vegan

Michael Hartl
Von Michael Hartl
2. Juni 2011

Vegan zu leben ist laut Wikipedia

eine Einstellung und Lebensweise, welche die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ablehnt.

Die Vegane Gesellschaft Österreich definiert es ein wenig anders:

Veganismus ist eine Philosophie und Lebensweise, die versucht, soweit wie praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren […] zu vermeiden.

Der Unterschied zwischen den beiden ist recht deutlich. Die erste Definition, die leider auch im Duden und vielen Lexikas vorkommt, sagt, das vegan leben bedeutet, nichts tierisches zu sich zu nehmen. Die zweitere besagt, dass es darum geht, Leid zu vermeiden.

Auch wir verstehen unter „vegan leben“ Leid zu vermeiden. Und dabei nicht bequem zu sein und nur das direkte Leid, wie das Schlachten eines Tieres, zu sehen, sondern auch indirektes Leid zu erkennen, wie die Nutzung von Tieren für die Herstellung von Gülle im Bio-Landbau. Somit erzeugt ein an sich veganer Mais ganz häufig doch wieder Leid.

Wir möchten solche Dinge erkennen und das Leben so ausrichten, dass wir mehr und mehr dieses Leids vermeiden. Das bedeutet natürlich auch vegan zu leben. Im Bereich Landwirtschaft und Anbau unseres Essens führt diese Logik zur Idee des bio-veganen Anbaus.

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Dies ist ein Artikel des Glossars. In diesem wollen wir bei bestimmten Begriffen erklären, wie wir sie verstehen.

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

9 Gedanken über “vegan

  1. Veganerin Cecilia

    Die vegane Ernährung ist das beste was Mensch, Tier und der Umwelt passieren kann. Zudem ist die vegane Ernährungsform die gesündeste von allen!
    Was mich sauer macht, ist dass Pflanzendrinks teurer sind als Milch, obwohl hinter Kuhmilch viel mehr Aufwand, Leid und ein hoher Futteranteil steckt, wird die Milch zu absoluten Spottpreisen angeboten. Bei Pflanzendrinks sind vllt. 15% Getreide oder Nüsse drin und der Rest Wasser. Wie kann es also sein, dass die Pflanzendrinks 3x so teuer sind?

  2. AL

    Ich „arbeite“selbst seit ein paar Jahren an meiner persönlichen Selbstversorgung.Ich halte Hasen und Hühner,die bei mir wirklich ein fast schon paradiesisches Leben führen.Und ohne deren Ausscheidungen kann man auf Dauer keine Flächen ihre Nährstoffe zuführen.Für mich ist veganes Leben Selbstbetrug und schädigt die Natur mehr als man wahrhaben will,wobei es keine veganen Erzeugnisse gibt.Jede Kartoffel braucht den Regenwurm,die ganzen Bodenlebewesen um überhaupt existieren zu können,kein Obst und Gemüse ohne Bienen,Hummeln,Wespen usw.Gleichzeitig werden Urwälder gerodet um z,B. Palmölplantagen anzulegen,dabei wird die dort heimische Tierwelt zurückgedränkt/vernichtet.Dass selbe gilt für den Anbau von Soja,das gerade Soja nicht so gesund wie gerne propagiert wird gerne übersehen.Diese Böden werden durch vegane Lebensweise ausgelaugt,durch Kompost,Pflanzenjauchen kann dies langfristig nicht ausgeglichen werden.Selbst wenn man seine Ausscheidungen mit ausbringt werden die Böden ausgelaugt.Ich sehe Vegan eigentlich nur als Ersatzreligion,die mehr schadet als Nutzt und eigentlich nur in unserer Wohlstandsgesellschaft funktioniert..

    1. markus

      hey der beitrag könnt von mir sein, aber ich heisst nicht AL. wer/wo bist du? wobei ich versteh ganz gut, dass städter veganer werden, weil sie nur klumpert von massen tierhaltung kaufen können. vegane SV is zwar möglich, aber schwierig und daher nicht besonders schlau (uva thema fett, kleidung,…), was allerdings veggies naturallemente gar nicht gerne hören…. meld dich, wennst lust hast.. lg markus

      1. AL

        Sorry,habe es eben erst gelesen.Ich komme aus einer unterfränkischen Kleinstadt und nutze mein Gehirn, gottseidank ,noch eigenständig, bin immun gegen Doktrinen aller Art.Allerdings auch bereit Irrtümer einzugestehen und zu korrigieren.Vielleicht gibt es eine Möglichkeit die Mailadr. zu tauschen.
        Gruß AL
        Interesanterweise bekam ich auf meinen Post keine Antwort(en)Die Wahrkeit kann manchmal schon gemein sein.:-)

    2. Jakob

      Bei der begaben Selbstversorgung sind Tiere die freiwillig kommen und sich selbst versorgen können natürlich willkommen. Es geht nur um die Haltung. Auf einem Hektar Land mit veganer Selbstversorgung gesellen sich unzählige Insekten, Vögel, und vieles weitere von Selbst an, ohne daran denken zu Tiere zu halten.Im übrigen wird über 95Prozent des Soyas( der den Boden auslaugt) als Futtermittel für Tiere verwendet. In der Permakultur hast du einfach hier und da ein paar Soya pflanzen zu stehen. Soya wird fermentiert seit mind 8000 Jahren in Asien verwendet und ist ein verhältnismäßig gesundes Lebensmittel. Die meisten Soyaprodukte( bis auf „Tayfun“Tofu sind nur leider nicht fermentiert und damit nicht zu empfehlen. Fett ist für veganer kein Problem: da gibt es ölsatt wie Hanf l, Leimsamen, gekeimte Sonnenblumenkerne, Hasselnüsse, Walnüsse, Brennesselsamen, Kürbiskerne usw…

  3. Stefan

    Hi, Michael & Lisa,

    ich finds toll dass ihr euren Traum Schritt für Schritt umsetzt! Ich bin auch auf der Suche nach einer nachhaltigen Lebensweise die euren Idealen ähnelt.

    Ich ernähre mich seit ca. 1 Jahr vegan und habe mich selber / mit anderen oft auseinandergesetzt was die ideale Form von Ernährung/Konsum wäre. Inzwischen bin ich zur Auffassung gelangt dass vegane Ernährung leider nicht bedeutet dass andere wichtige Faktoren der Produkte die wir konsumieren vernachlässigbar werden

    – Wie gross ist der ökologische Fussabdruck?

    – Arbeits- und Produktionsbedingungen?

    – Unterstütze ich meine Region?

    – Wie nachhaltig gehe ich mit meinen Nahrungsprodukte um?

    – Wie VIEL Konsum ist ausreichend?

    Inzwischen bin ich zur Ansicht gelangt, dass ich all diese Faktoren sogar als wichtiger einschätze als 100% vegane Ernährung. Zum Beispiel esse ich wieder Eier, seit ich sie vor Ort kaufen kann und ihre Lebensbedingungen sehe. Leider kann ich schwer abschätzen, wie zB Viehhaltung als Selbstversorger "artgerecht" stattfinden könnte, aber ich könnte mir auch wieder vorstellen, Milch/Butter/Käse zu konsumieren, wenn ich selbst sicherstellen kann, dass es diesen Tieren wirklich gut geht und an nichts mangelt. Im Gegensatz zu vielen Vegetariern empfinde ich nicht die Schlachtung von Tieren als größte Ungerechtigkeit sondern eine sklavenähnliche Haltung.

    Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin und konsequent sein möchte was meine Grundsätze bzgl Konsum (und damit meine ich nicht nur Nahrungsmittel) angeht führt für mich über lang oder kurz kein Weg an der Selbstversorgung vorbei.

    Allerdings ist meine Idealvorstellung einer solchen Selbstversorgergemeinschaft eine Art kleines Dorf, was sich zum Ziel setzt 100% autark zu werden (oder zumindest nur regional importiert/exportiert). Ein wesentlicher Faktor ist auch die Möglichkeit Handel zu treiben mittels einer regionalen Währung. Antitechnologische Tendenzen welche eine solche Gemeinschaft von der restlichen "Welt" abschotten (so in der Art wie bei Amish People) stehe ich eher ablehnend entgegen, weil ich den regen Austausch mit dem Rest der Welt für essentiell halte.

    bin gespannt auf eure Antwort & alles Gute :)

    Stefan

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo Stefan. Danke für Dein Kommentar. Für mich ist die Tötung der ultimative Gewaltakt. Gewalt so oft wie nur möglich zu vermeiden ist eines meiner Ziele im Leben. Ansonsten sie zu minimieren. Und dazu zählen natürlich auch die Punkte, die Du als Fragen aufgelistet hast. Nur würde ich keine Eier essen, nur um einen Tierhalter aus der Umgebung finanziell zu unterstützen, wenn dafür all die Brüder der Legehennen, egal wie diese gehalten werden, aussortiert und getötet wurden. Und so läuft das aber eben fast immer.

      1. Stefan

        Hi Michael,

        danke für deine Antwort. Leider weiss ich selber noch viel zu wenig über Viehhaltung, Landwirtschaft, Selbstversorgung & ähnliches. Dabei weiss ich schon verhältnismäßig viel mehr als die meisten die mit mir darüber diskutieren.

        Ich wohne auf dem Land und auf so ziemlich allen Bauernhöfen die ich mir bisher angeschaut habe beneide ich die Landwirte nicht (die Tiere erst recht nicht). Das würde mir absolut keinen Spass machen so zu arbeiten… die Frage ist wie kann das Ideal aussehen, muss es zwingend auf Viehhaltung verzichten?

        Mir persönlich macht es nichts aus mich komplett vegan zu ernähren. Dabei kann ich aber nur für mich sprechen! Ich habe sogar festgestellt dass es mir damit körperlich besser geht. Es gibt nur meines Erachtens so viele "Baustellen" um die Gesellschat zu einem nachhaltigen Lebenswandel zu bewegen….es würde schon extrem viel bringen wenn wir regionale Produkte favorisieren und tierische Produkte auf ein Minimum beschränken.

        Das würde auch wieder faire Preise bedeuten (zB dass 1l Kuhmilch mehr kostet als 1l Hafermilch).

        Kürzlich bin ich in einem Buch über eine verblüffend wahre Aussage gestolpert:

        Wir Menschen sind in der heutigen Zeit oftmals nicht mehr bereit, den Preis für irgendetwas zu bezahlen. Der "Preis" misst sich nicht immer in Euro, aber vielleicht sollte er das? Weil Fleisch subventioniert wird, kommt die Rechnung irgendwann durch die "Hintertür"…

        Habe eben entdeckt ihr wart mal in Tschechien? Habe selber dort 3 Jahre gelebt :)

        Schönes Wochenende

        Stefan

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