Mulchen

Michael Hartl
Von Michael Hartl
11. Mai 2011

Mulchen ist kurz gesagt das Bedecken des Bodens rund um die angebauten Pflanzen mit organischem Material. Mulch kann je nach Verwendungszweck nur eine hauchdünne Schicht sein oder bis zu 30 Zentimeter dick liegen.

Materialien, die zum Mulchen eingesetzt werden:

  • Laub
  • Kompost
  • Grasschnitt
  • Stroh
  • Heu
  • Steine / Kies

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere. Darunter unnatürliche und oft giftige wie Pappe oder Mulchfolien.

Einsatzzwecke für Mulch können sein

  • Abdeckung des Bodens (schützt vor austrocknen, Erosion, usw.)
  • Versorgung der Bodenorganismen mit Nahrung
  • Verbesserung der Bodenstruktur
  • Anlegen neuer Beet-Flächen
  • „Abdämpfen“ von Temperaturschwankungen

Generell gibt aus aus unserer Sicht wie zu so vielen Themen kein klares JA oder NEIN. Es kommt immer drauf an. Wir schauen uns an, wie der Boden im jeweiligen Beet ist, welche Bedürfnisse die jeweiligen Pflanzen haben, welches Mulchmaterial hier bei uns zu der jeweiligen Zeit vorhanden ist (wir möchten so wenig externe Inputs wie möglich) und so weiter.

Als „lebender Mulch“ wird gerne die Gründüngung bezeichnet. Diese sollte auch immer in die Überlegungen mit einbezogen werden, ob, wann, wo, wie und mit was von wann bis wann gemulcht werden soll.

Dies ist ein Artikel des Glossars. In diesem wollen wir bei bestimmten Begriffen erklären, wie wir sie verstehen.

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

15 Gedanken über “Mulchen

  1. Lily

    Hallo Lisa und Michael,

    ich bin noch ein echter Neuling in der Sache und habe dazu noch Fragen.
    Also mulchen sollte man so im Herbst, damit der Boden keinen Frost erleidet? Muss man den Mulch dann im Frühjahr entfernen oder zersetzt sich das selbst?
    Gibt es Pflanzen, die man besser nicht mulchen sollte?
    Ich habe zwar noch keinen Garten, aber ich lese gerne darüber, um bestmöglichst darauf vorbereitet zu sein.

    Liebe Grüße aus Köln,
    Lily

    1. Michael HartlMichael Beitrags Autor

      Hallo Lily,

      es kommt sehr darauf an was du mit dem Mulch erreichen willst. Im Herbst kannst du mulchen, damit der Boden ein wenig länger warm bleibt und damit das Bodenleben aktiv. Frostfrei wird der Boden dadurch aber im Winter nicht bleiben.

      Empfindlichere Jungpflanzen würde ich z.B. nicht sehr stark mulchen, weil dickerer frischer Mulch durchaus auch ein Versteck für Schnecken sein KANN, die Jungpflanzen gefährlich werden KÖNNEN.

      Aber gerade beim Mulchen kann man nichts verallgemeinern.

      Alles Liebe,

      Michael

      1. Konstanze

        Hallo Michael,
        habe jetzt versucht, sämtliche Kommentare zum Thema Mulchen durchzulesen..;-)…glaube aber, nicht die Antwort auf meine Frage gefunden zu haben, vielleicht hab ich sie aber auch einfach überlesen! Interessant isses allemal…
        Wir haben in unserem Garten ein 100m² Beet, das wir in diesem Jahr total vernachlässigt haben, somit haben Brennessel und Gras wieder die Herrschaft übernommen und Nacktschnecken, weil bis vor kurzem keine Laufenten….Nun meine Frage: Meinst du, dass es Sinn macht, noch heuer eine dicke Mulchschicht draufzupacken? Wenngleich ich eigentlich noch gar nicht weiß, wie ich JETZT an das richtige Material kommen soll?!

  2. Lisa PflegerLisa Pfleger

    Lieber Max!

    Kann schon sein, dass den Zwiebeln der Mulch nicht gut bekommen ist. Vielleicht war es zu feucht und zu dick gemulcht. Versuch doch dieses Jahr mal beides? Einen Teil mulchen und einen Teil nicht oder sogar noch einen Teil dünner mulchen? Wären gespannt was dabei rauskommt :) Die Natur funktioniert leider nicht immer nach Rezept und das macht es auch so spannend :))) Viel Erfolg für dieses Gartenjahr!

    1. Max

      Hallo Lisa,

      danke für deine Antwort!

      Die Zwiebeln wachsen bisher prächtig, finde es ja immer super, wenn die ersten grünen Spitzen aus den Steckzwiebeln hervorschauen. :-)

      Super Idee, einfach mal beides auszuprobieren. Momentan ist der Boden durch den Regen sehr feucht. Die Zwiebeln wachsen jetzt zum einen ander der ähnlichen Stelle vom Vorjahr und zusätzlich auf einem zusätzlich angelegtem Beet, von dem ich denke, dass es etwas durchlässiger ist.

      Bin gespannt, was das Jahr für die Zwiebel bringt. Deinen Ratschlag befolge ich gerne. Werde unterschiedlich dick mulchen und dann berichten, was es gebracht hat!

      Auch euch viel Erfolg für den Garten dieses Jahr!

      Lieben Gruß,

      Max

  3. Max

    Hi Michael,

    hätte da noch eine Frage bezüglich mulchen zwischen den Pflanzenreihen.

    Ich hatte letztes Jahr den Eindruck, dass den ausgebrachten Steckzwiebeln und dem Lauch die Mulchdecke nicht so gut bekommen ist.

    Die Zwiebeln sind soweit gut gewachsen, schönes grünes Laub und sind dann nach ausbringen des Rasenschnittmulches recht schnell eingegangen (Laub ist regelrecht verfault… o.O)

    Hast du eine Idee, was der Grund gewesen sein könnte? Darf man eventuell bei Zwiebeln gar nicht mulchen?

    Danke für alle Infos!

    lg Max

    1. Martina Zoderer

      Hallo Max!
      Zwiebelgewächse vertragen an der Basis nicht viel Feuchtigkeit. Versuche, mit Sand zu mulchen, bzw. einen Sandring um die Zwiebelbasis zu legen und den anderen Mulch erst weiter weg.

    2. Norbert Heinzle

      Liebe Freunde des Mulchen,
      Mit Rasenschnitt, ist etwas zu beachten. Lebe in den Tiroler Bergen und habe die Erfahrung gemacht, dass ein „Kurzrasenschnitt“ (Rasenmäherschnitt klebt zusammen), für ein direktes Mulchen unbrauchbar ist. Habe mir beholfen in dem ich den Rasenschnitt (vom Rasnmäher / besonders Frühjahr und Herbst oder bei feuchter Witterung) im Carbot dünn aubrachte um zu trocknen (anwelken zu lassen). Dies hat sich als dünne Mulchschicht gut geeinet. Doch die besten Erfolge hatte ich mit längeren Halmen (ab ca. 10 cm) wie bei einem Sensenschnitt. Da konnte man den Regenwürmern direkt zusehen, wie sie die Halme in den Boden zogen.

      Viel Spaß und Freude beim Anlegen von Beten

      Ein PS so nebenbei, bei Lehmhaltigen boden aktiviere ich die obersten Schicht mit einer Mischung aus Kompost mit Gesteinsmehl, Holzasche (Braunkohle aus dem Kaminofen). Dies impfe ich mit Tees oder Jauche oder mit EM (Energetische Mikroorganismen) oder mit Symbioflor. So ist bei einer Neuanlage, das Bodenleben sofort auf die natürliche Mulchschicht vorbereitet.

  4. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

    Hallo Mike,

    wenn Löwenzahn das einzige ist, was sich durch Deinen Mulch schiebt, nimm ihn hin. :) Löwenzahn holt Nährstoffe aus sehr tiefen Bereichen des Bodens und lagert sie in den Blättern ein – die kannst Du dann abrupfen und direkt vor Ort mulchen, dann gehen die Nährstoffe Dank des Bodenlebens in die obersten Schichten des Bodens – wo dann auch Deine Kulturpflanzen besser ran kommen.

    Und wenn Du fleißig die Blüten abzupfst, bist Du den jetzt vorhandenen Löwenzahn auch bald los, denn er ist eine zweijährige Pflanze und stirbt dann sowieso ab.

    Natürlich auch den neu durch hinzugeflogenes Saatgut wachsenden ein wenig jäten – und ein paar kannst stehen lassen, um Nährstoffe hoch zu holen – so mache ich es zumindest. :)

  5. Mike

    Hallo Michael!

    Ich bin gerade dabei eine 180m² Wiese zu mulchen um sie nächstes Jahr als Gemüsegarten zu nutzen! Es funktioniert bis jetzt ganz gut, bis auf die Tatsache das Löwenzahn immer wieder durch kommt! Sonst kommt fast nichts durch, nur Löwenzahntriebe sind es sicher 20/m²! Hab auch schon versucht mit Rasenschnitt nach zu mulchen aber er kommt immer wieder durch und schön langsam geht mit das Mulchmaterial aus!

    Hast du vielleicht einen Tip für mich!?

    Mfg Mike

    1. Katanka

      Löwenzahn als tiefwurzelnder Pfahlwurzler ist sowieso eine gute Beipflanzung zu Gemüsekulturen – ein lebender Bodendecker. Wenn der Raum hat kann er nen halben qm bedecken.
      Ich lass den bei mir leben, wenn er stört, wird er wie Michael schön sagt gerupft, manchmal kann man auch einen rausziehen, wenn man genau da was hinpflanzen will, und essen kann mans auch…
      wenn man noch Giersch, Brennessel, Melde, Malve und ein paar andre „Unkräuter“ hat, braucht ma nur noch n paar Pflücksalate und die Salatversorgung ist fürs ganze Jahr gesichert, ohne Angst vor Schnecken, und viel mehr guten Inhaltsstoffen…

  6. Peter

    Hallo Michael,
    wie ist das denn mit der Bodenerwärmung gemeint? Verrottungswärme?
    So wie ich das verstehe, hat Mulch eher den Effekt, krasse Temperaturschwankungen im Boden zu vermeiden, was ja für keine auch noch so wärmeliebende Pflanze besonders gut ist. Wenn man über den Winter mulcht, erwärmt sich der Boden im Frühjahr aber auch langsamer als kahler Boden.
    Gruß Peter

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Lieber Peter, Du hast völlig Recht, dass ist nicht nur falsch ausgedrückt, sondern einfach so nicht richtig. Was ich (hoffentlich) meinte ist natürlich das "Abdämpfen" von Temperaturschwankungen, und somit habe ich das direkt geändert. Vielen Dank für den Hinweis! :)

      Was Du über den Winter / Frühling schreibst stimmt absolut, darum mulchen wir verhältnismäßig wenig im Herbst und im Frühjahr erstmal so gut wie garnicht bis die Erde erwärmt ist. Unser Lehmboden hier hat's schwer genug beim Start ins Jahr.

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