Kartoffelfeuer ohne Alu-Ungeheuer!

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
26. Oktober 2011

Ich liebe Kartoffeln vom Lagerfeuer! Das einzige, was mich immer gestört hat, ist das Einwickeln in die Alufolie… Einfach nur unnötiger Müll.

Irgendwann hatte ich mich damit abgefunden, einfach keine Kartoffel mehr am offenen Feuer zu machen bis mich so eine Zeitschrift für Landromantiker_innen auf eine geniale Idee gebracht hat:

Kartoffel im Lehmmantel

Früher hat man nach der Kartoffelernte mit den Ernteresten des Kartoffelkrauts ein großes Feuer gemacht (wahrscheinlich um Kartoffel-Krankheiten zu eliminieren). Gleichzeitig wussten die Menschen natürlich zu feiern :) Deswegen wurden die Kartoffeln einfach mit einem Lehmmantel umwickelt und im Feuer gegart.

Kartoffel "Knödel"

Kartoffel „Knödel“

Alufolie ade!

Ich weiß echt nicht, warum ich da nicht früher drauf gekommen ist. Dabei ist es so naheliegend :) Wie auch immer, ich habe mich riesig gefreut und wir haben es natürlich gleich ausprobiert. Man mischt einfach einen Lehm“teig“ an (experimentiere einfach mit deiner Erde die Du im Garten hast, ansonsten findest Du bestimmt lehmigen Boden in Deiner Umgebung) und ummantelt damit die Kartoffel (Wie beim Marillenknödeln machen :)) Rein in die Glut damit und warten :) Ich schätze es hat so 20min gedauert, bis die ersten durch waren – einfach mal testen nach einer Zeit. Wir hatten einfach leckeres Öl mit Knoblauch und Salz dazu.

Leider hab ich es ein bisschen verpasst diesen Artikel früher zu posten und jetzt ist es schon etwas kalt draußen, aber vielleicht ist gerade das ein Anlass noch mal ein wärmendes Feuer zu entflammen ;)

Kartoffel im Feuer

Kartoffel im Feuer

Fertig!

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29 Gedanken über “Kartoffelfeuer ohne Alu-Ungeheuer!

  1. Ana Lopez

    Hallo Lisa,
    in Südamerika hab ich Aschebrot gegessen bei den Mapuche aus der Glut des Restfeuers,

    Die Fladen werden einfach in der Restasche vergraben, wenn noch Glut da ist und dann nachher ausgebuddelt, ausgeklopft und gegessen,
    schmeckt super lecker…da war auch keine Hefe drin, einfach Mehl, Wasser, etwas Salz.
    Wenn es ein einfaches Holzfeuer ist ohne Schadstoffe,
    kann man eben auch noch super Fladenbrot drin backen…

    liebe Grüsse,
    das mit den Lehmmantelkartoffeln merk ich mir wenn ich mal wieder mit Kindern was mache…

    Ana

  2. Martin

    So was ähnliches habe ich auch mal aus Asien gesehen. Dort wurde Fisch, zusammen mit irgendwelchen Kräutern und Zitrone in ein Bananenblatt gehüllt und dann mit Lehm umschmiert. Danach übers offene Feuer gelegt.

    Wer also die oben beschriebene Variante des Kochens gut findet, jedoch Angst vor dem Dreck hat, kauft sich einfach ein paar Bananenblätter oder sonstig Geeignetes aus der Natur.

  3. Pingback: Alles Alu…? | langsamerleben

  4. Besucher

    Leider ist es wirklich so: viele "Lebensmittel" werden besprüht, um eine Aussaat zu verhindern. Meistens mit der Argumentation: längere Haltbarkeit. Ich möchte ins Ausland gehen und sammle schon seit längerer Zeit diverse Samen. Manches habe ich versucht hier in Österreich anzubauen, leider vergebens! So ist man gezwungen Samen zu kaufen. Wenn man dies aber von der Arche Noah besorgt, bzw. nicht hybrid Samen erstehen kann, muß man halt dann selber vermehren. So kann man sich den stetigen Samenkauf ersparen.

  5. Pingback: Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. | Lagerfeuerkartoffeln ohne Alu

  6. Heike

    @Kristina,

    ich verwende immer normale Kartoffeln die ich wieder einpflanze…. sie werden alle wunderbar und üppig!

    Wenn eine Kartoffeln angeschnitten wird, muss die Schnittfläche mit Holzasche desinfiziert sein, weil sonst Keime eindringen und die Kartoffel fault.

    LG Heike

  7. Mariela

    Seit einem Jahr erst habe ich einen Garten.Im Frühjahr habe ich ein paar verschiedene BIO Kartoffelsorten gepflanzt. Zum Teil waren es ausgetriebene alte Kartoffeln und andere habe ich auch frisch gekauft und eingesetzt. Sind alle was geworden, aber sehr üppig war die Ernte nicht. Ich habe verschiedene Sachen ausprobiert… z.b. Kartoffeln nur auf die Erde legen und nicht eingraben und mit Stroh mulchen. Sind auch was geworden und man muss nicht so viel graben. Jetzt habe ich reichlich Pferdemist im Garten verteilt und hoffe im nächsten Jahr auf eine größere Ernte.

    Eure Seite finde ich sehr inspirierend!!! Was mich momentan auch noch fasziniert, sind die Earthship Projekte!!! …das nenn ich Freiheit … mmmmhhh … unabhängig von Strom, Wasser … und trotzdem ist alles da, was man braucht und im vorgelagerten Gewächshaus kann man sein Gemüse ziehen! Man lebt in Einklang mit Mutter erde und recycelt dabei noch Altglas und alte Autoreifen… Einfach suuuper! Das ist unsere Zukunft Leute!!! Schaut Euch einfach mal die Bilder an… das ist Wohnen für die Seele … :)))

    Schaut Euch mal die Bilder von den Earthships an …

    .

    mit lieben Grüßen

    die Mariela

  8. Dietlind "Waldf

    Evtl. faulen die aufgeschnittenen Kartoffeln. Es wird davon abgeraten, die Kartoffeln vor dem Setzen zu "verletzen", weil sie dann anfälliger für Krankheiten werden.

    Allerdings hat meine Mutter früher oft unbeabsichtigt Kartoffeln gezogen, weil sie Küchenabfälle einfach in Zeitung gewickelt im Gemüsegarten vergraben hat und dann die gekeimten Kartoffelschalen sogar noch Kartoffelpflanzen hervorbrachten.

  9. Kristina

    Apropos Kartoffeln…Unlängst hatte ich ein interessantes Gespräch mit meinem Vater, dem es seit einigen Jahren nicht mehr gelingt, ausgekeimte Kartoffeln tatsächlich zum Wachsen zu bringen. Er hat das rein aus Neugierde versucht, ohne wirklich vom Fach zu sein. Allerdings konnte er sich erinnern, dass er als Kind immer dabei geholfen hatte, die Kartoffeln auf diese Weise zu setzen und sie jedes Mal ohne Probleme auswuchsen. (die gekeimte Kartoffel wurde halbiert und dann mit den Keimen nach oben eingesetzt)Könnte das Nichtauswachsen am falschen Boden liegen, oder hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Mir schwant nämlich bei solchen Dingen immer die Veränderung der Lebensmittel vor, damit der Bauer am Ende gezwungen wird, immer neue Samen zu kaufen. Ich will jetzt keine Verschwörungstheorien vom Zaun brechen, aber die Macht der Großkonzerne, und zahlreiche Schritte in die falsche Richtung (Patente auf Lebensmittel) beunruhigen mich. Wahrscheinlich sollte ich zur Nervenberuhigung einfach probieren, die gekeimten Kartoffeln meiner Biobäuerin einzusetzen, um zu sehen, ob sie auskeimen. Oder mit ihr über die Pflanzmethode sprechen…LG

  10. Helga

    In meiner Kindheit haben wir zur Zeit der Kartoffelernte immer gleich das Kraut auf dem Feld verbrannt. Dadurch war damals jedenfalls in unserer Gegend die Braunfäule nicht bekannt. Und in dem Krautfeuer haben wir immer Kartoffeln ohne Alufolie und ohne Lehm gegart. Die schwarze Schale wurde mit einem Messer entfernt. Das war nach dem Sammeln dann unser Abendessen auf dem Feld.

    Heute dürfen wir bei uns keine offenen Feuer mehr anzünden. Ob das das Klima retten wird? Ich weiß es nicht.

    Liebe Grüße Helga

  11. ruth caspersmeyer

    wieder mal lauter gute ideen! das mit den erdgruben von Buddha werd ich irgendwann mal ausprobieren ,hoert sich sehr gut an!! in dem backofen benutze ich einen irdenen kartoffeltopf. in der frueh wasche ich die kartoffeln und leg sie mit rosmarin in den kartoffeltopf (ohne fett und wasser )deckel drauf und in den backofen des holzkuechenherdes auch wenn das feuer spaeter ausgeht(muss um 9 zur arbeit) sind die kartoffeln mittags wenn meine tochter aus der schule kommt gar und sogar noch heiss .im elektrobackofen dauerts 2 std. bei gleichbleibender temp. von 180-200 grad .vielleicht interessiert das ja die leute ohne lehm oder freilandbratmoeglichkeiten

    viel liebe gruesse ruth

  12. irishwolfhound

    geniale idee! danke! mich nervt die aluvariante schon die längste zeit und ich hab mir geschworen, wenn die vorhandene folie aufgebraucht ist, keine mehr zu kaufen. schön, dass es weiterhin grillerdäpfel geben wird!

  13. buddha

    die idee ist gut! ich habe es oft noch anders gemacht! ich habe eine entsprechende grube ausgehoben und eine nachbargrube, diese war etwas tiefer, dahinein kamen die kartofeln! diese wurden nun mit erde abgedeckt, so daß wenn man das darauf brennende lagerfeuer in die andere grube harken kann. mittels eines zugriffs kann man die kartoffeln prüfen ob sie schon gar sind, dies funktioniert ebenfalls prima! zum abdecken bin ich dann nicht unbedingt auf lehmhaltigen boden angewiesen. in einer weitern gruben kann man unter der restglut auch noch brot backen! aber schön das wir hier uns über alte techniken austauschen dürfen!

      1. Rena

        Auch wenn dieser Tipp schon ein wenig betagt ist- muss ich ihn angesichts der bevorstehenden Frühlingsfeuer mal wieder herausholen – Feuerkartoffeln sind einfach ein Hit und eben habe ich mir eine aus meinen Kamin gegönnt ;o) – ohne Lehmkruste – ohne schwarze Kruste – ehr wie eine Pellkartoffel und wenn man sich ein paar Sachen einmal vor Augen hält – ist es eigentlich ganz einfach – eine „gute“ Feuerkartoffel zu fabrizieren – ohne ALU !

        1. normalerweise kochen wir Kartoffeln – und da reichen schon knapp 100Grad um die Kartoffeln weich zu machen !
        Nun hat „Glut aber schnell mal 500 Grad – und je „weißer desto heißer – gibt man hier nun Kartoffeln direkt hinein müssen sie verkohlen .
        Klar ist Alufolie ein toller Helfer – es hilft die Feuchtigkeit zu erhalten und verhindert so das zu schwarz wird , aber seien wir mal ehrlich – das Auspacken der Kartoffeln ist blöd – man verbrennt sich die Hände , die Alufolie ist oft verrust – vom Müll wollen wir mal gar nicht reden …

        Dabei ist es eigentlich ganz einfach – die Kartoffeln nicht in die Glut , sondern in die richtige Asche – das ist das graue Zeug , was so schön fein ist – ich mache vorher die Kartoffel immer schön nass und wälze sie dann in der Asche und verbuddel sie ein Stück entfernt von der Glut , denn die Kartoffel hat die allerbeste Schutzschicht schon von Natur aus -ihre Schale- sie ist zwar hauchdünn , aber schützt die Kartoffel perfekt – wer gerne Pellkartoffeln mag , wird vielleicht auch schon festgestellt haben , dass man die Kartoffel anfassen kann , solange die Schale dran ist , aber sobald man sie abzieht , es nur so dampft –
        wenn die Kartoffel dann weich ist – einfach kurz Asche abwaschen – Pelle abziehen und die ganze Kartoffel genießen – ohne sich die Finger schwarz zu machen – wenn dann werden sie nur grau ;o) – ach und die Finger verbrennt man sich auch nicht so einfach – einfach mal ausprobieren , die nächsten Feuer kommen ganz bestimmt !

  14. Micha

    Hab auch schon lange keine Ofenkartoffeln mehr gemacht, weil ich den Alu-Blödsinn völlig wahnsinnig finde. Die Sache mit dem Lehmmantel ist einfach genial und genial einfach! Warum nur wurden all die guten Dinge aufgegeben??????????? Vielleicht wegen der dreckigen Fingerchen…?

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