Kuchen backen mit Sauerteig

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
7. November 2011

Auf der Suche nach Alternativen für Backtriebmittel sind wir irgendwann drauf gekommen Kuchen mit Sauerteig zu backen. (Das Brotbacken mit Sauerteig, gehört ja schon seit einiger Zeit zu unserem Alltag) Das ist schon eine Zeit lang her, doch gestern haben wir es endlich ausprobiert!

Da wir sowieso Brot backen wollten, hab ich mir ein Überbleibsel vom Sauerteig (also bestehend aus frisch gemahlenem Weizenmehl und einer Horde von übelst feiernden Partybakterien) abgezwackt und mit (bei uns) kuchenüblichen Zutaten vermischt: etwas Birnenpowidl zum Süßen, Prise Salz, Öl, etwas Zucker, etwas frisch gemahlenen Mohn… Leider koche und backe ich selten nach Rezept, daher die vagen Angaben. Aber jede/r der schon mal Kuchen gebacken hat, weiß ja uuungefähr, wie die Konsistenz vor dem Backvorgang auszusehen hat – daher einfach mit Flüssigkeiten und Feststoffen (also Öl, Wasser, etc. VS. Mehl, Mohn, Nüsse, etc.) experimentieren.

Ruhe in Frieden

Danach darf sich der Teig noch etwas in der Form in der Wärme ausrasten und kommt dann in den Ofen. Die Backzeit variiert wiederum je nach Ofen :) Bei unserem uralt Holzofen bringen mir Zeitangaben nichts, da heißt’s immer wieder nachschauen… wenden, drehen, streicheln… und trotzdem kann ich den bösen Ofen nie besänftigen – mit Vorliebe hüllt er die Böden von Kuchen, Brot und Co in ein schwarzes Kleid :) Aber gut, Übung macht die Meisterin.

Anyway! Das Ergebnis: Überraschend lecker. Als bekennendes Schleckermaul, hatte ich befürchtet, es würde mir nicht schmecken aber siehe da… Wie der Name schon verrät, schmeckt der Teig natürlich leicht säuerlich – aber es stört nicht mal mich, das soll was heißen :)

Ein Versuch lohnt sich also. Und das Ausprobieren verschiedenster Zutaten natürlich auch. Ich bin schon auf den nächsten Kuchen gespannt: Mit Nüsse, Früchten, Rosinen, etc. kann ich mir das Ganze auch gut vorstellen.

Zur Konsistenz noch kurz: Unseren Versuchskuchen kann man natürlich mit dem Vorzeige-Mamorkuchen nicht vergleichen. Wir haben es mit frisch gemahlenen Weizenmehl gemacht, heißt, volles Korn. Die Fluffigkeit bei üblichen Kuchen hat viel mit dem Weißmehl zu tun – kann man also auch so probieren.

Probiert es aus! Und nicht vergessen: Sauerteige sind wie ein lebender Organismus, ein kleines Universum. Daher nicht immer berechenbar – also bitte den Mut nicht aufgeben :) Viel Spaß!

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14 Gedanken über “Kuchen backen mit Sauerteig

    1. Michael HartlMichael

      Anders süss als eine Marmelade – halt die konzentrierte Fruchtsüße. Ich mag es deutlich lieber. Es geht glaub ich im Prinzip mit jeder Frucht – wenn es allerdings eine säuerliche Frucht ist, nimmt natürlich auch deren Säure-Konzentration zu.

  1. Meanna

    Habt nen tollen Blog hier, gibt viele schöne Anregungen und Ideen, auf die ich noch nie gestossen bin… aber wie es scheint, hab ich jetzt mal die Gelegenheit, euch im Gegenzug auch einen Tip zu geben.

    Du schriebst ja oben, dass ihr auf der Suche nach alternativen Backtriebmitteln seid…

    Habt ihr schon mal was von "Wildhefe" oder Selbstgemachter Hefe gehört/gelesen?

    Ist nicht meine Idee, aber ich dachte, ihr könnt damit vielleicht was anfangen…?

    http://www.chefkoch.de/forum/2,37,565799/Hefe-zum

    Ist ein toller Thread der im Verlauf die Methode genau beschreibt, und alle eventuell auftauchenden Fragen klärt. Könnt ja mal reinschauen^^

    auf jeden Fall: danke für diesen tollen Blog und viel Erfolg beim Weitermachen

  2. Claudia

    Da kann ich mich meinem/r Vorredner/in nur anschließen..bloß nix verkomplizeren. Wasser, Mehl, Heizung/Ofen, alle paar Stunden kräftig durchrühren, alle 12-24h füttern und nach paar Tagen isser fertisch…losbacken. p.s.rip my first sauerteig-completely verbacken ;-)

  3. Philip

    Hallo zusammen,
    sehr komplizierte Anleitungen da oben. Hab für meinen ersten Teig (und auch den 2ten *g*) einfach Mehl mit lau warmen Wasser (30min. auf die Heizung) verrührt und das ganze ca. 12Std. ruhen lassen. Dann wieder rühren, 12Std. ruhen lassen. Füttern mit lau-Wasser und Mehl. 12std. ruhe, rühren, 12std. ruhe, füttern usw.

    Irgendwann riecht der Teig säuerlich (bissl wie n Apfel). Fertig, der Rest ist experimentieren mit Zutaten und Backdauer/temperatur. Mein heutiges viertes Weizenbrot ist bisher das beste…

    http://www.der-sauerteig.com

  4. pro-edaphon

    Ergänzung, ich hatte über Nacht eine 20-Watt-Glühbirnenlampe in den Ofen gepackt für die gleichmäßige Wärme. Beim ersten Mal – über der Heizung – war mir der Teig über den Schalenrand gekrabbelt (war aber o.k)

  5. pro-edaphon

    Ich hatts auch nur mit Roggenmehl und Wasser gemacht

    nach dem SAUERTEIG-REZEPT aus "vegan und vollwertig geniessen" von Heimroth und Bornschein:

    1. Tag: 30g frisch gemahlenen Roggen mit 30ml lauwarmm Wasser verrühren.

    Backofen auf 100°C vorheizen, ausschalten und Schale mit Deckel in eine Decke gewickelt in den Ofen für 24 Stunden.

    2. Tag 30g Roggenmehl und 30ml lauwarmes Wasser nochmal dazurühren und das gleiche nochmal.

    3. Tag 100g frisches Roggenmehl mit 100ml lauwarmem Wasser dazurühren und wieder 24 Std in den vorgeheizten ausgeschalteten Ofen – mit Decke und Deckel.

    Hier heißt es in einem Schraubglas kann der Sauerteig 10 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, man solle aber noch etwas Mehl dazugeben, bis es ein mittelfester Teig ist.

    (Fotos: http://www.utopia.de/profile/wuerzsilie/galerien/… )

  6. Dietlind "Waldf

    Ja, das ist sicher ähnlich wie beim Wein. Wenn man Saft stehen lässt, kann man Glück haben und es wird Wein draus oder es setzen sich andere Keime durch und der Saft gammelt einfach. Deshalb gibt man vorsichtshalber Starterhefe dazu, um sicherzustellen, dass "die Guten" gewinnen.

    Man könnte den Hermann sicher auch einfach aus Mehl uns Wasser ziehen, aber mit der Hefe wird sichergestellt, dass sich nichts ekliges vermehrt (was in Weißmehl mit Industriezucker vermutlich auch noch leichter passiert als in Roggenmehl mit Wasser).

  7. Dietlind "Waldf

    Ich kenne den Namen "Herrmann" nur für diesen speziellen "Wandersauerteig", der mit einem Kettenbrief weitergereicht wird und nicht aus Roggenmehl, sondern aus 405er Weizenmehl und Industriezucker bzw. damit "gefüttert" wird.

    Man füttert ihn alle paar Tage und nach einer Weile teilt man ihn in (ich glaube 7) Teile, ein Teil füttert man dann weiter, ein Teil verwendet man zum Backen und die restlichen Teile gibt man mit dem erklärenden Kettenbrief weiter.

    Hatte ich auch schon ewig nicht mehr. Aber Herrmann hatte ich auch mal eingefroren und dann reanimiert. Ging prima. Geht dann sicher auch mit Roggensauerteig.

    Ach, schau mal: http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann-Teig

    http://koch.germanblogs.de/archive/2010/11/30/der

  8. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

    Aber nicht vergessen vom übrigen Sauerteig wieder etwas aufzuheben ;) Leider hab ich aus Vergesslichkeit auch mal unseren "Herrmann" getötet (also einfach alles verbacken ohne etwas vom Sauerteig aufzuheben)

    Ich kenne nur, dass man Herrmann zum Sauerteig sagt, aber wandern? Wie ist die genaue Story? :)

  9. Waldfussel

    Hi,

    kennt ihr nicht Herrmann, den wandernden Kuchensauerteig. Ich weiß nicht, was an ihm anders ist als an Brotsauerteig, aber er kommt mir wesentlich milder/geschmacksneutraler vor. Vielleicht aber wirklich nur, weil er mit Weißmehl und Industriezucker "gefüttert" wird.

  10. pro-edaphon

    Hihi ausrastende Partybakterien :D

    Da krieg ich glatt Lust, doch nochmal 'nen Sauerteig anzusetzen. Brot habe ich auch öfter gebacken – bleibt ja immer etwas Sauerteig über – und wenn dann noch Kuchen zukommt, lohnt es sich ja noch eher.

    Und ich hab dies Jahr sooooviel Zwetschgenmus gemacht, da sollte doch was gehen … na mal sehn.

    Vielen Dank für die Anregung Lisa!

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