Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Geldfrei.er leben – Rückblick, Einblick, Ausblick

Tobi Rosswog
Von Tobi Rosswog
15. November 2015

Die letzten zweieinhalb Jahre lebte ich konsequent geldfrei und es ist Zeit nach mehr als 200 Vorträgen, Workshops und anderen Bildungsaktivitäten sowie vor allem unzähligen inspirierenden und motivierenden Begegnungen ein Resumee zu ziehen. Damit möchte ich Erfahrungen teilen und die Idee dahinter klarer machen.

Während der Begegnung mit Menschen wurde und wird mir immer wieder klar, wie fest der Knoten im Kopf ist, wenn ich erwähne, dass ich geldfrei lebte … Ganz zu Beginn also ein paar Anmerkungen, die hilfreich sind, den Knoten ein wenig zu lockern:

Geldfreier werden als Prozess

Es geht nicht darum, dass alle Menschen von heute auf morgen geldfrei werden – was auch de facto nicht möglich ist. Sondern vielmehr einen Prozess anzustoßen, geldfreier und damit lohnarbeitsunabhängiger zu werden, um die eigenen Talente frei zu entfalten und diese aus innerer Motivation zu teilen.
Mir ist bewusst, dass es ein Privileg ist, das eigene Leben so zu gestalten. Es geht mir darum systemimmanente Nischen zu nutzen, um Vollzeit für den gesellschaftlichen Wandel aktiv sein zu können und gleichzeitig utopietaugliche Alternativen zu gestalten. Ich möchte Mitmachräume schaffen, in denen Erfahrungen im Miteinander fern von einer Verwertungslogik – frei von Prinzip Leistung/Gegenleistung – gemacht werden können.

Warum „geldfrei“ und nicht „Leben ohne Geld“ oder „geldlos“

Ich unterscheide zwischen diesen Begriffen und verwende geldfrei aus vor allem drei Gründen:

  1. Weil ich mich bewusst und freiwillig für ein geldfreies Leben entschied. Ich hatte eher zu viel Geld als zu wenig, verschenkte es dann einfach und reiste geldfrei los.
  2. Weil für mich der Begriff der Geldfreiheit auch an Angstfreiheit gekoppelt ist. Sicherlich kennst du auch die Situation an Bahnhöfen, wenn zum wiederholten Male eindringlich darauf hingewiesen wird: „Achtung, Achtung: Passt auf euer Gepäck auf!“, denn, so steht zwischen den Zeilen geschrieben, der*die Nächste*r wird es dir entwenden…
    Wenn ich das Konstrukt von Besitz neu denke und vor allem keine Geldbörse in der Hosentasche habe, die mir genommen werden kann, lebt es sich durchaus freier von irgendwelchen (Verlust-)Ängsten.
  3. Weil in der momentanen auf Geld basierenden Wirtschaftsordnung jedes Produkt indirekt durch Geld produziert wird und ich mich nur direkt davon frei machen kann, indem ich Vorhandenes sinnvoll nutze.

Insgesamt geht es nicht darum einen Survival Guide zu geben nach dem Motto „Wie werde ich in 5 Tagen geldfrei?“, sondern um das Leben der eigenen Utopie, die freie, selbstbestimmte Entfaltung der eigenen Talente und damit den Erfahrungen für ein neues Miteinander!

Rückblick – warum ich geldfrei wurde

Es gibt viele Impulse, die mich dazu führten viele gewohnte Konventionen radikal zu hinterfragen. In meinem letzten Artikel sprach ich den Perspektivwechsel an, der neue Wege öffnet.
Kurz und knapp in Stichpunkten motivierte mich vor allem:

  • Kritik an der Fokussierung der meisten sozialen Interaktionen auf Geld und damit auf die Ökonomisierung all unserer Lebensbereiche.
    Wieso teilen wir ein in Besitzende und Besitzlose?
  • Zeitverschwendung durch Bürokratie… In der Zeit, in der ich Honorarabrechnungen für meine Workshops oder Projekttage ausfüllte und sortierte, hätte ich auch pädagogisch direkt aktiv sein können.
  • Keine weitere Verwertung der eigenen Dienstleistungen und Talente, sondern einfach alles dem Gemeinwohl schenken.

Einblick – ein Leben frei von Geld

Wie sieht so ein Alltag aus und wie funktioniert geldfreies Leben ganz praktisch? Das sind die Fragen, zu welchen ich jedes Mal lange ausholte, um ein ungefähres Bild zu zeichnen …

Die Frage ist im Grunde relativ einfach pauschal zu beantworten:
Vorhandenes sinnvoll nutzen! Wir leben in einer Überflussgesellschaft, in der es am nachhaltigsten ist keine Nachfrage für ein Angebot zu schaffen, welches schon in Hülle und Fülle da ist. Es ist vor allem die Frage zu stellen: Was brauche ich wirklich?

Einige Zahlen, um einen Eindruck des unglaublichen Überflusses in Deutschland zu bekommen:

  • 50 % der Lebensmittel werden weggeworfen.
  • Durchschnittlich konsumiert jede*r Bürger*in 40 – 70 Kleidungsstücke. Das sind 12 kg Stoff.
  • Es gibt viel ungenutzten Wohnraum – allein 1,8 Millionen Wohnungen stehen leer.
  • Wenn sich eines der 52 Millionen Autos bewegt – im Schnitt nur eine Stunde am Tag – sitzen gerade mal 1,3 Personen drin.

Konkrete praktische Projekte und Initiativen

Leben ohne Geld - oder geldfrei - durch foodsharing

Die kreativen Projekte oder Möglichkeiten, die versuchen diese vorhandenen Ressourcen zu teilen, werden bekannter und immer mehr. Auch hier möchte ich nur kurz einige dieser Initiativen nennen, um einen Überblick über die große Fülle an Potential zu geben.

  • foodsharing: Lebensmittel teilen, anstatt sie wegzuwerfen
  • Kleiderschenkpartys, Umsonstläden oder online Gruppen wie „free your stuff“
  • gib&nimm Häuser: wenn du leerstehende Räume hast oder deine Räume mit anderen Menschen teilen möchtest
  • carsharing/trampen: die gemeinschaftliche Nutzung von Autos

Das ist jeweils nur eine Möglichkeit, die verschiedenen Grundbedürfnissen im bestehenden System anders zu stillen. Deutlich wird, dass der unglaubliche Überfluss genutzt wird. Gleichzeitig sollten wir jedoch nicht aus dem Kopf verlieren, wirkliche Alternativen zu etablieren. Genau dazu soll das geldfreiere Leben anregen. Werde einfach kreativ!

Viele großartige Erfahrungen nehme ich aus den zweieinhalb Jahren mit, die ich gerne teile. Sie motivieren mich jeden Tag aufs Neue – die folgende Geschichte ganz besonders.

Ultrakapitalist und „armes Schwein“

Ich trampte wieder ein mal eine gute Strecke – dieses Mal von Mainz nach Dresden, um dort einen Workshop zu geben. Einen Teil der Strecke nahm mich ein lieber Porsche Cayenne Fahrer mit.
Ich erzählte von meinem Leben und meiner Utopie. Nach einiger Zeit meinte er: „Tobi, wir sind ja genau das Gegenteil voneinander. Ich so … ein Ultrakapitalist und du so …. ein armes Schwein?“

Als ich immer mehr von meiner Idee einer zukunftsfähigen Gesellschaft von Morgen erzählte, sagte er auf einmal als sei ihm wieder einiges bewusst geworden: „Tobi, deine Ideen sind Träume aus meinen Kindheitstagen.“ Und er resümierte, dass diese Träume wohl auf dem Weg zum Erwachsen-Werden verloren gingen, da er konträr seiner eigenen Werte und Ideen sozialisiert und geprägt wurde. Scheinbar versuchte er nun sein Sein im Haben zu manifestieren.

Doch mit Fromm gesprochen:

Die Vorsichtigen, die Besitzenden wiegen sich in Sicherheit, doch notwendigerweise sind sie alles andere als sicher. Sie sind abhängig von ihrem Besitz, ihrem Geld, ihrem Prestige, ihrem Ego – das heißt von etwas, das sich außerhalb ihrer selbst befindet. Aber was wird aus ihnen, wenn sie verlieren, was sie haben?

Ihm wurde klar, dass ich finanziell vielleicht nichts vorzuweisen habe, aber ein innerer Reichtum in Form einer unauslöschlichen Flamme brennt, die gesellschaftlichen Wandel gestalten möchte.

Ausblick

Tobi und Pia lachen vor dem Meer in die Kamera

Innerhalb der zweieinhalb Jahre durfte ich sehr viele Erfahrungen sammeln. Nun ist ein neues Kapitel dran: Wir – Pia und ich – initiierten vor einem Monat ein Projekt- und Gemeinschaftshaus. Dafür haben wir das nötige Geld organisiert, damit dieser Ort zum bedingungslosen Sein und Wirken entstehen kann. Dank eines solidarischen Unterstützer*innenkreises können wir nun weiterhin all unsere Zeit in Workshops, Kampagnen, Aktionen und Seminare stecken.

Internet-Kampagne: geldfreier leben

Mit unserem Projekt- und Aktionsnetzwerk living utopia haben wir nun eine Kampagne gestartet, damit auch Du einen Einblick in die Philosophie und Praxis bekommen kannst. Dort gibt es:

  • 20 Tage „geldfreier leben“ Newsletter, um tiefer in die Idee einzusteigen und Alternativen zum jetzigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Miteinander kennen zu lernen.
  • Monatlich ein Webinar: Das erste Webinar findet voraussichtlich am 13.12. von 19.00h bis 20.30h statt.
  • eBook „Lebe Deine Utopie“, um zu motivieren und inspirieren

Bist Du dabei? Dann besuche uns unter geldfreierleben.de

Und zu Letzt, was mich noch stark interessiert: Wo lebst Du schon geldfrei(er) und welche kreativen Ideen hast Du noch? Ich bin gespannt auf Deine Ideen! Ab in die Kommentare damit! :)

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Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

14 Gedanken über “Geldfrei.er leben – Rückblick, Einblick, Ausblick

  1. Néa

    Hallo liebevolle Menschen,
    es ist wie immer sehr inspirierend, was es hier zu lesen gibt.
    Geldfrei zu leben ist da für mich persönlich ein besonderes Thema, behaftet mit dem Bauchgefühl, zumindest in meinem direkten sozialen Umfeld mit dem Bedürfnis, Alternativen zur Lohnarbeit aufzuzeigen und zu leben, nahezu allein auf weiter Flur zu stehen, als naiv und tagträumerisch zu gelten und überhaupt, was verdient man denn schon wenn man nichts verdient? ;)
    Eine Idee, die vielleicht im Sinne einer langfristigen Neustrukturierung unserer wirklich im Übermaß vorhandenen Ressourcen und vor allem im Hinblick auf die ganz persönliche Lebensqualität in so vielen Bereichen nachhaltigen Anstoß bringen kann, wird mit diesem Hintergrund zumindest von meinen täglichen Kontakten nicht sonderlich wertgeschätzt, aber vielleicht lesen sie ja hier einige Menschen, die sich wahrscheinlich eh schon ähnliches überlegt haben und sich dann damit nicht so allein fühlen. :)
    „Carsharing“, „Flatsharing“, „Foodsharing“, Verschenken, Teilen und Weitergeben, das sind genau die Punkte die geldfreies Leben ermöglichen.
    Doch was ist mit „Jobsharing“?

    Natürlich funktioniert diese Idee erstmal nur rein theoretisch, unser meist ach so leistungs- und vor allem Einzelkämpfer-orientierte Alltag zeigt so zahl- und facettenreiche Gegenargumente auf, das ich meist nur im stillen Kämmerlein von dieser Idee träumen mag – boah bin ich grad mutig :) –
    aber rein theoretisch, meinetwegen auch kindlich-naiv betrachtet, sind mir erstmal nur Vorteile eingefallen:
    – weniger „Büroräume“ in Form von Arztpraxen, Krankenhäusern, sonstigen Dienstleistern
    – weniger „Dinge“, die besser genutzt werden (von medizinischer Ausstattung eines Krankenhauses über Stellagen in einem Supermarkt zu Fahrzeugen, Maschinen und fachbezogener Technik)
    – doppelte Belegschaft, geteilte Verantwortung, Teamwork unvermeidlich und zugunsten von sozialen Kompetenzen gern Voraussetzung
    – gekürzte Arbeitszeit pro Mitarbeiter, mehr Freizeit und Flexibilität, zugunsten von Familien, Lebensqualität und der Möglichkeit, Arbeit wieder Berufung werden zu lassen
    – gleichzeitig längere „Öffnungszeiten“ möglich, wenn denn sinnvoll, eine Arztpraxis zB. hat sieben Tage die Woche geöffnet, die Mitarbeiter sind jedoch ausgeruht und freundlich, gut in die Abläufe der Praxis eingearbeitet, Patientenakten werden dementsprechend sorgfältig auf dem Laufenden gehalten und den Patienten ist ein und dieselbe Anlaufstelle immer geöffnet bei gleichzeitig höherer „Qualität der Dienstleistung“ – denn wer überarbeitet ist und vielleicht noch unter starkem Leistungsdruck steht, dem vergeht beim 30.ten Patienten der Husten hat durchaus mal das freundliche Lächeln am Empfang oder die Behandlung läuft nach Standardschema 08-15, weil Herr Doktor sich nur noch den Feierabend herbeisehnt, aber das eben nur als eins von vielen möglichen Beispielen.

    Insgesamt erfordert ein Umsetzen dieser Idee natürlich eine allgemeine Entwicklung vom ellenbogenausfahrenden Einzelkämpfer, der sich vom Tellerwäscher zum Millionär buckeln kann um dann zu sagen: „Das hab ich ganz allein geschafft!“ – zu einer Gesellschaft von Menschen, die sich auf das Notwendige besinnen und versuchen, dies ganz abseits von Geld und Leistungswerten allein nach Allgemeinnutzen, Nachhaltigkeit und Talenten umzusetzen, im Sinne von „Jeder tut das, was ihm liegt, so gut er es kann.“

    Ich bin froh von Menschen wie euch zu lesen, es geht immer weiter und wird gut. :)

    Liebe Grüße von der Néa

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Liebe Néa,
      danke Dir von Herzen für Deinen Kommentar.
      Das klingt sehr sehr spannend was Du schreibst.

      Die Frage „was verdient mensch denn schon, wenn mensch nichts verdient“ ist super spannend und lässt sich nur überwinden, wenn wir den Leistungsbegriff radikal hinterfragen.
      Ein bisschen was dazu haben wir auch in unserem 20 Tage Newsletter.

      Jobsharing wird immer wichtiger mitzudenken. Es gibt sogar eine Initiative, die das versucht jetzt schon umzusetzen.
      Gerade in Anbetracht unserer momentanen Situation müssen wir auch den Begriff der Arbeit ganz neu denken.

      Sei weiterhin mutig, denn wenn wir gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Realität. Und die Realität ist nicht starr, sondern veränderbar. Das sollte uns klar sein :) Und: Der Mensch ist aus meiner Perspektive als soziales Gemeinwesen eigentlich kein Einzelkämpfer und nicht als Egoist geboren. An der Stelle verlinke ich gerne einen super Artikel von Friederike Habermann zu dem Thema sehr passend: http://band1.dieweltdercommons.de/essays/friederike-habermann-wir-werden-nicht-als-egoisten-geboren/

      Wie wunderbar, dass Du nochmal skizzierst, dass eine geldfreie Gesellschaft auch unglaublich viel Energie frei setzen würde – ein unglaubliches Potential was sich entfalten lässt, aber jetzt noch nicht für viele sichtbar erscheint.

      Super, dass Du Dich getraut hast Deine Träume nach Außen zu bringen. Damit motivieren wir uns alle gegenseitig.

      Alles Liebe,
      tobi

  2. Babsi

    Mir gefällt die Ideologie.
    Aber ein Stückweit lügt Ihr Euch schon in die eigene Tasche:
    Nicht jeder ist zum Normaden geboren. Ich möchte ein Zuhause haben.
    Selbst wenn man von Hauskauf mal absieht- sagen wir geerbt (verstecktes Geld !!) – muss man einen gewissen Geldbetrag an die Gemeinde zahlen. Für Selbstversorgung brauchtst Du auch genug Grund. Deinen Arzt kannst heute auch nicht mehr mit einem Hendel und Arbeit bezahlen. etc. etc.

    Das habt Ihr ja selbst erfahren: auch gespendetes Geld ist Geld

    Ich versuche halt meinen Selbstversorgeranteil zu erhöhen und über Tausch- bzw. Schenkgemeinschaften unnötigen Müll bzw. Produktion zu vermeiden. Gerne gebe ich auch immer meine sonstigen Fähigkeiten weiter – je mehr man selber kann, umso weniger Geld braucht man.

    Man müsste die Zeit halt 100.000 Jahre zurück drehen können!

    Lg
    Babsi

    P.S.: am Foto wilde Walderdbeeren vom eigenen Grund :)

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Liebe Babsi,
      es ist ganz wichtig, dass es für uns keine Ideologie ist, sondern einfach eine Idee und ein dynamischer Prozess hin zu dieser Utopie.
      Was die vermeintliche Widersprüchlichkeit angeht, verstehe ich nicht ganz was Du meinst. Wir sind da eigentlich ziemlich nah beieinander. Oder wo schreiben wir das es ohne Geld geht? Du nennst es verstecktes Geld und wir nennen es indirektes Geld ;)

      Super, dass Du auf jeden Fall schon so aktiv bist!

  3. Benjamin

    Super Artikel! Ich finde es toll, dass für dich das geldfreie Leben so gut funktioniert. Für mich wäre es allerdings eine zu einseitige Ausrichtung, denn es würde mich zu sehr einschränken. Zu Hause gehe ich auch nur noch selten einkaufen, da der Großteil meines Essens aus den Müllcontainern von Supermärkten kommt. Leider kann man das halt nicht überall machen und somit wird man gezwungen, Geld zu besitzen, wenn man gerne reist.
    Natürlich gibt es auch Berichte von Menschen, die z.B. ohne Geld durch ganz Südamerika getrampt sind, aber so etwas ist für mich moralisch nicht mehr vertretbar, denn meistens lassen sich die dann von Menschen unterstützen, die eigentlich viel weniger Besitz, als sie selber haben, nur um ihr Ego zu befriedigen, im Sinne von „Ich kann ohne Geld reisen“ und dann Blogartikel darüber schreiben (wobei ich auch weiß, dass es mit wwoofing, helpx, etc. durchaus auch Möglichkeiten gibt, geldfrei zu reisen ohne jemanden auszunutzen).
    Ich sehe auch niemals den Anreiz im Geld selbst, quasi im reinen Besitztum, sondern sehe es eher als notwendiges Mittel, um das zu besorgen, was ich benötige und ohne Geld nicht bekomme.

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Lieber Benjamin,

      danke Dir sehr für Dein Feedback.
      Na klar braucht es in einer kapitalistischen Gesellschaft das ein oder andere Mal Geld.
      Noch ist es ein notwendiges Mittel. Geld ist auch nicht Böse, aber damit einher geht immer das Prinzip von Leistung und Gegenleistung und damit die Verwertungslogik. Wieso das nicht so toll ist, erfährst Du ausführlicher im 20 Tage geldfreier leben Newsletter.

      Alles Liebe,
      tobi

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Danke Dir Karl!
      Genau, wir sollten uns alle mehr vernetzen und damit utopietaugliche Inseln aufbauen, die nach und nach alte Strukturen überflüssig machen (;

  4. Daniel

    Das finde ich faszinierend. Mit 15 las ich das erste mal von Franz von Assisi, der alles verkaufte und war faziniert. Und dann denke ich: Utopie und Realitätsfern! Vielen Dank für die Inspiration ich bin gespannt was ich noch so lese…

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Lieber Daniel,
      super, dass Du so früh schon inspiriert wurdest.
      Utopie ist unbedingt nicht das Unmögliche. Mehr dazu auch in meinem anderen Artikel „Zeit für Veränderung – Utopien jetzt leben“.
      Freue mich sehr, wenn Du uns feedback gibst, ob der Newsletter, das eBook oder so Dir Impulse gibt.
      Alles Liebe,
      tobi

  5. Elke

    Hallo Tobi, was mich vor allem mal interessiert, was ist, wenn du mal krank wirst. Und da meine ich jetzt nicht einen stinknormalen Haus-und-Wiesenschnupfen. Es kann ja alles mögliche daher kommen.
    LG Elke

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Liebe Elke,
      danke Dir sehr für die Frage.
      Mittlerweile lebe ich ja nicht mehr konsquent geldfrei und eine Krankenversicherung hatte ich bisher immer, wei ich noch jung genug bin, um in der Familienversicherung mit drin zu sein.

  6. Helena

    Hallo Tobi,
    ich liebe eure Idee vom Geldfreien Leben sehr und der Wunsch, von Geld unabhängig zu sein, ist (nun) auch in mir verankert.
    Da ich von klein auf mit wenig Geld aufgewachsen bin, ist es für mich einfach, auf Zeug, was ich nicht brauche, mir Werbung aber total wichtig erscheinen lässt, zu verzichten. Und dadurch denke ich sowieso immer darüber nach, ob es das grad wert ist, Geld auszugeben oder nicht.
    Dadurch habe ich es geschafft, eigentlich immer etwas Geld zu Hause zu haben. Dch für mich ist es eher ein netter Zusatz als ein Muss. Ich will nicht total viel Kohle anhäufen. Ich brauche es später für Wohnug und Co, aber alles was ich darüber hinaus besitze, ist nett. Kann ich mir mal ein neues Buch kaufen, was ich schon lange haben wollte..

    Liebe Grüße, Helena :)

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Heyho Helena,
      danke Dir für Deine Nachricht!
      Super, dass Du schon geldfreier lebst.
      Die Frage ist immer wieder zu stellen: Brauche ich das wirklich?
      Vielleicht bekommst Du ja noch einige an Inspiration durch den 20 Tage Newsletter auf der Website.
      Herzlichste Grüße,
      tobi