Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Hirsemilch selbst machen

Oder: Wie aus Hirse ein leckerer und gesunder Pudding wird!

Pia Selina Damm
Von Pia Selina Damm
29. Juni 2016

Hirsemilch selbst machen? Wie Du Hafermilch und Sojamilch recht schnell selbst machen kannst, haben Michael und Lisa bereits beschrieben. Ich habe mich daran versucht, Hirsemilch herzustellen…

Wie sieht es wohl aus mit dieser „Milch“sorte? Ist das Prinzip der Herstellung das gleiche?

Hirse – eine Gesundheitsbombe

Nur kurz generell zwei Sätze zur Hirse. Sie ist scheinbar neben lecker (wie ich finde) auch mega gesund und hat von allen Getreidesorten den höchsten Mineralstoffgehalt! Ein Hirsebrei hilft bei Magen-Darm-Beschwerden sowie bei der Stärkung des Immun-Systems. Die grüne Speisekammer schreibt über sie unter anderem:

„Hirse erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit, denn sie enthält viele wichtige Nährstoffe. Wie alle Getreidesorten ist sie reich an Kohlenhydraten. Zudem ist sie ein guter Lieferant für Magnesium, Kupfer, Mangan, Silizium, Phosphor, Vitamin B1 und B6 und ist außerdem Spitzenreiter im Eisengehalt, verglichen mit anderen Getreidesorten.“

Hirsemilch selbst machen – die Schritte

Im Grunde ist die Herstellung wie jene von vielen (allen?) anderen Pflanzenmilch-Sorten. Du brauchst:

  • Hirse
  • Wasser
  • einen Topf
  • einen Mixer (und Strom :D)
  • ein möglichst feines Sieb oder am besten ein Abseihtuch

Die Hirse in einen Topf geben, so viel Wasser zu geben, sodass sie gut bedeckt ist und köcheln lassen. Du kannst die Hirse auch über Nacht einweichen, dann sparst Du Dir einiges an Kochzeit (Ich hatte es leider vergessen). Immer wieder umrühren und gegebenenfalls Wasser zu geben – Hirse quillt sehr stark auf, ich war verwundert wie viel Wasser ich immer wieder zu geben konnte.

Nach so guten 30 Minuten sollte sie gut durchgekocht sein, immer mal probieren. Dann etwas abkühlen lassen. Anschließend Hirse und Wasser in den Mixer geben. So circa ein Teil Hirse und sechs Teile Wasser. Also nicht zu viel Hirse nehmen, um noch Platz im Mixer zu haben ;)

Hirsemilch selbst machen: Weckglas mit Hirse befüllt

Und nun der Part, der etwas knifflig ist und für den ich noch keine zufrieden stellende Lösung gefunden habe: Das Abseihen. Klar, ein Abseih-/ Käsetuch ist da natürlich die einfachste und geschickteste Variante – doch was tun, wenn mensch grad keins hat? hm… Ich habe verschiedenes ausprobiert.

Geschirrtuch

Zunächst dachte ich: Achwas, mit einem normalen Abtrockentuch geht das sicher genauso gut. Allerdings ist nicht wirklich viel durchgetropft… Vielleicht war es auch meine Ungeduld, die dem Geschirrtuch unrecht tat. Jedenfals entschied ich, dass es für mein Vorhaben nicht geeignet ist.

Der Versuch: Geschirrtuch als Abseihtuch verwenden

Kaffeefilter

Okay, dann dachte ich: Ein Kaffeefilter – meine Lösung! Doch schnell stellte ich fest, dass hierdurch noch weniger durchfließen wollte… Ein Tropfen pro drei Sekunden, so ungefähr lief das ab…

Sieb

Letztendlich habe ich dann ein (leider zu grob maschiges) Sieb zur Hilfe gezogen. Dementsprechend wenig ist hängen geblieben. Und dementsprechend viel setzt sich nach einiger Zeit wieder ab. Nach Abseihen der Hirsemilch kam sie in den Kühlschrank und am nächsten Morgen schien mir, dass die fein pürierten Hirseteile und das Wasser fast vollkommen getrennt waren…

Versuch: Abseihen der Hirsemilch durch ein Sieb

Nun ist die Frage: Liegt das wirklich nur am mangelhaften Abseihen? Oder habe ich vielleicht auch zu wenig püriert oder liegt es an was ganz anderem?

Der Geschmack

Na ja, seis drum: Vorm Trinken kann mensch ja auch umrühen oder schütteln – steht ja sogar oft auch auf den gekauften Tetrapacks ;) Entscheidend ist ja vor allem der Geschmack. Wie ist sie denn nun geworden, die Hirsemilch?! Im Grunde schmeckt es halt wie sehr verdünnter, pürierter Hirsebrei – wie Hirse mit Wasser… Ist nicht unbedingt mein Favorit unter den Pflanzenmilchsorten, doch im Müsli oder mit Kakao gemischt oder vielleicht auch zum Backen kann ich es mir durchaus vorstellen :)

fertige Hirsemilch in Kannen

Das Abgeseihte bei Pflanzenmilch ist noch genauso verwendbar wie die Milch anschließend. Doch da ich nur das Sieb hatte, ist gar nicht soo viel übrig geblieben – es waren so maximal fünf Löffel voll. Ich hatte jedoch einen ganzen Topf Hirse gekocht und wollte nicht auch allem Milch machen. Ursprünglich dachte ich, dass ich dann aus dem abgeseihten Rest einen Aufstrich mache. Aufgrund der geringen Menge entschied ich mich dann kurzerhand um und beschloss noch ein bisschen mit der übrigen gekochten Hirse zu experimenteiren.

Das tollste Ergebnis: Hirsepudding!

Und schlussendlich: Das, was mich an meinem Hirsemilch-Experiment am meisten erfreut hat, ist der Hirsepudding! Es geht so einfach und bekommt eine richtige Puddingkonsistenz. Ich bin noch immer ganz aufgeregt und verwundert :D

Da wir in Vorbereitungen für einen veganen Brunch waren, hatte ich noch etwas Glasur von einem Schokokuchen übrig, bestehend aus Kakaobutter und Kakaopulver. Allerdings nicht viel. Das habe ich mit einem Großteil der gekochten Hirse, etwas Wasser, noch mehr Kakaopulver und Agavensüße püriert im Mixer. Und fertig! Je nachdem, wie viel Wasser zugegeben wird, entsteht eine sehr cremige oder eine festere Masse. Ich habe noch eine herzhafte Kräuter-Crème gemacht aus Hirse, Salz, Pfeffer und Kräutern und sie wurde so fest wie geschlagene Sahne – Ich konnte den Mixer auf den Kopf stellen und es ist nichts ausgelaufen.

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus – fein püriert, ohne Stückchen hat der Hirsebrei echt die Konsinstenz von Pudding. Sooo lecker! Und dazu noch variabel in allen Geschmacksrichtungen, wow!
Der Pudding fand dann natürlich auch seinen Platz auf dem Buffet-Tisch von unserem veganen Mitmachbrunch :)

Bist Du auch experimentierfreudig?

Hast Du auch schon Experimente mit Hirse hinter Dir? Oder bereits versucht, Pflanzenmilch selbst herzustellen? Worauf gilt es zu achten? Wie zufrieden bist Du mit Deinen Versuchen? Ich freue mich über Austausch in den Kommentaren! :)

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Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!

16 Gedanken über “Hirsemilch selbst machen

  1. Eichhörnchen

    Das ist ein wunderbarer Pudding!
    Ich habe noch ein bisschen weiter experimentiert: Ich habe der fertig gekochten Hirse noch mehr Wasser zugegeben und (inspiriert von Lisas Rhabarberkuchen-Rezept) Haferflocken mitgekocht (vielleicht Hirse 2:1 Haferflocken oder so), das ganze püriert, gesüßt und mit Zimt gewürzt. Man kann das dann in eingefetteten Gläsern/Tassen erkalten lassen und stürzen wir kalten Pudding, die Haferflocken machen es fest! Dazu Apfel/Birnen/Früchtemus…leckerlecker!!

  2. Claudi

    Hallo,

    ich hab letztes Jahr Hirsemilch gemacht und kann mich nicht mehr ganz genau dran erinnern. Aber ich meine, gelesen zu haben, dass man die Hirse vorher nicht kochen sollte (hab ich auch nicht), vll kommt daher, dass sie sich bei dir so absetzt hat?
    Ich bin mir auf jeden Fall sicher, einfach Hirsekörner und Wasser in den Mixer getan zu haben (leider weiß ich aber das Mengenverhältnis nicht mehr…).
    Ich fand`s ganz lecker, aber mein Freund hat es zu sehr nach Hirse geschmeckt, deswegen gab es bis jetzt keine Wiederholung ;)

    lg,
    Claudi

    1. Pia Selina DammPia Selina Damm Beitrags Autor

      Echt? Das klingt ja spannend!
      Hat da vielleicht noch wer Erfahrung mit, ob das auch mit ungekochter Hirse geht?
      Würde mich voll interessieren… Oder ich probiers einfach mal aus! ;)
      Kanns mir grad irgendwie noch nicht so ganz vorstellen, denn Reis, Hafer etc. werden ja auch vorher gekocht…
      Danke auf jeden Fall für die Perspektive! :)

  3. Merle

    Das klingt nach einer super leckeren Idee, die ich gerne einmal ausprobieren werde!

    Was ich mich häufiger frage, ist, inwiefern ich so etwas auch ohne Mixer hinbekommen könnte (also mal abgesehen von einem Fahrrad-Mixer).
    Hat hier jemand Ideen, was man an Küchengeräten (Stampfer? Mörser?) verwenden könnte, um eine ähnliche Konsistenz bei solche einem Pudding oder auch Obstmixgetränken zu erhalten? :)

  4. Maria

    Hirsemilch selbst machen

    „Im Grunde ist die Herstellung wie jene von vielen (allen?) anderen Pflanzenmilch-Sorten.“

    Nun da ist doch EIN entschiedender Unterschied zu Mandel- oder Chufamilch,
    die haben nämlich Rohkostqualität während die Hirse gekocht wird.

    Das ändert aber nix an der Leckerkeit der Hirse, die auch gut schmeckt mit Kokosöl und Kakao.

  5. Anne Thorand

    Ich hab neulich einfach einen Damenstrumpf/ Strumphose genommen – ging super zum Abseihen und lässt sich auch gut wieder auswaschen! (Und nein, der war vorher nicht getragen, das war ein einzelner, weil ich den anderen mal für was Anderes gebraucht hatte!)

  6. Sabine Dietzler

    Das klingt mal lecker und wird ausprobiert!
    Als Mehrfachmama hab ich natürlich jede Menge Mullwindeln zuhause, mit denen man hervorragend Milch abseien kann. Zumindest bei der Sojamilch klappt es super. Ich hab die Milch immer 2mal durchlaufen lassen. Die Dinger kosten nicht viel und gibts in jeder Drogerie.

  7. Franz

    danke für die tolle anregung!! hirse ist gern gesehener gast in meiner küche und recht günstig, auch gut wie reis zu verwenden ;) ich finde übrigens eine leckere heimische alternative zu kakao oder kaffee ist pflanzenmilch mit zuckerrübensirup, der ja sehr karamellig. mmmmh. wachmacher ist es halt inhaltlich keiner, aber rituell und motviationsgeber durch gemütlichkeit :)

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