Next step: Italien

Und Du kannst beim Aufbau dabei sein!

Michael Hartl
Von Michael Hartl
6. Mai 2015

Es ist, wie zwei Welten. Eine pragmatische, in der ich Modelle suche, die jetzt sofort für möglichst viele Menschen umsetzbar sind. Und eine Welt, in der ich in einer Gemeinschaft mein Ideal lebe, naturnah, wild und weitestgehend autark.

Viele Jahre hab ich darüber nachgedacht, wie sich diese Wege vereinen lassen. Wie ich beides an ein und demselben Ort umsetzen kann. Mein Ideal leben und Mithelfer*innen an den Lernort kommen lassen. Kurse an meinem Ort der Stille, Kraft und Selbstversorgung veranstalten. Dieser Blog, betrieben aus meinem selbst erschaffenen Paradies heraus betreiben. All das waren Überlegungen. Und all das gab es die letzten Jahre und wird es auch an meinen zukünftigen Orten geben.

Aber zeitgleich hatte ich immer auch das Gefühl, mehr Menschen die Möglichkeit geben zu wollen, zu experimentieren. Wollte immer noch mehr mit Menschen in Kontakt stehen, mit denen ich all diese Themen besprechen, diskutieren, weiterentwickeln und mit viel Traktion in die Debatten einbringen kann. Und es hat sich lange nach zwei Wegen angefühlt, die sich gegenseitig ausschließen oder einen Kompromiss erfordern, der dann weder das eine, noch das andere ist.

Energie schenken, Energie bekommen

Und so werde ich beginnen, beide Wege zu gehen, nicht mehr einen verkrampften Kompromiss suchend, sondern zwei Wege aus vollster Überzeugung gehen. Und im Gehen wird sich der Weg zeigen. Es wird sich fügen, was noch unklar ist. Und wenn sich einer der Wege als falsch herausstellt, oder sogar beide, kann ich jederzeit einen neuen Weg einschlagen. Diese Freiheit gönn‘ ich mir. Weil ich es mir wert bin. ;)

Der eine Weg ist der, den ich anfangs als den pragmatischen Weg bezeichnet habe. Von dem ich überzeugt bin, dass er für die Gesellschaft viel bringt. Es ist der Weg, in Kontakt zu sein mit den Menschen, die sich für Alternativen zum aktuellen, gefährlichen Kurs der Gesellschaft interessieren. Es ist der Weg, auch Übergangslösungen aufzubauen und Anregungen und Räume für erste Schritte zu geben. Das ist mir wichtig und macht mir Freude. Und kostet mich doch auch Kraft.

toskanaDaher fühlt es sich als großartige Ergänzung an, den zweiten Weg nun parallel zu gehen. Einen Weg, der mir die Kraft für den anderen gibt. Auf dem Genügsamkeit, Ruhe und vor allem eine tatkräftige, liebevolle und vertraute Gemeinschaft sowie die Natur im Vordergrund stehen. Ein Weg, auf dem ich wild, zufrieden und vor allem einfach ich selbst sein kann. Und von dem Ort, an dem ich diesen Weg beschreiten werde, erzähle ich Euch zum Abschluss kurz.

Die Toskana ruft

Vor einigen Monaten hab ich zum ersten Mal Miriam und Daniel getroffen, die ich davor nur flüchtig über das Internet kannte. Die beiden teilen ganz viele Träume und Ansichten und Ideen mit mir. Und erzählten mir von einem Ort in der Toskana, den sie damals recht frisch gefunden hatten. Diesen empfinden sie als ideal für die Verwirklichung ihrer Träume, und darum wollten sie sich auch damals schon dort niederlassen. Und das haben die beiden mittlerweile getan und ich war mehrfach zu Besuch bei ihnen. Schon beim ersten Aufenthalt hier hab ich mich in einen ganz bestimmten Platz verliebt, an dem ich nun ein Paradies, einen Ruhe- und Kraftort aufbauen möchte: Die Castagnola.

Dieser Aufbau wird gemeinsam mit Silvio stattfinden, einem sehr guten und wunderbaren Freund. Wir werden mit unserem Lebensort eingebunden sein in ein Netzwerk aus ähnlich denkenden Menschen, die ebenfalls ansprechende Orte erschaffen möchten. Das sind Miriam und Daniel aber auch weitere Menschen, die sich zum Teil schon vor fünf Jahren dort niedergelassen haben. Gemeinsam fühlt es sich für uns alle immer mehr nach Gemeinschaft an, die wir auch gezielt zwischen uns entwickeln und fördern möchten.

Damit es in der Castagnola recht zügig los gehen kann, möchten wir Ende Mai / Anfang Juni zwei Pionier-Wochen veranstalten. In diesen werden wir alte, terrassierte Flächen von Brombeeren befreien und dort wieder Gärten anlegen. Wir werden damit an der Stelle starten, an der früher für viele Jahrzehnte der Gemüsebau an diesem alten Hof stattgefunden hat. Diesen Garten wieder zu reaktivieren und als Startpunkt für die Entwicklung hier zu nehmen, fühlt sich für uns sehr stimmig an. Gemeinsam werden wir diesen Garten dann mit einem natürlichen Flechtzaun umgeben und ihn beflanzen und einsäen.

Sei dabei!

Wir können tatkräftige Unterstützung brauchen, da wir gerade am absoluten Anfang stehen, was dieses Projekt angeht. Wir haben hier sicher noch keine vorzeigbare Infrastruktur, aber dafür umso mehr Motivation und Arbeit. Und die Teilen wir gerne! ;) Und zwar mit Dir!

Wenn Du mit uns ein oder zwei Wochen zwischen dem 25. Mai und 7. Juni anpacken möchtest, würden wir uns riesig freuen! Mehr Informationen dazu findest Du unter Pionier-Wochen in der Castagnola. Dort kannst Du dann über das Formular gerne deine Mithilfe ankündigen.

Alle Informationen zu den Pionier-Wochen ansehen!

Solltest Du zu diesem Zeitraum nicht können, aber prinzipiell Interesse haben, einmal hier zu helfen, trage Dich gerne in unseren Höfe-Newsletter ein:

[wysija_form id=“1″]
Bitte teile diesen Artikel, wenn er Dir gefallen hat!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

11 Gedanken über “Next step: Italien

  1. Karin K.

    Lieber Michael,
    deine neuen Pläne finde ich ganz toll und der Ort ist sicher traumhaft schön! Ich wünsche dir und deinen Freunden viel Freude bei der Umsetzung eurer Träume.
    Bei den Pionierwochen kann ich nicht mitmachen – mein Garten verlangt um diese Zeit meinen vollen Einsatz. Zum Termin eine kleine Anmerkung: „erwachsene“ Schüler und Studenten können um diese Zeit ja noch nicht, ist vor Ferienbeginn bzw. Semesterferien. Vielleicht könntet ihr für diese Leute noch einen Sommertermin anbieten?
    LG, Karin

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Liebe Karin,

      in dem Zeitraum haben etliche Menschen die Möglichkeit zu kommen, sind auch Ferien in manchen deutschen Bundesländern. Haben sich sehr viele Menschen gemeldet – also passt es schon so. :)

      Ob wir im Sommer nochmal ein oder zwei Arbeitswochen veranstalten, werden wir sehen…

  2. Uwe Berger

    Also die Suche nach ernsthaften Mitstreitern und/oder Menschen, welche die Brombeeren mit beseitigen und am Flechtzaun mithelfen ist doch nicht so w e i t voneinander entfernt. Es sei denn Ihr braucht lediglich Arbeitskräfte und ansonsten naturbelassene Einsamkeit. Das könntest Du dann auch ehrlich so schreiben. Die gegenseitigen Erwartungen sind es ja, welche sich erfüllen.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Ich glaube, Du beziehst Dich auf obiges Kommentar von mir, dass ich nicht glaube, dass die Suche nach ernsthaften Mitstreitern übers Internet läuft. Wenn ich damit richtig liege, dann bitte auch lesen, was ich in dem Kommentar weiter geschrieben habe:

      „Ich bin der Überzeugung, dass das Internet genial ist, uns ähnlich denkenden Menschen zusammen zu führen. Dann können wir uns kennenlernen, was idealerweise bei solchen Arbeitswochen, wie den jetzt geplanten möglich ist. Und dann wird man spüren, wie es sich anfühlt und wie man vorgehen möchte.“

      Ich habe nie aktiv Plätze gesucht, an denen ich leben möchte und nie aktiv Menschen gesucht, mit denen das klappen könnte. An diesen Ansatz glaube ich nicht. Menschen die wirklich so leben wollen, möchten das auch dann schon spüren und phasenweise erleben, wenn sie es selbst noch nicht zu 100 Prozent tun können. Deswegen treffe ich laufend phantastische Menschen an verschiedensten Plätzen, an denen ich mithelfe oder wenn Menschen mich irgendwo unterstützen. Und daraus kann irgendwas entstehen oder auch nicht. ;)

      Ich bin da eher absichtslos von meiner Grundhaltung her. Auch in Bezug auf „lediglich Arbeitskräfte brauchen“. So denk ich darüber nicht. Und so fühlt es sich nicht an. Menschen kommen für ein gemeinsames Ziel zusammen, erleben feine Tage, lernen alle voneinander und feiern das erreichte. Und alle sind gewachsen und die Welt hat sich ein Stück weit verändert. Mit dieser Einstellung gehe ich selbst an Orte, an denen ich helfe und mit dieser Einstellung empfange ich Menschen an meinen Plätzen. Dankbar und freudig erwartend, was wir voneinander lernen werden.

  3. Katharina Cont

    Lieber Michael,
    so ein schönes und vielversprechendes Projekt!!! Vor allem die Aspekte „vegan, gewalt- und drogenfrei“ finde ich super! Die „Castagnola“ wirkt auf den Fotos jetzt schon wie ein Paradies, kaum vorstellbar, wie schön das werden wird, wenn dort eine liebevolle Mensch-Natur-Symbiose eingegangen wird. :-)
    Ich wünsche euch alles Gute für dieses tolle Vorhaben und teile den Artikel gerne weiter – ihr findet bestimmt ein paar helfende Hände!
    Alles Liebe, Katharina!

  4. Pia Selina DammPia Damm

    Hej Michael, klingt super toll, was ihr vor habt. Ich bin sehr sehr gespannt, wie es weiter geht und was du so berichten wirst!
    Besonders schön finde ich die Komponenten, dass ihr das Projekt vegan, gewaltfrei und drogenfrei gestalten – spricht mir aus dem Herzen.

    Zu deinen zwei Welten: Verstehe ich auf der einen Seite, auf der anderen Seite sehe ich aber noch nicht so ganz die Diskrepanz. Das sind – würde ich meinen – auch meine Welten, allerdings verstehe ich nicht ganz, wo sie nicht miteinander gehen:
    Ein Ruhe- und Kraftort mit ähnlich denkenden Menschen und viel Natur kann doch gleichzeitig utopietaugliche Alternativen aufzeigen und in den Diskurs bringen und damit sehr gesellschaftsrelevant sein.
    Ich würde behaupten, dass ihr mit dem Projekt Castagnola beide Wege geht.
    Kann allerdings durchaus sein, dass ich es noch nicht ganz verstanden habe… ;)
    Mich bewegt Gemeinschaftsgründung und die Prozesse dahin momentan auch sehr, deswegen bin ich gespannt auf deine Antwort.
    Alles Liebe und viel Sonnenschein,
    pia

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Liebe Pia,

      ja, der Weg, wie wir ihn hier in der Toskana gehen werden, ist utopietauglich – aber für die Masse heute noch nicht alltagstauglich. Die meisten Menschen sind in Lebenslagen und/oder in Denkweisen, in denen sie nicht einfach so mal ein Projekt wie das oben beschriebene anpacken. Daher muss es Erfahrungsräume, Experimentierfelder und Lernorte geben, an denen Menschen neben dem bisher üblichen sich selbst und neue Handlungsweisen ausprobieren können. Das sind zum Beispiel Gemeinschaftsgärten oder Tauschkreise.
      Mein Lebens- und Ruheort, so wie ich ihn mir vorstelle, ist aber kein Gemeinschaftsgarten, etc.

      Verständlicher? :)

      1. Pia Selina DammPia Damm

        Danke für die Erklärung. :)
        Ja, verstehe ich auf jeden Fall und sehe ich genau so.
        Allerdings denke ich, dass Experimentierfelder und Lernorte nicht ausschließlich Gemeinschaftsgärten oder Tausch-/Schenkkreise sein müssen, sondern, dass auch durch ein „größeres“ Projekt, dass ja aus vielen kleinen besteht Lernorte werden können.
        Deswegen können die beiden Wege schon potenziell vereinbar sein, dafür müsste der Ort dann aber womöglich zentraler liegen (aber auch nicht „zu“ zentral“, damit es noch ein Ruheort bleibt).

        Ich bin auf jeden Fall gespannt, was du noch so erzählen wirst :)

  5. Karl Löffler

    lieber Michael, wir „kennen“ uns flüchtig aus dem Netz. Erst einmal ohne viel Worte, da ich vermutlich alles oder vieles Teile was Eure Pläne betrifft.
    Angenommen wir verstehen uns blendend und mir sagt alles zu, sucht Ihr noch ernsthafte Mitstreiter, aber dann für immer.
    Wenn ja, können wir alles wichtige austauschen.
    Bis bald und liebevolle Grüße von Karl aus Dresden

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Lieber Karl,

      ich glaube nicht, dass eine Suche nach ernsthaften Mitstreiter*innen einfach so übers Internet klappt. Dazu hab ich das zu oft versucht…

      Ich bin der Überzeugung, dass das Internet genial ist, uns ähnlich denkenden Menschen zusammen zu führen. Dann können wir uns kennenlernen, was idealerweise bei solchen Arbeitswochen, wie den jetzt geplanten möglich ist. Und dann wird man spüren, wie es sich anfühlt und wie man vorgehen möchte.

      Alle Infos zu den geplanten Arbeitswochen unter Pionier-Wochen in der Castagnola.

Schreib uns Deine Meinung!

Wir freuen uns darüber, dass du zum Thema beitragen willst.

Mit dem Absenden dieses Kommentars akzeptierst du die Kommentar-Richtlinien.

Abonniere unseren Artikel-Newsletter!

Schreib dich jetzt in unseren kostenlosen Artikel-Newsletter ein und du bekommst wie 8.900 andere Leser*innen einmal die Woche einen Überblick über unsere neuesten Artikel: