Im grünen Himmel

Die "grüne" Bloggerin Annika im Interview

Michael Hartl
Von Michael Hartl
11. März 2012

Ein Blog, der mir bei meinen Streifzügen durchs Netz immer wieder positiv aufgefallen ist, ist der Natur-, Garten- und Selbstversorgungs-Blog grüner Himmel. Hier gibt es Garten-Tipps, wunderbare Fotos, tolle Projekte und eine Portion Nachdenkliches. Besonders gefallen hat mir in der letzten Zeit das neue Projekt „12 kleine Selbstversogungs-Schritte“. Wir haben Annika, die den grünen Himmel betreibt, ein paar Fragen gestellt, die sie für Euch gerne beantwortet hat.

Annika, erzähl uns bitte ein wenig über Dich – und woher der Name „Grüner Himmel“ kommt.

Ja, wo fange ich denn mal an? Also ich bin Annika und lebe derzeit in Berlin. Die Themen meines Blogs begleiten mich eigentlich schon fast mein ganzes Leben. Immer unterschiedlich stark ausgeprägt. Doch in den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass egal welchen Weg ich im Leben beschreite, er führt mich immer wieder zurück zu den Themen Garten, Natur, Selbstversorgung. Ich finde die Themen total spannend, in vielerlei Hinsicht.
Langfristig möchte ich am liebsten wieder ländlich wohnen und genug Platz und Erfahrungen haben, um die SV weiter auszubauen. Dem Blicke ich aber durchaus positiv entgegen.

Der Name „grüner Himmel“ ist entstanden, weil ich draußen sein – also unterwegs in Natur und Garten – einfach himmlisch finde. Mir gibt das jede Menge Kraft und Energie und ich kann mich total verlieren, wen ich erstmal draußen bin. Es ist mein Paradies, mein Himmel… Nun ja und mein Himmel ist halt mehr grün als blau. ;-) Der Name ist also ein kleines Wortspiel.

2. Über welche Themen schreibst Du auf Deinem Blog? (gerne nicht nur die Hauptkategorien benennen, sondern auch ein wenig ins Detail gehen, ein, zwei blumige Beispiel, die zwei Projekte bitte noch aussen vor lassen…)

Die Themen sind sehr unterschiedlich. Je nachdem, was mich gerade aktuell selbst betrifft, verarbeite ich es im Blog. Das ist im übrigen meine persönliche Art zu lernen: Indem ich Praxis und Theorie für mich zusammen bringe.

Zum einen sind die Texte Erfahrungsberichte, zum anderen sachliche Informationen zu bestimmten Themen, in aller Regel Garten, Natur oder Selbstversorgung betreffend.

Und ja, manchmal kann ich es mir nicht verkneifen Themen wie z.B.: „Atomkraft“ oder „Hunger auf der Welt“ mit rein zu nehmen. Meine persönlichen Gedanken und Meinungen dazu, findet der Leser unter „drüber nachgedacht“.

Im Blog arbeite ich auch gerne mit Serien, die ich nach und nach erweitere. Es gibt ein Gartenjahr mit Gartentipps zu den jeweiligen Monaten. Ähnlich im Selbstversorger-Jahr, da liegt der Schwerpunkt auf Tipps im Gemüse- und Obstanbau.

In der Serie „natürliche Mittel statt Chemie“ trage ich Alternativen zusammen, zu dem was im Garten leider zu oft mit künstlichen Mitteln versucht wird. In den ersten beiden Teilen habe ich mich mit Schnecken und gesunden Tomaten beschäftigt. Zwei Probleme die uns selbst im Garten heimgesucht haben.

Ein Krokus - fotografiert von Annika im Rahmen des Projekts 'faszinierend natürlich'

3. Du hast ja zwei Projekte auf Deinem Blog laufen: „faszinierend natürlich“ und „12 Schritte“. Um was gehts da jeweils?

Beide Projekte haben etwas für mich sehr wichtiges gemeinsam: Sie sollen andere Menschen neugierig machen und meine Begeisterung für die Themen Selbstversorgung und Natur verständlich machen.

Angefangen hat es vor fast einem Jahr mit dem Projekt „faszinierend natürlich – natürlich faszinierend“. In dem Projekt geht es darum, dass jeder der mitmachen möchte, am Freitag sein Foto der Woche auf dem eigenen Blog und/oder in der „Grüner Himnel“-Facebook-Gruppe veröffentlicht. Das Foto sollte etwas aus der Natur oder dem Garten zeigen. Etwas das einen persönlich fasziniert hat in der vergangenen Woche.
Ziel des Projektes ist es, dass die Teilnehmer mit offenen Augen durch die Natur gehen und wieder erkennen, dass es zu jeder Jahreszeit und Wetterlage etwas Wunderschönes zu entdecken gibt. Dadurch entsteht gleichzeitig eine sehr interessante Sammlung von Fotos, die den Verlauf des Jahres und die Veränderungen in der Natur festhalten.

Eine Kaiserkrone (von unten) - fotografiert von Annika im Rahmen des Projekts 'faszinierend natürlich'

Da ich im vergangenen Jahr selbst über das Thema „phänologischer Kalender“ gestolpert bin, ist die Projektaufgabe in diesem Jahr etwas erweitert worden. Auf der Suche nach natürlichen Faszinationn, sind die Teilnehmer auch aufgerufen, auf die phänologischen Zeichen der Natur zu achten. Zum Beispiel konnten wir in diesem Jahr feststellen, dass die Haselnusssträucher sehr früh geblüht haben. Durchschnittlich stehen sie um den 17. Februar in Blüte, in diesem Jahr war es aber vielerorts schon im Januar soweit.

Das Projekt „12 Schritte“ ist im Januar gestartet und es gibt jeden Monat eine kleine Aufgabe, die das Thema Selbstversorgung betrifft. Das Projekt ist entstanden, weil ich oft Reaktionen erlebt habe, in denen ungläubig gefragt wurde, ob Selbstversorgung nicht unheimlich schwierig und zeitaufwendig ist. Außerdem ist mir auf verschiedenen Seiten und Foren zum Thema aufgefallen, dass es viele Menschen gibt, die das Thema reizvoll finden, aber nicht wissen, wie sie anfangen können.
Selbstversorgung ist etwas, dass sich entwickeln muss. Niemand sollte sich selbst unter Druck setzen, dass er das von Anfang an zu 100% umsetzen muss. In kleinen Schritten ausprobieren und beibehalten, was einem selbst auch Freude bereitet, ist meiner Meinung nach der sinnvollere Weg. Vor allem aber ein Weg, den jeder der will auch beschreiten kann.

Wer möchte, kann gerne in die Projekte mit einsteigen. Auch Gelegenheits-Teilnehmer sind herzlich willkommen. ;-)

4. Seit wann gärtnerst Du selbst? Und in welchem Ausmaß?

Gegärtnert habe ich eigentlich schon als Kind. Meine Großeltern hatten einen sehr großen Gemüsegarten. In meiner Erinnerung gab es über das ganze Jahr Obst und Gemüse nur aus dem Garten. Mein Opa war im Dorf bekannt für sein Geschick beim Veredeln von Obstgehölzen und Rosen und hat mir all das gezeigt. Leider habe ich das als Kind noch nicht so begriffen, um es heutzutage selbst anzuwenden. Das finde ich sehr schade.

Es wurde dann im Laufe der Jahre immer weniger mit gärtnern, hat aber bis zu meiner ersten eigenen Wohnung nie ganz aufgehört.
Meine erste Wohnung war in der Stadt und hatte keinen Balkon, lag aber in unmittelbarer Flussnähe mit schönen breiten und grünen Ufern. „Angebaut“ habe ich nur das, was im Küchenfenster funktionieren konnte. ;-)
Die nächste Wohnung hatte einen Balkon. Da sah es schon anders aus. In etlichen Kübeln und Kästen habe ich Salate, Kräuter, Tomaten und andere Gemüsesorten angebaut.

Die lehrreichste Zeit für mich im Bereich Garten, waren aber sicherlich die vergangenen zwei Jahre in dem ich mit Andreas zusammen einen Kleingarten bewirtschafte.

An dieser Stelle sei verraten, dass ich mir von den kommenden Monaten noch viel weit reichender Erfahrungen erhoffe. Wir haben ein tolles Projekt gefunden, bei dem wir unterstützend und lernend mitarbeiten werden.

5. Eine Frage, die wir allen stellen wollen, die wir hier interviewen: Welche Methode oder Technik sollten wir kennen? Gibt es eine Pflanze, die Du uns für unseren Weg Richtung Selbstversorgung sehr ans Herz legen magst?

Wir haben bisher immer wieder sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn wir uns mit altem Gärtnerwissen auseinander gesetzt haben. Über Bücher oder in Gesprächen mit älteren Menschen bekommt man oft sehr, sehr wertvolle Tipps.

Bei den Gemüsepflanzen achten wir persönlich auch darauf, dass die Erntezeit sehr lang ist. Ein Beispiel wäre: Buschbohne / Stangenbohne, da haben wir uns für die Stangenbohne entschieden, da sie dauerhaft beerntet werden kann. Buschbohnen tragen i.d.R. 2-3 Mal.
Spart Arbeitsaufwand und Platz.

6. Welchen Tipp kannst Du uns abschließend für unser Projekt “Experiment Selbstversorgung” mitgeben?

Ihr seid auf einem sehr guten Weg, wie ich finde. Schwer euch einen Tipp zu geben, da ihr schon sehr viel mehr Erfahrungen habt. Aber eines fällt mir doch ein:

In den letzten Wochen habe ich immer wieder bewundert, wie offen ihr euch mit Zweifeln auseinandergesetzt habt und wie konsequent ihr handelt.
Behaltet euch diese Einstellung immer bei.
Ein beendetes Projekt ist noch lange kein gescheitertes Projekt. Aus jedem Projekt nimmt man eine Menge Erfahrungen mit und so etwas ist immer wertvoll. Hinter jedem Ende versteckt sich ein Neuanfang. Das gehört zum Leben dazu.

Danke für das Interview.

Dieses Jahr wird es auf dem Blog viele weitere interessante Artikel geben, nicht nur, weil Annika an einem grossen Selbstversorgungsprojekt mitwirken wird.


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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

2 Gedanken über “Im grünen Himmel

  1. eva

    Das ist ein super Tipp, danke dafür! Hab gleich in die 12 Schritte geschaut: Eine entzückende Idee, und für jede/n umsetzbar gestaltet. Großes "gefällt mir" für den Blog und Eure Berichterstattung :)

    Lieben Gruß,

    Eva

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