Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Gemeinsam ist alles möglich!

Alexandra Mindt
Von Alexandra Mindt
30. Juli 2015

Seit April kommen wir nun regelmäßig zusammen, um gemeinsam ein Stück Land zu bewirtschaften. Die ersten Erfolge im Gemeinschaftsgarten stellten sich rasch ein: aus den gesäten Samen wuchsen die ersten Pflänzchen und wir konnten stolzer nicht sein. Alles lief gut und wir hatten das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Und so geschah es, dass wir etwas nachlässig wurden, seltener in den Garten hinausfuhren, andere Dinge oft wichtiger waren usw. Doch die Natur kennt kein Erbarmen und eine Sache hatten wir in unserer ganzen Anfangseuphorie vollkommen vergessen: die Beikräuter.

Dann nach drei Wochen der Schock: Alle Beete waren überwuchert und von den kleinen Pflänzchen, über die wir uns anfangs so gefreut hatten, war nichts mehr zu sehen. Nun standen wir vor einer schweren Entscheidung: Entweder alles umharken und komplett neu säen, oder in mühsamer Detektivarbeit zwischen all den Beikräutern unsere Pflänzchen wiederfinden und befreien. Wir entschieden uns für Zweiteres.

Wo ist das Gemüse?

Schritt für Schritt

Anfangs schien es unmöglich, dies alles zu bewältigen, aber wir orientierten uns an dem Motto Beppo Straßenkehrers:

„Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen. (…) Aber man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, sondern immer nur an den nächsten Schritt, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. (…) Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“
(vgl. Ende 1992, S. 36f.)

Gesagt – getan: ein Handgriff folgte dem anderen und die Freude war jedes Mal riesengroß, wenn wir mitten im Beikräuterdschungel ein kleines Pflänzchen entdeckten, das es doch geschafft hatte, sich durchzukämpfen. So legten wir also Reihe für Reihe und schließlich Beet für Beet wieder frei.

Es war viel Arbeit, aber ich denke, dass wir alle mindestens genauso viel dazugelernt haben. Vor allem, dass ein gemeinsam angelegter Garten mehr benötigt als Säen, gelegentliches Gießen und Ernten. Er lehrt uns, Verantwortung zu übernehmen, sich innerhalb einer Gruppe zu koordinieren und zu organisieren, zusammenzuhalten, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und niemals aufzugeben. Aber vor allem lehrt er uns eines: Gemeinsam ist alles möglich!

Gemeinschaftsgarten Bergmühle

Tag der offenen Gartentür im Gemeinschaftsgarten Bergmühle

Nachdem die Metamorphose vom Beikräuterdesaster zurück zum Gemeinschaftsgarten immer mehr voranschritt, beschlossen wir, einen Tag der offenen Gartentür zu veranstalten, um interessierten Menschen einen Einblick in unseren Verein zu ermöglichen.

Bei wunderschönem Wetter begannen wir, im Gemeinschaftsarten Hand anzulegen und freuten uns sehr, als nach und nach einige Menschen zu uns stießen und fleißig mitanpackten. Was am Vormittag noch wie ein Ding der Unmöglichkeit schien, wurde durch so viele helfende Hände Realität. Auch unser Kräutergarten mit anschließenden Beeten wurde fast vollkommen von den Beikräutern befreit! Unglaublich, was eine Gruppe von Menschen vollbringen kann, wenn sie sich ein gemeinsames Ziel vor Augen gesetzt hat :)

Unseren erfolgreichen Tag ließen wir am Abend bei gemütlichem Zusammensitzen, selbstgemachtem Salat aus dem Garten und interessanten Gesprächen ausklingen.

Foto einer Gruppe beim Picknick

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7 Gedanken über “Gemeinsam ist alles möglich!

  1. Kathreen von "Mach mal"

    Echt super, dass ihr es schließlich doch geschafft habt, euren Garten zu retten und ganz besonders auf die Team-Arbeit könnt ihr stolz sein! Der Garten sieht auf den Bildern echt toll aus. Und ich wette, der Salat aus dem Garten hat nach der schweren Arbeit richtig gut geschmeckt. :-) Liebe Grüße, Kathreen von „Mach mal“

  2. Ursula Goldbrunner

    Hallo, Ihr lieben,
    es freut mich immer, wenn ich wieder was von Euch lese, es ist einfach erfrischend.
    Ich lebe seit vielen Jahren in einer recht wilden und naturbelassenen Gegend. Da könnt Ihr Euch denken, wie das Unkraut spriesst.
    Es gibt da die sog. Mulch-Methode, d.h. man deckt die Erde rund um die kleinen Pflanzen immer gut ab mit Heu, Stroh, trockenen Blättern oder was Ihr so findet,richtig dick auftragen. Das reduziert den Unkrautbewuchs um ca. 70 % und Wasser braucht man auch weniger, weil die Erde immer schön feucht bleibt. Informiert Euch – da gibt es viele gute Bücher drüber.
    z.B. von Ruth Stout: Mulch – Gärtnern ohne Arbeit.
    Na ja, so ganz ohne Arbeit geht es nicht, aber man kann sich einiges sparen.
    In meinem blog: marisisofia.blog.de sind einige Fotos drin von diesem Gelände hier, das wir gerne verkaufen möchten .
    Seid umarmt – und macht weiter so.
    sonnige Grüsse
    Ursula

  3. Franz Schmitt

    hallo alexandra,
    was hattet ihr fuer eine naturbelassene gelegenheit mit all den beikrauteren dort drum herum. ihr habt sie alle ausgerissen und gesondert aufbewahrt, oder?,wie ich das auf dem gereinigten bild erkenne, schade
    wenn ihr diese alle nur abgeschnitten und dann gleichzeitig wieder als mulch neben die kulturpflanzen gelegt haettet. so waere euch in naher zukunft einige arbeit erspart geblieben. denn diese beikraueter sind wertvoller kompost und nahrung in und ueber dem boden. laesst du die stengel und alles andere dort an seinem gewachsenen platz, unterdruecken sie gleichzeitig die neu nachwachsen wollenden und schuetzten den boden vor austrocknung. was heisst, dass ihr auch weniger giessen muesst. die im boden verbliebenen wurzeln verrotten nach und nach sind sofort als nahrung fuer weitere microorganismen verfuegbar, die spaeter wieder als humus fuer die nutzpflanzen da sind.
    ich praktiziere diese metode schon seit jahren und es unglaublich wie das den boden, ohne viel zu tun, verbessert. vielleicht probiert ihr das ja mal aus?
    viel spass beim gaertnern.

    1. Alexandra Mindt

      Hallo Franz!
      Normalerweise benutzen wir immer alles zum Mulchen, aber auf den Beikräutern waren schon überall Samen drauf, deswegen haben wir sie nicht mehr verwendet. Die Idee, die Wurzeln in der Erde zu lassen und nur abzuschneiden, finde ich super, bis jetzt haben wir das nur auf den Wegen so gemacht. Danke für den Tipp! :)

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