Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Zeit für Wildkräuter

Wie Wildkräuter ums Haus zu grünen Begleiter*innen werden

Pia Selina Damm
Von Pia Selina Damm
11. April 2016

Es grünt, die Sonne scheint, der Frühling bricht an – Es ist Zeit für Wildkräuter! Suchen, bestimmen, sammeln, verarbeiten, lernen, mampfen, lecker und heilsam! Welch ein Geschenk der Natur :)

Ich brauche gar nicht weit zu laufen, um Kräuter sehen. Es tümmeln sich viele davon um unser Haus herum.

Schau mal in Deinen Vorgarten – das ist doch alles Unkraut?!

Vor unserem Projekt- und Gemeinschaftshaus haben wir einen Vorgarten – darin wachsen Rosen, Lavendel, Erdbeeren und allerhand sonstiges Kraut, was manche*r vielleicht als Unkraut bezeichnen würde. Ich frage mich immer wieder: Was ist das denn eigentlich für ein Wort „Un“kraut? Ein schlechtes, böses Kraut? Erstens sind die meisten der so bezeichneten Kräuter essbar und haben Heilwirkungen. Zweitens ist das doch eine ziemlich merkwürdige menschliche Kategorie – Lebewesen einzuteilen in „gut“ und „schlecht“. Das schwingt für mich jedenfalls durch das Präfix „Un“ mit.

Mir ist bewusst, dass die meisten unserer Nachbar*innen unseren Vorgarten vermutlich mit einer anderen Brille betrachten als wir. Da hatten wir die Idee, einen Pflück-mich-Garten zu initiieren: Einen Garten voller „Unkraut“ mit Schildern, die anregen, die Wildkräuter mal aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Die meisten davon kennst Du sicherlich:

Wildkräuter: Von Smoothie über Salat, Pesto und Saft bis zur Haarkur

Wildkräuter sind vielseitig einsetzbar. Ich habe aus ihnen dieses mal leckeres Pesto, erfrischenden Smoothie und eine Haarkur gemacht.

Haarkur aus Brennnessel

Ich habe vor allem die frischen, jungen Blätter der Brennnesseln gesammelt. Wenn Du sie von unten nach oben abbrichst, brennen sie Dich nicht. Oder wenig ;) Dann werden die Blätter klein geschnitten und in kochendem Wasser ziehen gelassen, bis das Wasser abgekühlt ist. Die Brennnessel-Blätter absieben. Den Sud habe ich dann als Haarkur benutzt: Über den Kopf geschüttet, einmassiert und nicht ausgespült. Bei mir hat das prima gewirkt. Ich wasche meine Haare immer nur mit kaltem Wasser, daher kann ich nicht sagen, wie es als Kur nach Shampoo-Benutzung wirkt. Ausprobieren und kommentieren! :) Es riecht auf jeden Fall wunderbar nach Brennnessel.

Smoothie aus Brennnesseln und Zitronenmelisse

Sehr lecker und erfrischend, vor allem zusammen püriert mit einer halben Zitrone und einer Süße spendenden Frucht, wie Apfel.

Welche tollen Heilwirkungen die Brennnessel hat und was mensch noch so alles mit ihr anstellen kann, haben Lisa und Michael in den Artikeln Brennnesselzeit! und Wunderpflanze Brennnessel beschrieben.

Saft aus Weizen- und Gerstengras

Und als krönenden Abschluss noch etwas nicht ganz so wildes: In unserem Gemeinschafts- und Seminarraum haben wir eine grüne Wand aus Paletten. Da wächst bisher Aloe Vera, Wasserlilie uuuund … seit neuestem Weizen- und Gerstengras! :D Wenn es groß genug ist, möchten wir daraus Saft pressen.

Es sieht aber auch einfach toll aus: jung, frisch, grün und an jedem Halm hängen mehrere Wassertropfen. So schön!

Und Du?

Welche leckeren, heilsamen oder einfach schön aussehenden grünen Gefährt*innen begleiten Dich die Frühlingstage über? Was machst Du aus ihnen?

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9 Gedanken über “Zeit für Wildkräuter

  1. Miriam

    Hallo Pia,

    ich finde Wildkräuter auch super und mache gern Wildkräutersalate aus Schafgarbe, Löwenzahn, Giersch und Brennnessel. Gundermann finde ich auch toll und Bärlauch natürlich. Es ist so spannend, was alles an Essbarem in unserer direkten Umgebung wächst. Ich freue mich immer, wenn ich ein neues Kraut bestimmen kann :-) Die Schilder sind auf jeden Fall eine tolle Idee!

    Liebe Grüße
    Miriam

  2. Alex

    Hallo Pia,

    ein schöner Beitrag zu Wildkräutern.

    Einfach unglaublich, was man alles damit anstellen kann. Smoothie aus Brennnesseln :) Die Natur birgt die größte Vielfalt, die man sich vorstellen kann. Einfach wunderbar.

    Ich bin gespannt mehr über Wildkräuter zu erfahren!

    Grüße von mir aus Thailand.

    Alex

  3. Hans Hochedlinger

    Das „Grüne“ neben den Gemüsebeeten bringe ich mit folgendem Knödelrezept sehr erfolgreich auch in die Bäuche meiner Kleinen…

    300g Semmelwürfel bzw als gesündere Variante Vollkornbrotwürfel.
    2-3 El Kurz aufgekochte und mit Wasseauf etwa 300ml verdünnt als Milch und Eiersatz zermusten Haferflocken. oder gekauften Milchersatz für vegane Supersteuerzahler
    1 Zwiebel (Knoblauch, Muskat, Suppenwürze)
    2 El Vollkornmehl, 2El Hirsemehl
    Salz, Olivenöl,
    1 Bund Beikräuter – Im Frühjahr ist der Bärlauch mein Favorit.

    Haferflocken einweichen aufkochen und erst mit wenig Wasser mit dem Pürierstab zermixen. Mit kaltem Wasser auf die benötigte Menge ergänzen.
    Damit die Semmelwürfel einweichen lassen.
    Kleingeschnipselten Zwiebel anschwitzen.
    Gewaschene kleingeschnittene Kräuter dazugeben und kurz mit den Zwiebeln und etwas Wasser andünsten.
    Alles zusammenmischen würzen und Knödel formen. Zum Kochen in Wasser zusätzlich in etwas Mehl wälzen. Sie zerfallen dadurch weniger leicht.
    Farbenfroher sehen sie aus wenn sie mit weniger Mehl gewälzt werden und auf einem Dunsteinsatz gedünstet werden.

    Serviervorschläge:
    Linsensauce mit Karotten
    Noch einfacher ein paarEL geriebene Walnüsse mit etwas Hefeflocken und Keimlingen drüberstreuen und ein bisserl biologischem Öl übergiessen

    gutes Gelingen
    Hans

    PS: Wißt Ihr dass auf Kuhmilch das als Lebensmittel eingestuft viel weniger Steuer bezahlt werden muß, als auf veganen Milchersatz. Falls jemand Spaß oder Gegenteilige Motivation zum berechnen hat, würde ich schon gerne wissen welcher Kilopreis sich für den Hafer in der Milch ergibt. oder welchen Anteil der Biobauer davon bekommt.

  4. Kerstin

    Sehr schöner Artikel! Es gibt soooo vieles was wir aus unseren tollen Beikräutern alles machen können. Mein Lieblingszitat von Juliette de Bairacli Levy: Dein Garten ist dein Freund und Lehrer. Die ganzen Beikräuter habe nämlich immer was mit uns selbst Selbst zu tun. Da würde es manchen besser gehen, wenn sie sich einen Tee aus den ungeliebten „Un“Kräutern brauen würden als ihnen mit Gift zuleibe zu rücken ;-)

    Liebe Grüße Kerstin

  5. Petra K.

    Oh, wie ich es liebe, auch auf anderen Blogs vom Thema Wildkräuter zu lesen. Ich liebe sie einfach. Wenn ich in die Kräuter gehe, dann geht es mir gut, ich lebe regelrecht auf. Das ist die wahre Natur und sie meint es gut mit uns, denn sie schenkt uns Gesundheit und gute Laune. Was ich alles aus Wildkräutern so mache? Es würde den Rahmen sprengen, das alles hier aufzuzählen. Aber wer mag, kann dazu gerne mal auf meinem Blog in der Rubrik „Wildkräuter“ stöbern:
    http://auf-dem-weg-in-die-freiheit.blogspot.de/p/wildkrauter.html

    LG Petra K.

  6. Sabine

    Sehr interessant und eine tolle Idee mit dem beschriften der jeweiligen Kräuter
    Über die Distel würde ich gerne mehr erfahren, leider finde ich keine guten Informationen im Netz. In unserem Garten sprießt es auch gerade. Ich werde nun damit beginnen Gänseblümchen und Löwenzahnblätter zu sammeln und zu trocknen, um daraus selber Teemischungen zuzubereiten. Außerdem wächst der Löwenzahn so irre, da ist es Zeit für Löwenzahnhonig. Ich liebe den Frühling! Danke für den tollen Artikel

      1. Claudia

        …meine Nachbarn halten mich immer für besonders irre, wenn ich erzähle, dass ich den Giersch nicht nur als Salat, Gemüse, Pesto esse, sondern auch noch blühen lasse: er sieht superschön aus, duftet wundervoll und ist eine tolle Bienenweide . :o)
        Die duftenden Blüten nutze ich auch gerne für Räuchermischungen.

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