Anleitung für deine eigene Vielfalts-Gärtnerei

Buchrezension: Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten

Michael Hartl
Von Michael Hartl
28. Juni 2017

Ich bin der Meinung, dass nur eine Selbstversorgung für sich selbst anzustreben genau dem rücksichtslos-individualistischen Denken entspricht, aus dem die unschönsten Aspekte des kapitalistischen Systems entstanden sind. Daher habe ich von Beginn dieser Website an darauf hingewiesen, dass es mir um eine regionale Selbstversorgung geht. Und in dieser wird es weiterhin Arbeitsteilung und Spezialisierungen geben. Was auch gut ist.

Und so ist es einer meiner noch nicht verwirklichten Träume, mal selbst Teil eines kleinen Hofes zu sein, der für viele Menschen Lebensmittel produziert. Ökologisch, vielfältig und „low-tech“, also mit möglichst cleveren und umweltschonenden Techniken.

Praxisleitfaden für die Vielfalts-Gärtnerei

Foto von Jean-Martin und Maude-Helene Fortier mit ihrer Gemüse-Gärtnerei Les Jardins de la Grelinette im Hintergrund

Jean-Martin Fortier, der Autor des Buches „Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten“, ist seit längerem in meinem Visier. Und sein Buch, das im englischen Original „the market gardener“ heißt, war und ist eine wichtige Inspiration für mich. Sowohl für den Anbau hier als auch für die Visionen und Pläne, wo das Ganze mal hinführen könnte. Die Übersetzung des Titels gefällt mir offen gesagt nicht. Der Untertitel schon besser: „Der Praxisleitfaden für die Vielfalts-Gärtnerei auf kleiner Fläche“.

Damit wird auch gleich klar, dass dieses Buch nun nicht für den kleinen, feinen Hobbyanbau gedacht ist. Wir haben hier also keinen Ersatz für Bücher wie „Der Biogarten“ (Kreuter), „Das große Biogarten-Buch“ (Heistinger) oder Spezialbüchern zur Mischkultur.

Aber für alle, die meine Eingangsgedanken kennen und selbst überlegen, mal für mehr Menschen als die eigene Familie anzubauen, kann dieses Buch sehr gute Einblicke geben und viele Fragen im Vorab klären.

Cover des Buches Biogemüse erfolgreich direktvermarkten - Der Praxisleitfaden für die Vielfalts-Gärtnerei auf kleiner Fläche von Jean-Martin Fortier

Rundumblick und viele Anregungen

Dieses Buch ist für mich aus mehreren Gründen sehr besonders. Jean-Martin Fortier hält es nicht nur für möglich, dass Menschen die gerne gärtnern dies auch in Form einer profitablen Vielfaltsgärtnerei tun können. Er zeigt darüber hinaus auch genau, wie dies möglich ist. Er selbst ist mit seiner Frau diesen Weg gegangen und zeigt in „Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten“ auf, wie sie das gemacht haben.

Und so startet das Buch nicht direkt beim Gartenbau oder mit Sortenportraits. Sondern mit einer Betrachtung davon, warum Lebensmittelproduktion möglichst häufig kleinstrukturiert stattfinden und die Gärtner*innen gut davon leben können sollten. Ganz nach dem Motto: „Small is beautifull“. Er stellt dann zunächst Prinzipien wie die „biointensive“ Anbaumethode, verschiedene Ideen zur Kostenminimierung oder der Direktvermarktung vor. Dank diesen wurde sein Quereinsteiger-Betrieb so profitabel, dass er und seine Familie davon leben können.

Vom richtigen Standort, den verwendeten Techniken und der konkreten Anbauplanung

Als nächstes bespricht Fortier im Buch verschiedene Faktoren für geeignete Standorte und wie sich über durchdachte Gestaltung und Entwicklung des Grundstücks die Eignung für eine Bio-Vielfaltsgärtnerei erhöhen lassen. Er stellt Techniken wie minimale Bodenbearbeitung, alternative Geräte, biologische Düngung, Vorkultur unter Glas, Direktsaat, Beikrautregulierung und Saisonverlängerung vor. Dabei folgt er nicht immer den Prinzipien, die ich gerne im naturnahen Anbau beachte. So verwendet er Torf, Blutmehl und in bestimmten Fällen Spritzmittel. Das dies im Moment in Gärtnereien der Fall ist, kann auch er natürlich nicht ändern. Aber alle Gärtner*innen sollten bestrebt sein, daran zu arbeiten, umweltschädliche oder tier-schädigende Produkte immer öfter zu vermeiden.

Durch die konkreten Hinweise, wie Jean-Martin Fortier und seine Frau Maude-Hélène die Anbauplanung für ihre Gemüse-Gärtnerei Les Jardins de la Grelinette“ erstellen, lässt sich viel lernen und abschauen. Ebenso verraten Sie in den Pflanzenportraits, wie sie vorgehen. Dieser abschließende Teil des Buches macht es aus meiner Sicht sehr wertvoll, denn es geht damit über den Hobby-Gemüsebau hinaus, ohne sofort auf den industrialisierten Weg einzuschlagen.

Fazit zum Buch Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten

In Zukunft braucht unsere Gesellschaft kleinststrukturierten, nachhaltigen Gemüseanbau für mehr Menschen als die eigene Familie. Dieses Buch ist eine gelungene Anleitung dafür! Es kann als Wegweiser für den Aufbau einer Gemüse-Vielfalts-CSA dienen, in der nur mit kleinen Maschinen und überwiegend von Hand gearbeitet wird.

Das Buch gibt auch Menschen, die für sich selbst auf hohem Level anbauen wollen, viele gute Ratschläge.

Ich hatte bereits das englischsprachige Original als eines meiner wichtigsten Nachschlagewerke – das wird sich mit der deutschsprachigen Version noch steigern.

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Buch: Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten
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