Wie ernähren wir 10 Milliarden Menschen?

Michael Hartl
Von Michael Hartl
22. April 2015

Update: Der Film ist mittlerweile auf DVD erschienen.

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen anwachsen. Eine Frage, die dabei immer wieder aufgeworfen wird, ist, woher die Nahrung für alle kommen soll. Aktuell stellt sie der Filmemacher Valentin Thurn. In seinem neuesten Machwerk, dem Film 10 Milliarden, will er wissen, ob wir Fleisch künstlich herstellen können, Insekten die Proteinquelle der Zukunft sind oder bald jede*r ihr*sein Essen selbst anbaut.

Auf seiner filmisch festgehaltenen Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie wir verhindern können, dass die Menschheit durch die hemmungslose Ausbeutung knapper Ressourcen die Grundlage für ihre Ernährung zerstört, erkundet er die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion. Er spricht mit Machern aus den unterschiedlichen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten, besucht Labore und Fleischfabriken.

Gentechnik, Laborfleisch und Hybrid-Saatgut

Er interviewt dabei Menschen aus der Gentechnik-Branche genauso wie die Initiatorin einer Saatgut-Bank in Indien und stellt ihre Ansichten gegenüber. Ebenso zeigt er sowohl die vermeintlichen Vorteile der Kunstdünger-Landwirtschaft, als auch die Chancen, die in der Bio-Landwirtschaft liegen. Und stellt eine Solidarische Landwirtschaft vor, also einen Betrieb, der nach den Prinzipien der Community Supported Agriculture (CSA) arbeitet.

Valentin Thurn geht aber in seinem Film auch weitere Themen an, wie die Frage, ob wir weiter Fleisch essen sollten. Und ob eine gewisse Menge an Fleisch, die aus Sicht des Filmes wohl immer verzehrt werden wird, zukünftig nicht im Labor produziert werden könnte.

Der Filmemacher zeigt schon während des Films durch das Präsentieren der Transition Town Movement, wie der Weg zu einer Lösung aus seiner Sicht aussehen könnte. Er vertritt dann auch am Ende des Filmes 10 Milliarden die Meinung, dass eine regionalisierte Landwirtschaft in der Hand der Kleinbauern die Lösung wäre. Diese können laut ihm nicht nur mehr Ertrag aus den Feldern herausholen, sondern den Boden dabei fördern und die Lebensmittel gerechter verteilen.

Was ich im Film vermisst habe

Leider ist der Abschluss dieser bis dahin sehr unterstützenswerten Schlussfolgerung, dass wir alle dabei mitmachen können, indem wir unsere Lebensmittel zukünftig so einkaufen, dass Kleinbauern gefördert werden. Dies ist ein erster kleiner Schritt, klar. Vielleicht wollte Valentin Thurn hier die Menschen nicht überfordern. Denn der Schritt hin zu einer tatsächlich kleinstrukturierten, maschinenarmen, sehr diversen Landwirtschaft, die sich an Gartenbaugesellschaften anstatt an Industriegesellschaften orientieren müsste, bedeutet in der Praxis, dass ein großer Teil der Menschen wieder zurück geht in die Landwirtschaft und Subsistenz-Landwirtschaft betreibt. Deren Überschüsse andere miternähren. Aber leider wird der Kapitalismus in seiner heutigen Ausprägung als Wurzel des Problems im Film nicht deutlich kritisiert.

Ebenso würde mich sehr interessieren, woher die Auffassung des Filmemachers kommt, dass Biolandwirtschaft um ein Viertel weniger Ertrag geben soll, als die konventionelle. Diese Zahl sagt er zwar, nennt aber keine Quelle. In der ARTE-Doku Zukunft pflanzen – Bio für 9 Milliarden wird zum Beispiel ein Forschungsprojekt in den USA gezeigt, in dem nachgewiesen wird, das Bio-Landwirtschaft sogar höhere Erträge bringt.

Ein guter Film für den Einstieg ins Thema

Der Film 10 Milliarden von Valentin Thurn gibt jedoch trotz dieser beider Wermutstropfen einen guten Überblick über die Probleme, die gerade auf uns zukommen. Egal ob Dünger, die uns ausgehen, Landraub, Hybrid-Saat und Gentechnik oder viele weitere Themen, er zeigt sie auf, lässt oft beide Seiten zu Wort kommen und bezieht klar Stellung. Menschen, die sich noch nicht tiefer mit dem Thema Landwirtschaft und den Problemen, die diese aktuell und in wenigen Jahren haben wird, beschäftigt haben, können sich mit diesem Film einen ersten Schwung an guten Informationen einholen und sich eine Meinung bilden.

Der Film ist letzte Woche in Deutschland angelaufen und wird ab 5. Juni 2015 auch in den österreichischen Kinos zu sehen sein. Weitere Informationen rund um den Film gibt es auf der Website zum Film.

Gewinne jetzt 2 Kinokarten und das Buch zum Film

Buchcover des Buches Harte KostUns wurde nicht nur ermöglicht, den Film zu sehen, sondern wir dürfen Euch auch zwei Filmpakete verlosen!

Jedes Filmpaket besteht aus 2 Kinokarten und dem Buch zum Film. Dieses Buch heißt Harte Kost und wurde ebenfalls von Valentin Thurn geschrieben.

Diese beiden Pakete verlosen wir unter allen, die sich inhaltlich an der Diskussion hier am Blog beteiligen. Verrate uns also Deine Meinung zum Thema. Welche Probleme haben wir aus Deiner Sicht gerade als Gesellschaft und wie könnten gute Lösungswege aussehen?

kurz und knapp
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Film: 10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?
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22 Gedanken über “Wie ernähren wir 10 Milliarden Menschen?

  1. Elke

    Ich lese gerade das Buch „Biokost & Ökokult“ von Dirk Maxeiner und Michael Miersch, auch in diesem behaupten die Autoren, dass der Ertrag der Biolandwirtschaft nie ausreichen würde, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren! Sie vergleichen z.B. den aktuellen „Bedarf“ an Eiern, Erdbeeren,… mit den durch nachhaltige Landwirtschaft zu erzielenden Erträgen und behaupten dabei sogar, dass keine Naturschutzgebiete mehr möglich wären, wenn nicht durch die so wichtige „Grüne Revolution“, Gentechnik usw eine Produktivitätssteigerung erzielt würde. Ich habe das Buch noch nicht fertig gelesen (wahrscheinlich schaffe ich das auch gar nicht, ich ärgere mich einfach zu sehr über die einseitige Verwendung statistischer Daten), aber anscheinend wird darin überhaupt nicht darauf eingegangen, dass die im Buch angeführten Mengen an Getreide und sonstigen Produkten gar nicht nötig wären, wenn nicht unglaubliche Mengen davon als Futtermittel für Billigfleisch usw oder gar als Abfall enden würden.
    Ich kenne ganz viele Menschen, die die Aussagen von „Experten“ bezüglich der angeblichen Unmöglichkeit einer flächendeckenden Biolandwirtschaft als willkommene Ausrede dafür verwenden, weiterhin Produkte aus Massentierhaltung usw zu kaufen und uns eher belächeln, weil uns nicht nur das wichtig ist, was wir zu uns nehmen (da ist ja meist wirklich kaum mehr Gift nachweisbar), sondern auch die Auswirkung der Anbaumethode auf den Boden und die Menschen und Tiere, die dort leben.
    Ich möchte mir den Film auf jeden Fall anschauen und danke euch für die Hinweise, dass auch dieser kritisch hinterfragt werden kann und soll.
    LG Elke

    1. markus

      hallo elke – ja sowas ärgert. aber ich muss sagen, selbst wenn getreide als futtermittel angebaut würde, die welt würde ein 100 faches an bevölkerung ernähren können.
      nur durch geeignete, bekannte anbaumethoden würden wir einen ertrag haben der 3-10x über dem heutigen liegt. terra preta, orgonite, agnihotra, elektrokultur etc.
      tja – die eliten wollen halt nicht, dass der mensch deren viele wird. im gegenteil, sie wollen uns vergiften, mit essen, geoengineering etc.

  2. Christa Reitermayr

    ich MUSS ihn einfach wieder einmal erwähnen, weil er bzw. seine thesen offenbar immer aktueller werden: leopold kohr, ökonom, musste vor den nazis in die usa flüchten.

    „Inhaltlich propagierte er Dezentralisierung sozialer Organisationen und Gruppen auf eine Größe in der Funktion noch möglich ist, aber gleichzeitig den Mitgliedern eine Überschaubarkeit erlaubt. Kohr war Anarchist und Vordenker der Umweltbewegung. Er erhielt 1983 den „Alternativen Nobelpreis“.“(wikipedia)

    http://www.leopold-kohr-akademie.at

    liebe grüße, christa

  3. Jutta

    Abschätzen zu wollen, wie unsere Welt bis 2050 aussieht, halte ich für schwierig … wer weiß denn schon, welche Kriege, Naturkatastrophen oder aber auch positive Veränderungen und Entdeckungen bis dahin nochmal alles grundsätzlich verändern.
    Schaut man aber auf die derzeitige Situation, wir klar, dass man sowieso nicht so weit schauen muss, weil es schon heute nicht mehr so weitergehen kann:
    Die etwa 2 % Reichsten der derzeitigen Weltbevölkerung verbrauchen rund 98 % der weltweit vorhandenen Ressourcen – und von 7 Milliarden Menschen auf der Welt hungern heute schon etwa 1 Milliarde.
    In meinen Augen ist es nur eine Frage der Zeit, bis das derzeitige System kollabiert … ich wünsche mir wirklich von ganzem Herzen, dass diese Menschen es rechtzeitig schaffen, sich friedlich Gehör zu verschaffen und eine Möglichkeit zu finden, gewaltfrei für ihre Rechte einzustehen und dass die Anteile auf der Welt gerecht verteilt werden.

    Meine Lösungsansätze:
    1) Es sollte nicht länger sein, dass wir billig wertvolle Ressourcen aus den armen Teilen der Welt importieren, deren Grundwasserspiegel dafür zerstören, Wälder roden und die Umwelt verschmutzen, die dortige Bevölkerung aber nicht einmal genug zu essen hat.
    Solcher Konsum sollte massiv eingeschränkt werden – also weniger tierische Produkte, aber auch weniger Produkte aus Billig-Baumwolle, Palmöl, etc.
    2) Es müssen Wege gefunden werden, friedlich die herrschenden Konflikte und Kriege auf der Welt zu beenden – wo Krieg herrscht, sind auch Hunger, Zerstörung und Armut nicht weit weg und sinnvoller Nahrungs-Anbau ist kaum machbar.
    Das sehe ich definitiv auch als Aufgabe der westlichen Länder, wo doch der allergrößte Anteil der weltweiten Waffen aus den USA, China, Russland und Deutschland stammen und wir mit unserer Nachfrage nach seltenen Erden, etc. (z.B. für Elektronik) und durch große, für den Export produzierende Firmen die dortigen Konflikte noch anheizen und den Kleinbauern ihr Überleben schwer machen (und Arbeitslosigkeit und Hunger waren schon immer große Motivatoren für Bürgerkriege).
    Zudem: Wo längere Zeit Frieden herrscht, wird Raum geschaffen für Bildung – und diese hat, schaut man mal in die Geschichte, langfristig gesehen, auch zur Emanzipation der Frauen geführt … und damit auch zum Geburtenrückgang.
    3) Globale Wirtschaft bereichert unseren Alltag, bringt Vielfalt, kulturellen Austausch, gegenseitiges Verständnis und kann unglaublichen Benefit in die Welt bringen. Aber sie muss zum einen in einem sinnvollen Maße zur regionalen Wirtschaft geschehen und zum anderen eben dort, wo es angebracht ist.
    Vor allem aber darf sie nicht zum Instrument der großen Firmen werden, die Rechte der Menschen unterdrücken oder der Ausbeutung von Natur und Mensch die Tore öffnen. Wenn regionale, kleine Firmen hinter den Produkten stehen, steigt die Qualität und die Bauern/Unternehmer kümmern sich meist schon aus eigenem Interesse um Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

    Fazit:
    Hier und jetzt müssen die Veränderungen anfangen, bei jedem Einzelnen … und dazu braucht es eigentlich nicht viel:
    Die Augen öffnen und Leben wieder mehr zählen lassen als Geld und Macht :)

    Liebe Grüße!

  4. Claudia Sagmeister

    Wenn jeder einzelne darauf verzichtet Besitz anzuhäufen , dann wäre für alle genug da
    Franz von Assisi

    Die Erde hat genug für die Bedürfnisse eines jeden Menschen , aber nicht für seine Gier
    Mahatma Gandhi

    So einfach könnte das sein !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Liebe Grüße Claudia

  5. markus

    ich staune, dass ihr so einem film so viel gewicht beimisst.

    für mich ist das ganz klare propaganda der eliten, NWO, oder wie ihr sie auch nennen mögt.

    ich lese 2 wesentliche aussagen:
    – bio bringt massiv weniger ertrag (also lieber monsanto anstatt hungern)
    – 10 milliarden menschen auf dieser erde sind zu viel (bevölkerungsreduktion)

    aber wie ist es nun denn wirklich. ich habe mal ausgerechnet, wieviele menschen platz hätten auf dieser erde, und sich auch noch locker dabei ernähren könnten. ich habe sehr sehr konservativ gerechnet und komme auf mindestens 100 milliarden menschen, bei der richtigen bewirtschaftung, bei solch netten dingen wie freie und saubere energien, hügelbeete, terra preta, EMs etc.

    aber die menschheit glaubt leider immer noch zu ca. 98%, was ihnen von der glotze und den presstituierten vorgesetzt wird.

    langsam langsam wachen die leute auf, aber leider viel viel zu langsam.
    aber ich denke auch das letze schaf wird in den folgenden jahren sehen müssen, dass sie hintergangen, benutzt, und verskalvt wurden, bevor viel von ihnen dann das zeitliche segnen werden (vergiftung, hungersnöte, kriege, naturkatastrophen, bürgerkriege etc.).

    1. Karin K.

      Ich glaube nicht, dass dieser Film viel Bedeutung für die Leser dieses Blogs hat – wir müssen nicht von Suffizienz und Subsistenz überzeugt werden, wir fallen nicht auf die Versprechungen der Agrarindustrie rein, darum lesen und diskutieren wir hier ja mit. Trotzdem halte ich den Film für wichtig, denn es gibt eine Menge Leute, die sich für das Thema interessieren und Infos brauchen. Und wenn da auch Monsanto + Co zu Wort kommen, dann beleuchtet er doch mehrere Seiten und bietet uns eine gute Diskussionsgrundlage.
      Du, Markus, hast gute Argumente, ich und viele andere Blogleser auch. Lasst uns das nutzen und mit denen, die den Film gesehen haben und verunsichert sind, diskutieren! Ich bin mir sicher: wir gewinnen wieder ein paar EinsteigerInnen in das bessere Leben.

  6. Melanie

    Ich sehe das Problem unserer Gesellschaft im übermässigen Konsum. Zu viele Dinge. Zu viel Essen. Und dann doch wegschmeißen. Müllabfuhr kommt ja. Immer wollen fast alle nur mehr und mehr und mehr. Egal, wo es herkommt, wie es hergestellt wird. Nach mir die Sintflut, hauptsache ich habe ……… (wahlweise füllbar durch: „heute Abend meine Steaks auf dem Grill“ / „den Kühlschrank voll, obwohl ich gar nicht alles essen kann“ / „das neueste Smartphone“ / “ die 15te Jeans“ usw.)
    Die Lösung? Jeder kann in einem Bereich seines Lebens starten und die Summe macht’s dann. Der Eine lebt vegan, der andere beginnt, komplett auf Plastiktüten zu verzichten, noch ein Anderer kauft sich ein kleineres Haus, wieder ein anderer verkauft sein Auto und fährt nur noch Rad….. es wäre zu schön!

  7. Elina

    … selbst anbauen, Kleinbauern… ein wichtigter Aspekt, der leider überhaupt nicht angesprochen wird, ist meiner Meinung nach die Geburtenkontrolle/ Empfängnisverhütung/… junge Mädchen haben in vielen Ländern keine Chance auf eine selbstbestimmte Sexualität, viele werden sehr früh verheiratet und bekommen viele, viele Kinder … Das ist sehr leidvoll … Auch ist ein großes Problem die Ausbeutung vieler „3.Welt Länder“ für unsere „1.Welt“Bedürfnisse und Gier … Go vegan ist ein Teilaspekt der Lösung … Fair Trade ein anderer … Aufklärung und die Rechte der Frauen stärken ebenso…

  8. Christl

    Danke für die spannende Reszension! :-)

    Bezüglich deinem letzten Kritikpunkt zur Ertragsdifferenz – da gibt es in der Wissenschaft anscheinend sehr unterschiedliche Studien, mit jeweils sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Ich hab mich auf der Uni mit dem „crop yield gap“ ein bisschen beschäftigt und war erstaunt über die Bandbreite der Aussagen dazu. Valentin Thun braucht also nur eine Quelle wie z.B. diese hier: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0308521X1100182X gefunden haben und schon ist diese Schlussfolgerung erklärt.

    Ich habe allerdings kürzlich von einer aktuelleren Studie gelesen, wo solche Ergebnisse zugunsten von ökologischer Landwirtschaft widerlegt werden – da wurden nämlich Daten aus Susbistenzlandwirtschaft aus „Entwicklungsländern“ nicht für den Vergleich herangezogen, sondern nur Beispiele mit ähnlich hohem Technologisierungsgrad verglichen und analysiert. Leider kann ich mich nicht mehr an die Autoren erinnern, lässt sich bei Interesse aber sicher auftreiben… :-)

    Liebe Grüße
    Christl

  9. Anne

    Hallo zusammen,
    ich finde das Thema sehr interessant und bin auch „professionell“ davon betroffen. Ich studiere Umweltplanung und höre sehr viel zum Thema Nachhaltigkeit, Wasserverbrauch und teils auch Agrarwirtschaft. Leider wird uns selbst in der Uni recht selten ein Lösungsweg oder zumindest ein alternativer Ansatz präsentiert. Es läuft alles immer wieder auf die Politik hinaus. Selbst wenn alle Wissenschaftler zusammen nachweisen, dass etwas so nicht zum Ziel führt entscheidet am Ende doch die Wirtschaft/Lobby/das Geld. Ich selbst sehe als einzige Möglichkeit etwas zu verändern im kleinen bei sich selbst anzufangen. Ich versuche auf Plastik zu verzichten, kaufe meine Lebensmittel bewusst, regional und saisonell und verzichte auf Fleisch…usw. Nur durch viele „bewusste“ Menschen kann sich jemals etwas ändern…
    Vielen Dank an das Experiment-Thema und an den Filmemacher für einen guten Ansatz…
    VG Anne

  10. Grüner Alltag

    Ich glaube das wichtigste ist, dass die Menschen erstmal merken dass hier was schief laeuft, was leider bei den meisten noch nicht der Fall ist. Gerade deshalb finde ich solche Filme toll als Aufklaerungsmaterial! Ich freue mich schon darauf den Film zu sehen.

    Zu der Fleischerzeugung aus dem Labor kann ich nur sagen, dass ich diesen Ansatz weit absurder finde als eine vegane oder fast vegane Welternaehrung, bei der das Protein aus Huelsenfruechten und Co stammt. Ich finde, so kann die globale Vernetzung mal wirklich sinnvoll genutzt werden, und zwar zur Verteilung der lebenswichtigen Nahrungsmittel, waehrend es vor hundert Jahren vielleicht noch gar nicht moeglich war, sich flaechendeckend vegan zu ernaehren aufgrund der lokal beschraenkten Gegebenheiten.

    Ich finde weiterhin, dass es keine (oder kaum) Fertigprodukte mehr geben duerfte so dass die Menschen sehen was sie wirklich essen.
    Zwar hat nicht jeder die Moeglichkeit Nahrungsmittel anzubauen aber wenn wir mal alle sinnlosen Zierrasenflaechen als Anbauflaechen nutzen wuerden wuerde das schon einiges bringen. Es macht mich wahnsinnig wie Leute in Gebieten mit Wasserknappheit (ganz Aktuell zum Beispiel Kalifornien) ihre Rasen waessern, anstatt das Wasser zumindest fuer den Nahrungsmittelanbau lokaler Sorten im eigenen Garten zu verwenden.

    Wir haben zur Zeit nur einen Balkon aber selbst da laesst sich mithilfe der Erde aus unserem Wurmkomposter gut Salat, Gruenkohl und ein paar Kraeuter anbauen. Klar kann ich mich so nicht komplett ernaehren aber ich lerne die Pflanzen ganz anders zu schaetzen, weiss genau wie sie angebaut werden (ohne Pestizide und Co) und trage zumindest ein klein bisschen selbst zu meiner Nahrungsversorgung bei. Und wer es lernt seine Nahrungsmittel wert su schaetzen verschwendet sie auch nicht.

    Auf andere Ebene koennte vielleicht auch daran gedacht werden, die Bevoelkerungszahl zumindest zu stabilisieren. Ich kenne einige Leute, die sich aufgrund der globalen Entwicklung bewusst fuer nur ein Kind entschieden haben. Sicher waere eine solche Regelung von Oben erstmal radikal, aber vielleicht noetig um das menschliche Ueberleben zu sichern.

    Viele Gruesse! ~Anne

  11. Anja

    … ich habe den Film am vergangenen Dienstag gesehen und finde ihn als Einstieg ebenfalls sehr interessant. Auch wenn ich mich persönlich schon etwas mehr mit dem Thema auseinandergesetzt habe ich doch auch Neues gelernt.

    Ich kann den Film nur empfehlen!

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

  12. Philipp

    Ein erster Schritt zu einer nachhaltigeren Ernährung – und damit auch einer potentiellen Ernährung von 10 Mrd Menschen – wäre in meinen Augen, bewusster Essen zu konsumieren.

    Was weltweit an Lebensmitteln weggeworfen wird, ist gar nicht zu fassen. Wenn wir von vornherein nur produzieren würden, was wir auch tatsächlich benötigen, anstatt ständig überzuproduzieren, könnte ich mir auch vorstellen, dass man 10 Mrd Menschen satt bekommt.

    Alles Liebe,
    Philipp

  13. melanini

    Ich vertrete (ähnlich wie der Filmemacher) die Meinung, dass

    1. möglichst viele Selbstversorger UND

    2. eine regionalisierte Landwirtschaft mit vielen kleinen Biobauern, die mit ihren Überschüssen auch Menschen in der Region (denn Nichtselbstversorger [sind das dann Fremdversorger?] wird es wohl immer geben) gegen Mithilfe am Hof oder Bezahlung versorgen,

    eine gute Lösung wären.

  14. Jeanette

    Ich finde es auch wichtig, gerade der nächsten Generation viel über unser Essen, die Herkunft und die Zusammenhänge beizubringen. Ich pflanze z.B. mit meinen Kindern gemeinsam etwas an, was wir dann beim Wachsen beobachten und später ernten und essen. Oder wir besuchen hin und wieder einen Bauernhof. Zudem bekommen die Kinder nach und nach mit, dass wir unseren Fleischkonsum reduzieren und erfahren auch die Gründe dafür.
    Aber auch als Schulfach fände das Thema Ernähung/Nachhaltigkeit total sinnvoll.

    1. melanini

      Da gebe ich dir voll und ganz Recht! Aufklärung und Weitergabe des Wissens über Zusammenhänge (wo kommt was her, wie entsteht dies und das, welche Folgen zieht es mit sich, usw. usf.) ist sooooo enorm wichtig!
      Das wäre mal ein sinnvolles Unterrichtsfach in der Schule.

      1. Beate Müller

        Ja, ein solches Schulfach würde ich auch sehr begrüßen.
        Jamie Oliver hat übrigens eine Petition in dieser Richtung gestartet. Er appeliert an die G20-Staaten ein Ernährungsfach in der Schule zu installieren. Alles, was er kocht finde ich zwar nicht gut und um Nachhaltigkeit geht es auch nicht, aber es wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.
        http://www.change.org/p/jamie-oliver-needs-your-help-fighting-for-food-education-foodrevolutionday

      2. Ricarda

        ich bin gerade in norwegen auf einem biohof und wir bieten hier einen service für schulklassen an: 1x in der woche kommen die kinder für einen halben schultag und werden in 4 gruppen geteilt. es gibt ein schul-beet, eine tiergruppe, eine sportgruppe und eine gruppe in der küche. so etwas tolles bräuchten wir überall in jedem ort, in jedem land! dass die kinder von klein auf lernen, wo das fleisch/ das gemüse herkommt, welcher aufwand dahinter steckt und wie es dann verarbeitet werden kann, welche sorten überhaupt heimisch sind und was ökologisch sinnvoll ist. das fördert gesunden und bewussten konsum, das kann eine möglichkeit sein, die 10 mrd zu ernähren.

  15. Geli

    Ich glaube, dass es sehr viele neue Dinge in Sachen Ernährung in den nächsten Jahren passieren werden. Ob Erfindungen, Anbaumetoden Gentechnik etc. …allerdings glaub ich auch, dass die Zeit kommen wird in der sich in gewissen Erdregionen die Menschen die Köpfe wegen der letzten Hand voll Reis – oder dem letzten Tropfen Wasser einschlagen werden.

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