Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Unser Gründach mit Pflanzenkläranlage

Theresa Steininger
Von Theresa Steininger
14. Januar 2015

Ohne Wasser kein Leben. Wer an Selbstversorgung denkt, kommt also irgendwann um die Frage nicht herum: Woher kommt das Wasser zum Duschen, Händewaschen, Trinken? Und wohin geht es?

Wir haben eine Methode entwickelt Brauchwasser ähnlich wie im natürlichen Kreislauf wieder aufzubereiten. Wir: das ist das Team von Wohnwagon, das sich seit zwei Jahre mit selbstbestimmtem, autarken Wohnen beschäftigt.

Dazu haben wir eine Grünkläranlage am Dach unseres Wohnwagons.

Das Ziel: Prozesse aus der Natur verstehen und nutzbar machen. In diesem Beitrag erzählen wir euch, warum wir von dem System überzeugt sind, wie der Aufbau funktioniert und was unsere bisherigen Erfahrungen sind.

Die unglaublichen Vorteile eines grünen Sumpfpflanzendachs

Warum machen wir das? Ein Gründach auf einem Holz-Wohnwagen? Generell ja eher ungewöhnlich. Das grüne Dach mit Klärfunktion hat folgende Vorteile:

  • Zusätzliche Dämmung & Klimaanlage im Sommer (die Verdunstung des Wassers sorgt im Sommer für eine natürliche Klimaanlage)
  • Feinstaub-Reduktion
  • Zuhause für Bienen (ein paar Pflanzen wurden extra dafür ausgewählt)
  • Und wenn’s dann serienreif ist: Eine Lösung für jede Hütte, jedes Tiny House oder Containerhaus. Und wer weiß vielleicht sogar einmal für Einfamilienhäuser.

Außerdem unterstützt es noch unser politisch-philosophisches Statement, das wir mit dem Wohnwagon setzen wollen – reduziertes, zukunftsfähiges Wohnen ist möglich und kann auch wirklich leiwand sein!

Ist das jetzt High-Tech? Biotechnologie? Eigentlich nicht, ein bisschen vielleicht, aber im Grunde ist Wasserreinigung durch Pflanzen etwas, das seit Jahrtausenden in jedem Bach und Fluss stattfindet. Das ist eine Dienstleistung, die uns die Natur abnehmen kann. Wenn wir wissen, wie!

Aber jetzt konkret zur Grünkläranlage.

Zuerst muss erwähnt werden: Abwasser ist nicht gleich Abwasser. In den Kreislauf kommt bei uns nur Wasser von der Dusche und dem Waschbecken. Urin wird in unserer Bio-Toilette getrennt und ist nicht Teil des Systems. Fäkalien sowieso nicht. Das ist wichtig, weil „Schwarzwasser“ (mit Fäkalien) weitaus komplizierter und aufwändiger zu klären ist als das leicht verschmutzte „Grauwasser“ aus Dusche & co. Dort finden sich Seifenreste, Shampoo (wir empfehlen Bioseife statt Chemie-Keule) und verschiedene organische Materialien. Zu einem guten Teil können diese Stoffe von Pflanzen wieder als Nährstoffe verwendet werden!

Separett Villa 9010 -5

Biotoilette

Hier sieht man so eine Biotoilette, die ohne Kanal- und Wasseranschluss auskommt. Das Prinzip davon erklären wir hier.

Insgesamt sind im Wagen runde 650 Liter Wasser im Kreis unterwegs. Die Umlaufpumpe wird über die Photovoltaik-Anlage betrieben. Der Großteil befindet sich am Dach, 140 Liter sauberes Wasser sind in den Tanks im Boden gespeichert und stehen dem Benutzer zur Verfügung. Regenwasser wird über das Flachdach gesammelt und füllt den Kreislauf immer wieder auf, so ersetzt es das Wasser, das entnommen wird oder verdunstet. Es verdunsten ca. 5 – 15% des Wassers je nach Jahreszeit.

Der Kreislauf – so funktioniert’s im Wohnwagon

Das Regenwasser wird über das Flachdach gesammelt. Durch einen Partikelfilter und einen Sandfilter ist das Wasser perfekt geeignet als Brauchwasser aller Art. Im bodenintegrierten Tank wird das gefilterte Wasser gesammelt und verteilt – also zur Dusche, den Wasserhähnen und auch zum Badeofen (70 Liter), der als Warmwasser und Heizkörper dient. Der Wassertank des Badeofens hat einen integrierten Wärmetauscher. Dadurch kann der Ofen mit der Solaranlage gekoppelt werden. Das benutzte Brauchwasser (von Dusche oder Waschbecken) wird wieder in den Kreislauf gebracht. Eine Pumpe transportiert es in unseren Grünfilter am Dach. Dafür verwenden wir sogenannte Repositionspflanzen, die aufgrund ihrer hohen Wurzelaktivität besonders gut geeignet sind, um Wasser zu reinigen.

Flow Grafik 01.09.2014_Wasserkreislauf

Der Wasserkreislauf – so funktioniert’s!

Und jetzt zum Aufbau unseres Filtersystems:

Solarheizung: 5° C das ganze Jahr

Mit Warmwasserschläuchen, die direkt an unserer Solaranlage angeschlossen sind, stellen wir sicher, dass das ganze Jahr die Temperatur der Grünkläranlage nicht unter 5°C fällt und das Wasser nicht gefriert. Eisblöcke sind kontraproduktiv im Kreislauf.  Die notwendige Pumpe wird über die Photovoltaik-Inselanlage betrieben.

Wurzelvlies

Ein spezielles Vlies dient als Grundlage für die Verwurzelung der Pflanzen. Die wollen sich natürlich ordentlich festhalten können. Wir unterstützen sie dabei. Starke Wurzeln sind bei Grünfiltern übrigens besonders wichtig, denn dort passiert die eigentliche Reinigung des Wassers. Das Vlies speichert 6 Liter Wasser pro Quadratmeter und ist unten mit einer Drainage-Struktur versehen, die das Abfließen des Wassers bei Starkregen unterstützt.

Granulat: Pflanzenkohle & Mineralien

„Normale“ Erde macht sich im Kreislauf weniger gut, wir wollen ja keinen Schlamm in den Wasserrohren. Stattdessen gibt es für die Pflanzen ein rein mineralisches Substrat. Dieses Granulat haben wir mit Pflanzenkohle vermischt. Pflanzenkohle hat mikroskopisch gesehen eine riesige Oberfläche und speichert damit unglaublich viel Wasser und Nährstoffe. Sie ist auch ein Zuhause für Mikroorganismen, die ebenfalls enorm wichtig für die Wasserreinigung sind.

Die Kohle haben wir übrigens zu Beginn „geimpft“. Tut man das nicht, zieht die Kohle Wasser und Nährstoffe zuerst mal an, nimmt sie den Pflanzen also weg. Wie das mit dem Impfen geht? Nix für schwache Gemüter: Pflanzenkohle zerkleinern und mit Pferdemist, Wasser und Dünger überschütten, luftdicht zudecken und zwei Wochen ziehen lassen. Dann die Kohle wieder auswaschen. Ginge genauso auch im Komposthaufen. Unser Fazit jedenfalls: Wer das übersteht, den schockt so schnell nichts mehr.

Und das wichtigste: Die Pflanzen

Für die Grünkläranlage verwenden wir spezielle Sumpfpflanzen, die wir mit unserem Forschungspartner alchemia nova und den Profis von Wasserpflanzen Lechner ausgesucht haben. Danke auch an das Ingenieurbüro Blumberg für die Unterstützung und die Weitergabe der Erfahrungen!

Die Pflanzen sind sogenannte Repositionspflanzen, die aufgrund ihrer hohen Wurzelaktivität besonders gut geeignet sind, um Wasser zu reinigen. Mikroorganismen im Wurzelbereich der Pflanzen spalten die Stoffe im Grauwasser auf, sodass sie von den Wurzeln der Pflanzen als Nährstoffe aufgenommen werden können. Übrig bleibt: Sauberes Wasser.

Eine kleine Auswahl, was wir verwenden:

  • Juncus Effesus (Flatter-Binsen)
  • Iris Pseudacorus (Sumpf Schwertlilie)
  • Juncus Inflexus, Juncus Articulatus (Blaugrüne Binsen, Glieder-Binsen)
  • Equisetum Minima, Equisetum Palustre (Schachtelhalme)
  • Carex Riparia, Carex Acuta (Seggen)
  • Typha Minima (Rohrkolben)
  • Symphytum (Beinwell)
  • Caltha palustris (Sumpf-Dotterblume)
  • Filipendula ulmaria (Mädesüß)
  • Lythrum salicaria (Blutweiderich)
  • Mentha aquatica (Wasserminze)
  • Lychis flos cucli (Kuckucks-Lichtnelke)

Die Pflanzen selbst sind alle winterhart, halten auch Frost aus und sind generell keine Tussis. Pflege ist kaum nötig.

Wir haben den Versuch mit der Grünkläranlage im Oktober gestartet und hoffen euch bald Messergebnisse präsentieren zu können, wie gut die Wasserreinigung klappt. Ein paar erste Erkenntnisse:

  • Man sollte mit einer kleinen Pumpe sicherstellen, dass der Kreislauf immer in Bewegung bleibt. Sobald Wasser steht kann es im Tank kippen und es können sich Bakterien entwickeln.
  • Wasserflüsse sollten klar gesteuert werden, damit man kontrollierte Reinigung hat. Wir haben kleine separate Bereiche abgetrennt am Dach des Wagens, die das ermöglichen.
  • Unterschiedliche Pflanzen haben unterschiedliche Filter-Kapazitäten, manche fühlen sich am Gründach besonders wohl andere weniger. Die richtige Kombination macht’s. Dazu muss man eventuell ein bisschen herumprobieren.

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Übrigens: Wenn wer sowas nachbauen will und die Produkte dazu braucht, meldet euch gern bei uns vom Wohnwagon, entweder per Mail: [email protected] oder telefonisch unter: +43 660 481 43 93!

Habt ihr Erfahrungen mit Wasserkreisläufen, Gründächern oder Pflanzenkläranlagen? Lasst uns gerne in den Kommentaren unterhalb Teil daran haben!

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Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

20 Gedanken über “Unser Gründach mit Pflanzenkläranlage

  1. Lilly Heuer

    Euer Wohwagon ist wirklich toll und ich gratuliere euch zu dieser großartigen Idee. Schade, wenn ich das Geld hätte, würde ich euch voll unterstützen !!
    Es gibt so viele Menschen mit gebunkertem Geld, das wäre/ist doch wirklich Mal eine sinnvolle Sache.
    Ich meinerseits werde euch im Auge behalten (lieb gemeint)
    und wer weiß, vielleicht hat die geistige Welt ein Einsehen und es klappt mit einem Lottogewinn :-) lach

    Wir haben ja auch vor mit Freunden solche Mobilhäuschen in den Elfengrund zu stellen und es klemmt, wie bei euch auch nur noch an den Finanzen. Wir sind alle sehr zuversichtlich und ziehen das durch !!!

    Alles alles Gute für euer Vorhaben.
    Es ist Zeit umzudenken und der Anfang ist auch von Euch gemacht !!
    Mögen noch viele Menschen auf diesem Denken aufbauen !!

    Herzlich
    Lilly

    1. Theresa

      Danke für das liebe Kommentar! Wir arbeiten dran unsere Autarkie-Systeme auch als Selbstbau und modulartig verfügbar zu machen damit es für alle Brieftaschen möglich wird, wird aber sicher noch dauern, und es ist vor allem immer ein Spagat, wenn man eben regional produzieren will, gscheite Rohstoffe usw…

      Bis dahin drück ich jedenfalls mal die Daumen für den Lottogewinn! Es gibt aber übrigens auch nicht uninteressante Finanzierungs-Möglichkeiten über Leasing.

      Viele liebe Grüße,
      Theresa

  2. Manfred

    hallo allerseits !

    also ich find die ansätze trotz allem genial. das es eine hebeanlage benötigt – vor allem auch warum, wird ja hinlänglich erklärt. auch der umstand, dass es wasser benötigt, um wasser zu haben, muss als gegeben hingenommen werden. wenn das regenwasser nicht reicht und man nicht an einem bach wohnt, den man anzapfen könnte, müssen eben die alternativen her.

    ich bin der meinung, dass ein gesundes maß an technik durchaus auch sinn macht. Wenn der wohnwagon mal irgendwo steht, dann brauchts es eigentlich nimmer viel, um darin dauerhaft leben zu können. DAS ist ja der eigentlich sinn. Ohne technik wird das eben nicht gehen.

    selbstversorgung hin oder her, es wird selbstbestimmtes, autarkes leben möglich – und mal ehrlich: kann das ohne technik gehen, wenn man auf ein bißchen luxus (warmes , sauberes wasser, licht aus der kraft der sonne, etc.)
    nicht verzichten möchte? vermutlich nicht, ausser man geht zurück in die höhlen, aus denen wir einst gekommen sind – und wer will denn das schon ??

    ich habe einen pachtgarten ohne kanalanschluß. zur wahl standen anfangs um wirklich viel geld den kanal herstellen zu lassen oder ein mobiles WC aufzustellen. am ende habe ich mich für eine selbst gebaute trockentoilette entschieden und bereue nichts. die kosten für das selbstbauteil lagen bei rund €1.000. eine stange geld. dafür gibts eine solarzelle am dach, mit einem laderegler und einem akku. für die beleuchtung sorgen LED´s. den boden hab ich mir schön ausgeschmückt mit lärchenholz, das sitzbrett ist aus stabverleimter eiche und der WC deckel ist ebenfalls stabverleimt, allerdings buche. nun gut, alles nicht nötig, aber ich wolte, dass das stille örtchen auch ein schmuckes örtchen wird. die mehrausgabe war mir der „luxus“ wert.

    primär geht es immer darum, was will ich mir leisten. danach gibts die frage: was kann ich mir leisten? welche alternativen gibt es zu den dingen, die ich mir leisten will, aber nicht leisten kann.

    ich zb. würde eine wirbelstromanlage für das wasser, dass von oben nach unten rinnt, eine tolle erweiterung finden. das wasser treibt die turbine an, es wird sauerstoffangereichert, die turbine erzeugt zusätzlichen strom ( für was auch immer, im schlimmsten fall für die einspeisung ins energienetz)…..aber leistbar ist das teil vermutlich nicht mehr.

    das team von wohnwagon hat ein thema in angriff genommen und von der idee bis zum heutigen zeitpunkt stetig reifen lassen. ein neues konzept ist entstanden und dessen umsetzung braucht nun mal auch geld. kommerz ist gegen und legitim. das die technischen hilfsmittel zuviel sind, glaubeich nicht, denn es wird ein leben ohne große einschränkungen ermöglicht – vom platz mal abgesehen. ich bin mir aber sicher, dass im laufe der zeit das wohnwagon-team alterntiven testen und berechnen wird und die in zukunft eventuell neuen „technischen einrichtungen“ zu einem fairen preis angeboten werden. wer´s nicht selber machen kann, aber haben will, der muss halt machen lassen oder kaufen – daran wird sich nichts ändern.

    hut ab vor dem ideenreichtum, dem enthusiasmus und der frischen art, den wohnwagon und anderes zu prästentieren. weiter so :)

    liebe grüße,
    manfred

  3. Theresa SteiningerTheresa Steininger Beitrags Autor

    Ja das stimmt sicher, wenn man eine größere Fläche zur Sammlung zur Verfügung hat und mit dem Verbrauch bewusst agiert reicht sicher auch das Regenwasser und die Klärung bevor man es wieder versickern lässt. Uns ist es darum gegangen zu zeigen dass der geschlossene Kreislauf eben innerhalb der Wohneinheit möglich ist und da reicht leider die Dachfläche für den Wasserbedarf nicht aus.

  4. Reinsch

    Das Konzept ist sicher interessant. Allerdings verstehe ich wie einige hier nicht, warum so ein hoher technischer Aufwand dafür nötig sein soll.

    Dieser ist eigentlich nur berechtigt wenn das Zuhause regelmäßig den Standort wechselt und allein steht.

    Bei einer beständigen Siedlung mit mehreren Nachbarn wäre es doch um Längen effizienter, das Regenwasser einfach zu sammeln (falls die Dachfläche der Wohnwagen nicht reicht gibt es ja sicher noch Gemeinschaftsräume) und dann das Grauwasser in einer gemeinsamen Pflanzenkläranlage am Boden versickern zu lassen.

  5. Michelle

    Hallo, finde den Artikel sehr interessant und vor allem eine gute Lösung auch für uns hier in Rasquera/Spanien. Wir leben auf dem Lande und unser Grau & Schwarzwasser wird aktuell noch gemeinsam in eine Sickergrube geleitet. Eine BioToilette bauen wir gerade, um damit etwas auszusortieren. Das Grauwasser möchten wir ebenfalls zukünftig gerne wieder nutzen können. Eine Zisterne mit 10000 Liter Volumen, die das Regenwasser sammelt, ist vorhanden. Die Kosten (Neuanschaffung) aller Komponenten wäre für uns nicht möglich und auch nicht im Sinne unseres Lebensziels. Der Wunsch, die Komponenten zum Teil einfacher zu gestalten, bzw. eben auch die Schwerkraft zu nutzen, wäre auch unsere. Wenn es also neue Infos gibt und das System noch etwas mehr auf die tatsächlichen Anforderung von Selbstversorger ausgerichtet ist, nur her damit. Am schwierigesten empfinde ich aktuell die Notwendigkeit das Wasser auf einer Temperatur von 5 Grad zu halten. Hier gefriert es doch auch manchmal nachts und so einfach die Skizze aussieht und die Komponenten gekauft wohl funktionieren, so schwierig empfinde ich es momentan umzusetzten ohne diese Gerätschaften. Aber insgesamt, danke für diese Idee der Gründachkläranlage!

  6. Lukas

    Tolle Sache! Wird das Grauwasser eigentlich direkt zum Klärbeet raufgepumpt, oder ist da auch ein Sammeltank davor (d.h. Kanal -> Tank -> Klärbeet)? Wie geht das System mit kleineren Feststoffen um (vom Kochen/Putzen/Abwaschen)? Verkraftet das System ein gelegentliches Reinpinkeln beim Duschen (erstgemeint)?

    1. Theresa SteiningerTheresa Steininger Beitrags Autor

      Da probieren wir gerade 2 Varianten (mit und ohne Tank dazwischen) – wir tendieren im Moment eher zur Variante mit Tank weil man da dann gezielter die Grauwassermengen einbringen kann und nicht immer einen Schwall beim Duschen hat. Das gelegentliche Reinpinkeln tut den Pflanzen sogar gut, das sind wertvolle Nährstoffe (Stickstoff etc.), damit werden die Damen locker fertig. Zum Thema Potential des Urins gibt’s übrigens eine interessante Doku auf Arte! http://future.arte.tv/de/urin

  7. Jens Jensen

    Leider erschließt sich mir nicht der hohe technische Aufwand, bei dem das Wasser die ganze Zeit umgewälzt wird, wenn man das Wasser auch so in den natürlichen Kreislauf zurück geben kann (ohne beheizte Kläranlage). Mein Motto wäre lieber einfach mit Schwerkraft und mit weniger Technik als so eine „Anlage“.

    Aber es ist ein schöner (universitärer technischer) Ansatz …

    1. Theresa SteiningerTheresa Steininger Beitrags Autor

      Lieber Jens, Wir arbeiten laufend an einer Vereinfachung des Systems, wenn es dazu Ideen gibt – immer her damit! Im Kreis müssen wir das ganze schicken bei uns im Wagen weil das reine Regenwasser nicht ausreicht und das heißt wir brauchen irgendeinen Hebemechanismus von der Dusche auf’s Dach… Aber sicher gibt’s da noch Möglichkeiten das zu verbessern!

      1. Andreas Bober

        Ich finde das Konzept genial, bezahlbarer Wohnraum und relativ autarkes Leben, Habt ihr schon einmal über eine Luftheberpumpe (Mammutpumpe) nachgedacht? Der Vorteil dieser Pumpen ist, dass sie recht verschleißfrei sind und auch mit Feststoffen, die durch das Rohr passen, zurecht kommen. Eine Frage zu verbrauchtem Wasser stellt sich mir allerdings noch. Bei langer Trockenheit, Verbrauch durch Verdunstung, sowie Eigenbedarf der Pflanzen, wo kommt der benötigte Wasserverlustausgleich her? Sprich: einen Wasseranschluss brauche ich dann doch? Falls die Sonne länger nicht scheint und die Batterien leer werden, eine Biogasanlage zusätzlich zu integrieren, macht das Sinn für euch oder ist als Zusatzheizmöglichkeit angedacht? Die Idee mit dem Wirbelstromgenerator finde ich übrigens auch gut. Warum sollte die Fallenergie des Wassers ungenutzt bleiben…..

  8. miamaria

    Sehr cooles Konzept, was gleichzeitig zum Wassersparen anhält. :)
    Plant ihr die Wasserqualität zu prüfen? In welchen Abständen?
    Verwendet ihr das Wasser auch als Trinkwasser?

    Eine kleine (etwas klugscheißerische) Anmerkung: PV und Solaranlagen gewährleisten zwar eine weitestgehend autarke Energieversorgung, aber sind nicht unter den Begriff Selbstversorgung zu fassen. Sie müssen ja auch irgendwo irgendwie hergestellt werden. ;)

    1. Theresa SteiningerTheresa Steininger Beitrags Autor

      Danke! Ja, wir haben einerseits kleine Teststreifen mit denen der Nutzer jederzeit überprüfen kann und jetzt eben auch die Forschungskooperation mit Alchemie Nova, einem Institut das umfangreiche Wassertests macht.

      Und ja: Klassische Selbstversorgung ist es noch nicht. Vielleicht kommen wir da in ein paar Jahren hin, das wär super. Man muss sich halt schrittweise annähern.

  9. Dominik

    Servus

    grundsätzlich eine gute sache und danke für euren einsatz.

    wen ich mir aber euren webshop ansehe muss ich sagen das hat absolut nichts mit selbstversorung zu tun, die preise sind ja extrem. Will euch mal keine schlechten absichten unterstellen aber meiner meinung ist da buisness

    selbstversorgen versteh ich mit weniger „hightech“ aber das ist wohl eher
    subjektiv.

    eine frage noch: wen ich das diagramm wasserkreislauf anschaue dann sehe ich eine menge dinge die ich kaufen müsste. Transperieren wir das mal auf ein dach eines durschnitlichen einfamilienhaus. Was würde die ganze anlage komplett mit allem drum und dran etwa kosten?

    1. Theresa SteiningerTheresa Steininger Beitrags Autor

      Lieber Dominik, Du hast Recht, im Moment sind noch viele Elemente (Pumpe, Solar, etc.) die man kaufen muss. Wir wollten das Ding vor allem auch einfach mal umsetzen und da haben wir mal Systeme verwendet die es schon gibt. Wir sind aber immer interessiert an einfacheren Lösungen, Schwerkraftprinzipien etc. die das ganze System einfacher und günstiger machen. Wenn es da Ideen gibt: Immer her damit! Kosten für ein Einfamilienhaus kann ich noch nicht seriös abschätzen, da sind leider noch zu viele Fragezeichen die wir mal klären müssen. Können wir in 1-2 Monaten sagen!

      1. Dominik

        Danke für die antwort. Na ohne technische hilsmittel wirds wohl nicht gehen fragt sich nur wieviele und zu welchem preis. Man wird mit dem system sicher geld sparen können jnd umweltechnisch ist es auch super. Grundsätzlich wird dann die kosten ertrag frage gestellt am ende und da stell ich mir das momentan nicht rentabel vor. Schon der wasserfilter der ihr zb. Im angebot habt ist EXTrem teuer vorallem für leute mit eigenem brunnen oder anständiger anderer wasserverorgung haben aber man kann das system ja einfach auch nur für grauwasser benutzen. Bleib mal skeptisch aber lass mich gerne positiv überraschen. Viel erfolg

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