Wie weit geht Gewaltfreiheit?

Michael Hartl
Von Michael Hartl
2. Oktober 2013

Obwohl ich erst heute wieder in einem Kommentar gebeten wurde, dass wir bitte ausschließlich ein nettes Selbstversorger*innen-Leben vorleben sollen – also als Vorlage zum Träumen dienen sollen – werden wir natürlich auch zukünftig unsere Meinung zu allem sagen, was um uns herum geschieht. Und da wir ganz definitiv keine Aussteiger*innen sind, sondern aktiver und engagierter Teil dieser Gesellschaft, werden wir uns auch weiterhin zu gesellschaftlichen Themen äußern.

Zum Beispiel zu bestimmten Anlässen wie die allseits bekannten „Welttage“. So einer ist heute auch, nämlich Weltnutztiertag. Dieser wurde erstmals 1983 ausgerufen, um auf die Tiere aufmerksam zu machen, die nicht ihrer selbst willen gezüchtet und gehalten werden, sondern wegen ihrem Nutzen für den Menschen. Der zweite Oktober ist als Tag sicher nicht ohne Grund gewählt worden, ist dies doch seit 2007 der von der UNO proklamierte „Internationale Tag der Gewaltlosigkeit“. Dieser wurde von den Vereinten Nationen unter anderem in respektvoller Anerkennung des Weges von Mahatma Gandhi zu dessen Geburtstag ausgerufen. Mahatma Gandhi wurde am 2. Oktober 1869 geboren. Seine Gewaltfreiheit ging so weit, dass er für sich und seine Bedürfnisse kein Tier umbrachte oder töten lies. Aber wessen Gewaltfreiheit geht schon so weit?

Foto eines Mastschweins mit traurigem Blick in einer Mastanlage

Nutztiere – nahezu entrechtete Wesen in unserer Gesellschaft

Da bei vielen an Selbstversorgung interessierten Menschen die Nutzung von Tieren als etwas völlig normales gilt, ist dieser Tag für mich Anlass ein paar Worte dazu zu schreiben.

Die Nutztiere dieser Gesellschaft

Woher kommt es wohl, dass es einen eigenen Tag gibt, um an die Nutztiere dieser Welt zu erinnern? Vielleicht daher, dass deren Schicksal sehr gerne übersehen wird. Oder besser: verdrängt wird. Denn die Nutztiere leben mitten unter uns. Der absolute Großteil gut weg gesperrt in Hallen, wo man sie nicht sieht. In manchen Gegenden leben mehr Schweine als Menschen – aber auch dort begegnet fast kein Mensch jemals einem Schwein. Das Schwein und das Rind sind die zwei (wirtschaftlich) wichtigsten Nutztiere, gefolgt von der Biene.

Zwei Schweine habe ich vor einigen Jahren aus ihrer Anonymität geholt und sie ihr Leben lang begleitet. Eines von der Geburt bis zur Schlachtung – das andere von der Geburt bis zum friedlichen Leben auf einem Gnadenhof. Schaut euch gerne die Unterschiede an und fühlt mal in euch rein, was gewaltloser wirkt – sowohl was die Haltung angeht, als auch töten bzw. nicht-töten.

Und so wie wir als Gesellschaft die ersten beiden nur zu unserem Nutzen halten und ihnen daher nur zugestehen, was sie zum Wachsen brauchen, achten wir auch bei der Biene nicht auf ihre Bedürfnisse. So bekommt das Schwein keine Möglichkeit zum wühlen, das Rind keine Möglichkeit ihr reiches Sozialleben auszuleben und Bienen bekommen weder das ganze Jahr über genug Blüten, noch lassen wir ihnen genug Honig, mit dem sie ihr Immunsystem fit machen könnten. Nein, wir spritzen unsere Felder sogar noch mit so viel Pestiziden, dass die Bienen massiv geschwächt und teils getötet werden.

Nutztiere in der Selbstversorgung

Viele Selbstversorgungsinteressierte die ich kenne, sagen mir bei Gesprächen zu diesem Thema stets, dass sie sich ein Leben ohne die Tiere nicht vorstellen können. Und hier gibt es ja auch interessante Ideen:

  • Schweine, die im Herbst die Anbauflächen umgraben
  • Hühner, die unter den Obstbäumen neben anderem Futter auch potentielle Schadinsekten aufpicken
  • Laufenten für die Nacktschnecken

Und wenn das als Symbiose angedacht und durchgeführt wird, finde ich das ja auch eine tolle Idee: Die Laufenten bekommen einen tollen, Fuchs-sicheren Wohnort, einen Badeteich, etc. und dafür halten sie den Garten des Gastgebers frei von Schnecken. Das klingt sogar für mich sehr gut. In der Realität werden die meisten Laufenten aber am Ende des Jahres geschlachtet. Was ist das für ein freundschaftlicher Umgang? Viele bekommen zuerst Namen – und später dann die Kehle aufgeschnitten. Fühlt sich arg für mich an.

Auch waren wir schon bei Permakultur Praktizierenden, die Nutztiere halten, und diese Haltungen dort unterscheiden sich manchmal nicht viel von dem, was ich aus ganz üblichen Tierhaltungen so kenne: Stallungen oder Umzäunungen ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Tiere.

Foto von Schweinen auf einer sehr großen Weide

So schaut eine artgerechte Lebenssituation für Schweine aus – aber das hab ich bisher nur einmal in meinem Leben gesehen!

Ich würde also das Zusammenleben mit Tieren nicht generell ausschließen, aber die Tötung oder das Einsperren auf viel zu engem Raum ohne die Möglichkeit die eigenen Bedürfnisse auszuleben sind für mich absolut inakzeptabel. Weil ich glaube, dass wir alle eine möglichst hohe Gewaltfreiheit anstreben sollten. Und das Beenden eines Lebens eines fühlenden, selbstbestimmten Tieres ist für mich einer der ultimativen Gewaltakte.

Landwirtschaft ohne Tierhaltung

Woraufhin oft das Argument kommt, dass aber Landwirtschaft ohne Tierhaltung nicht nachhaltig funktioniert. Viele Betriebe arbeiten aber schon seit Jahrzehnten ohne Nutztiere und deren Ausscheidungen. Die Frage ist sogar, ob Fäulnisprodukte wie Mist, Gülle und Jauche tatsächlich gut sind für die Böden. Da gibt es in der Wissenschaft sehr unterschiedliche Sichtweisen dazu, die eher von den bevorzugten Landwirtschaftsweisen der Verfasser abhängt, als von langen Testreihen. Denn Vergleichstest, wo tierische Düngung, mineralische Düngung und eine Bewirtschaftung mit Pflanzenextrakten, Mulch und hohem Gründüngeranteil verglichen wurden, sind zumindest mir nicht bekannt. Oder hat da wer Material oder Links dazu?

Wer sich mit Landwirtschaft ohne Tierhaltung auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich meinen letztjährigen Artikel „Weltnutztiertag“ auf biovegan.org.

Und da der Wunsch nach Nutztierhaltung oft mit dem Wunsch nach tierischen Produkten zusammenhängt, möchte ich noch kurz auf eine aktuell laufende Informationsseite hinweisen, die ich mit umgesetzt habe. Und die meinen persönlichen Umgang damit wiederspiegelt, was andere essen: Es ist Deine Entscheidung!

Bitte teile diesen Artikel, wenn er Dir gefallen hat!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

35 Gedanken über “Wie weit geht Gewaltfreiheit?

  1. Gabi

    Schon bei der Stelle, als die Ferkelchen kastriert wurden (also nach zwei Minuten, die der Film lief), musste ich schlucken. Und kurz darauf, als der „Kastenstand“, der die Ferkel von der Mutter fern hält, gezeigt wurde, kamen mir die Tränen. Ich sah automatisch mein Baby an, was gerade friedlich auf meinem Bauch schläft. Nun habe ich das Video erstmal gestoppt und frage mich, warum ich mich nicht vegetarisch ernähre.

  2. Dani

    Ich weiß wieder, wieso ich mal zwei Jahre (fast) vegan gelebt habe…
    Oh man, ich wünschte mein Freund wäre ein bisschen einsichtiger, dass ich bzw. wir das nochmal schaffen würden.. Muss ja auch nicht vegan sein. Am Anfang würde wohl schon vegetarisch reichen… Aber er ist mit seinen 35 einfach in Ernährungsfragen total verfahren :(

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Mit 35 in Ernährungsfragen „verfahren“??? Ich kenne so viele Leute die mit 40, 50 oder sogar 60 den Schritt gemacht haben – ich glaube „Alter“, „Geschmack“, „Gewohnheit“, etc. sind alles Ausreden. Klar erschweren bestimmte Umstände einen Schritt – aber wer den machen will,, kann ihn nahezu immer machen.

      Geh die Schritte alleine, die Du gehen möchtest. Ihr seid ja beide frei und fröhlich, oder? :)

  3. Martin

    Hallo, vielen Dank – anregend, vielseitig. Erstmal danke, das hier sehr verschiedene Meinungen geäussert und akzeptiert werden – aber doch auch alle aus dem Umfeld des Versuches eines gelungen Lebens. Ein paar Anregungen aus meiner Sicht:
    – es hat in der menschlichen Kulturgeschichte immer eine (Ernährungssymbiose)Symbiose mit Natur und Tier gegeben. Daran wird auch die heutige Entfremdung von den eigenen Wurzeln nichts ändern
    – unser Organismus ist, wie beim Schwein oder Affen, seit Millionen Jahren auf Mischernährung ausgelegt
    – alle Haustierrassen gibt es nur weil wir sie essen – oder zumindest ihre Gaben verwerten. Kompletter Verzicht darauf heisst Artensterben (wie es ja auch bereits für „alte“ Rassen geschieht) und u.U. Veränderungen von Kulturlandschaften.
    – sind Hund und Katze „Nutztiere“? Womit werden sie ernährt? Sollten wir besser auf sie verzichten, da ein Artgerechter Umgang selten möglich ist?
    – was mache ich mit Insekten- Mäuse- Rattenplagen, Wespen im Haus usw.
    – und was ist mit Fischen, die meines Wissens nach kein dem Säugetier ähnliches Schmerzempfinden haben

    Also, es ist einfach so, ich bin selber 99% Vegetarier, lebe auf dem Land mit Gemüsegarten … und finde einfach nicht die 100%-Lebens-und-Erklärenstheorie für alles … und das ist gut so, weil es immer weitergeht und sich alle Ansichten auch ändern dürfen :-))) Viele Grüße, Martin

  4. Erdmut

    Liebe Michael! Danke für deine Anregungen! Für mich ist die Nutztierhaltung eine meiner zentralsten Fragen, zuder ich bis jetzt keinen eigenen Standpunkt habe. „Viele Betriebe arbeiten aber schon seit Jahrzehnten ohne Nutztiere und deren Ausscheidungen“ – schreibst du. Magst du mir bitte einfach ein paar nennen, die du kennst? Nicht weil ich dir nicht glaube, dass es sie gibt, sondern, weil ich vielmehr schon seit ein paar Jahren der Frage nachgehe, inwieweit Samen unserer Kulturpflanzen auf die Dauer auch Ihre Qualität und Keimkraft bewahren können, ganz ohne Tierische Dünger.
    Dann schreibst du von Fäulnis: Was verstehst du unter Fäulnis? Wenn man kompostierungs – und Verdauungsprozesse (die ja erstaunliche Parallelen aufweisen) genauer anschaut, gibt es für mich zwei Richtungen. Das eine ist wenn etwas einfach furchtbar stinkt, glitschig wird, am ende des Prozesses keine einigermaßen Einheitliche Masse rauskommt, dann ist das für mich Fäulnis, ein Prozess der eine Richtung eingeschlagen hatt, die nicht sein sollte und nicht sein muss. Die andere Richtung währen für mich die biologischen Prozesse, die im Bauch oder Komposthaufen, oder auch gut zu beobachten an einem Waldboden – auftreten, wenn die Verhältnisse stimmen, der PH Wert stimmt… Wenn du einen Kompost rundherum abschließt, dann fängt er an zu stinken und zu faulen, wenn du ihn aber seinen natürlichen Bedingungen aussetzt, und vorallem genügend Luft hinzukann, entsteht ein schöner krümeliger Kompost, der nicht stinkt. Und da ist es egal, ob mit planzlichem oder tierischem Organischem Material. Nur dass es beim tierischen noch sehr viel schwieriger ist, diesen Prozess gut zu lenken, weil das hier schon bei der Fütterung der Tiere anfängt. Füttert man die Tiere niht artgerecht, was heute zu wahrscheinlich über 90 % leider der fall ist, dann kommt auch deren Verdauung nicht gut zurecht und nachher der kompostierungsprozess wird auch nicht gut laufen können.
    Und ist es Wesensgerecht ein Tier zu kastrieren? Ist das nicht dann lebenslanges Tierquälen und damit schlachten die harmlosere Variante? Die Tiere können ja nicht wie wir aus freime Willen heraus sagen, ob sie jetzt Nachkommen wollen oder nicht. Es ist ein Trieb, es liegt in ihrer Natur nachkommen in die Welt zu setzen. Wahrscheinlich einer ihrer wesentlichsten Aufgeben in ihrem Leben… Stell dir vor, es hindert dich jemand daran, den dir wichtigsten Dingen im Leben nachzugehen….
    Das sind nur so ein paar Gedanken, die mir beim lesen gekommen sind…

  5. Karin Mast

    Lieber Michael,

    zunächst herzlichen Dank für den sensiblen Umgang mit dem Thema unserer sogenannten Nutztiere. – Zu der Frage Landwirtschaft mit oder ohne diese verweise ich auf die Tierärztin Dr. Anita Idel, die sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Verarmung unserer Böden weltweit beschäftigt – somit auch der Frage der Tierhaltung nachgeht siehe http://www.anita-idel.de/index.htm.
    Ich persönlich schließe mich der Grundhaltung wie von Martin und anderen hier beschrieben an, will aber durchaus mehr vegan essen, nachdem ich erfahren habe, dass es auch in manchen ökologischen Betrieben mit der Tierhaltung nicht gerade optimal läuft.
    Deshalb begrüße ich die Bewegung der solidarischen Landwirtschaft, wo die Konsumenten in Kooperation mit den Bauern deren Existenz sichern, so dass ihre Wirtschaftsweise den Bedürfnissen von Mensch und Tier gerecht werden kann.
    Herzliche Grüße Karin

  6. Bettina

    Soviel Platz wie die Schweine hier auf dem Bild haben unsere nicht – es sind nur 2 haben einen ausreichend großen Stall mit anschließendem Freilauf wo sie sich nach Lust und Laune im Dreck wälzen können.

    Die Hühner picken unter den Obstbäumen alles weg, selbst die kleinsten Grashalme, also mähen wir auch für SIE etwas ab, damit sie noch was Grünes haben.

    Die Ziegen (3 Stück) sind auf einer Weide (auch nicht übermäßig groß, aber es würden mehr Ziegen daraufpassen. Sie haben genug Grünzeug zu fressen (im Winter kommen sie dann – nach den Schweinen wieder in den Stall.

    lg bettina

  7. moritz

    als hobbyimker kann ich eure haltung zur imkerei nicht ganz nachvolziehen.
    in deutschland, bestimt auch in österreich, werden 80% von obst und gemüse durch die honigbiene befruchtet. der ökonomische wert der bestäubung wird etwa auf das 15fache geschätzt, was der imker durch wachs und honig erwirtschaften kann. also bei 20kg ernte, 200€ honig, bestäubung im wert von 3000€. ich verlange niemals dass das jemand bezahlt.. auch nicht, dass man das so überhaupt richtig beziffern kann.. aber wenn jemand vorrangig von obst und gemüse lebt, sollte man doch die arbeit der imker anerkennen.
    es geht ja nciht nur um obst und gemüse. auch viele wilde tiere leben von beeren und früchten die es ohne die arbeit der imker nicht in der fülle geben würde.
    das alles könen wildbienen NIEMALS ausgleichen.
    einach hin zu gehen und bienenkästen hin stellen, wie ich das in einem anderen artikel von euch gelesen habe ist reine träumerei. Bienen die nicht gegen die varroamilbe behandelt werden, schaffen es mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit nicht über den winter. auch wenn sich, wie dieses jahr der winter noch einige wochen herauszögert muss jemand da sein, der die bienen füttert damit sie bei zu langem winter nicht verhungern.
    was die menschen über die jahre kaputt gemacht haben mit monokultur, spritzmitteln (ich spüre es an den bienenstichen ob wieder gespritzt wurde) oder das einschleppen von schädlingen und krankheiten müssen die imker ausbaden und viel arbeit investieren.
    ein hobbyimker mit bis zu zwanzig völkern wird auch nicht reich davon. selbst bei erträgen von 20kg honig pro volk reicht das gerade so um die kosten zu decken…

    wenn man dann nichtmal honig ernten darf um wenigstens die kosten zu decken… wieso sollte man dann bienen halten?

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo Moritz – wie kommst Du auf die Idee, dass wir gegen Imkerei an sich sind? Wir sind gegen bestimmte Formen der Imkerei, die zum Schaden der Bienen sind (z.B. Entnahme des gesamten Honigs und dafür Zuckerwasser für den Winter, Zusammenwürfeln von Völkern, etc.).

      Und natürlich, es sollten im gleichen Ausmaß wie die Honigbienen wieder mehr gefördert werden sollten und gezielt unterstützt gehören, ist es auch mit den Wildbienen, Hummeln und anderen Insekten. Das auf jeden Fall.

      1. moritz

        die meisten imker sind ja schon sehr umweltbewusst.
        an kaum einem bienenstand sind keine „insektenhotels“ für wildbienen und hummeln zu finden.
        kein imker schneidet gerne drohnenbrut aus… es ist aber nötig um die bienen im herbst mit weniger säure zu behandeln. ist immer ein für und wieder. man sollte auch nicht jede biene einzln sondern das volk als ganzes sehen.
        und zuckerwasser ist nicht so schlimm wie sein ruf. z.b. bei waldhonig MUSS der gesamte honig unbedingt entnommen werden da die bienen vom wandhonig furchtbaren durchfall bekommen. auch gibt es eine läuseart an nadelbäumen die den honig so gart werden lässt, dass bienen ihn nicht fressen können und verhungern würden. stichwort zementhonig.
        gerade bienen in gebieten mit hohem läusebefall der bäume vertragen ihren eigenen wintervorrat nicht sonderlich gut. das kann von jahr zu jahr verschieden sein… dieses jahr beispielsweise gab es keinen frühjahrsblutenhonig und die bienen haben sich auf läusekot => honigtau gestürzt.
        da muss zucker gefüttert werden.
        auch ist honig für den menschen nur halb so gesund, wie imker einem das immer einreden.. also auch für die biene.
        ihre vitamine etc holen sich die bienen aus dem pollen.
        das bieneninstitut in hohenheim hat da umfassende studien zu gemacht was die verträglichkeit von verschiedenem bienenfutter und verschiedenen honigen als wintervorrar angeht.

        das zusammenwürfeln von bienen in der industriellen massenbienenhaltung betrachte ich auch sehr kritisch. ebenso wie alle arten von sortenhonigen.
        in der hobbyimkerei kann ab und an das zusammenführen von völkern aber auch bienen retten, wenn die völker alleine zu schwach sind den winter zu überleben.

        industrielle imkerei ist nochmal was ganz anderes… damit komme ich auch nciht so richtig klar, sehe aber die notwendigkeit allein schon um die massen an obst oder nüssen produzieren zu können. mandelplantagen sind da ja das paradebeispiel…

        grüße!

    2. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Ich kann Dein Kommentar nicht ganz nachvollziehen. Wir haben schon mehrfach geschrieben, dass wir uns das Imkern vorstellen können, wegen seinem Bestäubungswert. Dass wir zeitgleich mindestens im selben Ausmaß Wildinsekten fördern wollen, gebieten die Fakten, die uns wissenschaftliche Studien liefern. :)

  8. sissi

    lieber michael und lisa!

    gedanken machen ist gut – bitte hört ja nicht auf damit! eure seite ist sehr bereichernd und interessant, es ist ja erlaubt, sich auch darüber seine eigenen gedanken zu machen und gegebenenfalls auf ein anderes ergebnis zu kommen. ich freu mich jedenfalls und find euch super.

    lg sissi

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Seh ich auch so, Sissi! Sind ja nur unsere Gedanken – unsere Anregungen. Wenn andere Menschen zu anderen Schlussfolgerungen kommen, ist das ja völlig ok. :) Und viele Kommentare, die wir hier so bekommen, sind ja auch sehr bereichernd, eben wegen ihrer anderen Ansichten und Überlegungen!

  9. Martin Müller-Lindenlauf

    Das Gespräch über vegan vs. Nutztierhaltung ist schnell mit einem Bein im Glaubenskrieg, – ich selbst kann mich durchaus ereifern, wenn ich mal wieder das Gefühl habe, dass mir – einem Nutztier-haltenden demeter-Bauern – Veganismus als moralisch-ethisch-ökologisch höherwertige Lebensform verkauft werden soll (und nein, hier ging es mir nicht so, Deiner achtsamen Wortwahl, Michael, sei Dank).
    Die entscheidende Grenze ist für mich der Respekt vor dem Leben, das ich nehme, um (mich) zu ernähren. Ob ich respektvoll, verbunden und mit offenem Herzen mit den Wesen umgehe, die anbaue / halte, und ernte / töte: das macht für mich den entscheidenden Unterschied.
    Vegan ist – meine Meinung! – weder moralisch noch ökologisch automatisch „besser“. Auf eine verbundene, offenherzige und respektvolle Weise bewusster Teil des stofflichen Kreislaufs zu sein ist es aber wohl. Das ist, woran ich arbeiten, wofür ich werben, und wofür ich, wo nötig, auch gemeinsam kämpfen will.

  10. Friederike

    Naja…. ich esse durchaus Fleisch…. aber die Hühner, die ich esse, leben glücklich bis zum letzten Tag im Nachbardorf (meine eigenen schachten? … nee, das bringe ich dann wieder nicht übers Herz, – Doppelmoral). Und das (seltene) Schweineschnitzel kommt von Freund KarlHeinz, bei dem leben die Schweine so wie auf dem Bild oben (nur ohne die Berge im Hintergrund). Scheint aber tatsächlich sehr ungewöhnlich zu sein, eine solche Haltung. Tja, aber was würde ich machen, wenn ich in der Stadt leben würde, ohne solche Bezugsquellen??. Ich würde vermutlich wirklich (wieder) Vegetarierin werden. Alles nicht so einfach.

  11. Kathrin

    Hallo Michael

    Ich bin auch noch nicht durch mit dem Thema – ich werde nächstes Jahr die Ausbildung zur biodynamischen Landwirtin beginnen – und kann danach dann vielleicht mehr Wahres zum Thema sagen.

    Hier vorerst mal ein Link mit einem sehr interessanten Vortrag von Dr. Wilfried Hartl, Bioforscher in Österreich:
    http://www.utopia.de/blog/fair-flechten/humusaufbau-und-naehrstoffversorgung-im-nutztierlosen-bio

    Ich bin (im Moment noch) der Meinung dass Tierhaltung (à la Sepp Holzer) okay ist, wenn sich der Mensch einschränkt, Gemüse- und Obstanbau ins Zentrum stellt, ein einfach Leben führt, Ressourcen schont und möglichst im Einklang mit der Natur lebt. Vielleicht ändert sich das noch, vielleicht nicht. Zurzeit bin ich (als Vegetarierin!) noch nicht völlig überzeugt, dass es genügend Nahrungsmittel für alle geben kann, ohne Tierhaltung in der Landwirtschaft. Aber ich arbeite daran und sammle Argumente! :-)

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Danke Dir. Da Tiere für ihre eigenen Lebensprozesse Energie verbrauchen, die danach nicht in den „Endprodukten“ steckt, klingt das für mich schon sehr nach einem Minusgeschäft. Bei manchen Tieren geht auf diesem Weg sogar der absolute Großteil des Energieinputs verloren. Und wenn ich mir ansehe, welch riesigen Flächen für die Futtermittelproduktion gebraucht werden, sehe ich, was für einen tollen, nachhaltigen, biodiversen Gemüse-, Getreide- und Obst-/Nussanbau wir auf diesen Flächen machen könnten – mit kleinen verwildernden Flecken dazwischen – und mit der gleichen Fläche einfach viel mehr Menschen ernähren würden. Wird von genügend wissenschaftlichen Zahlen belegt, die ich im Moment nicht raussuchen möchte…. Beim VEBU wirds die geben – oder bei der Albert-Schweitzer-Stiftung…

      Schau Dir auch gerne mal biovegan.org an! :)

      Den Vortrag vom Dr. Hartl von der BOKU kenne ich bereits. Danke trotzdem für den Tipp!

      1. Thomas

        Da wir Menschen bestimmte Pflanzen gar nicht verdauen können, könnte es durchaus sinnvoll sein auf Flächen, wo z.B. nur Gras wachsen kann, Tiere zu halten. Das war sicher auch mal eine gute Idee. Heute werden ja auch viele Flächen genutzt um Tierfutter zu produzieren, wo wir Dinge anbauen könnten, die wir Menschen gleich verwerten können. Es gibt ja Gegenden auf der Welt, wo kaum für Menschen verwertbare Pflanzen wachsen können und wo Menschen dann Tiere essen, um sich ernähren zu können. Die Inuits, in ihrer traditionellen Lebensweise und die meisten der Mongolen, hätten wohl kaum von Pflanzen sich ernähren können, um zu überleben. Das heißt für mich aber nicht, dass ich Fleisch brauche, jetzt hier in Deutschland.

        1. Silke

          „Da wir Menschen bestimmte Pflanzen gar nicht verdauen können, könnte es durchaus sinnvoll sein auf Flächen, wo z.B. nur Gras wachsen kann, Tiere zu halten. Das war sicher auch mal eine gute Idee.“
          Bedenke, dass häufig Wald für Weideflächen gerodet wurde und wird oder Moore trockengelegt wurden, um Weideland zu schaffen – das war nicht unbedingt eine gute Idee. Heute noch dürfen in den Alpen bestimmte Waldtypen zu Wiesen umgebrochen werden, um für die begehrte Alpenmilch Platz zu schaffen – ein Poblem für den Wald.
          Wie Grasland auch ohne Nutztiere für menschliche und andere Interessen genutzt werden kann findest du in einer Gegenüberstellung zur Bewirtschaftung mit Nutztierhaltung unter:
          > http://www.biovegan.org/infopool/was-passiert-dann-mit-den-wiesen-und-weiden/
          Im Übrigen stehen seltenst Tiere auf den „Weiden“, das meiste Grünland wird mehrfach gemäht und zu Heu oder Silage verarbeitet und im Stall verfüttert. Intensivgrünland wird zudem begüllt.

    2. Erdmut

      Hallo Katrin,
      Machst du in Österreich die Ausbildung zur bd. Landwirtin? Ist die schon soweit? ich dachte bisher, das dauert noch…
      Der landwirtschaftliche Kurs stellt ganz eindeutig klar, dass man nicht mehr Ertrag hat auf die Dauer, wenn man mehr Flächen bewirtschaftet, sondern wenn man allen Lebewesen auch Ihren Lebensraum gibt und somit die Kreisläufe der Natur in einem Gleichgewicht sich halten können. Eine Pflanze braucht zum wachsen soo viele Helfer (neben dem Menschen) – und diese müsse alle irgendwo wohnen…
      Was der Kurs allerdings auch einigermaßen deutlich aussagt, ist, dass es nicht ohne die Kuh als Nutztier gehen würde…
      Ich schreibe „würde“ weil ich trotz bd Ausbildung – damit nach wie vor meine allergrößten Schwierigkeiten habe und diesen Punkt sehr in Frage stelle.
      Aber vielleicht ist auch das – wie so oft – eine Frage der Intensität, der Mengenverhältnisse.

      1. Kathrin

        Hallo zusammen

        Nein, ich mache die Ausbildung in der Schweiz, wo es sie seit langem gibt – dieses Jahr wurde sie jedoch neu aufgegleist!
        Tierhaltung ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Überlegungen zu Ethik, Umweltzerstörung, Nahrungssicherheit, Gesundheit und vielem anderem sollten unbedingt miteinfliessen.
        Ich bin der Meinung, dass Tiere so eingesetzt werden sollen, dass ein Kreislauf entsteht, niemals so, dass zusätzliche Energie zugeführt werden muss, die direkt in unsere Nahrung einfliessen soll. (Also keine Futtermittelproduktion, keine Massentierhaltung). Auf dem grössten Biobetrieb der Schweiz (150 Hektare) leben gerade mal 60 Kühe – man geht von einem Schlüssel von 0,7 Grossvieheinheiten pro Hektare aus (es werden auch noch andere Tiere gehalten). Nicht überall können gleich erfolgreich Ackerfrüchte, Gemüse und Obst angebaut werden – dafür wächst vielleicht Gras hervorragend. Es sollten insgesamt wieder mehr Flächen mit mehrjährigen Gräsern bewachsen werden. Heute wird in Europa immer mehr Land umgepflügt und so Kohlenstoff freigesetzt. (Buchempfehlung: Die Kuh ist kein Klimakiller) Da wir Gras nicht direkt essen können, könnte es kompostiert oder von der Kuh zu Dünger, Milch und Fleisch verarbeitet werden. Mit Molkereiabfällen können zudem Schweine gemästet werden, die wiederum auch Fallobst verwerten und so Hochstammbäume rein von Krankheitserregern halten, die den Baum rückinfiszieren könnten. Schweine können zudem den Boden umpflügen und düngen und dabei Schnecken vertilgen – im nächsten Jahr, wird dort dann wiederum angebaut. Diese Kreisläufe interessieren mich – vielleicht werde ich aber auch bei der bioveganen Landwirtschaft landen, wenn sich herausstellt, dass das wunderbar klappt und die Ressourcen am besten ausnutzt. (Wobei ich sagen muss: Nicht überall auf der Welt wird es wohl dieselbe Landwirtschaft brauchen.)
        Ich habe Sozialarbeit studiert und interessiere mich für gemeinschaftliche Projekte und Gesellschaftsstrukturen. Meiner Meinung nach brauchen wir wieder mehr Subsistenzwirtschaft, kleinräumige Projekte – die Leute sollen wieder Bezug zur Wirtschaft, Landwirtschaft etc. bekommen: Sich beispielsweise ihr Gemüse selbst anbauen oder die Schweine, die sie essen wollen vor Ort mitaufziehen. Wie gesagt, ich versuche Zusammenhänge herzustellen – und nichts zu einfach zu sehen.

  12. Christian Joks

    Gandhis Ahimsa hat starke Wurzeln in seinem indischen Hintergrund. U.a. in der Überzeugung, dass Tiere in den Zyklus der Wiedergeburt einbezogen sind – Pflanzen aber nicht. Einer der stärksten Texte von ihm zum Thema legt die Grundlagen des Hinduismus dar. Und im Zentrum steht für ihn die Schonung der Kuh. Der Artikel ist in vielerlei Hinsicht sehr interessant. So ähnliche Argumente kommen auch heute noch öfters. Mich überzeugen sie nicht. Das Bewusstsein und Leidensfähigkeit einen Unterschied machen sollen, wo es um das Recht zu leben geht, sehe ich nicht ein. Da finde ich die Überlegungen Albert Schweitzers folgerichtiger. Leben „will“ auch die Pflanze, „will“ alles Leben. Ich kann ein Tier, eine Pflanze nicht ohne Achtung für mein Leben nutzen. Hier ist meiner Meinung nach ein wesentliches Vor-Urteil auch bei deinen Überlegungen gegeben. Nutzung bedeutet nicht in jedem Fall, mein Gegenüber zu verdinglichen, zu vernutzen. Ich muss meinem Essen Respekt erweisen. Und Symbiose muss nicht bedeuten, dass alle am Leben bleiben – nur dass sie beide Nutzen aus Zusammenarbeit ziehen. Die Lebensbedingungen – da gebe ich dir Recht – müssen stimmen. Ich sehe z.B. bei Pemakultur den „Chicken-Tractor“ ebenso kritisch wie die Idee, Hühnerstall und Gewächshaus zu kombinieren. Dass zu Tieren Grenzelosigkeit gehört, halte ich aber ebenso für falsch. Halter, die ihre Tiere „einfach so“ leben lassen, können auch einfach ziemlich verantwortungslos sein.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Danke Dir für den sehr interessanten Beitrag, Christian!

      Ich denke wie du, dass wir auch der Pflanze gegenüber respektvoll sein sollten – im (herausgelesenen) Gegensatz zu dir bin ich aber der Überzeugung, dass mir das Tier deutlich ähnlicher ist (da ich ja selbst eines bin) und ich mir hier sicherer sein kann, dass es wie ich leidet und Schmerzen erfährt.

      Aber verstehe Deine Idee gut und finde die hier geäußerte Meinung von Dir sehr schön.

    2. Thomas

      Ich habe gelesen, dass die nordamerikanischen Prärieindianer, die Büffel gejagt haben, ein sehr heiliges Verhältnis zu ihnen hatten. Sie haben den Büffel verehrt und geachtet. Es gab vor und nach der Jagd Rituale, wo sie sich beim Büffel entschuldigt und bedankt haben. Das ist eine ganz andere Kultur als die industrielle Massentierhaltung, die völlig entseelt abläuft. Obwohl ich mich gerade auf dem Weg zum Veganer befinde, habe ich keine Probleme, wenn Menschen weiter Tiere nutzen und essen, wenn die Tiere so gut wie möglich gehalten und behandelt werden. Ich glaube, dass Demeter da eine gute Form ist, da sie auch über Rituale verfügen. Aber wahrscheinlich benötigen wir heute kein Fleisch und keine Milchprodukte mehr, um uns gut zu ernähren.

  13. Vera Pelke

    Hallo Lisa und Micheal,
    ich finde es sehr gut, dass ihr euch Gedanken darüber macht, ob ihr Tiere halten solltet oder lieber nicht und sie euch nicht einfach unüberlegt anschafft.
    Zur Entscheidungsfindung kann ich das Buch von Jonathan Safran Foer, TIERE ESSEN, sehr empfehlen.
    Nach dem ich dieses Buch gelesen habe, bin ich nicht nur auf dem Weg zum Selbstversorger sondern auch auf dem Weg zum Vegetarier. Mit veganer Ernährung tue ich mich noch etwas schwer.
    Ich wünsche euch weiterhin viel Spass und Erfolg bei eurem Experiment. Ich bin bei euch.
    Herzliche Grüße von der Nordseeküste
    Vera

  14. Ulli Garherr

    Lieber Michael,ich finde es wunderschön wie Du Gefühle in Worte fassen kannst, ich kann Dir sagen ich bin einer Meinung mit Dir. Weil all das passiert was niemals passieren dürfte hab ich mich ja entschiedenmit Kochkurse und Brotbackkurse dem Menschen auf sanfte Art und Weise zu zeigen, das es eben auch einen glücklichen Weg für alle Lebewesen gibt. Ich koche als Vollwertköchin täglich für 50 Personen vegan/vegetarisches 3gang Menüs und konnte so viele Menschen bereits überzeugen, überzeugen für einen neuen Weg. Gerne bin ich bereit auch Euch meine Dienste auf freiwilliger Basis anzubieten um eine immer größere Vernetzung möglich zu machen. Liebe Grüße Ulli Garherr

    1. Christian Joks

      Der Text von Gandhi heißt „Der Hinduismus“ und ist ein Artikel vom 6.10.1921. „Jungindien“ ist ne tolle Quelle. Ein Buch von 1924, heute noch ganz gut und billig antiquarisch zu kriegen, weil die Friedensbewegungs-Gandhi-Welle längst vorbei ist. Milch trinkt Gandhi übrigens, wie viele Inder seiner Zeit und heute – und er kann zugleich die Haltungsbedingungen kritisieren und eine bessere Milchviehhaltung fordern.

  15. Franziska

    Ich finde, dass man Tiere durchaus halten kann, um sie später zu schlachten, und zwar, wenn man sie artgerecht hält, also mit Auslauf, und sie, wenn die Zeit gekommen ist, von einem Schlachter töten lässt, der auf den Hof kommt. Denn dazu hält man sie sich hauptsächlich. Dass Schweine den Boden umgraben beim Wühlen ist ja schön, aber sie werden sich auch fortpflanzen. Was machst du mit dem Nachwuchs?

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Liebe Franziska,

      wenn ich mich jemals dazu entscheiden würde, ein paar Schweinen einen Lebensplatz hier zu geben, würde ich mir vorher Gedanken dazu machen. Kann Dir also nicht sagen, was exakt ich tun würde. An Gnadenhöfen, zum Beispiel, werden Tiere oft kastriert, um sich eben nicht fortzupflanzen. Töten, weil ich Planungsfehler begehe, wäre für mich aber sicher keine Option.

      1. Sebastian

        Hi Michael,
        zunächst vielen Dank für Eure inspirierende Webseite, mit der Ihr Euer meiner Meinung nach wegweisendes Projekt in die Welt hinaus tragt.
        Auch ich teile im Wesentlichen Deine Gedanken bzgl. Tierhaltung. Nur ist für mich das Töten eines Tieres (ganz im Gegensatz zum Einsperren) eigentlich etwas völlig normales Als Jäger tue ich das vor allem bei wild lebenden Tieren und bin stehts bemüht, das so respekt- und liebevoll und schmerzfrei wie möglich zu tun. Tiere (und der Mensch genauso als Säugetier) haben auf der ganzen Welt schon immer andere Tiere getötet, um selbst zu leben. Wichtig ist für mich hierbei vor allem die Haltung, in der man das tut. Für mich sind auch Pflanzen fühlende Lebewesen, und auch die töten wir, um zu leben. Und wir können keinen Schritt in unseren Garten tun, ohne in dem sich unter unseren Füssen verdichtenden Boden unzählige Mikroorganismen und Insekten zu zerquetschen. Und schaffen damit für genauso viele Lebenwesen die Nahrung, auf die diese angewiesen sind.
        Für mich ist jegliche Tierhaltung fragwürdig, soweit sie nicht ungefähr so abläuft wie auf dem schönen Schweinefoto von Dir. Und die industrielle Tierproduktion ist sowieso inakzeptabel, keine Frage. Aber wenn wir uns als einen die Natur nutzenden Teil derselben empfinden, kommen wir nicht darum herum, unsere (hoffentlich geliebten) Mitwesen zu töten. Ich finde hierbei das Wie ganz wichtig, und für mich ist Euer Selbstversorgungsprojekt einer der besten Wege, die man dabei gehen kann!

        1. Erdmut

          Hallo Sebastian,

          „Und wir können keinen Schritt in unseren Garten tun, ohne in dem sich unter unseren Füssen verdichtenden Boden unzählige Mikroorganismen und Insekten zu zerquetschen. “

          Ich finde das immer etwas Übertreibung mit so einem Satz zu kommen, und möchte das nicht einfach so stehen lassen: Ist es nicht etwas ganz anderes, ob durch mich Tierlein ums Leben kommen, weil meine Grundbedürfnisse wie atmen und fortbewegen… eben meine Grundbedürfnisse sind und ich einfach nicht anders kann, wenn ich leben will, als das Schlachten eines Nutztieres oder eines Jagdtieres, das ich auch einfach Unterlassen kann, wenn mein Wille stark genug ist? Wir sind uns unserer Taten bewusst und können über unser eigenes denken nachdenken. Nur das unterscheidet uns ja letztlich eindeutig vom Tier.
          Es geht doch darum, das wir im Leben die Wahl haben ein Nutztier zu töten oder für dessen Tötung verantwortlich zu sein, im Gegensatz zu Insekten, die unter unserem Fuß …. .

        2. Katharina

          Wie um Himmelswillen tötet man den liebevoll?Auch noch beim Jagen?Das klingt sehr sarkastisch für mich auch wenn es dem restlichen Kommentar nach so nicht gemeint ist. Ich glaube aber dass dir das paradoxe an deiner Aussage gar nicht bewusst ist!?
          Das einzige „liebevolle“ töten, was ich als solches noch einordnen kann ist die Sterbehilfe, aber das sicher nicht bei gesunden Wildtieren, die dem Menschen einfach mal nicht in den Kram passen…

Schreib uns Deine Meinung!

Wir freuen uns darüber, dass du zum Thema beitragen willst.

Mit dem Absenden dieses Kommentars akzeptierst du die Kommentar-Richtlinien.

Abonniere unseren Artikel-Newsletter!

Schreib dich jetzt in unseren kostenlosen Artikel-Newsletter ein und du bekommst wie 8.900 andere Leser*innen einmal die Woche einen Überblick über unsere neuesten Artikel: