Neues Beet ohne Umgraben anlegen

Michael Hartl
Von Michael Hartl
5. Oktober 2011

Da wir mit unserem Umzug im Sommer hier die Größe der dadurch wieder entstandenen Gemeinschaft verdoppelt haben (wir leben jetzt zu viert hier), sind natürlich weitere Beete nötig, damit wir hier weiter an unserem Ziel der möglichst umfassenden Selbstversorgung arbeiten können. In wenigen Jahren möchten wir zum Beispiel auch unser benötigtes Getreide vollständig selbst anbauen und verarbeiten.

Der erste Schritt, bevor irgend etwas angebaut werden kann, ist aber das Urbarmachen von Land. Also die „Verwandlung“ von Grasland in Ackerfläche oder eben ein Beet.

no digging, no work

Viele Menschen, die an Permakultur interessiert sind, stoßen früher oder später auf eine oft erwähnte Methode. Das Anlegen neuer Beete durch Mulchen des Graslandes. In letzter Zeit habe ich negative Berichte dazu gelesen. Da wir hier aber so arbeiten – und in dieser Gemeinschaft hier in den letzten zehn Jahren nahezu alle Beete so angelegt wurden – möchte ich dazu unsere Ideen schreiben, denn wir sind absolute Anhänger*innen dieser Methode.

Natürlich darf man nicht den oft gemachten Fehler begehen, die vom Mulchverfechter Masanobu Fukuoka als „do-nothing“ Methoden seines naturnahen Landbaus als „ohne irgendetwas zu arbeiten“-Gartenbau verstehen. Hierzu kann ich sein Buch „One-Straw Revolution“ empfehlen. Eine dieser Methoden ist eben das Mulchen, welches weniger Arbeit kostet, Energie frisst und den Boden belastet als pflügen oder fräsen. Und es ist viel natürlicher. Daher ist auch Margarete Langerhorst eine Anhängerin des Mulchens.

Wirklich viel Mulch

Wenn ihr eine Fläche habt, die von Grasland in ein gutes, humusreiches Beet umgewandelt werden soll, dann mulcht. Und zwar mit viel Mulch. Und wenn ich viel schreibe, meine ich viel. Einer der häufigen Fehler ist, dass die Menschen, die es versuchen, zu wenig Mulch nehmen. Und wenn das Gras durchkommt, wird ein bisschen Mulch nachgegeben.

Also eine große Menge Mulch direkt auf das ungeschnittene Gras – je länger es ist, umso besser. Und zwar so, dass es dabei umgelegt wird. Frisch geschnittenes Gras ist oben scharfkantig und bleibt auch meist aufrecht stehen, wenn Mulch drauf kommt – also beste Voraussetzungen für das Durchwachsen der Mulchschicht.

Nach etwa einem halben Jahr ist diese Schicht dann ordentlich zusammengesackt. Dann wird es Zeit, das Ergebnis darunter zu kontrollieren und bei Bedarf nachzusteuern. Oder eben zu beginnen, die Fläche zu nutzen. :)

Sobald der Mulch also liegt, kann es losgehen. Das Stroh oder Heu verrottet langsam und hält den Boden feucht und beschattet. Nahrung und ideale Bedingungen also für Regenwürmer und Kompostwürmer, die dann also anfangen können, den Boden zu lockern und ihn mit Humus anzureichern. Gleichzeitig wird das Gras in die Dunkelheit verbannt und quasi in den Schwitzkasten genommen. Es stirbt langsam ab – und wird ebenfalls vom Bodenleben in Humus umgewandelt. Am Ende kann die Fläche dann so aussehen, wie unsere hier, bei der wir den „Kartoffel-Trick“ angewendet haben, der unten erklärt wird.

Update 14. November 2011: Auch kommt unten noch eine Beschreibung der Methode mit den drei Schwestern. Ende Update.

Und um die Belebung des Bodens zu zeigen, habe ich heute mit der Heugabel nur wenige Zentimeter tief gestochen und den Boden gewendet (und die Stelle direkt nach dem Foto wieder gemulcht, damit die Würmer nicht an der Sonne sterben).

Gras „unterheben“

Sollte dann im Lauf des Jahres tatsächlich Gras durchwachsen, dann kann dies recht simpel untergehoben werden. Dazu einfach mit der Heugabel den Mulch an der Stelle des wachsenden Grases anheben bis die Grasspitzen darunter verschwunden sind und den Mulch wieder ablegen. Wir haben versucht das mit dieser Foto-Story darzustellen:

Was kann schiefgehen?

Die häufigsten Gründe, warum Menschen sagen oder schreiben, dass diese Methode nicht gut sei, sind folgende:

  • Schnecken
  • „steinhart“
  • keine Unkrautunterdrückung

Darauf möchte ich kurz eingehen:

Schnecken sind ein normaler Bestandteil der Ökologie und haben eine sehr wichtige Aufgabe. Vorweg möchte ich anmerken, dass sie besonders dort vermehrt auftreten, wo deren Fressfeinde außen vor gehalten werden und den Nützlingen kein Lebensraum geboten wird. Sie treten stark auf, wo einseitig bepflanzt wird und schwache Pflanzen wachsen.

Natürlich ist eine richtig dicke Mulchdecke oft auch ein toller Unterschlupf für tagsüber. Hier werden also mehr Schnecken leben, als an anderen Plätzen im Garten. Da diese Fläche aber danach genauso bewirtschaftet werden, entsteht dadurch keine dauerhafte „Wohnanlage“ für die Schnecken. Somit läuft es ein Jahr nach dem großflächigen Mulchen so wie davor. Wenn also davor keine „Schneckenplage“ nervte, wird es sie auch danach nicht geben. Waren aber schon immer zu viele Schnecken im Garten, empfiehlt sich eine klare Vorbeugung.

Steinhart wird der Boden unter einer dicken Mulchschicht besonders in sehr heißen, trockenen Sommern. In diesen trocknet der Boden unter dem Mulch aus und der Mulch darüber hält das Wasser ab. Damit wird weder der Boden von Regen- und Kompostwürmern bearbeitet, noch kann eine humusfördernde Verrottung des Strohs stattfinden. In diesem Fall einfach ab und an den Mulch anheben und die Fläche darunter gießen. Sollte sich auch dann keine Aktivität der Bodentiere einstellen, kann von Zeit zu Zeit unter den Mulch etwas frischer Grasschnitt gestreut werden.

Und bei der mangelnden Unkrautunterdrückung kann ich nur erinnern, wirklich viel Mulch zu verwenden.

Nochmal die Kurzfassung

Auf der Fläche das Gras recht hoch werden lassen (min. 30 Zentimeter), dann mit viel Stroh oder sehr viel Heu so mulchen, dass das Gras umgelegt wird. Sollte Gras durchkommen, wieder unter den Mulch „heben“. Zwei- bis dreimal im Jahr unter den Mulch blicken und kontrollieren, ob es dort feucht ist und eine gewisse Aktivität von Kompost- und Regenwürmern sichtbar ist. That’s it!

Der Kartoffel-Trick

Und weil er oft erwähnt wird – und bei uns dieses Jahr super funktioniert hat – es können auch Kartoffeln unter den Mulch gesetzt werden. Dazu einfach Löcher in den Boden und Mulch drüber. Natürlich dürfen hier nicht die gleichen Erträge wie beim Anbau in lockerer Erde erwartet werden, aber sie sind nicht schlecht und die Blattmasse der Kartoffeln beschatten das ganze Spiel noch und tragen somit auch zur Unkrautunterdrückung bei. Ebenso gut funktioniert es hier bei uns auch mit Hokkaido Kürbis.

Update 14. November 2011:

Die drei Schwestern

Dieter, der in Portugal seit Jahren pfluglosen Anbau betreibt, hat in den Kommentaren eine tolle Methode mit uns geteilt, die ich hier gerne an einem sichtbareren Platz wiedergeben möchte. Denn sie ist, wie der Kartoffel-Trick, eine Erweiterung des reinen „niedermulchens“.

  • Samen in das hohe Gras werfen (von Pflanzen mit grossem Samen, bevorzugt die 3 Schwestern: Huelsenfruechte, Mais und Kuerbis)
  • ca. 3 bis 5 cm Mulch ausbreiten, beim Ausbreiten das Gras in EINE Richtung niedertrampeln und darauf achten, dass die Spitzen gut bedeckt sind
  • nach ein bis zwei Wochen wachsen die gesaeten Pflanzen durch den Mulch
  • falls mal ein Experiment nicht auf Anhieb klappt, und der Samen nicht gut keimt, kannst du an den freien Stellen immer noch in Saatkaesten vorgezogene Setzlinge durch den Mulch pflanzen
  • noch besser ist es, Nutzpflanzen zu finden, die unter bestimmten Bedingungen auch ohne Mulch zusammen mit den heimischen Graesern und Wildkraeutern wachsen – bei mir geht das mit dicken Bohnen; Maehen 2 Wochen nach dem Pflanzen genuegt.
  • im Folgejahr wird das Gras weniger dicht stehen und du hast mehr Flexibilitaet bei der Wahl der Pflanzen und der Methoden.
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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

49 Gedanken über “Neues Beet ohne Umgraben anlegen

  1. Boris

    Toller Beitrag! Verwendet beim Mulchen unbedingt noch „Effektive Mikroorganismen“. Dies führt dazu, dass der Boden schneller mit viel Leben angereichert wird und keine Fäulnis sondern Fermentation entsteht. Der Boden wird dadurch auch wesentlich schneller bereit für die Bepflanzung sein.

    Ich kann allen interessierten Biogärtner wärmstens das Buch „Mit EM durch das Gartenjahr“ von Anne Lorch empfehlen.

    http://www.em-buch-lorch.com/gartenbuch/gartenbuch_start.html

    Liebe Grüsse

  2. Maria

    Hallo!
    Ich habe nun auf eine Fläche von 50m2 eine sehr dicke Strohschicht gegeben. Nun habe ich das Problem, dass auf dem Stroh Gras wächst, direkt aus den Strohhalmen heraus. Hat jemand Erfahrungen damit? Muss ich dem entgegensteuern? Wenn ja, wie?
    Danke!
    Liebe Grüße
    Maria

  3. Sonja Corterier

    ich sitz hier im Spießigen Wohngebiet, da geht das eher nicht ihne Nachbargemecker (und der Vermieter ist einer davon, seufz) aber lt Internet gibt es auch die Methode, zunächst mit einer Lage Pappkarton und dann mulch und Kompost drüber, und dann eine schicht Erde schneller zu einem „von außen als akzeptabel empfundenen“ „Bild“ zu gelangen. das erfordert aber selber die Einbringung von Organischem Kompost und pflanzerde…

    Ich hab zwei Beete schon umgestellt, der Rest folgt heute und in den nächsten Wochen. dein Beet wird dadurch zwar „höher“ aber ansonsten sollte es nach ähnlichen Gesichtspunkten funktionieren. Berichte gerne in ein paar MOnaten ob das wirklich funktioniert hat :D

  4. birgit

    hallo ihr lieben!
    wir haben gerade ein haus mit garten bezogen, der teil der unser gemüsegarten werden soll ist drzt. voll mit hoooch wachsendem gras. die methode die ihr hier vorstellt scheint mir für diesen fall sehr hilfreich.
    ich habe allerdings ein paar fragen dazu:
    1. zu welcher jahreszeit kann man diese methode anwenden? auch jetzt noch vorm winter oder is das nur während der „vegetationszeiten“ möglich?
    2. wie lange dauert es, bis das beet dann nutzbar wird? also wie lange muss der mulch liegen bleiben auf der wiese, bis die erde darunter für den anbau von gemüse bereit ist? (wenn man nicht schon kartoffel o.ä. mit unter den mulch gibt)
    3. kommt der mulch wieder weg, nachdem er seinen zweck getan hat? oder verrottet der eh soweit dass das nicht mehr notwendig ist?

    danke schonmal im voraus für eure antworten!

    1. Michael HartlMichael Beitrags Autor

      Bis du Gemüse mit kleinen Samen, wie Karotten, anbauen kannst, einige Jahre. Aber wie beschrieben gehen im ersten schon Kürbisse, etc.

      Jakobus Langerhorst, einer sehr toller Mensch, hat angegeben, dass man 3 bis 4 mal so viel Wiesenfläche braucht, wie Anbaufläche, um das Beet zu mulchen. So hab ich’s im Kopf und denke, das kommt gut hin.

      Alles Liebe,

      Michael

  5. Isa

    Hallo Michael!
    Mir und meiner Familie stehen ab April endlich ein großer Garten zur Verfügung in dem wir uns gerne in Sachen Selbstversorgung versuchen wollen. Natürlich so schnell wie möglich *ungeduld* ;) , weshalb mich interessieren würde ab wann man im Jahr mit dem Mulchen beginnen kann und ob es auch ein Weg sein könnte Pflanzen – abgesehen von den „3 Schwestern“ und Kartoffeln- zunächst vorgezogen in die Erde (Grasfläche) zu pflanzen und dann drumherum zu mulchen?

    Lieben Gruß, Isa

    1. Michael HartlMichael Beitrags Autor

      Würde ich nur so machen, wenn ihr ein ganz überwiegend feuchtes Klima habt. Wenn du dieses Jahr loslegen willst, solltest für alle feineren Saaten und alle Blattgemüse (und erst recht für die Wurzelgemüse) den Boden bearbeiten.

  6. Kathrin

    Lieber Michael, ich verfolge Euer Experiment mit großer Neugier und dieser Beitrag zum Mulchen, mit all den guten Kommentaren, regt mich nun doch zu einer Frage zum Thema an: Mulchen mit organischem Material verbessert sicher den Boden – was aber mache ich, wenn das kleine Fleckchen Erde auf dem ich lebe und mein Garten auch einfach von unglaublich vielen Wurzeln (Flachwurzler) durchzogen ist und die ich/wir nicht fällen können und dürfen. Ich habe schon drei kleine Hochbeete angelegt, aber der Ertrag an Salat und Gemüse war spärlich, da die Beete eher halbschattig liegen (wegen der vielen Bäume) …dennoch, ich will eben auch meinen kleinen Schritt in Richtung Selbstversorgung machen. Nun ist es also an der Zeit, das nächste Gartenjahr zu planen und falls Du eine Idee oder einen Rat hast, wie ich meinen dörren durchwurzelten Sandboden verbessere, dann würde ich mich riesig freuen!
    liebe Grüße
    Kathrin

    1. Michael HartlMichael Beitrags Autor

      Liebe Kathrin,

      Ja, ich denke, an den sonnigeren Stellen sind Hoch- und Hügelbeete eine Option. Und an den anderen Stellen solltest du dir überlegen, das ein wenig mehr als Waldgarten anzudenken und zu entwickeln. Kennst du das Konzept?

      1. Kathrin

        Hallo Michael, vielen Dank für die Anregung: Waldgarten. Ist mir als Begriff schon häufiger begegnet – habe mich jedoch noch nie ausführlich mit dem Konzept beschäftigt und werde das jetzt mal tun! Bin schon gespannt, wie ihr ins Anbaujahr startet!
        Liebe Grüße
        Kathrin

  7. Margit

    Hallo an den Leser
    Ja, das mit der vermeidbaren Schneckenplage würde mich brennend interessieren. Die vernichten das meiste. Dann hab ich einen Hanggarten mit 3schmalen Stufen drin. Sonst wirklich zwischen 30-45% Neigung. Bisher ist da der reinste Dschungel, fast alles was keine Freude bereitet.(außer der Hund, der freut sich weil er ungehindert toben darf). Ich hätte aber gern ein schöneren Ausblick. Wer hat ne umsetzbare Idee?

  8. Dani

    Michael, du empfiehlst eine "klare Vorbeugung" bei einer zu großen Schneckenplage – woran hast du bei dieser Formulierung gedacht? Hast du dazu vielleicht den einen oder anderen Tipp, wie ich die Spanische Wegschnecke (die hier keine natürlichen Feinde hat!) auf möglichst natürliche und schonende Weise aus dem Garten verbannen kann?

    Würde mich sehr interessieren, denn Schneckenkorn ist nicht das Wahre, ebenso wenig wie Bierfallen, die Schnecken täglich aufzusammeln oder indische Laufenten einzuladen (da das Grundstück nicht rundum eingezäunt ist).

    Lieben Gruß,
    Dani

    1. Dieter

      Hallo, ich bin ja nicht Michael und weiss auch nicht, was er gemeint hat. Schnecken ist bei allen Biogaertnern immer ein grosses Thema. Da ist es gleich, ob man mulcht oder nicht. Das kann immer ein Problem sein.
      Es wird natuerlich immer wieder behauptet, dass es bei Mulch mehr Schnecken gibt. Das kann sein, muss aber nicht.
      Die meisten Leute glauben, dass es hier in Portugal weben der Trockenheit keine Schnecken gibt. Das ist ein grosser Irrtum. Weil wir milde Winter haben, koennen die Schnecken sich waehrend der kuehlen und feuchten Jahreszeit praechtig vermehren, wogegen sie in D. erfrieren. Und im Sommer finden sie immer irgendwelche Loecher, wo sie ueberleben koennen. Im bewaessertem Garten sowieso.
      Also langer Rede kurzer Sinn: wir hatten in diesem Jahr eine wahre Schnecken-Schwaemme. Ich hab von Leuten in D. gehoert, dass es dort in diesem Jahr auch sehr schlimm war.
      Also, was kann man machen? Die ueblichen Mittel sind gut bekannt: Laufenten mit beweglichen Zaeunen (erfordert einigen Aufwand), Bierfallen (sind bei grossen Mengen kaum wirksam) und schliesslich absammeln oder zerschneiden. Nicht schoen, aber anders geht es nicht.
      Das wichtigste ist aber, mit dem eigenen Gelaende vertraut zu werden – am Tag wie in der Nacht. Nachts mit der LED Lampe sehen, wo sie sind und weshalb. Die Frage is immer die gleiche: wo sind Habitat und Nahrung? Schnecken brauchen beides.
      Hier ein Beispiel: in einem Garten hatte ich im Sommer keine einzige Schnecke, und wohlgemerkt, der Garten ist seit ueber 10 Jahren permanent gemulcht. In einem anderen Garten, auch gemulcht, hab ich jede Nacht 100 bis 200 Wegschnecken gefunden – manchmal pro Salat um die 50 Schnecken.
      Wo war der Unterschied? Im Garten mit Schnecken hatte ich vor Jahren Meerrrettich gepflanzt und weil meine Frau den nicht gerne verwendet, hat der sich enorm verbreitet ohne jemals geerntet zu werden. Daduch hatten die Schnecken optimale Bedingungen, um sich zu vermehren. Die Blaetter fressen sie sehr gerne und im Schatten der Blaetter ist die Erde locker genug, um sich am Tag in die Erde zu graben.
      Also, die Loesung in diesem Fall: raus mit dem Meerrettich.
      Jeder Fall wird seine eigene Loesung verlangen.
      lg. Dieter

  9. Dieter

    Schimmel ist eine Art der Verrottung. Wenn Pflanzen unter Ausschluss von Luft verrotten, dann sorgen weissliche Mikroben fuer den Abbau – deshalb der weissliche Schimmel. Wenn Pflanzen unter Luft verrotten, dann sorgen braeunliche Mikroben fuer den Abbau.

    Mulch, der ausschliesslich aus Gras besteht pappt oft zu einer Luftundurchlaessigen Schicht zusammen. Deshalb bildet sich Schimmel. Aber das ist kein Grund zur Panik, denn der Schimmel verwandelt sich schnell in einen braeunlichen Verrottungsprozess sobald Luft dazukommt.

    Normalerweise wird aerobe Verrottung bevorzugt, also die Verrottung unter Anwesenheit von Luft. Der Vorteil anaerober Verrottung (unter Ausschluss von Luft) ist, dass weniger Naehrstoffe an die Atmosphaere verloren gehen. Die Verrottungsverluste an die Atmosphaere sind besoders hoch bei Komposthaeufen mit hohen Temperaturen, aber dafuer geht die Verrottung dann auch umso schneller.

    Allgemein ist es wahrscheinlich am Besten einen gemischten Mulch aus gruenen (also frisches Gras, usw.) und braunen (also verholzte oder getrocknete) Pflanzenresten zu benutzen.

  10. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

    Das würde ich auch befürchten. Rasenschnitt aus dem Mäher ist super als sehr dünne Schicht Mulch, um den Boden zu beleben – Mulch kann ja verschiedenste Funktionen haben. Aber in dicker Schicht wird das recht sicher zu modern und schimmeln anfangen.

  11. Steffen

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mal eine Frage zum Beetanlegen mit Mulch: Funktioniert das auch mit Rasenschnitt aus dem Rasenmäher? Meine Befürchtung: Schimmel, da durch die sehr kurz geschredderten Halme sich Feuchtigkeit eher hält.

    Viele Grüße

  12. Rob

    Hallo zusammen,

    habe da mal ne Frage: wenn das Beet nach der Kartoffelernte weitgehend frei ist von Bewuchs, wie geht´s dann konkret weiter?

    Lockert ihr den Boden dann noch oder wird direkt in die Fläche gepflanzt? Stichwort Bodenbearbeitung: welche Gerätschaften benutzt ihr? (Sauzahn, Pendelhacke, …)

    Gruß

    Robert

  13. bettina

    hallo zusammen

    ich komme aus österreich & bei uns startet jetzt dann mal ein experiment – gemeinschaftlich leben, arbeiten & sein. für interessierTe: http://www.roots.cc ich hab für dieses halbe jahr mal so die gartenplanung & co über. uns geht es darum, natürlich viel gemüseertrag zu erhalten, da das experiment nur ein halbes jahr andauert – vorerst mal. also wie kann ich jetzt da bodenfreundlich,…. vorgehen. grundsätzlich möchten sich ca. 15 menschen ernähren. für kartoffeln, rüben, kraut,… haben wir einen extra acker… aber das andere gemüse – wie geh ich das am besten an, dass wir trotzdem im sommer vom garten "leben" können? danke schon mal für tipps… ich freu mich sehr über eure beiträge & hab euch irgendwie schon ins herz geschlossen…eigenartigerweise funktioniert das per netz…;-)) gut nacht

  14. Juergen

    Hallo Dieter,

    habe zufällig deinen Bericht mit den "3 Schwestern" gelesen und

    gesehen, dass du in Portugal lebst. Meine Frau und ich sind am

    überlegen, in Portugal Permakultur zu betreiben evtl. in einer

    Lebensgemeinschaft.

    Wenn du Lust hast, kannst du uns ja mal was schreiben.

    Liebe Grüße

    Jürgen

  15. Chenoa

    Hallo Zusammen,

    Mulch auf den Baumscheiben von Obstgehölzen sollte, wenn man Probleme mit Wühlmäusen hat, nur ganz dünn auftragen werden (gerade soviel das der Boden bedeckt ist) und lieber immer wieder nachlegen, sobald die Erde durchschaut.

    Wühlmäuse fühlen sich nur unter eine dicken Mulchschicht wohl.

    Das ist meine persönliche Erfahrung und die von Freunden, die sich ebenfalls damit ungewollt eine Mäusezucht angelegt haben.

    Bei mir war es ein junger Kirschbaum und einige Beerensträucher, die auf diese Weise den Mäusen zum Opfer fielen.

    Seither bekommen meine Obstbäume und Beerensträucher nur noch eine dünne, immer wieder nachfüllbare Mulchdecke.

    Schöne Grüße

    Chenoa

  16. Pingback: Sommer im Permakulturgarten

  17. Christine

    Hallo!

    Wir haben mit Mulch auch sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Allerdings haben sich auch einige Wühlmäuse darunter zu schaffen gemacht, die wir erst bemerkten, als ein Mispelbaum und etliche Topinamburpflanzen begannen zu welken…. leider

    Auch hatten wir bisher immer die Baumscheiben gemulcht. Hier dasselbe Problem: Mäuse fressen die Baumwurzeln an, da sie sich in der Wärme des Mulches wohl fühlen und dort quasi "einziehen".

    Habt ihr mit Mäusen keinerlei Probleme?

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Bisher nicht – haben aber schon öfter davon gehört, dass dies ein Mäuse-Zuhause sein kann. Die Baumscheiben sollten auch nicht bis hin zum Stamm gemulcht sein. Ein gewisser Ring (keine Ahnung wie viel exakt) um den Stamm herum sollte nicht gemulcht sein.

  18. Pingback: Wie mache ich aus einer Wiese einen Garten, oder Kartoffeln unter Stroh die zweite. (Video) | Neulich im Garten

  19. Pingback: Permakultur Waldgarten

  20. Sonnia

    Hallo,

    danke damit kann ich eine Menge anfangen. Zur Zeit habe ich nämlich eine Brennessel/TobinamburMonokultur ( war alles schon vor mir da)und ich möchte etwas mehr Vielfalt ,ohne dabei die Brennessel loszuwerden.

    Ich nutze seit Jahren die benannten Vorzüge dieser tollen Pflanze und zusätzlicher Tipp: in Schwaden geschnitten und zum trocknen aufgehangen sind sie tolle Vitaminspender im Winter für Pferde und Esel

    Ja wie gesagt mir gehts um einfach noch andere Pflanzen.

    Ich werde dieses Jahr sicher einiges von hier benanntem ausprobieren und euch berichten, Jetzt im Januar sind meine Brennesseln schon 1-2 cm groß und es stimmt der Boden ist toll!

    herzliche Grüße Sonnia

  21. Dieter

    Hallo Baer, du hast natuerlich recht, dass je nach Boden oder Klima andere Methoden erforderlich sind, aber pflugloser Anbau ist wohl nirgends so schwierig, wie in ariden oder semi-ariden Gegenden. Deshalb glaube ich, dass pflugloser Anbau in einem gemaessigten Klima auch moeglich ist, selbst wenn die Methoden angepasst werden muessen.

    Ich kann leider das von dir verlinkte Video nicht ansehen, weil ich in einer Region ohne regulaeren Internetzugang lebe. Deshalb weiss ich nicht, was du mit „gutem Mulch“ meinst. Ich glaube aber, dass alle organischen Materialien „gut“ sind, um damit zu mulchen. Natuerlich gibt es Materialien, wie das Laub von einigen Baeumen oder sehr feines Saegemaehl, das den Effekt hat, Pflanzenwachstum zeitweilig zu unterdruecken. Aber in kleinen Mengen spielt das meistens keine Rolle. Am Ende werden alle organische Materialien durch Mikroorganismen und andere Bodenlebewesen in Humus umgewandelt. Und wenn das etwas laenger dauert, ist das auch nicht tragisch, denn die Bodenlebewesen machen ja die Arbeit fuer uns. Sowieso ist das – wie in der Natur – ein fortlaufender Vorgang: du bringst alle vorhanden organischen Materialien auf den Boden. Die werden dann nach und nach abgebaut und gehen in Humus ueber, waehrend du schon wieder neues Material hinzugibst. Dabei spielt es keine Rolle, wann welches Material in welchem Zustand ist.

    Das Prinzip ist ganz einfach:

    – Vermeiden, dass der Boden gestoert wird, damit keine Naehrstoffe verloren gehen.

    – ALLE vorhandenen organischen Materialien auf den Boden geben, um den Boden auf natuerliche Art staendig anzureichern.

    – Keine nackte Erde zulassen: der Boden sollte so weit wie moeglich mit lebenden Pflanzen bedeckt sein. Gruener Mulch (Bodendecker) ist besser als brauner Mulch (Pflanzenreste), denn der Boden erneuert sich selbst durch die Pflanzen mit Naehrstoffen aus der Luft.

    Damit sollte es in den meisten Faellen moeglich sein, ohne Duengen gesunde Nahrung zu erzeugen und gleichzeitig den Boden zu verbessern.

    Natuerlich kann man experimentieren, um verschiedene Arten von Mulch auf verschiedene Weise zu benutzen, aber es ist wichtig, wirklich alle organischen Materialien zu benutzen – soweit sie nicht durch Chemikalien verunreinigt sind.

    lg. Dieter

  22. Dieter

    Hallo Sonnia, ich kann mich dem, was Michael bereits gesagt hat nur anschliessen. Bei uns wachsen Brennessel nur auf sehr fruchtbaren Boeden, besonders auf mit Mist geduengten Boeden. Ich hab nur wenige Stellen, wo der Boden schon so gut ist, dass Brennesseln von selbst wachsen. Dort pfleg ich sie, damit sie sich verbreiten, denn sie sind gut fuer den Boden. Ich ernte Brennesseln auch fuer Kraeutertees. Die gesamte Pflanze kann benutzt werden: Samen, getrocknete Blaetter und getrocknete Wurzeln. Brennessel wirkt reinigend, entgiftet, erhoeht den Harndrang und soll auch gegen Allergien helfen. Natuerlich kannst du Brennesseln auch fuer Suppen oder andere Gerichte benutzen.

    Wenn du etwas anderes auf dem Boden pflanzen willst, wuerde ich einfach die uebliche Methode versuchen: also Brennesseln abschneiden (mit Handschuhen) und als Mulch liegen lassen, eventuell mit zusaetlichem Material (Gras, usw.) bedecken. Entweder Samen (Bohnen, Mais, Kuerbis, Rettich, usw.) vor dem Mulchen saeen oder in Saatkaesten vorgezogene Setzlinge durch den Mulch pflanzen. Wenn die Brennessel durch den Mulch wachsen, entweder stehen lassen, oder, falls sie stoeren, nochmal abschneiden und nochmal etwas Mulchen. Selbst wenn zusaetzliches Mulchen notwendig wird, ist das meistens immer noch weniger Arbeit als Umgraben und Unkrautjaeten. Fuer den Boden ist es auf alle Faelle besser, denn der verliert keine Naehrstoffe und du kannst ohne Duengen anbauen, eventuell sogar ohne Haufenkompostierung. Das ist eine sehr grosse Arbeitsersparniss. Aber das beste ist natuerlich, dass du gesunde Nahrung ohne Duenger erzeugen kannst.

    Aber auf alle Faelle immer genug Brennessel stehen lassen. Du kannst natuerlich auch nach der biodynamischen Methode Brennessel-Jauche zum Duengen herstellen. Das ist aber nicht noetig, durch Mulchen mit Brennesseln gibst du dem Boden alle Naehrstoffe zurueck, die in der Planze sind, zusaetzlich zu dem was in den Wurzeln ist, die natuerlich im Boden bleiben.

    lg. Dieter

  23. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

    Liebe Sonnia,

    wir haben speziell damit leider keine Erfahrungen. Wo allerdings Brennnesseln wachsen, wächst oft auch anderes sehr gut. Und die Brennnessel-Wurzeln hinterlassen einen tolle Bodenstruktur.

    Wenn ich also so eine Fläche mal haben sollte, würde ich nicht unbedingt versuchen, die loszuwerden, sondern damit experimentieren, welche Pflanzen sich in Gemeinschaft mit den Brennnesseln wohl fühlen. Und wenn es sehr arg wuchert, dann auch mal probieren, welche Pflanzen sich gegen die Brennnessel durchsetzen können und sie ein wenig zurückdrängen.

  24. Sonnia

    Hallo, zuerst einmal ein herzliches Danke für all die schlauen Gedanken ich bin eine Lernende, wir haben eine Menge an Fläche,keine Maschinen und eure Erfahrungen sind sozusagen Futter für mich.

    Nun meine Frage, welche Erfahrungen gibt es bei euch mit ausgesprochen kräftigen Brennesselfeldern. Danke für Impulse Sonnia

  25. Pingback: Mulchen

  26. Baer

    Hallo Dieter,

    kann es sein, daß Du in Portugal wohnst?

    Wie südwesteuropäische Gegebenheiten auf Deutschland übertragbar sind, wird man ausprobieren müssen.

    Dass man aus völlig anderen klimatischen Räumen durchaus lernen kann, ist in diesem Video plastisch dargestellt:

    http://vimeo.com/18524635

    Dort geht es zwar um Erwerbsanbau, aber das Prinzip ist Deinem Arbeitsprinzip sehr ähnlich. Man hat aus brasilianischen Erfahrungen gelernt.

    Dass mit "gutem Mulch" in Deutschland sogar Gemüse-Erwerbsgärtner erfolgreich arbeiten, ergibt sich auch aus dem Video und der Folgeversion II.

    Deine und Michael's Gedanken sind mir nicht fremd. Ich habe mir für 2012 vorgenommen, in meinem Selbstversorger-Garten den Aufbau von Humus zu vertiefen. Und dazu passen Eure Erwägungen zum mulchen. Die Mulchschicht muss aber "gut" sein.

  27. Dieter

    Hier noch ein kleiner Nachtrag zu Fukuokas “do-nothing farming”. Es gibt wohl nichts, was haeufiger misverstanden wird. Dabei hat Fukuoka genau beschrieben, um was es sich dabei handelt. Es geht nicht um Nichtstun oder Nicht-Arbeiten, denn er schreibt z. B., dass „do-nothing farming“ sehr harte Arbeit sein kann. Es geht einfach nur darum, sich zu fragen ob eine Arbeit wirklich notwendig ist, oder ob man nicht genausogut ohne diese Arbeit auskommt. Konkret hat er dabei festgestellt, dass es in seinem Fall sehr gut ohne Pfluegen, Duengen, Unkrautjaeten und Kompostieren geht. Ich glaube, es ist heute mehr denn je notwendig Fukuokas „do-nothing“ auf diese Weise zu anzuwenden, denn in unserer Konsumgesellschaft wird Gaertnern oft zu einem reinen Konsumreflex. In vielen Foren wird staendig darueber diskutiert, was wir dem Boden noch hinzufuegen koennen. Die Liste der gekauften Bodenzusaetze wird jeden Tag laenger: EM, Compost Tea, verschiedene Mineralienmischungen, Biodynamische Praeparate oder andere Kompoststarter, Mycorrhizale-Mischungen, Sea-Solids, Terra Preta, usw.

    Dabei weiss niemand, wie es in der Erde wirklich aussieht oder was passiert, wenn all diese Zusaetze dem Boden mehr oder weniger willkuerlich beigemengt werden. Dass die Erde bei all diesen Beimengungen irgendwann einmal zu ihrem eigenen Gleichgewicht zurueckfindet und nur durch ihre natuerliche Fruchtbarkeit unsere Nahrung erzeugt, ist dabei voellig unmoeglich.

    lg. Dieter

  28. Dieter

    Hallo, ich praktiziere seit ueber 10 Jahren pfluglosen Anbau. Ich bein deiner Meinung was Plastikfolien angeht, weil:

    a) der Boden muss atmen,

    b) natuerliche Bodenfruchtbarkeit entsteht durch Bepflanzung – je mehr desto besser. Aus diesem Grund benutze ich auch Mulch nur wenn unbedingt notwendig, und wenn Gras oder Wildkraeuter meine Nutzpflanzen bedrohen. Ansonsten lass ich Gras und Wildkraeuter wachsen. Also kein praeventives Mulchen. Gras, Wildkraeuter und andere Pflanzen bereichern den Boden indem sie Naehrstoffe aus der Luft sammeln und an den Boden abgeben oder indem sie die Naehrstoffe des Bodens in den Humuskreislauf zurueckfuehren. Der nicht-bewachsenen Boden ist toter Boden.

    Aus diesen Gruenden ist Fukuoka auch kein „Mulchverfechter“ sondern eher das Gegenteil. Fukuoka wuerde auch die meisten Permakulturmethoden stark verurteilen. Wer an Mulchen interessiert ist, sollte Ruth Stout, auch „the queen of mulch“ genannt, lesen. Auch solltest du nach dem Mulchen nicht mit der Bepflanzung warten. Das ist verlorene Zeit – schlimmer noch – verlorene Bodenfruchtbarkeit.

    Hier sind einige einfache Methoden, die ich seit Jahren anwende:

    – Samen in das hohe Gras werfen (von Pflanzen mit grossem Samen, bevorzugt die 3 Schwestern: Huelsenfruechte, Mais und Kuerbis),

    – ca. 3 bis 5 cm Mulch ausbreiten, beim Ausbreiten das Gras in EINE Richtung niedertrampeln und darauf achten, dass die Spitzen gut bedeckt sind,

    – nach ein bis zwei Wochen wachsen die gesaeten Pflanzen durch den Mulch,

    – falls mal ein Experiment nicht auf Anhieb klappt, und der Samen nicht gut keimt, kannst du an den freien Stellen immer noch in Saatkaesten vorgezogene Setzlinge durch den Mulch pflanzen,

    – noch besser ist es, Nutzpflanzen zu finden, die unter bestimmten Bedingungen auch ohne Mulch zusammen mit den heimischen Graesern und Wildkraeutern wachsen – bei mir geht das mit dicken Bohnen; Maehen 2 Wochen nach dem Pflanzen genuegt,

    – im Folgejahr wird das Gras weniger dicht stehen und du hast mehr Flexibilitaet bei der Wahl der Pflanzen und der Methoden.

    Du siehst, das sind nur eine kleine Varianten von dem was du jetzt schon machst, kann also ohne allzu grossen Aufwand, einen naechsten Schritt darstellen.

    Viel Spass, Dieter

    PS: Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir Wildkraeuter ein fuer alle Mal ausrotten koennen. Die kommen immer wieder. Es ist besser zu lernen, wie man zusammen mit den Wildkraeutern anbaut.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Lieber Dieter,

      freut mich total, dass Du Deine Erfahrung hier mit uns teilst! Ich sehe das sehr wie Du – wir arbeiten auch sehr stark am weiteren ausfeilen unserer Methode mit dem Namen "Intelligent Weeding" – also dem intelligenten Jäten. Nicht alles muss raus – viele Wildkräuter und Gräser können auf den Beeten helfen. Da dies aber mehr Erfahrung und viel Interesse (und auch ein wenig mehr Zeit) von Seiten des Gärtners oder der Gärtnerin erfordert, und viele ja zumindest mit den ersten Beeten sehr schnell loslegen wollen, haben wir hier eine Variante vorgestellt, mit der man in absehbarer Zeit loslegen kann, bzw. wenn man Kartoffeln oder die von Dir empfohlenen "3 Schwestern" mit einsäht, sogar direkt eine Fläche als Beet nutzen kann.

      Danke Dir!

      1. Dieter

        Lieber Michael,

        danke fuer deine Antwort. Du hast natuerlich recht, dass jeder die von dir vorgestellte Methode ohne Probleme erfolgreich durchfuehren kann. Mit diesem ersten Erfolgserlebnis kann der Neuling dann ans „Ausfeilen“ gehen. Dieser Lernprozess ist fast genauso wichtig wie der Gemueseanbau an sich. Durch Beobachtung, koennen wir jedes Jahr unsere Methoden etwas verbessern und die Grenzen des Moeglichen austesten. Wenn wir so viel Natur zulassen wie moeglich, werden wir mit den Lebenszyklen der heimischen Pflanzen vertraut, und lernen, wie sich welche Pflanzen wann unter welchen Bedingungen verhalten.

        Zum Mulchen benutze ich alle organischen Materialien, die wir zur Verfuegung haben. Ich lebe in einem semi-ariden Klima. Bei uns wachsen Graeser und Wildkraeuter im Maerz und April besonders stark. D. h., wenn ich vor der Trockenzeit die Wiesen maehe, dann hab ich reichlich Heu im April und Mai, um meine Anbauflaeche fuer die Sommergemuese zu mulchen. Nach der Trockenzeit im Herbst wird es etwas schwieriger, da hab ich hauptsaechlich grob gehaeckselte Aeste, die zu duenn sind, um als Feuerholz zu dienen. Ich benutze alle organischen Materialen (einschliesslich Kuechenabfaelle) bevorzugt fuer die Flaechenkompostierung (also Mulchen). Haufenkompostierung verwende ich nur in Ausnahmefaellen.

        Die Erde in dieser Region ist sehr arm und eignet sich nicht ohne Weiteres als Gartenerde. Die Erde auf der Wiese, auf der ich die drei Schwestern anbaue, wird jedes Jahr etwas besser. Ohne Duenger, Stallmist oder Kompost, ist der Ertrag bei Mais im ersten Jahr nur gering. Aber schon im zweiten Jahr kann ich eine merkliche Ertragssteigerung feststellen. Jedoch, um auf dieser Erde anspruchsvollere Gemuese anzubauen, bedarf es vieler Jahre. Besonders die Sommergemuese baue ich hauptsaechlich auf Erde an, die ich schon vor Jahren durch Mulchen, Gruenduengung und Kompost verbessert habe. Im Garten benutze ich je nach Bedarf eine Mischung aus Mulchen und Jaeten; wobei Jaeten bei mir heisst, dass ich die Wildkraeuter ueber dem Boden abschneide und liegen lasse. Die meisten Wurzeln bleiben in der Erde. Die Erde ist permanent mit Schichten organischer Materialien bedeckt, die nach und nach unten verrotten und oben erneuert werden.

        lg. Dieter

        PS: In kalten oder gemaessigten Klimazonen wuerde ich eine Variante Herwig Pommeresches Methode anwenden (siehe sein Buch: „Humusshpaere“, erhaeltlich im OLV Verlag). In Norwegen bedeckt er den Boden bereits im Herbst mit einer Schicht organischen Materials bevor es schneit oder bevor der Boden friert.

  29. Daniel

    Hallo noch mal;) Michael ich meine Kunstoff Gewebefolie ( plane)so wie sie beim Bauern Verwendung findet! Du wirst echt Probleme haben sie kaputt zu bekommen! Schau dir mal das Video an was es dazu bei neulich im Garten gibt dann verstehst du was ich meine;)

  30. Daniel

    Kleiner Tipp deckt euren Mulch zusätzlich miteiner Kunstofffolie dadurch erhöht ihr die Wirkung! Schaut euch einfach mal die Videos von Reiner ( Neulich im Garten) an. Er stellt sie immer bei you toub rein und hat ein Interesanten Garten Blog;) wo er viele seiner versuche und Experimente im Garten vorstellt und beschreibt;) Da kann Mann sich echt gut Ideen holen. MfG aus Salzgitter

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo Daniel, wir verwenden so wenig Plastik und müllverursachenden Technologien und Materialien wie möglich. Daher fällt Mulch-Folie durch unser Raster. ;)

      Aber danke für den Tipp, vielleicht hilft er anderen, die ihn hier lesen werden.

      Der Blog "Neulich im Garten" ist einer der guten, ja, da stimme ich mit Dir überein.

      1. Maria

        Der Artikel und die Kommentare sind zwar schon ein paar Jahre alt, aber das Thema ist ja trotzdem immer aktuell: ich verwende seit letztem Jahr kompostierbare Mulchfolie. Das ist Folie auf Stärkebasis, die ca. nach einer Gartensaison zerfällt.
        Aber mich inspiriert sehr, was ihr zum Thema mulchen schreibt und vor allem die Ideen, wie man Beete noch so anlegen kann… statt immer nur akribisch freigefummelt von allem anderen, was da so wachsen will. Werde ich drüber nachdenken und versuchen, in meiner Parzelle dieses Jahr umzusetzen!
        Danke! Ich freue mich immer sehr über Eure Artikel und Kommentare. Sie sind inspirierend und hilfreich.

  31. Sigrid

    Wir haben heuer im Sommer mit genau der selben Methode drei 100 m2 Beete angelegt. Vor einigen Tagen haben wir die ganze Fläche abgerecht und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Jetzt soll noch eine raschwachsende Gründüngung den Boden im Winter leicht bedecken. Warum der Mulch weg musste: Wühlmäuse fühlen sich im Mulch pudelwohl ;)

    Wir hatten ein viertes Versuchsfeld in das wir Kartoffeln gelegt haben – die Ernte fiel sehr dürftig aus weil die Wühlmäuse hier wie im Schlaraffenland gelebt haben. Gänge von einer Pflanze zur nächsten und mjam mjam … :) Dazu haben unsere beiden Enten zwar die Schnecken hier reguliert, aber auch die kleinen Kartoffelknollen ausgegraben und verdrückt. Diese Feinschmecker. Eigentlich wollten wir hier Topinambur pflanzen – aber naja, wir wollen den Mäuschen ja nicht das Winterfutter am Tablett servieren und sie mästen.

    Euer Projekt ist super, alles Gute Eurer Gemeinschaft!

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