Weniger ausgeben statt mehr zu verdienen

Michael Hartl
Von Michael Hartl
26. September 2013

Eine häufige Frage, die ja hier schon öfter besprochen wurde und zu der wir aber nach wie vor laufend gefragt werden, ist die Frage nach dem Geld. Wie soll man sich das alles leisten können? Den ganz großen (vermeintlich perfekten) Hof kann sich eh fast niemand einfach so leisten. Ist auch nicht verkehrt, weil was du dir selbst schaffst, erfüllt dich später viel wahrscheinlicher.

Über was ich heute aber schreiben möchte ist, dass man neben dem fixierten Blick auf die Einnahmenseite, den die meisten aufsetzen, wenn man von Geld spricht, auch den Blick weiten kann und auch mal die Ausgabenseite ansehen kann. Das funktioniert gut und so können wir schon seit langem zu zweit von ein paar Hundert Euro im Monat sehr gut leben. Sozialversichert, mobil, zufrieden.

My home is my castle

Das meiste Geld geben wir Menschen in Mitteleuropa fürs Wohnen aus. Fast ein Drittel des Einkommens. Weil wir gerne geräumig wohnen. Und weil wir gerne alleine wohnen. In einem gewissen Rahmen suchen sich Menschen also aus, ob sie 300 Euro Miete zahlen oder 1.200. Es gibt kleine Wohnungen, günstigere Lagen und Wohngemeinschaften. Wonach du dich umsiehst, entscheidest du selbst. Wer sparen will, schaut sich nach einer kleineren Wohnung um – oder gleich nach einem WG-Zimmer. Je kleiner der Wohnraum pro Kopf, umso niedriger die Miete, die Heizkosten, der Putzaufwand, …

Und wer weiß, wo er mal fix bleiben will, kann auch überlegen, ob Wohnraum im Eigentum nicht langfristig viel billiger kommt…

Natürlich spielt beim Thema Wohnen auch die vielerorts überteuerten Mietpreise eine gehörige Rolle. Denen kann man zwar auch durch Umzüge ausweichen, allerdings verstehe ich, wenn das nicht jeder will. Statt überhöhte Mieten aber einfach klagend hinzunehmen sollten Menschen, die das wirklich stört, bei Wahlen auch diesen Punkt in die Entscheidung einfließen lassen und ansonsten den Widerstand gegen Mietpreiswucher unterstützen oder aktiv daran teilnehmen.

Der Deutschen liebstes Kind

Für mich völlig unverständlich wird immer noch unendlich viel Geld für Autos ausgegeben. Und für deren Unterhalt. Deren Reparatur. Die neuen Reifen. Die Waschanlage. Die Versicherung. Die Steuer. Und so weiter und so fort.

Wenn man all diese Kosten, die die Autofahrerin direkt hat und jene, die sie der Allgemeinheit mitverursacht (Straßenbau, Verkehrsunfälle, Umweltbelastung, verstellter Platz im öffentlichen Raum, …) zusammenrechnet kommt einiges zusammen. Interessant wirds aber erst, finde ich, wenn man dieses Geld in Arbeitszeit umrechnet. Ich hab vor einigen Jahren von der Berechnung einer US-Uni gelesen (die ich leider nicht mehr finde), nach der Strecken bis 40 Kilometer Entfernung am schnellsten mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.  Das ist natürlich nicht ganz so einfach zu sehen, ist ja das Auto im Direktvergleich schon lange da, wenn der fahrradfahrende Mensch erst ankommt. Aber nimmst Du die Zeit dazu, die Autofahrer*innen aufwenden müssen, um (meist fremdbestimmt) all das Geld zu verdienen, dass sein Auto frisst, und welche Zeit sie in Fitnesscentern oder beim Joggen verbringen, um sich auch mal zu bewegen, dann ist zumindest mir klar, für was ich mich entscheide. Für die schnellere, gesündere, naturnähere, gemütlichere, viel günstigere und um Längen sicherere Fortbewegungsform: Das Radfahren.

Foto eines Männerfahrrads mit Fahrradanhänger

Wir leben seit Jahren am Land – dieses Argument zieht also nicht. Strecken bis 35 Kilometer sind mit dem Fahrrad und Anhänger kein Thema. Für alles drüber raus gibts den Bus. Und für die paar Transporte im Jahr, für die ein Auto oder Transporter unumgänglich ist, leiht man sich eben einen. Riesen Einsparpotential, wenn ich höre, was andere für ihre Autos ausgeben.

Rauchen, Essen, Kino, Mode, Elektromüll

All das, was sich salopp unter Freizeit und Kultur zusammenfassen lässt, macht auch einen gehörigen Teil der Ausgaben eines Durchschnitthaushalts aus. Viele geben einen Hunderter pro Woche für Zigaretten, Alkoholika, Kinokarten und Essen gehen aus. Dazu kommt Kleidung, die natürlich der Mode entsprechend – und nagelneu gekauft wird. Und Elektromüll. Fast jedes Jahr ein neues Handy, alle zwei Jahre ein neuer Computer oder Laptop. Alle drei Jahre ein neuer Fernseher. Und natürlich noch regelmäßig neue Tablets, HiFi-Anlagen und was uns die Elektrobranche noch so alles hinterherwirft.

Da geht es ja um Unsummen! Für meine Begriffe. Warum nicht mit weniger zufriedener sein? Wovor laufen die Leute alle weg, dass sie ihre wenige verbliebene Freizeit damit verbringen, sich in Kinos, Diskos und Konsumtempeln zudröhnen zu lassen? Warum den sich ständig wandelnden Maskenball „Mode“ mitmachen und sich immer anpassen? Die „richtige“ Hose, das „richtige“ Handy, die „richtige“ Frisur. Sei du selbst. Nimm dich an wie du bist und verändere dich tatsächlich, also von innen heraus, wenn du Punkte an dir findest, die nicht liebenswert sind. Dann brauchst keinen Konsummüll mehr, um dich und andere zu täuschen oder um dich abzulenken.

Second Hand und Genügsamkeit sind für die meisten Konsumfragen gute Lösungsansätze, solange die Gesellschaft so viele Dinge und so viel Kleidung in bestem, funktionalem Zustand wegwirft. Bei Drogen wie Tabak und Alkohol ist der einfachste Weg Mäßigung oder befreit von diesem Schund ihn einfach komplett weg lassen.

Du entscheidest, wie viel Geld Du brauchst

Natürlich nicht komplett, aber einen großen Einfluss hast Du schon. Anstatt Dir zu überlegen, wie Du mehr verdienen kannst, kannst Du Dir auch überlegen, ob du allein durch die drei oberen Punkte einige Hundert Euro mehr haben willst. Jeden Monatsende. Ohne mehr Arbeiten zu müssen.

Bin ich da etwas zu blauäugig, nur weil es bei uns funktioniert? Und weil ich bei fast jedem Menschen, den ich kennenlerne, Einsparpotentiale sehe?

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115 Gedanken über “Weniger ausgeben statt mehr zu verdienen

  1. dorothea

    Ich persönlich empfinde weniger Konsum durchaus als Freiheit. Ich habe als Studentin gerne und oft geshoppt, einfach wahllos. das habe ich eingestellt. ich mache mir listen, was ich wirklich brauche und das wird dann in vernünftiger qualität angeschafft damit es mehrere jahre hält. gerne auch second hand. ich finde es ungemein befreiend, nicht mehr ständig das gefühl haben shoppen gehen zu müssen weil ich nichts anzuziehen habe. auf der arbeit habe ich eh berufskleidung, ich kann also gerne sieben tage die selben sachen anziehen. und damit ich nicht in versuchung komme weil das konto noch so schön voll ist stopfe ich einen teil meines geldes direkt zum monatsanfang in diverse sparprojekte um. ;-)
    ich kenne mehrere leute die ohne ihr auto nicht mal den weg zum briefkasten schaffen, was ich ehrlich gesagt nicht verstehen kann, da wir in der großstadt hamburg mit gutem bus- und bahnnetz wohnen und ich gehe gerne auch mal ländere strecken zu fuss, ein fahrrad ist geplant. meine fahrkarte ist arbeitgeberbezuschusst, ich zahle effektiv nur 22 euro im monat. am wochenende kann ich sogar noch einen erwachsenen und drei kinder kostenlos drauf mitnehmen.
    alte sachen gebe ich gerne weiter, die schwester der kollegin meiner mama hat einen hof wo geistig behinderte mit tieren arbeiten, die haben einen ungemeinen verbrauch an klamotten, nehmen auch gerne alte kuscheltiere und accesoires. die alten klatschzeitschriften die bei mir auf der arbeit rumliegen bekommt mein bester freund, er liest zum frühstück gerne leichte geistige kost. seine mama freut sich ebenfalls da drüber, an tagen wenn sie schmerztherapie hatte liegt sie danach gerne auf dem sofa und liest brigitte und freundin. mein vater liest gerne den spiegel wenn er schon ein paar wochen alt ist, weil er dann weiß wie die sache ausgegangen ist.
    in der natur „shoppe“ ich allerdings gerne wahllos. ich ernte freie obstbäume ab, mache obst ein, wasche mit kastanien, stelle brennesseljauche für meinen balkongemüsegarten her, koche hagebutten zu marmelade ein.. ebenso plündere ich regelmässig den öffentlichen bücherschrank, befülle ihn aber gerne auch neu, zum beispiel mit klatschzeitschriften für die ich keine abnehmer finde.
    ich denke wenn wir alle etwas mehr nachdenken was wir wirklich brauchen und nicht einfach wahllos einkaufen, außerdem noch gute sachen nicht einfach in die mülltonne stopfen sondern überlegen wer damit noch etwas anfangen kann ist schon viel gewonnen.

  2. Michael

    Da mich der Themenkomplex „ökologischer /alternativ leben“ generell interessiert habe ich mir das Buch „Das Leben ist eine Ökobaustelle“ von der Ärztin und Schauspielerin Christiane Paul ausgeliehen, gelesen und mich so sehr darüber geärgert, dass ich ihrer Agentur meine Gedanken dazu geschrieben habe. Weder Frau Paul noch die Agentur hat mir geantwortet, jedenfalls bis heute nicht.
    Frau Paul und ihr Co-Autor fahren Auto, wie sie ganz offen zugeben…
    Darauf musst ich ihnen antworten. Ich bin dabei auch auf den Aspekt „Zeitökologie“ eingegangen, der hier auch öfters erwähnt wurde. Hier ist der Auszug aus meiner Mail:
    „… Sie und Ihr Co-Autor, Herr Unfried, fahren Auto. Die Autos auf der Welt blasen nicht nur einen Haufen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre, sie haben auch eine Menge weiterer gravierender Negativaspekte:
    – Jedes Jahr töten Autofahrer in Deutschland rund 4.000 Menschen. Das sind ungefähr so viele Opfer wie bei den Anschlägen vom 11. September 2001 ums Leben kamen. Stellen Sie sich das mal vor. Und zwar jedes Jahr!!! Über diese Opfer schreibt keiner, es gibt keine öffentlichen Gedenkveranstaltungen, keine Ehrendenkmäler, nichts. Die Angehören und Freunde der Opfer haben einen geliebten Menschen verloren, der nie wieder kommt, sie sind mit ihrer Trauer allein. Und trotzdem wird das alles totgeschwiegen. Ich finde das unfassbar. Wie stehen Sie als Mutter und Ärztin dazu? Wollen Sie sich echt unter diesen Umständen noch hinters Steuer setzen?
    – Die Autofahrer und ihre Lobbyisten verlangen eine extrem aufwändige Infrastruktur: Autobahnen, Straßen, Parkplätze usw. Für diese Infrastruktur werden gewaltige Flächen zubetoniert. Flächenversiegelung ist ein weiteres ökologisches Problem, das bereits jetzt negative Auswirkungen zeigt und selbst in den autofreundlichen Unionsparteien wahrgenommen und diskutiert wird. Und es sollen weitere Straßen, Autobahnen, Parkplätze hinzukommen. Die Automobilität fördert einen Lebensstil, der Menschen in die Vororte, die Speckgürtel um die Großstädte drängt. Dort entstehen Einkaufszentren, große Gewerbegebiete und weitere zugepflastere Flächen, einfach weil die Menschen nur mit dem Auto dorthin kommen können.
    – Die Autowerbung verspricht oftmals endlose Freiheit. Die Wahrheit ist, dass Straßen und der Autoverkehr die Freiheit der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer extrem einschränken. Überlegen Sie sich mal, wie viel Platz eine Stadt wie München den Autofahreren großzügig zu Verfügung stellt und viel wenig sie den nicht Motorisierten zugesteht. Meinen siebenjährigen Sohn kann ich nicht einfach so auf die Straße hinausschicken, weil ich es zu gefährlich halte. Das ist der Preis, den meine Familie für die Freiheit der motorisierten Verkehrsteilnehmer zahlt.
    – Für ein Auto müssen Sie extrem viel Lebenszeit opfern. Das meine ich wörtlich. Das Basismodel eines VW Golf kostet etwa 16.500 Euro. Wenn Sie ein Nettosalär von etwa 2.000 Euro im Monat haben, müssen Sie mehr als acht (8!!!) Monate nur für Ihren fahrbaren Untersatz schuften, oftmals in einem Job, den Sie nicht lieben. Und dann ist das Ding noch keinen Kilometer gefahren. Stellen Sie sich vor, was Sie in dieser Zeit machen könnten: faul auf einer Wiese liegen und den Vögeln und Schmetterlingen zuschauen, durch die mecklenburgische Seenplatte wandern, die Alpen zu Fuß überqueren, Tagebuch schreiben, Gemüse pflanzen, mit Freunden plaudern, ein tolles Business entwickeln, das Ihnen wirklich Freude macht…. Den Aspekt Zeitökonomie und Zeitökologie bedenken die wenigsten Menschen, wenn’s ums Auto geht.
    – Lärm. Ja, wenn Sie oder Herr Unfried mit Ihrem Auto durch München fahren stören Sie auch mich mit dem Lärm, den Sie verursachen. Lärm schadet nicht nur der Gesundheit, sondern vernichtet Vermögen. In einer Straße mit dem klangvollen Namen Einhornallee werden schöne Altbauwohnungen für einen Spottpreis angeboten. Ausländer, Eltern mit Kindern oder Hundebesitzer sind als Mieter dort willkommen – und das bei dem permanenten Wohnungsmangel und den exorbitanten Preisen, für die München bundesweit bekannt ist. Der Grund: Die Einhornallee liegt direkt an der Garmischer Autobahn, einer 6- bis 8-spurigen Straße. Wollen Sie mit Ihrer Familie dort leben??? Ich nicht. Hier zerstören Autofahrer konkret Eigentum und Lebensqualität.
    – Ressourcenverschwendung – auch das ist ein Thema, das die Medien konsequent ausblenden, obwohl es höchste Zeit ist, sich damit zu befassen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe schreibt in einer Kurzstudie Folgendes: „Seit Beginn der industriellen Erdölförderung wurden weltweit fast 163 Mrd. t Erdöl gefördert und damit etwa 43 % der ursprünglichen Erdölreserven (kumulierte Förderung und Reserven) von rund 380 Mrd. t verbraucht.“ (Energiestudie-Kurzf-2011.pdf S.19).“ Heavy, nä? Wenn jetzt noch Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien ihre wachsende Mittelschicht massiv motorisieren, dann schnellt der Ölpreis bald in unerschwingliche Höhen. Allein aus diesem Grund wird es Zeit, sich vom Auto zu verabschieden.

    Bei all diesen Negativaspekten macht jeder Autofahrer – also auch Sie und Herr Unfried – mit. Ich finde, in einer Großstadt braucht man kein Auto. Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut, man erreicht jedes Ziel innerhalb der Stadt mit verträglichem Zeitaufwand. Ich bin 47 Jahre alt und hatte noch nie ein Auto, denn ich würde dadurch mir selbst und anderen enorm schaden. Das will ich nicht. Wenn eine Person wie Sie, deutlich „Nein!“ zum Auto sagt, sehen andere, dass die wirklich Coolen ohne PKW auskommen und an Lebensqualität hinzugewinnen….“

    Viele Grüße aus Bayern

    Michael

  3. Erwin

    Hallo,
    jedes Wort kann auch ich nur unterstreichen.
    Vor geraumer Zeit habe auch ich den „Spieß“ umgedreht und bin von dem enormen Einsparpotential überrascht. Auch heute noch finde ich Dinge die ich weiter reduzieren kann und an anderer Stelle daraus Nutzen ziehe.
    Ganz entscheident ist und bleibt der Konsumverzicht. In unseren Breitengraden zählt für mich auch der Konsum von Heiz- und Isoliermaterial dazu. Es ist durchaus lohnenswert sich diese Kostenfaktoren einmal genauer anzuschauen. Gebäudeisolation, Heizungsanlage und Heizmaterial können in der Summe durchaus 1 Drittel des Jahreseinkommens verschlingen. Wer schlau ist wird hier kreativ.

    Viele Grüße
    Erwin

  4. Brigitte Pelwecki

    Hallo, danke für deine Gedanken!
    Ich bin gerade in der „Umstellungsphase“ – vom Karrieretrip zum einfachen Leben. Ich habe einen 20-Stunden Job und bereite meine Selbstständigkeit vor. Ich möchte mehr Zeit für mich und meine Lieben. Ich genieße das meist und dennoch ist der kleine Teufel im Kopf immer wieder mal da und macht auf sich aufmerksam – wie schlimm es doch sei, so wenig Geld zu haben… Dabei brauche ich tatsächlich wenig Geld. Das geht aber auch nur, weil ich keine kleinen Kinder mehr habe, die dem Konsumterror ausgesetzt permanent Forderungen stellen. Weil ich die Entscheidung, mit wenig auszukommen, nur für mich allein treffen darf.
    Euer Blog begleitet diesen Weg und er bestärkt mich und motiviert!
    Danke dafür! Brigitte

  5. Ute S.

    Warum fühlen sich hier so viele Leser von Michaels Meinung zum Thema Kinder auf den Schlips getreten? Das Wort „Egoismus“ ruft negative Assoziationen hervor, weshalb sich hier einige Leser in ihrer Entscheidung eine Familie mit eigenen Kindern zu gründen kritisiert fühlen. Michael hat niemanden beleidigt oder verurteilt. Das es eine egoistische Entscheidung ist Kinder zu bekommen ist zunächst einmal eine wertneutrale Aussage, keine Kritik. Wir sind Menschen und die meisten unserer Handlungen resultieren aus irgend einer Form von (teils überlebenswichtigem) Egoismus! Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man zu seinen Entscheidungen und ihren Konsequenzen steht und eine nachhaltiges Lebenskonzept findet/entwickelt mit dem man sich selbst identifizieren kann und das authentisch ist. Mit oder ohne Kinder. Und mit oder ohne Auto. :-)

  6. susi

    hallo!

    habe mir artikel und viele kommentare durchgelesen..
    finde ihn grundsätzlich gut bzw lebe ich auch einiges davon, nur eben in der stadt. auch ich denke dass es überflüssig ist ein auto zu besitzen bzw auch viele andere konsumgüter..auch die frage mit den kindern ist ein anderes thema, das ja hier kontrovers diskutiert wurde.
    zum wohnen möchte ich noch hinzufügen, dass es ja auch alterntive wohnformen gibt wie baugruppen, die außerhalb des immobilienmarkts stehen.
    was mich am artikel ärgert, ist, dass er suggeriert dass kultur ein „luxushobby“ ist. für mich ist es das nicht, sondern ein grundbedürfnis, und ein kino/ausstellungs/theaterbesuch ebenso. da ist es natürlich ärgerlich, dass dies oft teuer ist. hier gibt es aber auch alternativen wie den kulturpass in wien, oder kulturelle institutionen die ihre eintrittspreise dem einkommen anpassen, oder man gründet selbst einen kulturellen ort in dem dorf wo man lebt….
    ich denke, jeder sollte überlegen was er sich gerne leistet. gefährlich ist allerdings, wenn man die bedürfnisse von anderen aburteilt.

  7. Reinsch

    Ich finde es immer interessant, dass Menschen in der Beziehung zu Geld derart unterschiedlich sind. Ich habe Bekannte die haben am Monatsende nach den Fixkosten ca. 500€, leben aber dennoch zufrieden mit kleinem Luxus. Andere haben ein Bruttojahresgehalt kurz vor’m 6stelligen Bereich und jammern dennoch ständig, dass sie ja eben grade so hinkommen…

    Ich selbst gelte unter Kollegen schon fast als Punk, weil ich mit Anfang 30 und gutem Gehalt kein Auto habe und in einer kleinen Wohnung am Stadtrand wohne. Ich würde sogar gern in ein WG Zimmer, aber hier finden sich zumeist entweder Studentenbuden mit Bewohnern anfang 20, oder Business WGs mit allem Luxus und Protz. Beides nicht so mein Stil. Zudem ist mein Fernseher noch vom Vormieter, eine Röhre und geschätzt halb so alt wie ich. Bei den restlichen Möbeln und Besitztümern sieht es ähnlich aus, Luxus geht mir irgendwie hinten vorbei.

    Langfristig wäre ja mein Ziel selbst das noch zurückzulassen, einen großen Rucksack zu schnüren und arbeitend/woofend/campend durch die Lande zu vagabundieren, bis ich mich irgendwann in einem Ökodorf oder einem Hoh ähnlich eurem niederlasse. Aber bis dahin ist es noch ein ganzes Stück. Mal sehen, vor meinem 40sten sollte aber der Aufbruch kommen…

  8. Sarah

    Servus mitanand!

    Also ich bin jedesmal wieder überrascht, mit wie wenig wir im Urlaub auskommen, nämlich genau mit dem, was in unser Allradauto mit Dachzelt passt. Der Wagen ist mit den notwendigen Dinge wie Küchenutensilien, Wasserbehälter, Allwetter-Klamotten, Toilettenartikel, Schlafsäcken, Werkzeug und ein paar Nahrungsmitteln gut voll. In absehbarer Zeit werden wir auch mal 6-12 Monate unterwegs sein, hauptsächlich abseits der größeren Ortschaften, statt nur wie derzeit 3 Wochen.

    Ja, ich sehe dieses Auto als absolutes Luxusgut und reinen Spaßfaktor an, denn würde auch ohne gehen, wie unsere Nachbarn das vormachen. Wobei wir eine gute Nachbarschaft haben und wir gerne für sie mit unserem Auto einspringen, oder wir sowieso gemeinsam in die Stadt fahren. Im Sommer bleibt das Auto oft genug stehen, weil ich die 17 km (einfach) mit dem Rad zur Arbeit fahre und mein Partner eine Fahrgemeinschaft hat. Auch Einkaufen geht ohne Auto, zum einen, weil wir diverse Läden in der Nähe haben, zum anderen, weil der Bauer montags vor unserer Haustür hält und sein Gemüse verkauft. Da ich zu dem Zeitpunkt arbeite, ist meine Nachbarin so freundlich für mich miteinzukaufen. Ansonsten haben wir noch unseren Garten, den wir auch gemeinsam mit den Nachbarn pflegen – aber der ist nicht so groß, dass wir alleine damit überleben könnten.

    So wie es Euch Spaß macht – ich gehe davon aus, dass es Euch Spaß macht, denn sonst würdet ihr nicht so enthusiastisch über Euer Leben schreiben – auf Selbstversorger zu sein, erfüllt mich meine Arbeit (zumindest zu 80 Prozent der Zeit) mit Freude. Die Belohnung aus der für die Arbeit investierten Zeit sind meine/unsere Reisen. Schon als Jugendliche habe ich auf Dico, Zigaretten, die neuesten Schallplatten oder Klamotten verzichtet, um mein dadurch Gespartes in Reisen zu investieren. ‚
    Soviel zu meinem Lebensmodell und meinen Entscheidungen.

    Was das hier angeschnittene Thema Kinder betrifft – ich selber habe (noch) keine: Eigentlich wäre es aus Sicht der Biologie ja das normalste der Welt Kinder zu bekommen. Deswegen finde ich es schon recht eigenartig zu sagen, dass Kinder eine rein selbstverwirklichende Entscheidung sind. Als Frau bin ich froh, dass wir mittlerweile „Aufgeklärt“ sind, was die Verhütung betrifft (zumindestens in unserer Region) und ich nicht seit meinem 14. Lebensjahr alle Jahre ein Kind zur Welt bringe und mit mitte 20 im Kindbett sterbe. Ok, dieses Szenario ist leicht übertrieben. Aber biologisch ist das Kinderkriegen normal und somit kann mann eher die Entscheidung gegen ein Kind, als als „bewusst“ definieren. Oder die bewusste Entscheidung, wann und wieviele Kinder ich will.

    Liebe Grüße,
    Sarah

  9. Frank

    Nachtrag:

    Ich finde es sehr konsequent und den richtigen Weg, wie zB Ihr es betreibt, soweit bin ich (noch) nicht – doch oft frage ich mich: Wo ist der Grat zwischen Sozialromantik und realistischem bewusstem und glücklichem Leben – was auch immer jeder darunter versteht.

  10. Frank

    Hi

    tja, immer tiefer steige ich in dieses Thema ein und bin erstaunt, WIE viele Menschen das „glücklicher leben und mal drei Gänge zurückschalten“ so und noch viel extremer in vielen verschiedenen Formen ebenso betreiben als ich – und fühle mich natürlich auch bestätigt durch das was ich auch hier so lese, obwohl ich zunächst dachte ich sei eine Ausnahme ;-)

    Bis vor ein paar Jahren hab ich als Selbständiger sehr gut verdient, habe „alles gehabt“, hatte aber kein Leben – wenig Zeit, nur Ärger…mein Kontostand war gut, ich war „abgesichert“ – aber nie glücklich!

    Der Absturz irgendwann durch burnout oder was auch immer es war, war unvermeidlich. Ich war noch nie einer der ausser Geld zur Sicherheit viel Dinge gebraucht oder gehortet hat, aber nachdem die Firma weg war, war ich 3 Monate (ja, ich gebe zu mit dem Auto) in Südeuropa unterwegs. Einfach weg von allem, ziellos, mich wiederfinden.

    Was hatte ich dabei? Schlafsack, einen Rucksack mit Klamotten, drei Bücher und Fotosachen.

    Als ich nach drei Monaten Reise zurückkam in meine schicke Wohnung mit allen Schikanen, war mir alles fremd und wollte auch nicht mehr anders werden ,-) Ich stellte fest: Wirklich mehr als das was ich auf der Reise dabei hatte hab ich nie gebraucht.

    Um es etwas abzukürzen: Ich habe in der Folggezeit mein Hobby zum Beruf gemacht, unter der Prämisse: Arbeiten ja, Geld verdienen gerne, aber Kosten sparen um Zeit zu gewinnen durch weniger MÜSSEN.
    Gewonnen habe ich unendlich viel Freizeit und Ruhe, unglaublich was sich auch als Stadtkind (bin Berliner) einsparen lässt, ohne dass man das Gefühl hat es fehlt einem was….
    Ich habe (nach „normalen Massstäben“) viel weniger Kohle als früher – bin aber glücklicher und gesünder denn je.
    Mein Umfeld – da verstehen das so vielleicht ein Viertel der Leute, der Rest rafft es nicht – alles unzufriedene Leute, in sich und irgendwas gefangene Leute, die Verdrängen und abwehren, gar nicht verstehen WOLLEN weil sie zu dumm und zu bequem sind was zu ändern, lieber rumheulen und vor Gericht ziehen. In Wirklichkeit sind viele nur neidisch, haben aber nicht den Mut solche Schritte auf ihre Art zu gehen und bekämpfen daher alles, was nicht in ihre Enge Sicht der Dinge passt.

    Noch ein Wort zum Kinderthema hier: Ich teile die krasse Meinung des Autors der Seite. Viele schaffen sich nur ein Kind an, um selber etwas zu gelten, es vorzuschieben oder weil es „immer so war“, oder weil sie glauben es wird von ihnen gefordert. Nicht alle denken so, wirklich nicht, aber doch bemerkenswert viele. Abgesehen davon, dass ich vielen „Eltern“ die charakterliche Eignung zum Kindergrossziehen wirklich abspreche, benutzen das viele auch, um sich bequem versorgen zu lassen. Sowas darf man ja (heute) nicht sagen, das gibt immer gleich grosses Geschreie – ist aber so. Eine grosse Schwäche der Zeit heute, dass man Dinge lieber totschweigt, um sich keiner Diskussion auszusetzen…

    Werde auch Euch weiter beobachten ;-)

    Mal sehen wo das ganze noch hinführt ,-))

    Grüsse aus Berlin!

  11. Rebekka

    Hallo Michael.

    der Beitrag oder vor allem die Diskussion um das Thema Kinder
    ist einfach der Burner :-).

    Einfach Hammer, wie viele der Eltern aufgeregt und angegriffen direkt auf diese Vorlage anspringen, die Du da etwas provokant geliefert hast – mit der einfachen und kaum zu widerlegenden Aussage, dass es (in den meisten Fällen) eine freie Entscheidung ist, Kinder zu kriegen.

    Ich habe selbst eine Tochter. Ehrlicherweise ertappe ich mich selbst immer wieder dabei, wie ich diese Tatsache bei allerhand Entscheidungen in meinem Leben anführen möchte, um zu legitimieren, dass ich entgegen meiner „eigentlichen“ Vorsätze und Wertvorstellungen handle. In Wirklichkeit fehlt mir oft im Alltag nur die Disziplin oder Flexibilität, um den etwas weiteren Weg zur FoodCoop zu radeln oder ähnliches …

    Die ganze Diskussion hier hat mich auf eine amüsante und haarscharfe Art und Weise wieder darauf aufmerksam gemacht, mir jeden Tag darüber bewusst zu sein, dass ICH diese Situation selbst kreiert habe ! Auch wenn ich damals , bei der Entscheidung für ein Kind, noch weniger wusste oder vorausgedacht habe …. so entbindet es mich heute nicht davon, die volle Verantwortung zu übernehmen und zu sehen, was das Leben mir bietet, wenn ich diesen Weg konsequent und so ehrlich wie möglich gehe:)

    Wenn ich mich trotzdem für ein Auto entscheide, dann sind in keinem Fall meine Kinder der „Grund“ dafür, sondern ich selbst, die beschlossen hat, bestimmte Prioritäten zu setzen (bestimmter Job, Wohnort, Schule..)… Ein schöner Moment um zu überlegen, welche Prioritäten das ehrlicherweise sind. Und ob ich wirklich dazu stehen kann, genau diese Prioritäten gesetzt zu haben?

    Je konsequenter wir sind, desto leichter wird es für unsere Kinder, später mal „Leidenschaft“ , „Verliebtheit“ und Verantwortung für ein größeres System miteinander zu verbinden… Beides schließt sich ja zum Glück gegenseitig nicht aus, eher im Gegenteil ;-)

    Danke dafür!

  12. Margit

    …möchte mit 2 Aussagen meiner Mutter antworten.
    Jeder Jeck is anners und jeder ist seines Glückes Schmied. Wer missionieren will sollte in der Kirche einziehen.
    Wir sind alle unterschiedlich und dürfen unterschiedliche Meinungen und Lebensweisen haben. Die Meinungen hier sind für denjenigen von mir akzeptiert. Es sind seine/ihre Meinung. Aber ich teile sie nicht für mein Leben.
    Eigentlich wollte ich hier von menschlichen Menschen was lernen. Mit Richtern und Jammeren kann ich nix anfangen.
    Schade.

  13. Pingback: Weil ich einfach nicht die Fresse halten kann

  14. Jijian

    Hallo Michael!

    Danke für den Beitrag!!!

    Hat mich schon ein breites Grinsen gekostet ;-)

    Da wird immer gefragt: Wo bekommt ihr euer Geld her?
    Dann schreibt Michael eine ausführliche Antwort zu dem Thema, und das Ergebniss es fühlen sich viele der Leser persoenlich angegriffen.
    :-))
    Vielleicht sollte man/frau mal überlegen ob dieser Angriff nicht einem selbst entsprinngt.
    Er hat ja nicht gesagt es müssen sich alle an diese Vorschläge halten oder so leben wie Sie. Er hat nur eine Frage beantwortet.
    Schade nur dass die Diskussionen hier doch oft sehr emotional und wild werden.

    Ein schoener Denkanstoß zur Schaffung von mehr Lebensqualität – supa Artikel.

    Liebe Grüße
    weiter so

    1. Esther Merle

      Ich schließe mich doch glatt den Worten von „JiJian“ an ;–))) XD^^:

      Hallo Michael!

      Danke für den Beitrag!!!

      Hat mich schon ein breites Grinsen gekostet ;-)

      Da wird immer gefragt: Wo bekommt ihr euer Geld her?
      Dann schreibt Michael eine ausführliche Antwort zu dem Thema, und das Ergebniss es fühlen sich viele der Leser persoenlich angegriffen.
      :-))
      Vielleicht sollte man/frau mal überlegen ob dieser Angriff nicht einem selbst entsprinngt.
      Er hat ja nicht gesagt es müssen sich alle an diese Vorschläge halten oder so leben wie Sie. Er hat nur eine Frage beantwortet.
      Schade nur dass die Diskussionen hier doch oft sehr emotional und wild werden.

      Ein schoener Denkanstoß zur Schaffung von mehr Lebensqualität – supa Artikel.

      Liebe Grüße
      weiter so
      „“

      „“

  15. Gabi

    Hallo ihr Lieben!

    Ich finde die idee sich mal über den Konsum gedanken zu machen ist super! Allein Kinder und Auto machen wohl nicht den Konsum. Ich schicke mal ein paar beispiele nach: Fernseher, iPhones, Computer- ja ich hab auch einen :) , regelmäßig neue Möbel von Ikea das uns predigt neue Möbel neues zuhause. Auch Bücher, Säfte aus dem Supermarkt, vorgefertigtes Essen gehört dazu und für die hard-Core-Menschen die das eh alles ablehen und nicht kaufen: Samen für pflanzen, Haarshampoo, oder die vielen anderen Dinge die Lisa und Michael selbst machen.

    Literaturinfo dazu vielleicht: Selbst denken von H. Welzer.

    Noch kurz zu Kindern: Sie spielen mit Dingen die kein Spielzeug sind, Lehm, Steinen, Hölzchen. Sie brauchen kein extra Bett- zumindest Anfangs nicht. Sie brauchen keine Windeln- Windelfrei (Buchtip: I. Bauer: Es geht auch ohne Windel). Ich hab 2 sie sind großartig. Sie gehen besser um mit unserer Welt und es liegt an uns ob wir sie entfalten lassen oder einschränken. Denn: Kinder sind Selbstversorger.

    In diesem Sinne! Gute Nacht. Hoffentlich schlafen meine 2 besser. *grins*

  16. Fahrradbiene

    Dazu kann ich sagen, dass mich ein Großteil der Leute um mich herum für „nicht ganz richtig im Kopf“ halten, weil ich meinen Selbstversuch, auf das eigene Auto zu verzichten, auch noch weiterverfolgen werde, obwohl ich mittlerweile knapp 30 km einfache Strecke zur Arbeit zurücklegen muss.

    Der Abfahrts-Bahnhof ist 8 km vom Wohnort und der Ankunftsbahnhof nochmal 4 km von der Arbeitsstelle entfernt. Momentan nehm ich es recht sportlich. Es fühlt sich gut an, die Bewegung an der frischen Luft. Klar ist es morgens um sechs Uhr stockduster, es regnet mal oder ist windig. Und wer weiß, ob das im Winter alles so klappt mit der Radelei. Aber es ist doch immerhin einen Versuch wert! Mich piepen die Leute an, die von vornherein sagen, dass es sowieso nicht gehen wird.

    Ich halte mich da lieber an ein Zitat Regine Hildebrandts: „Erzählt mir doch nich, dasset nich jeht!“

  17. Adrian

    Hi,

    so ein Fahrradanhänger kann wirklich einige Aufgaben übernehmen.
    Ich fahre mittlerweile kaum mit dem Auto. Nur die Langstreckenfahrten mit voll gefülltem Kofferraum sind noch übrig von meiner „Kfz-Rationalisierung“. Das war lange Zeit komplett anders als ich kein Fahrrad hatte und selbst die 1km zum Einkauf mit dem Auto gefahren bin/fahren musste. Meine Fahrleistung lag bei über 12000km pro Jahr, obwohl ich nur 5km täglich Fahrweg pro Richtung zur Hochschule hatte und in der Stadt wohne.
    Mit dem Kauf meines Fahrrads und dem zunehmenden Bewusstsein für Kosten und Auswirkung des Autos auf Umwelt und Gesundheit habe ich keine Lust mehr gehabt den Pkw zu nutzen und bin aufgrund dessen bei den alltäglichen Fahrten auf das Rad umgestiegen.
    Seit dem spare ich Geld, Zeit und Ärger. Dafür bekomme ich eine höhere Leistungsfähigkeit aufgrund höherer Sportlichkeit und Sauerstoff.

    Durch den Umstieg von Auto auf Fahrrad habe ich auch für die Freizeit den Drahtesel für mich entdeckt und fahre seither MTB und Rennrad. Zusammen mit einer Ernährungsumstellung brachte mir das 15kg Gewichtsverlust innerhalb von drei Monaten.
    Selbst unsere diesjährige Reise fand auf zwei Rädern statt. Man sieht einfach viel mehr als in Pkw, Zug oder Flugzeug und muss nicht unbedingt ins Ferne Ausland, um etwas von der Welt zu sehen.

    Und wieder zurück zum Thema:
    Dank unserer fortschrittlichen Technologie bietet uns das Fahrrad doch mittlerweile deutlich mehr Möglichkeiten, auf das Auto zu verzichten als noch vor 10 Jahren.
    Beispiel Pedelec. Für eine einmalig im Vergleich zum herkömmlichen Rad hohe Anschaffung erhält man ein Gefährt, das nur geringe laufende Kosten und dafür eine hohe Mobilität bis ins hohe Alter mit sich bringt. Es gibt sie mittlerweile in allen möglichen Ausführungen und somit kann auch der Wocheneinkauf für zwei Personen problemlos erledigt werden. Aber auch als Familienkutsche für den Alltag ist so ein Pedelec ideal. Es gibt sie nämlich auch als „Strech-Version“ mit bis zu 3 Sitzplätzen + Fahrer. Das ist für die Fahrt zum Kiga/zur Kita/zur GruSchu in den meisten Fällen ideal. Und auf dem Heimweg ohne Kinder macht man noch den Einkauf für die nächsten zwei Tage. Hier empfielt sich ein Gang zum Fachhändler oder zur Messe um sich das Konzept mal genauer anzusehen.
    Viele schalten zu Unrecht bei der Frage nach der Notwendigkeit des Kfz im Alltag auf Stur – zu Unrecht. In vielen Köpfen hält sich weiterhin die Meinung, dass das Auto in unserer heutigen Gesellschaft ein MUSS ist. Wie sonst könne man sonst die Kinder zur Einrichtung bringen und den Einkauf erledigen? Und dann auch noch verschwitzt zur Arbeit? Besonders diese Menschen sollten ersthaft in Erwägung ziehen, ein Selbstexperiment durchzuführen. Fahrräder bzw Pedelecs kann man leihen und für eine bestimmte Zeit als Alternative nutzen. Der Verlust ist gering, wenn man merkt, dass es nicht geht. Der Gewinn jedoch umso höher, wenn das Experiment glückt.

    Für mich persönlich ist der Reiz groß, ganz auf das Auto zu verzichten und es auch abzugeben. Bislang bin ich jedoch noch nicht bereit, das zu tun und fahre daher weiterhin die letzten verbliebenen 3000km pro Jahr mit dem Auto.

  18. Annika

    Hallo Michael,
    da ist ja eine rege Diskussion in Gang gekommen. Gut so!
    Auch bei mir hast du den Dankapperat in Betrieb gesetzt und ich habe auch einen Beitrag dazu geschrieben: http://im-grünen-himmel.de/blog/2013/09/weniger-ist-mehr/

    Ich verstehe deinen Beitrag als Vorschläge, über die jeder für sich nachdenken muss und nicht als das „Hartelsche Gesetz“ an das sich ab jetzt jeder 100% halten muss, damit er sich noch zu den „Guten“ zählen darf.

    Egal wie man sich entscheidet, man hat sich selbst entschieden und damit auch die Verantwortung für sein Tun. Damit hast du ganz recht.
    Ich denke, dass du mit dem Beitrag einigen den Spiegel vor das Gesicht gehalten hast und sie im Spiegel nicht die Perfektion gesehen haben, die sie sich im Inneren selbst wünschen.

    Das wiederum liegt meiner Meinung nach daran, dass wir uns heutzutage über unsere eigenen Wertvorstellungen nicht im Klaren sind und deshalb manchmal) zuviel wollen.

    Liebe Grüße,
    Annika

  19. Alex

    Interessanter Artikel. Wollte nur mal anmerken dass ich 31 Jahre alt bin, keinen Führerschein habe und auch kein interesse daran oder einem Auto habe. Ich bin bisher überall mit Fahrrad, Bus und Bahn oder aber zu fuss angekommen. Um Geld zu sparen sollte man nur sein Konsumverhalten überdenken und ändern. Wenn ich sehe für welchen unnötigen Kram meine Frau alles Geld ausgiebt kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Aber ich liebe sie trotzdem ;-)

  20. Grübler

    Hallo Michael!

    Zum Thema Ausgaben gebe ich dir vollkommen recht. Wir kaufen so viel sinnloses Zeug, dass wir eigentlich gar nicht brauchen.
    Ich „oute“ mich jetzt mal als Gegenüber, wir haben Autos, Motorräder, 2 Kinder. Jedes Kind sein eigenes Zimmer, PC, Laptop, Spielkonsole, Fernseher, Handy. Fixkosten liegen bei 2.000 Euro, Familieneinkommen zwischen 4-5000 Euro. Wenn mich der Job nervt, dann denke ich mir auch manchmal, dass alles gar nicht notwendig wäre und ich(wir) mit viel weniger auskommen könnte(n).

    Komplette Selbstversorgung kommt für mich nicht in Frage, ich möchte mir keinen Bauernhof leisten und Tiere versorgen müssen. Ich bin außerdem bekennender Fleischesser und würde darauf nicht freiwillig verzichten. Wir betreiben einen Gemüsegarten, sehen das ganze aber als Hobby. Ich achte auf die Qualität von Lebensmitteln und kaufe so viel wie möglich beim Bauern ein und nicht im Supermarkt. Wir backen auch selber Brot, haben eine Holzheizung und schlägern auch selbst. Anfallende Reparaturen am Haus und Auto erledige ich selbst und brauche keine Handwerker. Ich sehe das eher so, dass man für sich den Mittelweg findet – neudeutsch: Work-Life-Balance.

    Ich finde eure Lebenseinstellung super, lese auch gerne eure Website. Ich möchte jedoch nicht minimalistisch leben. Wir sollten froh sein, in einem Land wie Österreich zu leben, wo jeder selbst entscheiden kann wie er leben will. Es gibt für jeden Lebensstil pro und contra. Natürlich erzeugt mein Leben einen höheren ökologischen Fussabdruck, dafür trägt euer enthaltsames Leben nichts zur gemeinschaftlichen Kostendeckung eines Staates bei. Nur so als Beispiel: Auch wenn du nichts in die Pensionskasse einzahlst und keine Kinder haben willst, so wirst du doch einmal eine Pension beziehen wollen, oder? Du nutzt auch mit dem Fahrrad öffentliche Strassen, gemeinnützige Einrichtungen, und, und und.

    zum Thema Kinder finde ich deine Einstellung vollkommen OK, fast jeder bekommt seine Kinder bewusst. Nur wenn du einmal ein Kind hast, dann gibt es kein Zurück mehr – einmal von moralisch verwerflichen Methoden abgesehen. Die Kinder hast du dann mindestens 18 Jahre am Hals und musst für sie sorgen. Ich bekenne mich auch dazu, dass ich jetzt im Nachhinein die Entscheidung gegen die Kinder treffen würde. Allerdings kann ich mir jetzt das Leben ohne Kinder auch nicht mehr vorstellen. Wir waren einfach der Überzeugung, dass Kinder zu einer Familie dazugehören – jetzt müssen wir da auch durch. Bei allen anderen Dingen hast du die Wahl auch danach noch – behalten oder verkaufen.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Danke für die offenen Worte. Ob ich mal eine Pension haben will oder nicht, spielt wohl keine Rolle, weil sowas wirds in 40 Jahren nimmer geben, wenn ich mal so alt bin. Außerdem will ich lieber eine Gesellschaft / Gemeinschaft, in der wir einfach bedingungslos füreinander da sind und auch die so genannten ehrenamtlichen Tätigkeiten anerkennen als Leistung im Leben. Aber das würde jetzt weit weg führen – und die nächste Büchse der Pandora öffnen. :D

  21. Blacky

    Bei mir funktioniert es auch. Ich habe mich vor 4 Jahren ganz bewusst gegen meinen Job entschieden und mich selbständig gemacht, obwohl ich wusste, dass ich damit deutlich weniger Geld verdienen würde. Aber ich bin immer noch sehr glücklich darüber, dass ich diesen Entschluss gefasst habe und so viel mehr Zeit für Dinge habe, die mich wirklich interessieren. Wenn man mal genau darüber nachdenkt, findet man ganz viele Sachen, wo man Geld sparen kann (angeblich notwendige Versicherungen, Handyverträge, Auto…). Ich wohne in der Stadt und komme mit ÖPNV überall hin, auch bis ins Umland. Es gibt Umsonstläden, Second Hand Shops, Foodsharing, überall stehen Obstbäume und Sträucher, die keiner aberntet. Und zum Thema Kinder: es gibt ganz viele arme Kinder in Deutschland, die sich dringend eine weitere erwachsene Bezugsperson wünschen, die ihnen Halt gibt und Perspektiven aufzeigt. Es gibt unzählige Patenschaftsprojekte in dieser Richtung. Es müssen also nicht immer leibliche Kinder sein.
    Das einzige, was ich an dem Artikel nicht so gut finde, ist der Verzicht auf Kinokarten. Ich weiß nicht, ob das für Kultur insgesamt gemeint ist, aber das ist einer der wenigen Bereiche, für den ich wirklich gern Geld ausgebe, da viele Künstler, vor allem Musiker, mich sehr inspirieren und meist selbst nur wenig haben.

  22. Lea

    Hej Michael

    Vielen lieben Dank für diesen wunderbaren Artikel – du sprichst mir aus der Seele! Ich selbst bin Studentin und aufgrund der miesen BaföG-Auslegung komme ich mit etwa 500 Euro im Monat für alles über die Runden. Ich verstehe meine Kommilitoninnen nicht, wenn sie sagen, sie hätten nicht genug Geld zur Verfügung und müssten ja noch arbeiten gehen … Hallo, was macht ein junger Mensch mit 700 Euro und mehr im Monat?
    Auf jeden Fall schließe ich mich Euch an :D

  23. Maria

    hallo michael, ich find es zunächst sehr interessant und gut, dass ihr so eine debatte losgetreten habt. sie dreht sich ja um sehr grundsätzliche frage. gerade das thema wie will ich leben, wie fühle ich mich für die dinge und wesen in meinem leben verantwortlich und kann ich ihr auch nachkommen. selbst verantwortung zu übernehmen, in dem ich mir bewußt bin, dass jede meiner entscheidunge problemansätze und lösungsansätze unterschiedlicher art enthält, macht uns wesen zu menschen..
    und so freue ich mich, dass es euch gibt mit eurem angebot zum nachdenken.. werd also auch mal über mein auto nachdenken, dass ich sehr gerne fahre.. und mich freue, dass ich nun unabhängig bin, hier in ungarn. und mit meinem hund auch mal an nen see und zum tierarzt kann. wäre alles nicht möglich ohne auto, weil im bus keine hunde mitgeführt werden dürfen..
    alles leieb aus dem regennassen ungarn

  24. nils holsten

    Hallo Micha,
    danke für Deine Antwort zum Thema Kinder, die Du ja eigentlich sehr vernünftig beantwortet hast,auch danke das du den Kommentar von helmut freigeschaltet hast,denn dieser trifft den Nagel auf den Kopf.Ich war ebenfalls wie einige andere hier auch etwas irritiert über deine Aussage „Kinder sucht man sich eben aus und man tut es nicht um dem Kind oder der Gesellschaft eine Freude zu machen sondern nur sich selbst“.So einfach ist das alles nicht und es ist auch nicht so das Eltern ständig nörgeln wie arm sie doch dran sind mit Kindern.Es ist eben eine völlig andere Lebenssituation als ohne Kinder und nachvollziehbar ist dies eben nicht für jemanden der keine Kinder hat,nicht mal ansatzweise.Da haben wohl einige Leser von Dir und auch ich etwas mehr Fingerspitzengefühl erwartet.
    Außerdem könnte ich genauso gut behaupten das ihr, dadurch das ihr euch entschieden habt (zunächst) keine Kinder zu haben,ebenfalls Euch selbst damit eine Freude macht-eben keine Kinder zu haben und den Luxus dieser Freiheit zu genießen.
    Dein Artikel hat einfach zwei Ebenen,die eine unbestrittene in der es um Bereicherung durch Einsparung geht,was ich voll unterstützen kann und die andere Ebene die da mit rein spielt,eben ein Leben mit Kindern zu führen.Hier haben einige die Probleme aufgezählt die damit einher gehen können (Kinder-Auto-usw.) und diese Kommentatoren wurden von Dir etwas flapsig abgebügelt nach dem Motto:ihr habts ja so gewollt.Wie o.gesagt hat das der Mitforist bestens dargelegt: Es ist alles nicht so einfach und es gibt mehrere Wahrheiten!

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo Ni, ;)

      um den Punkt, ob das Leben mit Kindern anders ist als ohne, geht es ja nicht. Sondern darum, dass wir nicht alle einfach arme Opfer sind, und nur unter Zwängen leben und existieren. Aus meiner Sicht sind wir eben freie Wesen, die freie Entscheidungen treffen. Ist aber eine philosophische Frage, die dürfen sich andere gerne anders beantworten. Und Kinder sind (meist) eine freie Entscheidung. Diese dann als „Ursachen“ oder „Zwänge“ anzugeben, die bestimmen, wie man lebt und was man tut, ist aus meinem Erleben heraus total arg den Kindern gegenüber. Die sind es, die sich vieles nicht frei ausgewählt haben.

      Und ansonsten: klar ist unsere Entscheidung egoistisch, im Moment keine Kinder zu haben. Weil wir auf uns und unser Gefühl hören. So wie es egoistisch sein wird, wenn wir mal das Gefühl entwickeln sollten, dass leibliche Kinder ganz super toll wären. Dann bekommen wir auch welche. Wieder egoistisch. Wer hat denn bitte aus altruistischen Motivationen heraus Kinder gezeugt? Das wäre echt schräg.

      Ja, ich denke, Menschen die Kinder haben, haben sie gewollt. Und wer sich nicht überlegt hat, was das mit sich bringt, hat sich halt recht gedankenlos dazu entschieden. Aber hat sich eben immer noch frei entschieden.

      (ich heiße tatsächlich Michael und nicht Micha)

      1. nils holsten

        Hallo Michael,
        abschließend nochmal zu Deiner Antwort/Stellungnahme: Du sagst im letzten Absatz „und wer sich nicht überlegt hat, was das mit sich bringt, hat sich halt recht gedankenlos dazu entschieden“.
        Genau das ist ja der Punkt; falls du also in der Lage sein solltest dies genau vorher zu wissen und nachvollziehen zu können um dann zu entscheiden ob Du ein Leben mit Kindern willst halte ich Dich für stark prophetisch veranlagt.
        Nenn mir ein Elternpaar welches sich für Kinder entschieden hat und vorher exakt wusste was auf es zukommt…ich bin gespannt,ich denke die wirst Du lange suchen müssen.

        1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

          Nils, es geht ja auch nicht darum, alles exakt vorher zu wissen. Aber manches ist logisch – nämlich das, um was es hier in der Diskussion ging: Wenn ich Kinder haben will und am Land wohne – ohne ÖPNV – die Schule zig Kilometer entfernt ist und nicht vorhabe meine Kinder selbst zu unterrichten, dann werde ich recht sicher ein Auto brauchen. Das kommt dann nicht überraschend, dazu muss man kein Prophet sein und da sind dann eben nicht die Kinder die Ursachen, warum man ein Auto hat. Sondern die Kinder sind dann einer von mehreren selbst gewählten Lebensumständen, die man sich gewählt hat.

          Ist das wirklich so kompliziert?

  25. Tanja Heller

    Hallo Michael,

    genau mein Denken. Ich lebe schon 40 Jahre ohne Auto. 15 mit Kind. Geht super! Gerade WENN man Kinder hat, muss man doch seinen Konsum halbieren. Damit die Erde überleben kann. Unlogisch anders zu argumentieren. Die Leute heute haben ja auch keine Autos. Sondern: Kleinbusse. Um die Kinderlein die 2 km in die Schule zu fahren. Dabei sollen sich Kinder täglich 2 Stunden bewegen. Würde manchem XXL-Kind gut tun. Krieg bricht aus, wenn das Auto nicht 3 m neben dem Haus parkt. Ich bin froh, dass ich keine Blechkiste hab. Wüsste auch gar nicht, wo ich hinfahren sollte.

    Liebe Grüße
    Tanja

  26. Max

    Ein Beispeil zum Thema Auto am Land
    Ich (inzwischen fast 25 Jahre alt) bin am Land (ca. 15km außerhalb von Linz) aufgewachsen. Der öffentliche Verkehr in die Stadt war gut bis sehr gut ausgebaut, wenn auch die Haltestellen 1km entfernt sind. Meine Eltern hatten beide ein Auto, auch wenn das Einkommen meiner Mutter durch die Kosten ihres Autos vollständig aufgebraucht wurden (Eine Richtung ~7km). Als Lehrerin kann sie sich ihren Dienstort nicht wirklich aussuchen (Lehrer werden zugewiesen wo sie gebraucht werden). Das Fahren mit öffentlichen VM war jedoch nicht tragbar (>1h je Strecke). Ich bin auch froh dass sie ein Auto hatte (-> mehr Zeit für mich und meine Schwester). Trotzdem hat sie dadurch Pensionszeiten gesammelt und war selbst versichert (das Hilft ja der Allgemeinheit, da mehr eingezahlt wird).
    Zuerst habe ich die Volksschule im Heimatort besucht. Dabei gab es immer einen durch ein privates Taxiunternehmen organisierten Schulbus (9-Sitzer) der alle Kinder die mehr als 1km weit von der Schule (sie war im Ort am Berg oben) weg gewohnt haben abgeholt/zurückgebracht hat. Trotzdem, dass ich ca. 1,7km zur Schule hatte, bin ich oft freiwillig mit Kollegen nach Hause gegangen, da es einfach lustiger war. (Zusätzlich konnte ich mehrer Jahre mit meiner Mutter mitfahren, da sie den selben Weg zur richtigen Zeit hatte).
    Danach besuchte ich die Hauptschule im Nachbarort. Ich hatte die Wahl zwischen 1km zu Fuß + 3 min. Bus/Zug + 2/9 min (Bus/Zug) Fußweg oder mit dem Rad zu fahren. Sobald es möglich war, bin ich mit dem Rad gefahren, da ich schneller zu Hause war.
    Anschließend habe ich eine weiterführende Schule im Mühlviertel besucht (ca. 400 Höhenmeter Differenz), wo ich auch immer mit Bus oder Autostopp (wenn die Wartezeit auf den Bus >1h war) hin/zurückgekommen bin.
    Bei Sturm (fliegende Äste, Blitz) oder Hochwasser haben uns irgendwelche Eltern (jedesmal andere) aus der näheren Umgebung abgeholt und wenn nötig bis nach Hause gefahren.
    Diese Schule habe ich abgebrochen und habe eine Lehre im 2. Jahr angefangen. Die Arbeitsstelle war ca. 15km von dem Haus meiner Eltern (dass mit meinen Großeltern geteilt wird) entfernt. Öffentlich wäre ich erst immer zu Mittag in die Arbeit gekommen, mit dem Auto dass ich mir deswegen gekauft habe in 20min. Als Lehrling bekommt man zwar die Freifahrt, die mir nichts nutzte, oder die Pendlerpauschale die wegen der geringen Lehrlingsentschädigung auch nicht viel hilft. Ich hätte natürlich einen Wohnung in der Nähe meines Arbeitsplatzes suchen können.
    In Anbetracht der Vorteile eines Autos (man kommt auch in der Nacht am Land wohin), habe ich mich jedoch für das Wohnen in meinem 10m²-Zimmer bei meinen Eltern entschieden. Dadurch habe ich viel Geld gespart (100€ Kostgeld + ~300€/Monat für Auto vs. 600€ Fixkosten = 200€/Monat Ersparnis)
    Bei den Eltern wohnen und mit dem Fahrrad zu fahren, war für mich keine Option (1. (vorallem im Winter) zu gefährlich, da keine Radwege; 2. ~1000 Höhenmeter pro Strecke (für einen Trainierten Radfahrer 1h, und sehr verschwitzt); 3. im Winter teilweise auch nicht Möglich, da die Straßen oft nicht geräumt waren)
    Einkaufen:
    Man kann auch am Land zu Fuß/mit dem Fahrrad einkaufen. Auch wenn man einen Berg hoch muss! Denn es ist nur Marginal, ob ich (worst case sehr leichte Frau) 50/65kg (zu Fuß/mit Fahrrad) oder 60/75kg (zu Fuß/mit Fahrrad + Einkauf) auf den Berg bewegen muss.
    Es gibt auch sehr vielfältige Hilfsmittel dafür (2 als Bilder im Anhang eingefügt: Leiterwagen und Einkaufstrolley). Natürlich kann man nicht jedes in öffentlichen VM benutzen, einige aber schon.
    Ich wohne jetzt seit über einem Jahr als Student in Wien. Mein Auto habe ich verkauft.
    Ich trage all meine Einkäufe zu Fuß oder mit solch einem Hilfsmittel nach Hause. Darunter auch Bierkisten (für Partys auch mehrere).
    Der duchschnittliche Einkauf für mich alleine wiegt jedoch nur 1-2kg, wenn ich am Nachhauseweg gleich einkaufe (täglich) und keinen Wocheneinkauf mache, der mir auch keine Vorteile bringt. Ich verzichte dabei jedoch auf Softdrinks ala. Cola, trinke selten Fruchtsäfte und kein Mineralwasser.
    Sollte ich doch einmal Lust auf solchiges haben, bin ich auch gerne Bereit dies nach Hause zu tragen ;-).
    Dies hilft mir auch Geld zu sparen, da diese immer mehr als Leitungswasser und in den meisten Fällen auch mehr als Selbstgemachter Eis-/Tee kosten.
    Zusätzlich spare ich im Vergleich zu einigen Studienkollegen durchs selbst Kochen, was ich jetzt aber nicht als Besonders hervorheben möchte, sondern als selbstverständlich betrachte.

    Ich persönlich möchte jedoch momentan mein Einkommen nicht vermindern sondern eher Steigern, da ich sonst zu viel Freizeit hätte. Das einzige was ich öfters überdenke, wo ich mein Geld investiere (zB. sparen für Wohnraum, Garten/Acker, Schutzprojekte,..).
    Es gibt auch Jobs die Spaß machen. Ist halt für jeden was anderes. Ich arbeite neben dem Stuium noch gerne für 5,8€/h in einem Veranstaltungszentrum. Als gelernter Informatiker mit Berufserfahrung könnte ich auch sicher mehr als das Doppelte verdienen, würde mir aber keinen Spaß machen.

    Kinder:
    Sind unbedingt nötig, um auf dauer Leben zu können. Wer soll sonst die Arbeit erledigen, wenn man selbst gesundheitlich dazu nicht mehr in der Lage ist. Egal ob in der Stadt oder am Land.
    Werden Sie krank, kann der Doktor in schlimmen Fällen Hausbesuche machen (war zumindest bei uns immer möglich), bzw. in Notfällen gibt es eine Rettung/einen Notarzt.
    Ich kann mich auch noch erinnern, dass vor ca. 15-20 Jahren viel mehr Mütter mit Kinderwagen im Ort unterwegs waren. Zu Fuß. Inzwischen fahren fast alle mit dem Maxi-Cosi im Auto zum Supermarkt.
    Troztdem: Einen gewissen Mindeststandard muss man Kindern gewähren. Wie der Mindeststandard definiert ist, hängt von der Gesellschaft ab. Man sollte nicht aufgrund der eigenen Vorstellung einer guten Welt die soziale Integration der Kinder verhindern.
    Damit meine ich den Kindern die Möglichkeit zu bieten an Schulausflügen teilzunehmen (gibt auch oft Förderungen bei geringem Einkommen), den Umgang mit Geld zu lernen, Technik (Handy, PC, Internet,…) zu benutzen (gehört meines Erachtens inzwischen genauso zur Erziehung wie Tischmanieren), zeitlose (ev. auch modische) aber auf keinen Fall altmodische Kleidung zu tragen, sich gesund zu Ernähren,…

    Grüße
    max

  27. Heiko

    Was für ein herrlicher Artikel! Ich verstehe Erregtheit mancher Leser bzw. die eine oder andere Reaktion nicht. Warum fühlen die Menschen sich gleich angegriffen (nach dem Motto: „da will mir einer mein Auto rauben, oder gar meinen Lebensstandard“)?

    Mir jedenfalls spricht der Artikel aus der Seele. Auch, wenn ich einige Dinge vielleicht nicht ganz genauso sehe, ist er doch ein guter Denkanstoß, er inspiriert.

    Offensichtlich ist der Druck, die tägliche Eile, die dadurch entstehende Oberflächlichkeit auch ein Grund dafür, selbst einen Artikel wie diesen zu überfliegen und dann entsprechend hitzig zu reagieren, weil man den Inhalt nicht hat auf sich wirken lassen und man deshalb sich angegriffen fühlt?

    Ich bin sicher nicht ganz objektiv/neutral, weil ich, wo es mir möglich und sinnvoll erscheint, den Minimalismus lebe. Nicht „militant“, jedoch leidenschaftlich.

    Also schließe ich einfach hiermit: Dieser Artikel spricht mir aus der Seele. ;-)

    1. RR

      Hallo
      ich habe mal bisschen quer gelesen u. finde den Artikel sehr gut. Entspricht einiges dem was ich auch lebe – allerdings haben wir einen 10jährigen Sohn ….. Zunächst war ich auch entsetzt als ich las, du hättest ja keine Kinder bekommen müssen – aber ich glaube, es kam nur „Falsch“ rüber, man kann ja selbst bestimmen WANN man die Kinder bekommt. Und das muss nicht mit 20 sein….. wir haben unseren Sohn mit Mitte 30 bekommen, da war schon ein Grundstock zusammengespart. Wir fahren ein Auto – allerdings eher aus Hobby…… jetzt ist das Auto 22 Jahre alt u. hat rund 140.000 km drauf – man sieht wie oft es gefahren wurde…. es ginge auch ohne….. Mein Sohn wird NICHT mit dem Auto transportiert außer wir machen FAMILIENAUSFLÜGE o. Urlaub. Zur Schule, zum Sport, zum Schwimmen gehts zu Fuß o. per Rad. Kleidung gibt es fast nur second-Hand, ab u. an mal was neues (meist aus dem Schlussverkauf.)

      Manche drehen sich wie in einem „Hamsterrad“, da wird arbeiten gegangen – Vollzeit – mit kleinem Kind, das dann in die Krippe muss, mit dem Geld wird die Krippe bezahlt u. das Auto (das man nicht bräuchte wenn man nicht Arbeiten – bzw. nicht Vollzeit arbeiten würde)….. Mein Sohn ging mit 4 in den normalen Kiga – kostete keinen Cent. Zum Mittagessen ging er heim u. nm wenn er Lust hatte nochmal hin. Ansonsten waren wir viel auf Spielplätzen. Auch der Trend mit den Schulen finde ich erschreckend. Mein Sohn geht zzt. noch in die Grundschule, 10 min zu Fuß. Ab Sommer geht er auf die weiterführende – 8 min Fußweg. Dort gibt es nm auch KOSTENLOSE Angebote für Sport.

      Es gibt auch viele KOSTENLOSE Ferienprogramme o. eben welche die sehr wenig Beiträge kosten. Warum nicht erst mal die nehmen? Mein Sohn ist immer glücklich bei der Ferienspielwoche im Sommer, da wird gebastelt, Olympiade gemacht, Stadtteilralleye, etc. kosten NIX! Er hat auch andere Kinder, isst aber zu Hause u. schläft zu Hause.

      Man muss sich eben umhören, was man alles gratis bzw. für wenig Geld bekommt. Und den Kindern ZEIGEN, dass nicht für alles Geld ausgegeben werden muss!

      Meine Eltern hatten NIE ein Auto. Wir sind überallhin mit dem Rad o. mit der Bahn gefahren. Mittlerweile ist meine Mutter über 80 u. nicht mehr so fit, Radfahren geht nicht mehr. Wenn sie mal zum Arzt muss, nimmt sie ein Taxi. O.k. teuer – aber ein eig. Auto wäre teuerer (sie hat übrigens keinen Führerschein). Sie hat ein eig. Haus mit Garten u. eine kleine Rente, die reicht ihr gut zum Leben!

      viele Grüße

  28. Anne

    Super Artikel! Der Ansatz bei dem anzufangen was man hat und sich nicht ausschliesslich um die Maximierung der Einnahmen zu kümmern, ist meiner Meinung nach auch der Sinnvollste.
    Wir haben jahrelang Probleme mit dem Geld gehabt und damals dachten wir immer zum Sparen reicht das Geld einfach nicht. Erst dieses Jahr hat mein Opa mal mit uns grob die Finanzen überschlagen und meinte 200€ sparen pro Monat wär drin. Das hat uns schon zum Grübeln gebracht und eine Reihe an Umstellungen und Erkenntnissen in Gang gesetzt. Wir haben ein Auto und werden es auch behalten (und uns nie über die Kosten beschweren, weil wir die einfach mit dem Nutzen abgewägt haben und als momentan sinnvoll empfinden, kann sich aber immer ändern), haben aber nachdem unser altes immer mehr zur Kostenfalle wurde dann doch mal ein neues gebrauchtes besorgt. Weniger Verbrauch, mehr Platz, weniger Steuern, weniger Reparaturen = Einsparnis jeden Tag. Dann haben wir unsere Ernährung umgestellt und einen Bauernhof gefunden bei dem wir Käse und Fleisch von glücklichen Tieren kriegen, die noch auf der Wiede stehen dürfen und nicht mit Medikamenten vollgestopft werden oder unnatürliche Nahrung bekommen. Da es direkt vom Bauern ist, kostet es uns minimal mehr als im Supermarkt, ist aber sehr viel nahrhafter und geschmackvoller. Da wir inzwischen alles selbst kochen und durch die Ernährungsumstellung sehr viel weniger naschen, kaufen wir weniger ein, aber dafür qualitativ besser. = keine Ersparnis aber es schmeckt besser und man bleibt länger satt. Wir kaufen für die Kinder so gut wie keine Klamotten oder Spielzeug ein, weil wir von anderen Familien und Familienmitgliedern immerzu Sachen geschenkt bekommen (schon teilweise zuviel, gerade beim Spielzeug). Wenn man es zulässt gibt es soviel umsonst und meine Kinder haben sich noch nie beschwert, dass die Sachen gebraucht sind. Das mag sich noch ändern wenn sie in die Oberschule kommen, vielleicht auch nicht.
    Was auch noch Sinn macht und nicht im Artikel steht, ist alte Geräte mal durch neue (können ja auch gebrauchte sein, nur moderner) zu ersetzen. Gerade sehr alte Elektrogeräte schlucken eine Menge Strom und Wasser, da kann man langfristig auch sparen. Generell würde ich inzwischen immer auf Qualität statt Quantität setzen. Für mich persönlich waren die letzten Monate ein ganz großer Schritt in Richtung finanzieller Eigenständigkeit und ich finde es auch sehr wichtig die Kostenseite genau unter die Lupe zu nehmen und zu hinterfragen was man da alles ausgibt und ob es wirklich Sinn macht das genau so zu tun, oder es alternativen gibt. Achja und noch ein Tipp: Wenn man Einkaufen geht, seien es Klamotten, Essen, Möbel oder Elektrosachen, immer vorher genau überlegen was man braucht und wieviel man ausgeben will. Spontankäufe sind in der Regel finanziell das Schlimmste überhaupt und hinterher kommt dann wieder die Reue/das schlechte Gewissen.
    Einen schönen Sonntag noch,
    Anne

  29. Humppabarbi

    Genau so. Wir müssen nicht alle von heute auf morgen unsere Autos abschaffen und in ’ne Hütte im Wald ziehen…
    Ein wenig Nachdenken, ob die eine oder andere Anschaffung wirklich sein muss… ob ich zum 1 km entfernten Bäcker auch mit dem Fahrrad fahren kann… ob mich das neueste Ei-Fon ;-) wirklich zu einem glücklicheren Menschen macht…
    Das würde schon helfen.
    In diesem Sinne – weiter so.

  30. Petra

    Nein das ist nicht blauäugig – Du weißt ja, wie wir gerade unser Leben umgestellt haben und dadurch 2/3!!! weniger Kosten haben- und da ist und bleibt ein Auto (ja wegen der bewußten Entscheidung für 5 Kinder und Landleben) sogar noch dabei. Allerdings, auch wenn wir das Auto immer wieder benötigen: es lässt sich schon arg reduzieren. Wir sparen derzeit 100 Euro Benzin durchs Radfahren. Alles eine Sache der Lebensplanung. Und ihr alle: es ist ein wahnsinnig befreiendes Gefühl, wenn man um einiges weniger Geld benötigt. Wir können es uns trotz 5 Kindern leisten, dass einer von uns nur Teilzeit und der andere auf 400€ Basis arbeiten geht. Wir haben jetzt wirklich Zeit für unsere Familie, weil wir dem Geld nicht mehr hinterherlaufen müssen- DAS ist Leben :) Und trotzallem: verzichten wir nicht auf alles, sondern beschaffen uns unsere wenigen Konsumbedürfnisse gebraucht in Tauschkreisen. WEihnachts und Geburtstagsgeschenkt hab ich für 5 Kinder zusammen, ohne einen cent ausgegeben zu haben. Es geht alles, es ist nur eine Frage der Planung und des Willens….

  31. nils holsten

    Hallo Micha,
    nochmal kurz zum Thema Kinder. Kann es sein das Ihr aus „ökologischen“ Gründen auf Kinder (leibliche,wie Du sagst) verzichtet?
    Ein bißchen haben wir ja nun erfahren wie Du/Ihr zu Kindern steht,mich würde in diesem Zusammenhang eure Meinung zum Gesellschaftlichen Kontext interessieren…

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo Ni (die beiden letzten Buchstaben deines Vornamen bekommst Du wieder, wenn Du mir auch meine wieder gibst ;) ),

      da Verzicht nur als Gefühl aufkommen kann, wenn man sich etwas verweigert, was man gerne hätte, verzichten wir nicht auf Kinder. Wenn man es sehr genau nimmt. Sollten wir irgendwann wirklich leibliche Kinder haben wollen und dies auch vernünftig finden, weil unsere Lebenssituation und unsere finanzielle Ausstattung für Kinder geeignet sind, würden wir dem Wunsch sehr wohl nachgehen.

      Meine Meinung zu Kindern im Allgemeinen könnte Bücher füllen – aber ich versuche einen kleinen Eindruck zu geben: Kinder sind zunächst mal Menschen wie Du und ich – nur eben noch ein bisschen kleiner, ein bisschen jünger und somit in manchen Punkten hilfsbedürftiger. Kinder sind wundervolle Geschöpfe und phantastisch begabt und mit unersättlicher Neugier beschenkt. Dann kommen teils genervte Eltern, die Kindern ständig sagen, dass sie dies nicht dürfen, das nicht können und für jenes eh noch zu jung sind. Die Schule sorgt dafür, Tatendrang und Neugier so weit wie möglich zu unterdrücken und damit die natürliche Begeisterung von Kindern für Neues und Interessantes stark zu trüben. Still halten – viele Stunden lang – und mit dem Beschäftigen, was andere vorgeben. Du, liebes Kind, verfügst nicht über Deinen Körper oder Deine Zeit. Schrecklich, oder? Ich finde, die Gesellschaft könnte deutlich mehr tun, um jedem einzelnen Kind die Entfaltung seiner Potentiale zu ermöglichen. Ihnen eine unvergessliche, stärkende und fröhliche Kindheit zu schenken. Kinder gesund, selbstbestimmt und frei aufwachsen und lernen zu lassen. Diese Verantwortung trägt die Gemeinschaft zusammen. Und ob man nun sich um drei eigene Kinder kümmert oder als Lehrer oder Jugendgruppenleiterin sich 30 oder 70 Kindern annimmt, ist dabei nicht so wichtig – sondern ob möglichst viele „Erwachsene“ zu Förderern, Vorbildern und echten Freund*innen für die Kinder werden.

      Wenn es Dich noch ausführlicher interessiert – einfach nachhaken. :)

      1. Christiane

        Hallo MichaEL :-),

        puh ich lese gerade alle diese Kommentare und Deine Antworten. Ich als Mutter war auch zunächst erschrocken, was Du denn für eine komische Ansicht zum Thema Kinder hast. Sie passte so gar nicht zu dem Rest von Deinen Ansichten. Aber dank dieser Antwort an Nils kann ich es nun endlich verstehen. Das heißt all die Leute regen sich hier auf über Deine Meinung zum Thema Kinder, weil sie nur einen Ausschnitt Deiner Meinung kennen. Deine Meinung im Ganzen macht aber total Sinn. Danke für die Aufklärung :-).

  32. helmut

    Wir haben hier also einen dogamtischen Prediger mit einer guten und starken Idee. Die Idee ist anziehend. Das Dogma stößt aber sicher nicht nur mich ab. Gute Werbung für eine eine sinnvolle Idee sieht in einigen Punkten anders aus. Offenbar hast Du keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit von Eltern, die sich als Geringverdiener mit Patchworkverhältnissen arrangieren müssen, ihrer Verantwortung ihren Kindern gegenüber nachkommen und diesen auch eine soziale Teilhabe ermöglichen wollen. Deine Hinweise auf das Zustandekommen von Elternschaft sind nicht wirklich zielführend und gehen an den realen Verhältnissen vorbei. So gesehen bin auch ich ein Vater, der durch `Sex ohne einen Funken Verstand` zu seinen Kindern gekommen ist. Ein ironisches `Dankeschön` für diese einfach gestrickte Entwertung geht hiermit an Dich! (Dies ist ein Hauptmerkmal des Dogmatismus: vereinfachte und somit inadäquate Antworten auf komplexe Probleme) Verliebtheit und Leidenschaft sind vielfach vom Verstand gar nicht zu erfassen und schon gar nicht zu kontrollieren. Wenn man sich aber der aus dieser verstandeslosen Entscheidung resultierenden Konsequenz stellt und die sich daraus ergebende Verantwortung übernimmt, übt man täglich in fast allen Bereichen des Lebens einen Verzicht, den Du Dir offenbar nicht ansatzweise vorzustellen vermagst. Es tut mir Leid, dass Du Dich durch dergleichen Äußerungen belästigt fühlst. Das muss wirklich hart für Dich sein. Da Du meinen Kommentar aufgrund von Dogma-Unverträglichkeit sowieso nicht freischalten wirst, bin ich so frei folgendes geflügelte Wort anzuführen: Wenn man keine Ahnung hat, lieber mal die Fresse halten!

  33. Walter Hempe

    Hi,
    leider ist es nur schwer vermittelbar, das die Menschen für die Entwicklungen selbst verantwortlich sind.

    Ich muss nicht, weil es keine Einkaufsmöglichkeiten im Dorf gibt, mit dem Auto in die Stadt fahren sondern weil alle zum Einkaufen in die Stadt fahren, gibt es keine Läden auf dem Dorf mehr. Weil keiner mit dem Zug fährt, haben sie bei uns im Dorf den Bahnhof geschlossen, wenn ich in die Stadt zum Arbeiten fahre (gelegentlich muss ich persönlich auftauchen), muss ich erstmal 10 km mit dem Rad zum nächsten Bahnhof oder mit dem Bus 2mal umsteigen. Es gibt nur schlechten ÖPNV, weil die Leute alle Auto fahren – wo viele Leute kein Auto haben, ist der ÖPNV ziemlich gut – ich empfehle eine Reise nach Kopenhagen (in DK sind die Autos empfindlich teuer), da gibt es eine Strassenspur als Fahrradweg und die Busse fahren im Minutentakt.

    „Deutschlands Autofahrer kaufen in den etwa 54 Jahren ihres mobilen Lebens durchschnittlich drei Neu- und fünf Gebrauchtwagen. Für Anschaffung und Unterhalt zahlen sie im Schnitt 332.000 Euro.“

    Ich fahre kein Auto und spare damit eine Woche Arbeit im Monat, meine Arbeit habe ich so gewählt, das ich vieles von zu Hause aus machen kann. Einen Teil der gesparten Zeit nutze ich zum Produzieren von Lebensmitteln (spart wieder Fahrzeit ein). Fahrradfahren spart die Kosten fürs Fitnesscenter und macht den Kopf frei nach der Arbeit. In der Zeitkalkulation ist die Wartezeit für ÖPNV eher marginal, ausserdem hab ich immer ein gutes Buch in der Tasche.

    Mein Arbeitskollege hat letzte Woche erzählt, dass er 300 € für sein Handy ausgegeben hat – das ist fast eine Woche Arbeit für so einen Schwachsinn.

    Grüsse und schönen Tag
    Walter

  34. einfacheinfachleben

    Ich kann Michael nur zustimmen, jeder entscheidet allein, was er mit seinem Leben macht. Auch wenn es möglicherweise unbewusst ist …

    Ich bin vor mehr als drei Jahren an einer Erschöpfungsdepression erkrankt, infolgedessen ich mein „vorheriges“ Leben nicht mehr weiterführen konnte und mittlerweile auch nicht mehr möchte. Einfach zu leben war infolgedessen zunächst eine Notwendigkeit, um zu mir zu finden und ist zwischenzeitlich für mich ein großer Gewinn an Lebensqualität.

    … auch wenn manch einer, das nicht verstehen kann, stehe ich offen dazu.

    Viele Grüße,
    Anja

  35. Marcel

    Ein sehr gut durchdachter Beitrag von dir!

    Ich habe eine Frage zu SecondHand-Läden: Brauche ich ein bestimmtes Zeugnis (bspw., dass ich weniger, als Summe X im Monat verdiene) , um dort einkaufen zu dürfen?
    Ich bin Student und habe momentan kein Einkommen – dürfte ich dort kaufen?

    Da ich mir vorstellen kann, dass sich SecondHand-Läden gegen „Missbrauch“ ihrer günstigen Kleidung schützen möchten… auch wenn Gutverdiener sich vermutlich leider genieren, in einem SH-Laden einzukaufen… hm…

    Fragende Grüße,
    Marcel

  36. frau siebensachen

    ich ärgere mich grad sehr über dieses „die kinder habt ihr euch halt ausgesucht“. sind wir dadurch schlechtere öko-menschen sind, die eben nicht verzichten können?

    hey, wir verzichten auf massenhaft konsumkram. WEIL wir kinder haben, WEIL wir uns vieles garnicht leisten KÖNNTEN, selbst wenn wir es wollten. und so einfach ist es durchaus nicht, sich eine öffentlich erreichbare arbeit zu suchen – mensch kann doch heute froh sein, überhaupt eine zu haben. und schichtarbeit verunmöglicht dann manchen öffentlichen weg zusätzlich…

    im prinzip aber finde ich eure gedanken sehr richtig und gut.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Liebe Frau Siebensachen,

      brauchst Dich nicht ärgern. Eh schade wenn Du das so auffasst. Ist sicher keine so einfache Meinung, die ich da vertrete, gerade für Menschen mit Kindern. Aber für mich als Mensch ohne leibliches Kind ist es auch nicht immer einfach mir anzuhören, wie arm doch alle Eltern dran sind. Es ist einfach so: Man sucht sich aus, ob man ein Kind bekommt oder nicht (Ausnahme: Schwangerschaft durch Vergewaltigung oder Sex ohne einen Funken Verstand). Und niemand bekommt ein Kind, um dem Kind eine Freude zu machen oder der Gesellschaft oder sonst wem. Sondern sich selbst.

      Ob Du dadurch zu einem schlechteren Öko-Menschen wirst, weiß ich nicht. Hab ich mir noch nie Gedanken zu gemacht. Daher auch noch nie darüber was geschrieben.

      Liebe Grüße,

      Michael

      1. bine

        „Ob Du dadurch zu einem schlechteren Öko-Menschen wirst, weiß ich nicht. Hab ich mir noch nie Gedanken zu gemacht. Daher auch noch nie darüber was geschrieben.“

        Ich hab mich das ehrlich gesagt schon öfters gefragt (nicht mit dieser Wortwahl) und dabei tatsächlich auch überlegt, was ihr dazu wohl denkt. Würde da gern nachhaken, habe unten gelesen, dass ihr sehr wohl Kinder bekommen würdet, wenn Wille und persönliche Ressourcen vorhanden sind.

        Ich wundere mich immer über die Forderungen, Kinder zu bekommen, die man als kinderloses Akademikerpaar tatsächlich gelegentlich zu hören bekommt… wegen der Rente, wegen der „deutschen Kultur“, weil Kinder wundervoll sind.

        Bestimmt wären Kinder eine grossartige Bereicherung unseres Lebens und bestimmt verzichte ich auf viele ganz besondere Erfahrungen, die nur leibliche Eltern haben können. Aber bisher war ich dennoch immer entschlossen (schreibe absichtlich „bisher“, weil wer weiss ob meine weiblichen Hormone mich nicht eines Tages anders denken lassen…), keine Kinder in die Welt zu setzen. Denn ich finde einfach, es gibt genug Menschen und es gibt Kinder in Kinderheimen und Kinder in schwierigen Verhältnissen, die man als Adoptiv- oder Pflegekinder aufnehmen könnte.

        Ich will ja niemandem das Kinderkriegen ausreden, das wäre erstens unsinnig und zweitens anmassend. Ich fände es auch wunderbar und hätte nichts dagegen, meine Muttertriebe als Tante ausleben zu können ;) Aber für mich persönlich ist Kinderkriegen eng verknüpft mit den Themen Überbevölkerung und Nachhaltigkeit und keine Kinder zu bekommen erscheint mir wesentlich nachhaltiger.

        Jeder Mensch hat einen ökologischen Fussabdruck. Den ökologischen Fussabdruck soll man aufgrund der Nachhaltigkeit verringern, aber Kinderkriegen ist erwünscht und soll gefördert werden, obwohl doch jedes Kind einen zusätzlichen Fussabdruck auf der Erde hinterlässt?

        Ich finde es schade, dass das für viele ein Tabuthema ist.

        Es geht mir ja natürlich nur um den freiwilligen Verzicht, den ich für überlegenswert halte. Jegliche Verbote oder gezielte Tötungen, wie sie in vielen Kulturen üblich sind/waren um die Bevölkerung zu kontrollieren und an die Ressourcen anzupassen, will ich nicht damit in einen Topf werfen.

        Und es geht mir auch nicht darum, moralische Urteile über andere zu fällen und Eltern als „schlechtere Öko-Menschen“ abzuwerten. Aber ich sehe das wie Du, Michael: es sollte legitim sein über die Auswirkungen der Entscheidung für leibliche Kinder zu sprechen und eine Auswirkung ist es nunmal, dass mehr Füsse auf der Welt ihren Abdruck hinterlassen.

        Jedenfalls denke ich mir immer, warum nicht erstmal mit den Menschen zufrieden sein, die bereits da sind. Unsere Population ist wahrlich gross genug, so dass wir nicht gleich aussterben, wenn einige wenige bewusst das Dogma des Kinderkriegens in Frage stellen und sich gegen eigene leibliche Kinder entscheiden. Ich glaube nicht, dass es gleich zu einer Massenbewegung würde und die Menschheit bald verschwunden wäre ;)

        Es gibt ja dieses schöne afrikanische Sprichwort, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind grosszuziehen. Das bedeutet auch, dass jeder Dorfbewohner an diesem Kind Freude haben kann, egal wer es gezeugt hat. Freilich ist das schwer vereinbar mit unseren heutigen Kleinfamilien und Strukturen wo die Kinder eben nicht frei durchs Dorf tollen.

        Mich würde wirklich interessieren, was ihr darüber im Kontext von Nachhaltigkeit & Überbevölkerung denkt und ich würde mich freuen, wenn es vielleicht sogar mal einen Artikel zu dem Thema gäbe.

  37. Esther

    Hmm, kommt wohl auf die Einstellung an! Oder?

    Möchte gerne meine Erfahrung zu diesem Thema mit Kindern schreiben.
    Einige erwähnen das man ja dieses und jenes braucht um ihnen gerecht zu werden.
    Ich selbst bin der Überzeugung das es grösstenteils von den Eltern abhängt was sie ihren Kindern für Werte übermitteln möchten.

    Hatte als Kind, bis auf ein paar ganz wenige Einzelstücke alle Kleidung nachgetragen.
    Hatte mit 10Jahren das erste mal das Meer gesehen, mit 18J. war ich dann selbst das nächste mal da.
    Auswärtsessen gab es wen Opa uns einlud, auf die Idee beim Einkaufen nach Kleinigkeiten zu betteln oder beim Baden am Kiosk vorbei zu gehen kahmen wir erst gar nicht.
    Um so grösser war die Freude dann, mit dem Taschen Geld sich das ein oder ander zu leisten.
    Ausflüge sind doch gerade so wertvoll wen sie in den nahen Wald gehen oder mit dem Fahrrad an den nächsten See/Fluss.

    Bin jetzt 24J. (nur das Ihr nicht denkt ja vor 30j. war dies noch so) habe 3 jüngere Geschwister und habe von meinen Eltern obwohl wir unter dem „Existenzminimum“ lebten, nie gehört, das wir jetzt sparen müssten oder kein Geld mehr hätten für …
    Es wurde einfach mit wenig gelebt ohne scheinbaren Verzicht und ich blicke auf eine sehr glückliche Kindheit zurück.

    Wünsche uns allen Mut und Freude auf das Ein oder Andere zu verzichten.
    Bin auch der Überzeugung das käufliche Ding nicht glücklich machen.
    Danke Michael für den tollen Text.

  38. Martin

    Meine Bleibe ist ein Einfamilien-Reienhaus. Alle Festkosten beträgen ungefähr 725 Euro (Miete, Gas, Wasser Licht Abfallversorgung und Versicherung. Dazu hab‘ Ich 2 Schrebergärten. Dies Stellt mich in der Lage von rund 900Euro sehr bequem zu leben, Und das in den Niederlanden! Fahrrad und Fahrradanhänger statt Auto gehören zu diesem Lebensstil, die nicht unbedingt Jedermanskost ist…
    Wenn ich Erlaubnis bekommen wurde in einer meiner Schrebergarten leben zu dürfen könnte ich die Festkosten um satte 500 Euro zuruckbringen.. Also, Toll, dieser Artikel, Bin anscheinend nicht alleine beim Enfach leben um mehr Freizeit und Geniesszeit zu haben…

  39. Christiane

    Du siehst das genau richtig und ich schließe mich da auch den Kommentaren von Anja und Maren an. Auch ich arbeite inzwischen „nur“ noch in Teilzeit (3 Tage à 10 Stunden), habe aber auch kein Auto zu unterhalten. Die Freizeit ist mir bedeutend wichtiger!!!!!

    Weiterhin finde ich es unnötig, sich ständig mit weiteren neuen materiellen Dingen zu belasten und..am Monatsende bleibt tatsächlich noch was nach. :)

  40. Christian

    Dieser ganze „Luxus“ geht ja auch noch auf kosten anderer. Ich finde das sollte man auch noch in betracht nehmen. Z.b. trinken wir super gerne Kaffee morgens. Meine Freundin muss morgens ihren Kaffee haben. :-) Das ist ihr sehr wichtig. Sicherlich würden wir auch, überleben wenn wir morgens keinen Kaffee trinken würden!
    Hinzukommt, dass wir früher, sehr verschwenderisch damit umgegangen sind. Also viel Kaffee getrunken haben und oft auch zuviel angesetzt wurde und wir Reste weg kippen mussten. Dieses Verhalten kann ich auch immer wieder im Bekanntenkreis beobachten.
    Seid längerer Zeit kaufen wir aber nur noch Fair Trade Kaffee. Das heisst, für uns, ist der Kaffee teurer geworden. Aber wir haben unser Verhalten dahin geändert, dass wir weniger Kaffee trinken und nix mehr wegkippen.
    Gespart haben wir nun nix, aber wenigstens trinken wir keinen Kaffee mehr auf den kosten anderer Menschen.

    Liebe Grüße
    Christian

  41. Angel

    Ich gebe dir zum großen Teil recht. Wir haben (3 Personen) „nur“ ein älteres Auto. Inzwischen decken wir etwa 25% unseres Lebensmittelbedarfes durch eigenen Anbau – Tendenz steigend. Und auch unsere Heizkosten sind durch das Heizen mit Holz deutlich geringer geworden. TV haben wir seit 2 Jahren nicht mehr, was die Qualität des Familienlebens deutlich verbessert hat. Seit einem Jahr gehe ich nur noch halbtags arbeiten und hab mehr als genug Geld um alles zu kaufen, was ich wirklich möchte. Ich versuche auch häufig die Leute von einem einfacheren Lebensstil zu überzeugen aber meist ernte ich nur mitleidige Blicke. Konsum, Drogen (Tabak, Kaffee usw. auch gerechnet) und Glücksspiel haben die meisten Menschen fest im Griff, ob sie das vor sich selbst zugeben wollen oder nicht. Mein Vater hat nach 50 Jahren rauchen (mind. 1 Schachtel pro Tag) Lungenkrebs bekommen und ist noch immer der Ansicht, dass das nicht vom rauchen kommt – allerdings hat er jetzt aufgehört …..

  42. Akaleia

    Ein wunderbarer Post – ich kann da nur zustimmen.
    Die meisten jagen dem Geld hinterher, mehr arbeiten für „vermeintlich mehr Luxus“ – falsch!!!! Es ist einfach für jeden zu klären was „Luxus“ ist. Und viele erkennen gar nicht was der eigentliche Luxus im Leben bedeuten kann.
    Wenn man älter wird, kommen plötzlich ganz andere Wörter ins Gespräch – Zufriedenheit, Gesundheit, Ruhe.
    Lebensqualität!
    Aber wir leben (leider) in dieser westlichen, wirtschaftorientierten und dem stetigen Leistungsdruck und konsumfördernden wachsenden System (wobei es grotesk ist, dass die meisten Menschen immer dümmer dabei werden!) und da muss jeder für sich entscheiden welchen Weg er geht und was für ihn lebenswert erscheint.
    Aber meiner Meinung nach wird es der Menschheit das Genick brechen.
    Ich bewundere Eure Art zu leben! Macht weiter so!
    HG
    Birgit

  43. Christopher

    Da ich im Sommer nur Halbtags arbeite, haben wir schon seit gut zwei Jahren immer wieder auf unsere Ausgaben schauen müssen; als 5köpfige Familie sind wir bei einem Tagesgeld von 15 Euro angekommen, 3 Euro pro Person und Tag für alles, was es im Alltag braucht an Essen, Trinken und alltäglichem Kram. Das erste, was wegfiel, waren die alkoholischen Getränke, das zweite das Autofahren. Wir haben zwar ein Auto, im Sommer steht es aber unbenutzt auf dem Parkplatz.

    Wir sind schon vor drei Jahren vom Dorf oben in den Bergen in eine Kleinstadt im Tal gezogen, wo wir alles zu Fuß, mit dem Radl oder mit Bus und Bahn erreichen können, was wir benötigen; Jede Woche Bauernmärkte mit frischen Produkten aus der Region, Schulen und Naherholungsgebiete sind nur 5 Minuten entfernt, eine große Bibliothek versorgt uns mit Büchern, Filmen und Spielen für uns und die Kinder.

    Der Zeitgewinn ist beträchtlich: Im Sommer spiele ich viel Gitarre, bin mit der Familie wandern, leite freie Musiktreffen und koche jeden all das herrliche Zeug vom Gemüsemarkt. Würde ich mehr Geld verdienen, könnte ich das alles kaum oder nur mit großen Einschränkungen machen. Zudem gewinne ich viel Zeit, indem ich nicht wegfahre: das Auto läd immer ein, mal „kurz“ irgendwohin zu fahren; meist muss man man aber garnirgendwo hin.

  44. Maren

    Ich sehe das genau so wie du. Wann immer ich in Bezug auf Berufs- oder Studienentscheidungen höre „eigentlich will ich das gar nicht, aber ich will auch nicht jeden Cent umdrehen müssen“, verdrehe ich innerlich die Augen. Ihr seid für mich ein sehr gutes Beispiel, wie man durch eine Lebensumstellung finanzielle Freiheit auf möglichst vielen Ebene erreichen und trotz wenig Geld (oder gerade deshalb) glücklich sein kann. Das können sich die meisten Menschen heute einfach nicht vorstellen. Und deshalb zweifeln sie das auch konsequent an oder reden dagegen. Es geht einfach gegen alles, was sie in unserer Gesellschaft von der Pieke auf gelernt haben.

    Ich bin gerade dabei, in einer viel zu teuren (und dazu noch kleinen) Hamburger Stadtwohnung meinen Haushalt so weit es geht auf Selbstversorgung umzustellen und merke jetzt schon finanzielle Einsparungen. Wir brauchen so viel weniger als wir denken. Aber das ist eine persönliche Frage: Worauf möchte ich verzichten? Viele meinen mit „jeden Cent umdrehen müssen“ auf Fernsehen, Kino, schicke Kleidung verzichten müssen. Wer das kann und sein Lebensqualität aus adner

  45. Konzertheld

    Danke, dass mal jemand, der auch meint, dass man mit weniger auskommen kann, den Mund aufmacht. Ich denke mir das seit ich von zuhause ausgezogen bin – man muss seinen Lebensstandard nicht so hoch heben, dass man 40 Stunden die Woche dafür arbeiten muss. Dann hat man auch gar nicht mehr so viel davon.

    Klar ist das nicht so einfach, wie es sich bei dir anhört. Ein Umzug ist stressig und in der Stadt sind billige Wohnungen oft nur in schlechten Wohnlagen zu kriegen. Auch der Beruf kann da Einschränkungen vorgeben. Und das Thema mit dem Auto ist immer eine Diskussion wert – du bist da ja sehr überzeugt, dass es ohne geht, ich nicht ganz so (wenngleich ich mit dem Fahrrad auskomme). Aber wir können uns sicher darauf einigen, dass man auf keinen Fall die dicke 12l fressende Bonzenkarre braucht. selbst wenn man nicht auf ein Auto verzichten möchte.

    Die Menschen sind einfach zu bequem. Alleine darüber nachzudenken, wo man sparen könnte, ist ja so viel schwieriger, als darüber zu jammern, dass man kein Geld hat! Dabei kann man wirklich viel machen, auch in Bereichen, wo man es gar nicht denkt.

  46. Verfilztes Leder

    Blauäugig? Das ist hier die Frage. Die meisten Leute, die hier Posten, haben, so glaube ich, keine Kinder. Damit wirds dann einfach um einiges schwieriger. Als wir unseren alten Hof kauften, war ich hochschwanger und wir wohnten, wie schon seit vielen Jahren in einer WG. Aber um einen alten Hof zu renovieren, braucht man viel Geld, auch wenn man fast alles selber macht. Ein Auto ist unumgänglich, da die Busverbindungen miserabel sind und seit meine beiden Mädels in die NMS gehen, die wir/sie uns/sich ausgesucht haben (3 stehen zur Verfügung), müssen wir täglich Taxi spielen. Es sind natürlich 4 Familien und wir wechseln uns ab. Aber ohne Auto geht das nicht. Und mach deinen Kindern einmal klar, dass sie alte Jeans anziehen müssen und nicht neue, außerdem wachsen sie und brauchen mindesten 2 mal im Jahr größere Klamotten. Und die Diskussionen, gebrauchtes Gewand anzuziehen, das ihnen nicht gefällt, möchte ich wirklich keinem zumuten.
    LG
    Marti

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Es ist aber Eure Entscheidung gewesen, Kinder zu haben. Es war Eure Entscheidung, den alten Hof zu kaufen, in dessen Nähe es keine Bushaltestelle gibt. Und so weiter. Dann darf man sich später auch nicht beschweren. Wenn ich einen Privatjet hätte, könnte ich auch nicht sagen: Naja, Euch kann der Kerosinpreis schon egal sein, ihr habt ja keinen Jet.

      1. Del

        Also entschuldige, aber deine Reaktionen auf Kommentator_innen mit Kindern sind unhöflich und vor-den-Kopf-stoßend. Natürlich sind Kinder meist eine bewusste Entscheidung, aber im Normalfall wird die nicht unter dem Hauptfaktor der Kosten getroffen. Dann zu sagen „also beschwer dich nicht“, wenn jemand darauf hinweist, dass diese Lebensphase manchmal andere Entscheidungen mit sich bringt, als man sie ohne Kinder treffen würde, ist also nicht wirklich zielführend. Wenn du z.B. bei Krampfanfällen deines Kinds erstmal ein Carsharingauto organisieren musst, überlegst du dir das sicher irgendwann mal. Ich wohne auch gerne zentral, so dass ich alles umwelt- und gesundheitsverträglich erledigen kann. Aber gesamtgesellschaftlich gesehen ist das ja kaum möglich, es wird immer Menschen geben, die abgeschieden wohnen (müssen, wollen,…), was ja wohl auch im Sinne einer Verhinderung der völligen Verödung des Landes ist. Und da fehlen weiterhin sinnvolle Konzepte.

        1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

          Hallo Del,

          schade wenn Du das so auffasst. Ist sicher keine so einfache Meinung – gerade für Menschen mit Kindern. Aber für mich als Mensch ohne leibliches Kind ist es auch nicht immer einfach mir anzuhören, wie arm doch alle Eltern dran sind. Es ist einfach so: Man sucht sich aus, ob man ein Kind bekommt oder nicht (Ausnahme: Schwangerschaft durch Vergewaltigung oder Sex ohne einen Funken Verstand). Und niemand bekommt ein Kind, um dem Kind eine Freude zu machen oder der Gesellschaft oder sonst wem. Sondern sich selbst.

          Das ansonsten Mobilitätskonzepte am Land fehlen ist richtig – aber auch eine folgerichtige Entwicklung der letzten Jahrzehnte, wo Busse leer durch die Gegend gefahren sind, weil alle ganz luxusgeil aufs eigene Auto gehüpft sind. Und als dann die Welle der Zweitwägen kam, mussten halt die ÖPNVs reduziert werden. Das Argument der burgenländischen Landesregierung in Gesprächen über den Ausbau der ÖPNV ist zum Beispiel: Wieso? Es hat eh jede Familie mindestens zwei PKWs.

          1. Dieter

            „Man sucht sich aus, ob man ein Kind bekommt oder nicht (Ausnahme: Schwangerschaft durch Vergewaltigung oder Sex ohne einen Funken Verstand). Und niemand bekommt ein Kind, um dem Kind eine Freude zu machen oder der Gesellschaft oder sonst wem. Sondern sich selbst.“

            Also ich lese ganz gern in deinemm Blog. Aber das was du hier schreibst lässt mich an deiner geistigen Zurechnungsfähigkeit zweifeln. Du solltest vielleicht einmal erst dein Hirn einschalten bevor du so einen Sch… von Dir gibst. Mit deiner Einstellung wäre unsere Generation die letzte auf unserer Erde. So eine egoistische Einstellung hätte ich von Dir nicht erwartet. Und zum Thema Geld sparen und Gejammer von wegen Ausgaben kann ich Dir auch nicht folgen. Arbeiten kann auch erfüllen und man kann sich dann auch was Leisten und sich darüber freuen. Ich habe weder was geerbet noch geschenkt bekommen. Trotzdem habe ich (53) zwei Mehrfamilienhäuser, genug Erspartes, zwei Autos, zwei Motorräder, ein Rennrad und ein Mountainbike und das Wichtigste, 2 Kinder und mittlerweile 5 Enkelkinder. Und darauf bin ich besonders stolz. Ich bin im übrigen seit über 10 Jahren überzeugter Veganer, aus Überzeugung und nicht wegen der Kirchensteuer aus der Kirche ausgetreten und Leistungssportler. Man muss also nicht ein Aussteiger sein um ein bewußtes Leben zu führen.

            1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

              Hallo Dieter,

              Kinder hast Du also im absolut selbstlosen, altruistischen Akt gezeugt, damit wir nicht die letzte Generation auf unserer Erde sind? Da bin ich natürlich deutlich egoistischer, wo ich einfach darauf achte, Kinder erst dann in die Welt zu setzen, wenn ich sehr gut für sie sorgen und ihnen eine wundervolle Kindheit ermöglichen kann. Stimmt. 1 zu 0 für dich.

              Interessant auch, dass Du Deine Kinder neben Motorrädern und Häusern als eines von mehreren Statussymbolen aufzählst. Natürlich durch deinen besonderen Stolz hervorgehoben. Also ganz besonders tolle Statussymbole. Deine Kinder sind also Ergebnisse Deiner Leistung – nicht ihres eigenen, selbständigen Lebensweges. 2 zu 0 für dich.

              Und da dein Leben genauso bewusst gelebt wird, wie das eines Aussteigers, bekommst noch ein Tor. 3 zu 0 für dich.

              Nur, da ich nach wie vor glaube, dass du deine Kinder bekommen hast, weil deine Frau und du das so wolltet, weil Euch die Idee von eigenen Kindern gefallen hat; weil Kinder aber halt keine Statussymbole sind – und weil ich entgegen deiner Annahme ganz und gar kein Aussteiger bin; waren das wohl alles drei Eigentore. (Ich glaube, Fussball passt in die Aneinanderreihung von „mein Haus, mein Auto, mein Motorad, meine Frau, mein toller Lebenserfolg“.)

              Ich wünsche Dir, dass Deine Kinder nicht lesen, was Du hier so schreibst. Mich würde es nämlich entsetzen, wenn meine Eltern mich aus Pflichtbewusstsein gegenüber dem Fortbestand der Menschheit, zur Sicherung der Renten oder als Statussymbol gezeugt hätten.

              1. Kathrin

                Hallo Michael,

                deine Antwort wirkt auf mich ziemlich arrogant… fast so, als wollte dir jemand deine Meinung streitig machen und du müsstest dich hier verteidigen ;-) Warum kann man nicht einfach die Meinung des anderen stehen lassen, ohne persönlich zu werden?

                1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

                  Kathrin,

                  Aber das was du hier schreibst lässt mich an deiner geistigen Zurechnungsfähigkeit zweifeln. Du solltest vielleicht einmal erst dein Hirn einschalten bevor du so einen Sch… von Dir gibst. […] So eine egoistische Einstellung hätte ich von Dir nicht erwartet.

                  Das ist nicht einfach eine Meinung eines anderen, dass ist ein beleidigender Angriff – und ja, darauf reagiere ich auf meinem eigenen Blog.

                  Und wo genau bin ich persönlich geworden? Und was genau an meinem Kommentar wirkt arrogant auf Dich?

                2. Kathrin

                  Hallo Michael,

                  mich irritiert ein bisschen, dass ich nicht direkt auf deinen Kommentar antworten kann, aber gut.
                  Das, was ich als „arrogant“ empfinde, ist, dass deine Antwort auf mich als ziemlich von oben herab wirkt. Es wäre einfach nicht meine Art in einem Beitrag, der eventuell etwas kritisch ist, hinter jedem Satz etwas negatives und angreifendes zu vermuten und entsprechend beleidigend zurückzuschießen. Aber gut, das musst du selbst wissen ;-)

              2. Esther Merle

                hehe, sorry aber ich bin entzückt.
                ( hätte Wiki gesagt )

                Ich kann jetzt auf Bezug des Kinderthemas nur meine Ansicht vermitteln.
                Also ich WOLLTE ein Kind um es aufwachsen zu sehen. Ich nahm mir die Zeit, Zeit zu haben.
                Durch Bebachten meines Kindes konnte ich ermittel wo Stärken und Schwächen, sowohl Interessen und Talente waren.
                Ich lies mich ein auf das Wesen das ich geboren hatte.
                Ich schenkte diesem Wesen das Leben, weil ich wollte das es Lebt und ich das Leben als Geschenkt betrachte. ( das war nicht immer so )
                Es machte mir Freude, das Kind zu unterstützen indem was es aus probieren wollte.
                Für mich war vor der Zeugung klar, daß ich Zeit haben wollte in den ersten Jahren für mein Kind.
                Nun STATUS war mir nie ein Ziel, daß ich erreichen wollte. Mir waren andere Dinge wichtiger.
                Gut leben ohne Sorgen, daß ist unser verdammtes Recht auf dieser Erde. Dazu werden wir geboren.
                Nur bei aller Selbstgenügsamkeit sollte man nicht vergessen, daß auch Genuß ein Geschenkt ist.
                Ich verdamme niemanden der mehr haben will als ein anderer und wenn Derjenige dazu bereit ist, viel dafür zu tun ist das in Ordnung. Seine Entscheidung, sein Wille. Daß muss aktzeptiert werden.
                Die Frage ist jedoch, muss man wirklich so viel haben daß man lauthals dumm redet und wortwörtlich sagen muss “ Ich weis nicht was ich mir noch kaufen soll, ich habe ja schon alles „.
                Gesunde Balance…….. und es ändert sich nichts wenn man Missioniert……….sondern vor lebt, ohne anderen Ihre Entscheidungen und Ihr Leben als gewollt aktzeptiert.

                mfg

                1. Jörg Leuschner

                  Hallo Esther,

                  was für Worte, stimme ich dir komplett zu. Und auch wenn es egoistisch klingt, wenn ich überlege wieviel ich in meinem Leben durch meine (3) Kinder zurückbekommen habe, dann gibt das eine völlig neue Sicht auf die Dinge. Das habe ich allerdings vorher auch nicht so gesehen, wie auch?

            2. rob

              Hallo Dieter,

              „Also ich lese ganz gern in deinemm Blog. Aber das was du hier schreibst lässt mich an deiner geistigen Zurechnungsfähigkeit zweifeln. Du solltest vielleicht einmal erst dein Hirn einschalten bevor du so einen Sch… von Dir gibst.“

              zwar wuerde ich zugeben, dass dieser punkt recht undiplomatisch dargestellt wurde. Auch, dass sicherlich die ueberwiegende mehrheit aller menschen eine gaenzlich andere ansicht zum kinderkriegen hat – eben so eine aehnliche wie Du, und nicht wie Michael. Aber ich kann Dir versichern, mit dem hirn hat das ziemlich wenig zu tun. Denn rein faktisch duerfte Michaels these kaum zu widerlegen sein: kinder bekommt man fast immer, weil man selbst welche „haben“ will. Wenn man nur kurz, aber ehrlich, darueber nachdenkt, wird man das wohl nicht abstreiten koennen. Daher mutet es merkwuerdig an, wenn Du sagst:

              „So eine egoistische Einstellung hätte ich von Dir nicht erwartet.“

              Kannst Du nicht-egoistische gruende nennen, weswegen Du kinder hast? Ich bezweifle es, denn meiner erfahrung nach sind alle nicht-egoistischen gruende dafuer ziemlich dumm. Wie z.B.:

              „Mit deiner Einstellung wäre unsere Generation die letzte auf unserer Erde.“

              Warum das dumm ist? Weil es exakt niemanden gibt, der nach unserem befuerchteten aussterben darueber traurig sein koennte. Das bereitet niemandem irgendwelche probleme. Im gegenteil, es _loest_ alle menschlichen probleme (und ich erlaube mir noch den hinweis, dass es sogar die einzige strategie ist, die das von sich behaupten kann). Welchen objektiven wert hat die existenz der menschheit? Auf dem mars gibt es keine menschen. Ist das schlimm? Fuer wen? Fuer die nicht-existenten marschmenschen jedenfalls nicht.

              Andere dumme gruende waeren z.B. die behauptung, man wuerde es fuer das kind selbst tun. Wie soll das moeglich sein? Vor der zeugung existiert die person nicht, wie soll man ihr da etwas gutes tun? Wozu sollte sie das brauchen? Ungezeugte menschen warten nicht traurig in irgend einer dunklen ecke, bis sie endlich das licht des lebens erfahren duerfen. (Religioese phantasien mal ausser acht gelassen, ueber laesst sich kaum sinnvoll streiten.)

              Und um mal noch etwas weiter ueber den tellerrand des ignoranten kinder-konsens zu schauen: ueberleg Dir mal, dass ausnahmslos alles, was Deinen kindern jemals an schlechten dingen widerfahren wird (wobei ich natuerlich hoffe, dass das moeglichst wenig sein wird), nur deswegen passieren kann, weil Du Dir fuer Dich kinder gewuenscht hast. Fuer Deine kinderfreude werden andere menschen leiden, naemlich ebendiese kinder. Es ist unvermeidlich. Haettest Du keine kinder, wuerde diesen beiden, dann nicht existierenden, menschen auch garantiert kein leid geschehen.

              Solche erkenntnisse kommen dabei raus, wenn man „sein hirn einschaltet“. Denk mal drueber nach, oder lass es bleiben. Aber dann tu bitte nicht so, als haetten _andere_ leute nicht nachgedacht, nur weil sie nicht Deine etwas unreflektierte meinung teilen.

              Alles gute,
              rob

              1. nicola

                hach herrlich, D A N K E rob… :D du ersparst mir Zeit, die ich mir sonst genommen hätte, um der Frage nach dem Hirn nachzugehen… und der nach Arroganz, Egoismus und watt weiss ich- sehr schön geschrieben, danke!
                und Michael, dir Unermüdlichen natürlich auch danke, dass du dich immer wieder mit den Antworten/Kommentaren rumschlägst und dabei auch noch witzig bist ;)
                allet jute, nicola

              2. Peter

                Oje oje, jetzt wird es nihilistisch …
                Das Beste wärs es gäbe uns gar nicht, nicht wahr Rob? Dann gäbe es kein Leid mehr … nur noch Stille und Frieden … oder?

                Also mir macht das Leben Spass. Ich glaube meinen 2 Kindern macht es auch Spass – auch wenn es manchmal weh tut, oder es Probleme (Herausforderungen) gibt.

                Vergiss dein Herz nicht, beim Denken …

      2. Vera Hufnagel

        Lieber Michael, ich verfolge nun schon eine ganze Weile eure Internetseite. Finde vieles interessant und gut gelungen. Und ich finde, ihr solltet weitermachen. Jedoch nicht in dieser belehrenden Art und Weise. Ihr solltet durch das, was ihr macht, wirken, durch euer Vorbild also, und nicht durch ideologische Diskussionen, in die die Eröffnung von Themen zu (notwendigen) gesellschaftlichen Veränderungen, auch des Lebensstils, nun allzu oft auf dieser Seite mündet. Deshalb habe ich diese Stelle gewählt, an der ich dir sagen möchte: So geht es nun wirklich nicht. Du kannst die Entscheidung für Kinder nicht mit der für einen Jet gleichsetzen. Damit stellst du die Entscheidung über eine der wichtigsten Lebensfragen jedes Menschen auf eine Ebene mit der Anschaffung einer Sache. Das ist absurd. An dieser Stelle kommst du hochmütig und arrogant rüber – stattdessen wäre hier Empathie angebracht). Bitte diskreditiere die guten und anregenden Ansätze, die ihr auf eurem Bauernhof verfolgt, nicht durch solche abwegigen Positionen. Versetze dich einfach mal in die Lage deiner Mitmenschen, beispielsweise solcher, die Kinder haben, auch wenn sie (heute noch) nicht deine Position teilen.

        1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

          Hallo Vera,

          es ist schön, wenn du den Eindruck hast, dass wir durch das digital sichtbar gemachte Vorleben schon etwas bewegen. Wir werden uns aber gerade auf unserer eigenen Seite natürlich immer wieder herausnehmen, auf Dinge hinzuweisen, die aus unserer Sicht schief laufen oder von allen Menschen hinterfragt werde sollen – und vor allem werden wir auch immer eine eigene Meinung zu Themen haben, über die wir schreiben. Klar sind manche unserer Überzeugungen aus der Sicht mancher Lesenden extrem, überzogen oder unpopulär. Ich finde aber die Tabuisierung unangenehmer Meinungen extrem, unseren gesellschaftlichen Ressourcenverbrauch überzogen und über solche und andere Dinge den Mund zu halten unpopulär. Ja, wir sind radikal – im wahrsten Sinne des Wortes – also an die Wurzel gehend, weil wir von Symptombekämpfung als Lösung nichts halten. Und weil es für Milliarden von Menschen zu spät ist für ein bisschen Konsumreduktion, für Milliarden von Nutztieren zu spät ist für Kuscheltierschutz und weil es für dieses Ökosystem zu spät ist, mal ein bisschen unsere Mobilität grün zu färben und mal zu gucken, wie wir ein paar Schrittchen Richtung Nachhaltigkeit machen könnten.

          Zum Thema Kinder zum wiederholten Male: Ich kenne genug Familien, wo die Kinder eben keine Unsummen an Geld brauchen, weil sie jedem Modetrend und jeder Idee der Klassenkamerad*innen hinterherlaufen. Und ich kenne genug Familien, wo es schon so ist. Wenn ich mir dann den Lebensstil der Eltern ansehe und die Lebensumstände, dann ist da oft, nicht immer, ein Zusammenhang da. Das selbe gilt für das Leben ohne Auto oder mit stark reduzierter Nutzung des Autos. Sprich: man hat natürlich einiges an Einfluss als Eltern – aber die Gesellschaft hat eben auch großen Einfluss. Die Eltern haben also viel in der Hand – müssen auch nicht jeden Blödsinn mitmachen – aber natürlich bleibt die Möglichkeit, dass sich Kinder komplett anders als gewünscht entwickeln. Und genau darum sollte man nicht einfach so, weil es sich schön anfühlt oder anderweitig unüberlegt Kinder in die Welt setzen.

          Ich versetze mich dank lieber Freund*innen mit Kindern und vieler Gespräche mit diesen regelmäßig in die Situation von Eltern hinein und kann die Probleme, die oft da sind, auch nachvollziehen. Darum ging es auch nie. Auch hab ich nie die Anschaffung eines Jets mit der Entscheidung von Kindern gleichgesetzt. Bitte lies, was ich geschrieben habe. Was ich gleichsetze ist, dass man heutige Entscheidungen nicht mit früheren rechtfertigen kann und dabei so tun, als sei man nun völlig ohne eigenes Zutun dazu gezwungen, so zu handeln. Wer sich für Kinder entscheidet, hat später bestimmte Dinge, die er tun muss – aber nicht weil die Kinder ihn zwingen, sondern weil sich die Person selbst früher für Kinder entschieden hat. Und diese Geschichte lässt sich schon gleichsetzen und findet sich immer wieder, wenn Menschen Verantwortung von sich schieben wollen. Vielleicht war der Jet-Vergleich zu materialistisch. Hör einfach mal Menschen zu, wie sie mit genau der Logik Verantwortung von sich schieben. Der Fremdenpolizist sagt ja auch, der muss halt den Asylwerber abschieben und dies zur Not mit körperlicher Gewalt durchsetzen, weil er ist halt nunmal Fremdenpolizist. Wozu er sich aber frei entschieden hat. Da diese Logik aber offensichtlich nicht so eingängig ist, spare ich mir weitere Beispiele.

    2. andrew wood

      Ich finde auch, dass jeder seine Entscheidung selbst trifft und ich denke nicht, dass es hier nur um das Einsparungspotential „Auto“ geht!!
      Öffnet euren Verstand!
      Ich habe Verantwortung für Kinder übernommen und möchte sagen, dass ich sehr wohl weiß, was, wann, wie viel und wo!!!
      Trotzdem es muss nicht immer alles neu sein!! ES kommt darauf an, wie es vorgelebt wird!!

    3. Kathrin

      Also bisher haben meine Kinder überhaupt kein Problem damit, Kleidung vom Flohmarkt zu tragen. Es gibt so tolle Sachen bei Kinderflohmärkten oder ebay bzw. ebay Kleinanzeigen, auch noch in Größe 152. Das Argument zieht in meinen Augen also auch nicht.

    4. T-Rex

      Also ich verstehe den Artikel als Ideengeber nicht als „so muss es sein!“. Es gibt viele Menschen die bilden sich ein ein Auto zu brauchen. Unsere Nachbarin meint jedes Wochenende 25 Kilometer mit dem Auto zum Supermarkt fahren zu müssen, dabei ist der nächste Supermarkt 10 Meter vor unserem Haus.
      Andere sind auf das Auto angewiesen – leider. Wenn jemand wirklich am Arsch der Welt wohnt ohne bzw. mit schlechter Busverbindungen… Aber da greift dann, dass was Michael meint. Wie wär’s mit Umziehen? Wenn man das auch nicht will und ein Auto braucht gibt es andere Fragen. Muss es ein Neuwagen sein? Wie viel Sprit verbraucht das Auto. Wieso teilt man sich nicht ein Auto mit den Nachbarn?
      Wenn man sich so umguckt scheint es 2 Extreme zu geben. Diejenigen die kein Auto haben und diejenigen die 2 Autos haben.

      Kinder und Geld ist ein leidiges Thema. Gerade einer der wichtigsten Punkte wird von der Schule nicht in Angriff genommen. Wäre mein Sparsamer Vater nicht gewesen, ich wäre mit den paar Kröten die ich im Monat verdiene nicht anders als andere. Was mein Vater immer gepredigt hat von wegen sparsam leben – brauchst du das wirklich? Ich hab ihn stellenweise ausgelacht. Bis zu meiner Lehre und den 400 Euro die ich im Monat bei einer 40 Stunden Woche bekommen habe. Brutto wohl gemerkt. Das ist so verdammt wenig. Da habe ich erst gemerkt was es heißt zu arbeiten.
      Wieso warten? Zeig es deinen Kindern jetzt! Lass sie ihr Taschengeld verdienen. Sie sollen im Haushalt mithelfen. 5 Euro die Stunde. Müllrausbringen etc.. und wenn sie 12 Stunden gearbeitet haben und 60 Euro verdient haben, stellst du sie vor die Wahl. Entweder 4 gebrauchte Jeans oder eine neue. Egal wie alt die Kinder sind, sie werden auf jeden Fall erstmal nachdenken!

  47. Nadine

    Nein du bist nicht zu blauäugig.
    Auto ist für mich mittlerweile ein Luxusgut.
    Hätte ichmein Pferd nicht wo ich jeden Abend hin fahre, dann hätten wir auch kein Auto. Carothaarig sowie öffentliche Verkehrsmittel und das Rad wären dann eine Lösung für uns.

    Übrigens Thema , keine Öffis in ländlichen Gegenden. Da habt ihrhoffentlich letzten Sonntag überlegt wo ihr euer kreuz macht.. Derl

  48. einfacheinfachleben

    Nein, Du bist nicht zu blauäugig. Bei wirklich jedem gibt es Einsparpotenziale. Ich arbeite mittlerweile nach jahrelangem Vollzeitjob in Teilzeit (-1 Arbeitstag die Woche). Ein bewussterer Umgang mit meinem Geld und schlichtweg andere Prioritäten lassen mich keinerlei Mangel durch das finanzielle Einkommensminus spüren. Im Ergebnis bleibt sogar mehr übrig als zuvor.

    Vielen Dank für diesen tollen Post und viele Grüße,
    Anja

  49. ManekiNeko

    Ich gebe euch da schon recht. Ich lebe in Bremen und hier brauche ich kein Auto. Auf dem Land, mit einem weiter entfernten Arbeitsplatz, sähe das vielleicht anders aus. Meine Eltern sind Ende 70, leben auf dem Land. Ohne Auto geht es für die beiden auch nicht mehr. Mein Vater ist ja noch körperlich fit, aber meine Mutter fährt kein Rad mehr und kann auch keine sehr weiten Strecken mehr gehen. Wenn man jung und fit ist, geht noch alles gut, aber später wird es komplizierter. Das ist aber auch für mich ein Grund, in der Stadt zu bleiben.
    Hier gibt es zudem Flohmärkte, Second-Hand- und Umsonstläden und im Sommer das ein oder andere kostenlose Festival. In einer Stadt zu leben kann durchaus Geld einsparen

      1. Friederike

        Naja,.. da, wo wir leben, gibt es in der Tat keinen Nahverkehr, und ich fürchte, das ist auf dem „richtigen“ Land auch nicht wirklich absehbar, daß der ÖPNV sich da groß weiterentwickeln wird – eher im Gegenteil. Also: Auto brauche ich. Hilft alles nix. Schon beruflich. Aber keinen Fernseher. Keine modischen Klamotten. (ich besitze eine Jeans – wozu mehr?) Keine Supermärkte. Was ich alleine durch die Lieferung der wöchentlichen demeter-Kiste an (überflüssigen) Einkäufen spare, geht auf keine Kuhhaut. Ich missioniere dauernd im Bekanntenkreis, aber es ist mühsam.

        1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

          Hallo Friederike, wir leben auch am Land – aber brauchen kein Auto. Man sucht sich ja ab einem gewissen Alter aus, wo man wohnt. Wenn man dann also wo hinzieht, wo es keinen ÖPNV gibt, dann darf man sich über die Kosten des Autos nicht beschweren. Aber auch dann würde ich persönlich Car-Sharing und Fahrgemeinschaften dem Privatbesitz eines eigenen PKWs mehr als vorziehen.

          1. Susanne Fürweger

            Es ist ja schon richtig und toll, was ihr alles mit dem Fahrrad erledigen könnt. Ich selbst fahre auch sehr gerne und viel Rad.
            Nur: Wohnst du -wie ich- auf dem Land, wo es Öffis nur begrenzt gibt und hast drei Kinder, wird es schon schwieriger, ganz ohne Auto zurechtzukommen. Car Sharing ist noch viel zuwenig ausgeweitet, im schönen, kleinen Behamberg in Niederösterreich gibt’s das halt noch nicht… ;)
            Bevor ich das Haus verkaufe, hab ich doch lieber ein Auto, um dann und wann meine Kinder zum Arzt fahren zu können, meine Eltern zu besuchen, einzukaufen (ohne Auto, im Bus Lebensmittel für 5 Peronen schleppen, dann noch einen halben Kilometer bergauf schleppen?) oder mal was unternehmen. Irgendwie würde es natürlich auch ohne Auto gehen, aber das steht für mich (3 Kinder !!!) einfach nicht dafür.
            Obwohl: wir haben EIN Auto. In die Arbeit fährt mein Mann oft mit Bus oder Rad, wenn ich das Auto brauche. In unserer Umgebung ist das aber leider die Ausnahme, beinahe alle Familien haben ZWEI Autos, auch wenn Frau nicht arbeitet, sie will es sich nicht einteilen müssen, wann sie einkaufen geht und dergleichen und Mann möchte ja -auch wenn es anders ginge- lieber mit dem Auto in die Arbeit, wo es dann den ganzen Tag herumsteht…

              1. Jana

                Ja genau, Kinder sucht man sich selbst aus, aber was ist das für ein Argument? Besser keine haben, auch wenn es das ist was mich erfüllt und im Sinne der Verbundenheit zur Natur wohl auch das natürlichste ist, um kein Auto zu brauchen? Das ist eine ziemlich weltfremde und selbstherrliche Antwort. Auch wenn ich dir bei fast allen anderen Dingen zustimme. Wir wohnen in der Stadt, haben 2 Kinder und einen großen Hund und hatten früher kein Auto. Wir haben eins geschenkt bekommen und ich bin tatsächlich froh es zu haben, denn nur mit Kindern, das wäre noch zu machen, aber mit dem Hund dazu, das geht gar nicht mehr. Ja, zu dem Hund haben wir uns selbst entschieden, vor den Kindern und sie War ein Straßenhund, die sich uns ausgesucht hat. Jetzt gehört sie zur Familie.
                Also, ich finde es richtig und wichtig, dass jede/r von uns schaut, was er/sie wirklich braucht, aber jeder geht dabei die Kompromisse ein, die für ihn oder sie nötig hält. Das Bewusstsein muss geschärft werden.
                Und dann sollten wir stärker daran arbeiten, dass Großkonzerne sich nicht mehr alles erlauben dürfen!

          2. Susanne Fürweger

            Es ist ja schon richtig und toll, was ihr alles mit dem Fahrrad erledigen könnt. Ich selbst fahre auch sehr gerne und viel Rad.
            Nur: Wohnst du -wie ich- auf dem Land, wo es Öffis nur begrenzt gibt und hast drei Kinder, wird es schon schwieriger, ganz ohne Auto zurechtzukommen. Car Sharing ist noch viel zuwenig ausgeweitet, im schönen, kleinen Behamberg in Niederösterreich gibt’s das halt noch nicht (ach ja, und wie geht das eigentlich im [zB.] Smart, das ich mir ausleihen würde zu fünft?) … ;)
            Bevor ich das Haus verkaufe, um in die Stadt zu ziehen, hab ich doch lieber ein Auto, um dann und wann meine Kinder zum Arzt fahren zu können, meine Eltern zu besuchen, einzukaufen (ohne Auto, im Bus Lebensmittel für 5 Peronen schleppen, dann noch einen halben Kilometer bergauf schleppen?) oder mal was unternehmen. Irgendwie würde es natürlich auch ohne Auto gehen, aber das steht für mich (3 Kinder !!!) einfach nicht dafür.
            Obwohl: wir haben EIN Auto. In die Arbeit fährt mein Mann oft mit Bus oder Rad, wenn ich das Auto brauche. In unserer Umgebung ist das aber leider die Ausnahme, beinahe alle Familien haben ZWEI Autos, auch wenn Frau nicht arbeitet, sie will es sich nicht einteilen müssen, wann sie einkaufen geht und dergleichen und Mann möchte ja -auch wenn es anders ginge- lieber mit dem Auto in die Arbeit, wo es dann den ganzen Tag herumsteht…
            Und noch ein Kommentar von einer Bekannten, die -trotz kleiner Kinder- arbeiten gehen „muss“: „Wennst mal einen gewissen Standard hast, willst darauf nicht mehr verzichten“… Tja, dann halt lieber arbeiten um mehr Geld zu haben, die Kinder hin-und-herschieben und dann wundern, wenn einen (oder die Kinder) das nicht erfüllt.
            Jedenfalls: Danke für die Hinweise, den einen oder anderen Tipp kann man sicherlich auch ohne Autoverzicht umsetzen!

          3. Friederike

            Recht hast Du, aber das Auto brauch ich halt beruflich. Rasende Reporterin. Da ist Fahrrad oder auch (das hier nicht vorhandene Car-sharing) essig. Der Dienstwagen kommt auf rund 30.000 Kilometer im Jahr, aber das privatauto, wenn ichs recht bedenke, wird äußerst wenig benutzt. Wegen Kosten und wegen Umwelt. Der Kfz-Fritze hat neulich schon beklagt, es führe zu wenig und roste daher ein. Ich war sehr stolz auf mich.

          4. DerInderInDerInderin

            Schön und gut, wenn du aber einer geregelten Arbeit nach gehst, und eben nicht in einer kleinen Wohnung in der Stadt leben möchtest, brauchst du zwangsläufig ein Auto – gerade in der heutigen Gesellschaft, die flexible Einsatz-Zeiten von dir verlangt.

            Der von dir ausgeübte Lebens-Stil funktioniert ohne Zweifel. Aber wie dir selbst sicherlich auch klar sein sollte, funktioniert dieser nicht für alle in diesem Land – sei es aus technischen Gründen, oder auch weil sie eben andere Lebensmaximen für sich setzen.
            Ich selbst fahre ein relativ neues Fahrzeug, achte aber schon beim Kauf darauf, dass der Verbrauch in der gewünschten Klasse „am unteren Ende“ liegt. Bei meiner Frau ist es nicht anders. Mir ist bewusst, das ich einige Zeit für diesen Luxus arbeiten muss, aber im Umkehrschluss wird in gewissen Bereichen eben auch die Flexibilität von einem erwartet.

            Kleine Ergänzung zum Schluss: Wann immer möglich nehme ich meine Frau oder auch mal einen Kollegen mit, einfach weil ein mit 2-3 Leuten besetztes Auto deutlich effektiver ist, als wenn ich alleine herum kurve.

            1. Michael HartlMichael Beitrags Autor

              Hallo. Das ist genau, was ich in dieser Diskussion schon öfter geschrieben habe: Jeder Mensch trifft seine Entscheidungen und muss dann die Folgen und Konsequenzen tragen. Schön das du das bestätigst, denn du schreibst ja, dass du dich halt für ein Leben außerhalb der Stadt und ein aus deiner Sicht dazu notwendiges Auto.

              Das mein Lebensstil nicht für alle uneingeschränkt funktioniert, wie du schreibst, liegt wahrscheinlich daran, dass die meisten so nicht leben wollen. Und wenn wer weniger gegen Bezahlung arbeiten möchte, mehr Zeit in der Natur haben will, selbstbestimmter leben will und dabei aber weiter ein Auto haben möchte, ab und an nen Urlaub oder sonstige Luxus-Entscheidungen trifft, dann ist das für die meisten Menschen eher schwer. Ich könnte z.B. auch nicht Autos, klassische Urlaubsreisen, Skifahren gehen und andere teure Luxus-Hobbies, regelmäßig Essen gehen, etc., pp. finanzieren im Moment. Will ich ja auch nicht! :D Aber wer das will, wird einiges dafür tun müssen. Und kommt dabei in eine so große Abhängigkeit vom Geld verdienen, dass er oder sie, wie du es schreibst, eine gewisse Flexibilität an den Tag legen muss.

              1. DerInderInDerInderin

                Stimmt. Zudem gibt es das Land gar nicht her, das die komplette Bevölkerung so leben kann, wie du es tust. Der Platz dafür wäre gar nicht da, wenn man bedenkt, das dicht besiedelte Gebiete wie München & Umgebung bei 4440 Einwohnern je km² liegen.

                Ganz abgesehen davon, das irgend jemand eben Strom, Autos, Schuhe und all diese Dinge produzieren muss.
                Ein erwachsener und schonender Umgang mit den Ressourcen dieser Welt sollte auf jeden Fall unsere Maxime sein, aber es gibt eben auch technische Grenzen dessen, was umsetzbar ist.
                Und ich (persönlich) denke, dass noch viel machbar ist, ohne die Lebensqualität der Menschen zu beschneiden. Ich könnte z.b. meine Arbeitszeit, die ich im Home Office verbringe, deutlich steigern. Dies würde eines unserer Fahrzeuge obsolet machen, was sicherlich ein Fortschritt ist.
                Aber diese Entscheidung liegt leider nicht bei mir – auch wenn ich hoffe, das in absehbarer Zeit eingesehen wird, dass Menschen nicht dauerhaft an einen gewissen Ort kommen müssen, um ihre Arbeit zu verrichten :-)

          5. stefan

            Sehe ich nicht so. Meine Eltern haben das Haus von ihren Eltern geerbt. Man verkauft seine Erinnerungen nicht mal eben so. Deswegen ist das schon ein wichtiger Punkt mit ÖNV.
            Aber ich mag nicht diese krasse Schwarz-weiß-Denken von euch Minimalisten. Man kann doch auch anderweitig über Alternativen nachdenken; und sei es eine Fahrgemeinschaft auf dem Dorf etc. Alles muss immer gleich verteufelt werden!

            1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

              Hallo Stefan, wieso siehst du mich als „Minimalist“? Schräg….

              Und du schlägst als eine Lösung Fahrgemeinschaften vor – als Verbesserungsvorschlag für mein Kommentar, in dem ich schreibe: „Aber auch dann würde ich persönlich Car-Sharing und Fahrgemeinschaften dem Privatbesitz eines eigenen PKWs mehr als vorziehen.“

              Nichts wird verteufelt. Es wird einfach ruhig und vernünftig angeschaut und abgewogen.

      2. Manuela Zirngibl

        Pedelecs können für „Landeier“ wie mich eine gute Alternative zu Auto und ÖPNV sein. Wir leben mit zwei Kindern und zwei führerscheinlosen Senioren auf dem Land und müssen täglich 50 km zur Arbeit fahren. Seit anderthalb Jahren erledigen wir immer mehr Fahrten mit dem Pedelec. Ganz ohne Auto wird es wohl nicht gehen, aber es ist spannend, die Grenzen auszuloten. (siehe mein Blog „www.pfitscherpfeil.com“)

    1. E.Siemon

      Den Artikel finde ich super!!! Ich lebe in nicht selbst verschuldeter Insolvenz, komme damit aber gut klar. Ich habe noch nie Wert auf Luxus gelegt und nutze meine Geräte solange, wie sie mitspielen und sich nicht mehr reparieren lassen. Da ich 12 Stunden Dienst mache, fällt es mir ehrlich gesagt schwer, die Strecke (16 km) immer mit dem Rad zu fahren… ich habe einen Motorroller (Steuerfrei ) den ich hauptsächlich nutze um zur Arbeit zu kommen, auch im Winter. In der Nähe ist eine Kleiderkammer, wo ich öfter mal rein schaue und ich bin viel draussen in der Natur. Dort finde ich oft genug, um mich zu versorgen, gerade heute habe ich noch Holundersaft und Gelee gemacht.

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