Werde wieder wild!

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
15. Mai 2015

Heute Morgen bin ich auf einer Matratze am Boden aufgewacht. Eine Freundin hat mir für eine Nacht ihr Zimmer angeboten.

Sie ist gerade umgezogen und es stehen noch Umzugkartons und ein paar unsortierte Sachen herum. Neugierig lasse ich von meiner Matratze aus meinen Blick schweifen und bleibe hängen: Federn, Pfeile… und als ich gedanklich schon danach suche, sehe ich ihn: Einen Bogen.

Sei wild

„Wow, da wollte ich schon immer mal lernen.“ dachte ich mir so, bis es mir kam: „Moment mal, ich werde das ja lernen!“

Und so kommt es, dass ich das hier überhaupt schreibe: Mich fesselt seit über einem Jahr das Thema „Wildnis“. Man könnte auch „Survival“ sagen, aber ich mag das Wort nicht so… ich verbinde damit kampfbereite Endzeithelden in Vollmontur… Nein. Mich interessiert die Kooperation mit der Natur. Was kann sie mir geben um mich in der Wildnis wohl zu fühlen?

Elemente spüren

Die wärmende Sonne, das heiße Feuer, den lebendigen Boden, aber auch den zischenden Wind und den Regen. Ich will all das spüren. Sowohl, die Sonne auf der Haut, die ich so schätze, als auch den eiskalten Wind, der mich meinen Körper auf eine andere Weise spüren lässt und der mich erinnert, wie gut ich es habe, weil ich ein Dach über dem Kopf mein Eigen nennen darf.

bonfire Foto

Unsichtbares sehen

Was geschieht eigentlich im Unsichtbaren um mich? Wie viele Tiere verschrecke ich im Wald, noch bevor ich erahnen kann, dass da überhaupt welche sind? Welche Pflanzen können mich nähren und welcher unscheinbarer Ast könnte mein nächstes wichtiges Werkzeug werden?

fox Foto

Einfache Mittel

Was mich am allermeisten fasziniert: Wie kann ich aus Pflanzen, Holz, Erde, Steinen etwas machen? Eine Schnur? Ein Behältnis? Wie kriege ich Wasser sauber und wie halte ich mich warm?

Bereit für die Wildnis?

Es ist sozusagen der nächste logische Schritt, nach meinem Interesse an essbaren Wildpflanzen, das ich seit einigen Jahren habe. Da kenne ich auch schon recht viel und ich betrachte die Welt bei einem Spaziergang seither mit ganz anderen Augen. Das wünsche ich mir auszuweiten und das werde ich auch machen. Und ja, ich werde auch Pfeil und Bogen spielen, hehe :P (witzigerweise scheinen grad mehrere Leute im Pfeil und Bogen Fieber zu sein… erst gestern hat mir Michael ganz begeistert von seiner ersten Bogen-Schießen Stunde erzählt, hihii…)

Ich möchte dabei an der Hand genommen werden und habe auch schon eine Wildnisschule meiner Wahl gefunden: Die „Natur- und Wildnisschule Ost“ oder kurz: „Nawisho„. Ich freu mich riesig auf die ersten Kurse. Und ich werde auf jeden Fall berichten :)

Und du?

Was ist dein Verständnis von Wildnis? Was fühlst du bei dem Wort? Wie viel Zeit verbringst du in Wald und Wiesen und was machst du dort?

Eine wilde Woche wünsch ich euch! :) Raus ins Grüne, Sonnenstrahlen tanken und Vögel beobachten…?

PS: In einem der nächsten Artikel gibts wieder ein bisschen was aus der Wildkräuterküche! Mjam!

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

37 Gedanken über “Werde wieder wild!

  1. Keno

    Hallo,

    danke erstmal für den schönen Artikel (auch wenn er schon ein jahr alt ist..).
    Mich fasziniert die Wildnis auch unheimlich. Oft muss ich daran denken, wie die ersten Menschen durch die damaligen unenedlichen, unberührten Weiten zogen und nur von dem lebten, was sie aus der Natur nehmen bzw. herstellen konnten. Es fasziniert mich und liebend gerne würde ich diese alten, von vielen Menschen vergessenen Fähigkeiten erlernen. Immerhin sind es doch die „wahren“ Fähigkeiten, oder?
    Naja, darüber kann man sich sicherlich streiten. Auf jeden Fall wollte ich mal Fragen, ob du noch andere Ideen hast, wo ich mir jenes Wissen aneignen könnte, da die Kurse der Nawisho doch etwas über meinem Budget liegen.. Das einzige, was ich gefunden habe (im weltweiten Netz), ist dieser wunderbare YouTube-Kanal:

    https://www.youtube.com/channel/UCAL3JXZSzSm8AlZyD3nQdBA

    Es lohnt sich wirklich sich die Videos anzusehen. Sie sind schön gemacht, anschaulich und haben beinahe etwas meditatives. Leider ist der Kerl aus den Videos aus Australien, was mir das Nachahmen aufgrung unterschiedlicher Umweltbedingungen etwas erschwert..

    Liebe Grüße und macht bitte weiter so mit eurem Blog, ich bin begeisterter Leser, seit ich ihn gefunden habe!

    Keno

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      Oh ja, den Channel hab ich auch kürzlich entdeckt. Wahnsinn, oder?

      Naja, es gibt auch unzählige Bücher auf dem Gebiet. Kommt drauf an was du willst. Vielleicht ein Mix aus Survival Hard facts und Naturmentoring, Wildniswissen, Naturverbindung? Und das wichtigste ist sowieso: Raus gehn und tun *michandereingenennasenehm* ;D

      Alles Liebe!
      Lisa

  2. Marie

    Du sprichst mir aus der Seele. Ich hocke zur Zeit viel zu viel in der Schule und sehne mich so sehr danach, rauszukommen. Noch eine Woche, dann muss ich da nie wieder hin und werde hoffentlich den ganzen Sommer draußen sein.
    Ich bin übrigens auch vegan und liebe Bogenschießen trotzdem. Klar, es ist eine Waffe und Waffen sind grundsätzlich erstmal zum Verletzen/Töten gedacht. Aber darum geht es mir gar nicht, es ist viel mehr dieses Zusammenspiel von innerer Ruhe und kraftvollem Wildsein, das das Bogenschießen so toll macht.

  3. Rosanna

    Wilder leben hat für mich nichts romanisches, die Wildnis ist hart und brutal, aber durch die scheinbare Unwillkürlichkeit und durch das Erkennen der eigenen Machtlosigkeit und Bedeutungslosigkeit hat sie für mich doch eine raue Schönheit. Wenn ich als Kind Naturfilme gesehen habe, in denen Antilopen von Löwen gerissen wurden, fand ich dass doch ziemlich traurig. In den letzten Jahren entstand aber ein Blick fürs große Ganze, und ich kann mich genauso für den Löwen freuen der zu einer lebenserhaltende Mahlzeit gekommen ist. Damit will ich sagen: die Natur selbst ist unparteiisch. Für das einzelne Lebewesen gilt das Recht des Stärkeren und des besser Angepassten. Wer wirklich wild sein will, müsste also auch nach diesen Naturgesetzen leben?
    Was ja den Mensch vom Tier unterscheiden soll, ist, dass er eine individuelle Selbstverwirklichung anstrebt und nicht nur seinen Instinkten folgt. Außerdem besitzt der Mensch angeblich eine Moral und fühlt sich im Idealfall verantwortlich für seine Mit- und Nachwelt. Aus dieser Sicht ist Veganismus das einzige zukunftsfähige Konzept für unsere Gesellschaft. Und körperlich bekommt uns das auch sehr gut, wie Lisa schon schrieb. Veganer bin ich allerdings nicht, ich bin auf dem Weg auf Milchprodukte zu verzichten – schon wegen der Tatsache, dass die Milchindustrie viel schlimmer ist als die Fleischindustrie. Den bewussten und vor allem seltenen Konsum von Fleisch (am besten Wild) halte ich nicht generell für verwerflich.

  4. Kai

    Hallo Lisa,
    ich wümsche dir viel erfolg bei deinem Weg in die Wildnis. Vor 3-4 Jahren bin ich alleine ca 400 km durch Portugal gewandert und hab immer im Zelt übernachtet. Anfangs war es schon etwas komisch aber dann sehr schnelll war es super genial, mitlerweile wohnen wir in „der Wildnis“, wir haben nun 3,1 ha Land in Portugal, mit eigenem Wald und super vielen riesen grossen Felsen….und sobald wir für die Grundbedürfnisse gesorgt haben ( mehr als 24 qm für 4 Persohen und ein Funktionierendes Bad ) wird auch wieder der Bogen ausgepackt :-)… viel spass
    Kai

  5. Eric

    Hallo Lisa,

    ich finde das Thema Wildnis auch sehr interessant und mache gerade eine Phytotherapieausbildung um mehr über Pflanzenbestimmung und Verarbeitung zu lernen.

    Beschäftige Dich auch mit „Bushcraft“ Dazu gibts sehr viel im Netz (und im Wald :o)

    Außerdem ist ein Jagd und Angelschein mit den zugehörigen Kursen sehr hilfreich (auch wenn man keine Tiere töten möchte) Man lernt dort sehr viel dazu.

    VG Eric.

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      Hallo Eric! Mich würde jetzt aber brennend interessieren was ich bei Jagd und Angelschein lerne, wenn ich nicht töten will (das meine ich ernst – ich habe mir schon öfter überlegt mal mit Jägern durch den Wald zu streifen, und gleichzeitig find ichs absurd :D)

      1. Eric

        Du lernst in den Kursen sehr viel über die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Anschließend kannst Du zum Beispiel auch mit der Fotokamera auf die „Jagd“ gehen oder dich vertiefend mit Pflanzen beschäftigen (wie ich gerade bei der Heilpflanzenausbildung).
        Natürlich kannst Du auch gleich zu den Pflanzen kommen und selbst Heil- und Lebensmittel herstellen. Interessant ist auch die botanische Pflanzenbestimmung zu erlernen. Es macht mir sehr viel Spaß die Pflanzen zu kennen die in der Natur wachsen.
        Kurz zwischendurch: Denk beim Bärlauch an die Verwechslung mit anderen Pflanzen z.B. dem Maiglöckchen.

        Die Jägerausbildung machen auch einigen nur um ihren Hund auszubilden.

        Es gibt viel zu entdecken :o)

  6. Christine Herdis Steiner

    Liebe Lisa!
    Nawisho kann ich von Herzen empfehlen!! Sie bieten noch eine Menge anderer Kurse („Natürliches“, Kreatives,…), alle von besonderer Wissens- und Herzensqualität.
    Ich gebe einen Gruß mit dorthin!
    Alles Liebe, Christine

  7. kahalla

    Bogenschießen ist faszinierend, das stimmt und es war eine der ersten“Distanzwaffen“ die der Mensch erfand. Das klingt irgendwie unfair. Allerdings relativiert sich das, wenn man wirklich Teil der Wildnis ist und zum Beuteschema großer Raubtiere gehört.
    Das ist für uns heutige Menschen kaum noch vorstellbar. Auch die meisten Wildtiere lassen die Hand von Menschen. Ich erinnere mich, dass es noch in den 70 er Jahren immer wieder mal Berichte gab über Tiger, meist alte und schwache Tieren die nicht mehr wirklich jagen konnten und sich auf einfach zu jagende Menschen als Beute verlegten. Die Dörfler jagten diese „Menschenfresser“ immer gemeinsam und brachten sie zur Strecke. Andere Tiger und deren Lebensraum respektierten sie allerdings.
    Europäische Großwildjäger knallten die Tier vom sicheren Elefantenrücken zwischen zwei Tassen Tee ab. Ich bin weit entfernt davon jemand eine Haltung zur Natur vorzuschreiben. So konsequent ich Veganismus finde und ihn als solchen bewundere, ist es immer die Lebenssituation, die unsere Lebensmöglichkeiten diktiert. Und diesen zu folgen ist, glaube ich dem Respekt vor uns selbst geschuldet, genauso wie die Art diesen Möglichkeiten zu folgen dem Respekt vor allen anderen Lebewesen, egal ob Tier oder Pflanze geschuldet ist. Ich habe gerade eine sogenannte Veggiewurst aus dem Blisterpack vor mir auf dem Tisch liegen. Die ist ohne Fleisch oder andere tierische Erzeugnisse hergestellt, kommt aber von Foodsharing, was heißt, dass sie sehr wahrscheinlich einer Massenproduktion entstammt, die ohne Rücksicht auf wirklichen Bedarf, so viele Lebewesen wie möglich verarbeitet um sie in einen Markt zu stopfen. Ich schätze Foodsharing sehr, es ist aber eher eine Übergangs-, als eine wirkliche Lösung. Solange wir Mutter Natur an eine Melkmaschine hängen sind wir auf dem Holzweg. Erst wenn wir in ihr wieder diejenige Wesenheit(?) erkennen, die uns schützt, uns nährt, unser Leben und unseren Tod bestimmt und deren Teil wir sind, dann leben wir wieder im Einklang mit der Natur.

  8. Rosanna

    Das ist natürlich sinnvoll. Allerdings finde ich nicht, dass man unterstellen darf, dass Pflanzen keinen Schmerz empfinden, oder keine Seele haben – nur weil sie eben nicht schreien können. Dazu wissen wir einfach zu wenig.

  9. Kerstin

    Da ich keine Tiere mit dem Bogen schiessen muss, weil ich genug zum Essen selber anbaue oder kaufe, stellt sich für mich die Frage nicht mehr.

    Mit so einem einfachen Bogen mit Holzpfeilen ein Tier zu schiessen, ist nicht einfach. Ich habe das schon mit Tier-Plastikattrappen versucht. Ob ich damit ein Tier im Notfall, um zu Überleben, schiessen könnte, weiß ich nicht.

    Wenn man Tiere zum Überleben selber mit einer Waffe töten muss, wie es auf Teilen unserer Erde notwendig ist, sollte dies immer mit Respekt geschehen. Ich glaube, das dies bei vielen Naturvölkern auch so gelehrt und praktiziert wird. Für mich ist dies ein ganz natürlicher Kreislauf des Lebens.

    Trotzdem sehe ich den Bogen nicht nur als Waffe zum Töten.
    Ein Messer ist auch eine Waffe mit der man töten kann und wir benutzen es jeden Tag beim Essen.

  10. Anja

    Ich muss mich Rosannas Frage anschließen: Warum dieses Bogenschießen? Letztlich ist ja der Sinn dahinter im ursprünlichen Sinn das Töten eines anderen Wesens, sprich Jagen. Und wie ich das bisher verstanden habe, lehnst Du das ja ab, oder?
    Alles andere kann ich gut verstehen. Mit und in der Natur zu leben ist ein Drang, den ich auch mehr und mehr verspüre und auch in Teilen schon ganz gut leben kann.
    LG
    Anja

    1. Kerstin

      Bogen schiessen hat nicht unbedingt damit zu tun, Tiere zu töten.
      Bogen schiessen kann auch sehr meditativ sein, die Körperhaltung stärken, zur Entspannung dienen, die Konzentration schulen –
      wenn man dabei natürlich nicht auf ein Tier zielt, sondern auf eine Strohscheibe ;-)
      Ich schiesse auch gerne mit dem Langbogen, würde damit aber nie Tiere töten.
      Gruß Kerstin

      1. Rosanna

        Naja, der ursprüngliche Sinn vom Bogen-Schießen ist aber dennoch das Töten gewesen bzw. die Erschließung von energiereicher Nahrung.
        Das Potenzial, was entsteht, wenn man lediglich zur Verbesserung von motorischen Fähigkeiten und zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit auf Nicht-Lebendes schießt, will ja vielleicht irgendwann genutzt werden? Zumindest drängt sich da bei mir irgendwie die Frage auf – gerade wenn es um Wildnis oder „survival“ geht – dass Lisa durch das Trainieren für den Notfall gerüstet sein will?
        Meine Philosophie ist ja, dass jeder irgendwo seinen Platz im ewigen Kreislauf des Lebens hat, und zum Fortbestehen des Einen gehört zwangsläufig das Ende eines Anderen. Es macht da eigentlich keinen Unterschied ob es sich um Tiere oder Pflanzen handelt, für Mutter Erde sind sie gleichwertig. Aus dieser Sicht wäre ein respektvolles Töten für mich zumindest in der Theorie denkbar. Ob man – wenn man am Verhungern wäre – dann auch tatsächlich in der Lage wäre zu töten, ist eine andere Frage.
        Ein wirklich spannendes Thema! :)

        1. Pia Selina DammPia Damm

          Kurz zu dem Gedanken, dass es keinen Unterschied macht, ob es sich beim Töten um Pflanzen oder Tiere handelt: Aus der Perspektive, mit dem eigenen (Über-)Leben so wenig Leid wie möglich zu verursachen, spielt es auf jeden Fall eine Rolle, ob Pflanzen oder Tiere getötet werden.

          1. Rosanna

            Das ist natürlich sinnvoll. Allerdings finde ich nicht, dass man Pflanzen unterstellen kann, keinen Schmerz zu empfinden, oder keine Seele zu haben – nur weil sie eben nicht schreien können. Dazu wissen wir einfach zu wenig.

            Ich denke, man muss einfach akzeptieren, dass zum Leben auch der Tod gehört. Wenn mich morgen im Wald ein wildes Tier töten und verspeisen würde, fände ich das durchaus auch sehr schade, aber das ist der Kreislauf :)

            1. Britta

              Hi Rosanna,

              ich bin deiner Meinung. Zwar ernähre ich mich vegan, auch vor allem aus dem Grund, weil ich irgendwann mitbekommen habe, dass Biofleisch nicht gleich artgerechte Tierhaltung bedeutet, die es meiner Meinung nach auch irgendwie eh nicht geben kann, denn artgerecht ist wirklich nur die Freiheit. Aber ich bringe ebenso Pflanzen Respekt und Liebe gegenüber und unterstelle hier einfach mal dass auch sie Gefühle wie Angst kennen und Schmerzen haben.

              Aber darum denke ich auch immer wieder über das Thema Jagen, nicht n dem Sinne wie es heute von Statten geht, sondern eher wie unsere Vorfahren in vorchristlicher Zeit gelebt haben.
              Und da kommt mir dann auch immer der „Kreislaufgedanke“. Hab das alles noch nicht ganz für mich zuende geklärt, oder gedacht.

              Denke auch jeder soll da seinen eigenen Umgang mit dem Thema finden. In dem Sinne wünsche ich allen die Erkenntnisse die sich für ihn richtig anfühlen :o)

              P.s. abgesehen davon: ich finde Bogenschiessen auch total geil, unabhängig vom Tötungsgedanken.

              Liebe Grüße aus Bremen an alle die wilder werden wollen und auch alle anderen :o)

          2. Anja

            Liebe Pia,

            warum meinst Du, das Pflanzen weniger leiden als Tiere? Weil sie nicht jaulen und schreien? Leiden dann Fische auch weniger als Schweine, wenn man sie tötet? Ernsthaft: Seit ich einen Garten habe und mit eigenen Augen sehe, wie sensibel Pflanzen auf alle Unwelteinflüsse reagieren – ob Sonnenbrand, Welken oder Frieren – bin ich sehr weit entfernt davon, nur Tieren eine Leidensfähigkeit zuzusprechen. Nur weil ihre Kommunikation weniger der unseren entspricht als es bei Tieren der Fall ist, heißt das nicht, dass Pflanzen nichts empfinden.
            LG
            Anja

            1. Pia Selina DammPia Damm

              Liebe Anja, danke dir für deine Gedanken. Diese stelle ich ja auch gar nicht in Frage.
              Auch wenn Pflanzen ebenso leiden, verursacht es weniger Leid sie zu essen als andere Tiere. Denn andere Tiere verspeisen selbst erst einmal Unmengen an Pflanzen. Somit: Andere Tiere essen = potenziertes Leid.

              1. Christina

                …mal was anderes in der Richtung – wieso macht Lisa denn bei Nawisho Kurse? Die bieten „Ledergerben“ an und verkaufen Schafwollfilztaschen und sowas… Ich dachte, du bist vegan, Lisa, oder siehst du das nicht „so eng“??

                1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

                  Was haben die Schafwollfilztaschen mit meinem Kurs zu tun? :)

                  Ja, bei meinem Gesamtlehrgang wird ein Modul auch Ledergerben sein und ich habe drüber nachgedacht ob ich da einfach nicht hin gehen soll. Diese Frage hat mich auch dazu bewogen mich mal wieder mit der Töten-Frage auseinander zu setzen und ich muss sagen, dass ich irgendwie einfach nicht grundsätzlich sagen kann, dass ich töten 100%ig und IMMER falsch finde. (Das Leder für die Kurse wird übrigens vorm Müll gerettet)

                  Klar, in unserem gesellschaftlichen Kontext werde ich immer zu 99,9% vegan leben (ja ich geb’s zu, auch ich bin manchmal inkonsequent) und es auch vertreten, weil es in unserer Welt einfach keine Notwendigkeit und auch katastrophal ist, Fleisch zu essen. Vom unnötigen Tierleid mal abgesehn.

                  Aber wenn man mal ganz nah an diese Frage des Todes und des natürlichen Kreislaufs herangeht… Ja, verdammte Scheiße, sterben gehört einfach zum Leben. So ungern ich das selbst auch akzeptieren mag und so arg sich das alles anfühlen mag… es ist leider einfach so. Egal ob ich einen Mäusebussard beim Jagen beobachte oder den Storch in unserer Wiesen, der nach Heuschrecken schnappt… Die Natur ist romantisch und gleichzeitig ist sie es überhaupt nicht.

                  Aber ich wiederhole: Veganismus halte ich trotzdem für die einzig gangbare Lösung für unsere überbevölkerte Gesellschaft. (Und in den meisten Situationen und v.a. in unserer Gesellschaft denke ich, ist der menschliche Körper auch wunderbar für vegane Ernährung geeignet!) Und die „Wildnis Leute“ die ich leiwand finde, sind alles andere als Jäger Machos. Ich habe schon das Gefühl, dass da ganz viel Respekt rüber kommt, und dass Fleisch eher als unumgehbare Notwendigkeit (in einer Survivalsituation [im Winter!] !) gesehen wird.

                  Ich werde (denke ich) immer, immer, immer den Veganismus leben (wie gesagt zu 99,9%) und auch vertreten. In unserem heutigen gesellschaftlichen Kontext. Aber in anderen Kontexten kann, darf und will ich ihn auch hinterfragen.

                  Mich ganz persönlich interessieren ja all die anderen Themen. Das Jagd Thema nimmt, soweit ich das mitgekriegt habe, in den Wildnisschulen (Achtung, nicht verwechseln mit Endzeit-Survival-Panikmache-Kursen) den absolut kleinsten Teil der Zeit ein, weil es auch völlig hirnrissig wäre, als ungeübter Jäger, Energie mit Jagen zu verschwenden. Davon abgesehen ist es verboten bei uns mit Pfeil und Bogen oder ähnlichem zu jagen.

                  Aja, wen interessiert, was bei dem Kurs so passiert: http://www.nawisho.at/kurse/lehrgang-das-wissen-der-wildnis/ :)

                  Zum Bogenschießen: Ich glaube das kommt einfach von Filmen wie Herr der Ringe & Co ;) Ein bisschen Heldin spielen in der Phantasiewelt. Und natürlich werde ich damit nicht auf die Jagd gehen – wo denkt ihr hin! Ich freue mich einfach darauf als Sport und vor allem meine Konzentration zu schulen – das wollte ich vor Jahren schon mal mittels Bogenschießen in Angriff nehmen, wurde aber nix draus.

                  Und: Vielleicht ändert sich meine Meinung diesbezüglich auch wieder. Ich freue mich über Argumente und Diskussionen :))

        2. kahalla

          @Rosanna: Es gibt immer wieder Erwähnungen in Berichten aus den meist nordamerikanischen Indianerkulturen, wonach die die Natur fragten, welchen Baum sie für das Kanu hergäbe und wenn sie ihre Jagdtänze machten, dann nicht um eine Maximalbeute zu machen, sondern mit der Bitte darum, ihnen die Tiere vor den Bogen zu schicken die ihr Leben schon gelebt haben. Dieses Bitten war bei ihnen Teil einer als real empfundenen Kommunikation mit z.B. „dem großen Geist“ und sie verließen sich darauf, dass dieser Geist sie hörte und ihnen das gab was sie benötigten.
          In sofern praktizierten diese Menschen das was man achtungsvolles Töten nennen könnte. Ich selbst bin nicht als Schamane unterwegs und wenn ich um Entscheidungshilfe bitte, vergebe ich dabei keinen Namen. Müsste ich aber jemand begreiflich machen was ich tue ohne dabei esoterisches Vokabular zu nutzen, dann könnte das durchaus in Formulierungen wie großer Geist, oder auch Gott enden. Aber Worte sind immer durch begrenzte Vorstellungen besetzt, weshalb viele Religionen es sogar verbieten Gott Namen zu geben. Und die selben Religionen geben ihm dann doch einen Namen sobald sie anfangen sich darüber zu zanken, wer das „richtige“ Bild von Gott hat. Worte trennen Menschen, Taten vereinen sie. Und die Art der Taten bestimmt die Art der Beziehung, die Menschen untereinander oder auch zum Rest der Natur haben.

          1. Rosanna

            @ kahalla: Vielen Dank für deine Anregung, ich interessiere mich bereits seit meiner Kindheit sehr für die Indianer Kulturen Nordamerikas. Für mich ist dennoch „Großer Geist“ die von allen passendste Bezeichnung für die Urenergien der Erde, weil er allumfassend klingt und auch nicht esoterisch. Ich verstehe was du meinst, aber zum kommunizieren mit anderen Menschen lassen sich Worte und Begriffe irgendwie doch nicht so ganz vermeiden.

        3. Andreas

          Schau dir die japanische Form von Bogenschießen an. Da gehts primär nicht darum ein Ziel zu treffen, sondern den gesamten Körper in Einklang zu bringen. Wenn man dabei das Ziel trifft, okay. Wenn nicht, halb so wild :-)
          Man kann natürlich dogmatisch alles verteufeln, sollte aber auch vor der eigenen Haustüre kehren. Gerüstet sein für den Notfall ist garnicht mal so abwegig. Ein Seil herstellen und verknoten können, ein Feuer machen, essbare Pflanzen finden, ein Dach überm Kopf, Dein Leben könnte mal von solch primitiven Vorgängen abhängen. Lisa bewegt sich mal aus der Kompfort-Zone raus und versucht was Neues. Da spricht nichts dagegen. :-) Mit einem Bogen töten erfordert auch einiges an Geschick, soll das Ziel nicht leiden, aber das, wie ich Lisa kenne, ist nicht einmal im Ansatz das Ziel. Es geht hier wohl nur um den Aspekt des Lernens und Dieser verdient Respekt.

  11. Nina

    Hi Lisa,

    das hast du schön formuliert! Mir geht es genauso mit der Wildnis. Seit einigen Jahren mache ich regelmäßig mehrtägige Überlebenstrainings und genieße es immer, dort ein richtiges „Übungsfeld“ zu haben, wo man auch mal Feuer machen darf. In Bälde gebe ich sogar meinen ersten eigenen Survival-Kurs – Ich finde, in dem Bereich fehlen nämlich eindeutig noch Frauen! :-)

    Und ja, es ist wirklich erstaunlich, wie man lernt, immer weniger zu brauchen, weil man sich so ziemlich alles direkt vor Ort aus der Natur improvisieren kann.
    Ich wünsche dir viel Spaß und bin gespannt, was du berichtest!

    LG,
    Nina

  12. Kerstin

    Hallo liebe Lisa, für mich gibt es dieses „hinausgehen in die Wildnis“ gar nicht. Ich fühle mich hier auf dem Land, wo ich lebe, eigentlich immer mit ihr verbunden. Fühle sie sogar in mir drin.
    Oder, wenn ich Nachts durch das offene Schlafzimmerfenster die Geräusche der Wildtiere hören kann. Dann fühle ich mich in ihr.
    Ich habe das Glück ganz nah in der Natur leben zu können und dafür bin ich sehr dankbar. Nur ein paar Schritte von meiner Wohnung entfernt kann ich mich an meine Feuerstelle setzen und dort kochen oder nach Wildpflanzen suchen. Um mich herum sind viele Tiere und Pflanzen, zwischen denen ich mich geborgen fühle.
    Aber, ich glaube, „Wildnis“ kann man auch in einem Stadtpark oder auf einer Wiese oder sonst wo erleben, wenn man sich nur dafür öffnet.
    Liebe Grüße aus dem Moor
    Kerstin

  13. Rosanna

    Wenn man fragen darf, was willst du denn mit dem Bogen-Schießen in der Wildnis bezwecken? Oder ist es nur zum Spaß an der Freude, was ich durchaus auch gut verstehen würde … :)

    Liebe Grüße
    Rosanna

  14. Anja

    Schon die Überschrift finde ich großartig!

    Wenn man sich intensiver mit dem aktuellen Zustand der Erde und der Menschheit beschäftigt ist es beinah eine logische Konsequenz wieder „wilder“ zu werden. Einen kleinen Einblick inkl. viele (Lern)Erfahrungen habe ich für mich gerade erst in der vergangenen Woche in einem Permakultur-Design-Kurs gewonnen. Nicht zuletzt als Vollstädterin habe ich in allen diesen Themen noch erheblichen Nachholbedarf und freue mich immer wieder Neues zu lernen.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

  15. Paul

    Schön, dass dich dein Leben endlich auf diesen Weg geführt hat.
    Ich hab mich schon gewundert, wann du/ihr dieses Thema aufgreift und bin gespannt, was das mit dir macht.. Schade, dass es dieses Jahr kein Hüter der Erde Festival mehr gibt, vielleicht weiß wer noch Alternativen..?
    Viel Spaß beim Beobachten, Fragen stellen, tiefer Eintauchen und mit der Natur verbinden. Grüße Paul

  16. Philipp

    Das hast du sehr schön gesagt, Lisa! Ich stelle immer häufiger fest, dass ich mich umso glücklicher fühle, je mehr Zeit ich draußen verbringe. So richtige Wildnis zu finden, hat sich für mich als schwierig herausgestellt. Denn wo hat der Mensch denn noch nicht in irgend einem Maße eingegriffen?

    Alles Liebe,
    Philipp

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