Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Was bitte ist ein Jeganer?

Countdown zum Leben als Veganer - mit einer kleinen großen Adaption

Martin Rohla
Von Martin Rohla
28. Oktober 2015

Ich bin 52 Jahre alt und esse Fleisch für mein Leben gerne. Gegrillt, paniert, gebraten und auch roh. Französischen Käse hab` ich fast noch lieber. Umso stinkender, desto besser. Seit ich 8 Jahre alt bin steht mein Ei im Glas mit einem Buttersemmerl auf dem Frühstückstisch. Und ich bin Jäger. Mit eigenem Revier. Mit der Jagd verbunden seit ich gehen kann.

Schwere Voraussetzungen für einen Veganer. Möchte man meinen. Ist auch so. Und ich habe auch schon recht ordentlich Bammel vor Montag, dem 16. November 2015. Dem Tag, ab dem ich kein durch Tierhaltung entstandenes Produkt mehr essen werde. Diese Formulierung ist bewusst so gewählt, denn es gibt eine kleine große Einschränkung in meinem zukünftigen veganen Setting.

Jäger + Veganer = Jeganer

Denn ich werde nicht aufhören zu jagen. Auf die Art und Weise wie ich die Jagd schon immer betreibe und ethisch und moralisch mit reinem Gewissen vertreten kann. Und das Fleisch von Wild, das ich selbst geschossen habe, werde ich essen. Mit Sicherheit mit noch größerem Respekt und Genuss als bisher. Das ist auch schon die im Titel angesprochene Adaption.

Ich werde – wie es meine schon vegan lebende Tochter Mia so schön erfunden hat – also zum „Jeganer“.
Mein Freund Michael Hartl hat mich eingeladen, meinen Weg zum Jeganer öffentlich zu beschreiben. Lustigerweise ja schon bevor mein jeganes Leben so richtig begonnen hat, denn ich habe heute noch genau 20 Tage vor mir, an denen ich so verantwortungslos essen werde, wie in den 19.179 Tagen, die ich – auch genau – schon auf der Welt bin.

Foto eines Waldes im Morgennebel

Was spricht für mich gegen die Tierhaltung?

Ich folge Michaels Einladung sehr gerne, denn ich bin der (immer festeren) Überzeugung, dass sich eine verantwortungsvolle Lebensführung mit dem Konsum von aus Tierhaltung entstandenen Produkten nicht verträgt. Gar nicht verträgt. Ja es sogar ein ganz bewusst vorgenommenes „Dieaugenverschließen“ sein muss, ganz bestimmte Tatsachen ganz bewusst aus seinem Blickfeld zu verdrängen.

  • 51% des weltweiten Wasserkonsums wird durch Tierhaltung verursacht.
  • Die Energieverschwendung zum Beispiel bei Rindfleisch beträgt 8 zu 1.
  • 70% der weltweiten Ackerfläche werden für die Produktion von Tierfutter genutzt.
  • Die Furze, die Scheisse und die Pisse von in Massentierhaltung gezogenen Tieren verursacht mehr Verschmutzung als alle Autoabgase zusammen. Weltweit.
  • Für die Produktion eines simplen Fastfood-Hamburgers wird mehr Wasser benötigt, als das normale Duschen eines Monats verbraucht.
  • Effiziente Tierhaltung verursacht zwangsläufig vermeidbares Tierleid.

Es ist irrelevant, ob die hier angegebenen Zahlen auf Punkt und Komma stimmen. Die Quelle stammt weder von Greenpeace, Peta oder sonst irgendeiner Organisation mit eindeutiger Absicht, sondern von der zur Neutralität verpflichteten FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.

Denn die Fakten sind – selbst wenn sie sogar um zweistellige Prozentzahlen übertrieben wären – schlimm genug. Und eigentlich ohne jede weitere Erklärung auch überzeugend genug, auf Produkte aus Tierhaltung sofort verzichten zu wollen. Im Wissen (und nicht nur in der Vermutung) um die langfristig fatalen Folgen.

Portrait von Martin Rohla, seines Zeichens Jeganer

Zukünftiger Jeganer Martin Rohla – ®NicoleHeilingPhotography

Warum fällt es dann so verdammt schwer?

Auch in Anbetracht der Tatsache, dass in den aufstrebenden Schwellenländern der Fleischkonsum auch aus Statusgründen stark zunimmt. Wie ja auch bei uns nach dem Krieg. In Anbetracht der Tatsache, dass wir selbstverständlich unsere Kinder rügen, wenn sie ein Papierl aus dem Fenster schmeißen wollen. Oder passionierte Mülltrenner sind. Oder immer öfter mit der Bahn fahren. Oder uns ein Elektroauto kaufen. Oder auf lange Flugreisen verzichten. Weil wir uns eben immer mehr mit nachhaltigem Lebensstil beschäftigen und mit der sozialen und ökologischen Hauptverantwortung: Den auf uns folgenden Generationen möglichst wenig Schaden zuzufügen.

Und da ignorieren wir doch tatsächlich die größte Umweltsünde vollkommen? Aus blöder Gewohnheit? Aus feiger Bequemlichkeit?

Ich rede natürlich jetzt nur von Menschen wie mir. Und nicht wie Euch, denen das schon längst klar ist und die ihr – eventuell noch verstärkt durch (höchst respektable, aber von mir halt nicht geteilte) tierrechtliche Motivation – schon längst auf alles aus Tierhaltung Stammendes verzichtet.

Aber Ihr seid halt wenige und wir sind halt viele. Leider.

Auf Produkte aus Tierhaltung verzichten – trotz Lust darauf

Darum will ich versuchen mit gutem Beispiel voranzugehen. Und davon berichten. Ungeschminkt. Eventuell sogar von meinem Scheitern. Aber auf jedem Fall von dem täglichen Kampf, den eine so gravierende Umstellung mit sich bringt. Und ich will jetzt nicht ein Wort hören, dass es doch gar nicht so schlimm ist. Oja. Ist es. Denn simpel gestrickte Genussmenschen wie ich lieben es, ihre Gelüste zu befriedigen, ohne sich dabei durch Gedanken an die Folgen groß stören zu lassen.

Ich liebe das Krachen einer knusprigen Schweinsbratenkruste, wenn ich darauf beiße. Die Sensation eines am Gaumen zerschmelzenden gut gereiften Camemberts. Das zarte Fleisch einer mit Petersilie und ein bissl Knoblauch gefüllten Forelle.

All das wird ab 16. November 2015 nicht mehr Teil meines Lebens sein. Dafür aber etwas anderes. Ich halte Euch am Laufenden.

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

82 Gedanken über “Was bitte ist ein Jeganer?

  1. Michelle

    Wo ich das hier so lese, dachte ich mir könnte ich auch mal meine Meinung zu schreiben.
    Zuerst: Ich möchte niemanden wegen seiner Lebens- und Ernährungsweise vorverurteilen oder beleidigen etc. !!!
    Generall Jeganer? Ja auf jeden Fall eine gute Idee! Es kann schon mal für einige Menschen ein besserer Weg sein.
    Für mich kommt eine fleischlose Ernährung nicht in Frage, da ich denke, dass wir durch die evolutionäre Entwicklung nicht darauf verzichten sollten.
    Was aber nicht heißt, das ich die industrielle Produktion bevorzuge. Ich bin dabei nach und nach mein eigenes Fleisch zu produzieren (Schafe, Hühner), da diese gleichzeitig mein Land pflegen und somit nützlich, gesund, tiergerecht leben, nichts zerstören aber auch keinen „Konsum“ für mich bedeuten.
    Es wird nur so viel geschlachtet, wie wirklich gegessen wird, Überschuss an Bekannte verschenkt bzw. verkauft. Das kommt somit wieder der Instandhaltung des Besitzes zugute, sowie der Verpflegung der Tiere.
    Natürlich gehört auch ein Nutzgarten und Obstplantage dazu, womit ich gut über das ganze Jahr komme. Ich denke für mich spielt Qualität eine große Rolle, sowie saisonal und regional in Maßen!
    Noch ein kurzer Anstoß zu den sogenannten Todschlagargumenten:
    1. „51% des weltweiten Wasserkonsums wird durch Tierhaltung verursacht.“
    Werden Tiere artgerecht und in deren „natürlichen“ Umgebung gehalten, ist der Verbrauch meiner Meinung nach geringer. Kühe auf nicht saftigen Wiesen zu halten, tut den Kühen nicht gut, genauso wie der Wiese nicht und mindert auch nicht den Wasserverbrauch. Die Kühe die zum Beispiel in Schottland das ganze Jahr über die Highlands ziehen, werden nicht getränkt! Aber dort sind Kühe heimisch, in Deutschland nicht!
    Das lässt sich auch mit folgenden Punkten in Verbindung bringen:
    „Die Energieverschwendung zum Beispiel bei Rindfleisch beträgt 8 zu 1.
    70% der weltweiten Ackerfläche werden für die Produktion von Tierfutter genutzt.“

    Generell sollten Wege gesucht werden, den Fleischkonsum zu verringern, dafür aber auf Qualität zu achten. Ob das auf vegane, vegetarische, jegane Weise, oder wie in meinem Fall Selbstversorgung geschieht, ist in diesem Prozess wohl erstmal keine Frage.

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Liebe Michelle,

      herzlichen Dank für Deine Nachricht und Gratulation zu Deinem Lebensstil, der meinem frei gewählten ja sehr ähnlich ist. Ich teile Deine Überlegungen voll und ganz, auch was Deinen Einwand die „natürliche“ Tierhaltung betrifft, bei der selbstverständlich alle genannten Zahlen so nicht mehr stimmen, sondern deutlichst besser sind. Meine Aussagen haben sich ja aber explizit auf „industrielle Tierhaltung“ bezogen.

      Und vielleicht treibt mich die Evolution ja bald auch wieder zum Fleisch zurück … ;-)

      LG

      Martin

  2. Anita

    Dear Martin,

    With all due respect, the word ‚jeganer‘ is an oxymoron. It is a contradiction in terms to combine vegan ethics with an act that opposes them.
    https://www.vegansociety.com/try-vegan/definition-veganism
    Living vegan is the right thing to do…ALL non-human earthlings have the right not to be seen as commodities or objects whose lives we can end just because we want to eat their bodies.
    The issue is not HOW and WHERE they are killed but THAT they are killed.

    I wish you all the best with the transition from non-vegan to vegan.

    Vegan greetings,
    Anita :)

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Dear Anita,

      thx a lot for your answer. I tried to explain, why and in which context I dared to use the word „vegan“ in my last article, which was published 2 days ago on this page. There are some defintions of „vegan“, not just the one of the vegan society. Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary (issue of August 2010) defines „vegan“ with „a vegetarian, who does not consume nutrition from animals and products of milk AND somebody, who awoids the use of all animal products.“ In the Oxford Illustrated Dictionary the word „vegan“ was mentioned the first time in 1962 and was explained as „vegetarian who eats no butter, cheese, or milk“. So I think I can use the word vegan for the creation of „jegan“, too. By the way, isn`t it all the same, why somebody decides to do something against industrial livestock farming by not eating products, which come out of this system? Not only animal rights are a good and respectable reason. The radicalism of many vegans, who think they had to defend their personal livestyle (and opinions) against people, who are not sharing their point of view for 100%, is really frightening, I can tell you. Look at the many unintelligent posts on the facebook-page of „Experiment Selbstversorgung“. This radicalism is doing a lot of harm to a very good cause, as it is quite repulsive for many potential sympathizisers.

      Best regards,

      Martin

      PS: Did you ever live in Vienna and do you have a sister called Daniela?

      1. Anita

        Donald Watson coined the term ‚Vegan‘ in 1944.
        Living vegan does not only mean eliminating animals and their ‚by-products‘ from one’s dinner plate but it also means eliminating (as much as it is possible) products that contain animal derived ingredients and/or have been tested on animals. That obviously includes clothing as well (no leather, no fur, no wool, no silk, no skins…).
        https://en.wikipedia.org/wiki/Donald_Watson

        1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

          There are various definitions of „vegan“ (as I described it in my answer to Anitas post) and I don`t think that anybody can claim his one is more true than other ones, just because he does`nt like it. So I (and many others) define „vegan“ as “ … a vegetarian, who does`nt eat products from milk and eggs, too … “ Maybe we should make a differentiation between „vegan nutrition“ and „vegan lifestyle“. This could help.

          Best regards,

          Martin

  3. Michi

    Finde die Idee super! Wir haben einen kleinen Bergbauernhof (10 Rinder davon 2 Milchkühe, 50 Schafe, 20 Hühner, 2 Schweine, 2Pfaue, Zwerghasen, 3 Enten, 3 Pferde, 5 Katzen und 1 Hund, einen kleinen Forellenteich) und essen an Fleisch nur die Schweine und Schafe und Forellen die wir selber füttern. Ich kaufe generell keine Wurst. Speck machen wir auch selber. Eier, Milch haben wir auch selber und Käse mache ich auch. Ich weiss, dass das mit veganer Lebensweise nicht viel am Hut hat. Allerdings ist es für meine Familie eine Alternative. Auch unsere Kinder essen – ich sage mal kaum Wurst – wenn sie irgendwo eingeladen sind, oder von der Oma mal ins Mäcki mitgenommen werden dann soll es so sein. Ich finde deinen Weg super und drücke dir die Daumen dass du durchhälst.

  4. MattHias

    Hallo Martin,

    wie geht es dir nun mit der Jeganerei? Wurstkonsum fast null? Bunkerst du Wildfleisch oder bist du jedes Wochenende im Revier. Nur auf Schwarzwild wegen der Fleischmenge…oder darfs ein Rebhuhn auch sein.

    LG, MAtt

  5. EP

    Ihre Ziele sind im Einzelfall sehr schön (und definitiv besser als der Konsum eines 08/15 Fleischessers), aber leider nicht massentauglich. Wenn jeder “normale“ Fleisch-Konsument zum Jäganer werden würde und selber auf die Jagd gehen würde, gäbe es übermorgen keine Wildtiere mehr. Für die Masse gibt es nur den “einen“ Ausweg – komplett auf tierische Produkte zu verzichten. Als Veganerin die zum größten Teil aus ethischen Gründen Vegan wurde, habe ich trotzdem viel Respekt für Ihre Sichtweise und wünschte mir dass alle Jäger (-und ich habe mit vielen Jägern zusammengearbeitet – komme vom Bundesamt / Forschungsinstitut für Wald), dasselbe Verständnis von Ethik und Umweltschutz hätten, wie Sie. Denn meine Erfahrung mit den vielen Jägern in meinem Beruf ist leider eine ganz andere als Ihre. Während der Arbeit von “Jagd & Naturschutz“ reden und am Pausentisch, dass 3 Euro Fleisch-Menü aus der Kantine verzehren und sich ganz stolz die Geweihe von vielen jungen Hirschen ins Büro hängen…. Alles gute auf Ihren Weg.

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Liebe Pamela, herzlichen Dank für Ihre Antwort. Dass mein Konzept nicht massentauglich ist versteht sich von selbts, es erhebt auch nicht den Anspruch darauf, sondern soll vor allem zum Nachdenken über Produktkonsum aus Massentierhaltung anregen. Was Ihr Kommentar zum Verhalten vieler Jäger betrifft so muß ich Ihnen leider zustimmen, nach meiner Beobachtung hat jedoch zumindest eine Mehrzahl ein sehr sensibles Verhältnis zur Umwelt, auf jeden Fall ein deutlich bewußteres als Menschen, die nicht jagen und viele damit verbundene sehr horizonterweiternde Erlebnisse nicht haben. „Ich jage nicht um zu töten, sondern ich töte, um gejagt zu haben“ hat der spanische Philosoph und Jäger, Ortega y Gasset, es formuliert. Schwierig. Schwierig halt aber auch, dass schwarze Schafe immer ein Bild unkorrekt verzerren. Danke für Ihre guten Wünsche und liebe Grüße, Martin Rohla

    2. Claudia

      warum immer schwarz oder weiß? warum gibt es für die Masse nur EINEN Ausweg, das stimmt doch nicht. Es gibt so viele Wege und zum Beispiel Eier kann so gut wie jeder absolut Regional und Tierschutzgerecht selbst produzieren. Selbst in der Großstadt kann man Wachteln oder Zwergwachteln auf dem Balkon halten. Man könnte auch auf sehr wenig Platz Kakerlaken und Mehlwürmer züchten und essen… immer noch besser als Pudding und Tofu zu konsumieren.

  6. Atanjeo

    Ich bin Veganer und kein Jäger, trotzdem finde ich den Ansatz des „Jeganers“ in gegenwärtigen Wald sehr sinnvoll. Was ich hier so an Kommentaren einiger überambitionierter Veganer lese zeigt mir, das hier nicht so viel Wissen über die Situation im Wald besteht.
    @Anfüttern der Tiere: Macht allein deswegen keinen Sinn, da es in vielen Regionen eh schon viel zu viel Wild gibt. Wird soweit ich weiß in der warmen Jahreszeit nur in der Nähe von Futterplätzen praktiziert um den Bestand einfacher kontrollieren zu können.
    Rehe, Wildschweine und Hirsche verursachen im deutschen Wald drastische ökologische und ökonomische Schäden.
    Der Wildverbiss behindere großflächig die Anlage von naturnahen Mischwäldern und den Umbau herkömmlicher Forsten, was ja genau das ist, was wir alle wollen. Jedes Jahr werden alleine in D viele Kilometer Zaun (mit all seinen Nachteilen) verlegt, um zumindest die ökonomischen Schäden etwas abfangen zu können.

    Fütterung: Gerade im Winter ist die Fütterung daher unbedingt notwendig, um den Wildverbiß wenigstens einigermaßen in Grenzen zu halten.

    Lösung: Leider nur über das bejagen. Daher ist das was Martin macht auch aus veganer Sicht wichtig. Langfristig wäre es natürlich toll, wenn die überwiegende Mehrheit auf Fleisch verzichtet und so wieder viele Tierfutterflächen bewaldet werden könnten. Dann wieder Luchs, Bär und Wolf ansiedeln und schon kann sich die Natur von selbst regeln. Da aber wie zuletzt in Thüringen die große Panik ausbricht, wenn ein paar Wölfe einwandern, ist das aktuell wohl illusorisch.

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Lieber Alexander,

      danke sehr für Deinen sehr fundierten Kommentar. Dazu kommt leider noch ein weiterer unangenehmer und die ganze Angelegenheit noch weiter verkomplizierender Punkt.

      Steigende Wildzahlen und erhöhte Sensibiltät, was Wildverbiß betrifft (leider spielt hier neben den von Dir angeführten Faktoren der Wunsch nach forstwirtschaftlicher „Ertragsoptimierung“ die allergrößte Rolle) führt zu steigendem Jagddruck. Was wiederum bedeutet, dass wir Jäger nicht nur weniger selektiv jagen können, sondern auch viel schneller die Entscheidung zum Schuß treffen müßen. Wie schwierig das Jagen ist, beschreibt sehr gut eine Posterin von vor ein paar Tagen. Man muß sich tatsächlich stundenlang in Wald und Feld aufhalten, um dann eventuell ein schußbares Stück Wild – oft auch nur ganz kurz – in Anblick zu bekommen. Und dann mußt Du – für einen anständigen Jäger das allerwichtigste – auch noch so exakt schießen, dass das Wild sofort schmerz- und angstfrei zu Tode kommt. Sehr oft schießt man dann eben nicht. Und sieht dieses bestimmte Tier dann auch nie wieder. Schweine sind ohnehin nur noch in der Nacht zu bejagen und da sitzt Du dann oft in Eiseskälte stundenlang im stillen dunklen Wald herum und es kommt gar nix.

      Durch den ständig steigenden Jagddruck ist nun zB das Rotwild schon so scheu geworden, dass Du auch hier nur in den allerletzten und allerersten Minuten Tageslicht eine Chance hast. Die Lösung sind nun immer häufiger stattfindende revierübergreifende Drückjagden, bei denen – weil auf flüchtiges Wild geschossen werden muß – deutlich mehr schlechte Schüße passieren, als beim Ansitz oder der Pirsch.

      Das Ganze ist leider ein echter circulus vitiosus und ich habe auch keine Idee, was eine praktikable Lösung sein kann, die zu einem stabilen Gleichgewicht führt. Denn dass Dein angeführtes Idealszenario leider (!) illusorisch ist, hast Du ja selbst auch schon angemerkt. Die das Tierleid am allermeisten maximierende Maßnahme wäre auf jeden Fall, die Jagd ganz sein zu lassen. Das steht außer Frage.

      Liebe Grüße,

      Martin

      1. Claudia

        ich glaube nicht, dass es im dichtbesiedelten Deutschland zu einem harmonischen zusammenleben von Bär, Wolf und Mensch kommen kann. Der Wolf wird sicher bald feststellen, dass die heutigen Menschen arg und wehrlos sind. Aber das kann der heutige Gutmensch, der noch nie ein brutalst gerissenes Schaf gesehen hat ja nicht glauben.
        Ich finde auch nicht, dass es sinnvoll ist, dass wir alle veganer werden und uns die Spezialitäten wie Datteln, Südfrüchte, Soja, Superfoods und co durch die halbe Welt karren lassen. Sinnvoller wäre, wenn nicht einige wenige radikal umdenken, sondern alle vernünftig. Würden wir alle essen wie ein Bauer vor 200 Jahren wären viele Probleme gelöst. (Keine Industrienahrung, auch kein ZuckerAuszugsmehl, Tofu;
        Obst, Gemüse und Eier aus dem Hausgarten, Fleisch nur Sonntags, Einbeziehen von wilden Früchten und Kräutern, wie Hagebutten, Brennesseln etc. …beim örtlichen Bauern einkaufen statt beim Discounter …etc….)
        und nicht nur die Nahrung…ist es sinnvoll vegane Schuhe (Plastik!) zu tragen? Oder sollten wir uns nicht lieber zwei Paar Dänische Entenschuhe aus unbehandeltem Leder gönnen und diese gut pflegen und nach 10 Jahren kompostieren? Und machen vegane Polyestertierchen im Annorak für Flora und Fauna wirklich irgendetwas besser als Biologisch gegerbtes Lammfell? Brauchen wir Lippenstift und Co? Brauchen wir Waschmittel, Zahnpasta mit Microplastik und Shampoo? Und was tun wir wem damit an, wenn wir es benutzen?

        1. Helene

          so jetzt muss ich auch meinen Senf dazu geben:

          ich bin kein veganer, nicht einmal Vegetarier, habe allerdings in unserer Familie den Sonntagsbraten wieder eingeführt. dh wir essen so gut wie fast nur mehr Gemüse und mit ausnahme fleisch an manchen tagen. im sommer brauch i gar kein fleisch, im winter verlangt mein körper schon danach…
          aber wenn dann nur bio, aber nicht vom Supermarkt, sondern vom fleischer, wo i weiß, dass es vom schneeberg kommt, wo es den Tieren gut geht.
          genauso die Milchprodukte alle im Glas von krogger

          andererseits leben wir seit 2 jahren ca. nun schon fast plastikfrei und ökologisch. also ich lege nicht nur wert darauf, dass es ökologisch ist, sondern auch die Herkunft (zB fairtrade) und auch die Verpackung (also kein Kunststoff).

          ich denke mir, wenn alle so leben würden, dann könnten die ganzen großkonzerne einpacken (ich gehe so gut wie in einen Supermarkt (sondern nur in Geschäfte von Einzelunternehmen), ja das ganze System würde zusammenbrechen und neu erschaffen werden müssen,
          was ich im übrigen sehr begrüßen würde…

          ich gehe nie shoppen, das gewand kaufen wir großteils am Flohmarkt für die ganze Familie und auch sonstige Sachen übertragen über willhaben….

          wir haben aber trotzdem ein Auto…

          also ich/wir sind bei Gott nicht perfekt und wir müssen auch noch vieles ändern (eben zB veganer werden ;-)), aber ich denke mir trotzdem, dass egal was jeder an sich oder seiner Lebensweise ändert, es ein vieles in der welt ist.

          egal auf welcher ebene. der eine ist veganer, dafür verschwendet er nach wie vor massenweise Plastik, dass 500 jahre braucht zum verrotten… und auf lange zeit gesehen nicht nur ein müllproblem ist, sondern auch für die Tiere, abwässer, etc. ein einziger Kreislauf…

  7. Werner Messerig

    Auch ich bin Jäger, liebe die französische und italienische Küche und möchte nicht gerne auf Fleisch verzichten.
    Und trotzdem gelingt es mir seit einiger Zeit kein einziges Stück Fleisch mehr aus Tierhaltung zu essen; was ich aus der Natur an Hirsch, Wildschwein und Reh bekomme reicht mir für meinen Fleischkonsum völlig aus – im Gegenteil, ich versorge auch noch viele andere Wildliebhaber, die ebenfalls ein Problem mit Fleisch aus der Massentierhaltung und Supermarktware haben.
    Ein Beitrag, den alle Jäger in gewissem Umfang gegen die Massentierhaltung leisten, die viel Wild und weniger anderes Fleisch essen.
    Und genauso hab ich Martin auch verstanden; die Natur bietet ihm genügend Fleisch für den guten Genuss.

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Lieber Werner, ja, genau so ist es. Ist aber auch ein Privileg des Jägers. Bei meiner Umstellung ghet`s mir aber ja nicht nur um Verzicht auf Fleisch aus Massentierhaltung, sondern auch um die Vermeidung der Konsumation von jeglichen Produkten aus Massentierhaltung. Ob und wie ich mich ohne Käse und Eierespeis wohl fühle, sehe ich ja dann … ;-) LG, Martin

      1. Claudia

        Hi,
        hast Du einen Garten? Dann könntest Du ein paar Hühnchen halten. Wenn Du eine Hobbyrasse nimmst legen die sich nicht tot und wenn sie genügend Würmer und anderes Krabbelzeug finden, brauchen die auch kein Legemehl.
        LG

      2. Werner Messerig

        Hallo Martin,
        auch ich bin auf Deine Erfahrungen gespannt; sicherlich gehört zu Beginn eine gute Portion Disziplin dazu. Respekt.
        Ich für mich könnte mir all diesen Verzicht im Moment nicht so einfach vorstellen; an der Grenze zu Frankreich im Saarland geboren ist guter Käse aus Frankreich für mich aus meiner Küche nicht wegdenkbar.
        Strenggenommen müsste ich dann auch auf all meine guten Bordeaux im Keller verzichten, von denen die meisten ja mit Hühnereiern geklärt werden, puuuh…

        Gruss,
        Werner

        p.s. sorry, bin aus Versehen auf die „Kommentar melden“ Taste gekommen.

    2. Doris

      Für Jäger ist Wildfleisch offenbar ein Genuss. Es ist sicher auch eine „priviligierte“ Leidenschaft. Ich bin kulturell bedingt mit vielen verschieden Fleisch Mahlzeiten aufgewachsen, freue mich aber heute, entdeckt zu haben, dass es kulinarisch wie gesundheitlich auch anders geht. Ich geniesse heute dankbar mein Essen, ohne einen Gedanken darüber verlieren zu müssen, ob ich leid in dieser Welt geschafft habe.

      1. Werner Messerig

        Hallo Doris,
        das ist die schöne Seite an unserer anscheinend für viele so selbstvertändlichen Freiheit, daß jeder seinen Weg – gleich welcher Form und Ausprägung – finden und auch gehen darf. Ich finde das ist ein wirkliches Privileg, auch der Weg, den Martin sich vorgenommen hat.
        Bitte geh nicht davon aus, daß Jäger nun jeden Tag Wildfleisch verzehren; ich selbst reduziere meinen Fleischkonsum vielmehr von der Menge her und geniesse zwei oder dreimal in der Woche ein qualitativ hochwertiges Stück, das biologisch sauber in unserer Natur aufgewachsen ist – ein zusätzlicher Gewinn der Jagd, ohne die es auch in absehbarer Zukunft nicht gehen wird.
        Der Weg von Martin allerdings ist schon sehr anspruchsvoll und ich bin gespannt, wie es ihm gelingen wird – ich wünsche es ihm.

        1. Doris

          Lieber Werner
          ein wahrhaftes Privileg des Menschen, ist die Fähigkeit zu besitzen, Nahrung hier Protein aus den verschiedensten Quellen zu schöpfen. In Europa ist es schwierig, uns vegan zu ernähren, da unsere traditionelle Esskultur eher tierlastig resp. zur Lasten der Tieren basiert. Zum Glück gibt es Völker, die sich schon lange für vegetarisches Essen entschieden haben und wir sind herzlich dazu eingeladen, von ihrem Wissen und Können zu „profitieren“. Auch ihre Mahlzeiten sind ausgewogen und lukullisch. Neugierige offene Menschen werden mit einem Schatz voller neuen Aromen belohnt ……..bis zum Ueberessen ;-) LG Doris

            1. Doris

              ich komme gerade aus Berlin zurück und habe wunderbare Falafel im NENI gegessen. Das nächste Mal werde ich den Hummus bestellen. Es hat viele kleine Spezialitäten Geschäften mit fremdländischen Köstlichkeiten….alle sehr inspirierend.

  8. Doris

    Lieber Martin, schlussendlich geht es um Gewohnheiten und in diesem Fall sie zu ändern. Ich habe vor einiger Zeit das gleiche Problem gehabt und fand die Lösung in einem leckeren Ersatz. Ich wohne in Zürich und bin eine zeitlang regelmässig in vegetarische Restaurants (Hiltl und Tibits) essen gegangen. Das Buffet Angebot ist so gross und lecker…ich habe gar nichts nachgetrauert. Die Umstellung war mehr als einfach….guten Appetit ; -)

      1. Doris

        ich habe volles Verständnis, wenn man gerne auf das Gewohnte und Vertraute zurückgreifen will. Ich habe schon gehört, dass Essgewohnheiten zu ändern schwieriger sei, als den Wohnort zu wechseln ; -) ……so viel zu Wildfleisch als Ersatzprodukt. Was ich Dir eigentlich mitteilen möchte, ist dass wenn man sich die Zeit und Mühe nimmt, den Willen natürlich auch, kann man eine ganz neue interessante reichhaltige kulinarische Welt entdecken und das alles vegetarisch bis vegan und zwar dort, wo man sich schon lange mit Leidenschaft damit auseinander gesetzt hat. Ich wünsche jedem von Herzen diese Bereicherung…..einfach nicht aufgeben. Lg

  9. Sonja Weilenmann

    Lieber Martin

    Ich finde es stark von dir, dass du als Fleischliebhaber den grossen Schritt zum Jeganer wagst. Ich hoffe, dass es dir gelingen wird. Ich finde es schade, dass es einige Veganerinnen und Veganer gibt, die deinen Weg in Frage stellen und sogar verurteilen. Ich hoffe, dass du während deiner Umstellung vielen dir wohlgesinnten vegan lebenden Menschen begegnen wirst. Von Herzen wünsche ich dir auch, dass du die vegane Küche gerne bekommst. Veganes Essen schmeckt anders als Mahlzeiten mit tierischen Produkten. Am Anfang ersetzte ich z.B. Fleisch mit Tofu oder Kuhmilchsahne mit Sojasahne. Das war vom Geschmack her total etwas anderes und schmeckte mir nicht. Erst als ich begann, anders mit den veganen Zutaten zu kochen, schmeckte es mir. Inzwischen kann ich vegane „Gourmet-Menus“ zaubern. Wenn du den Geschmack von Fleisch sehr gerne hast, denn dieser ist meiner Erfahrung nach nicht ersetzbar, rate ich dir, anfangs ganz andere Rezepte auszuprobieren. Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir viel Spass beim Entdecken einer neuen Welt.

    Herzlich
    Sonja

  10. Weilenmann Sonja

    Lieber Martin,
    Ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg und gutes Gelingen mit deinem Vorhaben. Mir ist es etwas peinlich, wenn ich die verurteilenden Worte von Veganerinnen und Veganern höre. Ich hoffe, dass du vielen vegan lebenden Menschen während deiner Umstellung begegnen wirst, die dir mit offenem Herzen und Respekt begegnen werden.
    Ich hoffe, dass du lernen kannst, veganes Essen zu mögen. Denn meiner Erfahrung nach, schmecken vegane Mahlzeiten nicht wie Fleischmahlzeiten oder Mahlzeiten mit tierischen Produkten. Es gibt für tierische Produkte für meinen Geschmack keine Ersatzprodukte. Anfangs ersetzte ich nämlich einfach z.B. Fleisch mit Tofu oder Milchsahne mit Sojasahne. Das war so etwas von nicht das Gleiche! Mit den Jahren lernte ich mit veganen Zutaten zu kochen und inzwischen würde ich mich als vegane „Gourmet-Köchin“ bezeichnen. So rate ich dir, wenn du einen Rat von mir annehmen möchtest, bei der Umstellung ganz anders zu kochen und zu essen als als Fleischesser.
    Herzlich
    Sonja

  11. orinoco

    Ich hab nichts gegen Jeganer, wenn sie ihre Beute ohne technische Hilfsmittel im fairen Zweikampf erlegen. So wie meine beiden jeganen Katzen. In dem Sinne bin ich auch Jeganer, aber ich schaffe es bestenfalls ein paar Fliegen mit der Hand zu fangen, vielleicht noch einen Frosch und eine Blindschleiche. Ich freue mich aber lieber daran, wenn ich sie leben lasse.
    BTW statistisch isst man 5 Spinnen in seinem Leben und zwar nachts wenn sie einem in den Mund laufen und man sie im Schlaf verschluckt. Und mein Kater fängt sie und isst sie auf. Scheinen also doch nahrhaft zu sein.

  12. Christine

    Hallo Martin
    ich bin mit der Jagd aufgewachsen ( mein Vater ist ein Jäger) und ich finde deine Idee ganz gut aber nur wenn du nicht zur Gatterjagd gehst !!!
    Es sollte sowieso nur gejagt und geerntet werden was man zum leben braucht und auch zu 100% gegessen und verarbeitet wird.
    bin gespannt wie´s dir mit – jegan – geht
    wünsch dir auf jeden Fall alles gute !
    lg.Christine

  13. Claudia

    Lieber Martin,
    ich finde es toll was Du machst und dass Du auch den Mut hast das öffentlich zu sagen. Ich finde jeder sollte in seinem Rahmen tun was er kann und da wir alle unterschiedliche Vorraussetzungen haben kann das nicht bei jedem das selbe sein. ich zum Beispiel habe nicht die Möglichkeit zu jagen. Aber ich habe die Möglichkeit Fleisch von natürlich aufgezogenen schottischen Hochlandrindern direkt beim Bio Bauern (und Landschaftspfleger) im Nachbarort zu kaufen. Und die Schlachtreste verschwinden in meinem Hund – so brauche ich kein ungesundes künstliches Dosenfutter. Meine 3 Ziegen dürfen allerdings irgendwann eines natürliches Todes sterben, da ich es nicht übers Herz bringe sie zu „verwerten“ auch wenn das eigentlich Verschwendung ist. Meine Hühner bekommen kein Soja, sondern genügend Insekten durch Freilandhaltung und Fett aus der Kiste für den Hund. Mein Obst und Gemüse wächst im Garten. Getreide kaufen wir beim Demeter Bauer und mahlen es selbst. Ich finde ich mache schon recht viel und trotzdem werde ich von militanten Vegetariern belehrt (die selber aber Zucker und Kunstprodukte essen) darum binde ich meine Ernährungsweise nicht mehr jedem auf die Nase und ziehe einfach mein Ding durch. Aber eigentlich ist das falsch. Wir sollten den Mut haben darüber zu reden was wir tun und warum wir es tun.
    Mach weiter so.
    Liebe Grüße
    Claudia

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Liebe Claudia, was Du machst ist großartig! Genau das scheint mir der richtige Weg, ich versuchs halt aus einer anderen Richtung kommend … und die eigenartigen herablassenden Belehrungen der militanten Vegetarier und Veganer (mit denen ich höchst erstaunt auch erstmals zu tun habe) haltest Du schon aus, da bin ich sicher. ;-) LG, Martin

  14. Elfriede Haass-Ehrenfeld

    Gescmack Essenz Hunger stillen…..in meiner Kindheit gab es sehr wenig zu Essen….deshalb habe ich automatisch das Essen länger im Mund behalten und eingespeichelt und mich beim Essen gefreut.
    Dankbarkeit vor dem Essen die Hände gefaltet und Ruhe Beschaulichkeit …bei Tisch SEIN .
    Wenig zum Essen als Produkt…doch die Düfte strömten von überall her……das vermisse ich….einen Feldblumenszrauß als Anblick beim Essen…und die Ruhe und Dankbarkeit dazu….

  15. Ute

    Hallo Martin,
    ich kann Dich zu Deiner Entscheidung, die bestimmt sehr schwer fiel, nur beglückwünschen. Ich selbst lebe seit 25 Jahren vegetarisch und habe 1,5 Jahre vegan gelebt. Habe für mich aber festgestellt, dass es schwer ist, nicht nur vegan aus dem Bioladen, sondern besser aus dem Garten oder zumindest Lebensmittel (in Form von „Rohstoffen“ oder Zutaten) und da bin ich noch nicht so weit. Ich weiß jedoch, dass es für mich auch die richtige Form ist. Zur Zeit halt wieder vegetarisch. Ich kann Deinen Kompromiss nachvollziehen. Bin gespannt auf Deine Berichte.
    Liebe Grüße
    Ute

  16. Wolfgang

    Wenn der ‚Jeganer‘ im Herzen angekommen ist und verstanden hat, dass man als Mensch im 21. Jahrhundert keine Tiere töten muss um sich zu ernähren, kann er gerne einen Erfahrungsbericht abgeben. Ansonsten ist die Schaffung des ‚Jeganer‘ nur eine weitere Form sein Ego zu pflegen und Leid und Elend in die Welt zu tragen. Auf dem Jägerstand (ohne Waffe) zu sitzen und die Natur zu beobachten kann da hilfreich sein ;-)

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Lieber Wolfgang, Deinen doch ein bissl herablassenden Ton ignorierend (oder eben nicht ganz! ;-)) darf ich, obwohl Du es eigentlich noch nicht gestattest, jetzt schon einen kleinen „Erfahrungsbericht“ abgeben und Dir versichern, dass ich im Schnitt nur circa eines von zwölf Malen, die ich am Jägerstand sitze, schieße und sonst stundenlang nur die Natur beobachte. Und dann – wie fast alle Jäger, die ich kenne – schieße ich eben nicht die starken gesunden kräftigen trophäenstarken jungen Tiere (wie es Peta so ganz falsch behauptet), sondern diejenigen schwachen, alten und kranken, die ich auch aufgrund eines behördlichen Auftrages (!) als für „mein“ Wild Verantwortlicher auch zu schießen habe. Und das werden wegen des ständig schrumpfenden Lebensraumes (alleine meine Revier hat aufgrund von Bautätigkeit sich in den letzten 3 Jahren um 50 Hektar verkleinert) und dem zusätzlichen Futterangebot (die Population von Schwarzwild steigt seit Jahrzehnten parallel zur Fläche des Maisanbaues) immer mehr. Jedes Jahr klaube ich alleine in meinem kleinen Revier circa 25 schrecklich und qualvoll zu Tode gekommene Rehe von der Strasse, wie überhaupt mittlerweile fast 25% des hiesigen „Abschusses“ sogenannte „KFZ-Rehe“ sind. Nein, ich habe gar kein schlechtes Gewissen, wenn ich mit einem sauberen Schuss ein Tier so töte, dass es nicht einmal den Knall des Schusses hört, weil die Kugel rascher fliegt als der Schall. Und dann die für einen anständigen Jäger obligate Totenwacht halte. Und dem Tier dann seinen letzten Bissen gebe. Und es eigenhändig aufbreche und versorge. Und dann später einmal bei Gelegenheit essen darf. Nein, lieber Wolfgang, ich trage (wie alle anständigen Jäger) kein „Leid und Elend in die Welt“, um Dich zu zitieren. Ich reduziere es. LG, Martin

      1. Wolfgang

        Lieber Martin,

        herablassend sollte der Kommentar nicht sein, sondern am bestmöglichen Ergebnis orientiert sein. Und da orientiere ich mich am Schwächsten. In diesem Fall ist es das Tier, das keine Wahl zwischen Leben und Tod hat. Ob es den Schuß hört oder nicht, macht es nicht besser.
        Die ganzen Argumente, wie gut und wichtig die Jagd ist, kenne ich. Ich habe da, das wird dich nicht überraschen, meine eigene Meinung.
        Von mir aus sollen die Jäger machen, was sie wollen. Es ist ihre eigene Schuld, die sie auf sich laden und mit der sie leben müssen.
        Aber einen Bezug ‚Jagender Veganer‘, das halte ich für keine zukunftsweisende Menschheitsentwicklung.

        Herzliche Grüsse,
        Wolfgang

      2. Weilenmann Sonja

        Lieber Wolfgang
        Veganismus heisst für mich Achtung vor Lebewesen. Der Mensch gehört da auch dazu. Ich persönlich kann deiner Gesprächsform nur wenig Respekt gegenüber Martin abgewinnen. Denkst du, dass es Martin überzeugen wird, mit dem Jagen auf zu hören? Oder was genau möchtest du denn mit deiner verurteilenden Aussage erreichen? Ist vielleicht deine verurteilende Art (ich benutze nun deine Worte) eine weitere Form sein Ego zu pflegen und Leid und Elend in die Welt zu tragen? Siehst du tatsächlich nicht, den Wert von diesem Schritt von Martin? Ich persönlich kenne nur ganz wenige Menschen, die Fleisch essen und fähig sind ein Tier selber zu töten! Ich finde es super, dass ein Fleischliebhaber wagt, auf vegan umzustellen. Ich hoffe, dass er somit viele Fleischesser erreichen kann und zwar ganz auf einer anderen Ebene als „wir“ Veganerinnen und Veganer. Ich lebe seit gut 19 Jahren vegetarisch und seit 10 Jahren (fast) vegan. In der kalten Jahreszeit esse ich mit viel Genuss gelegentlich etwas Käse.
        Ich grüsse dich
        Sonja

        1. Wolfgang

          Liebe Sonja,
          zum Thema Ego gebe ich dir recht. Jegliche Form von (menschlichem) Leben hat mit Ego zu tun. Da schließe ich mich auch nicht aus. Die Gesprächsform, sehe ich nicht so radikal. Nach Jahrzehnten im Tierschutz, finde ich, dass Martin ganz gut weg kommt. Für ihn mag es ja ein guter Schritt sein. Ich habe auch lediglich einen Kommentar abgegeben, weil die Verbindung Jagd und Vegan nicht zusammenpasst. Das ist genau so wie der Begriff Flexitarierer. Bei beiden Begriffen steht am Ende ein totes Tier. Für mich ist Vegan eine Lebensform. das heißt nicht nur Ernährung. Aber sei es wie es ist, soll Martin glücklich werden , und alle anderen auch :-)
          Ich persönlich hätte halt gerne, dass die Tiere das auch können. Die Tiere haben keine Wahl, ob sie leben dürfen oder nicht. Diese Entscheidung nimmt ihnen der Jäger oder Schlachter ab. Solange werde ich mich weiter dafür einsetzen. Und nicht nur für Tierrechte, sondern auch sehr stark für Menschenrechte.
          Herzliche Grüße,
          Wolfgang

          1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

            Lieber Wolfgang, das ist aber nett, dass ich „noch ganz gut wegkomme“. Wie beruhigend. Schränke vielleicht ein, dass die Begriffe „vegan“ und „Jagd“ einfach halt Deiner Meinung nach nicht zusammenpassen. Denn eine Motivation, vegan zu leben, kann ja auch sein, nur aus den von mir im Artikel ausgiebig dargelegten den Umweltschutz betreffenden Punkten keine Produkte aus Tierhaltung mehr zu sich zu nehmen, ohne tierrechtliche Aspekte überhaupt irgendwie zu bewerten. Das kann ja auch eine ganz eigene Diskussionsebene sein. Bissl schwierig, wenn man so auf eine Denkrichtung eingeschossen ist, hm? ;-) Jedenfalls vermischt Du hier zwei Dinge, die nicht zwingend miteinander zu tun haben. LG, Martin

            1. Wolfgang

              Lieber Martin,

              das mit der Denkrichtung finde ich ganz nett. Gerade der Veganer muß sich im Alltag stängig rechtfertigen. Der Fleischesser hat’s da leichter ;-)
              Wir kommen bei dem Thema wohl auch nicht mehr zusammen, da wir Vegan unterschiedlich definieren. Und was deine ständige Anspielungung auf meinen Ton betrifft, da kann ich nur mal empfehlen, das Thema ‚Jegada‘ in einem Vegan-Formum zu posten. Aber ‚empfehlen‘ ist wahrscheinlich schon wieder herablassend. Ich wollte mit meinen Kommentaren die Seite beleuchten, die meines Erachtens den Veganismus und die Grundidee des ganzen Themas betreffen. Das Thema ‚Jagd‘ und ‚Hüter des Waldes‘ wird ja im Internet in diversen anderen Foren ausführlich behandelt.
              Weiterhin alles Gute.
              Herzliche Grüße,
              Wolfgang

              1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

                Lieber Wolfgang, Veganer mögen sich „rechtfertigen“ müssen, werden halt nur nicht mit einer erstaunlich unreflektierten Selbstverstänldichkeit mit Adolf Hitler, Jeffery Dahmer, Jack the Ripper oder anderen netten Zeitgenossen verglichen. Siehe diese komische Peta-Seite. Aber sei`s drum, alles Gute auch Dir, lG, Martin

        2. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

          Liebe Sonja, danke sehr auch hier! Es ist tatsächlich erstaunlich, wie viele emotionale Reaktionen mein Beitrag ausgelöst hat. Ein solcher Argumentationston tut Eurer (bald ja auch unserer) Sache nicht gut. Selbstverständlich kann man auch vegan leben, ohne Tierschützer sein zu müssen. Was ich als Jäger in hohem Masse ja so oder so bin, by the way … LG, Martin

  17. Michael

    Ich bin zwar kein Jäger, aber mir geht es ähnlich wie dem Beitragersteller. 40 Jahre lang mit Freuden und Genuss Fleisch gegessen und nun seit 2 Jahren Vegetarier. Ich wünsche ihm jedenfalls viel Erfolg – mir fehlt der Geschmack noch heute, aber der Preis dafür ist einfach zu hoch und im Kopf geht es mir mit meiner Entscheidung richtig gut. Die letzten 2 Jahre waren aber auch für mich persönlich interessant denn ich konnte viel über mich, und meine Sozialisierung, lernen. Anfangs habe ich auch noch Wild gegessen – aus den gleichen Gründen wie im Artikel genannt – mittlerweile lasse ich das auch weg. Bin schon gespannt wie es ihm als Jäger damit ergeht. Je länger ich vom regelmäßigen Fleischkonsum weg war, umso richtiger fühlte sich die Entscheidung für mich an und umso größer wurde mein schlechtes Gewissen auch bei Wild.

    @Nadine
    Deine Lebensweise ist lobenswert, aber nicht übertragbar auf die breite Masse. Mit diesem Stil könntest du keine Stadt mit 1 Mio. Menschen ernähren. Wenn sich etwas nachhaltig ändern soll brauchen wir Lösungen die für die breite Masse einfach und ohne große Schmerzen adaptierbar sind. (leider)

    @SK
    Wenn man Jagd verbietet müsste man vorher die natürlichen Feinde des bestehenden Wildes wieder ansiedeln. Würde mich persönlich freuen, der Großteil der Menschen hätte aber vermutlich mit Bären und Wölfen in größerer Zahl ein Problem, vor allem auch weil sie den Menschen in die Dörfer und Städten folgen würden.

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Lieber Michael, danke sehr, Du weißt, wovon Du redest. Ein paar wichtige Faktoren der Jagd habe ich oben (oder unten) in meiner Antwort an Wolfgang schon angeführt, die Adaptionsfähigkeit der Kulturfolger Reh und Wildschwein ist ebenso erstaunlich wie dramatisch für diese Wildtiere. Die Populationsdichte steigt ja absurderweise gerade wegend der ständig stärker werdenden Beunruhigung rasant, wir kommen jagdlich kaum mehr zurecht. Und die natürlichen Feinde brauchen ja ihre Ruhezonen und sind deswegen in Stadtnähe nur schwer anzusiedeln bzw. gar nicht erwünscht. Hmmmm … was tun? Alles Wildgetier ausrotten? Den radikalen Forstleuten folgen, die jegliches Wild als „Forstschädling“ sowieso weg haben wollen, um ihren pekuniären Ertrag aus dem Wald zu erhöhen? Es ist sehr schade, dass gerade viele so sehr an Tierrechten interessierte Veganer so blindwütig auf Jäger einschlagen, die in der allerersten Linie für das Gleiche kämpfen. LG, Martin PS: Vielleicht lasse ich auch das Wild-Essen bald einmal sein … ;-)

      1. A. Börries

        Hallo,

        danke!
        Ich empfehle wirklich auch jedem der hier meint, durch die Jagd würden Tiere ausgerottet, sich mit der Jagd auseinanderszusetzen (und dort vielleicht mal beim Jagdrecht anzufangen).
        1. Es darf jagdlich nur der jährliche Zuwachs abgeschöpft werden.
        2. selbst die zurückkehrenden Raubtiere (Wolf und Luchs) werden in unserer Kulturlandschaft kaum messbare Effekte auf den Wildbestand haben. Um Wildschäden in Forst – und Landwirtschaft zu vermeiden wird die Jagd immer notwendig bleiben.
        3. Die allermeisten Jäger kämpfen gegen die immer lauter werdende Forst-Prämisse „Wald VOR Wild“, weil kein Jäger Tierarten ausrotten will (was eine Förster im Wald aber gerne würden).
        4. Die nach deutschem Recht umgesetzte, waidgerechte Jagd ist die nachhaltigste Nutzung natürlicher Ressourcen. Dazu trägt auch bei, dass Mit der Nutzung auch IMMER die Pflicht der Hege (= Erhalt eines artenreichen, naturraumtypischen Wildbestandes) verbunden ist. Aus keinem anderen Grund gibt es zB die Seehundstationen!

        Viele Grüße

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Lieber Thorsten, Danke sehr für Deinen Kommentar; – nur ist die Jagd in fast ganz Europa gesetzlich mittlerweile so reguliert, dass nur eine bestimmte Anzahl an Tieren erlegt werden darf und der Bestand so in etwa gkleich bleibt … der Wildbestand ist also nicht in Gefahr! ;-) Und Spinnen will ich auch nicht essen! ;-) LG, Martin

  18. Andreas

    Bei „Veganazis“ stehen Jäger ja ganz weit oben auf der Abschußliste und dieser Mann wird eine ganze Menge Anfeindungen über sich ergehen lassen müssen. Da bin ich mir sicher. Und auch ich finde ich die Jagd aus diversen Gründen (die jeder selber recherchieren kann) falsch.
    und ich denke auch, daß, einmal auf dem Pfad, sich vielleicht auch noch vieles in ihm verändern wird und möglicherweise das Jagen – auch, wenn er es sich jetzt noch nicht vorstellen kann – ebenso wegfallen wird.

    Ein sehr schöner Lichtstrahl am düsteren Himmel!

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Lieber Andreas, Danke! Würde mich nie trauen, die von Dir verwendete Bezeichnung zu verwenden, da Gnade mir Gott, als Jäger. Leider widerfährt mir – wie Du richtig verausgesehen hast – nicht die gleiche Rücksichtnahme von Veganern. Aber das wird hoffentlich schon auszuhalten sein. Inhaltlich darf ich auf meine statements weiter oben an Wolfgang und Michael verweisen. Danke für den „Lichtstrahl“ … ;-) LG, Martin

  19. A. Börries

    Hallo,

    von einem veganen Jäger habe ich bisher noch nichts gehört. Hut ab vor der Entscheidung, diesen Weg gehen zu wollen!
    Ich kann den Gedanken als Jäger soweit gut nachvollziehen, dass man sich als Jäger unmittelbar von der Natur ernährt, ohne sie zu überformen oder über die Maßen zu nutzen. Ich kann auch verstehen, dass man Nudeln ohne Eier und Süßkram ohne Gelantine kauft. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist; jede Form der Tierhaltung abzulehnen und somit auch die Tierhaltung zu Selbstversorgung (Hühner im Garten zur „Entsorgung“ von Grünabfällen und zum Eier-Legen) oder extensive Weidehaltung insbesondere die in Naturschutzgebieten. Derartige Haltungsformen sind m.M. wichtig für den Naturhaushalt, sei es um Kreisläufe zu schließen (Hühner) oder seltener werdende Lebensräume zu erhalten (Wiesen). Diese Haltungsformen und die dazu gehörigen ursprünglichen Haustierrassen können auch nur exsistieren, wenn sie genutzt werden. So jedenfalls sieht mein Weg aus, damit umzugehen.

    Viele Grüße von der Radde

    1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Liebe Grüße an die Radde, Du hast natürlich recht, diese Arten der Tierhaltung sind umweltverträglich, können aber halt – wie auch die Jagd – nur einen Bruchteil der Menschen ernähren. Ich versuch`s jetzt einmal auf meinem Weg, vielleicht schwächel ich ja eh massiv … ;-) LG, Martin

  20. noemi

    Danke fürs erwähnen des soja- problems!! Ich sehe das ganz genauso. Ich esse alles- aber eben selten und dann bio und aus der region. Mir gehts sehr gut damit!
    Wir sollten auch nicht vergessen, dass smartphones, computer und notebooks völlig
    unterschätzte energie-fresser

  21. Nadine Quinn

    Ich glaube das diese Entscheidung nicht wirklich nachhaltig ist.

    Denn auf den Feldern wo jetzt Tierfutter angebaut wird , wird wenn wir alle Veganer werden in Massen Soja und andere Pflanzen angebaut die dem Boden genauso viel Nährstoffe entziehen und deren Bewässerung und Düngung und der Schutz vor Schädlingen genauso sehr die Umwelt belasten wird.

    Viel wichtiger ist in meinen Augen der Weg zurück zu einer Wertschätzung von Lebensmitteln.
    Und dem Bewusstsein das eben bestimmte Lebensmittel nicht immer und zu jeder Jahreszeit und eben nur in einer normalen Menge vorhanden sind.

    Respekt vor dem Leben das ein Lebewesen gibt wenn wir Fleisch oder Fisch essen.

    Und vor allem der Ursprung.
    Ich halte z.B. Eigene Hühner die auf dem ganzen Hofgelände glücklich laufen und im Sand scharren können. Nur abends gehen sie in den Stall.

    Meine Schafe dürfen das ganze Jahr unter freien Himmel in der Herde laufen .
    Ich esse die Eier meiner Hühner und im Herbst schlachten wir die Lämmer für den eigen Bedarf.
    Ich kaufe Obst und Gemüse Regional.
    Es ist mehr Aufwand als alles im Supermarkt zu besorgen aber es sorgt für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Regionalen Landwirtschaft und ich weiß woher mein essen kommt.
    Ich denke das ist viel wichtiger, ökologisch und moralisch vertretbarer als auf weiterverarbeitete Soja etc. Produkte zu setzen.

    1. Damian Schumachers

      An Nadine Quinn:

      Hallo Nadine, ich denke so kann man das nicht vorraussagen. Du gehst davon aus, dass jetzt auf einmal alle Menschen in Deutschland(oder Österreich oder der Schweiz) vegan oder jegan leben. Wenn du den Artikel ein bisschen mehr in reale Zusammenhänge bringst wirst du merken, dass alles was du dir wünschst in seinem Rahmen wahr wird. Er trifft die Entscheidung aus einem starken Bewusstein heraus, beweißt damit Respekt vor Leben und Lebewesen und schätzt seine Lebensmittel wert. Er lebt direkt aus der Natur und verliert nicht den Bezug zum Ursprung seiner Nahrung.
      Und das wichtigste, weswegen ich überhaupt kommentiere: durch seine Entscheidung wird kein bisschen Soja mehr angebaut als vorher. Ich finde es schon erstaunlich, wie man gerade in dieser Diskussion von Null auf Hundert aufdreht. Es bleibt ein langwieriger Prozess und in dem Gesamtzusammenhang ist seine Entscheidung sehr wohl nachhaltig und weitreichend.
      Wie du lebst ist natürlich super, aber der Artikel schließt das ja auch nicht aus. Es geht rein um den Fleischkonsum und der Fleischbeschaffung, im Nebensatz um die weiteren Tierprodukte. Wo sein Obst, Gemüse herkommt, ob seine Produkte Demeterqualität haben oder beim Discounter gekauft werden, kannst du dir daraus nicht erschließen.

    2. Kathrin

      Liebe Nadine

      Soja wird derzeit schon in Massen angebaut UND auch Nicht-Vegetarier konsumieren sehr viel Soja – in erschreckend vielen Produkten des täglichen Lebens ist es enthalten. Veganer und Vegetarier, die ein bisschen Tofu essen (aus Preisgründen kenne ich niemanden, der täglich Tofu in sich reinstopft :) machen da den Braten nicht fett. Um Milch, Fleisch und Eier zu produzieren, wird ausserdem viel mehr Soja benötigt, als dies durch das Essen von Tofu der Fall wäre. Selbst Futter für Demeter-Hühner enthält Soja, weil es heute verboten ist Essensabfälle zu verfüttern! (Weshalb soll man für Schweine und Hühner extra Futter erzeugen, wenn es doch eigentlich schon da ist?) Die Anbauflächen würden also zurückgehen oder wir könnten auf (Bio-)Soja aus Europa setzen, was viele Veganer/Vegetarier sowieso bereits tun. Aber ansonsten stimme ich mit dir überein – der eigentliche Fehler, den wir begehen, ist auch meiner Meinung nach der, dass wir nicht regional und nachhaltig denken in unserem Lebensmittelkonsum. Tierhaltung kann aus der Landwirtschaft weggedacht werden, aber ob das wirklich nötig ist – dessen bin ich mir als angehende Landwirtin noch nicht sicher.

    3. SK

      Auch meine Meinung. Alles mit Maß und Ziel. Extremismus in jeder Form ist schädlich und ungesund. Diese Wortschöpfungen dienen nur zur Entlastung des eigenen Gewissens. Einen Jeganer gibts genausowenig wie ein bisschen schwanger. Die Jäger füttern die Wildtiere offensichtlich nur deshalb damit sie die dann unter dem Vorwand der hohen Anzahl bejagen können. Lasst doch das der Natur über!

      1. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

        Warum muss denn bitte die Motivation zum veganen Lebensstil zwingend mit Tierschutz zu tun haben? Es reichen doch auch die im Blogbeitrag angeführten den Umweltschutz betreffenden Argumente vollkommen, oder etwa nicht? Und – Verzeihung – die Aussage die Wildtierfütterung betreffend ist ganz falsch. Ich bin Jagdausübungsberechtigter, Jagdleiter und Jagdaufseher in meinem Revier, Wildfütterungen sind erstens behördlich intensiv reglementiert und entziehen sich alleine schon darum weitgehend der Einflußnahme von Jägern und dienen zweitens primär der Winterfütterung, also der Unterstützung des Wildes in Notzeiten. Woher diese „offensichtliche“ Weisheit stammt ist mir schleierhaft. LG, Martin

    4. Martin RohlaMartin Rohla Beitrags Autor

      Liebe Nadine, finde das toll, wie Du lebst, die Möglichkeit hat halt nicht jede/r und kann by the way auch nicht jede/r haben, dazu ist die Welt zu klein bei bald bis zu 8 Milliarden Menschen. Oder mehr. Nur kleine Anmerkung, was Dein Kommentar zum Sojaanbau betrifft – der Anteil an Soja, der für Menschennahrung verwendet wird, ist verschwindend klein im Vergleich zu dem, den Tierhaltung benötigt. Via http://www.donausoja.org gibt`s da viel Info. LG, Martin

    5. Atanjeo

      @Soja: Schlachttiere werden überwiegend mit meist in Übersee angebauten Kraftfutter ernährt. Dieses Kraftfutter besteht vorwiegend aus Soja, daher geht über 80% der Weltsojaproduktion ins Tier. Für 1 kg Fleisch brauch man ca. 11,65kg Sojaschrot. Selbst wenn ein Veganer täglich massig Soja isst (was nicht gerade gesund wäre), verbraucht er immer noch weit weniger Soja als jemand, der durchschnittliche Fleischverzehrer!!

      http://www.regenwald-schuetzen.org/fileadmin/user_upload/PDF/Arbeitsblaetter/Fleisch/09.05_LI_Zahlen_Fakten_zum_Fleischkonsum_neu2.pdf

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