Unsere neue Kartoffelspirale

Kartoffeln ohne graben anbauen

Michael Hartl
Von Michael Hartl
24. Mai 2012

Eine häufig beschriebene Art, Kartoffeln anzubauen ohne zu graben, ist ein Stück Wiese nieder zu trampeln, die Kartoffeln dort auszulegen und darüber zu mulchen. Wir haben das letztes Jahr in Tschechien am Hof so gemacht – und es hat sehr gut funktioniert. Einziger Wermutstropfen: Bei einer größeren Fläche kann irgendwann nicht mehr nach innen gegangen werden, da man sonst ständig auf Kartoffeln steigen würde.

Darum haben wir dieses Jahr etwas anderes versucht – eine Kartoffelspirale!

Kartoffelanbau in drei Schritten

Zuerst haben wir eine Spirale in das hohe Gras getrampelt, um dann auf dieser gekringelten Linie Kartoffeln auszulegen – stets um die 40 Zentimeter Abstand.

Danach haben wir auf diese Kartoffeln rund 30 Zentimeter hoch Heu und leicht angetrocknetes Gras gemulcht. Dabei darauf achten, dass das vorhandene Gras dabei umgelegt und komplett abgedeckt wird.

Der letzte Schritt war das abmähen des Grases um die Spirale herum und den Weg in die Spirale hinein. Mit Sense und Sichel war da ein schönes Ergebnis garantiert. Das dort abgemähte Gras haben wir direkt an die Mulch-Wälle geschoben, so dass auch bis dahin offene Teile an den Seiten geschlossen wurden.

Und so sieht das Ergebnis aus:

Hintergrund und nächste Schritte

Wir bauen dieses Jahr auch Kartoffeln „klassisch“ an, also ganz normal in der Erde mit mehrmaligem häufeln, so dass ein schöner Vergleich möglich wird. Sowohl was Arbeit als auch Ertrag angeht. Als wir die Kartoffeln gesetzt hatten, die wir ganz normal in die Erde gepflanzt haben, waren immer noch eineinhalb Eimer mit Setzkartoffeln über. Dank einem lieben befreundeten Bauern hier aus der Gegend, der uns die Kartoffeln für den Anbau geschenkt hat. Da wir aber im bereits existierenden Beet keinen Platz mehr hatten, hat Lisa die Idee mit der Kartoffelspirale gehabt.

Aufs Jahr verteilt werden wir ein paar Mal Stroh, Heu und Gras auf die Kartoffelspirale mulchen, so dass stets alle neu gebildeten Kartoffeln komplett bedeckt sind. Wir wollen ja nix grünes dran…

UPDATE: Da das Jahr leider extrem trocken war, ist der Mulch ausgetrocknet und es gab keine schönen Bilder mehr davon… Die Methode ist also in sehr trockenen Gegenden wie hier im Südburgenland nicht so gut – in Tschechien hat aber das Kartoffel-Anbauen unter Mulch perfekt funktioniert. Genug Niederschläge sind also wichtig für diese Methode! Durch die Spiralenform statt einer geschlossenen Mulchdecke gibt es natürlich für Wind und Sonne (beides trocknet den Mulch / Boden aus) mehr „Angriffsfläche“. Das hat sicher auch zum schnellen austrockenen beigetragen.

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24 Gedanken über “Unsere neue Kartoffelspirale

  1. Franz Gauchel

    ich halte den Kartoffelanbau in oder nach Grünland für keine gute Idee. In aller Regel gibt es im Dauergrünland viele Drahtwürmer, welche die Kartoffeln anbohren, in den Fraßgängen befindet sich dann Erde, auch die Haltbarkeit leidet.

    1. AL

      Ja genau,Kartoffelanbau im Grünland führt selten zu vernüftigen Erträgen,eben wegen der vielen Krabbler.Bevor man Kartoffel legt sollte man im 1.Jahr Sonnenblumen,im 2. Jahr am besten Mais anbauen.Oder umgekehrt geht auch.Wenn man dann noch am Rand z.B Tagetes anpflanzt dürfte sich der gewünschte Erfolg einstellen.

  2. Erdmut

    Ja, bitte bitte berichtet mal von euren Ergebnissen! Ich kannte es bisjetzt nur so, dass schion im Herbst vorher die fläche gemulcht wird, das bis im Frühjahr das Gras einigermaßen weg ist, und dann die Kartoffeln drunter gelegt werden unter den Mulch.

    Lg. Erdmut

  3. Pingback: Ein Bohnentipi für den Garten

  4. Gabi R.

    Haben wir im letzten Jahr auch so ähnlich gemacht. Wir nahmen Laub, was über den Winter vorverrottet war ( Walnuss und Kastanienlaub). Wir haben allles auf einmal draufgepackt ( ca. 40 cm dick ) und dann bis zum Herbst gar nichts mehr gemacht.Das war ne feine Sache; kein Unkraut; und super einfache Ernte. Haben aber dieses Jahr wieder Kartoffeln " ganz normal" gepflanzt, mangels Laub.

  5. irka

    Klingt gut. Müßt ihr den Mulch verdicken, also ähnlich wie das Anhäufeln oder das erde-nachschütten bei Topfkulturen?

    zum thema wann anbauen: die früheste Möglichkeit Ende März: Man nehme (oder frau) einen Kompost, der noch bis Herbst rotten darf, entferne die oberste Schicht, dann dort, wo leben und Wärme ist, entweder eine Schicht Mulch oder Zeitung, dann die Kartoffeln und dann wieder erde…die wärme gibt den Knollen Power. Auch wenn ich einen fertschen Kompost hab, dann pack ich oben auf die Kartoffeln udn Erde drüber und dann später des Grasschnitt und was so anfällt. Und wenn ich im Herbst den Kompost umsetze hab ich Kartoffeln:)

    1. joya

      meine oma sagt bei kartoffeln immer: "setz sie im april, dann kommt's, wann sie will – setz sie im mai, dann kommt's glei" :).

      ich schließe daraus, dass es bis ende mai jedenfalls möglich ist, aber warum nicht auch noch im juni probieren?

  6. Sophie

    das hört sich nach einer tollen sache an! noch nie davon gehört, aber ich glaub das muss ich auch probieren!!! statt spirale stramplen und dann dazwischen das gras abzumähen – glaubt ihr, würd das auch funktionieren, wenn ich zuerst einen kreis mähe und dann nur die spirale lege? oder ist das umgelegte frische gras unter der spirale wichtig?

    lg sophie

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo Sophie,

      vorher mähen hat den Nachteil, dass dann deutlich mehr von unten durch den Mulch wachsen wird.

      "Also eine große Menge Mulch direkt auf das ungeschnittene Gras – je länger es ist, umso besser. Und zwar so, dass es dabei umgelegt wird. Frisch geschnittenes Gras ist oben scharfkantig und bleibt auch meist aufrecht stehen, wenn Mulch drauf kommt – also beste Voraussetzungen für das Durchwachsen der Mulchschicht."

      zitiert aus: Neues Beet ohne umgraben anlegen

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