Kochen mit meiner Kuscheldecke

Die Kochkiste - Energie sparen mit einem Trick aus Omas Zeiten

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
27. April 2013

Hast Du schon mal von einer Kochkiste gehört? Nein? Dann wird es Zeit! Kürzere Kochzeiten, kein Anbrennen und noch viel mehr :)

Eine meiner lieben Omas hat mir vor einiger Zeit mal ein – nein, nicht nur ein, IHR Kochbuch schlechthin geschenkt. Es ist wirklich uralt – die Sprache und vor allem die Anschauungen über „die perfekte Hausfrau/Köchin“ sehr amüsant…

Wie dem auch sei, auf einer der ersten Seiten findet sich eine lange Beschreibung zur sogenannten „Kochkiste“ – die Argumente dafür sind wirklich witzig und nur unwesentlich ökologisch angehaucht…. Mein Lieblingszitat: „Die Kochkiste leistet der Hausfrau vorzügliche Dienste; deshalb sollte sie in keinem Haushalt fehlen!“

Alles klar!

Ich finde die Kochkiste – oder eine Improvisation davon – einfach genial, denn egal ob Strom, Gas, Holz, Induktion,…. ich kann die Kochzeit verkürzen! (im energietechnischen Sinne!) Besonders gut funktioniert es nach meiner bisherigen Erfahrung nach mit Getreideprodukten, Linsen oder mit Bohnen, die keine ewige Kochzeit haben.

Wissensfundus aus alten Büchern

Wissensfundus aus alten Büchern

Am Beispiel Rollgerste…

Ich koche also die Rollgerste kurz auf (max. 5 Minuten) – dann kommt sie vom Herd direkt in die Kochkiste: In meinem Fall wird sie einfach dick eingewickelt mit allem was sich findet… Kissen, Decken, Gartenmöbelbezüge… zwischen Topf und Decken lege ich immer ein Handtuch, weil ich immer Angst hatte, dass eine dieser Kunstfaserplastikdecken schmelzen könnte…^^

Den Topf schön auf ein Handtuch stellen...

Den Topf schön auf ein Handtuch stellen…

Da drin bleibt das Ganze dann für ca 30 Minuten – zumindest wenn sie die übliche Kochzeit zwischen 10-30 Minuten bewegt. Bei Sachen, die länger brauchen (z. B. Weizen-, oder Dinkelkörner) empfehle ich erstmal sie über Nacht einzuweichen. Kochen tu ich sie dann immer für ca. 10 Minuten und dann bleiben sie auch etwa eine Stunde in dem Stoffknäuel drinnen ;)
Es funktioniert üblicherweise auch ohne Einweichen (ich bin ja eher so ein spontan-Mensch ^^) – uns stört aber die Bissfestigkeit nicht ;)

...einmal eingewickelt, damit nichts tropft oder durch die Hitze gar "schmilzt"

…einmal eingewickelt, damit nichts tropft oder durch die Hitze gar „schmilzt“

Mit Linsen und Bohnen, die keine all zu lange Kochzeit haben funktioniert das auch ganz gut!

Wichtig ist vor allem, dass der Deckel nie, nie, nie geöffnet wird, weil sonst der Dampf entweicht, auf dem das Ganze basiert. Also das Zeug mit Deckel kochen (sich vorstellen, dass er angeklebt ist ;) und dann sofort in der „Kiste“ verpacken.

Und alles drauf schmeissen was den Topf dämmt und die Hitze hält!

Und alles drauf schmeissen was den Topf dämmt und die Hitze hält!

Ach ja, die Kochkiste

Natürlich kann man das alles auch noch professioneller gestalten und eine Kochkiste bauen, die man mit Stroh, Zeitungspapier oder sonstigem dämmt. Ich hatte bisher keine Zeit und Platz haben wir dafür eigentlich auch nicht. Je professioneller und dichter die Kiste, desto besser wirds auch funktionieren. Allerdings hat meine Impro-Variante bisher immer gereicht. Beim Kochen wird einfach das ganze Couch-Kuschelzubehör zweckentfremdet und danach ist es auch schnell wieder weggeräumt bzw. zurück auf die Couch geschmissen. Haha, und einen warmen Hintern gibts gratis dazu, wenn man sich dann in die Kochkistendecken kuschelt und auf die warmen Kissen setzt ;))

Übrigens ist die Kochkiste auch perfekt um Essen warm zu halten ;) Es bleibt wirklich warm bzw. heiß (wahrscheinlich je nachdem wie lange es da drin bleibt, aber nach einer Stunde ist es auf jeden Fall noch brütend heiß!)

Wirklich einen Versuch wert das Ding! Ich liebe es! :) Habt ihr ähnliche Omi-Tricks auf Lager?

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37 Gedanken über “Kochen mit meiner Kuscheldecke

  1. Mara

    …ein Simmertopf ist ein doppelwandiger Topf (meiner ist aus recht leichtem Material. Alu) Er hat seitlich einen Einfüllstutzen für das Einfüllen des Wassers und einen Verschluß wie beim Wasserpfeifkessel. Ich habe darin die Kinder- milch breie der Babies gekocht und er hatte die Signalpfeife falls er mir im Trubel aus der Sicht gekommen war. Es war halt prima: keine Milch übergekocht und auch nicht angebrannnt. Die relativ kleinen Topfe gibt es auch jetzt noch im Handel.

  2. Maria

    Hallo!

    Bin heute über FB auf den Beitrag gestoßen. Das ist lustig, weil letzten Sommer im Urlaub habe ich mich mit dem Thema auch auseinander gesetzt. Wir waren in Italien, wo es nur Gaskocher gibt und der Reis vom Gaskocher ist nicht so meins. Also habe ich nachgedacht, dann ist mir die Kochkiste eingefallen und ich habe ihn angekocht und danach in ein Handtuch gewickelt ins Bett gesteckt.

    Das war einfach perfekt!

    lg
    Maria

  3. Sandra

    Ich finde das auch eine schöne Idee, die ich sonst nur von selbstgehäkelten Topfwärmern kannte. Die kann man sich passgenau selber für jeden Topf machen und dann das Essen warm halten. Aber auch grundsätzlich eine inspirierende Anregung, sich nicht nur mehr Zeit beim Essen, sondern auch beim Kochen zu lassen. Schonend zubereitet schmecken doch auch viele Produkte besser, oder?

  4. Silke

    :-) Ich kenn das so ähnlich- aus meiner DDR-Zeit-Kindheit. Allerdings kam der Topf damals in eine aufklappbare Eckbank, eingewickelt in Lagen Decken u.ä. Und ich erinnere mich, dass das Essen auch superlang warmblieb. Schade, dass wir keine Eckbank haben…aber danke für den Tip- werden wir auch nutzen!

  5. Cuisimonde.com

    So eine Kochkiste stand jahrelang bei meiner Oma auf dem Dachboden und keiner wusste so recht was mit ihr anzufangen bis sie schließlich irgendwann entsorgt wurde. Schade drum! Aber in meiner kleinen Bude würde das Teil sowieso nur zu viel Platz wegnehmen. Leider.

  6. Kate

    Hallo zusammen, das mit der Kochkiste ist sehr interessant und ich würde gern wissen wie das buch heißt.

    Das Töpfe unter unsere bettdecke wandern ist bei uns ja schon gang und gebe ;-)

    GlG Kate

  7. Andreas

    Das geht auch mit Kartoffeln und sorry, Hackfleisch.

    Ich nutze aber auch wie oben beschrieben, die "Nachwärme" der Platte.

    Bei Mehrkomponentenessen baue ich provisorisch einen Kochturm. Unten in den Topf kommt das Gemüse mit wenig Wasser, drüber in den Dämpfer kommen die Kartoffeln. Dann hänge ich noch einen kleineren Topf oben rein. Muß natürlich die optimale Größe haben. Da kann dann noch eine dritte Komponente rein, was immer das ist.

    Deckel drauf und dann das Wasser zum kochen bringen, sofort abschalten, große Alufolie drauf (nehme immer die selbe)und einen ganzen Schwung Geschirrtücher drüber. Dann überlasse ich den Topf einige Stunden sich selbst. Ist wohl aber schon eher gar.

    Nur für die Sauce die ich aus dem Gemüsesud mache, schalte ich die Platte noch mal kurz an.

    1. Brigitte

      Jein; ich stelle die Kartoffeln auf den Herd, Deckel rauf, einmal aufkochen. Platte ausschalten Topf auf der heißen Platte lassen und ca. 1/2 Stunde später sind die geviertelten Kartoffeln gar. Bei ganzen Kartoffeln (ca 5 kg) dauert es bei mir eine Stunde. Wichtig sind dabei gute Kochtöpfe (meine sind 18/10 Edelstahl mit gutem Boden) und, daß man die Kartoffeln (oder Reis, Gemüse,..) wirklich aufkocht und zwei/drei Minuten kochen läßt. Suppe und ganze Kartoffeln, bzw. größere Mengen (ca 5 kg/Liter und mehr) dann 10 bis 15 Minuten kochen! lassen

  8. Petra Stahl

    Also bis jetzt habe ich ja immer nur meinen Pizzateig gut in einer Wolldecke eingepackt. Da ich aber auch ein "Huelsenfruechte" Feinschmecker bin, werde ich das auch mal mit diesen Fruechtchn ausprobieren. :))

  9. kristina

    Hallo,

    gute Idee. Generell stellt bereits das Kochen mit Deckel eine Energieersparnis dar, weil die Flamme auf der niedrigsten Stufe gehalten werden kann. Gasherde sind umweltfreundlicher als Elektroherde, die reine Energiefresser sind (großer Energieverlust), am ökologischsten sind wahrscheinlich diese riesigen Holzherde mit denen man gleichzeitig einheizt. (meine Oma hatt einen von denen)

    Danke für die immer wieder guten Anregungen!

    Kristina

    1. Brigitte

      Ja, der gute Holzofen. Ich habe beim letzten Holznachlegen immer noch schnell einen Topf raufgestellt, Fleisch, Zwiebel, Karotten und Suppengemüse hinein, mit ca 8 l Wasser aufgegossen. Gewartet bis alles ca. 10 Minuten gekocht hatte, Deckel hinauf (ich weiß, gute Köche sagen, die Suppe muß offen kochen) und dann bin ICH ins Bett, die Suppe blieb auf dem Herd. Ungefähr sechs Stunden

      später ist die Suppe fertig gekocht, sehr schmackhaft und sogar noch warm für eine Morgenmahlzeit.

  10. Anne

    Koche schon seit Jahrzehnten mit der Kochkiste.Alles was eine lange Kochzeit hat; Reis, Getreide,Hülsenfrüchte,Eintöpfe mit Wurzelgemüse,englischer Pudding in Puddingform mit Deckel.Ein Vorteil ist auch das ich am frühen Morgen einen Essen vorbereiten kann und gegen 13.00 bis 14.00 gegessen werden kann ohne das,das Essen verkocht ist. Es lohnt sich einfach mal zu versuchen was so möglich ist. Wünsch dir viel Erfolg bei deinen Versuchen.Grüße aus dem Rheinland Anne

  11. rEINHOLD

    Kochen mit Kochkiste ?

    Ich koche mit Dampfkochtopf und Induktionskochplatte !

    Mit Kochplatte kann ich Zeit und Temperatur regeln ,

    somit gibt es auch eine Zeitersparnis um mindestetens

    die Hälfte der Zeit . Der Dampfkochtopf speichert

    die Wärme sehr lange .Zusätzlich gibt es die Möglichkeit den Topf auf eine wärmespeichernde Platte

    zu stellen .

    Mit Sonnenenergie kochen ,eine Solarkochkiste bauen

    oder einen Hobokocher basteln !

    Kochen und Grillen ohne Strom , wie im Mittelalter .

    Reinhold

  12. christa reitermayr

    geht auch super zum reiskochen! notfalls tuts aber auch ein speisethermo-behälter: reis o.ä.(getreide würd ich auch vorher über nacht einweichen) und was sonst noch dazu passt (z.b. erbsen, kleingeschittene/ geriebene karotten, getrocknete pilze,kräuter…), kochend heißes wasser drauf, deckel zu. nach ein paar stunden ist alles essfertig- sehr praktisch, wenn die zeit berufsbedingt knapp ist.

    übrigens hat m. schütte-lihotzky die kochkiste standardmäßßig in ihre frankfurter küche eingeplant (könnt ihr euch im wiener mak ansehen)

    liebe grüße, christa

  13. Marie - Hinterw&auml

    Stimmt, da kommen alte Erinnerungen hoch: Meine Oma hatte auch ständig einen Topf am Fußende ihres Bettes unter die Decke gepackt. Da bekomme ich direkt Lust, sie nach noch mehr solcher Tricks auszufragen. Es soll nicht zynisch klingen, aber solch altes Wissen wird, wenn es nicht in Büchern steht, bald weniger präsent sein. Dass Großeltern unheimlich viele geniale Dinge wissen, habe ich neulich wieder gemerkt, als mir meine Großeltern auf ihrem Hof gezeigt haben, wie man Seile dreht. Genial.

    Wir nutzen bisher einen elektrischen Joghurtzubereiter, aber ich finde die Idee mit der Styroporkiste viel besser. Hoffend, dass sie nicht schmilzt?! Manche stellen ihren Joghurttopf wohl auch einfach in die obere Ecke eines warmen Raumes – habe ich auch noch nicht probiert.

    Liebe Grüße,

    Marie

  14. Antje Radcke

    Yep, deinen Tipp mit der Kochkiste habe ich noch als Motivationsschub gebraucht, um das endlich auch mal anzugehen. Danke! Habe vor einigen Wochen damit angefangen, meinen Joghurt mit dieser Methode herzustellen. Mir ist nämlich eine kleine Styroporkiste mit festschhließendem Deckel zugelaufen. Sie hat genau die richtige Größe für ein 500-ml-Glas plus Luftpolsterfolie (Verpackungsrest) drumrum. Nun erwärme ich die Milch (geht auch mit vegetarischen Varianten) auf 45°C, gieße sie über einen Esslöffel voll fertigen Joghurt und packe das ganze über Nacht in die Kiste. Morgens habe ich dann schnittfesten Joghurt-

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      Meintest Du mit "vegetarischer Variante", dass das auch mit Sojajoghurt geht? Und wie meinst Du "die Milch über einen Löffel Joghurt gießen"? So dass die ganze Sojamilch mal Joghurt berührt hat, oder wie? Muss ich mal ausprobieren… :)

  15. Helga

    Hallo, diese Methode wende ich immer zum Warmhalten von Essen an, wenn zu unterschiedlichen Zeiten gegessen wird. Man muss Fleisch, Gemüse oder ähnliches dann nicht noch mal erhitzen. Auch gegarte Kartoffeln kann man sehr lange warmhalten, allerdings muss man dann zwischen Topf und Deckel ein Geschirrtuch legen, damit kein Kondenswasser auf die Kartoffeln tropft. Dadurch würden sie weniger gut schmecken

  16. Cheng Wai

    The Decke trick i only use for Zopf and for that something extra for Joghurt which i make in a vacuum flask.. Otherwise i heard of the Indians using the heat behind the fridge for their Joghurt. Sounds ok but i got no place behind mine :p

    With Milchreis, well, if one just soak it min 30min before, the cooking time will be already shortened anyway.. What's easy is to cook the rice first with water only, then heat it up with milk and sugar at eating time. In fact i'll cook enough rice for 2-3 times of serving as my 2-year old eats like a bird.

    One could also use leftover rice from previous day's dinner or something… and toss in rosinen in too and call it Kheer. It makes more sense to cook more always when the additional quatity only needs a lil more energy or not at all.

    Greetings from Zürich

    (Sorry, meine Deutsch ist wirklich schlecht und so i muss in Englisch screiben sonst sie können mich nicht verstanden)

    Btw i tried the Löwenzahn Honig. It was super :) Merci viel mal für die Rezept. Schön gelb, great improvement over the usual braun haha…

  17. Blumenkind

    Genialius!! Der rechte Tipp zur rechten Zeit! Sind quasi direkt vor der Abfahrt – 1 Monat Campingurlaub in Italien. Mit Mini-Gaskocher. Und dicken Schlafsäcken plus mega warmer uralt WollDecke (kein Plastik ) von unserem Ersatz-Opa-Freund-ehem.Weinbauschulprofessor mit dabei. Da wird sich mein Hase morgen freuen wenn ich ihm von dieser Methode berichte! :-) ) Danke!! und Liebe Grüße Doris Presch

  18. Claudia

    Ich kenn das nicht als Kochtechnik, aber wohl zum Warmhalten. Oma hält so das Essen warm. Einfach den Topf in ein Handtuch wickeln und dann ab unter die Decke damit. Bei Bohnen und Hülsenfrüchten wär ich da aber vorsichtig. Gut vorstellen kann ich mir aber, einen Simmertopf dafür zu benutzen. Dann bleibt die Hitze noch besser drin.

    Grüße&Danke für den Bericht, claudia

  19. Stefanie

    Unser Milchreis zu Hause bei Mutti ist immer schlafen gegangen im Elternbett… Früh gekocht – ich müsste mal fragen, wie lang, aber es war recht kurz – , dann eingekuschelt, bis Mittag war er gequollen und auf eine gute Esstemperatur abgekühlt. :) Wir essen selten welchen, aber wenn, dann deck ich ihn auch zu!

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