Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

People care: Sorge tragen für die Menschen

Losgehen in ein neues Miteinander!

Pia Selina Damm
Von Pia Selina Damm
19. Februar 2015

Mit der Permakultur-Ethik möchte ich dazu anregen, sich mal außerhalb der gewohnten Denkstrukturen zu bewegen.
Ein Umdenken in unserem sozialen Miteinander ist unbedingt notwendig: Wir sollten unser Leben nicht danach ausrichten, dem BIP dienlich zu sein und das Wachstum anzuregen, auch wenn wir danach sozialisiert und schon im Kindergarten mit Englisch-Lernen darauf vorbereitet werden. Diese Sozialisation unterstützt Ausbeutungs- und Diskriminierungsmechanismen und schon sind wir gefangen im Teufelskreis.

Wer traut sich auszubrechen?

Dieses tägliche und unreflektierte auf Konkurrenz basierte Handeln geht in unsere Köpfe über, ohne dass wir es merken. Auch in vermeintlich banalen Angelegenheiten wie einer Unternehmenstruktur, spiegeln sich Denkstrukturen wieder: Folgt das Unternehmen dem Konzept der Solidarischen Ökonomie oder der Gemeinwohlökonomie? Oder ist es eher ein auf Wachstum basierendes Unternehmen, da es – wie uns suggeriert wird – scheinbar keinen anderen Weg gibt, um die eigene Existenz zu sichern?

Es ist nicht verwunderlich, dass Ausbeutung, Herrschaftsstrukturen, Krieg und Diskriminierung mehrheitsgesellschaftlich gelebt werden. Denn was lernen unsere Kinder? Konkurrenzfähigkeit. Um all den genannten Missständen vorzubeugen, wäre allerdings die Vermittlung von Werten, Kooperationsfähigkeit und Empathie von entscheidender Bedeutung.

Bild einer Filmszene aus "alphabet": Kinder des Waldkindergartens Waldfexxx in Krems sitzen im Wald und spielen.

Filmszene aus „alphabet“

Und was hat nun „people care“ damit zu tun?

Dieser Teil der Ethik fragt nach dem sozialen Miteinander und wirft dahin gehend verschiedene Fragen auf: Wie möchten wir zusammen leben? Wie können wir unser Gemeinschaftsleben möglichst nachhaltig, wertschätzend und diskriminierungsfrei gestalten? Wie können die Bedürfnisse aller Menschen respektiert und erfüllt werden?

Es geht auch darum, die eigene Selbstwirksamkeit zu erkennen und aktiv zu werden. Verantwortung zu übernehmen und nicht abzuwarten, bis „die da oben“ etwas bewegen. Der Ökonom Prof. Dr. Niko Paech schreibt in „Befreiung vom Überfluss“ passend: „Keine demokratisch gewählte Regierung eilt einem gesellschaftlichen Wandel voraus, sondern immer nur hinterher, um kein Risiko einzugehen“.

Selbst ist der Mensch!

Um der Demokratie-Diskussion vielleicht etwas vorzubeugen – Die Kernaussage dessen ist: Von der Politik ist wenig bis nichts zu erwarten. Einfach mal selbst los legen! ;)

Patrick Whitefield schreibt im „Earth Care Manual“ dazu:

„It is about making changes in our own lifestyles rather than demanding that others do it for us“.
(Eigene freie Übersetzung: „Es geht vielmehr darum, Veränderungen in unserer eigenen Lebensweise zu machen, anstatt andere zu bitten, sie für uns zu machen.“)

Wenn wir vor Problemen oder Herausfordungen stehen, sollte unsere erste Reaktion also nicht sein: „Etwas muss getan werden!“, sondern „Was können wir tun, um zur Veränderung beizutragen?“.

Suffizienz und die Frage nach gutem Leben spielen eine entscheidende Rolle: Sich klar zu werden, dass nicht-materielles Wohlbefinden einen großen Stellenwert hat, in der Mehrheitsgesellschaft aber nahezu vollkommen vernachlässigt wird. Da geht es nur noch darum, die eigenen Bedürfnisse durch Konsum zu befriedigen. Dass das oftmals überhaupt nicht möglich ist, verdeutlicht vielleicht ein Blick auf die sozialen Bedürfnisse…

Soziale Grundbedürfnisse

Im 72 Stunden-Kurs lernten wir die sechs sozialen Grundbedürfnisse kennen, die die Quintessenz der Bedürfniskonzepte verschiedener Theoretiker*innen sind.
Ich denke, wenn du kurz nachdenkst, bevor du weiter liest, kommst du vermutlich auf ganz ähnliche Begriffe… Das kannst du gerne an dieser Stelle ausprobieren und mit uns in den Kommentaren teilen, wenn du magst!

Die sechs Grundbedürfnisse, die wir kennen lernten, sind:

  • Liebe – wer hätte das gedacht? ;)
    Es geht vor allem darum, das Gefühl zu bekommen, gemocht und angenommen zu sein, unabhängig von irgendwelchen Leistungen. Einen leistungsfreien Selbstwert zu haben.
  • Anerkennung – Anerkennung bekommen für das, was du tust oder für Fähigkeiten, die du hast. Hier gibt es meiner Ansicht nach auch eine „Schein“-Anerkennung: Beispielsweise, wenn ein gesellschaftlich angesehener Beruf ausgeübt wird, wird dieser Person meist automatisch Anerkennung geschenkt. Personen mit weniger anerkannten Berufen hingegen werden eher stigmatisiert.
  • Sicherheit – Kann durch Verschiedenes erreicht werden: Durch eine Aufgabe, die mir Sicherheit gibt, durch einen geschützten Raum, der von anderen geachtet wird, und vieles weitere.
  • Orientierung – Hier geht es auch um Lebens- und Lernanliegen. Kann ich einen Bezug herstellen zwischen meinem momentanen Tun und meinem Lebensanliegen, dann kann das Orientierung geben. Genauso können andere Personen Orientierung schenken.
  • Autonomie – Unabhängigkeit, die eigene Identität und Individualität zum Ausdruck bringen. Eigenständig sein in Entscheidungen und Handlungen.
  • Sinnvolles Tun – Das Bestreben, unserem Leben einen Sinn zu geben. Was kann ich bewegen? Selbstwirksamkeit erkennen und das eigene Wirken in der Welt wertschätzen.

Dass wir diese Bedürfnisse nicht durch das neue Smartphone stillen können, dürfte theoretisch klar sein. Dennoch wird es versucht. Im Konsumwahn, immer mehr zu haben, reicher zu werden, werden Produkte angehäuft und führen dazu, dass wir immer unglücklicher werden, ob der Zeit, die uns davon rennt. Irgendwie kommen wir nicht dazu, all diese Dinge auch zu benutzen. Aus Frustration wird noch mehr konsumiert und wir enden in einem „Hamsterrad der Selbstverwirklichung“ – eine anschauliche Metapher, die Prof. Dr. Niko Peach verwendete.

Haben oder Sein?

Einerseits verschwinden durch das starke Konsumieren die oben genannten Bedürfnisse nicht. Andererseits kommt womöglich sogar noch der Faktor Stress dazu, da seltsamerweise gar keine Zeit bleibt, um sich all den materiellen Konsumgütern zu widmen. Im Endeffekt mündet das Ganze häufig in einer Spirale der Frustration. Es muss mehr gearbeitet werden. Klar, oder? Denn wie wird mensch Frustration los? Durch konsumieren! Und dazu braucht mensch Geld, für das sie oder er arbeiten muss.

Jede*r Deutsche*r besitzt durchschnittlich 10.000 Dinge – denen können wir gar nicht allen unsere Aufmerksamkeit schenken, denn von einer Ressource hat jeder Mensch gleich viel: der Zeit.

Hierzu passt die Frage, die schon Erich Fromm in einem sehr zu empfehlenden Buch umfangreich beantwortet hat: „Haben oder Sein?“. In dem Buch geht er unter anderem darauf ein, was mit uns passiert, wenn wir sind, was wir haben, und dann unseren Besitz verlieren. Was sind wir dann noch?

People care bei Permakultur-Projekten

Durch diesen Teil der Ethik wird bei Projekten die soziale Dimension mit gedacht, denn sie spielt eine große Rolle. Ich erlebe immer wieder, dass vor allem während Planungsprozessen eine wertschätzende Kommunikation essentiell ist, um in einen intensiven gruppendynamischen Prozess einzusteigen, in welchem jede*r gehört wird.

Durch Kommunikationsregeln und -methoden können die Atmosphäre, Stimmung und mögliche Rollenverteilungen aufgelockert werden. Wenn wir wertschätzend miteinander umgehen, ist dies für den gesamten Planungsprozess und uns am nachhaltigsten.
Ähnliches gilt für Gemeinschaften, allerdings in einem viel längeren und intensiveren Kontext. Die Fragen „Was sind unsere Bedürfnisse als Menschen? Wie können wir nachhaltig zusammen leben?“ geben eine gute Orientierung.

Ist „people care“ nicht auch „earth care“?

Meiner Ansicht nach ist „people care“ irgendwie auch ein Teil von „earth care“, da es in dieser darum geht, die Bedürfnisse und Rechte aller Lebewesen zu respektieren. Deswegen bin ich mir noch unschlüssig, was ich von dieser Einteilung halten soll. Einerseits fühlt sich diese Trennung für mich anthropozentrisch an.

Auf der anderen Seite wird mir vor allem in Bildungs- und Gemeinschaftskontexten immer wieder bewusst, wie wichtig die nachhaltige und kooperative Gestaltung unseres gesellschaftlichen Miteinanders ist. Wir sollten also versuchen, die Ursachen komplexer gesellschaftlicher Missstände zu erkennen. Hierfür scheint für mich die extra Unterteilung doch recht sinnvoll zu sein.

Was denkst du?

Hast du dir vor dem Weiterlesen für dich selbst Gedanken über deine sozialen Bedürfnisse gemacht? Oder kamen dir so wie so ganz spontan welche in den Kopf? Mich würde interessieren, ob du ein Bedürfnis gefunden hast, welches vollkommen von den oben genannten abweicht. Ab in die Kommentare damit! ;)

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Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

12 Gedanken über “People care: Sorge tragen für die Menschen

  1. Mara

    Hey,
    mir ist beim Lesen in der Auflistung der Bedürfnisse unter dem Punkt „Anerkennung“ der Begriff der „Schein“-Anerkennung aufgefallen.
    Gerade heute morgen habe ich erfahren, dass ich mein Abitur bestanden habe, und mir fiel der Zettel/“Schein“ ein, auf dem die Noten aufgeführt waren – ebenfalls eine „Schein“-Anerkennung? :-D
    Nun fühle ich mich zwar nicht viel schlauer/weiser als vor den drei Jahren der Abiturvorbereitung, aber immerhin wusste ich, dass ich als Abiturientin mehr Anerkennung in der Gesellschaft ernten werde als ein Mensch mit einem niedrigeren Abschluss.
    Nach dem Lesen dieses Artikels bin ich jedoch nicht so sicher, ob ich darauf so stolz sein will… :-/

    1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

      Liebe Mara, spannende Gedanken, die du beschreibst. Danke dir sehr für diese und deine offenen Reflexionen!
      Nimm dir auf jeden Fall so viel Zeit, wie du brauchst, um dich zu orientieren. Vielleicht können dir die folgenden Fragen dabei helfn:
      1) Was sind deine Herzensthemen? (Also welche Themen bewegen dich?)
      2) Was motiviert dich (aktiv zu sein)?
      3) Was hinder dich daran? Wo siehst du Stolpersteine?

      Nicht nur Anerkennung ist eines unserer sozialen Grunbedürfnisse, sondern auch Orintierung und sinnvolles Tun :) Viel Freude beim Entdecken deiner Talente!

    2. Sarah

      Hi Mara,
      ich bin Sarah und ich kann so gut verstehen was du mit dem Noten“Schein“ meinst! Auch ich habe heute meine Abiturergebnisse bekommen und ich muss sagen, dass dem ein blöder Nachgeschmack mitklang als ich ihn bekommen habe. Zur Erklärung: Ich setzte mich wirklich noch nicht lange mit Themen wie Selbstversorgertum, Leben ohne Geld oder Leistungsdruck von außen auseinander, denn ehrlich gesagt war ich immer eine recht gute Schülerin und kam in dem momentanen System sehr gut zu Recht, auch da mein Vater ziemlich wohlhabend ist. Aber das hat sich ein bisschen verändert, v.a. da ich in der letzten Zeit angefangen habe, mich deutlich mehr für Umweltschutz und Ausbeutung zu interessieren, denn eigentlich soll ich mal BWL studieren, was mir aber recht schwerfällt, da ich wahrscheinlich etwas naiv aber v.a. sehr idealistisch über 3. Welt-Probleme, Umweltschutz und Umgang mit anderen denke. Wie bist du dazu gekommen, dich damit zu beschäftigen? Und womit habt ihr, die schon etwas länger dabei sind, angefangen? Denn momentan fühle ich mich etwas verlogen, denn einerseits bin ich gegen die Ausbeutung anderer, freue mich aber trotzdem über neue Kleidung, mein Motorrad oder günstige Preise… Geht euch das auch manchmal so? Und womit habt ihr bei Reduktion und Lebensumstellung angefangen?
      Vielen Dank für Antworten
      Sarah

      1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

        Liebe Sarah, danke auch dir für deine Gedanken!
        Ich kann deine Ambivalenz gut nachvollziehen. Eigentlich möchten wir leidfrei handeln, es ist aber in einer Gesellschaft, die auf Ausbeutung beruht, nicht gerade einfach. Die erste Frage, die ich mir gestellt habe, ist die der Suffizienz: Was brauche ich eigentlich wirklich? Was bedeutet ‚gutes Leben‘ für mich?
        Vieles, von dem, was wir brauchen, brauchen wir nicht neu zu konsumieren, sondern wir können Vorhandenes nutzen. Jede*r Deutsche kauft beispielsweise durchschnittlich im Jahr 40-70 neue Kleidungsstücke (das entspricht 12kg Stoff). Unglaublich – so viel können wir gar nicht nutzen. Es gibt dazu ja schon die schöne Alternative der Umsonstläden oder Kleiderschenkpartrys, bei denen Menschen all ihre Kleidung hinbringen, die sie nicht mehr brauchen oder sich einfach das nehmen, was sie momentan benötigen.

        Wenn es Dinge gibt, die du brauchst oder meinst zu brauchen, die du nicht über Vorhandenes organisieren kannst, hast du die Möglichkeit, sozial gerechte und ökologisch vertretbare Produkte zu konsumieren. Die scheinen vermutlich erstmal teurer zu sein, allerdings
        a) wirst du vermutlich generell weniger konsumieren (müssen), wenn du den Weg wählst, erstmal Vorhandenes zu nutzen.
        b) Ist der Preis der „unnachhaltigen“ Produkte nicht der tatsächliche Preis. Mitweltschäden sowie Ausbeutung von Mensch und Tier werden natürlich nicht eingrechnet.

        Angefangen habe ich persönlich im Bereich Kleidung und vor vier Jahren beschlossen, keine Kleidung zu kaufen.
        Weiter ging’s bei mir im Bereich der Lebensmittel. Ich find es sehr hilfreich, sich so vorztasten und nicht alles aufeinmal umstrukturieren zu wollen – das kann leicht überfordern.

        Viel Freude Dir beim Alternativen entdecken :)

  2. Anna

    Hallo , Ich finde deinen Beitrag sehr wertvoll , wir können uns nicht gut um sie Erde kümmern , wenn wir nicht vorher wieder mehr Empathifähigkeit entwickeln.

    Ich möchte in dem Zusammenhang noch zwei tolle Bücher empfehlen:

    Miteinander von Jesper Juul
    Wie Kinder heute wachsen von Gerald Hüther

    liebe Grüße

    Anna

    1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

      Liebe Anna, danke dir sehr für deine Ideen und Empfehlungen.
      Gerald Hüter kenne ich. Jesper Juul nicht… Das Buch „Miteinander“ klingt sehr spannend. Hast du mit den Methoden zur Schulung der Empathie schon Erfahrungen gesammelt? Würde mich sehr interessieren :)

  3. wildewoelfin

    Veränderung beginnt bei uns – bevor wir die Welt retten können, müssen wir das erst ein mal für uns und unsere Lieben tun… und daran scheitern ja schon viele Menschen, denn das bedeutet, dass wir ehrlich mit uns umgehen müssen. Schenke ich meinen Mitmenschen Liebe, Anerkennung und Sicherheit? Gebe ich ihnen die Möglichkeit sich zu Orientieren, autonom zu handeln und etwas sinnvolles zu tun? Wenn nicht, wie kann ich erwarten, dass andere dies für mich tun?

    Meiner Meinung nach, besteht eine große Aufgabe in „Achtsamkeit“ – für all diese Dinge… und für uns.
    Danke für diesen inspirirenden Beitrag – auch ich werde wieder etwas genauer hin sehen
    Ana

    1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

      Danke dir sehr für deinen Kommentar! Ich stimme dir auf jeden Fall zu, dass das neue Miteinander bei uns selbst beginnt. Denn: Wie können wir von anderen Veränderung erwarten, während wir selbst sie nicht authentisch leben? Achtsamkeit ist auch meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Werkzeug, um in ein neues Miteinander zu treten – und ich würde Empathie noch hinzu fügen :)

      Na dann, lass uns los gehen und die ersten Schritte tun! ;)

  4. Yadgar

    „Jede*r Deutsche*r besitzt durchschnittlich 10.000 Dinge – denen können wir gar nicht allen unsere Aufmerksamkeit schenken, denn von einer Ressource hat jeder Mensch gleich viel: der Zeit.“

    Ich bin gegenwärtig dabei, mein vollgestopftes Wohnklo zu renovieren – und bin schier entsetzt darüber, wieviel Zeug ich in den vergangenen 22 Jahren in diesen noch nicht einmal 70 Kubikmetern Lebensraum aufgehäuft habe! Hunderte Bücher, von denen ich die meisten nie gelesen habe (und womöglich auch nie lesen werde), Hunderte Schallplatten und CDs, Unmengen an Kleidungsstücken… und all dieser Krempel muss erst einmal in den (auch vorher schon nicht gerade leeren) Kellerverschlag ausgelagert werden, bevor ich überhaupt mit der eigentlichen Renovierarbeit anfangen kann!

    Mir wäre es lieber, wenn alles, was mir wichtig ist, in einen Rucksack passen würde und ich so das Leben eines digitalen Nomaden führen könnte – ein Fahrrad, ein Zelt, ein Schlafsack, ein Laptop. Immerhin besteht der größte Teil meiner „10000 Gegenstände“ aus Informationsträgern, ist also prinzipiell digitalisierbar – aber wie lange soll das dauern? Oder lüge ich mir damit auch nur in die Tasche und sollte vielmehr diesen ganzen Datenplunder ersatzlos verkaufen, verschenken oder schlichtweg entsorgen?

    1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

      Oh ja, ich verstehe dich gut! :)
      Das Gefühl, alles, was du brauchst, passt in einen Rucksack ist super befreiend. Als Tobi und ich im Sommer 2013 geldfrei losgereist sind Richtung Süden, war das toll: Ich habe mein Zimmer augelöst und die meisten Dinge verschenkt. Sehr befreiend! Und das, was übrig blieb ganz überschaubar in einem Wanderrucksack mit mir hreum geführt.
      Manchmal passiert es dann, dass sich die Dinge während der Reise wieder anhäufen! Wenn ich nicht gut aufgepasst habe, kam das wie von selbst… und schwupps wunderst du dich, wieso du nun plötzlich einen zweiten Rucksack brauchst…

      Zu deinem „Datenplunder“ würde ich sagen: Wenn es sich für dich unübersichtlich und belastend anfühlt, wäre eine Reduktion vermutlich eine Überlegung wert ;) Wenn es sich allerdings für dich befreit und strukturiert anfühlt, dass deine „10.000 Dinge“ digital sind – also vermutlich auch wenig bis keinen Platz wegnehmen und dich nicht belasten, ist das doch eine prima Alternative.

      Alles Liebe und viel Freude beim Entrümpeln! ;)

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