Von den grünen Leuten

Wildkräuter sind nicht nur zum Essen da

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
24. Mai 2016

Grüne Leute… so nennt man also die Wildpflanzen bei den Wildnismenschen! Sehr sympathisch.

Immer neue Wege

Beim letzten Nawisho Kurs war das Thema Wildpflanzen dran. Darauf hab ich mich riesig gefreut. Zwar habe ich mich mit Wildkräutern schon eine Zeit lang beschäftigt und kannte auch ausnahmslos alle Kräuter, die bei diesem Lehrgang Platz fanden, aber dennoch war mir klar: Da kommt ganz viel Neues. Und so war es auch…

Wildpflanzen als Genuss

Besonders genossen habe ich die kulinarischen Ergüsse des Wochenendes: Löwenzahn-Kartoffelsalat, Löwenzahnhonig, Brennesselteigtaschen, Wildkräutersuppe, Wildkräuterpesto (mhhhmm..) Brennnesselbrot und als krönendes Highlight: Spitzwegerich-Risotto!

Aber nicht nur die Genüsse waren Inhalt. Immerhin sind die grünen Teile einer Pflanze zwar lecker, aber Kalorien liefern sie leider kaum – womit ein Überleben im Notfall nicht so leicht gelingen dürfte… Also haben wir uns auf die Suche nach den energiereichen Pflanzenteilen gemacht… Theoretisch wie praktisch. Geben tut es in der Theorie ja vieles… Eicheln, Nüsse, Samen… aber was gibt es im Frühjahr? Wurzeln! Also ging es ans Grabstock schnitzen und… Graben! Löwenzahnwurzeln, Beinwellwurzeln (Achtung! Vor den unaussprechlichen Pyrrolizidinalalkaloiden wird gewarnt) und Wurzeln des Scharbockskrautes, die wir durch auslaugen und rösten erst essbar machen mussten (leicht giftig).

Die Löwenzahnwurzeln waren zwar leicht herb, aber gar nicht so schlecht! Ich bin ja nicht so der bitter-Fan. Aber es wird! :) Hat mir sogar richtig gut geschmeckt! Geröstet und gesalzen: Mjam!

Der Löwenzahnkaffee war – so wie jeder andere Kaffee auch – erwartungsgemäß nicht mein Fall, aber ich denke, dass er einigen Kaffeetrinkern richtig gut schmeckt!

Kennst du den Löwenzahn wirklich?

Eine der ersten Fragen lautete, ob wir die Pflanzen, die wir glauben zu kennen, auch wirklich kennen? Was bedeutet kennen?

Anhand einiger Übungen haben wir versucht es raus zu finden. Das Ergebnis: Ich weiß, dass ich nichts weiß :) Oder zumindest nur einen Bruchteil…

Ich habe mir absichtlich den Löwenzahn ausgesucht. Eine banale Wildpflanze möge man meinen. Kennt ja jeder! Und ich habe mich an diesem Wochenende neu in den Löwenzahn verliebt! So eine besondere Pflanze…

Blind zeichnen & 1000 Fragen

Eine Übung, die ich lieben gelernt habe: Blind zeichnen! Wir haben uns also Zettel und Stift geschnappt und uns zu unserer bevozugten Pflanze auf den Boden gelegt. Es war ganz schön herausfordernd, nicht auf das Papier zu gucken, sondern den Blick lediglich auf unsere Pflanze zu richten und: zu zeichnen! Wirklich spannend, was da raus gekommen ist… und schön anzusehen, wie ich finde!

Eine zweite Übung war: Setz dich eine Stunde zu einer Pflanze und fang an Fragen zu stellen… bis dir nichts mehr einfällt… Spätestens das war der Zeitpunkt, wo mir klar war, dass es einfach 1000 ungeklärte Fragen gibt!

Ein Blatt Papier mit Fragen rund um den Löwenzahn

Fragen über Fragen

Spannend war für mich, dass wir an den vier Tagen ca. zur Hälfte, viele dieser Übungen gemacht haben. „Naturverbindung“ hieß es… „Was ist das eigentlich?“, „Wozu machen wir den Hippie Scheiß überhaupt?“ Diese Frage hat uns die letzten zwei Tage vom Kurs dann durchgehend beschäftigt. Und wird es wohl noch etwas länger…

Was bedeutet Naturverbindung für dich?

Gute Frage, oder? Hast du das schon mal gespürt? Ich glaube ich habe es ansatzweise gefühlt. Aber was es wirklich bedeutet? Dann habe ich noch festgestellt, dass ich das kürzere Wort „Verbindung“ sogar noch bevorzuge. Fühlst du dich verbunden? Oder um den Hippie Jargon zu pflegen: Connected?

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7 Gedanken über “Von den grünen Leuten

  1. Cetin

    Hallo, danke für diesen eigentlich auch gesundheitlich wertvollen Artikeln. Wildkräuter, aus Wald und Wiesen, sind wichtig. Die Natur, der Wald und die See hat so viele schöne Pflanzen zu bieten, die Nahrhaft sind. Ein guter Artikel, hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich hoffe sehr, dass ich weiter solche tollen Artikel auf dieser Seite finde.

  2. markus

    Storl sagt auch, setze dich zu der wildpflanze hin, rede mit ihr, fühle sie, beschaue sie für längere zeit, erst dann wirst du verbunden mit ihr, kannst sie verstehen, erkennen etc.
    Ich habe das noch nie gemacht, werde aber bald mal, und gut mögliich, dass es auch der Löwenzahn sein wird.
    Ich liebe Wildkräuter, aber ich nerve mich immer wieder, wenn ich draussen bin und so viele noch nicht kenne, oder eine meine zu kennen und dann merke, dass es nur eine ähnliche ist.

    Ahhh wieso lernt man solche guten Dinge nicht in der Schule? Wie nicht an der Uni, wieso überhaupt nicht? Tja ich weiss schon wieso, aber es ist einfach nur tragisch.
    Aber je mehr sich dem widmen, umso eher gibt es auch hier einen Umschwung.

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      Lustig, jetzt erinnerst du mich. Als ich das vor einigen Jahren bei Storl gelesen habe, konnte ich Null damit anfangen :) Wobei mir Reden vielleicht noch immer komisch vorkommen würde :D Aber es gibt ja viele Wege zum Glück :)

  3. Alex

    Wundervoller Beitrag aus der Natur.

    Es ist sagenhaft, was Mutter Erde so alles für uns bereit hält. Mit dem Wissen wie man es verarbeitet deckt sich solch große Vielfalt auf.

    Das Malen mit verbundenen Augen muss toll sein. Super inspirierend.

    Liebe Grüße aus dem Norden Thailands

    Alex

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      Probiers einfach aus! (allerdings war es nicht mit verbundenen Augen, weil du ja die Pflanze anschauen und malen sollst. Man soll nur nicht auf das Papier gucken während dem Malen :D)

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