Teil 2: Wieso kann ich nicht einfach bauen wie ich will!

...und warum so manche Gesetze nicht nur doof sind.

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
22. Januar 2015

In Teil 1 hat uns Jürgen Lizzi, selbstständiger Baumeister, der sich auch mit alternativen Bauweisen beschäftigt, über die Normen gesprochen, die man beim Bau eines „alternativen“ Gebäudes beachten muss. Jetzt geht es weiter mit noch konkreteren Fragen und warum man eigentlich nicht bauen darf, wie und wo man will…

Lisa: Muss man sich an Kanal und Wasser anschließen?

Jürgen: Wie gesagt, es braucht hygienische Sanitärräume mit Trinkwasserqualität. Wenn du das von einem Brunnen bekommen und nachweisen kannst, wird das auch so passen. Sobald du Wasser hast, hast du aber auch Abwasser, womit ein Kanalanschluss verpflichtend wird. In Einzelfällen kann man sicher über eine Hauskläranlage oder Pflanzenkläranlage sprechen.

Lisa: Und öffentlicher Stromanschluss?

Jürgen: Prinzipiell schreibt dir niemand vor, dass du einen öffentlichen Stromanschluss brauchst. Wenn der Strom allerdings selbst hergestellt werden soll, muss man sich im Klaren sein, dass im Sommer schnell ein Überfluss an Strom vorhanden ist, welcher im Normalfall nicht vernünftig gespeichert werden kann. Im Winter dagegen herrscht bei reinen Insellösungen (also ohne zusätzlichen öffentlichen Stromanschluss) Stromknappheit, was aber nicht unbedingt ein Problem sein muss. Ich persönlich würde diese Komforteinbußen angesichts der Stromanschlusskosten in Kauf nehmen.

Lisa: Und warum muss ich mich an all diese Normen halten und kann nicht einfach bauen, wie ich will?

Jürgen: Das hat viele Gründe, die zum Teil auch gut so sind. Auch ökologische: Wenn alle einfach irgendwie bauen, vielleicht schlecht dämmen, und dann einfach ein vielfaches an Brennstoffen verbrauchen, dann ist der ganze gute Wille vielleicht bald zunichte. Dann kann das Haus beim Bau (=Primärenergieverbrauch) noch so öko sein, weil es nur aus Lehm von direkt nebenan gestampft wurde und nur alte Fenster (schlimmstenfalls nur einfach verglast) verwendet wurden. Aber die Heizenergie, die dann verpulvert wird, vernichtet wie gesagt wahrscheinlich all die Ambitionen an ein ökologisches Bauwerk, weil das Heizen einfach das energieaufwendigste ist. Es kann auch ein gut styroporgedämmter Betonbau über die Jahre ökologischer sein als ein schlecht gedämmtes Lehmhaus.

Es kann aber auch für einen selbst positiv sein. Vielleicht würde man viel massiver und dicker bauen als notwendig und braucht damit viel mehr Geld. Es ist schon ganz praktisch, dass man das alles berechnen kann.

Lisa: Aber wenn ich nur ganz mini-mini klein baue und dadurch viiiel weniger heizen muss?

Jürgen: Das stimmt. Aber für kleine Häuser unter eine bestimmten Quadratmeterzahl, sind die Normen teilweise auch weniger streng.

Lisa: Aha! Aber nochmal zurück zum „bauen wie man will“.

Jürgen: Ja. Dann geht es noch um Sicherheit. Das Haus soll nicht zusammenfallen oder viel zu schnell abbrennen. Auch muss man beispielsweise beim Strohballenbau, zertifiziertes Baustroh verwenden. Das ist einerseits wegen dem Brandschutz so, andererseits soll das Stroh auch trocken sein. Nach all der Arbeit ein Haus zu bauen, wäre es ein Jammer, wenn es innerhalb kürzester Zeit wegschimmelt.

Auch die Normen hinsichtlich Standort, Größe, Abstände sind ganz gut. Stell dir vor, neben dein kleines Ökoknusperhäuschen kommt jemand, der wirklich Geld hat und stellt dir eine vierstöckige Villa in die Sonne, weil man bauen dürfte wie man will.

Es gibt aber auch Bereiche des eigenen Ermessens, wo ich finde, dass man zu wenig Spielraum hat.

house nature Foto

Lisa: Darf ich mitten im Wald oder sonst wo „im Grünen“ ein Haus bauen?

Jürgen: Wenn man nicht zufällig ein „erhaltenswertes Gebäude im Grünland“ findet, welches umgebaut werden kann: Dann in den meisten Fällen: Nein.  Zersiedelung soll verhindert werden. Stell dir mal vor, was ist ökologischer: 500 Häuser in einem Dorf mit einer zentralen Kläranlage (das könnte natürlich auch eine Pflanzenkläranlage sein!), einer Straße, einer zusammenhängenden Wasserversorgung, einem kleinen Geschäft (zu Fuß/per Rad erreichbar) und so weiter… Im Gegenzug dazu: 500 Häuser komplett zerstreut in der Landschaft und die gleiche Infrastruktur für jeden Einzeln. Das wäre irre. Allein der Straßenbau. Und im Moment wollen die Menschen einfach nicht als ökologische Hobbits leben, sondern fahren überall mit dem Auto hin.

Lisa: Abschließend noch: Wie bist du zum Thema „ökologisch Bauen“ gekommen?

Da ich in einem Familienbetrieb aufgewachsen bin, beschäftigt mich das Thema Bauen schon eine ganze Weile. Leider läuft auch in dieser Branche einiges verkehrt. Die Häuser werden immer größer und teurer. Immer mehr Land wird versiegelt und Ressourcen verbraucht. Und das Verrückteste an der ganzen Sache ist, dass die Menschen ihr modernes Heim kaum nutzen können, da sie damit beschäftigt sind viel Geld zu verdienen, um den Kredit zurück zu zahlen. Vor einigen Jahren stand ich dann kurz davor alles hinzuschmeißen und etwas Anderes zu machen. Doch dann begann ich, mich immer mehr mit ökologischem Bauen zu beschäftigen. Ich bin fasziniert davon, dass Häuser errichtet werden können, welche schon beim Bauen mehr CO2 binden, als sie verbrauchen und dass sie am Ende ihres Lebenszyklus‘ einfach kompostiert werden können. Spannend finde ich auch, dass solche Häuser viel günstiger sein können und mindestens genauso komfortabel. Seit einigen Jahren versuche wir im Rahmen der Greenskills-Kurse dieses Wissen und noch vieles mehr, weiterzugeben.  Zukünftig möchte ich noch mehr Möglichkeiten finden um Menschen zu unterstützen, die ökologisch bauen wollen.

Lisa: Danke Jürgen!

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16 Gedanken über “Teil 2: Wieso kann ich nicht einfach bauen wie ich will!

  1. Bernd

    Hallo Erik,

    den Grundfehler wie du ihn beschreibst gibt es nicht. Das nimmt auch der Gesetzgeber nur selten an. In diesem Fall gehts auch weniger darum das alle Menschen verantwortungslos dumm und unsozial handeln, sonder eher darum das die Regeln für alle gleich sein müssen um die verantwortungslosen unsozialen Dummen davon abzuhalten Unsinn zu machen.

    Schutz vor Zersiedelung bedeutet immer noch keinesfalls das man nicht auf s Land ziehen darf, es bedeutet nur das man auf dem Land nicht einfach überall sein Haus bauen darf. Dich beträfe das aber vermutlich auch dann nicht, wenn es diese Regelung nicht gäbe. Das Land gehört hier nämlich schon den Bauern. Und die geben dir den Fleck auf dem du gern wohnen würdest auch nur dann wenn du mehr Ertrag bringst als die Pacht des nächstbesten „Energiemais“ Anbauers…

    Aber die Städte wachsen ja nicht weil man die jungen Leute dazu zwingt dorthin zu ziehen. Die wachsen weil den meisten jungen Leuten 20 km fahren fürs Kino, und 2 x im Jahr ein mundartliches Theaterstück der Landfrauen nicht als Bespassung reicht.

    Zudem hieße Wohnen wo das Essen wächst eben für die Meisten auch „dorthin pendeln wo die Arbeit ist“
    Das ist kein sonderlich ökologisches Konzept. Das wir Berufspendler noch staatlich unterstützen ist ja selbst für mich an Ökothemen nur am Rande interessierten ein Graus.

  2. Erik

    Viele der Argumente lassen sich widerlegen. Auch diejenigen, welche erstmal vernünftig scheinen, sind es auf den zweiten Blick nicht.

    „Höhere Autoritäten“ machen Vorschriften, meinen damit die Natur zu schützen vor einem Menschen, aber sie verhindern damit eine Höherentwicklung im Naturverständnis durch das Nichtgewähren von persönlicher Verantwortung. Der Grundfehler ist immer der Gleiche: Davon auszugehen, dass der Mensch von Grund auf verantwortungslos, unsozial und dumm ist und deswegen eine selbst berufende ‚höhere Instanz‘ – hier die Bauaufsichtsbehörden – über ihn zu entscheiden hätten (irrwitzigerweise auch nur Menschen der gleichen Bewusstseinsklasse, oder etwa nicht?).

    Z.B. „Zersiedelung“: Die Flächennutzungspläne laufen auf Urbanisierung hinaus, mit einem Öko-Argument, welches den Tatsachen genau entgegensteht. Denn „Zersiedlung“, oder sagen wir besser: Wohnen wo das Essen wächst, ist genau was wir brauchen! Nur dadurch entsteht Bewusstsein für ökologische Kreisläufe. Keine langen Transportwege für Essen, für Energie und Ressourcen, kein Abtransport von Müll, sondern das Vor-Augen-Führen von Ursache und Wirkung an Ort und Stelle. Nur so lernt der Mensch und nur so entwickelt er ökologische Lösungen – aus Eigeninteresse, denn nur so ist er direkt von den Konsequenzen betroffen. Bei Verstädterung weiß er nicht, wo geklärt wird, wo die Energie herkommt, wo der Müll hin verschwindet.

    Und selbst das Argument mit dem Brandschutz ist ungefähr so wie die Anschnallpflicht im Straßenverkehr: Spirituell betrachtet ein Unfug. Man DARF niemandem zu seinem Glück zwingen! Man darf nur anbieten und aufklären. Behüten verdummt. Wer einen intelligenten Menschen möchte, muss ihm die Freiheit lassen, nur so lernt er. Liebe lässt frei. Angst behütet. Grundsatzfragen …

    1. Jürgen Lizzi

      Hallo Erik

      Kann dir da leider nicht zustimmen bzw. nur bedingt. Bei 95% aller Bauten wird in erster Linie ökonomisch und nicht ökologisch gebaut. Zumindest was die Baustoffe betrifft. Keine Obrigkeit zwingt Menschen dazu gegen ihren Willen Baustoffe zu verwenden welche die Umwelt zerstören. Es läge in der persönlichen Verantwortung. Genauso ist es die freie Entscheidung größer zu bauen als notwendig, ein Auto zu fahren welches mehr Sprit verbraucht als notwendig bzw überhaupt Auto zu fahren, in´den Urlaub zu fliegen, Fleisch zu essen, Skifahren zu gehen usw. usw.

      Die Welt wo dann nur Menschen mit einem hohen grad an Bewusstsein im Einklang mit der Natur ihre kleinen Knusperhäuschen in den Wald bauen und dann alle Strecken nur zu Fuß gehen, gibts einfach nicht. Zumindest jetzt und hier nicht.

      Wir leben in einer Welt wo Menschen in Städten viel ökologischer leben als am Land. Transportwege sind kürzer, öffentlicher Verkehr besser ausgebaut ist , der Energieverbrauch / Einwohner ist viel geringer ist …..

      Ich geb dir allerdings Recht man könnte am Land ökologischer Leben.

      Anschnallen beim Autofahren is halt ein schlechtes Beispiel weil das ja nur in der eigenen Verantwortung liegt und niemand anderer gefährdet wird. Mal davon abgesehen, dass es im Falle eines Unfalls zu größeren Behandlungskosten kommen wird, welche in unserem System wieder von allen getragen werden müssen. Aber ja somit müsste man Zucker, Fleisch mangelnde Bewegung auch bestrafen.

      Mit Brandschutzbestimmungen is es aber nicht vergleichbar. Weil im Falle eines Brandes immer mehrere Menschen in Gefahr sind. Selbst bei einem Brand in einem leeren Haus. Die Feuerwehrleute wissen wie lange verschiedene Gebäude stehen bleiben oder Brandabschnitte dem Feuer standhalten. Hier geht es schlicht und ergreifend um Menschenleben.

  3. Bernd

    Hm ich sehe das ja insgesamt ein wenig skeptisch. Neubauten erscheinen mir insgesamt wenig nachhaltig solange es noch reichlich leerstehenden Altbestand gibt. Klar muss man da Mühe aufwenden um so ein Haus halbwegs anständig gedämmt zu bekommen, dafür werden halt reichlich Ressourcen gespart.

    Grade auf dem Land gibts von diesen Leerständen meist reichlich.

    1. Jürgen Lizzi

      Hallo Bernd
      Ich geb dir vollkommen recht. Eigentlich müssten wir als Gesellschaft schauen, dass wir nicht noch mehr Land versiegeln als es bereits der Fall ist. Bzw eigentlich Land wieder rekultivieren. Renovieren ist fast immer besser als neubauen. Denn selbst wenn für die Renovierung gleich viel Energie und Ressourcen verbraucht werden würde als für einen Neubau, wird die Energie für den Abbruch und Entsorgung eingespart und kein zusätzliches Land versiegelt. Trotzdem wird es immer beides geben. Wichtig ist ein ganzheitlicher Ansatz beim bauen. Wo nicht nur die Investitionskosten und der nach der Errichtung oder Sanierung anfallenden Energieverbrauch eine Rolle spielen. Wichtig ist, dass Gebäude leicht instandgehalten werden können, langlebig sind und in Ihrer Nutzung flexibel ist.

  4. Esther H.

    Was meiner Meinung nach nicht vergessen werden darf und hier noch gar nicht zur Sprache kahm.
    Haben Wohngebäude auch einfluss auf unsere Gesundheit Dabei mein nicht das es ungesund ist in einem „Schimmelhaus“ zu wohnen. Ich denke da eher an ein wie es Jürgen nennt styroporgedämmter Betonbau.
    Mag er ökologisch noch so toll sein, denke ich persöndlich das so ein Haus die Menschen krank macht. Jedes Kind lehrt das man sich keinen Plastiksack über den Kopf ziehen darf und auch wen in einem Haus einiges mehr an Sauerstoff reserve zurverfühgung steht, schliessen diese Styropordämmungen die Häuser total ein.
    Ich bevorzuge ein Lehmhaus das dank der natürlichen Atmungsaktivität des Lehms ein absolut unüberträfliches Wohnklima ergibt.

    Danke für den Beitrag, sehr spannendes Thema

    1. Jürgen Lizzi

      Hallo Ester

      Stimmt, auf Baubiologie bin ich gar nicht eingegangen und ist natürlich für die Bewohner einer der wichtigsten Punkte. Auch wenn rein baubiologisch nichts gegen Beton und Styropor sprechen würde. (Ich zweifle dennoch beide Baustoffe in den meisten Anwendungsgebieten sehr an) Ein gut gedämmtes Atmungsaktives Haus und das Verwenden von natürlichen Materialien ist ein richtiger Schritt in Richtung Wohlfühlen und gesundes Wohnen. Wichtig sind aber auch alle Einrichtungsgegenstände, Wandfarben, Böden kritisch zu betrachten. Denn hier sind oft mehr Giftstoffe und Lösungsmittel enthalten als in den „Baustoffen“.

  5. Pierre

    Hallo Lisa,

    Danke für den interessanten Artikel. Schön finde ich die Aussage, dass die meisten Menschen gar keine Zeit haben, ihr schönes Haus zu genießen, da sie das ganze Geld zum Abbezahlen verdienen müssen. Da klingt so ein günstiges Ökohaus schon verlockender.

    LG Pierre

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      Danke und gerne! Ja, das finde ich auch immer das traurigste :( Weil wenn man dann mal Zeit hat zu Hause zu sein, ist man wahrscheinlich eher mit Putzen und Aufräumen beschäftigt, als mit dem Genießen :(

  6. Brigitta

    Hallo Lisa,
    ein netter Artikel über den Ökobau. Allerdings sind die Gründe für mich andere, mit dem Siedlungsbau, mit dem Zwangsanschlüssen der angeblichen öffentlichen. Wer sagt, denn das die Menschen die sich ein Häuschen hinstellen, z.b. im Wald nicht auch daran denken wo sie laufen oder fahren. Wer sagt, dass sie mit Auto fahren wollen. das sind für mich alles Angaben „von unseren Regierungskasperles“ Am liebsten alle in den Städten zusammenferchen damit viel Platz für Massentierhaltung ist. Ist auch ne Art von Massentierhaltung. Ich suche auch ein Grundstück weit ab vom Schuss. Bin in Berlin großgeworden. Wohne bereits draußen auf dem platten Land. Die Stadt ist so schön stressig, dass ist gewollt. Singles sind in, auch das ist gewollt. Viel Lautstärke, viel Stress von allen Seiten macht Menschen agri. Denn wenn Menschen in der Natur wohnen, ist es erstens eine ganz andere Lebensqualität, alles läuft ruhiger, ich bin in meiner Mitte und zweiten schmeckst um ein vielfaches besser Rosenkohl aus eigenem Anbau zu essen. Der stinkt nicht so, wie das was „Frau“ so zu kaufen bekommt. (Die wälzen den wohl in der Güllegrube) Also für mich sind diese ganzen „Vorschriften“ eine Entmündigung auf ganzer Linie. Trotzdem Lisa, Ihr macht das toll
    liebe Grüße Brigitta

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      Hallo Brigitta!

      Ja du hast recht, es gibt Menschen, die auf all das achten würden. Ich jedenfalls und du, so wie es klingt, auch. Aber daneben gibt es einfach noch ganz viele, die in einem Lifestylemagazin schicke Fotos vom schicken Haus am Waldrand sehen und, vorausgesetzt die Kohle ist flüssig, solche Menschen würden nicht zögern, sich so ein schickes Haus bauen zu lassen. Und zwar mit fetter Garage und auch noch einen schönen Weg schottern lassen um mit ihren „Kutschen“ dort zu verkehren. Auch reiche, oberflächliche, konsumorientierte Menschen haben Sehnsucht nach Natur. Und ich persönlich bin froh, dass diese Menschen heute nicht mehr die Möglichkeit haben NEUE Gebäude ins Grüne zu stellen. Dass es noch genug Altbestand gibt, ist eh klar.

      Und ich denke es gibt auch einen goldenen Mittelweg zwischen den Extremen „eingepfercht in Mietskasernen in der Stadt“ und „einsam und alleine im Wald leben“. Siedlungen am Land finde ich jetzt nicht so arg. Ich werde voraussichtlich selbst mal in einem kleinen Dorf leben. Und die Anziehungskraft, die so ein abgelegener Platz hat, verstehe ich durchaus. Aber solche Plätze gibt es ja zu Hauf: Dazu brauche ich nur einen Spaziergang machen und schon habe ich meine Ruhe.

      Und ja, es ist eine Entmündigung, aber ich denke, dann ist der Großteil der Gesellschaft einfach unmündig, bzw. kommen andere Interessen in die Quere (Zeit, Geld…)

      Ich bin ganz froh, dass es in der heutigen Zeit so ist. Wir sind auch einfach zu viele Menschen, als dass jeder einfach tun könnte, was er will :)

      Danke!

  7. Jörg

    Nunja..grundsätzlich sind manche Vorschriften wie oben erklärt sinnvoll..aber eben nicht alle! Die Vorschriften gehen meist zu sehr ins Detail und verursachen alleine schon einen enormer Kostenaufwand, wenn man bauen möchte. In den meisten anderen Ländern ist es nur halb so kompliziert und die Menschen leben auch zivilisiert. Ein bisschen mehr Spielraum wäre daher wünschenswert. Wie groß darf denn ein Mini-Mini Haus, wie es Lisa sagt =) sein, damit die ganze Bürokratie lockerer gesehen wird?

    1. Jürgen Lizzi

      Hallo Jörg.

      Stimm dir voll und ganz zu, dass einige Vorschriften viel Kosten verursachen. Nur find ich dass nicht immer ( oft schon ) schlecht. Vor allem wenn es um Umweltschutz geht. Und der ist oft in Ländern, welche weniger stark reguliert sind, auch viel schlechter. Das ist dann oft der Grund warum Firmen welche hier auf Grund der Regulierungen viel Geld ausgeben müssen für Filteranlagen, Bodengutachten, Wasseraufbereitungsanlagen, Umweltverträglichkeitsprüfungen usw. sich ins weniger regulierte Ausland vertschüssen. Ob dass soo gut ist, wage ich zu bezweifeln.

      Bezüglich Erleichterungen:
      Wenn Häuser eine Wohnnutzfläche unter 50 m2 haben, sind z.B. nicht die gleichen Anforderungen an den Heizwärmebedarf gestellt. Es wird kein Energieausweis verlangt.
      Grundsätzlich wird in Gebäudeklassen unterschieden – vom freistehenden Einfamilienhaus, über Reihenhäuser bis Hochhäuser. Je nach Klasse sind andere Anforderungen an, Brandschutz, techn. Ausstattung, Barrierefreiheit und Umweltschutz gestellt.

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