Wer will mit uns leben und arbeiten?

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
18. Oktober 2012

Ja, es ist ein konkreter Aufruf. Die Frage meinen wir ernst :)

Selbstversorgung ist lustig – aber noch lustiger in einer Gruppe die das gemeinschaftlich angehen will.

Wie das alles im Detail aussehen soll versuchen wir offen zu halten. Wir haben aber natürlich viele Idealvorstellungen und wissen vor allem, was wir in der Gemeinschaft nicht wollen.

Könntest Du zu uns passen?

Findest Du es nicht auch cool, wenn nicht 50% der Arbeitsenergie verloren geht, weil Du gemeinsam mit einer Person die Du magst gleich für 6-8 Personen kochst, anstatt nur für Dich und Deine/n Partner/in? Braucht jeder Haushalt eine eigene Waschmaschine, geschweige denn ein eigenes Auto? Ist überhaupt immer und unter allen Umständen ein Auto nötig?

Möchtest Du Dich landwirtschaftlich betätigen, auch mal richtig anpacken und ziehst Du es auch vor, lieber nur selbstbestimmt so viel dazu zu verdienen wie man wirklich braucht und dafür minimalistischer zu leben?

Träumst Du auch von einem Ort, an dem man gemeinsamen grundlegenden Idealen folgt ohne sich Dogmen zu unterwerfen? Wir träumen beispielsweise von einer veganen Hofgemeinschaft, ohne Tiernutzung, wollen deswegen aber Gemischtköstler bewusst nicht ausschliessen, die offen sind für Veganismus, es aber aus irgendwelchen Gründen noch nicht ganz schaffen.

Ein paar Punkte zu uns

Wir wünschen uns ein rauchfreies Zuhause. An schlechtes Karma als Grund für Lungenkrebs glauben wir nämlich nicht. Ebenso wenig an die 5297 Krisen und Weltuntergänge die uns noch bevorstehen. Vermutlich reicht uns Hausverstand.

Fruchtbares Land ist eines unserer Leidenschaften, was uns zu einer „absolut unüblichen“ Form der Landwirtschaft bringt, dem naturnahen Landbau. Das heißt für uns, möglichst maschinenloses Arbeiten mit dem Boden, Bodenleben fördern, fördern, fördern, die Natur dabei möglichst nachempfinden. Peak soil ist eines unserer Herzensthemen.

Ein möglichst natürliches Gleichgewicht soll sich in der gartenbaulich genutzten Fläche einstellen – Nützlinge wollen wir fördern, deswegen auf jagende Haustiere verzichten. Oft reicht übrigens die bloße Anwesenheit einer noch so kuschligen Fellnase, dass bestimmte nützliche Wildtiere sich fernhalten…

Wir suchen Menschen, die konkret beginnen wollen, nicht nur träumen

Für manche mögen einige Punkte zu hart klingen, und ja das erste Auswahlverfahren ist wahrscheinlich auch sehr trocken, aber für uns gibt es einfach Punkte die nicht gehen, wobei es wie beim Fleisch-Thema für uns sicher Mittelwege gibt sofern es für das Zusammenleben einfach einen kleinsten gemeinsamen Nenner gibt. Wir sparen uns damit einfach Zeit und Nerven – wir wollen vermeiden jahrelang einfach nur darüber zu reden wie schön es nicht wär sondern die Fakten auf den Tisch knallen, auch wenn das bedeuten könnte, dass sich unter Umständen nur weniger als wenig Leute melden. Aufweichen kann man ja später noch, oder auch nicht :)

Übrigens sind wir FreundInnen von Privaträumen – schön fänden wir sowohl einen gemeinsamen großen Platz mit privaten Rückzugsbereichen; aber uns gefällt auch die Idee eines „unsichtbaren Gemeinschafts- Ökodorfes“ – innerhalb und integriert in ein bestehendes Dorf, gerne auch aufgeteilt auf mehrere Wohnhäuser in Gehreichweite. Integration in die bestehenden Dorfstrukturen sind uns wichtig, da wir nicht in einer abgekapselten heilen Welt, uns selbst ausgrenzend und ohne realen Bezug  nach außen, leben wollen.

Stichwort Reality Check. Das ist der Grund warum wir versuchen wollen zum Großteil von der Produktion von Nahrungsmittel zu leben, weil es unserer Utopie am ehesten entspricht – Seminare kann man nicht essen und deswegen soll das Projekt nicht ausschließlich auf diesen aufbauen. Das praktische Wissen von Lebensmittelproduktion auf natürliche Weise darf nicht verloren gehen. So mancher mag sich fragen wer Produkte aus Handarbeit zahlen will. Wir wollen einfach versuchen einen Weg zu finden..

Sei dabei!

Wer es bis hier her geschafft hat und offen geblieben ist – wahrscheinlich ist nicht alles so radikal wie es klingt – hier kommt Deine Möglichkeit uns einen ersten kleinen Eindruck von Dir zu verschaffen :)

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Formular mit ein paar Fragen

UPDATE vom 09.12.2012

Hier gab es bisher ein spezielles Formular für alle Interessierten an einer Gemeinschaftsgründung mit uns. Diese ist nun geschlossen, da sich bereits über 120 Personen gemeldet haben – oft mit Partner*in und Kindern – so dass es wohl um weit mehr als 200 Menschen geht. Davon mit denen zusammenfinden, die zu uns passen – und zu denen wir passen – ist nun Aufgabe genug für die nächsten Wochen.

Alle die an der weiteren Entwicklung interessiert sind, sei dieser Blog empfohlen, der sich gut abonnieren lässt. Alle, die darüber hinaus wissen wollen, falls wir mal weitere freie Plätze haben oder tolle Veranstaltungen am Hof, um sich kennenzulernen, sei zusätzlich unser Hof-Newsletter ans Herz gelegt.

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Ein Gedanke zu “Wer will mit uns leben und arbeiten?

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