Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Zuckerfrei? Her damit!

fluffiger Kuchen aus regionalen Zutaten

Pia Selina Damm
Von Pia Selina Damm
16. Februar 2017

Kuchen ohne Zucker, Eier und Weizenmehl? Wie soll das denn schmecken? Dieser hier ist jedenfalls super fluffig, einfach zuzubereiten und auch noch ausschließlich aus regionalen Zutaten!

Wieso zuckerfei?

Seit Anfang des Jahres mache ich eine Darmsanierung und in dem Zuge versuche ich mich möglichst zuckerfrei zu ernähren. Ich stelle bereits Veränderungen in meiner Geschmackswahrnehmung fest. Ich bin sowieso „empfindlich“ gegenüber sehr Zuckrigem. Seit ich versuche, möglichst nur Fruchtzucker zu mir zu nehmen, stelle ich eine noch niedrigere Zuckerhemmschwelle fest :D Zuckerhaltige Leckereien sind mir jetzt noch schneller zu süß und auch mein Bauch rebelliert – ich merke eindeutig, dass nur eine niedrige Menge an Zucker für mein System gut ist.

Zuckerfrei ≠ Verzicht

Ohne Zucker – das löst oft das Gefühl von Verzicht aus. Ich selbst liebe Kuchen und Naschen :) Mit ein bisschen Experimentieren und Kreativität klappt das auch so. Bisher habe ich sowieso gefühlt noch nie nach Rezept gekocht oder gebacken – jedesmal mantsche ich noch irgendwas dazu, lasse anderes weg oder improvisiere komplett. Gute Vorraussetzung für zuckerfreie Experimente ;D

Zuckerfrei ≠ weitgereist

… denn: so gut wie jedesmal, wenn ich zuckerfreie Rezepte lese, sind da Datteln en masse enthalten. Überraschung: Zuckerfrei zu backen geht auch mit regional-nachhaltigen Zutaten. Es ist eben immer auch eine Frage der Motivation: Ist meine Priorität selbst gesund zu leben oder zählt auch der Wert, das Leben ökologisch und sozial-gerecht auszurichten?

Easy-peasy Rezept

Meistens verpeile ich es, die Zusammensetzung meiner Kreationen zu notieren – dieses mal habe ich es tatsächlich geschafft :) Et voilà, hier das einfache Rezept, das beim Herumexperimentieren entstanden ist:

  • 400 gr. Dinkelmehl
  • 150 ml Sonnenblumenöl
  • 350 ml Apfelsaft
  • 1 Pck. Backpulver
  • 2EL Maisstärke
  • 1,5 geriebene Äpfel
  • 2 handvoll gehackte Walnüsse
  • 100-200 gr. Apfeldicksaft
  • 1 EL Apfelessig
  • 1 Prise Salz

Und so geht’s:

  • Alle trockenen Zutaten (außer Nüsse) in einer Schüssel vermischen
  • Apfelsaft, Öl, Apfeldicksaft hinzugeben und mit einem Schneebesen zu einem weichen Teig vermischen
  • Walnüsse und geriebene Äpfel hinzugeben, umrühren
  • zum Schluss den Essig zugeben und kurz unterrühren
  • eine Springform einfetten/-ölen und den Teig hineingeben
  • bei 180°C für ca. 60 Minuten backen, zwischendurch Stäbchenprobe machen
  • Kuchen aus dem Ofen nehmen, einige Minuten auskühlen lassen. Anschließend aus der Form nehmen
  • nach Bedarf mit etwas Apfeldicksaft einpinseln. Das zieht dann schön von oben in den Kuchen ein und macht ihn noch etwas matschig-saftiger

Besonders lecker finde ich den Kuchen zum Frühstück :) Er ist sehr fluffig und hat eine angenehme Süße. Durch das Dinkelmehl, die Nüsse und die Äpfel ist er außerdem recht nahrhaft.

Apfelzeit

Ist dieser Kuchen eigentlich saisonal?! Noch ist lange keine Apfelzeit. Vielleicht hast du noch einige letzte Äpfel eingelagert vom Herbst? Ich habe „gerettete“ verwendet – also welche, die leider nur noch das Dunkel der Mülltonne erblickt hätten.
Die Walnüsse sind selbstgesammelt und lagern bei uns im Keller – solch ein Geschenk jederzeit auf Nüsse zugreifen zu können!

Guten Hunger!

Und nun wünsche ich Dir viel Freude beim Experimentieren! Das Rezept lässt sich wunderbar abwandeln, indem Du beispielsweise statt Walnüssen Haselnüsse nimmst oder den Apfelsaft durch einen anderen Fruchtsaft oder Pflanzenmilch ersetzt. Ein Multifunktions-Rezept.

Hast Du Erfahrungen gesammelt mit zuckerfreien Rezepten ohne Datteln? ;) Oder allgemein Kuchen aus regionalen Zutaten, die gesund und lecker sind? Dann teile sie doch gerne mit uns!

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Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!

19 Gedanken über “Zuckerfrei? Her damit!

  1. Katharina

    Danke liebe Pia. für die Anregung und das lecker klingende Rezept! Ich habe schon lange vor, mich von der Zucker-Droge zu entwöhnen, manchmal klappt es dann für ein paar Tage, und dann werde ich wieder „rückfällig“. ;-) Die Idee finde ich super, das Ganze schrittweise zu machen – zuerst mal den raffinierten Zucker wegzulassen (schwer genug heutzutage, ist ja fast überall drin!) und dann im nächsten Schritt vielleicht auch den Fruchtzucker zu minimieren. Den Kuchen werde ich definitiv ausprobieren! :-) Alles Liebe, Kathi

  2. Adè

    Hallo,
    Ich bin Fructoseintoleranz und daher gezwungen mich so gut wie möglich zuckerfrei zu ernähren.
    Wenn einem das richtige Enzym zur Verdauung von Fructose fehlt ist es mehr oder weniger egal ob Haushaltszucker (=Glucose+ Fructose) oder ein Apfel (=Glucose, Fructose, Sorbit) direkt vom Baum. In beiden ist Fructose enthalten! Hinzu kommt, dass der Apfel, bei Fructoseintoleranz, auf Grund seiner Fructosemenge und derern Verhältnis zum vorhandenen Sorbit (auch ein Zucker), zu dem am schlechtesten verträglichen Obst gehört. Für mich persönlich wäre dein „zickerfreier“ Kuchen die totale ZuckerKatastrophe!
    GlG Adè

  3. Mareike

    Hallo,
    Zucker zu reduzieren oder darauf zu verzichten ist eine gute Idee und auf jeden Fall förderlich für die Gesundheit:) Das Rezept klingt super!
    Als Diätassistentin unterscheide ich allerdings nicht zwischen isolierten Produkten. Normaler „böser“ Zucker kommt genauso aus der Zuckerrübe, die auf dem Feld wächst, wir der Apfeldicksaft vom Apfel kommt. Fructose, also Fruchtzucker ist nicht gesünder als Saccharose, also normaler Haushaltszucker. Ganz im Gegenteil. „Besser“ ist es nur dann, wenn man die ganze Frucht isst, weil dann noch so viele gute Extrastoffe dabei sind;-) Bei allen anderen isolierten Süßungsmitteln gibt es keinen großen Unterschied.

  4. Sarah

    Hallihallo,

    ich bin auch immer offen für alles, was ohne Industriezucker auskommt – danke für dein Rezept, Pia!

    Ich ernähre mich bereits das dritte Jahr zuckerarm, weil ich an Endometriose erkrankt bin und Zucker das Hormongleichgewicht durcheinander bringt. Will heißen, ich verzichte nicht nur auf Industriezucker, sondern habe auch alles reduziert, was übermäßig Süß ist und die Bauchspeicheldrüse fordert (also auch wenig/keine Trockenfrüchte, Säfte, Dicksäfte, Sirupe, Honig, etc…). Kleine Ausnahmen, versüßen mir dann aber doch manchmal den Tag :D
    Wenn ich dann manchmal trotzdem ein Stück „normalen“ Kuchen oder Keks erwische, bin ich danach meistens enttäuscht, weil es mir nicht mehr schmeckt (einfach viel zu süß).

    Da ich trotzdem eine Naschkatze bin, hab ich für mich super Alternativen gefunden:

    – So wie du schreibst, Pia, geriebene Äpfel, zergatschte Bananen, aber auch geriebene rote Rüben uvm. machen eine leckere Süße im Kuchen.

    – Nüsse, vor allem Cashew-Nüsse, in Form von Mus eignen sich hervorragend zum Süßen von allerlei leckeren Sachen.

    – Hafer- und andere Pflanzenmilch machen in Kuchen und Brei eine super angenehme Süße.

    – Falls es doch mal „Zucker“ sein darf: Kokosblütenzucker und Yacon-Zucker haben einen sehr geringen glykämischen Index und belasten die Bauchspeicheldrüse weniger als ein Stück Obst. Ja, diese Zuckerarten kommen von weit her. Aber die gibts auch nicht jeden Tag und wenn dann nur in kleinen Mengen.

    – Bitterschokolade (über 80%), am besten Fair-Trade, befriedigt meine Süßgelüste auch sehr gut. Die gibts auch nur in kleinen Mengen, aber die müssen sein :D

    Und noch ein ganz allgemeiner Tipp: Wenn ihr ein „normales“ Rezept hernehmt, und den Zucker auf ein Viertel der ursprünglichen Menge reduziert, dann ist der Kuchen immer noch süß genug und die Bauchspeicheldrüse freut sich ;)

    LG Sarah

  5. Tine

    Ein schönes Rezept! Das werde ich definitiv mal testen. Und es ist auf jeden Fall frei von industriellem Zucker, welcher der schädliche ist, weil einfach nur ein totel Lebensmittel. Der natürlich Zucker aus Früchten ist für uns nicht schädlich, wenn ncht in großen Mengen aufgenommen. Man trinkt den Apfeldicksaft ja nicht zum Frühstück und so ein Kuchen ist ja auch nicht das Hauptnahrungsmittel. Bzw sollte es nicht sein. Die Dosis macht das Gift, wie bei allem. Der Fruchtzucker, den die Industrie nutzt, ist kein Vergleich mit dem natürlich vorkommendem, auch wenn dieser eingekocht ist. Karotten werden bei langem Kochen auch süß, Zuckergefahr! Huch, darf ich die dann auch nicht mehr essen, wenn ich „zuckerfrei“ leben will? ;-) Bei einer ansonsten guten Ernährung schadet dieser Kuchen ganz sicher nicht. Manchmal soll es auch einfach nur lecker sein und bei dieser Variante auch mit echt gutem Gewissen, finde ich. Freude und Spaß bei der Ernährung ist gaaaanz wichtig. Danke nochmal für die Anregung :)

    1. Pia Selina DammPia Selina Damm Beitrags Autor

      liebe Tine, danke fürs Teilen deiner Perspektive – da brauche ich dann nichts mehr zu „zuckerfrei“ schreiben ;)
      war eben kurz auf deiner Website unterwegs und habe gesehen, dass du viel mit Wildkräutern machst. das klingt sehr spannend und Köln ist nicht so weit von mir (Mainz) entfernt, vielleicht begegnen wir uns mal… :)

  6. Irene

    Liebe Pia,
    vielen Dank für das Rezept. Werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren. Ich ernähre mich seit Anfang des Jahres auch zuckerfrei, d.h. ich esse nur natürlichen Zucker in Obst und Gemüse. Bin jetzt schon total erstaunt, wie süß Möhren und Paprika sind, und manches Obst sowieso. Hatte vor einpaar Tagen erst, den Gedanken, nach einem Rezept für Kuchen ohne industriellen Zucker zu schauen, und schon hat sich mein Wunsch erfüllt. Vielen Dank!

  7. Anja

    Vielleicht ist der Begriff „zuckerfrei“ irreführend.
    Aber im Text hat Pia ja erklärt, dass sie versucht, raffinierten Zucker durch Fruchtzucker zu ersetzen. Und halt insgesamt weniger süß isst.
    Also wenn man nicht im Meckermodus ist, kann man für sich das Gute und inspirierende aus diesem Artikel und Rezept nutzen.
    Danke Pia für die Anregung, Industriezucker durch Süße aus Früchten zu ersetzen und dabei auch noch auf regionale und saisonale Produkte zurückzugreifen. Ich werde das Rezept mal mit Haselnüssen nachbacken und mir überlegen, wo ich sonst noch Industriezucker komplett vermeiden kann.
    Wer sich vom Begriff „zuckerfrei“ betrogen fühlt und gegen seinen Willen auf diese Seite gelockt wurde, dem sei dieses Gefühl gestattet.

  8. Kathrin

    ich bin auch auf mühsamer suche nach zuckerfreien kuchenrezepten…und dieses hier klingt fein! ich hab jedoch mehrfach gelesen, dass getreide ( mehl) – also kohlenhydrate die in zucker umgewandelt werden, in kombi mit fruchtzucker ( also noch mehr zucker) so gar nicht gut für den stoffwechsel ist. Hmm…..??

  9. die Sammlerin

    Eine tolle Anregung, allerdings muss ich glutenfrei leben . Und mit einer Allergie gegen Äpfel und Nüsse ( und vieles mehr) bin ich oft froh, dass es auch nicht regionale Lebensmittel gibt. Ich habe das Rezept einer Freundin weiter gereicht, die probiert es jetzt aus.

  10. Sigrid

    Schönes Rezept, werde ich sicher mal ausprobieren. Nur: Zucker ist da auch drin. Und Fruchtzucker ist alles andere als günstig für Leber und Pankreas (im Extremfall: diabetesfördernd): er ist, weil billig und weil er sich durch die Bezeichnung „Fructose“ gesund anhört, als Fructosesirup in vielen Industrieprodukten enthalten.
    Natürlich sind Apfelsaft und Apfeldicksaft, vor allem wenn selbstgemacht oder regional, nicht damit zu vergleichen, das ist schon schön.
    Aber man sollte sich keine Illusionen machen: süß ist nur, wo Zucker in irgendeiner Form drin ist.
    Ich finde es aber toll, dass du deinen Geschmackssinn sozusagen „umerziehst“: auf seine natürliche Sensibilität hin, so dass man auch mit weniger Süße glücklich sein kann!
    Viel Erfolg!
    Sigrid

    1. Anne

      Hallo Otto, ich habe diese Diskussion auch immer wieder mit meinem Mann. Wir haben uns darauf geeinigt, „frei von industriell hergestelltem Zucker“ zu sprechen. Ich denke, darum geht es Pia auch: Zucker aus Zuckerrohr, dem quasi alle „guten“ Bestandteile entzogen sind oder Ersatzzucker wie Kinos bluten Zucker o.ä., die von weit her kommen… Wobei Du jetzt entgegnen könntest, dass der Apfeldicksaft auch industriell hergestellt ist. Damit hättest Du sicherlich recht, deswegen wäre vielleicht die Überschrift „nur mit natürlichem Zucker“ besser? Ich hakele auch noch an den Worten, vielleicht bekomme ich hier ja noch eine Anregung?
      Liebe Grüße, Anne

  11. Simon

    Hallo Pia Selina,

    danke für das Rezept, ich werde es auf jeden Fall mal ausprobieren. Noch zwei Frage: Wie genau sieht deine „Darmsanierung“ aus bzw. was machst du da? Und warum nimmst du fast nur noch Fructose und keine Glucose zu dir?
    Ich finde das sehr spannend und würde mich freuen, wenn du das ausführen könntest :)

  12. Marion

    Liebe Pia,

    als ehemals Zuckersüchtige finde ich Deinen Versuch möglichst auf Zucker zu verzichten ziemlich spannend! Ich habe genau die gleiche Erfahrung gemacht, dass sich die Geschmacksnerven recht schnell verändern. Inzwischen empfinde ich herkömmliche Süßigkeiten oft als viel zu süß und kann sogar aus Kokosmus und getrockneten Tomaten eine leicht süßliche Note wahrnehmen.

    Dein Rezept werde ich sicher mal ausprobieren. Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße, Marion.

    P.S.: Ich kann nur jeden ermutigen, selbst einmal auszuprobieren auf Zucker zu verzichten, es passiert dabei so viel Tolles. Tipps und Hilfestellung gibt es z. B. hier: http://www.inspiriert-sein.de/tag/zuckerentwoehnung_zuckersucht

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