien der letzten zwei Jahrzehnte, ist eine Zukunft für die Menschheit mit genug Essen für alle (und nicht nur die städtischen Industrieländler) nur auf dem Weg kleinstrukturierter, biologischer Landwirtschaft ohne nennenswerten Maschineneinsatz erreichbar, in der überwiegend vegane Ernährung produziert wird. Das ist Stand der Wissenschaft – nur es sagen halt so gerne so viele Leute „das ist nicht möglich“ und darum ändert sich nichts…

  2. Angie Kerzel

    Hallo, vorab erstmal – ich finde es toll, was ihr macht und auch worüber hier so diskutiert wird. Ich bin Heilpraktikerin und beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit dem Thema „dem Leben einen Sinn geben“, weil es auch das ist, was Krankheit und Gesundheit ausmacht. Für mich habe ich diesen Sinn in der Arbeit mit meinen Patienten gefunden – dieses ganz Erfülltsein von einem Tun und eine tiefe Befriedigung darin erfahren. Es kann also sehr unterschiedliche Wege geben, zu diesem Punkt zu kommen. Ich denke auch, dass es allerhöchste Zeit ist, gesellschaftlich gesehen, vom materialistischen Streben zurück zu einem „jeder bekommt/hat alles, was er b r a u c h t und spendet/verteilt den Überschuss“ die Richtung zu wechseln, wenn wir alle hier auf dem Planeten überleben wollen. Und dass es eben viel besser funktionieren kann, wenn jeder das tut, was er gerne tut und dadurch auch gut macht. Nur noch sind wir ja erst dabei, wieder herauszufinden, was wir denn gerne machen (würden). Schön, dass zumindest ihr das schon in jungen Jahren genau wisst!

  3. romy

    ich pflege ja immer zu sagen: als erstes kind hat man sich selbst als kind. (und so, wie man mit sich selbst umgeht, geht man dann auch mit anderen um … ) genau den gleichen ansatz finde ich in deinen gedanken wieder. es ist erstaunlich, wie sehr man sich selbst anders betrachtet, wenn man sich mal vorstellt, man hätte sich selbst in form eines kindes an der hand und müßte dieses nun versorgen. man bringt viel mehr verständnis und liebe für sich auf.

    oh, ich ertappe mich zur zeit oft dabei, zu viel entwicklung auf einmal von mir zu verlangen. zeit, wieder mehr verständnis/geduld für mich zu haben.

    schöner artikel (mit viel verständnis für die anderen)

  4. Arne Piec

    Herzlichen Dank
    für die Teilhaberschaft in Schrift und Film!
    Ich habe die meisten der hier genannten Philosophen gar nicht gelesen und trotzdem bin ich mir im Klaren, das die Selbstbestimmt Lebensführung einiges an Einsatz und Motivation einfordert, schließlich lebe ich seit 2000 an meinem eigenen Selbstbestimmungs-Geburtsrecht.
    Ich sehe dass das die höchste Güte an sinnvollem Sein beinhaltet.
    Vor Jahren erkante ich für mich, dass Verantwortung, nicht wie sie in der Gesellschaft, als eine mit bitterem Beigeschmack und dem erhobenen Zeigefinger, eine versäumte Pflicht verstanden wird. Ich erkannte das vom Wort her: „ver- ant- wort- ung“ und somit bedeutet dass nicht weniger als, das ich die Antwort auf was auch immer im JETZT mit meinem Handeln oder dessen Unterlassung selber gebe. Da ich davon bestimmt bin, das es momentan nur eine Zeit gibt, in der ich etwas bewirken kann, dem JETZT, habe ich also beste Voraussetzungen, jetzt so zu handeln, wie ich möchte, das es sich ergeben mag…

    Beispiel.
    Wenn ein Mensch jeden Tag am Abend kurz vorm zu Bett gehen, Erlebnisse des vergangenen Tages in ein Buch schreiben würde, wie 1. „Ich half Heute einer Dame ihren Einkauf die Treppe hoch zu tragen“ 2. „Eine wichtige Entscheidung von mir wurde Heute zum Erfolg und so kann ich das kommende Weihnachten mit meiner Familie verbringen“ 3. „Keller aufgeräumt“ 4. „ ich trinke nun seit 3 Monaten nicht mehr und konnte Heute sogar beweisen, dass ich einer großen Verlockung von Freunden, mit ihnen zu trinken, widerstanden habe“ usw… man schreib all das auf und bemerkt plötzlich, wie gut es sich anfühlt einmal mehr Erfolgreich mit seinem Handel zu sein. Irgendwann vielleicht, ist man gerade dabei etwas zu tun und fragt sich plötzlich, würde ich dass jetzt auch Heute Abend in mein Buch schreiben???
    Verantwortung ist vor allem eine Hilfe und keine Strafe, denn ist es nicht so, dass wir lieber selbst bestimmen wollen, wo es lang geht? Ja wollen wir und weil es nicht so leicht ist, wird die Freude darüber noch viel größer, wenn wir erst die Antwort und dann die Taten folgen lassen.
    Ps. eine Saat in den vorbereiteten Boden zu bringen und über die Wachstumsphase hindurch die Pflege zu leisten, ist wahrhaftig eine Verantwortungsvolle Aufgabe und sie wir mit dem Ernte dank gefeiert, dass ist Dankbarkeit!

    Danke dass ich das mal hier sagen durfte
    Arne Piec

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