Sinnvolle Vernetzung von Selbstversorger*innen

Michael Hartl
Von Michael Hartl
7. März 2013

Bei der Überschrift zwängt sich fast schon die Frage auf, wer das jetzt entscheidet, was sinnvoll ist und was nicht… Ich denke, sinnvoll ist alles, was für Dich zielführend und angenehm ist. Was ich in diesem Artikel kurz geben will ist ein Überblick über die Möglichkeiten zur Vernetzung, die ich gut finde und kenne. Ich freue mich über Eure weiteren Anregungen in den Kommentaren.

Reale Vernetzung vor Ort

Die wohl wichtigste und sinnvollste Vernetzung aus unseren Erfahrungen heraus ist die Vernetzung vor Ort. Von niemandem lernen wir mehr als von den teils älteren Bäuerinnen, Bauern und erfahrenen Gärtner*innen, die gerne ihre Erfahrungen weitergeben. Ich lerne derzeit zum Beispiel das Korbflechten. Oder Lisa und ich haben vor Kurzem gelernt, wie der Rebschnitt beim Wein funktioniert.

Und ohne die Zusammenarbeit und die Hilfe von Menschen, die hier schon deutlich länger leben als wir, würde so einiges nicht so rund laufen, wie es bisher läuft. Den ersten Winter hier hätten wir beispielsweise sicher gefroren oder viel Geld für Heizmaterial ausgegeben, wenn wir nicht so viel direkt verheizbares Holz bekommen hätten!

Eine Hand wäscht die andere und man hilft einander aus. Das ist wundervoll und so soll es sein.

Besucht Euch gegenseitig

Egal wie und wo ihr Euch kennengelernt und vernetzt habt – besucht Euch gegenseitig. Trefft einander und helft Euch. Das ist gemeinsames Entwickeln in Richtung Selbstversorgung. Denn diese Idee hat ja hoffentlich nichts mit Konkurrenz und Einzelgängen zu tun.

Schaut Euch um, wo es Veranstaltungen wie zum Beispiel unser Sommer-Camp gibt (dieses Jahr wieder im August – mehr Infos folgen in Kürze), oder veranstaltet selbst welche. Dieses persönliche Treffen, kennen lernen und gemeinsam lernen und arbeiten schafft eine ganz andere Ebene der Vernetzung. Hin zu echtem Austausch!

Mittagessen beim Sommer-Camp 2012

Digitale Möglichkeiten

Und um solche Veranstaltungen zu finden, zu bewerben oder sich einfach erstmal online zu beschnuppern gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Vernetzung im Internet. Ich picke ein paar heraus – auch wenn ich weiß, dass es viele weitere gibt. Hier aber nun eine Auswahl.

Netzwerk Selbstversorgung

Nachdem wir zunächst eine Art „Mini-Social-Network“ hier auf der Seite hatten – haben wir dies vor einiger Zeit ausgelagert. Mehr als 150 Menschen tauschen sich in der Facebook-Gruppe vom Experiment Selbstversorgung bereits zu etlichen Themen wie Gemeinschaftsleben, Gartenbau, Energie, Geld und Recycling aus. Fotos werden hochgeladen und Ideen diskutiert. Ein feiner Start, wie ich finde.

selbstvers.org

Das wohl bekannteste Selbstversorgungs-Forum im Netz. Verschiedenste Themenbereiche zu Garten, Haushalt, Körper und Seele werden diskutiert. Obwohl ich selbst nicht gerade ein Foren-Nutzer bin, schau ich bei Recherchen zu bestimmten Themen doch immer wieder mal gerne hier hinein. Denn über die Jahre entstand auf selbstvers.org ein gewaltiger Wissensfundus.

Und was noch?

Eine Art der Vernetzung ist natürlich auch das Lesen von Blogs und der Austausch dort in den Kommentaren. Oder in Gruppen auf Facebook.

Welche Möglichkeiten zur Vernetzung kennst oder nutzt Du noch? Rein damit in die Kommentare!

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

7 Gedanken über “Sinnvolle Vernetzung von Selbstversorger*innen

  1. Tobi

    Hi Jutta, Du hast vergessen? zu erwähnen, daß das

    Mitmachen bei WWOOF Deutschland ganze 18 Euro kostet, nur um so eine Adressenliste mit den entspr. Hofkontakten ansehen zu dürfen.

    Außer einem Bankkonto gibt es weder ein Büro noch sonstige Ansprechpartner dieser Vermittlungsstelle.

  2. JuttaJ

    Was ich aus eigener Erfahrung noch sehr empfehlen kann, sind Organisationen wie Wwoof oder HelpX. Der Grundgedanke ist der, dass man für einige Zeit, ein paar Wochen oder sogar Monate, als freiwilliger Helfer gegen Kost und Logie auf einem Biohof oder ähnlichem mitarbeitet. Nicht alle Hosts da haben Selbstversorgung zum Ziel, gerade bei HelpX gibt es sehr unterschiedliche Jobbeschreibungen, von AuPair bis Zimmermädchen, aber die meisten haben schon eher was mit alternativer Landwirtschaft und Selbstversorgung zu tun. Mit ein bisschen suchen findet man da immer interessante Leute, von denen man sehr viel lernen kann. Ich war als HelpXer einige Monate in Kanada und habe enorm viel gelernt (Käse machen, Ziegen melken, biodynamische Komposthaufen anlegen um nur einiges zu nennen).

    Jetzt lebe und arbeite ich selbst dauerhaft in einem Seminarhaus, das auch Helfer aufnimmt und lerne die Sache auch von der anderen Seite, als Host, kennen und auch da ist es so, dass die Helfer sehr viele Erfahrungen und Impulse mitbringen. Es entsteht meistens ein wirklich interessanter Austausch.

    1. jana

      jep, ich schliesse mich jutta mal an.. und ergaenze :)

      wir (momentan 2) haben ein sehr baufaelliges haus "geerbt", mit ein bisschen garten, viel arbeit und selbstversorgenden freunden in der naehe.

      wir haben uns jetzt auf die wwoof-liste setzen lassen. hoffentlich bringt das liebe menschen hierher ins nirgendwo zwischen emsmuendung und hollaendischem friesland :)

      also, nochmal zum merken: wwoof hilft auch..

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