Unser täglich Brot kann Fluchtgründe verhindern!

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
9. Oktober 2015

Wie Michael in seinem Artikel bereits dargelegt hat, gibt es zahlreiche Gründe warum Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen. Einer von vielen ist die globalisierte Landwirtschaft. Was das bedeutet und was du ganz persönlich für eine langfristige Verbesserung dieser Zustände tun kannst… lies einfach weiter.

Wir brauchen fruchtbare Böden!

Weltweit zerstören wir fruchtbare Böden für unsere Ernährung: In riesigen Monokulturen wird einst fruchtbares Land herunter gewirtschaftet, bis es geologisch gesehen eine Wüste ist. Ende am Gelände.

Der Bärenanteil für den Ressourcenverbrauch nehmen Futtermittel für unsere Tiere, sprich unsere Schnitzel, ein! Aber auch für Milch, Eier, Käse und andere tierische Produkte werden Soja, Mais und Co verfüttert!

Bevor es mit den zerstörten Böden so weit ist, sieht es meist nicht besser aus: Menschen werden für unsere Felder vertrieben oder wir zapfen ihre lokale Wasserversorgung an, so dass sie bald selbst kein Wasser mehr haben…

Ich könnte noch Bände schreiben, aber ich will mich lieber den möglichen Lösungen widmen. Also! So viele sind es gar nicht ;)

#1: Konsum tierischer Lebensmittel massiv reduzieren

Du musst dich nicht zu 100% vegan ernähren – aber sich mit dieser Ernährungsform und dem Fundus an tausdenden von leckeren Rezepten auseinander zu setzen, wird dich einer massiven Fleischreduktion entscheidend näher bringen. Tu es! Es lohnt sich! Bewege dich aus deiner Komfortzone: Where the magic happens!

Foto von einem Pappkarton mit der Aufschrift "Deine Komfortzone" - "Wo der Zauber daheim ist"

Where the magic happens!

#2: Regional und saisonal einkaufen

Kaufe bei einem kleinen Gemüsebetrieb um’s Eck, die ohne Gift wirtschaften. Frag einfach!

Besuche Bauernmärkte. Frag nach!

Nutze was da ist! Frage Nachbarn, mit Obstbäumen ob sie was abgeben. Viele alte Leute sind froh, wenn sie es nicht auf dem Kompost schmeissen müssen. (Zitat von letzter Woche „Es ist zum Weinen. Kaum einer will meine Äpfel, bloß weil sie ein paar Würmer rausschneiden müssen“) Also keine Scheu, wenn du einen Apfelbaum siehst. Das Obst wird oft bei weitem nicht genutzt.

Unterstütze selbst organisierte Formen der Lebensmittelbeschaffung:

Wenn es nicht um Obst und Gemüse geht: Kaufe so unverarbeitet und unverpackt (Müll!) wie möglich! Großpackungen an Getreide und Co bekommst du oft über Bauernläden oder in den oben genannten Food Coops!

#3 Fang an zu gärtnern!

Du hast einen Garten oder Balkon? Prima, dann leg los, jedes noch so kleine Fitzelchen in eine essbare Oase zu verwandeln!

Betreibe vor allem Humusaufbau!

Keine Möglichkeit zu Hause?
Probiers mit:

Vergiss nicht Wildkräuter und (Wild)Obst zu sammeln ;)

Alles nicht neu…?

Fein, dann können wir ja einfach loslegen :D Zum Glück mussten wir das Rad für altbekannte Probleme nicht neu erfinden. Jippiiieeee!

Und du?

Hast du deine Ernährungsgewohnheiten schon in diese Richtung geändert? Wie ist es dir dabei ergangen? Schreib doch ein paar ermunternde Zeilen…

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

17 Gedanken über “Unser täglich Brot kann Fluchtgründe verhindern!

  1. Manja

    Wie schafft ihr es euren Eiweißbedarf bei veganer Ernährung zu decken, wenn ihr nur regionale Eiweißquellen verwenden wollt, also sprich auf Soja weitestgehend verzichtet? Ich habe den Kummer dass ich nach einer Mahlzeit nicht nur sehr schnell wieder hungrig werde, so nach 3-4 Stunden, sondern mir sogar regelrecht der Kreislauf den Bach runter gehen würde, wenn ich nicht schnell was esse. Ich trinke sehr viel Wasser und habe weder Diabetes noch andere Erkrankungen.

  2. nordlied - Yvonne

    Hallo Lisa.
    Viele suchen zu weit in der grossen, globalen, komplexen Welt und vergessen dabei, dass wir ziemlich unkompliziert bei uns selber anfangen können. Und einfach mal das tun, was jetzt gerade hier möglich ist. Das wird nicht perfekt sein, aber das soll uns nicht hindern… So wenig ist es nämlich gar nicht.
    Das Umstellen auf eine mehr oder weniger vegane Lebensweise ist uns erstaunlich leicht gefallen und war eine erfreuliche und unerwartete Bereicherung.
    Regional und saisonal einkaufen finde ich schon schwieriger, auf unserem Markt gibt es haufenweise Importware, von Bio ganz zu schweigen. Im Supermarkt gibt es Bio, dafür in Plastik verpackt. Da mache ich Kompromisse.
    Und auch der Garten hat noch Luft nach oben, aber wir bleiben dran… :-)
    Danke für Inspiration und Motivation, immer wieder..!
    Herzliche Grüsse, Yvonne.

  3. Inga

    Ich bin so froh, dass es euch gibt. Ich lebe mach solchen Kriterien schon seit 30 J. und habe einen wunderschönen Garten und…kaufe gezielt Gemüse, wenn mein eigenes nicht ausreicht von einer älteren Frau in einem nahliegenden Dorf. Sie ist jedes Mal froh, wenn ich für 2-3 EUR bei ihr was abnehme. und da wir nähe zum Wald leben, bringe ich ihr dafür Champions von den Wiesen (die übrigens ganz anders aussehen als die kultivierten vom normalen Geschäft) oder Äpfel (sie hat keinen Apfelbaum, dafür aber andere „Köstlichkeiten“). Es ist so schön zu lesen, dass es Menschen gibt, wie euch und andere. Sonnige Grüsse (beim Regen) von Inga

  4. BioBella Stranzl

    Ja liebe Lisa, so einfach könnte es sein ;) Leider gibt es aber immer noch zu viele Menschen die gaaaaanz viel reden und planen und nichts oder kaum etwas davon umsetzen. Vegetarisch/vegan boomt ja schon länger, ich denke da wird es immer mehr „Einsteiger“ geben… wohooo!! Ich selbst bin stolz und froh, dass ich in meinem Garten Gemüse und Obst anbauen und ernten kann. Und in meiner Nachbarschaft wird auch fleißig getauscht. Äpfel gegen Zwetschken, Marillen gegen Brombeeren oder auch Koch(Bio)Abfall gegen Eier von 7 liebevollst gehaltenen Hühnern! So ein Mit- und Füreinander beschert mir immer wieder die tollsten Glücksgefühle :) Ich sende Dir ganz liebe Grüße! Bella

  5. Juliane

    Wir leben hier Bioladentechnisch gesehen in der Wüste … der nächste ist locker 20 Autominuten in die falsche Richtung entfernt. Aber wir haben den Wochenmarkt und ein paar Hofläden. Die Verkäufer kennen ihre Lieferanten (sprich die Kleinbauern der Umgebung), die Fleischer schlachten regional und aus artgerechter Haltung, die Bäcker rühren ihre Teige noch selber an und backen keine chinesischen Teigrohlinge auf. Und unser Garten liefert haufenweise Wildkräuter. Ist doch toll, wenn man der Fressfeind seines eigenen Unkrauts ist :D
    Ich freue mich jedenfalls, dass ich mit meiner Familie wenigstens ein bisschen was dazu beitragen kann, dass die Welt ein bisschen geschützt wird. Und die Kinder entwickeln so gleich ein Gespür dafür, was ihr Handeln und ihre Essgewohnheiten für Auswirkungen haben.

  6. kara

    Ja genau. Wir essen kein Fleisch mehr und zack – schon liefert Deutschland keine Waffen mehr in Krisengebiete, schon werden die Extremisten aller Länder einsichtig, keiner zerstört mehr Städte und alle haben sich wieder lieb. Früher liess man arme Negerkinder taufen, heute verzichten wir auf Tierisches. Der Gedanke, helfen zu wollen, ist ja sehr lobenswert. Aber dadurch, dass wir uns durch Mangelernährung krank machen, ist niemandem geholfen. Genau das Gegenteil wird helfen: mehr Nutztiere helfen, die Savanne wieder in Grünland zu verwandeln, die Versteppung aufzuhalten und mehr Leuten mehr Nahrung zu bieten. https://www.ted.com/talks/allan_savory_how_to_green_the_world_s_deserts_and_reverse_climate_change

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      Und dann bringen wir die Tiere von der Savanne ganz ökologisch und tierfreundlich zu uns nach Europa, was? :)

      1. schrieb ich: „Einer von vielen Gründen“
      2. hab ich auch geschrieben, dass man sich nicht zu 100% vegan ernähren muss um was zu verändern. Kein Körper (schon gar kein „überwiegend sitzender“) braucht die Menge an tierischen Produkten, die wir Westler im Durchschnitt essen, im Gegenteil: das macht krank…

  7. Elke Q

    Angeregt durch unsere Tochter essen wir schon viel weniger Fleisch und kaufen es nur noch vom örtlichen Schlachter, der auch wirklich noch selber schlachtet. Brot hole ich inzwischen von den beiden Bäckern, die noch selber Sauerteig ansetzen und selber backen. Statt im Supermarkt finde ich mich immer öfter im Bioladen, Reformhaus und auf dem Wochenmarkt. Es sind eigentlich nur winzige Schritte – doch damit können wir doch so viel erreichen, wenn es viele tun!

  8. Anne

    Hallo alle,

    Ich habe innerhalb von einem Jahr ganz langsam meinen Konsum von tierischen Lebensmitteln reduziert. Erst die Milch ersetzt, dann das Fleisch auf 1 Steak pro Monat runtergefahren, dann herausgefunden, dass die Gärtnerei bei uns gegenüber neben dem Komposthaufen auf einer Wiese ein paar Hühner hält von denen man Eier bekommen kann. Danach zusätzlich versucht, Sojaprodukte zu meiden/reduzieren. Aktuell versuche ich, Weizen- durch Dinkelprodukte auszutauschen und habe letztes Wochenende aus 30kg Fallobst vom Nachbarn Apfelmus gekocht. Aber das eben alles verteilt auf ein Jahr. Und dann ist das alles nicht mehr so dramatisch.
    Ich finde es auch unglaublich wichtig, aus der ganzen Ernährungsdiskussion mal dieses Radikale rauszunehmen. Nur, weil man nicht komplett auf Fleisch verzichen möchte, heißt das ja nicht dass man direkt das genaue Gegenteil tun muss. Morgens und abends mal die Wurst wegzulassen ist ja auch schon mal was. Ich besitze auch noch Lederschuhe und H&M-Pullis, aber deswegen möchte ich mich nicht „ankacken“ lassen, dass ich ja gar kein „richtiger“ Veganer/Weltverbesserer bin, sondern ich konzentriere mich auf das, was ich schon erreicht habe. Meine Kleidung wird übrigens mein Projekt 2016 :-) Bisschen fair und nachhaltig, bisschen secondhand, mal schauen.

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      „Ich finde es auch unglaublich wichtig, aus der ganzen Ernährungsdiskussion mal dieses Radikale rauszunehmen. Nur, weil man nicht komplett auf Fleisch verzichen möchte, heißt das ja nicht dass man direkt das genaue Gegenteil tun muss. Morgens und abends mal die Wurst wegzulassen ist ja auch schon mal was.“

      DANKE!

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