Wer etwas will findet Wege, wer etwas nicht will findet Gründe

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
4. August 2013

Wow. Ich hätte ja nie gedacht, was wir auslösen würde mit einem Amazon-Kauflink. Einerseits war mir tatsächlich nicht bewusst, dass Amazon gar so arg sein soll – andererseits bin ich wahrscheinlich auch schon zu lange raus aus dem Denken, nur auf Großkonzerne zu schimpfen. Und zwar weil ich mich einfach nicht mehr mit ihnen beschäftige, weil sie mir wurscht sind und sie in meiner Lebenswelt einfach nicht existieren.

In meinem persönlichen Leben gehe ich generell nicht nach dem Schema, Coca Cola boykottieren und es mit Mega-Bio-super-Cola-Zeugs ersetzen – sondern mich grundlegend fragen, ob ich das überhaupt benötige – und die Antwort ist meist Nein. Das ist der Grund, warum es nicht mein Weg ist, mit meiner Energie auf Großkonzerne zu schimpfen, sondern Kapitalismus und unser Konsumverhalten generell zu hinterfragen.

Lesen bildet

Das Thema Wissen und Bildung spielt in meinem Leben aber trotzdem eine sehr wichtige und zentrale Rolle – und dieses wird halt eben in Büchern sehr gut vermittelt, weil eben nicht jeder Depp was rein schreiben kann, so wie ins Internet. Nein, dahinter sitzen VerlegerInnen, die das prüfen, weil sie ernst genommen werden bzw. ihren professionellen Ruf nicht verlieren wollen.

Um nichts anderes ging es uns eigentlich. Am Kauf von Büchern (=Wissen, Bildung) etwas mitzuschneiden, um unseren Blog zu finanzieren.

Dies mit Amazon zu tun, die als Symbolbild für das Böse dastehen, war wohl tatsächlich zu weit aus dem Fenster gelehnt und Michael sitzt auch gerade daran, die Links und den Shop zu entfernen.

Ich bedanke mich herzlich bei allen die Amazon kritisiert und klar gemacht haben was Amazon für sie bedeutet. Wenn das Amazon wirklich so macht – Arschlöcher, damit will ich nichts zu tun haben. Es war mir nicht bewusst. Überrascht stelle ich wieder mal fest, dass ich die systemimmanenten Zwänge des Kapitalismus noch immer nicht wahrhaben will. Aber es ist so, wir KonsumentInnen wollen es möglichst billig, der Markt handelt dementsprechend.

Warum macht ihr keine Werbebanner?

Es kam auch die Frage, warum wir nicht mehr Bannerwerbung machen? Dazu nur kurz: Erstmal die Frage, welche AnbieterInnen lassen wir auf unserem Blog Werbung schalten? Wir haben uns jetzt monatelang bemüht Bannerwerbung zu finden, die wir auch nur halbwegs vertreten können. Viel rausgekommen ist dabei nicht (um genau zu sein, 2 Banner für je 2 Monate ca.)

Dazu kommt, dass Werbung wohl in Zukunft immer unattraktiver für AnbieterInnen wird, weil die Nutzung der Ad-Blocker (Programme, die bewirken, dass Werbung im Internet einfach nicht angezeigt wird, obwohl sie da wäre) ständig steigen. Und gleichzeitig wollen alle, dass das Internet gratis ist? „Das Internet“ ist aber nicht gratis. Die meisten wollen aber für Services und Informationen weder zahlen, noch die „lästige Werbung“ akzeptieren. Na gut, wie soll das dann funktionieren?

Aber gut, mit euch gemeinsam werden wir andere Möglichkeiten finden diesen Blog mit allem was dran hängt, zu finanzieren :)

„Gebt doch zu, dass ihr mit dem Geld euer Leben quersubventionieren wollt“

Dazu nun mehr, weil es anscheinend für manche schwierig zu verstehen ist, was wir mit „Finanzierung des Blogprojekts“ meinen – oder sie wollen es nicht verstehen?

Ja, wir finden auch, dass es legitim ist, einen Teil unserer Lebenshaltungskosten auch über den Blog zu verdienen. Wichtig ist aber die Abgrenzung, die vielen so schwer fällt, zwischen „unserem Leben“, dem Web-Projekt und dem Selbstversorgungs-Projekt hinzubekommen. Geld, welches wir über dieses Web-Projekt verdienen, wird nicht direkt in das Selbstversorgungsprojekt fließen – denn nur dann bleibt es nachmachbar.

Also zu dieser „Finanzierungsgeschichte“ nochmal (auch wenn es langsam mühsam wird)

JA, so einen Blog zu haben, kostet erstmal nicht so viel und zwar exakt 151,56€ im Jahr (Domain + Serverkosten). Lächerlich, da so ein Tamtam drum zu machen, möchte man erst mal denken. Um die paar Kröten geht es uns auch nicht.

Einen Blog, der für uns so überraschend und rasant gewachsen ist wie dieser, kostet sooo viel Zeit. Wir müssen den Blog zu betreiben, aufrechterhalten, pflegen, technisch entwickeln, übersichtlich halten und zusätzlich täglich Emails, Kommentare und Facebooknachrichten beantworten.

Zeit, die ich liebend gerne aufwende, weil ganz überwiegend so viel schönes Feedback kommt und wir Menschen ganz konkret mit Fragen weiterhelfen können. Immer wieder bedanken sich Menschen bei uns, weil sie durch den Blog den entscheidenden Stupser bekommen haben endlich ihren Traum zu leben. Das ist so schön! Und es rührt mich jedes mal total.

Aber von schönen Emotionen können wir weder knapp 500€ Sozialversicherung im Monat zahlen, noch unser Essen kaufen (wir schaffen es noch nicht uns 100% selbst zu versorgen und haben heuer durch Trockenheit ebenfalls massive Ernteausfälle), Handys, Internetanschluss, Strom, Gas, Miete,…
Das alles bei selbstständigem Einkommen die weit unter der gesetzlich festgelegten Armutsgrenze liegen! Seit Jahren zehren wir unsere Ersparnisse auf um unseren Traum nicht aufzugeben, sondern was aufzubauen – und jede/r UnternehmerIn (also Leute, die etwas unternehmen/tun/anpacken) wird mir beipflichten, dass es mal ein paar Jahre dauert, bis alles rund läuft.

 Ich finde es schade das ihr eurem Image schadet. Aber das ist Fakt sonst hätte ich nie etwas geschrieben ich bin nämlich ein stiller Leser und Genießer und Quersubventionierung bedeutet auch sich den Lebensunterhalt damit mitzufinanzieren, dass ist legitim aber wieso sagt ihr das nicht einfach offen?

Facebook-Posting eines Lesers zu dem Werbungsthema

Vielleicht ist es die Begrifflichkeit „Subvention“, die mir so aufstößt. Es kommt vom lat. „subvenire“ also von „zu Hilfe kommen“.  Aber wir sind auf keine Hilfe angewiesen sondern einfach nur auf faire Entlohnung, so wie sich das jeder andere Mensch auch wünscht. Und zwar für konkrete Leistung (obig genannte und noch einiges mehr) und nicht „einfach nur so, weil wir einen Blog haben“. Und genau diese Entlohnung versuchen wir jetzt auf verschiedene Wege zu generieren…

Ich mag einfach nicht wenn vorgeworfen wird, wir würden etwas nicht offen sagen, wenn es Wirklichkeit einfach nur nicht richtig verstanden wurde.

Also zum 100. Mal:

NEIN, es ist nicht so, dass wir einfach einen Blog haben, der von alleine läuft wir auf der faulen Haut liegen und es uns gut gehen lassen.

JA, richtig verstanden, dieser Blog kostet so viel Zeit, die wir auch anderweitig verwenden könnten um ein bisschen mehr Geld zu verdienen, ohne uns Sorgen machen zu müssen, wie wir unsere laufenden Kosten decken sollen. JA, richtig, auf Dauer ist das nicht nachhaltig. JA, deswegen suchen wir nach Lösungen und JA, den Blog aufzugeben ist keine schöne Alternative.

Gratwanderung zwischen ideeller Arbeit und Selbstausbeutung

Vorab: Das ist kein Gejammer, weil wir das schönste Leben leben, das wir uns vorstellen können. Aber es wird in letzter Zeit immer anstrengender, sich immer wieder anhören zu müssen von wegen „ahaaaa, jetzt gehts plötzlich ums Geld“ und „ahaa, ihr wollt jetzt Gewinn mit eurem Blog machen“ oder „Wie passt denn das zusammen Selbstversorgen und im Internet Geld verdienen“.

Darum geht es nicht. Wir haben es bisher auch immer tunlichst vermieden und abgelehnt, um Spenden zu bitten und bis vor kurzem hätten wir auch keine Werbung gemacht. Aber bis vor kurzem war das hier auch noch ein Hobbyblog und keine 20 Stunden Beschäftigung.

Vermieden hatten wir die Geldsache aus dem simplen Grund, dass wir wollen, dass unser Projekt nachmachbar bleibt. Das war und ist noch immer unsere höchste Priorität. Leute zum nachdenken anregen, sie inspirieren und Anleitungen online stellen und mit ihnen in den direkten Diskurs treten. Würden wir uns feiern lassen, wie toll wir nicht sind und Kohle einsacken wollen, hätten wir erst eine Website online gestellt, wenn wir schon einen tollen Vorzeige Garten haben würden. Kommentarfunktionen würd es auch nicht geben und mit irgendjemanden diskutieren würden wir erst recht nicht – wozu auch. Nur: Dann würde es wohl auch niemanden interessieren, denn die 100%-oder-gar-nicht-Schiene ala: Reiches DINK-Pärchen aus der Großstadt kauft sich romantischen Selbstversorgerlandsitz mit allem Drum und Dran, ist tatsächlich für die meisten Menschen wohl nicht möglich.

Unser Ziel ist es zu vermitteln, dass wirklich jede/r einzelne irgendwie anfangen kann (auf jeden Fall alle, die es sich leisten können im Internet zu surfen). Und sei es Kräuter auf der Fensterbank zu ziehen oder am Stadtrand Wildkräuter zu sammeln. Oder eben wie es jetzige FreundInnen von uns machen: Aufs Land ziehen, in die Nähe von, für sie, nachahmenswerter Projekte ziehen, noch mehr lernen und gucken, ob sie es vielleicht nachmachen oder sich anschließen.

Spenden statt Werbung?

Mit Spendenaufrufen hatten wir immer Angst, dass das, genau wie es jetzt passiert ist, falsch verstanden wird. Nämlich als „Jaja, die versorgen sich gar nicht selbst, weil die lassen sich über ihren Blog finanzieren.“

Das Schöne ist, ich bin der Idee mit den Spenden aufgeschlossener denn je und halte es doch für eine vernünftige Option, zu versuchen den Blog damit zu finanzieren (!nicht unser Leben!). Denn die Leute, die es dann nicht verstehen, würden es wahrscheinlich sowieso nicht verstehen, und uns immer kritisieren, dass unser Projekt nicht nachahmbar sei, denn: „Wer etwas will findet Wege, wer etwas nicht will findet Gründe“.

An alle anderen, die die Aufregung eh nicht verstehen und voll hinter uns stehen: Danke und Sorry gleichzeitig. Ich hoffe, dass wir das Thema bald hinter uns lassen und uns wieder auf die Inhalte konzentrieren können, weswegen ihr überhaupt auf diesem Blog seid :)

Es wird langsam echt mühsam mit dem Rechtfertigen. Ich will einfach nur leben. Auch wenn das leider in dieser Gesellschaft bedeutet, dass man bunte Papierzettelchen und klimpernde Glitzerscheibchen in der Tasche braucht. So sehr ich das bedaure.

Helft uns jetzt Lösungen zu finden

Michael bittet in seinem neuen Artikel darum, dass sich alle Interessierten an der Meinungsfindung zur anstehenden Entscheidung beteiligen. Sei dabei!

Bitte teile diesen Artikel, wenn er Dir gefallen hat!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

21 Gedanken über “Wer etwas will findet Wege, wer etwas nicht will findet Gründe

  1. Pingback: Die nächsten Schritte dieses Web-Projektes

  2. Angelo

    Hi, ich lese mich weiter durch und folge deinem Aufruf, an der Meinungs- bzw. Meinungsfindung beizutragen.
    Ich finde persönlich nichts abwegiges daran, Amazon einzubeziehen (Werbung, Affiliate Links o.ä.), schlimmer fände ich es, ihr würdet Werbung für Monsanto, Bayer und co. aufnehmen, die passen nun wirklich nicht im Konzept. Aber Amazon verkauft Bücher und alles Mögliche, auf eine aus meiner Sicht für den Verbraucher und die Umwelt vertretbare Art und Weise. Außerdem finde ich es lustig, eine Multinationale an der Finanzierung eines antikapitalistischen Projekt zu beteiligen ;)
    Ich meine: Ich bin etwas älter geworden und dafür pragmatischer, auch wenn meine Ideale nicht vergessen habe: Ein Bisschen ist besser als gar nichts. Toleranz, Akzeptanz. Ich glaube nicht, dass wir auf einmal und gänzlich auf alles verzichten und abschwören können: Ich freue mich darüber, dass es Telefone gibt, womit man Ärzte in Notsituationen anrufen und dadurch Menschen helfen kann. Schön auch, dass es Internet gibt. Ich kann so wenig wie möglich diese Angebote nutzen, würde lieber aber erst auf Kriege verzichten.
    Schließlich leben wir Menschen ständig damit, nach der Perfektion zu streben und sie nie zu erreichen, weil wir eben Menschen sind.
    Kleiner Tipp: wer ein Google-Account besitzt, kann beliebig viele Blog-Seiten erstellen, das Ganze kostenlos: Google ist nun ein Weltkonzern (schmunzel) und kann sich dies leisten. Natürlich die Zeit die ihr aufwendet wird dadurch nicht bezahlt, aber wenigstens sind die harten Kosten weg.
    Aber ganz auf das böse Geld und die Industrie verzichten, wird schwierig sein. Computer kann man nicht pflanzen und die kriegt man im Laden (oder bei Amazon, übrigens billiger) nicht im Tauschgeschäft.
    PS. Ich bin kein zynischer Mensch, pragmatisch ja.
    LG

  3. Carmen

    Hallo

    Ich finde euren Blog seid langem ganz toll und finde es völlig in Ordnung wie ihr das mit der Finanzierung macht.

    Ich kenne eine Künstlerin, die ihre Musik gratis auf Youtube und ihrer Website anbietet. Sie hat sich einen Amazonwunschzettel gemacht und jeder der ihre Musik toll findet und ihr ein Geschenk machen möchte kann ihr z.B. ein Buch kaufen. So hat sie viele Bücher und andere Dinge bekommen, die sie (ich glaub fürs Studium) braucht.

    Ich finde es nicht schlimm wenn ihr Amazon verlinkt. Natürlich ist es ein Großkonzern und vielleicht werden die Mitarbeiter mies behandelt. Das weiß ich gar nicht und kann dazu keine Stellung beziehen. Ich findenicht, dass jeder immer 100% machen kann. Jeder kleine Schritt in die richtige Richtung ist gut.

    Wir konsumieren auch noch viel zu viel, aber es ist uns bewusst. Wir haben Kinder und da ist es oft so, dass auch mal unnötige Dinge angeschafft werden. Dafür sind unsere Kinder immer draussen, kennen viele Pilze und Wildpflanzen usw.

    Macht euch keinen Kopf wegen dem Amazonlink. Ich denke ihr tut mehr für die Erde als viele Kritiker. Geht euren Weg weiter.

    Alles Liebe

    Carmen

  4. Anna

    Hallo,

    ich finde Amazon Affiliate Links zwar nicht problematisch, aber ich glaube, dass sie nicht zu eurer Zielgruppe passen. Daher kommen wahrscheinlich die vielen abwertenden Kommentare.

    Was ihr machen könnt, ist auf einen günstigeren Host umziehen. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Uberspace gemacht; alles funktioniert und man zahlt, wenn man nicht mehr kann, nur den Mindestbeitrag von 1,50€ pro Monat. Das ist dann im Jahr deutlich weniger. Für die Domain zahlt ihr einmalig 5€. Bisher waren die Server sehr standhaft und ich kenne einen der Ubernauten auch persönlich, der ist sehr sympathisch.

    Zum anderen könnt ihr zu einer Spendenaktion mit begrenztem Limit aufrufen und anzeigen lassen, wie viel gespendet wurde. Wenn es euch nur um die Hostingkosten geht, lasst die Aktion eben bis zu dem Jahrespreis für's Hosting laufen und schließt sie dann. Das dürfte einige Kritiker beruhigen.

    All die ganzen Maschinerien, mit denen Blogger Geld verdienen können, passen einfach nicht zum Thema und Klientel des Blogs… Das ist ein bisschen schade, aber vielleicht findet sich ja doch noch mal etwas.

    Ich wünsche euch viel Erfolg!

    1. Ziegenzottel

      Eure Inkonsequenz ist aber auch schlimm. Wenn Ihr es ernst meinen würdet, dann würdet Ihr sofort Strom, Wasser, Kanal, Internet, Geld, Kleidung, Haus, Versicherung abschaffen und in eine Höhle ziehen ;)

      Ernsthaft. Ich bin freier Handwerker und nehme 30-35 €uro die Stunde (je nach Aufgabe). Wer mir sagt: "Mehr als 10 oder 15 Euro zahle ich aber nicht!", dem sage ich, dass er dann jemand anderen nehmen muss. Es gibt immer wieder die Diskussion, dass 30 Euro ja wohl völlig überteuert seien.

      Auf meine Frage, ob es denn in Ordnung wäre, wenn es für mein Gegenüber plötzlich nur noch die Hälfte Stundenlohn/Einkommen gäbe, kommt dann keine Antwort mehr.

      Ich bin im Moment auch dabei, unseren Blog zu überarbeiten, neues Design, Inhalte neu strukturieren und vorallem öfter mal neue Inhalte einstellen *schlamp*

      Vermutlich werde ich mich dann nach Partnerprogrammen umsehen, die zu den jeweiligen Themen passen. Ob das so einfach ist, oder erheblich schwieriger, weiss ich nicht, hab mich noch nicht drum gekümmert (soooooooooo viel Arbeit…), von daher kann ich nicht viele Tipps geben, was die Vermarktung dieses Blogs angeht.

      Eins kann ich aber sagen, nämlich, dass "das böse Geld" nicht böse ist. Nur der Umgang vieler Menschen mit diesem Geld. Ohne Geld würden wir das, was wir hier im Andersland tun, nicht tun können. Meine Benzinkutsche braucht nunmal Sprit, die Tiere müssen etwas essen, WIR müssen etwas essen, Strom, Wasser und Internet kosten auch Geld, Vater Staat hält ebenfalls die Hand auf und irgendwann muss ich auch mal Betriebsmittel, Ersatzteile, Werkzeuge kaufen, und ganz ehrlich – gerade bei diesem Wetter sollten auch mal zwei Malaga-Eisbecher drin sein, auch, wenn die "unverschämt teuer" sind.

      Ich selber arbeite daran, hier im Andersland und auch anderswo Workshops zum Thema Biokohle zu machen. Natürlich werde ich dafür auch GELD nehmen. Ich muss die Dosen und Tonnen beschaffen, ich muss meine Zeit investieren, um mich zu informieren, den Platz vorbereiten, den Workshop vorbereiten, Werkzeuge ausprobieren und anschaffen etc… Da wurde ich auch gefragt, wie ich denn dafür GELD nehmen könne. Nun – ich kann.

      Von meinem Standpunkt aus, Ihr Lieben, ist es völlig in Ordnung, wenn Ihr hier auf Eurem Blog Werbeplätze verkauft. Warum auch nicht? Wenn es passt, gerne. Und es ist viel besser, meiner Meinung nach, wenn Ihr, die Ihr etwas FÜR unseren Lebensraum tut, auch ein paar Euros dafür bekommt. Euros, die sonst woanders landen. Wer weiss, wo.

      Liebe Grüsse

      Ziegenzottel

  5. Blumenkind

    Hey, ihr Lieben, danke für den persönlichen Link hier her. Ich muss gestehen mir fehlt gerade Zeit und Bereitschaft mich noch tiefer hineinzulesen (weil ich auch nicht so viel am pc sein möchte..), ich werde aber das Thema und den weiteren Verlauf tatsächlich zu einem späteren Zeitpunkt nachlesen.

    Obwohl ich euch an und für sich positiv auf die Amazon- Einbindung geantwortet habe, denke ich nach dem Ùberfliegen eurer weiteren Überlegungen, dass es vielleichr gerade in eurem Rahmen doch nicht die optimale Lösung war.

    Selber hab ich amazon zb auf meiner Yoga u Fastenseite verlinkt aber nicht auf obiger – Blumenkind – da es mir dort nicht passend erschienen wäre.

    Ihr werdet wie immer eine gute Lösung finden, da bin ich sicher – Uberarbeitet

  6. Duuude

    Hallo Ihr Beiden,

    ich schäme mich manchmal wirklich, vegan und bewusst zu leben.

    Weil genau in dieser Fraktion gibt es derartig viele ausgesuchte Vollidioten, denen der Zeigefinger gestreckt festgewachsen ist. Ich habe bereits mehrere, an sich gute, Foren wieder verlassen, weil mir diese Super-Veganer und Weltverbesserer den letzten Nerv rauben, wenn sie an allem und jedem irgendwas auszusetzen finden.

    Ich esse keine Tiere, ich trenne meinen Müll, ich baue mein eigenes Obst und Gemüse an.

    Aber ich hab trotzdem Strom im Haus, habe ein Handy, schaue DVDs und JA, ich bestelle auch ab und zu mal bei Amazon.

    So schwer das auch sein mag, ignoriert diese Typen und macht das, was Ihr persönlich für richtig haltet.

    P.S.: Danke für Euren Blog!

    1. kai

      Das systhem ist so aufgebeut, das es nahe zu unmöglich ist ohne geld zu leben, auch wenn es ein paar wenige schaffen, jedoch sind auch diese indirekt auf geld angewisen, da ihnen irgend wer, der etwas zur verfügung stellen möchte, zuvor geld benötigt hat.

      Wir selbst arbeiteten die lezten 5 jahre am aufbau unseres projektes, das diesem mitlerweile sehr ähnelt und doch ganz anderst ist, die ersten 3 jahre machte ich das alleine, mit hilfe von vielen mitbewohnern, ich arbeiteten rund 200 bis manchmal 240 Stunden im monat, dazu kamen die helferstunden , die lezten beiden jahre half mir meine lebensgefärtin, die übrigends auch lisa heist :-) in dieser zeit arbeiteten wir rund 300 stunden zusammen, dazu kammen dan helfer über woerkaway die uns sehr entlaststen… was wir verdienten… in den ersten 3 jahren ass ich für rund 150 euro im monat, hatte unterkunft und nuzte die autos unserers bauernhofes…… als lisa mit ihren beiden kindern dazu kam, stiegen unsere essenkosten, auf rund 300 euro und wir gönnten uns beiden, je ein taschengeld von 50 Euro im monat….dazu brauchten wir 20 000 € euro, meines zuvor im systhem ersparten guthabens auf….der neuaufbau eines alternativen projekt kostet geld und eine unbeschreiblich grosse menge an zeit…alleine unsere mietkosten betrugen in dieser zeit 24 000 € ohne strom gas, und wasser, dazu kamen die gewerbekosten und krankenversicherung, auto und renovierungskosten, um das ganze zu finanzieren, wurde neben dem projektaufbau ein hausmeisterjob aufgebeut….

      schreibt doch mal einen artikel drüber wofür und wieviel geld ihr benötigt, und wieviel zeit ihr momentan für blog und experiment selbstversorgung im gesamten aufbringt, und was ihr momentan für eure arbeit erhaltet, damit sich die menschen ein ungefähres bild davon machen können warum ihr nach spenden fragt.

      jeder der eine dienstleistung erbringt, sollte auch dafür entlohnt werden, wir bezahlten geld dafür, das wir arbeiten durften, und dennoch macht es ungemein spass etwas neues zu schaffen und zu fühlen das es gut ist was wir tun, unser gästebuch ist so wunderschon, gerade in den ersten 3 jahren als ich das ganze versuchte alleine zu stämmen, lass ich mir oft, wenn ich absolut verzwiefelt war, die zeilen meiner mitbewohner durch, hatte tränen in den augen und wuste, ja ich mache genau damit weiter auch wenn es schwer ist!!! und auch jezt sind wir wieder in einer phase die unklar ist, unser alter vertrag ist ausgelaufen, wir dürfen momentan für die nebenkosten wohnen, aber nichts festes, aber es bewegt sich was….

      wir hatten und haben einen spendenbox in unserem gemeinschaftsbereich aufgehäng und bieten auch kostenloses mitwohnen an, allerdings beschränkt wir auf zwei tage, immer wieder wollen einige länger bleibe, was oft dann auch möglich ist und meist gibt es dann ein wenig in die spendenbox. dies wurde angeregt durch couchsurfing.org….

      super dazu passt diese http://www.youtube.com/watch?v=xMj_P_6H69g

      versucht doch mal eure werbeflächen gegen höchtgebot anzubieten vieleicht im 3 monatsrythmus…

      wir hatten 2 plätze, die wir kostenlos für die mithilfe von 60 stunden im monat angeboten haben, ohne verpflegung, darüber hinaus haben wir plätze angeboten, mit einem nebenkostenbeitrag von 3 euro täglich und nur noch 40 stunden, ohne essen

      ohne geld ist das was ihr tut nicht möglich zu tun, und es ist mehr als ok zu sagen, ja wir brauchen geld, bitte entlohnt uns über spenden, oder nehmt einen, euch passenden betrag für bestimmte tätigkeiten. Es darf ein weg gefunden werden, das nötige geld einzunehemn!!!

      fragt die leute die euch für den gebrauch von geld kritiseren wie sie sich vorstellen wie das projekt laufen soll?

      ihr verändert die welt!

        1. Kai

          ich hatte eure unterstützen-seite gelesen….hmmmmm…vieleicht hilft es ja dem besucher klarzumachen, wie hoch euer aktueller stundenlohn, zeitaufwand gegen spendeneinahmen ist, und wer es nicht glaubt ist herzlich eingeladen euch zu besuchen, um in begleitung euer spendenkonto einzusehen, natürlich müsste dieser aufwand mit einer festen gebühr bezahlt werden, da viele dann auch gleich denken, schreiben kann man viel, spätestens nach solchen angeboten, verebten die vorwürfe der grossen geldmacherei…ich weis auch nich, wir haben über unseren spendenbutten innerhalb von 2 jahren, seit er online ist, genau 2 euro Spenden bekommen, witziger weise genau einen tag nach dem online stellen :-)…..

  7. Ursula

    Liebe Lisa, lieber Michael,

    Lasst Euch von Leser-Reaktionen ja nicht irritieren oder verunsichern, sondern macht weiter, so wie es für Euch stimmig ist.

    Ich weiss: Geld ist ein leidiges Thema. Meine Vision ist auch eine Welt ohne Geld, wo einfach jede/r das einbringt, was sie/er von Herzen gerne tut, zum Wohl vom Ganzen. Diesem Ideal kommt Ihr beiden schon sehr nahe.

    Aber: Solange wir unser Wirtschaftssystem haben, so wie es leider immer noch ist, braucht jeder Mensch Geld, um existieren zu können. Von Euren wertvollen Informationen können wir alle profitieren. Und welchen Energieausgleich geben wir Euch? Keinen … Wenn das Internet-Projekt nun das Ausmass eines 50%-Pensums angenommen hat, dürft Ihr, ja müsst Ihr sogar Geld dafür einnehmen, sonst habt Ihr auch bei grosser Selbstversorgung schlicht weg zu wenig Geld zum Leben.

    Mein Vorschlag: Richtet ein Spendenkonto ein, damit wir Euch einen Energieausgleich für Eure wertvolle Arbeit geben können.

    Und lasst Euch von Kommentaren, die das dann auch wieder kritisieren werden, nicht verunsichern. Diejenigen, die Euch kritisieren, arbeiten selber auch nicht gratis …

    Ganz liebe Grüsse aus dem sonnigen Süden (Schweiz),

    Ursula

  8. Andreas

    Die Empörung ist scheinheilig. Alle die sich hier mit Selbstversorgung beschäftigen, sind doch selbst erst durch den Erfolg des gesellschaftlichen Konzepts, das jetzt so vernichtend von ihnen kritisiert wird, in der Lage such Gedanken um Selbstversorgung zu machen. Die westlichen Gesellschaften sind doch (bisher) die Gewinner dieser globalen Arbeitsteilung und können ihrer Bevölkerung eine hervorragende Bildung, Technologien, Gesundheitssysteme und einen Sozialstaaten bieten. Das alles zu verteufeln und gleichzeitig in Anspruch zu nehmen ist eben scheinheilig! Am Rechner hocken, im Netz surfen und sich über Werbung aufregen ist ebenfalls scheinheilig. Wer hier lebt kann sich nicht selbst versorgen ohne Ressourcen der "Restgesellschaft" zu nutzen, aus der er eigentlich austeigen möchte. Selbstversorgung hier ist nichts weiter als

    Folklore. Deshalb ist es auch klar, dass man dazu ein Einkommen braucht. Ob mit Amazon oder womit auch immer. Frei davon kann sich niemand machen. Ein echtes Experiment muss ergebnisoffen sein. Das ist Selbstversorgung in einer westlichen Gesellschaft nie. Wenn etwas nicht klappt, nutzt man eben wieder die konventionellen Ressourcen, die einen absichern. Dazu braucht man Geld. Das ist bei allen so und okay. Meine Meinung: Die Kirche im Dorf (sprich: die Werbung im Blog) lassen! Horrido Andreas

  9. Ulli Garherr

    Bitte macht soweiter wie ihr es im Gefühl spürt. Unser Leben aller ist Polarität, darum werden Euch solche Kritiken immer wieder zufallen. Es gefällt mir besonders mit wieviel Respekt Ihr mit ALLEN Menschen umgeht, und genau das ist es eigentlich was Euch beide in jeder Hin-SICHT sympathisch macht.

    Alles Liebe für Euer Tun

    Ulli

  10. Tanja Heller

    Liebe Lisa, ich bin zufällig Werbetexterin. Hau als Blogger 1 wirklich guten Text pro Woche raus. Weniger ist mehr. Und ihr habt Zeit für die wesentlichen Dinge. Problem gelöst. Erreicht ihr wirklich 45000 Leser monatlich? Das sind die Kosten nix. Mein Respekt! Ich hab keinen Blog. Ich texte nur für Geld. Amazon passt nicht zu euch. Alles Liebe. Tanja Heller

    1. Michael HartlMichael Hartl

      Liebe Tanja,

      danke für die professionelle Meinung. Es geht aber ja nicht um einen Text pro Woche. Es geht um super viele Kommentare, Mails, Nachrichten auf Facebook, etc. Und manchmal passiert halt mehr in einem Projekt, dann gibts eben auch zwei oder drei Artikel.

Schreib uns Deine Meinung!

Wir freuen uns darüber, dass du zum Thema beitragen willst.

Mit dem Absenden dieses Kommentars akzeptierst du die Kommentar-Richtlinien.

Abonniere unseren Artikel-Newsletter!

Schreib dich jetzt in unseren kostenlosen Artikel-Newsletter ein und du bekommst wie 8.900 andere Leser*innen einmal die Woche einen Überblick über unsere neuesten Artikel: