Teure, harte Selbstversorgung

Michael Hartl
Von Michael Hartl
8. August 2012

Derzeit kommen sie wieder gehäuft. Die Kommentare und Nachrichten rund um ein Leben in Selbstversorgung. Auf der einen Seite sind da Menschen, die damit beginnen möchten. Hochmotiviert, aber noch auf der Suche nach dem richtigen Weg, bevor es losgehen kann. Mit der häufigen Frage nach dem Geld, und danach, wie wir das denn alles gemacht haben bisher. Auf der anderen Seite ein paar alte Häsinnen, zumindest nach eigener Aussage. Die schreiben, dass sie seit Jahren so leben und davor warnen, dass man sich Illusionen macht, und die deutlich schreiben, wie viel harte Arbeit das sei.

Zu beidem möchte ich kurz ein paar Worte gesammelt schreiben.

Es gibt keinen Musterweg zur Selbstversorgung

Alleine schon, weil es sehr darauf ankommt, was Du darunter verstehst. Wenn Selbstversorgung für Dich das Anbauen Deiner eigenen Lebensmittel ist, dann ist der Kübelgarten auf dem Balkon, die Tomate auf der Fensterbank und der kleine Streifen im engsten Garten, in dem Du Gemüse ziehst, ein wunderbarer erster Schritt! Wenn Du Selbstversorgung so umfassend begreifst, wie Lisa und ich, und dies nur ein möglicher Weg zu anderen Zielen, wie Freiheit, Zufriedenheit und Selbstbestimmtheit ist, dann kann der erste Schritt sogar sein, Dich aus der Lohnabhängigkeit zu befreien und Dich mit etwas, dass Dir viel Lebensfreude gibt, selbständig zu machen.

Es kommt ganz darauf an….

Der einen Person bietet sich vielleicht die Möglichkeit, in ein bestehendes Projekt einzusteigen, andere wollen das gar nicht sondern von Anfang an etwas eigenes aufbauen, mancher erbt, eine andere bekommt ein Schnäppchen, die nächsten sind vielleicht sehr glücklich, wenn sie zumindest am Anfang gar nicht Eigentümer*innen sein müssen, sondern lediglich pachten und damit standort-unabhängiger bleiben.

Und immer wird der Weg anders aussehen.

Es kommt ganz darauf an…

Vom lieben Geld und der Selbstversorgung

Wie sehr sich doch alles immer ums Geld dreht… :D Ein sehr guter Freund hat es in einer Diskussion letztens auf Facebook über mich geschrieben: Ich bin ohne nennenswerte Rücklagen in diese Art des Lebens gestartet. Und ich bin zufrieden. Und ich lebe noch! ;) Es kommt doch sehr darauf an, was ihr möchtet. Wer ein großes Haus mit viel Land sein eigen nennen möchte, wird viel Geld brauchen. Oder einen Kredit, was ihm viel seiner Freiheit und Selbstbestimmtheit kosten wird. Und damit seine Zufriedenheit – aber das ist ein anderes Thema. Vielleicht wollen ja nicht alle zufrieden werden…

Wer Tiere und Maschinen haben möchte, sehr oft genannte Punkte, von Leuten, die erklären, man solle sich keine Illusionen machen, wird für beides direkt und indirekt viel Geld brauchen. Wer viel Land möchte, wird zur Bearbeitung Maschinen brauchen und für beides eben sehr viel … – ihr wisst schon Bescheid.

Es kommt ganz darauf an…

Willst Du alleine sein, als Pärchen, als Familie oder als größere Gruppe?

Es kommt ganz darauf an…

Selbstversorgung ist harte Arbeit

Wie oft lese und höre ich das! Erst einmal habe ich ganz deutlich etwas anderes gehört. Ein Besucher, der uns einige Tage lang beim Sanieren geholfen hat und sich auch selbst so weit wie möglich selbst versorgt, sagte, es macht so gut wie keine Arbeit, wenn man es richtig macht. Das gefällt mir! Ich denke, diesen Punkt kann man aus zwei Richtungen ansehen. Eher philosophisch, aber auch ganz praktisch. Beides möchte ich sehr knapp machen.

Wenn ich ansehe, wie mein Leben nun seit drei Jahren aussieht, dann sehe ich sehr wenig Arbeit. Ich bin dankbar für alles, was uns die Natur schenkt. Habe Freude dabei, zu gärtnern. Bin selbstbestimmt jeden Tag produktiv tätig und darf soooo viel an der frischen Luft und in Freiheit aktiv sein. Hab mein gratis Fitnessprogramm und mache genau das, was ich möchte. Es fühlt sich fast nie etwas davon als Arbeit an. Ich sehe es auch nicht als Arbeit. Wer es als Arbeit empfindet, sollte sich überlegen, einiges zu ändern. Vielleicht nicht nur den Fokus in der Betrachtung (Theorie), sondern auch ganz real in der Art und im Umfang der Tätigkeiten (Praxis).

Wir haben zum Beispiel einmal den kleinen feinen Hof von Lisas Onkel gehütet, als die dortige Familie in Urlaub war. Und dort waren nun nicht viele Tiere: zwei Hand voll Hühner und Gänse, ein paar Schafe, ein Truthahn, ein Hund und zwei Katzen. Aber das hat uns schon gezeigt, welch immenser Aufwand die Tierhaltung darstellt, wenn es auch nur ein bisschen tiergerecht und respektvoll gegenüber diesen wunderbaren Geschöpfen sein soll. Deren Bedürfnisse geben Dir dann vor, wann Du aufstehst, dass Du fütterst, usw. Verursachen Tierarztkosten, Futterkosten oder -flächen… 100 Pflanzen sind gegen ein Tier ein Klacks, was Aufwand, Bedürfnisse, Kosten und Platzbedarf angeht.

Es kommt ganz darauf an…

Und auch Maschinen und die damit verbundenen Kosten sucht man sich selbst aus. Dazu aus Platzgründen einfach nur ein Link auf unseren Artikel „Traktor vs. Pferdestärke vs. Menschenkraft?„.

Und wie haben wir es nun gemacht?

Ich glaube, alle Menschen müssen ihren eigenen Weg finden. Wer hier laufend mitliest, bekommt unseren Weg als EINEN möglichen von unendlich vielen Varianten mit. Aber da immer wieder gefragt wird, skizziere ich das mal ganz kurz:

  • Wir haben die Idee gehabt, dass so ein Leben Teil unseres Weges zu Zufriedenheit und Freiheit sein kann
  • Wir haben so schnell wie möglich damit begonnen
  • Dann hatten wir Glück, weil uns ein Bekannter ein Häuschen auf einem Bauernhof empfohlen hat, das es gegen Mitarbeit am Hof zur Miete gab. (Kein Geld!)
  • Der liebe Demeter-Bauer überließ uns zusätzlich gratis ein wenig Fläche, so dass wir beginnen konnten, unser eigenes Essen anzubauen. (Kein Geld!)
  • Später fanden wir ein Pärchen, mit dem gemeinsam wir leben und arbeiten wollten und voneinander lernen wollten (die beiden super lieben in Tschechien!). Dort durften wir uns niederlassen und mit ihnen leben, arbeiten und uns gemeinsam selbstversorgen. (Kein Geld!)
  • Als wir dort aus verschiedenen Gründen weggegangen sind, haben wir zunächst bei verschiedenen Freund*innen und Leser*innen dieses Blogs Unterkunft bekommen. (Kein Geld!)
  • Kurz darauf haben wir dann über einen sehr guten Freund den aktuellen Lebensort gefunden und pachten diesen von ihm. (Etwas Geld)

Da wir auf längere Sicht einen Lebensort mit Waldgarten und Selbstversorgung mitgestalten wollen und dort garantiert bis zu unserem Lebensende bleiben möchten, halten wir weiter die Augen, Ohren und Herzen offen, um irgendwann den richtigen Ort, die richtigen Menschen dafür und die richtige Zeit zu erkennen.

Und weil wir wissen, dass dieser finale Schritt uns auch etwas mehr Geld kosten könnte (nicht so unendlich viel wie viele immer schreiben, wenn es klein, überschaubar, genügsam gewählt wird), denken wir derzeit über Ideen nach, mit welchen beruflichen Selbständigkeiten wir neben unserem Selbstversorgungsleben die Kasse ein wenig auffüllen könnten.

Was sich aber schon bewiesen hat ist, dass zumindest wir uns durch ein freudvolles Gehen unseres Weges, der sicher noch ein ganzes Stück weg von der absoluten Selbstversorgung ist, viel, viel Geld gespart haben. So ohne Tiere, ohne Maschinen und ohne Kredite.

Es kommt also ganz darauf an….

Ein paar Links zum Weiterlesen…

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

72 Gedanken über “Teure, harte Selbstversorgung

  1. airelli

    Hi
    Ich bin neu Hier, bzw ich hab mich gerade in eurer Forum kurz eingelesen.
    Ich bin 28 und hab vor 4 Jahren meinen >Sozial Beruf an den Nagel
    gehängt um freier zu leben( hoffe das ist n forum wo man meinen Wunsch nach geistiger/körperlicher freheit versteht!) . Seitdem fahre ich um die Welt, um die Welt
    zu sehen und zu erleben und nie wider in einem büro arbeiten zu müssen! Wenn es in Österreich wirlich eine Art Selbstversorgung gibt, und irgend jemand lust hat mich eine Zeit lang
    arbeiten zu lassen, wäre ich sehr glücklich.
    Die Selbstersorgung ist meiner meinung nach die einzige Form
    wie wir wider frei werden können, obwohl ich in österreich wirklich zweifel habe, da selbst ein stück brachland unerschwingliche preise angenommen hat und die arbeit am feld nicht mehr ernst gnommen wird wenn sie nicht von einer maschiene gemacht wurde. dabei habe ich bei meinem 40 m2 gemüsebeet damals in meinem garten vor jahren mit meiner freundin soo viele leute mit leckeren tomaten, kartoffeln, zwiebeln, radieschen, mangold, karotten, spinat…. versorgen können.
    Regional ist die zukunft! ein freund hat einen wunderbaren famileien betrieb in breitenfurth .auch wenn ich absolut gegen die fleisch produktion bin, diese familie tötet ein zwei rinder/schweine pro monat jeh nach nachfrage, und dann wird alles von dem tier verwertet. für mich als absoluter schweine (hausschweine) liebhaber sehr schwer zu akzeptieren aber immer noch besser als das billa oder hofer ,merkur oder was auch immer schwein.! hart aber der bauer kannte das schwein/rind dem er den Bolzenschuss gab. wenn eurer regionaler Bauer die schweine oder kühe/hüner/ziegen nicht artgerecht hält, dann steht auf und wehrt euch gegen diese grausamkeit! denn tiere müssen für eine bessere Zukunft unserer nicht leiden!
    Ich bin nur von november 16 bis marz 17 in patagonien, vorher und danach hätte ich zeit zu arbeiten, und würde gerne sehen was eure selbstversorgung in österreich ist oder wie ihr damit umgeht
    grüße
    airelli

  2. Bonitaamanda

    Eure Seite ist wirklich schoen! Sie macht Mut! Ich bin auch dabei, Schritt fuer Schritt mehr in Richtung Selbstversorgung zu gehen. Wobei bei mir das Motto: 'Learning by doing' lautet – ich bin naemlich aus Oesterreich weggegangen und lebe in einem kleinem, wunderschoenen, suedamerikanischen Land, genauer gesagt in Ecuador. Einerseits mache ich noch einen ganz 'normalen' Job an der Deutschen Schule, andererseits darf ich auch schon ein Stueckchen Land im Dschungel mein eigen nennen, wo ich meine ganzen 'Pflanzversuche' starte. Es liegt im Dschungel an einem kleinen, reinen Fluss – und doch ganz in Meeresnaehe. Fussmarsch zum Meer: 30 min. In Oesterreich/Deutschland ist das alles suuuuuuppper easy, man/frau findet mehr oder weniger ALLES im internet. Hier ist dem nicht so – es herrscht tropisches Klima – und googelt doch mal 'permakultur in den tropen' -es kommt so gut wie nix, egal ob auf englisch, deutsch oder spanisch. deswegen bin ich hier VIEL mehr auf 'learning by doing' angewiesen…. sollte es jemanden geben, der sich hier auskennt: BITTE MELDEN!!! trotzalledem macht es viel spass, einfach alles auszuprobieren – auch wenn vieles nicht 'gegoogelt' werden kann. am besten wachsen bis jetzt die bananen und die papayas, gefolgt von kaffee. der avocadobaum auf meinem balkon, gezogen aus einem kern, straengt sich auch maechtig an. sollte dies jemanden ansprechen, der es sich auch vorstellen kann,in waermeren breitengraden zu leben, wo im grunde genommen das ganze jahr ueber angebaut werden kann (mit den entsprechenden erfahrungswerten), so koennt ihr mir gerne schreiben: malu.schrempf@gmx.at wuerde mich sehr ueber einen erfahrungsaustausch freuen! bin ja die einzige 'verrueckte' hier, die ich kenne ;-))))))

  3. Martina

    Hier wird so oft geschrieben "ihr habt halt so viel Glück gehabt" …. Vielleicht ist es ja auch mehr eine Frage der gedanklichen Ausrichtung, als pures Glück und somit "Zufall"?! Wenn man im Vorfeld schon alles negativ sieht, dann fixiert man sich m.E. auch darauf.

    Ich hab z.B. mal ein Haus verkaufen wollen wo alle sagten, daß das sicher gaaaanz schwierig werden wird, und es dafür nur sehr wenige Interessenten gibt, und es diese und jene Nachteile hat und wenn überhaupt es sicher gaaanz lange dauert, bis ich einen Käufer finde. Und ob ich dann den Preis dafür bekomme den ich haben wollte – seeeehr unwahrscheinlich….

    Tja, ich hab denen allen nicht geglaubt, und innerhalb von 6 Wochen einen Käufer gehabt, und das zum genannten Preis! ;-)

    Und ähnliche Erfahrungen habe ich häufiger gemacht!

    Aber das nur am Rande.

    Ich frage mich, warum so viele das alles so dermaßen negativ darstellen. Es ist und bleibt eine Frage der Prioritäten, Ansichten und Ansprüche,. Ich wundere mich auch immer, daß so viele Leute unter "Selbstversorgung" verstehen, daß man sich ganz ohne Geld durchschlagen will/muß?! Davon spricht doch niemand, schon allein wg. Versicherung und Grundsteuer oder Schorni wird man Geld brauchen, das irgendwo herkommen muß, klar.

    Es gibt so viele Möglichkeiten das alles umzusetzen und zu gestalten, daß sicher für jeden etwas passendes dabei ist, je nach Budget und Möglichkeiten. Vielleicht muß man seine ursprünglichen Pläne auch ein wenig zusammenstutzen, aber das wäre immer noch besser als gar nichts, nach dem Motto "Sekt oder Selters". Gibt ja auch noch anderes dazwischen.

    Ich z.B. strebe eine tierfreie "SV" an, aus unterschiedlichen Gründen. Und ich muß überhaupt wegen gesundheitl. Einschränkungen viel von meinem ursprünglichen Traum abziehen. Aber was soll's – es bleibt trotzdem noch so viel übrig was ich tun kann, und darauf freue ich mich!

    Das wichtigste aber, egal was konkret man plant, ist für mich, daß man sich nicht von Unkenrufen anderer beirren und beeinflussen lässt. Natürlich sollte man auch nicht blauäugig rangehen und schon ein gewisses Konzept haben. Aber hätte ich in meinem Leben immer auf die (über-)Vorsichtigen gehört …. ohwei, ich hätte nicht die Hälfte von dem erlebt, was ich erlebt habe! :-)

    Ich wünsche Euch weiterhin viel Freude auf Eurem Weg!

  4. Bettina

    Hallo,

    ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meiner Frage. Ich hätte die Idee, dass man sich gemeinsam mit anderen Menschen zusammen ein Haus mit Grund sucht. Es zusammen renoviert, sich die Kosten teilt, die Anschaffungskosten und Fixkosten. Den Grund zusammen bewirtschaftet. Jeder hat aber natürlich noch seine Rückzugsmöglichkeit. Und wenn jemand ausziehen will, verkauft er seinen Anteil (seine Anschaffungskosten), an jemanden, der einziehen will. Gibt es sowas bereits?

    Liebe Grüße

    Bettina

  5. Kap Horn

    Hej Lisa

    Ja, danke fuer die Antwort, klarer geworden.

    Es geht mit wenig, aber halt nicht ohne. Und jeder Beitrag den man sich durch direkte Arbeit erwirtschaften kann hilft mit weniger auszukommen.

    Mir hilft seit einiger Zeit ein "Luft-Sonnenfänger" der Marke Eigenbau um meine Wärmekosten zu druecken.

    Garten war schon immer in meinem Leben irgendwie dabei…und jetzt plane ich Bienen zu halten.

    Gruss von Rotterdamer Reede

    http://www.einfacherweise.com/p/die-kunst-des-son

  6. Kap Horn

    Hej

    Liest scih ja "huebsch und einfach " an, aber wenn Geld mit ins Spiel kommt, dann kommen sowohl Zahlen als auch zahlen (bitte) mit ins Spiel.

    Und da ist leider hier nichts zu finden.

    Von einer Idée alleine kann man keine Ausgaben bestreiten, und seien sie noch so gering. Es sei denn man "vermarktet" die Idée.

    Die Frage belibt hier nach wie vor offen…von "woher" kommen die Mittel bei einem Selbstversorgerhof fuer zB eine handgetriebenen Getreidemuehle zu kaufen um nur ein Beispiel zu nennen.

    Aus eigener Erfahrung weiss ich: die erste Veraussetzung heisst schlicht und einfach schuldenfrei zu sein. Dei zweite: eine Balance zwischen so wenig wie möglich, so viel wie nötig zu finden.

    Aber selbst dann, so geht es nicht ohne Bares und das wächst nun mal nicht auf Bäumen (es sei denn als Frucht die man verkauft).

    Ueber Geld spricht man zwar bekanntlich nicht, aber dieses "bekanntlich" ist natuerlich Unsinn.

    Meist scheitern Versuche eine alternative Lebensweise zu finden und zu erhalten an dem selbst dazu benötigten Geld…und sei es noch so wenig.

    Doch zu diesem Thema ist man hier sehr "schwebend"…

    Kap Horn

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger

      Hallo Kap Horn!

      Ich glaube Du hast da was sauber missverstanden. Wir verdienen ja ganz normal Geld ;) —-> https://experimentselbstversorgung.net/wie-finanzi

      "ohne Geld" und "kein Geld" steht hier oft nur als Synonym für "viiiiiel Geld" – weil viele Menschen immer glauben um zu starten müsse man reich sein. Klar müssen wir laufende Kosten decken, wie jede/r andere auch. Und dafür arbeiten wir auch gegen Geld. Einzig für den Grund und Boden den wir die letzten Jahre an verschiedenen Orten bewirtschaftet haben mussten wir nichts IN GELD bezahlen. Was nicht heißt, dass wir dafür nichts geleistet hätten. Es stimmt halt einfach nicht, dass man immer nur für Geld etwas bekommt. Wir tauschten halt bisher die Mieten nicht mit Geld sondern mit unserer Arbeit.

      Ist es Dir jetzt klarer? :)

  7. Mike v.d.Mer

    Hallo Michael,

    Meine Frau und ich haben eine 4Ha Quinta(Bauernhof) in Portugal-nah Covilhã.(viel im Internet zu sehen u.lesen,ich kann keine Bilder schicken).

    Wir leben auf der Quinta, bearbeiten das Land ohne Chemie,versuchen auch Selbstversorger zu sein.

    Beide "Älteres Semmester".Keine Vegetarier,haben jedoch keine Tiere zum schlacten.

    Pflanzenwelt=das Übliche in Portugal-Oliven,Wein,viele Obstbäume,medizinische Pflanzen und einige Bienenvölker.

    Suchen Mitstreiter,bieten Unterkunft,

    Taschengeld und/oder Partnerschaft ohne eigene Geldinvestition.

    L.G.

    Mike u.Ana

  8. kahalla

    Ein schöner Weg wenn er sich ergibt, der Artikel hat das wunderbar klar gemacht. Als armer Mensch versuche ich seit Jahren ein Projekt an zu schieben, das anderen armen Menschen den Einstieg in ein Leben in Würde ermöglicht. Dass dies über eine eigenes ökologisches Kleinhaus auf einer von Kommunen gepachteten Parzelle funktionieren soll, das zudem die Möglichkeit einer teilweisen Selbstversorgung bietet, wäre vielleicht für einige Leser deines Blogs interessant. ich konnte allerdings bisher noch keine Kommune davon überzeugen dieses Projekt umzusetzen.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Und dabei ist die Idee so eine gute! Also ganz im Ernst, wir haben uns bezüglich Hausbau schon oft Gedanken in die Richtung gemacht und kennen daher auch Deine Website. Also einfach dran bleiben und weitermachen. Der Weg ist gut – das Ziel ist gut – und Du bist nicht alleine mit dieser Vision. Und so fängt jede Änderung an!

  9. Gaby

    Interessante Sache.

    Leider hier in Nordrhein-Westfalen mit Stadtanbindung (Köln) nicht machbar. Vielleicht irgendwo tief in der Eifel, dann braucht man aber mindestens ein Auto. Große Grundstücke und die auch noch mit – auch noch so kleinem Haus, bin ja nicht anspruchsvoll – sind hier unerschwinglich. Ich habe einen kleinen Garten und viele Jahre Gartenerfahrung, auch Tierhaltung (Kaninchen), würde gerne wieder sowas machen. Es geht aber leider eben nicht wegen der Kosten – wenn man nicht irgendwo nach Pusemuckel ziehen will, wo Land und Haus noch erschwinglich ist.

    Grüße! Gaby

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Ob es am Stadtrand nicht geht – oder man am Land draußen ein Auto zwangsläufig braucht, sind Fragen, die ich nicht pauschal beantworten kann. Allein wir beide, Gaby, sehen das jede*r für sich unterschiedlich. Ich fände ein Auto völlig nervig und belastend. Obwohl ich ziemlich draußen wohne. Und Du wiederholst exakt, wogegen ich mit diesem Artikel anschreiben wollte: Es geht – wenn man will. Wenn Dir alles mögliche wichtiger ist, als Dein Leben in möglichst hoher Selbstversorgung und Selbstbestimmtheit zu leben, dann ist das ok – dann behaupte aber bitte nicht, dass es nicht möglich sei. Dein Leben, Deine Prioritäten. Für Menschen die es wollen ist es möglich – wie viele Menschen beweisen, die es einfach leben.

  10. Lena

    Wir stehen vor dem selben Problem. Mein Mann ist Soldat, wir sind örtlich also völlig unflexibel und das im Ostallgäu, wo es einfach nichts gibt, das nicht zu klein oder total überteuert ist :(

    Wir haben nun etwas passendes für uns gefunden, ob wir es finanzieren können wissen wir noch nicht :(

    Ihr seit damit nicht alleine…

    Auch wollen wir Kinder und uns allein deswegen schon nicht total aus der Gesellschaft zurückziehen. Alles nicht so einfach, wenn man gebunden ist.

  11. Markus

    Hallo Gunnar !

    Es gibt unglaublich viele Gründe, etwas nicht zu tun. Die ständige Angst, was denn alles schief gehen könnte, lähmt unsere Gesellschaft. Zur Tierhaltung möchte ich aus eigener Erfahrung folgendes sagen. Eine artgerechte Tierhaltung ist bei uns in Österreich eigentlich gar nicht möglich. Möchte das nur am Beispiel von Schweinen kurz erläutern. (Wild-)Schweine ziehen auf ihren Wanderungen pro Tag mehrere Kilometer herum. Sie leben nicht nur im Wald, sondern auch in Graslandschaften, benötigen Wasserstellen oder zumindest sumpfige Abschnitte. Die Weibchen bilden mit den Jungen ein Rudel (Rotte), die Männchen ziehen meist allein umher (außer zur Paarungszeit). Solche ein "Gehege" besitzt – meines Wissens – niemand in Österreich, daß wäre allerdings artgerechte Haltung.

    Ein Aspekt, der beim Leben mit Tieren gerne vergessen wird, ist folgender. Tiere sind unglaublich anpassungsfähig, vor allem, was den Menschen betrifft. Nutztiere sind gezähmte Wildtiere und zähmen ist nur ein anderes Wort für vertraut machen. Ein Nutztier vertraut dem Menschen – im Gegenzug ist der Mensch für sein Wohlergehen verantwortlich (ja, verantwortlich).

    Ich besitze selber einige Tiere und alleine die Gegenwart lebender Geschöpfe ist für mich immer wieder erbauend. Ganz zu schweigen davon, was es für eine unglaublich wertvolle Erfahrung für Kinder ist, mit Tieren aufzuwachsen. Ich kann mich noch an den beinahe Streit erinnern, wer denn nun das erste Ei essen durfte, als wir unsere Hühner bekammen. Und eines sollten wir auch nicht vergessen: Tiere sind unsere nächsten Verwandten.

    Folgender Spruch hängt über meinem Schweinestall:

    "Bedenke, daß alle Geschöpfe heilig sind und auch so behandelt werden wollen."

    1. sabine

      Hallo Markus, was die Gehege für Schweine betrifft, die du erwähnst, also ich kenne persönlich in unmittelbarer Umgebung und mich selbst eingeschlossen, mehr als 10 solcher Gehege, wo Freiland bzw.- Waldschweine ein Saugutes Leben führen dürfen. Es ist faszinierend ihnen beim Nestbau, jetzt wo es kälter wird zuzusehen. Liebe Grüße Sabine

      1. Markus

        Hallo Sabine !

        Solch ein "Gehege" würde ich mir gerne mal ansehen. Bist Du da bei deinem Kontrollgang mit dem Pferd unterwegs ?:) Denn wenn deine Schweine ein oaar Kilometer Auslauf im Gehege haben, mußt Di ja Großgrundbesitzer sein. Wo hast Du dein Anwesen ?

        1. sabine

          teilweise bräuchte man wohl ein pferd, aber ich bin auch gut zu fuß und diese gehege erstrecken sich über mehrere hektar mit schlafhöhlen, suhlplätzen. aber nicht alle schweinrassen sind so intensive herumziehende läufer wie die wildschweine, ausserdem hängt es vom futterangebot ab, wie sehr sie herumziehen. ich bin im südöstlichen dreiländereck österreichs mit ausgedehnten laubwäldern und für österreich relativ viel wildnis und platz.

          lg sabine

        2. sabine

          markus, und so wie es für rinder gemeinschaftsprokete gibt, wo mehrere bauern gemeinsam rießige naturschutzflächen mit hunderten hektar beweiden so gibt es auch schon solche für schweine. wo bist du zu hause, weil du das nicht kennst?

          lg sabine

          p.s. mein pferd ist leider vor einigen jahren im hohen alter von 29 gestorben, nun geh ich halt einstweilen zu fuß :-))

  12. Markus

    Hallo Michael !

    Habe deinen Artikel "Teure, harte Selbstversorgung" interessiert gelesen. Die Punkte, die du ansprichst, sind immer dieselben. Das ist jetzt nicht negativ gemeint – die Menschen beschäftigen diese Themen eben sehr stark. Teuer bezieht sich meist auf die Kosten (Anschaffung eines geeigneten Grundstücks, Haus, Betriebskosten, etc.)und ist der Tatsache geschuldet, daß die meisten Menschen es sich eben nicht vorstellen können, Dinge selbst zu erledigen. Lieber delegieren wir fast alles an andere – hat auch den unschätzbaren Vorteil, daß dann eben auch Andere dafür haften.

    Hart bezieht sich hier wohl auf die körperliche Arbeit (und die geradezu panische Angst davor) und den Verzicht auf die Annehmlichkeiten unserer westlichen Welt (auch wenn viele dieser Annehmlichkeiten keine sind, sondern nur unserer geistigen und körperlichen Degeneration "dienen").

    Unsere Wahrnehmung von Arbeit ist meist negativ besetzt. John Seymour schreibt im Vorwort seines Buches "Vergessene Künste" dazu folgendes:

    "Das einzige vollkommene und glückliche Leben, das einem Mann oder einer Frau auf diesem Planeten möglich ist, ist ein Leben, in dem die Arbeit – ehrliche, wertvolle Arbeit – die größte Freude ist. Freizeit ja, aber Freizeit kann man nur genießen, wenn sie wirklich Freizeit, also freie Zeit von der Arbeit, ist. Ständige Untätigkeit – die Untätigkeit der Arbeitslosen – ist keine Freizeit, sondern eine zerstörende, zersetzende Angelegenheit."

    Das Hauptproblem besteht meiner Meinung darin, daß man uns Menschen von Kindesbeinen an eintrichtert, daß sie selbst nichts schaffen können, nichts verändern können, eben klein und unwichtig sind. Deswegen kann der Großteil der Menschen es sich gar nicht vorstellen, anders zu leben, etwas zu verändern, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen, etc. Und deswegen werden immer wieder die gleichen Fragen zu denselben Themen gestellt. Erst muß sich unsere geistige Einstellung ändern, dann kann der Körper folgen und die harte Arbeit ist dann oft gar nicht mehr so hart.

    Eine Frage hätte ich zu der Bauwoche:

    Da ich in der Baubranche tätig bin, interessiere ich mich natürlich dafür. Ich würde gerne mal an einem Erdhaus/Erdkeller oder Holzhaus, etc. mitarbeiten.

    Habe auch gelesen, daß ihr gerade euer Haus saniert – wenn Du da Anregungen oder Tipps brauchst, melde dich bei mir.

    LG

    Markus

  13. Gunnar

    Dieses Thema ist wirklich wichtig… und problematisch!

    Fangen wir mal bei der Selbstversorgung zum Thema Nahrung an.

    Es gibt 3 Sorten von Verzehrern :

    Die Veganer, die Vegetarier und die die eben sämtliche Produkte essen.

    Sobald es zur Tierhaltung geht werden nicht nur die Kosten höher (Futter + Tierarzt) sondern auch die zur Verfügung stehende Gartenfläche muss größer werden (Ställe, Futterlager, Auslauf).

    Natürlich braucht ein Veganer für sein Obst + Gemüse auch mehr Gartenfläche als einer der auch Tier Produkte zu sich nimmt, aber alleine die dazugehörigen (möglichen) Unkosten sprängen den Vergleich zum Veganer. Kurzum: der Veganer ist klar im Vorteil den er/sie sind im Kosten- und Flächenvorteil.

    Nun zum Familienverhältnis.

    Manch einer möchte gerne Kinder haben oder hat vielleicht auch schon 1-3 Kinder zuhause. Ob nun schon welche da sind oder in Planung spielt kaum eine Rolle. Früher oder später kommt das „Problem“ Schule. Nun kommt das Thema zusätzliche Kosten (Material, Schulweg, Ausflüge) hinzu. Schon steigen die Kosten ins Ungewisse!

    Auch ein Thema ist der vorhandene Job oder auch Eltern und andere Verwandte von denen man sich möglicherweise nicht zu weit entfernen möchte.

    Die Lösung ist ein Artikel in dem genau darüber Diskutiert wird und daher auch Interessant ist für Menschen die gewisse Sicherheiten einfach brauchen um „Zufrieden und Glücklich“ ins Experiment zu starten.

    Im Übrigen habe ich diesen Überlegungen als Grundlage gegeben das ein Selbstversorger ebenfalls das Ziel hat nicht nur Kosten zu sparen sondern auch seine Arbeitskraft lieber mehr in seine Selbstversorgung zu steckt als in seiner beruflichen Tätigkeit (Teilzeit).

    1. sabine

      Nachdem die Tierhaltung hier stets in total negativem Licht steht, muß ich nun mal dringend einen ganz anderen Aspekt einbringen. Ich habe meine Tiere einst zu mir genommen, weil ich sie unter anderm auch als meine HELFER betrachtet habe, es war und ist als Symbiose gedacht. Da der Streuobstgarten und die Wiesen die um das Haus sind und einem einen grünen Gürtel geben, dort vielleicht ein extrem steiler Hang. Wer wird das mähen? – natürlich meine Vierbeiner, sie helfen mir, anstrengende Arbeit abzunehmen. Sie befreien die Äste vom Laub, das ich dann als Unterzündholz für den Winter zusammen hacke.Sie roden ein verwildertes Stück Land oder unterstützen mich seit neuestem dabei den Hohlweg von Schlehenaufwuchs frei zuhalten. Sie bringen aus dem vielen Gemüseabfall, der beim Verarbeiten anfällt noch schöne Produkte hervor. Sie befreien meinen Garten zB. von Schneckeneiern und seit ich den Gemüsegarten im Herbst von einer Schweinefamilie grubbern lasse, hat sich dort sowohl das Wühlmausproblem erledigt und dieses Jahr auch keine Schnecke mehr blicken lassen.

      Der Gemüsegarten wirft so viel an Blättern, Kohlstrunken, Weinreben etc ab, die Hecke gibt Heckenschnitt und alles was man in so einem Garten eben immer wieder frei schneiden muß ist die Nahrungsgrundlage meiner Ziegen. Warum werden immer wieder warnend Tierarztkosten genannt? Ein Tier das so natürlich lebt verursacht keine Arztkosten. Ich gebe lediglich für die Entwurmung ein paar Euro pro Jahr aus. Und sogar diese könnte ich mir ersparen, würde ich noch öfter aus dem Wald Nadelzweige holen.

      Auch ein Stall muß überhaupt nicht teuer sein.

      Mit Tieren leben kann auch sehr beglückend und bereichernd sein, vor allem wenn es Kinder im Haus gibt. Und nicht zu vergessen, Tiere, je nach Art, haben positive Auswirkung auf den Menschen in sozialer, energetischer und therapeutischer Hinsicht, wie man mittlerweile aus vielen Studien weiß.

      Sabine

      1. Gunnar

        Ich denke nicht das Tierhaltung in einem schlechten Licht dargestellt wurde. Aber das die Tierhaltung, will man sie Natürlich und Artgerecht halten, eine gewisse Größe von Land für Futter, Behausung und Auslauf benötigt sollte unumstritten sein. Was wiederum mehr Kosten für den Kauf von Grund, höhere Pacht/Miete oder ähnliches nach sich zieht. Auch kommt es darauf an von welchen Tieren wir hier reden und ob es sich um alte Sorten oder neue Züchtungen handelt. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen das jedes Tier was ich halten möchte sicher ein mehr bedarf an Fläche benötigt und evtl. auch Zusatzkosten benötigt. Ich selbst habe nichts gegen die Kleintierhaltung. Hühner, Enten, Hunde und Katzen sind gute Helfer und bringen auch Leben in den Garten. Allerdings würde ich keines davon Schlachten :-)

        1. sabine

          Lieber Gunnar, ich meinte Tierhaltung nicht im speziellen von dir erwähnt, aber es wird hier sehr oft kritisch erwähnt in Zusammenhang mit Kosten.

          Meine Erfahrung und Beobachtung bzgl. mehr Flächenbedarf/Kosten ist nämlich eine komplett andere als hier die meisten schreiben, das wundert mich.Ich sehe am Immobilienmarkt hier in Österreich sind Häuser mit großem Garten (1000-4000m2) in der Regel sehr gefragt und somit viel höher bewertet, als kleine Keuschlerhöfe mit altem Streuobstwiesenbestand und 2-4 ha, wo heute keiner mehr am Land arbeiten will, diese Objekte aber für gängige Landwirtschaft völlig uninteressant sind. Die verkaufen sich sehr schwer und sind äußerst billig zu haben.Der Preis für Wiesenfläche ist so lächerlich niedrig, weil es heute keiner mehr braucht (nicht so in Tirol!)Ein alter kleiner Hof mit schwer zu bearbeitendem Gelände (hügelig, keinstrukturiert) ist wohl meist günstig zu bekommen, und es gibt ja auch viele andere Möglichkeiten an ein Haus am Land zu kommen wie Leibrente, in einen Hof zur Untermiete gehen, pachten,…aber natürlich muß man die teueren Gunstlagen verlassen, das ist klar.

          In der Gegend wo ich wohne ist es zu einem großen Problem geworden, dass es kaum noch weidende Tier gibt. Ebene Wiesen wurde zu Äckern, alles was schwieriger zu bearbeiten ist, wird einmal im Jahr abgeschlegelt, was fürchterliche Auswirkungen auf die Pflanzenvielfalt und ihre Insektenwelt hat.Als ich jünger war, habe ich mich vieler Wiesen angenommen und bearbeitet um einen Beitrag zur Landschaftspflege zu machen.Die einst schöne Landschaft verändert sich leider schmerzlichst. Der Grund, es gibt zu wenig grasfressende Tiere hier. Nun geht in Zukunft das Meiste in Biogasanlagen. Ob sich bei der Bearbeitung noch Blumen auf den Wiesen zeigen, kann sich jeder selbst ausmalen.

          Liebe Grüße

          Sabine

          1. Gunnar

            Du hast nätürlich Recht, es kommt doch immer auf die Region an. So wie du die Lage beschreibst wäre es eine Perfekte Ziegengegend. In Deutschland sind Grundstücke ab 1500m² zwar auch zu finden, aber leider selten. Welche Tiere hälst du den wenn ich Fragen darf?

            Grüße Gunnar

            1. sabine

              Ich denke mal, wenn ich mir ein anders Leben als das derzeitige wünsche, sollte ich auch zu größeren Ortveränderungen bereit sein.Als für mich mit 19 Jahren der Entschluss ein möglichst autarkes Leben führen zu wollen fix war, habe ich Landkarten von MItteleuropa nach Geologie,KLima, Landwirtschaftlicher Struktur, Bevölkerungsdichte, Strassen, Preislage u.v.m. durchsucht und mir dann die in Frage kommenden Regionen angesehen und dort dann das Herz und den Bauch sprechen lassen.In meiner "alten" Heimat hätte ich nur als Millionärin diesen Traum verwirklichen können.Oder ewig davon träumen. Aber man/frau kann sich, so wie Michael es auch sagt "auf den Weg machen"

              Zu deiner Frage wegen Tiere, da rennt bei mir so ziemlich alles rundherum, damit die Kreisläufe geschlossen sind. Kühe, einst Pferd, Ziegen, Schafe, Hühner, Freilandschweine.Ich rackere nicht bei den Tieren von morgens bis abends. Nein, ich mache nur früh morgens einen Rundgang, kontrolliere ob alles okay ist und wenn es die Zeit zuläßt, geh ich auch zu ihnen und wir unterhalten uns ein wenig ;-)). Dann geh ich meinen anderen Tätigkeiten nach. Allerdings ist das ein längerer Weg bis man da hinkommt, aber ich habe und bin noch immer dabei, immer mit diesem Ziel vor Augen gearbeitet, eines Tages nur noch "Managerin" am Hof zu sein und "etwas tun zu KÖNNEN und nicht mehr zu MÜSSEN" ;-))

              Sabine

  14. Zora

    Auch wenn der Artikel schon älter ist, muss ich mich hier nochmal einklinken.

    Denn mein Mann und ich suchen auch nach einem Haus mit Grund, wollen in Richtung Selbstversorger gehen. Und bleiben auch immer wieder an der Geldfrage hängen.

    Denn wir würden gerne mit möglichst wenig Lohnarbeit auskommen, denken aber, es gibt soviele Fixkosten, die Monat für Monat abgedeckt werden müssen: Das Haus muss abbezahlt werden, Versicherung und Krankenkasse. Wenn man abgelegen weit draußen wohnt und arbeiten muss, um die FIxkosten zu decken, brauchts ein Auto, wenn ein Kind kommt steigen die Ausgaben auch, und, und, und.

    Mein Gefühl ist: Maximal können die Lebensmittelkosten durch Selbstversorgung (im Idealfall) gespart werden. Aber das ist ja keineswegs der größte Posten im monatlichen Budget, es bleiben soviele Ausgaben übrig!

    Zur Plastzwahl auch noch ein Gedanke: Leider wohnen wir in einer sehr teuren Gegend. Denn hier gibt es Arbeit. Natürlich können wir auch in ein Bundesland ziehen, wo einem die einsamen Höfe hinterhergeschmissen werden: Aber da sieht es mit Stellen für unsere Berufe sehr mau aus. Für mich ein echtes Dilemma: Denn wir werden ganz schön hohe Fixkosten haben, brauchen dafür Arbeit, können diesen Traum aber nur in einer Gegend finanzieren, in der hohe Arbeitslosigkeit herrscht. Aber ohne Verdienstmöglichkeit nutzt der schönste Hof nichts. Ich sehe da keinen Ausweg… Dabei möchte ich doch einfach bloß in der Natur leben und meine Lebenszeit für Sinnvolles verwenden, statt sie meinem Gelderwerb zu opfern.

    LG Zora

    1. sabine

      ja klar Yvonne, das stimmt schon bei den kleineren Kindern, aber die größeren haben ja bereits andere schulische Verpflichtungen. Ich selbst habe dieses Problem auch nicht gehabt, zum Glück.

      Mein Hof ist auch irgendwann zum Ausflugsort für kids geworden, denn es fehlt ihnen heute leider der so wichtige Bezug zu Tieren, der unter anderem auch ihre Empathiefähigkeit fördert. Meine eigenen Enkel lieben es auf den Hof und zu den Tieren zu kommen und die Kleine hat sogar ihren Schnuller abgegeben, denn sie meinte "den brauchen doch jetzt die Ziegenbabys eher als sie" ;-)). Mittlerweile habe ich dann die Ausbildung für tiergestütze Therapie gemacht und weiß, was du in deinem zweiten mail meinst, dass man sich manchmal so einiges fragt,"warum tu ich mir dies oder das an"…..Ein Hof und die dort lebenden Wesen und anfallenden Herausforderungen sind die besten Lehrmeister die es gibt.

      Alles Gute weiterhin

      Sabine

  15. Yvonne

    Ein schöner Artikel und so wahr.

    Wir sind so weit wie es geht Selbstversorger und jedes Mal, wenn wir denken, jetzt sind wir irgendwo angekommen, dann kommt neues dazu. Zur Zeit ist es die Fischzucht im nächsten Jahr. In keinem anderen Beruf darf ich so viel experimentieren und neues anwenden.Das schöne an der Selbstversorgug ist, dass ich immer wieder neues lerne und ja es ist Arbeit, viel Arbeit. Die ist aber schön und ich entscheide was ich mache und ich bin niemanden Rechenschaft schuldig.:-) Immer Freitags, wenn ich die Ställe ausmiste denke ich: warum machst du das in der Sch… wühlen. Aber wenn ich es dann hinter mir habe, sage ich: darum: Glückliche und zufriedene Tiere :-)

    Es ist befriedigend, ein Essen zu essen dass man selber angebaut hat bzw gezüchtet hat.Obwohl es manchmal überwindung kostet, aber ich weiss, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist und das was wir essen gesund ist.

    Ich kann jedem nur zu solch einem Weg raten.

    Es gibt nichts schöneres als die Selbstversorgung.

    Lieben Gruß

    Yvonne

  16. Inga

    Wir sind relativ anspruchslos, möchten eher ein kleines Haus, dafür aber mit mehreren Tausend Quadratmetern Grund. Und genau da lag bisher das Problem: sowas ist hier nicht zu finden. Alleinlage soll es auf jeden Fall sein. 1000 qm ist das absolute Minimum, schon das ist eigentlich zu klein. Die Häuser, die diese Kriterien erfüllen, sind in der Regel 200 qm riesig. Das brauchen und wollen wir nicht zu zweit! Ich möchte leben und nicht nur putzen. ;) Mich schrecken solche großen Häuser immer ab. Tiere möchten wir keine halten, da wir die Nutzung von Tieren generell ablehnen. Und natürlich würden wir ein Haus auch wieder "flott" machen, wenn es reparaturbedürftig sein sollte. Bisher scheiterte es nur leider daran, dass die Häuser eben entweder riesig waren, oder an einer befahrenen Straße lagen…

      1. Inga

        Bisher suchen wir in Teilen Schleswig Holsteins, die einigermaßen günstig zur Arbeitsstelle meines Mannes liegen. Denn allzu weite Fahrwege möchten wir natürlich auch nicht. Wer verbringt schon gerne Zeit im Auto, wenn zuhause die Natur wartet… Aber sollte sich hier in absehbarer Zeit nichts finden, werden wir uns wohl umorientieren müssen und dann wohl auch in denen von Dir genannten Bundesländern suchen. Ein Arbeitsplatzwechsel ist dann aber unumgänglich.

    1. Bettina

      Möchtet ihr gleich ein Haus mit großem Grund oder würdet ihr Nutzgrund alleine dazukaufen wollen? Wenn zweiteres der Fall ist, werdet ihr vielleicht ein Problem haben, denn in UNSERER Region (OÖ) bekommt man als Privatperson KEINE landwirtschäftlichen Nutzgründe nur als Landwirt. Ich weiß allerdings nicht, wie´s wo anders aussieht.

      1. Inga

        Wir möchten auf jeden Fall gleich ein Haus mit Grund dabei. Solche Häuser sind hier ja auch auf jeden Fall zu finden, an der Grundstücksgrösse hapert es zum Glück nicht. Wenn nur die Häuser nicht so riesig wären und nicht immer an diesen 100er-Zonen lägen…

  17. Inga

    Ich muss Rudi zustimmen, ihr habt wirklich sehr viel Glück gehabt bisher. Wir streben ebenfalls Selbstversorgung an, müssen uns aber aus Ermangelung an Möglichkeiten und Menschen leider ein Haus mit passendem Grundstück kaufen, also einen Kredit aufnehmen. Und das Haus muss dann natürlich abbezahlt werden. Nicht möglich ohne Geld, also muss mein Mann weiterhin einer Lohnarbeit nachgehen. Wir haben uns schon bezüglich beruflicher Selbständigkeit den Kopf zermartet, aber bisher ist uns leider nichts brauchbares eingefallen. Mein Mann möchte raus aus der konventionellen Lohnarbeit. Zeit, das ist das einzige, was für uns wichtig ist. Zeit miteinander in der Natur. Deswegen, ich sage es nochmal: ihr habt so ein wahnsinniges Glück gehabt! Kennt man nicht die richtigen Menschen, ist der Einstieg in die Selbstversorgung gar nicht so leicht…

    Ganz liebe Grüße!

    Inga

    1. Bettina

      Ich würde mal sagen, dass kommt darauf an WAS man will – selbstversorgermäßig und wie "anspruchsvoll" man ist. Und ob man bereit wäre bei einem gekauften Haus handwerklich was zu machen (ausser es ist eine richtige Bruchbude). Wenn ich Tiere bei meiner Selbstversorgung haben will brauch ich einen Stall, eine Weide,… also sehr viel Platz. Wenn ich "nur" Obst und Gemüse/Getreide anbauen will dann brauche ich vorallem Nutzgrund. Das Haus müsste vielleicht gar nicht so groß sein – aber ein Schuppen oder eine Art "Lagerhaus" der könnte etwas größer sein.

  18. Gunnar

    Was ich auf vielen Selbstversorgerseiten ein wenig vermisse sind mal Zahlen und Fakten. Gerade für ein Selbstversorger der versucht mit wenig Geld auszukommen sind doch die notwendigen Ausgaben Interessant. Oder vielleicht doch nur für mich? :-)

    Ich könnte mir vorstellen wenn jeder sich zu seinen Ausgaben einmal äussern würde könnte der eine oder andere vielleicht Tipps geben wie man diese vermeiden kann. Ausserdem hätten die werdenden Selbstversorger einen Überblick welche Kosten unabdingbar sind und welche evtl. vermeidbar.

    Ein Artikel zu diesem Thema wäre sicher nicht nur für mich von Interesse.

    Ganz liebe Grüße

    1. Bettina

      Ich würde sagen, dass das immer auf die Ausgangssituation ankommt.

      Also wir haben ein Sacherl mit Grund schon dabei. Wobei mir am Wecker geht – ich hab einen landwirtschäftlichen Nutzgrund den ich aber nicht bebauen kann, weil ein Bauer dort sein Getreide anbaut und mein Mann ein Sturkopf ist, der noch immer glaubt, dass das Leben einfach so weitergeht und von Selbstversorgung nix wissen will.

    2. sabine

      Hallo Gunnar, ja ich finde deine Frage sehr wichtig.Das fängt bereits bei der Auswahl des Platzes an. Ich könnte dir jede Menge Zahlen liefern, habe lange genug mitgeschrieben, aber es ist doch zu indivieduell, deshalb möchte ich an dieser Stelle nur ein paar Gesichtspunkte nennen, nach denen ich meinen Platz gesucht habe, mit der Absicht, die Fixkosten möglichst niedrig zu halten.

      Da war einmal die Alleinlage des Hauses in Wald Nähe,um im Falle auch Knüppelholz dort holen zu können, KEINE Kanalgebühren, keine Ortswasserleitung somit KEINE Gebühren anfielen, die Bauweise des Hauses,….

      Weiters war mir wichtig eine steuerliche Bewertung des Hauses als Landwirtschaft, denn dann fallen sämtliche Kosten günstiger aus, man hat andere Rechte, zB bei Zukauf von Nachbarschaftsgründen, das geht dann ohne Notar ganz einfach ohne Kosten beim Gericht. Und nicht zu vergessen, die Möglichkeit zur Sozialversicherung bei den Bauern, die damals für mich oder uns sehr erstrebenswert war eben auch in Hinblick Pensionsansprüche und ganz wichtig bei Land- und Waldarbeiten die Unfallversicherung.Zu bedenken ist heute allerdings, dass es etlich Bundesländer in Österreich gibt, in denen du eine Landwirtschaftliche Ausbildung nachweisen musst, um einen Hof kaufen zu dürfen, aber das ist nicht in allen so, bzw.ist so eine Ausbildung auch nicht das Schlimmste.

      Bei den Investitionen war mein großes Augenmerk auf optimieren und auf Vermeiden von Nachfolgekosten. Also immer nur beste Qualität, Langlebigkeit. Die Pflanzen für den Garten kamen mehr oder weniger von selbst, denn im Herbst haben viele Gartenbesitzer Ableger und Stecklinge und ich habe teilweise sogar ganze Sträucher ausgegraben, weil die Besitzer sie weg haben wollten. Diese Pflanzen haben sich besser entwickelt, als jede gekaufte.Würde ich heute nochmal starten, ich würde es nicht anders machen.Nur diese Plätze werden immer rarer. Aber in Ungarn findet man noch heute jede Menge solcher entlegenen Häuser mit viel Grund auf dem man sich austoben kann und alles nicht so streng ist. Kenne etliche die sich dort ihr Platzl gefunden haben.

      Liebe Grüße

      Sabine

    3. sabine

      noch ein ganz wichtiger gesichtspunkt falls mann /frau kinder hat, ist mir eingefallen.die erreichbarkeit öffentlicher verkehrsmittel/schulbus. was nützt dir der schönste aller plätze, wenn du dich dann jahrelang nur noch als taxifahrer betätigen musst, um die lieben kleinen zu den diversen nachmittagsaktivitäten zu bringen.

      lg sabine

  19. rudi

    Hallo Ihr beiden,schöner Artikel,jedoch dürft Ihr nicht vergessen (habt ihr ja auch nicht) dass ihr bisher wirklich viel Glück hattet .(Hofüberlassung,Mitwohnen und Leben in Tschechien,jetzt Hof gegen geringe Pacht usw.).Kernpunkt der Selbstversorgung ist jedoch auch immer mal wieder das liebe Geld,ich behaupte mal ohne den Luxus eines eigenen Stück Land, eines eigenen kleinen Häuschens darauf in dem man bescheiden Leben kann,macht die schönste Selbstversorgung keinen Spaß.Auch bei den geringsten Lebensansprüchen müssen so elementare Dinge wie Nahrung,Wärme,Dach über dem Kopf vorhanden sein.Das kann viel oder wenig kosten,je nach dem.Völlig ändern tut sich das Bild auch sobald Kinder im Spiel sind,das werdet ihr ja vielleicht auch noch erfahren dürfen.Ich denke es gibt viele Leser eures Blogs die in ihrer Stadtmietwohnung sitzen,kaum Geld haben und von der Selbstversorgung träumen, aber nicht wissen wie sie sich aus ihren Abhängigkeiten ohne Geld befreien können und das ist in der Tat sehr schwer.Auch euer Traum vom Waldhof wird Geld kosten.Nicht jeder kennt so nette Leute die einem ein Stück Land mit einem Haus drauf für wenig oder gar kein Geld überlassen ….

    1. Martin

      Ich, bislang auch (nur) träumender Selbstversorger kann nur noch zitieren…

      „Der Mensch ist frei geboren, und liegt doch überall in Ketten.“ Jean-Jacques Rousseau

      Aber es gibt Nieschen… natürlich braucht man auch Glück aber letztendlich muß man sich trauen solche "Nieschen" zu finden und zu zuschlagen wenn sich eine Gelegenheit bietet. Und alles sollte natürlich im Rahmen der Vernunft bleiben. Wenn sich herausstellen sollte dass "das" kein vernunftiges Leben für Familie mit Kindern ist, sollten jede Eltern dazu fähig sein loslassen zu können und die "Dinge" verändern… das ist wünschenswert aller Kinder wegen… !!!ob Selbstversorger oder nicht!!!…

  20. Petra

    Bei Sepp Holzer habe ich gesehen, dass es auch ohne Arbeit geht ;) 60 Hektar Land und hunderte von Tieren (Rinder, Pferde, Schweine, Enten, Hühner, Fische und Krebse) und natürlich jede Menge Pflanzen. Dafür braucht es nicht viele Menschen, sondern EINEN, ja, gerade mal EINEN Vollzeit-Landwirt. Warum? Weil Tiere und Pflanzenwelt so miteinander verbunden wurden, dass sie für sich arbeiten! Es gibt keine Ställe, die ausgemistet werden müssen, denn ALLE Tiere leben das komplette Jahr draußen (lediglich mit Unterschlupf). Die Tiere bereiten den Boden so vor, dass nicht mehr bearbeitet werden muss- lediglich Saatgut wird hier und da ausgebraucht, wobei sich vieles mittlerweile von selber vermehrt. Ist der Boden durch die Schweine vorbereitet und man möchte diesen Bepflanzen, lässt man die Tiere in andere Bereiche der "Farm" wo sie dann die vom Menschen nicht benötigten Rest der Pflanzen verwerten dürfen, bis dann alles weg ist und der Boden wieder schön durchgebuddelt wird. Ein wunderbarer Kreislauf, der KEINE Arbeit macht ;)

    Ok, für MICH wäre das vielleicht nichts – dafür fühl ich mich nicht fit genug, denn man muss schon sehr viele Zusammenhänge dabei verstehen.

    Ganz ohne Tiere könnte ich wohl nicht, denn ich liebe unsere Tiere – aber ich weiß auch, dass es "Luxus" ist und ich diese Entscheidung evtl. immer wieder neu treffe. Wenn unsere beiden Katzen mal nicht mehr sind, würde ich z.B. keine neuen mehr wollen. Kaninchen würde ich wenn dann nur noch Angorkaninchen halten, wegen der Wolle – wenn überhaupt. Und Laufenten wegen Schnecken und der Eier (ich bin ja nicht vegan, wenn ich es auch hier und da gern mal bin) Aber noch mehr Tiere? Kühe, Schweine, Pferde und und und? hm, nein darauf kann ich schon verzichten – aber wenn sie da wären könnte ich auch gut damit leben.

    Im Grunde bedeutet das für mich/uns, dass wir immer nur so viel Tier haben, wie wir uns damit wohl fühlen und ja das bedeutet Arbeit und Kosten – so wie bei 4 Kindern übrigens auch *g* die sind auch Luxus *g* und trotzdem ginge es nicht ohne sie ;)

    Aber es bedeutet auch, dass es nicht so sein muss, wenn man seine Tiere wirklich in sein Stück Land einbindet – dass das geht, habe ich beim Holzer kennenlernen dürfen.

    1. Gunnar

      Ich sehe gerade Sepp Holzer und sein Krameterhof eher kritisch entgegen.

      Ja, er kennt sich sehr gut mit der Permakultur aus, das will ich sicher nicht bestreiten. Aber er verwendet dazu auch sämtliche Maschinen und Fahrzeuge mit denen er die Natur vorerst durch seine Änderungen zerstört, dann umgestaltet und schlussendlich eine ganz andere geschaffen hat als die die sich zuvor dort entwickelt hatte. Für mich ist das eher Fragwürdig.

      Was seine Tiere angeht so denke ich kann er sie nur aufgrund seiner großen Flächen halten. Den bei 45 Hektar und mehr hat er genug Flächen um seine Tiere von einem Ort zum nächsten zu treiben damit sie genug zu fressen finden. Mit 2-3k m² Fläche wird diese Art der Tierhaltung wohl kaum möglich sein, leider.

      Jeder hat natürlich seine Ansichten über die „richtige“ Behandlung des Bodens und der Pflanzen. Weshalb ich auch niemanden zu nahe treten möchte. Aber für mich ist Sepp Holzer trotz seines Wissens nicht das Maß an dem ich Permakultur messe. :-)

      Liebe Grüße

      1. Petra

        Nein, dass Mass aller Dinge ist Holzer auch für mich nicht, ABER eines von vielen Beispielen, wie Permakultur funktionieren kann. Und da darf man auch Holzers Kritikern gegenüber kritisch sein :) wir beschäftigen uns ja schon lange mit Permakultur, haben den Hölzer Hof besucht, mit ihm gesprochen und ihn gelöchert… Auf seinem Hof hat er vielleicht seine Teiche mit schweren Gerät angelegt – aber sonst? Ich hab da nicht mal einen Traktor gesehen. Und wo er Landstriche mit schwersten Madchinen bearbeitet hat: das waren Gebiete die seit Jahrzehnten von Menschen denaturiert, vernichtet wurden – von Natuerlichkeit keine Spur oder ausgetrocknete Wüstengebiete ohne Flora – wie Portugal (Tamera). Es handelt sich hier bei im Renaturierungsprojekte.

        Daran finde ich nichts verwerfliches, Gebiete wieder herzustellen, die schon kaputt waren.

        Allerdings stimme ich Dir total zu, dass man viel Flaeche braucht, um diese Menge an Tieren zu halten. Und dass kein Missverständnis aufkommt: das waere nicht annähernd mein Weg. Hölzer betreibt keine Selbstbersorgung sondern eine große!! Landwirtschaft mit Fokus auf Fleischerzeugnis. Nicht dass wonach ich mich Sehne und dennoch ein Beispiel wie man Pflanzen und Tierwelt miteinander verbinden kann ohne Arbeit zu haben.

        Auf 5ha schaut das anders aus: da wäre niemals Platz für große Tiere wie Rinder, Pferde. Also braucht man darüber nicht nachdenken.

        Aber Laufenten wuerden zb ihren Platz dort finden, da sie dort so viel zu fressen finden, dass man 9 Monate im Jahr nicht zufuettern muss, sie nicht eingesperrt werden müssen, wenn man das Entenhaus in der Mitte des Teiches auf einer angelegten Insel aufbaut- wo der Fuchs nicht hinschwimmen mag. Dann helfen sie beim Schnecken sammeln usw

        Hab ja welche gehabt… Arbeit und Geldeinsatz = Null. Genommen haben wir Mischlinge die keiner wollte und die Legefaul waren und keine Lust zum brüten hatten. Eier hatten wir dennoch immer wieder mal. Das jetzt nur als Beispiel. Ich weiß ja, dass sich da unsere Meinungen etwas unterscheiden ;)

        Nun und Permakultur richtig gelebt ist für mich die ideale Art der Selbstversorgung. Ich sehe es bei vielen Bekannten, so auch Hanni zb dass es nicht nur reicher Wrtrag ist sondern im Gegensatz zur klassischen Mischkulturcauch wesentlich weniger Arbeit, da Unkraeuter ihren nutzen haben und durch München selten gegossen werden muss….

    2. Martin

      Ich als Idealist denke herr Holzer ist, trotz seiner "Tugenden", doch vor allem ein ("Landlord"). Wenn ich von der höchsten Gerechtigkeit ausgehen mag, würde ich das Land das ich benötige so ausrechnen: Zuerst schauen wieviel landwirtschaftliche Nurtzfläche in einem Land zur verfügung steht um diese dann durch die Bevölkerung zu teilen… daraus ergibt sich was jedem einzelnen (zusteht). Es geht darum mit möglichst wenig gut auszukommen…

      1. Petra

        Da stimme ich Dir natürlich zu ;) das wäre auch mein Ideal.

        Es kam hier einmal die Frage auf: Was machen wir, wenn (wie z.B. in Spanien) die Krise ausbricht und die Städter aufs Land ziehen und die "Höfe" überfallen.

        Meine Antwort war, ich würde das EINZIG richtige machen: Türen auf, ein Riesen Schild aufhängen, auf dem steht: JEDER ist Willkommen – tretet ein, wir schaffen es!

        Davon bin ich überzeugt, dass alle zusammen halten, wenn man das Land teilt. Viel mir nur gerade ein ;)

  21. Luise

    Ich denke, es ist immer eine Frage, wie in- oder extensiv man seine Selbstversorgung betreibt. Hat man seine Hühner im Stall und muss sie jeden Tag füttern und den Stall säubern oder haben sie Freilauf, schlafen ggf. sogar draußen und suchen sich selbst ihr Futter? Hält man Tiere für Milch und muss jeden Tag melken oder hält man sie nur fürs Fleisch?

    Und die Frage ist auch, was ist Arbeit? Im Garten arbeiten und mich um eine Pflanzen kümmern, ist für mich keine Arbeit und genausogut kann mein Mann den ganzen Tag mit Holz und Metall arbeiten oder Sachen bauen ohne dass er sich "abgearbeitet" fühlt. Für mich wäre es hingegen "Arbeit" die Kleidung meiner Familie selbst herstellen zu müssen. Von daher ist es ideal, wenn Menschen zusammenarbeiten, die verschiedene Interessen/Vorlieben haben, so dass jeder möglichst viel von dem machen kann, was er ohnehin gerne macht und möglichst wenig "Arbeit". Und ja, ich kenne auch Menschen, die liebend gerne waschen und putzen. ;)

  22. fryda

    Ganz ehrlich, ich glaube, es werden immer mehr Menschen sich auf einen ähnlichen Weg wie ihr begeben. Man merkt, dass die Gesellschaft beginnt umzudenken. Weg von den alten, schädlichen Mustern. Wenn auch noch relativ langsam, leider…

    Ich finde, eure Lebensweise stellt eine Lösung für die großen Probleme dieser Zeit dar, deswegen ist es auch sehr wertvoll, dass ihr sie mit uns teilt. :)

    Irgendwann komm ich euch mal besuchen, das habe ich mir fest vorgenommen… ;)

    Liebe Grüße

  23. Albatross75

    Ich finde Deine Worte mit sehr viel Wiedererkennung gelesen. Und stimme Euch in allem zu.

    Ich sehe sehr viel Ä hnlichkeiten zum meinem Beruf:

    Physiotherapeut

    Dort "startet" man auch aus vielen verschiedenen Positionen und mit vielen verschiedene "Modellen"

    Ich vergleiche es immer mit einem Lienenbus, der die Fahrgäste an verschiedenen Orten (Positionen)abholt und an verschiedenen Zielen absetzt. Gleich für alle Fahrgäste ist der Weg dorthin.

    Ich grüße Euch hochachtungsvoll und macht weiter so

    Henry

    1. Maria Bröckerho

      Hallo Lisa und Michael,

      genau diese Fragen habe ich mir auch gestellt, eure Antwort überzeugt mich, besonders auch, da ihr euren Weg nicht doktrinär anpreist…sehr spannend und mutig euer Weg, aber auch sehr ehrlich.

      Kommen von einer Campingreise aus Südfrankreich zurück, haben da in der Gegend südlich von Carcasonne viele junge Leute aus ganz Europa getroffen, die ähnlich wie ihr ihr Leben gestalten. Stelle mir allerdings die Frage, wie ihr euch euer Leben mit evt. Kindern vorstellt. In Frankreich ist es wohl möglich, sie selbst zu unterrichten, was ich allerdings nur bis zu einem gewissen Alter vertretbar finde. Sorgt ihr in irgend einer Weise vor für euer Alter, seid ihr krankenversichert?

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Leben so ganz ohne Geld, nur im Tausch???- möglich ist….

      …und der Internetzugang kostet doch auch :-))

      Wünsche euch viel gute Begegnungen und Erfahrungen mit eurem Sommercamp

      Maria vom Niederrhein

        1. Maria Bröckerho

          Chapeau, wie man so schön in franz. sagt! Ihr lebt dazu auch noch sozial verantwortungsvoll.

          Da kann man schon ins Grübeln kommen, warum gerade heute so viele junge Menschen in so großem Stress leben. Entweder sie sind arbeitslos oder schuften sich tot, als Angestellter oft unzufrieden, als Selbstständiger in noch größerem Auftragsstress. Hatte gerade wieder diesbezüglich ein Gespräch mit meinem Sohn, der als Fernsehjournalist selbstständig und doch von seinen Auftraggebern abhängig ist.

          Und mit meinem 2. Sohn, der jetzt mit dem Studium fertig und arbeitssuchend ist.

          Wünsche mir, dass beide auch einmal sagen können: wir leben selbstbestimmt, genügsam und zufrieden.

          Habe echt überlegt, am Sommercamp teilzunehmen, aber als Generation 60+ habe ich mich nicht getraut, und hätte auch noch meinen lieben Mann überzeugen müssen

          :-D

          Ich verfolge weiter eure "Botschaften",

          mit lieben Gruß

          Maria

            1. Maria Bröckerho

              Lieber Michael,

              lieben Dank für dein HerzlichWillkommen.

              Aber in diesem Jahr klappt das nicht mehr: Sind noch voll von Eindrücken von unserem über 3wöchigen Urlaub und müssen die erst mal verarbeiten (habe u.a. an einem Clownsworkshop in der Provence mit Giora Seeliger, Wien, Mitbegründer der Roten Nasen) teilgenommen. Und unser Auto ist in Rep, hatten einen Unfall in Frankr…., schlafen übrigens in einem Autodachzelt, das geht wohl auch nicht auf eurem Grundstück? Oder?

              Nächstes Jahr vielleicht?

              "Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden, als über die große Dunkelheit zu schimpfen" Diese Weiheit von Konfuzius habe ich im August 1963 in meine Sprüchebuch geschrieben…

              ..schicke ihn an euch weiter; denn ich vermute, ihr habt es verstanden!

              Gute Sommercamptage

              Maria vom Niederrhein

              1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

                Vielen lieben Dank für das sehr schöne Zitat, Maria. Und danke auch für das damit verbundene Kompliment – ich hoffe natürlich, dass wir das tatsächlich immer mehr verstehen und umsetzen werden.

                Und auf die nächste Möglichkeit, uns kennen zu lernen, ja? Spätestens nächstes Jahr zum Sommer-Camp! (Wenn es wieder eines geben wird…)

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