Natürliche Konservierungsmethoden

Die Kunst des Haltbarmachens

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
2. August 2012

Ein Schlagwort, auf das ich lange nicht gekommen bin. „Natürlich“ konservieren. Ewig habe ich zu Beginn unserer Konservierungsveruche nach Literatur gesucht, die überwiegend meiner Denkweise entspricht. Denn dazu gehört irgendwie nicht, einen großen Anteil einfach in die Gefriertruhe zu werfen :)

Vitaminschonendes Konservieren

Mag sein, dass letztgenannte Methode – das Tiefkühlen – in puncto Vitamine schonen weit vorne liegt. Aber ich finde es irgendwie komisch Lebensmittel so energieaufwändig zu „lagern“. Ganz zu schweigen davon, wenn die Gefriertruhe mal hin wird, oder der Strom für längere Zeit ausfällt und die Sachen kaputt gehen. Ist uns auch mal passiert – zwar war nur der Kühlschrank wirklich betroffen, aber die Lebensmittel feierten trotzdem die ganze Nacht eine feuchtfröhliche Poolparty im Tauwasser.

Trocknen, lagern und milchsauer vergären scheinen mir sehr natürliche, vitaminschonende Methoden zu sein – was meint ihr?

Die Ernteschwemme naht

Lange wird sie nicht mehr auf sich warten lassen, die Zeit wo im Garten alles überquellt! Zeit für kreative Ideen aber auch klassische Haltbarmachmethoden – wer liebt Essiggurken nicht? Oder Rote Rüben Salat? Vor allem die heißgeliebten Zucchini bereiten vielen GartenfreundInnen Sorgen, wenn sie mal wieder wachsen wie verrückt – wohin damit? :)

Konservieren ohne Tiefkühler

Ich wurde dann doch noch fündig und bekam das Buch „Natürlich konservieren“ vom ökobuch Verlag in die Hände. Endlich ein brauchbares Buch, welches ohne seitenlange Beschreibungen übers Tiefkühlen auskommt. Hier waren die HerausgeberInnen sogar noch ambitionierter und haben sogar Methoden, wo viel Hitze benötigt wird, ausgespart – haha, jetzt wollte ich sagen, „Ein echtes Ökobuch“ – wie passend…
Sprich: Das Sterilisieren wird in diesem Buch nicht behandelt.

Ein Bild vom Buch "Natürlich Konservieren"

Trocknen, Lagern, Milchsäuregärung & Co

Stattdessen bedient sich das Buch „althergebrachten“ Methoden wie der einfachen Lagerung von Obst und Gemüse, dem Trocknen, aber auch der Milchsäuregärung sowie dem Erhitzen, aber eben nur kurz und nicht stundenlang (z.B.: Heiß Einfüllen) Der Rest sind Rezepte zum Einlegen in Öl, Salz, Zucker, Essig und Alkohol.

Die Rezept sind für mich sehr ansprechend, zum einen weil es keine 0815 Rezepte ala Erdbeermarmelade sind, zum anderen, finden sich auch viele – in meinen Augen – alternative Rezeptchen. Beispielsweise Rohe Fruchtaufstriche oder Konfitüren mit Nüssen oder Minze. Das Besondere an all den Rezepten ist aber für mich, dass sie von mehreren AutorInnen sind – kurz gesagt: Leute haben da die Rezepte eingeschickt und für mich heißt das, vermutlich sind die Köstlichkeiten schon jahrelang erprobt und haben wohl schon viele „Mhhhhm’s und Njamnjam’s“ aus so manchem Süßmaul gelockt ;)

Diese gewissen Extravaganz an Rezepten bedeutet dann aber auch, dass man – wie am Erdbeerbeispiel schon ersichtlich – gewisse, eigentlich bekannte, Rezepte nicht findet. So hab ich zum Beispiel damals erfolglos nach einem Holunderblütensirup Rezept gesucht. Allerdings, jedeR der/die das hier liest, hat wahrscheinlich sowieso Internet und solche Rezepte gibt es ja dort zuhauf.

Fazit

Alles in allem: sehr nett geschriebenes Buch mit vielen Rezepten aber auch einführenden Grundlagen zu jeder Konservierungsmethode – perfekt also für EinsteigerInnen (die sich Erdbeermarmelade kochen mit oder ohne Hilfe des Internets zutrauen ;)) Habt ihr noch Büchertipps?

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Natürlich konservieren: Die 250 besten Rezepte, um Gemüse und Obst möglichst naturbelassen haltbar zu machen
kurz und knapp
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Buch: Natürlich konservieren
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14 Gedanken über “Natürliche Konservierungsmethoden

  1. Antonia

    Ein Punkt, der mich auch immer wieder am Konservieren heute gestört hat…und ich habe es erst jetzt wieder im Fernsehen gesehen: Hagebutten trocknen…brav sammeln, alles so natürlich…und dann stundenlang in den Backofen, sogar noch mit offener Klappe…

    Das ist für mich auch widersinnig. Da wird soviel Energie verpulvert…*kopfschüttel*….

    Liebe Grüsse,

    Toni

  2. Pingback: Leben 3.0 – Teil II: Was nun? « narolin

  3. Christina

    Ein Keller oder ein frostfreier Schuppen ist zur Lagerung von z. B. Äpfeln, Birnen oder Kartoffeln gut geeignet. Damit alles haltbar bleibt, muß man beachten, daß Kartoffeln dunkel gelagert werden (Keimung!) und wegen der Ausdünstungen nicht neben den Äpfeln liegen. Eine gute Idee für die Lagerung von Gemüse, z. B. Karotten, ist das Anfertigen einer Gemüsemiete.

  4. mi

    hallo,

    danke für den feinen buch-tip!

    an dieser stelle auch zu empfehlen ist das buch "Die österreichische Vorratskammer – Die 450 besten Rezepte vom Einlegen bis zum Räuchern" von Ingrid Pernkopf und Willi Haider.

    da gibts von marmelade über säfte und pikantes alles mögliche an inspiraton. besonders genial finde ich den kuchen im einmachglas :) und auch spannend: getrocknetes gemüse!

    lieb gruß, mi

  5. Martin

    Meine Oma hat mir erzählt was für ein Schatz es war einen dunklen, kalten Keller zu besitzen. Im Spätsommer wurden dort genug Kartoffel eingelagert um über den Winter (bis zur nächsten Kartoffelernte) zu überdauern. Ausserdem hatten sie einen "Bechälter" mit Sand gefüllt in dem verschiedene Gemüsearten/Wurzel eingepuddelt wurden und so (konserviert) lange Zeit noch frisch/essbar geblieben sind.

    LG Martin

  6. Pingback: Natürliche Konservierungsmethoden « Wissenschaft3000 ~ science3000

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