Kletterhilfen, Mulch und Sand

Michael Hartl
Von Michael Hartl
31. Mai 2010

Trotz einiger immer deutlich werdender Erschwernisse, mit denen wir hier zu leben haben, ist ein weiteres arbeitsreiches Wochenende hinter uns. Da Lisa unter der Woche auf der Uni ist und ich mich um die Arbeit für meine Firma kümmern muss, bleibt uns zum Arbeiten oft nur das Wochenende.

Die sich sehr gut entwickelnden Erbsen haben zum Beispiel Kletterstangen bekommen, um nicht ständig vom Wind umgeweht zu werden. Die Sorte, die wir angepflanzt haben, kann unter optimalen Bedingungen bis zu zwei Meter hoch ranken! Wir sind gespannt, wie viel es hier oben werden.

Für die Tomaten haben wir ein Beet unter einem Vordach angelegt, damit möglichst wenig Regen dort hinkommt. Der Regen bringt nämlich die Krautfäule zu den Tomaten, so dass ein regengeschützter aber sehr sonniger Standort ideal ist. Nun haben wir halt ein Beet, das regelmäßig gegossen werden muss.

Den Boden schützen und ernähren

Auf dem Beet, das sich sehr gut entwickelt, haben wir bei den ersten Pflänzchen mit dem mulchen begonnen. Es wird also organisches Material um die Pflanze herum auf dem Boden verteilt. Dies hat mehrere positive Eigenschaften.

Einerseits wird der Boden bedeckt, was dem Verschwinden des Bodens (Erosion) entgegenwirkt, da mit einer Mulchschicht weder Wasser noch Wind freien Zugang zur Erde haben. Weiter wird die blanke Erde durch den Mulch von der Sonne abgeschirmt und kann damit die Feuchtigkeit länger halten. Andererseits dienen die Stoffe, mit denen wir Mulchen auch als Nahrung für das Bodenleben. Würmer und andere wichtige Tiere können sich somit gut ernähren, vermehren und den Boden mit Nährstoffen versorgen und ihn lockern.

Erste Rückschläge für unser Experiment

Immer deutlicher werden aber auch die Schwierigkeiten, die unser momentaner Standort mit sich bringt. Wir haben sehr sandigen Boden, zum Beispiel. Ein Foto einer Stelle, an der dies besonders deutlich wird, seht ihr am Ende des Textes.

Der Boden ist teils sehr verdichet. Das bedeutet, dass er durch verschiedene Einflüsse in den letzten Jahren „zusammengepresst“ wurde. Ein Beet, das extra mit einer dicken Schicht aufgelockerter Erde versorgt wurde ist trotzdem nahezu unverwendbar, da sich fast kein Bodenleben mehr dort befindet. Die Folge der jahrelangen Verwendung der Fläche als Parkplatz durch die Vorbewohner_innen.

Und die Höhenlage, über die wir neulich erst geschrieben haben, sorgt tatsächlich dafür, dass hier oben alles um mehrere Wochen verzögert abläuft. Egal ob Aussaatzeit, Wachstum oder Reife. Somit wird es interessant, welche Pflanzen uns hier oben gedeihen und welche Früchte auch voll ausreifen.

Wir sehen diese Punkte aber als große Herausforderung, die wir gerne annehmen. Jeder Fehler den wir machen dürfen, hilft uns einen Schritt weiter zu gehen. Und wenn wir hier lernen, unseren Nahrungsbedarf selbst zu produzieren, dann steht der Weiterentwicklung unseres Projekts nichts mehr im Wege!

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6 Gedanken über “Kletterhilfen, Mulch und Sand

  1. Dagmar

    Hallo ihr, iich habe mir im letzten Jahr ein Hochbeet angelegt und mich vorher über EM (effektive Microorganismen und Terra Preta informiert.
    Ich hatte eine Super Ernte, alles ist sehr gut gewachsen und hat wunderbar geschmeckt. Wenn es „Schädlinge “ gab habe ich die Pflanzen nochmal extzra mit verdünnter EM Brühe besprüht und alles war wieder gut. Ich kann das nur empfehlen und es bringt mit wenig Aufwand einen super Ertrag, kräftige, gesunde Pflanzen und Früchte.
    Gruß aus Deutschland

  2. Brigitte

    Tolle Seite und spannendes Projekt.
    Für euer Tomatenproblem: ich habe dieses Jahr verschiedene Tomatensorten verwendet, die der Wildtomate nahekommen. Da sind zwar die Früchte relativ klein, dafür aber auch zahlreich. Die Aufzucht war unkompliziert und die Ernte groß genug! Die Pflanzen halten sogar einen nicht überdachten Standort aus.
    Ein Teil der Pflanzen wurde von mir im Topf gezogen, einen anderen Teil habe ich nach der Vorzucht in den Gartenboden ausgepflanzt.
    Unterschied: Der Gartenboden hat die Pflanzen stärker, robuster und die Früchte fast doppelt so groß werden lassen, als die Topfzucht.
    Ich hatte 6 Pflanzen draußen und 8 im Topf.

  3. Anna

    Hallo, man könnte sich überlegen für besondere Pflanzen, die eben nicht so gern ihren Standort auf sandigen Beeten haben, ein Hochbeet bzw. Hügelbeet anzulegen. So ein Hügelbeet ist relativ simpel aufgebaut man wird gleich noch Geäst, Gehölz, Gestrüpp aus dem Garten 'los'. Wir sind grad am bauen und können damit prima viele stachelige Heckenrosen loswerden. Als Rankhilfe haben wir genug Holzmaterial in Form von etwa 5jährigen Pflaumenbäumchen. Liebe Grüße, Anna

  4. Pecoraro-Schneider,

    Eine Superseite – Kompliment für die Übersichtlichkeit!

    Wir nehmen Haselzweige als Rankhilfe für die Erbsen.

    Wir sind wesentlich älter und haben Mitte 2010 begonnen, unseren Garten für die Selbstversorgung herzurichten.

    Viele grüne Grüße und ein gutes Gartenjahr

    Sabine und Reinhard

  5. Pingback: Fertig für den Winter | Experiment Selbstversorgung

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