Zartes Kräuterwunder Vogelmiere

Auf den Teller damit!

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
7. April 2014

Eigentlich wächst sie ja schon seit einigen Wochen (z.T. schon seit Jänner!): Die Vogelmiere aka „Stellaria media“ ist ein Nelkengewächs. Ein zartes, saftiges Pflänzlein, das recht unscheinbar aussieht, aber doch ganze Teppiche bilden kann.

Foto von Vogelmierenteppich

Vogelmierenteppich

Immer wieder naschen wir diese Pflanze, die ein bisschen nach Babymais oder Kopfsalat schmeckt. Sie ist extrem mild – selbst wenn sie schon blüht! (Die meisten Pflanzen werden ja herber und zäher, wenn sie älter werden bzw. zu blühen beginnen)

Aber nicht so die Vogelmiere. Selbst samt Blüten ist sie noch ein saftig, milder Genuss. Heute gab es reinen Vogelmieresalat bei uns zu Essen. Erstaunlicherweise brauchte es keinerlei „Mischzutat“, was für uns bei Wildkräutern normalerweise schon der Fall ist, weil sie oft ein sehr starkes Aroma haben.

Donnergrollen und Vogelgezwitscher

Beim Sammeln habe ich mich heute inmitten einer wunderschönen Kulisse befunden. An einem Waldrand, an dem gerade noch ein paar Sonnenstrahlen durchschimmerten während von der anderen Seite dunkle Wolken aufzogen, der Donner leise grollte und die Vögel noch zwitscherten. Und ich inmitten eines Vogelmierenmeeres. Ein paar Brennnesseln, Klettenlabkraut, Lungenkraut und Veilchen habe ich auch noch mitgenommen. Ich liebe es Wildkräuter zu sammeln – es tut einfach der Seele gut :)

Foto von Vogelmiere

Vogelmiere-Sternchen

Vogelmiere anbauen

Falls du in deiner näheren Umgebung keine Vogelmiere findest, oder nur an Plätzen, wo sich viele Hunde rumtreiben, kannst du die Vogelmiere auch selbst anbauen! Ihre Samen lassen sich einfach ernten und keimen gut. Einfach an der Fensterbank anbauen und regelmäßig ernten. Bestimmt pflegeleichter als Kopfsalat und hat doppelt so viel Calcium, dreimal so viel Kalium und Magnesium, siebenmal so viel Eisen und zwei- bis acht mal so viel Vitamin A und C wie Kopfsalat. Na Bumm!

Vogelmiere als Heilpflanze

Sie ist zwar sicher jetzt nicht das üblichste Heilkraut wirkt aber dennoch bei zum Beispiel Husten (schleimlösend): Einfach einen Tee zubereiten und trinken.

Äußerlich wirkt der Tee bei kleineren Verbrennungen, Schürfwunden, Juckreiz und Ekzemen.

Foto von Vogelmiere in Lungenkraut

Vogelmiere in Lungenkraut

Was stellst du so an mit Vogelmieren? Freue mich immer über neue Ideen :))

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22 Gedanken über “Zartes Kräuterwunder Vogelmiere

  1. Beate

    Die Vogelmiere ist mein liebstes Wildkraut. Leider kenne ich in meiner Gegend nur wenige Stellen, wo ich sie sammeln kann. Da diese auch weiter weg sind, werde ich sie mir in Zukunft auf dem Balkon bzw. der Fensterbank anbauen. Ich habe im Garten eine Pflanze entdeckt, die sehr ähnlich aussieht: weiße kleine Blüten, aber längliche Blätter. Was könnte das denn sein?

  2. Frau Pingaga

    Hallo Lisa,
    fange gerade ein kleines „Wildkräuter-Lexikon-Blog“ an, wo ich gerade an einem detaillierten Artikel über die Vogelmiere schreibe…
    Leider hab ich noch keine Fotos (möchte ich aber noch machen!) und wollte Dich fragen, ob ich solange 2 Deiner Fotos verwenden darf.. selbstverständlich mit Quellenangabe und Link zu diesem Artikel hier!
    Wäre das möglich?
    Sobald ich eigene Bilder habe tausche ich sie dann aus!
    LG, Merle

  3. Claudia Sagmeister

    Hallo ihr lieben ! Ich sammle von Frühling bis Spätsommer alles was ich in meinem Garten finde in einer großen Dose , mische dann gut durch und habe den ganzen Winter meinen Kräutertee , der mit meinem selbstgekochten Tannennadelsirup gesüßt wird.
    Dazu nehme ich : Ringelblumen,Lavendel,Malvenblüten,Zitronenmelisse,Himbeer-und Brombeerblätter,die jungen Blätter von Birke und Haselnuß,Minze Thymian,Hollunderblüten,Johanniskrautblüten und blätter.
    Die Vogelmiere habe ich auch zwischen den Blumen und Sträuchern,wußte aber nicht,dass sie essbar ist,habe sie stehen gelassen,da sie den Boden auch vor Austrocknung schützt und will sie lieb ausschaut.
    Danke dass es euch gibt.
    Liebe Grüße eure dankbare Claudia

  4. Anne

    Ich hab heute auf meiner Wiese Brennnesseln für Tee und Jauche gepflückt bzw. geerntet und stand mitten drin in einem wahnsinnig dicken, bestimmt 25cm hohen, unglaublich fluffigen Polster aus Vogelmiere, etwa zwei Quadratmeter groß. Da werd ich morgen nochmal räubern, denn sie ist ja a) nicht kaputt zu kriegen und b) da pieseln keine Hunde hin!!!

  5. Lebenslilie

    Hm, das kannte ich noch nicht, an was für Schätzchen ich schon unachtsam vorbeigelaufen bin… Herzlichen Dank für die Tipps und ich staune, wie viele Leute so einiges über Wildkräuter wissen.
    Euer Blog ist einfach super, hier finde ich Dinge, die man einmal außerhalb der eingetretenen Pfade entdecken kann. Ein großes Lob, dass Ihr so viel ausprobiert und Eure Erfahrungen mit uns teilt.
    Liebe Grüße aus dem nassen Norden

  6. Alex

    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe Vogelmieren-Sud genutzt für meine mehr als nur schlimm geplagte Neurodermitishaut. Hat super funktioniert, der Juckreiz geht zurück und die Rötungen auch.
    Inzwischen hab ich die Neuro überwunden aber ich nutze sie auch gern bei Mückenstichen usw.

  7. Kivi

    Mein Lieblingskraut!! Ich kann einfach nicht ohne, aber leider ist es hier seeeeehr selten zu finden. Und wenn dann im Hundeklo, ewwww. So habe ich mir angewöhnt es selber in Schalen auf der Fensterbank zu züchten, das geht ganz leicht. Und wenn mein Garten endlich mal fertig ist, dann wird auch da ordentlich ausgesäht und niemalsnicht „Unkraut“ gezupft, sondern geerntet :) Ich freu mich schon so!!

  8. Kilian

    Hallo Lisa,
    Bin heute das erste mal da und bedanke mich für die nette Begrüßung zum Newsletter.
    Bei mir wächst die Vogelmiere überall im Küchengarten. Ich hab nicht gewusst das diese Pflanze genießbar ist. Also hab in den vergangenen Jahren viel Zeit damit verbracht die auszureißen. In Zukunft werde ich sie nicht mehr auf den Kompost werfen sondern verspeisen. Bin auf den Geschmack sehr gespannt.
    Danke
    Kilian

  9. agaaga123

    So sehr ich auch mit der Idee sympathisiere, mir ein Stückchen „Natur“ auf den Teller zu zaubern anstatt industriell hergestelltes Gemüse… hoffe ich trotzdem, dass das Wildkräuter verspeisen nicht zum Volkssport wird. Gerade in intensiven Kulturlandschaften, wie wir sie in Ostösterreich haben, sollte man nicht auch noch die letzten Blütenreste – die die Basis für die Existenz der meisten Insekten bilden, die wiederum anderen Tieren als Nahrung dienen usw. – aus der Landschaft entfernen. Wenn das Mode wird, dass man bei Wochenendausflügen immer mit einem Sack Wildkräuter nach Hause kommt, und man bedenkt, dass sowas durchaus zum Trend werden kann, möchte ich mir nicht ausmalen, wie die Gegenden rund um Großstädte aussehen würden. Ein weiterer Aspekt ist, dass ja die wenigsten Pflanzen wirklich giftig sind, man also theoretisch fast alles essen kann. Möglicherweise kommen die Leute auf die Idee eine ganze Wiese abzugrasen, oder in Naturschutzgebieten nach besonders „leckeren“ Pflanzen zu suchen.
    Es mag zwar kleinlich erscheinen, hier herumzulamentieren wegen ein paar Blumen im Salat von wahrscheinlich eh wenigen Leuten, aber ich finde, wir sollten uns auch fragen, was passieren würde, wenn alle sowas machen.
    Nicht böse nehmen und schöne Frühlingsgrüße,
    Lorenz

    1. Michael HartlMichael

      Hallo lieber Lorenz,

      ich kann deine Denke nachvollziehen. Aber ich teile die Sorge nicht. Die meisten Wildpflanzen, wenn sie beerntet werden treiben dafür doppelt so viele Triebe aus und setzen z.B. neue Blüten an. Also vermehrt sich durch eine Entnahme innerhalb kürzester Zeit die Anzahl der Blüten.

      Weiter wird es nicht von heute auf morgen passieren, dass alle Wildkräuter sammeln. Das könnte ein Prozess sein. Und wenn das gemächlich sich in die Richtung entwickeln würde, dann würde sich vieles anpassen. Zum Beispiel bräuchten wir bei einer so gesunden Ernährung weniger andere Nahrungsmittel. Sprich: weniger Anbauflächen für Gemüse und Futtermittel. Das hieße zumindest in einer ökologisch klug handelnden Gesellschaft: mehr Wiesen, mehr Blühstreifen an den Feldrändern, mehr Hecken, mehr Totholz, etc. Also viel mehr Lebensraum für das, was wir Biodiversität nennen, als wir es uns heute in unseren monotonen Nutz-Landschaften vorstellen können.

      :)

      Wäre das nicht auch eine mögliche Richtung?

    2. Stadtpflanze

      Hallo Lorenz,

      ich kann deine Bedenken verstehen, obwohl ich sie nicht teile. Ich möchte dir ein Beispiel geben:

      Bei uns ist es bereits ein „Volkssport“, Holunder zu ernten. trotzdem ist der Holunder nicht klein zu kriegen, er sieht nicht einmal wirklich „gerupft“ aus und blüht üppig, jedes Jahr – obwohl die Holunderernte hier schon seit Jahrzehnten sich großer Beliebtheit erfreut und von allen Generationen praktiziert wird.

      Vielleicht stimmt dich das Beispiel etwas positiver. :)

      Würden wir in einer Welt ohne Menschen leben, gäbe es viel mehr Wildtiere, die die Pflanzen fressen würden – die Pflanzen sind also bereits daran angepasst, mehr zu produzieren, als sie zum Existieren und Fortpflanzen benötigen, da die „Überschüsse“ einkalkuliert sind. Michael hat ja schon mehr dazu geschrieben, dass eine „Ernte“ sich auch positiv auf das Wachstum der Pflanze auswirkt.

  10. Möhrchen

    Ich habe mir schon immer gedacht, dass etwas, das meinen Rennmäusen so gut schmeckt, für mich selbst auf dem Teller auch nicht so verkehrt sein kann :D Hab mich nur nie getraut, das auszuprobieren, aber das werd ich nun bald ändern! Vielen Dank für die Anregung!

  11. Julia

    Ja, ich mache auf jeden Fall einen Kaltauszug.
    Einen Warmauszug mache ich nur bei Wurzeln, Rinden und dergleichen.
    Wobei ich auch dabei das ganze vorher eine Zeit im Öl wirken lasse und dann mit einem Warmauszug „vollende“ :)

  12. Julia Binder

    Ich liebe die Vogelmiere auch sehr!
    Bei mir darf sie keinem grünen Smoothie fehlen.
    In meinem Garten hat sie sich unter den Rosen breit gemacht. Dort sieht er wunderschön aus und außerdem kann ich jedes Mal beim Vorbeigehen davon knabbern:)
    Für meine Kosmetik mach ich mit der Vogelmiere einen Ölauszug, um daraus Salben oder Cremen zu machen
    Denn die Vogelmiere hilft sehr gut bei kleinen Verletzungen oder juckenden Ausschlägen.

  13. Lily

    Hallo! :)

    Wildkräuter sind wirklich was Feines. Danke für den Buchtipp zu essbaren Wildpflanzen, das werde ich mir mal besorgen, auch wenn ich zum Sammeln außerhalb Kölns fahren muss, aber das ist es ja wert. ♥
    Und mit dem Fahrrad gut für die Fitness.
    Euer Blog ist wirklich toll und macht Laune, sich selbst auch einmal versorgen zu können, zumal alles ohne eklige Zutaten ist wie Sirup im Brot und Chemie in allem.
    Danke, dass ihr eure Erfahrungen mit uns teilt!

    Liebe Grüße aus Köln,
    Lily.

  14. Stefanie Miosga

    Hallo liebe Selbstversorger,

    erst vor kurzem habe ich angefangen, mich mit essbaren Wildpflanzen zu beschäftigen (zum großen Teil inspiriert durch euch) und war sehr erstaunt, dass auf unserem Stadt-Hinterhof, den nie jemand bewirtschaftet, ein Salat, eine Suppe und Tee geerntet werden können, alles für lau! Wir haben eine Verwandte der Vogelmiere auf dem Hof, den Wasserdarm, ist der eurer Erfahrung nach auch so lecker? Hab mich noch nicht getraut ;).

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