Kosmetik zum Aufessen

Naturkosmetik ohne Gang zur Apotheke

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
15. Januar 2014

Etwas skeptisch holte ich dieses Buch über „Grüne Kosmetik“ aus seiner Verpackung. Die Bücher in die ich bisher zu diesem Thema meine Blicke warf, hatten mich nie überzeugt. Doch dieses Buch ist anders :)

Naturkosmetik zum Essen

Das trifft natürlich nicht auf alle Rezepte in diesem Buch zu und doch kommen sie eigentlich alle ohne Zusatzstoffe aus! Bisher hatte ich bei solchen Naturkosmetikbüchern immer das Gefühl dafür die halbe Apotheke aufkaufen zu müssen. Jetzt ist das anders. Die allermeisten Zutaten in Gabriela Nedomas Buch findet man im Garten oder kann man in der Natur sammeln. Den Rest findet man im Kühl- oder Küchenschrank, weil man es wahrscheinlich sowieso zuhause hat.

Genau so sollte es sein :)

Neben bekannten Naturkosmetikzutaten wie Honig, Apfelessig oder verschiedene Kräuter verwendet die Autorin auch viele Besonderheiten wie Tulpenblüten, frische Keimsprossen oder sogar Schokolade. Manche Rezepte klingen echt so lecker, dass man die Sachen am liebsten essen würde!

Vegane Alternativen

Positiv fällt auf, dass Frau Nedoma vegane Alternativen zu den Zutaten wie Ghee, Topfen oder Milch auflistet. Man kann die Zutaten also problemlos ersetzen um das gleiche Ergebnis zu erzielen. In manchen Fällen ist es sogar ganz praktisch wie ich finde, da zum Beispiel Kokosfett im Gegensatz zu Ghee länger haltbar ist – und so dann auch die Kosmetikprodukte ;)

Haltbarkeit der Naturkosmetik

Eines fällt bei der Naturkosmetika natürlich auf: Die begrenzte Haltbarkeit. Kein Wunder, da es zumal keine Zusätze gibt! Es sollte aber kein Problem sein kleinere Mengen zuzubereiten. Zudem könnte man die selbst gemachten Produkte mit der ganzen Familie teilen oder sie einfach so richtig verschwenderisch anwenden. Die Zutaten sind ja meist ruck zuck gesammelt und im Überfluss vorhanden.

Ausführliche Einführung

Das Buch hat übrigens auch eine sehr ausführliche Einführung mit vielen nützlichen Tipps und massig Infos – es ist echt interessant wie was auf unsere Haut wirkt. Geschichtliche Hintergründe, Vorratslisten sowie Check- und Einkaufslisten fehlen natürlich auch nicht.

Lust bekommen?

Dann hier noch zusätzlich ein paar Appetitanreger: Rosen-Himbeeren-Hautsmoothie, Deodorant mit Kirschblüten, Rhabarber Waschlotion, Waschcreme mit weißer Schokolade und Mohn oder Rosen-Salbei-Zahnpulver nach Hildegard von Bingen? Na, wenn das nicht vielversprechend klingt ;) Ich jedenfalls habe große Lust bekommen einiges nachzumachen. Nicht zuletzt um mir Gutes zu tun – einfach mal so zwischendurch. Ohne viel Aufwand, ohne viel Schnickschnack und aber auch beinahe ohne Geld! Die Rezepte sind sehr günstig bis gratis, weil draußen sammelbar ;)

Ein Rezept, habe ich übrigens vor einiger Zeit schon mal aus dem Buch ausprobiert: Kastanien-Apfel-Rosmarin-Shampoo!

Von dem Rezept bin ich noch immer begeistert – nur, dass ich in Zukunft noch kleinere Gläschen verwenden werde, weil ich nur so selten Haare waschen muss (1x pro Woche), dass mir das Shampoo bis zur nächsten Haarwäsche verschimmelt. Michael hat mich sogar gefragt wonach ich so lecker dufte – und dieses Shampoo duftet tatsächlich total gut!

Fazit

Wer also auf Kosmetik verzichten will, die industriell hergestellt wird, mit vielen Zusatzstoffen daher kommt und dann auch noch in Plastikmüll verpackt ist – ist hier prima beraten. Auch all jene die gerne leckere Zutaten verwenden und auch Konservierungsschnickschnack jeglicher Art verzichten wollen. Eine Wohltat für alle Sinne – manchmal sogar für den Geschmackssinn ;) Aber das erfahrt ihr in meinem nächsten Artikel. Ein (etwas schmerzhaftes) Rezept habe ich nämlich für euch getestet und für euch dokumentiert. Ich sage nur lecker, autsch und streichelweich, aber lest dann selbst :)

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Grüne Kosmetik – Pflege, die mir schmeckt

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Buch: Grüne Kosmetik
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15 Gedanken über “Kosmetik zum Aufessen

  1. Pingback: Hallo Sham-pasta! oder: Haarwäsche für Puristen | Reiche Erde

  2. Manuela Reisinger

    Ich kann das Buch „Grüne Kosmetik“ auch nur wärmstens empfehlen!
    Gabriela Nedoma gibt auch immer wieder Kurse zu diesem Thema.
    Ich mache bei ihr gerade die Ausbilung zur „Grünen Kosmetik Padagogik“ :-)

  3. Lisa B.

    Ich hab mir nach diesem Artikel das Buch in der Bücherei besorgt und direkt das Molke-Honig-Schampoo ausprobiert.
    Positiver Nebeneffekt des Schampoos: Ich hatte direkt etwas Frischkäse im Haus :)
    Leider ist das Schampoo nicht so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Haare haben sich danach immer noch fettig angefühlt.
    Vielleicht war es nicht das Richtige für mich, ich probiere weiter aus, irgendwas wird schon passen.

  4. isabella

    guten abend!

    meine frage ist nur, was ist besser eurer meinung nach? ein tierisches produkt wie topfen etc. oder kokosfett, welches bestimmt eingeflofen wird. haltet mich bitte nicht für blöd :) ich steh mir da immer selbst im weg, was nun vertretbarer ist. das tierische Produkt, oder ware die von weither umweltbelastend eingeflogen wird.

    liebe grüße und danke für die tollen anregungen, isabella

    1. Michael HartlMichael

      Da einfliegen deutlich teurer ist als mit dem Schiff importieren, schmerzhaft teurer, wird alles, was haltbar ist, mit dem Schiff und nicht mit dem Flugzeug transportiert. Das trifft fast sicher auf Kokosfett zu.

      Aber es bleibt natürlich immer eine individuelle Abwägungssache, wie so oft im Leben. Leider wird dabei oft so getan oder auch so nachgedacht, als gäbe es immer nur A und B. Oder manchmal auch A, B, C oder D. Aber oft gibt es auch die „Nicht-Option“. Sehr oft sogar. Also einfach nichts von den angebotenen Optionen wählen. Mir ist z.B. egal wie viele unterschiedlich designte Autos es gibt und wie viele unterschiedliche Finanzierungsmodelle mir dafür angeboten werden. Ich wähle ganz gerne keine der angebotenen Optionen. Und kaufe eben kein Auto. Ebenso kaufe ich weder Topfen noch Kokosfett, weil ich beides nicht brauche. :)

  5. einfacheinfachleben

    Hallo Lisa,

    vielen Dank für den Buchtipp. Werde ich mir als „Lesewunsch“ speichern, meine Bibliothek in Berlin hat´s, das habe ich schon schnell online nachgeschaut …

    Nachdem ich im letzten Frühjahr auf eine sehr minimalistische Körperpflege umgestiegen bin, ist es wirklich ein besonderer Genuß hin und wieder mal etwas Duftendes auszuprobieren.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

  6. Atessa

    Danke für diesen Buchtipp!
    Vor allem das Zahnpulver dürfte für dich ja besonders interessant sein, da du ja noch keine dauerhafte Alternative gefunden hattest, meine ich?
    Ich werde mal überlegen, mir das Buch anzuschaffen. Bisher waren wirklich alle Buchempfehlungen ein Volltreffer!
    Herzlichst,
    Atessa

  7. stena

    Ich bin jedesmal begeistert, wenn ein neuer Beitrag von euch zum Lesen ist.
    Zu diesem Thema hab ich eine Frage: könnte man zum Beispiel diesen Kastanien-Apfel-Rosmarin-Shampoo als Eiswürfel einfrieren lassen? Zum Waschen wäre diese Portion glaube ich optimal. Was sagt ihr dazu?
    Habt ihr ein Gefrierfach/schrank?
    Ich bin ein riesen Fan von euch, weiter so!
    Ganz liebe Grüße aus NÖ

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