Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Freie Menstruation

Vom Frau-Sein und dem produktfreien Umgang mit der Periode

Von Hannah Staab
18. Januar 2018

Keine Plastikbinden mehr, keine Tampons, und jetzt auch noch das: nicht einmal mehr eine Menstruationstasse! Könnt ihr euch das vorstellen? Die meisten Frauen, denen ich davon erzähle, können es nicht – kein Wunder! Wird doch seit Jahrhunderten nicht infrage gestellt, dass unser Blut wortwörtlich unaufhaltsam sei.

Wie so viele Frauen habe ich auf der Suche nach mehr Natürlichkeit und weniger Müll irgendwann die Menstruationstasse für mich entdeckt und wurde begeisterte Nutzerin. Tampons adé, juhuu! Aber irgendwann hat das bei mir auf einmal nicht mehr funktioniert – ich kann es mir bis heute nicht erklären, bin aber inzwischen sogar dankbar dafür. Denn genau zu dieser Zeit habe ich zum ersten Mal von freier Menstruation gelesen.

Was ist freie Menstruation?

Worum es dabei geht: Es soll keine Auffanghilfe mehr benutzt werden, und stattdessen lernt frau, das Blut direkt auf der Toilette abzulassen. Klingt ziemlich abgefahren, oder? Das fand ich jedenfalls. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es funktioniert und praktikabel ist. Gleichzeitig erschienen mir viele Dinge aber so utopisch wunderbar, dass ich es unbedingt ausprobieren wollte.

Also habe ich das Internet nach Tipps oder Anleitungen durchforstet und sehr widersprüchliche Aussagen darüber gefunden, was nun eigentlich möglich ist und was nicht. Manche schreiben: Frau könne lernen, zu spüren, wann Blut kommt, um rechtzeitig auf Toilette zu gehen. Aber dann müsste ich ja ständig zur Toilette rennen, dachte ich mir – wie soll das denn in meinem Alltag funktionieren? Andere schreiben, wir könnten sogar lernen, das Blut zurückzuhalten, fast so wie Urin. Wiederum andere erklären, dass das auf gar keinen Fall und schon rein anatomisch nicht möglich sei…

Jedenfalls steht nirgendwo: So musst du es machen und dann funktioniert es. Meine Neugierde auf diesen weitgehend unbekannten Weg war aber bereits zur Stelle, ebenso wie mein fester Wille, das Bestmögliche für mich hier herauszuholen. Ich muss auch zugeben, dass die Vorstellung, die Tamponindustrie einmal mehr Lügen zu strafen, einfach unglaublich verlockend war… ;-)

Und, wie klappt‘s?

Also habe ich, als die Erdbeerwoche kam, zum ersten Mal seit Beginn meiner Tamponkarriere nichts mehr in mich hineingesteckt. Das war vielleicht ein verrücktes Gefühl! Stattdessen habe ich eine handelsübliche Plastikbinde eingeklebt und „einfach mal ausprobiert“. Auf die Plastikbinden folgten nach kurzer Zeit Stofffetzen, die ich mir zurechtgefaltet in die Unterhose gelegt habe. Und schließlich entschied ich: Ja! Es klappt!, und habe, auch inspiriert von Pias Artikel über Stoffbinden, ebensolche bestellt (wohlgemerkt ohne Plastikschicht innendrin) und auf die Probe gestellt. Meine Mama hat mir dann noch ein paar zusätzliche Binden aus saugfähigem Bio-Molton genäht.

Heute, zwei Jahre später, ist es für mich schlichtweg undenkbar geworden, etwas in mich reinzuschieben, einen Fremdkörper, der da für längere Zeit verweilen soll. Ich besitze einige (inzwischen nicht mehr ganz so weiße) Binden aus Bio-Baumwolle, die einmal im Monat durch die Waschmaschine gehen. (Ich habe diese wunderbaren Biobaumwoll-Binden gefunden, die auf sehr intelligente Art eingelegt und gefaltet werden.) Außer ungefähr einer Binde pro Tag und ein bisschen Pflege für dieselbe brauche ich nichts. Für mich haben sich beinahe alle unmöglich erscheinenden „Gerüchte“ über freie Menstruation, auf die ich im Internet gestoßen bin, bewahrheitet.

Was genau funktioniert bei dir? Und wie?

Wenn wir unsere Tage haben, kommt für gewöhnlich das Blut nicht in stetigem Fluss, sondern in Schüben.  Ich habe gelernt, zu spüren, wann so ein Schub kommt. Dann heißt es: halten! Die Beckenbodenmuskulatur anspannen, wie wenn ich ganz stark Pipi muss. Es stellt sich eine Grundspannung ein, die ich nach einer Weile gar nicht mehr bewusst wahrnehme. Ich habe es also, glaubt es oder nicht, wirklich gelernt, das Blut weitgehend zurückzuhalten. Ja, wirklich! Es ist nicht unmöglich! Und ich werde immer noch besser darin. Manchmal genügt dafür schon besagte Grundspannung. Aber manchmal ist das Blut schneller als ich, und es rutscht was durch, und dann halte ich ganz fest zurück – you shall not pass! Und es kommt kaum etwas vorbei.

Stoffbinden an der Wäscheleine

einmal im Monat Binden waschen!

Ich weiß nicht genau, woran es liegt, dass das funktioniert, obwohl es angeblich nicht funktionieren darf. Die Hummel fliegt ja auch, obwohl sie gar nicht kann. Ich habe folgende Theorie: Wenn wir bluten, bluten wir nicht ausschließlich flüssiges Blut. Bei der monatlichen Blutung werden Teile der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen (die sich danach wieder erneuern) und mit unserem Blut als kleine Klumpen herausgeschwemmt. Ich kann mir vorstellen, dass diese Klumpen, wenn wir noch ein bisschen nachhelfen und den Ausgang verengen, denselben verschließen, und so das Blut am Fließen hindern. Aber na ja, das ist nur eine Theorie. Wissen tu ich es nicht.

Die Hummel fliegt ja auch, obwohl sie gar nicht kann.

Übrigens: Auch nachts funktioniert die freie Menstruation. Es passiert, je nach Blutungsstärke, dass sich im Laufe der Nacht so viel Blut ansammelt, dass es überläuft. Ich lege mir in den stärksten Tagen ein dunkles Handtuch unter, das ich aber fast noch nie gebraucht habe – ich wache eigentlich immer vorher auf. Und häufig deshalb – davon schreiben auch viele Frauen – weil ich davon träume, dass ich auf Toilette muss…

Aber ich bin doch nicht du, oder?

Es ist selbstredend, dass jeder Körper individuell anders ist. Nur weil das bei mir funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass es bei jeder Frau funktioniert. Aus diesem Grund finden sich auch so unterschiedliche Aussagen über die freie Menstruation im Internetz. Ich habe beispielsweise eine ungefähr mittelstarke Periode, so genau weiß ich das nicht, ich weiß ja nicht, wie viel ihr blutet. Je stärker die Blutungen sind, desto schwieriger ist es vielleicht, freie Menstruation zu praktizieren. Es kann aber auch sein, dass es vielmehr von der Beschaffenheit des Körpers abhängt oder von der Fähigkeit, die Muskeln zu kontrollieren, so dass die Stärke der Blutung gar nicht so wichtig ist.

Jeder Körper ist individuell anders!

In jedem Fall kann ich euch nur empfehlen: Probiert es aus! Es dauert einige Zeit, bis frau den Dreh raus hat. Auch ich lerne nach zwei Jahren immer noch dazu. Und es braucht am Anfang einen starken Willen, das durchzuziehen! Aber egal, ob es am Ende funktioniert, oder vielleicht nur für die schwächeren Tage eine Lösung ist, oder vielleicht auch gar nicht aufgeht: Die Erfahrung mit dem eigenen Körper lohnt sich in jedem Fall.

Vorteile der freien Menstruation

Aus meiner Sicht hat die freie Menstruation ausschließlich Vorteile (das kommt natürlich immer auf die Betrachtungsweise an):

  • Ich brauche nichts mehr als meine Stoffbinden. Selbst an meinen stärksten Tagen komme ich meistens mit einer einzigen Binde durch den Tag und die Nacht. Minimalismus pur!
  • Ich habe viel weniger Schmerzen. Davon habe ich auch vorher schon vielfach gelesen und kann es tatsächlich bestätigen. Das altbekannte Unwohlsein, In-sich-zurückziehen-wollen, Stimmungsschwankungen und was frau nicht so alles hat, ist natürlich nach wie vor da – aber ich habe so viel weniger Schmerzen! Vielleicht einfach deshalb, weil nichts mehr in mir drin steckt? Ich weiß es nicht.
  • Es fühlt sich reiner an! Für mich ist das bewusste Ablassen von Blut und nichts mehr in mich reinzustecken irgendwie sauberer und richtiger.
weiße Stoffbinde, Seitenansicht, mit kleiner roter Rose

Weiß wie Schnee und rot wie Blut – es fühlt sich reiner an.

  • Ich gehe viel bewusster mit meinem Körper um. Die Periode bekommt einen neuen Platz im Alltag und fordert Aufmerksamkeit. Sie ist keine reine nebenher-Sache mehr. Für mich ist das eine große Bereicherung, ich höre viel mehr auf meine Bedürfnisse und gehe ihnen auch nach, lerne mich ganz neu kennen.
  • Es ist sooo ein gutes Gefühl, nicht von Produkten abhängig zu sein! Selbst wenn ich zu Beginn meiner Periode keine Binde zur Hand habe, weiß ich, dass ich damit umgehen kann und mein Blut nicht hemmungslos laufen wird. Es ist ein unglaubliches Hochgefühl von Unabhängigkeit und Frau-Sein!

Und abschließend…

…ist es einfach ein fantastisches Erfolgserlebnis! Jedes Mal aufs Neue bin ich fasziniert davon, wenn ich auf Toilette gehe und es läuft das Blut, das vorher nicht gelaufen ist. Das ich selbst zurückgehalten habe. Es funktioniert!, denke ich dann, und würde es am liebsten der ganzen Welt erzählen. Weil ich so stolz bin. Und weil ich finde, dass jede Frau wissen sollte, was möglich sein kann.

Wie ist das bei euch?

Habt ihr davon schon mal gehört? Wie findet ihr den Gedanken der freien Menstruation? Oder praktiziert ihr sie sogar? Wenn ja, was könnt ihr darüber erzählen? Ich bin wahnsinnig gespannt auf eure Gedanken!

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Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!

50 Gedanken über “Freie Menstruation

  1. Melanie

    Liebe Hannah,
    vielen Dank für diesen Beitrag.
    Es klingt vielleicht seltsam, aber ich habe manchmal gedacht, ich spinne, wenn ich merke, dass ich innerlich gegen Tampons gewehrt habe.
    Für mich war der Schritt zur Menstruationstasse schon eine echte Erleichterung – schon da fühlte ich mich näher an mir und dem Frau-sein.
    Die Idee der freien Menstruation finde ich spannend, und ich bin froh, dass Du Deine Erfahrungen hier teilst.
    Jetzt bin ich gespannt, ob ich das kann, und freu mich fast auf die nächste Regel!

    Lieben Gruß
    Melanie

  2. Jen

    Ich hab mir 2008 die Gebärmutter raus schneiden lassen, damit mich das Patriarchat nicht mehr als Brutmaschine (was ja auch durch Vergewaltigung geschieht) mißbrauchen kann.

    DEN Stress bin ich los.

    Halte ich für die sauberste, praktikabelste und menschenwürdigste Lösung: Es werden keine NEUEN MENSCHEN mehr produziert, die Ursache allen Übels sowie aller nachfolgenden Produkte.

    Aber jeder hat seine eigene Meinung, und die gehört dazu.

  3. Margareta

    Ein sehr interessanter Artikel! Wie viele Frauen doch Stoffbinden benützen.. ich bin fasziniert. Seit Jahren schon verwende ich Stoffbinden, weil mir die Plastikbinden mit der Schwitzerei und dem Geruch einfach immer sehr unangenehm waren. Und Tampon finde ich eine für mich ebenso unangenehme Lösung.. was in mich reinstecken das dann auch noch Vaginalflüssigkeit aufsaugt und ein total trockenes Gefühl hinterlässt.. nein danke.
    Eine Freundin hat mich damals auf Stoffbinden aufmerksam gemacht. Seitdem ich sie benutze habe ich weniger Schmerzen, kein unangenehmer Geruch mehr, das Blut ist im Gegensatz zu früher meist frisch-rot, die Mens dauert nicht mehr so lang, ich spüre wenn das Blut rinnt oder kommt,… alles Merkmale eines bewussteren Umgangs mit meinem Körper. Ich glaube auch dass frei menstruieren funktioniert.. für meinen Alltag ist es nicht sehr praktikabel aber ich habe es mir auch nicht als Ziel gesetzt.
    Meine Stoffis habe ich früher auch immer vorgewaschen oder eingeweicht… doch wohin mit den nassen Binden? Mittlerweile schmeiße ich sie benutzt einfach in den Wäschekorb und wasche sie ohne Vorwaschen mit.. nachdem mein Blut rot ist bleiben auch keine unschönen Flecken zurück.. was bei dunklem oft schwarzem Blut zu Anfang schon der Fall war. Wenn ich sie in den Trockner gebe (im Winter) sind sie flauschig weich und ich falte sie liebevoll zusammen und freue mich darauf sie wieder zu benützen. Ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen…

  4. Laura

    Wie schön es ist zu lesen, wie sehr du dich darüber freust und wie du es in die Welt rufen möchtest. Ich „praktiziere windelfrei/abhalten“ mit unserer 4 Monate alten Tochter und habe gleich mehrfach am Tag die gleichen erquickenden Momente und Gefühle wie du.
    Wir gehen zur Toilette bzw zum Waschbecken, sie erledigt gezielt und zufrieden ihre Geschäfte und strahlt mich danach wie das glücklichste Baby der Welt im Spiegel an, inzwischen quietscht sie sogar oft. Ich hätte es nie für möglich gehalten und freue mich jedes Mal so sehr darüber und würde auch am liebsten allen Eltern davon erzählen und vor allem auch alle Babys in diesen Genuss kommen zu lassen, anstatt in Plastik gehüllt sich selbst einzunässen oder eben mehr… wie viele Tränen und Stress das wohl sparen würde?!

    Noch stille ich und es ist Lt FA auch keine Mens in Sicht, wenn es aber wieder soweit ist, möchte ich es auch back to the roots versuchen… :) LG

  5. wiesele27

    Hallo Hannah,
    schön, daß das klappt bei Dir, aber es ist nun wirklichts nichts Neues. Ich, Jahrgang 1942
    kannte in meiner Jugend nur Stoffbinden, die es dortmals zu kaufen gab. Nach Gebrauch hat man sie eingeweicht und anschliessend Kochwäsche gemacht, auch ohne Waschmaschine. Die hielten dortmals unendlich lange und wurden auch nicht hart. Es war Baumwolle-Strickstoff, der ca. 6-fach gefaltet war in die Form einer Binde und hatte an den beiden Enden, jeweils, eine Lasche aus Stoff angenäht. Dazu trug man um den Bauch einen breiten, weichen Gummi mit 2 Knöpfen, wo man die Stoffbinde einknöpfen konnte. Es ging aber absolut auch ohne Gummiband.
    Fragt mal Eure Omas oder Uromas, die werden dies noch kennen.

    1. Pennyicetea

      Das dacht ich allerdings auch. Tampons und Binden gab es nicht immer… Aber an diesem Beitrag sieht man wie sehr einige von der Werbung beeinflusst sind und jahrelang nicht in Frage gestellt wurde. Bin Jahrgang 1987 und war als Teenie zu faul binden einzulegen und tampons waren nichts für mich. Warum ich laut Werbung unbedingt welche benutzen müsste habe ich nicht verstanden. Also versaute ich einige Häschen bis ich gelernt hab das zu kontrollieren. Einweg Produkte dieser Art sind einfach nur bequemer geworden und auf diese zu verzichten keine wirkliche Innovation.

      1. Aggie

        Das ist wohl wahr. Es geht aber hier um noch einen weiteren Schritt, und das ist das gesteuerte Blut-Abfließen-lassen. :-)
        Wenn man einfach nur eine Binde einlegt übt man ja dennoch keine Kontrolle aus, wann man das Blut abfließen lässt. Es läuft halt einfach wie es will in die Binde.
        So wie ich das verstehe dient hier die Stoffbinde ja nur zur Sicherheit, aber prinzipiell wird das Blut kontrolliert und bewusst abgegeben, eben so wie man zum pieseln auf Toilette geht.

        Ich finde das eine ganz tolle Sache und bin fast ein wenig „traurig“, dass ich es selber nicht mehr ausprobieren kann. ;-)
        Aber im Ernst: ich hatte wegen Endometriose und anderer Probleme schon Anfang 30 eine Total-OP, da die Schmerzen einfach nicht mehr auszuhalten waren.
        Wer weiß wie alles gelaufen wäre, wenn ich damals als junge Frau schon von Alternativen zu Tampons gewusst hätte …. denn gesund ist das ganz bestimmt nicht, was da im Körper passiert.
        Natürlich hätte ich auch Binden benutzen können, doch das war mir bei starker Blutung und Berufsalltag zu unsicher. Außerdem galt es in den 80ern/90ern als ziemlich unhygienisch und überholt, soweit ich mich entsinne. :-(

        Tja, hinterher ist man ja immer schlauer. Aber ich wünsche mir, dass diese Methode immer mehr Nachahmerinnen findet die damit super zurecht kommen. Aus gesundheitlichen und umweltbewussten Gründen.
        :-)

  6. Glückskind

    Hallo Hannah,
    na klar geht das. Zumindest bei nicht allzu starker Blutung. Was haben wohl Jahrhunderte lang Frauen gemacht bevor es Stoffwindeln und ob´s gab? Sie sind hin und wieder hinter den Busch gegangen und haben das Blut ablaufen lassen. Ich hatte eine zeitlang sehr sehr starke Blutungen, da habe ich Tampons benutzt. Die größte Sorte hat für eine 1/2 bis 1 Stunde gereicht. Nicht immer war so schnell eine Toilette erreichbar – und dann habe ich so gut es ging – das Blut zurückgehalten. Das macht wohl jede Frau, wenn der Tampon voll ist. Warum sollte es also ohne Tampon nicht funktionieren?
    Liebe Grüße und ich finde es toll, dass Du Deine Erfahrung hier veröffentlichst.
    Glückskind

  7. Verena

    Oh, wie lustig, hab immer gedacht ich wär die einzige, dabei gibt’s ja mehr Frauen die das so machen und einen Namen hat das ganze auch schon!
    Was sich bei mir verändert hat, seit ich das mache, ist die Dauer der Menstruation – von früher bis zu neun Tagen ist sie auf 4 bis 5 verkürzt. Und falls ich an diesen Tagen zuhause bleiben kann und das Haus nicht verlassen muss, dann trinke ich bis zu 4,5 Liter Tee und Wasser am ersten Tag – dann darf ich zwar von der Toilette nicht all zu weit weg gehen, dafür ist in ca 48 Stunden alles „gereinigt“ und Krämpfe gibt’s auch keine.
    Danke für den interessanten Artikel!

  8. Julia

    Hallo liebe Frauen,
    ich finde dieses ganze Thema auch echt interessant, vor allem aber insofern, als ich eine zwölfjährige Tochter habe, bei der es wohl bald losgehen wird. Ich habe irgendwie das Bedürfnis, ihr diese spannende und „unabhängige“ Möglichkeit der „freien Menstruation“ nahezulegen, kann mir aber vorstellen, dass sie ablehnend darauf reagieren wird, da wahrscheinlich keine ihrer Freundinnen etwas davon weiß (und hält…). Und für Teenager zählen einfach oft die Meinungen aus der Peergroup mehr als die der Mama. Ich kann mir vorstellen, dass es ihr unangenehm und peinlich sein würde, es „anders“ zu machen als die anderen.
    Daher meine Frage: Kennt jemand ein gutes Buch, eine Website, einen Artikel…, in dem weniger Mainstream-mäßig auch über alternative Herangehensweisen, auch zum Beispiel zum Thema eigener Zyklus, teenager-gerecht informiert wird??
    Ich habe früher natürlich verhütet und dabei zB auch festgestellt, dass ich plötzlich die Qualität meines Schleims beurteilen, meinen Muttermund untersuchen und meinen Eisprung spüren kann uvm. Mir wäre es so wichtig, dass meine Töchter auch ein sensibles Bewusstsein für ihren eigenen Körper entwickeln.
    Freue mich über Anregungen und Tipps!!

    1. Angela

      Liebe Julia, schau mal unter „Drachinzeit“, gibts auch einen wunderschönen Film, und in Österreich fällt mir Gabriele Pröll ein als wunderbare Frau, die sich schon viel mit dem Übergang vom Mädchen zur Frau beschäftigt hat und auch Rote Feste anbietet! Denk, das trägt sehr beim zu einem guten Körpergefühl für (werdende) Frauen! alles Liebe!

  9. Eva Lissek

    Hey!
    Super spannend, schön hier was zu finden darüber, denn im Kopf hab ich das Thema schon immer mal wieder gehabt.
    WIE SCHÖN, deine Begeisterung zu spüren, durch den Bildschirm! Danke dafür!
    Ich hatte das Erlebnis, dass ich wandern war mit schwerem Rucksack, 1 Tag…. und es kam nicht wirklich viel Blut, obwohl es der Tag dafür war und es eigentlich ein Tag mit etwas UL-Schmerz und wenig Power ist.
    Das kam tatsächlich dann alles 1 Tag später, als ich Ruhe hatte.
    Und ich werde auch immer wach, wenn meine Mens-Tasse überläuft!
    Definitiv sehr motivierend dein Artikel!
    Herzliche Grüße, Eva

  10. payoli

    Liebe Hannah, liebe Leute!
    Vielleicht interessiert Euch hier, dass es Menstruation nur mit und durch ‚Normalkost‘ gibt. Rohköstlerinnen haben keine bis einzelne Tropfen an Monatsblutungen. Die Schulmediziner erklären das mit Mangelernährung, was aber völliger Unsinn ist. Denn solche Frauen sind sogar fruchtbarer als ‚Normalesserinnen‘.
    Liebe Grüße!

    1. Inga Steinmetz

      Sorry, aber das klingt extrem unnatürlich. Die Blutung ist ein natürlicher Vorgang im weiblichen Körper und ich bin da tatsächlich mal der Meinung der Schulmediziner, obwohl ich von diesen im Normalfall nicht soviel halte. Wie haben sich denn die Menschen früher ernährt? Sicherlich nicht rein von Rohkost,. Das Feuer wurde zum Wärmen und Kochen genutzt.

      1. Eva

        Hi, es ist tatsächlich so, dass der weibliche Körper, wenn er sehr basisch ernährt wird und vorallem sehr giftfrei, dann fährt er die „natürliche“ Reinigung, also Menstruation , total runter bis sogar kompletter Ausfall, da er es nicht mehr wirklich benötigt
        Ich habe leider das Buch nicht mehr, aber es wurde wissenschaftlich nachgeprüft, auch bei indigenen Völker, die sich sehr basisch ernähren haben die Frauen so gut wie keine Blutungen mehr.
        Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass meine Tage, so wie es auch schon einige beschrieben haben immer weniger wurden, als ich nur noch mit meiner Beckenbodenmuskulatur das Blut gehalten habe und als ich dann über mehrere Monate Reinigungen auf allen Ebenen (Leber, Darm, Niere usw.) und auch psychisch gemacht habe waren die Blutungen weg, ich hatte aber weiterhin meinen Eisprung und habe mich richtig gut gefühlt.

      2. Christin

        Den Kommentar halte ich doch auch eher für Schaumschlägerei. Ich denke auch, dass jeder Körper individuell betrachtet werden muss und Rohkost nunmal nicht für jeden gemacht ist. Besonders nicht in Regionen wo z.B. lange u harte Winter sind. Man sollte doch eher schauen wie sich die eigenen Vorfahren in der jeweiligen Region ernährten um gesund und vital zu bleiben, das ist meistens ein guter Ansatz. Zur freien Menstruation: bin sehr begeistert diesen Artikel zu lesen! Ich werde es definitiv ausprobieren, da meine Periode nicht sehr stark ist und man durch die Übungen ja zugleich den Beckenboden super stärken kann :) Danke für die Inspiration!

      3. Sarah

        Eine Freundin ging neulich zum Arzt weil bei ihr trotz definitiv nicht schwanger plötzlich mehrfach in Folge die Mens ausblieb.
        Sie ernährt sich vorwiegend vegetarisch, incl. Kochkost.
        Diagnose: Vitamin B12 fast bei Null und Hämoglobin ebenfalls extrem im Keller. Alle anderen Werte im großen Blutbild dagegen top, incl Entzündungswerten, Antikörpern etc.
        Der Körper braucht eben um aus Ferritin (=Eisen-Speicher-Form) überhaupt neues Hämoglobin bilden zu können, auch gleichzeitig genug B12 und Folsäure (das weiß ich seit meiner Schwangerschaft).
        Ihr Körper hat die Blutung offensichtlich wegen der Anämie eingestellt, als Schutzreaktion.

        Ein anderer Gedanke, der mir beim Lesen des Artikels kam:
        Das Blut zurückhalten zu können, setzt für mein Verständnis einen starken, gut trainierten Beckenboden voraus.
        Denn direkt nach der (Haus-)Geburt meiner Tochter war ich aufgrund des dabei natürlicherweise stark gedehnten Beckenbodens noch mehrere Wochen sehr stark inkontinent.
        Und wenn das Kind dann auch noch fast pausenlos getragen werden will, obendrein stets sehr groß und schwer ist für sein Alter und zudem erst spät anfängt zu laufen, verlangsamt das meiner Erfahrung nach die Beckenbodenrückbildung stark.

        Also – Liebe Mamis, ich glaub für uns, v.a. wenn unsere Kinder noch klein sind und/oder wir mehrere haben, müssen wir beim Experiment mit freier Menstruation besonders nachsichtig und geduldig mit unserem Körper sein bzw unsere Erwartungshaltung gerade zu Beginn nicht zu hoch stecken. Frustrationsquellen bietet der Alltag ja auch ohne schon genug…

        Ich werde für mich dieses Experiment auf später verschieben, da ich auch so schon kaum Land sehe im Alltag (meine Tochter wird bald 3 und fordert extrem viel Aufmerksamkeit, bin mit ihr obendrein alleinerziehend.) und andere, existenziellere Baustellen für mich daher gerade eindeutig höhere Priorität haben.

        Trotzdem liebsten Dank für diesen horizonterweiternden Artikel!

  11. Maria Widerstand

    Hallo Hannah!

    Ich finde es total super, dass Du das hier thematisierst. Mein Leben hat sich deutlich verbessert, seitdem ich auf Stoff und freie Menstruation umgestiegen bin.

    Und ich kann bestätigen, es funktioniert sogar in der Nacht, mein Körper merkt, wann es wieder so weit ist!

    Die Stoffbinden habe ich selbst aus Flanellbettwäsche genäht. Fühlt sich total gut an, ist leicht zu waschen und trocknet ganz schnell.

    Auch im Urlaub habe ich es so praktiziert, anders würde ich nicht mehr wollen.

    Auf meinem Blog habe ich vor einigen Jahren auch schon einen ganz Serie darüber geschrieben, weil ich das Thema so wichtig finde und den Frauen zeigen möchte, welche (müllreduzierten) Alternativen es gibt.

    lg
    Maria

  12. Sarah

    Ich finde es toll, dass immer mehr Frauen das ausprobieren und offen darüber sprechen!
    Ich habe Endometriose und relativ starke Blutungen und verwende seit ein paar Jahren ausschließlich selbstgenähte Binden und Slipeinlagen – ich liiiiebe sie…
    Auch ich kann das Gefühl gar nicht ertragen einen Fremdkörper in mich reinzustecken!
    An alle, die daran zweifeln, ob das auch mit starker Periode funktioniert, kann ich nur sagen: ich hab die ersten beiden Tage oft das Gefühl ich wär beim Blutspenden und immer bevor sich ein ‚Schwall‘ ankündigt, ein Gefühl im kleinen Becken dass mir sagt – jetzt lieber aufs Klo. Ich würd aber auch nie ohne Binde gehen oder anspannen und es aufhalten…
    Im Moment bin ich in der 38. Woche schwanger :D und bin gespannt wie es mir geht, wenn sich nach einer (hoffentlich langen) Stillzeit wieder die Erdbeertage ankündigen… ich werde gerne berichten ;)

    1. Sarah

      Lebe Namensvetterin,

      meine Tochter und ich stillen nun fast drei Jahre – sie ist ein richtiger Still-Junkey, kann nie genug kriegen (echt schwierig manchmal sie dazu zu bewegen auch noch was anderes zu essen und zu trinken als Muttermilch…)
      Jedenfalls wollte ich dir aus meiner Erfahrung heraus berichten, dass die erste Regel nach der Geburt nicht zeitlich mit dem Ende der Stillzeit zusammenfallen muß. Erst nach ca 2,5 Jahren war sie bei mir wieder im Monatstakt, davor waren auch mal n halbes Jahr oder mehrere Monate dazwischen Pause. Und die Blutungen und Unterleibsschmerzen entsprechend stärker je länger die letzte Mens her war (ist ja auch irgendwo logisch…)
      Aber das kann von Frau zu Frau ganz unterschiedlich sein.. Nur mal als ein mögliches Beispiel.

  13. Hanne

    Das finde ich total spannend. Würde mich nicht wundern, wenn die Verfügbarkeit von Produkten uns auch bei diesem Thema eine Fertigkeit hat vergessen lassen und unser Gefühl für den eigenen Körper untergraben hat. Ähnlich wie bei Babys und Windeln. Ich habe es noch nie bewusst ausprobiert, das Menstruationsblut zu halten. Das wird sich jetzt sicher ändern. Aber es fällt mir schon auf, dass immer, wenn ich ohnehin auf Toilette bin, deutlich mehr kommt als in der restlichen Zeit. (Ich nutze Stoffbinden, einen Fremdkörper un mir zu tragen während dieser empfindlichen Zeit hat sich für mich noch nie gut angefühlt.) Wenn die Entspannung der Beckenbodenmuskulatur so wirkt, dann müsste Anspannung die gegensätzliche Wirkung haben. Das klingt für mich völlig logisch. Merken, wenn was kommt, klingt schon schwieriger… Aber wir sollten unsere Körper kennenlernen. Ich jedenfalls kann das jetzt gar nicht mehr nicht versuchen. Danke schön!

  14. Sabine

    Hallo Hannah!
    Darf ich fragen, ob du Kinder hast? Nach 2 Geburten und dementsprechend strapaziertem Beckenboden frage ich mich, ob sowas trotzdem möglich ist. Gibt’s da Erfahrungen?
    Liebe Grüsse,
    Sabine

      1. Tanja Heller

        Ich dachte auch gleich, klingt nach kinderlos, schwacher Blutung und unter 40. Bei mir geht das nämlich leider auch nicht, Hannah und Sabine, Blut soll doch raus aus dem Körper. Ist zurückhalten da nicht unnatürlich? Verstehe nicht den Sinn davon. Und mich die ganze Zeit drauf konzentrieren, ob es gerade läuft. Da nehme ich lieber ein O.B. und hab meine Ruhe.

        Lg Tanja

        1. Inga

          O.B. ist wohl mit das Unnatürlichste, das Du Deinem Körper antun kannst. :p Das Argument ist also hinfällig. In Tampons steckt eine Menge Chemie, die man wirklich nicht im Körper haben möchte und auch für Menstruationsschmerzen verantwortlich sein kann. Ich halte auch nicht zurück, sondern lasse laufen und benutze Stoffbinden. Für mich die natürlichste und umweltverträglichste Lösung.

        2. Nadamani Vulpes

          Aber hallo, du hältst ja auch Stuhl und Urin zurück, bis es Zeit fürs Lassen ist;-D
          Unnatürlich ist somit wohl kaum der Einwand der Wahl.
          Ich hab eine sehr starke Blutung und angeblich zu starke Beckenbodenmuskeln für meine angeblich zu weiche Menstruationstasse. Ich bin neugierig, was ich früher schaffe, Blut halten oder andere Tasse bestellen. Vielen Dank jedenfalls für diesen Artikel! Sehr schön differenziert und entmythifizierend;-) GlG Nada

      2. Branka Ito

        Ich habe den Artikel auf FB geteilt. Seit vielen Jahren halte ich es so. Ich bin 48 Jahre alt, habe noch starke Blutungen und zwei Kinder geboren. Es funktioniert. mit meinem Beckenboden. Ich habe eher ein schwaches Bindegewebe, aber ich glaube, dass das Ganze auch sehr mit der Gemütsverfassung der Frau zusammenhängt. Vertraue ich mir selbst und meinem Körper? Wie stehe ich zu Blut überhaupt? Finde ich das eklig oder sehe ich sogar noch andere Vorteile darin? Kann das Blut einfach abfliessen, natürlich entstehen dabei etwas mehr Gerüche, als wenn das Blut innerhalb des Körpers aufgenommen wird. Dieser leichte Blutgeruch mögen manche Männer übrigens sehr!!!!!!!!

      3. Bianca

        Ich habe zwei Kinder, bin auch fast 40 und praktiziere das mit den Stoffbinden schon seit einigen Jahren. Ich kann nicht behaupten, dass nichts daneben geht, die Stoffbinden fangen aber genau so viel auf wie eine herkömmliche. Mit etwas mehr Achtsamkeit meinerseits (zu der ich durch diesen Artikel nun wieder motiviert bin) wäre da bestimmt noch Optimierung möglich! Zum Beckenboden: Er wird zwar nimmer so wie vor den Kindern, ich arbeite aber regelmäßig mit Beckenbodenkursen daran – kann ich nur jeder empfehlen!

    1. Alexandra

      Hallo Sabine!
      Also ich habe eine Tochter (3) und es funktioniert bei mir trotz starker Blutung wirklich gut! Die ersten beiden (stärksten) Tage trag ich zusätzlich eine Stoffbinde (eine für 24h) – danach gehts ganz „ohne“.
      Also ich würde auf jeden Fall sagen, dass es auch nach vaginalen Geburten geht! Und ist auch gleich ein gutes Beckenbodentraining! :)
      Alles Liebe!
      Alexandra

    2. Clara Padberg

      Hallo, ich habe zwar auch keine Kinder und menstruiere bisher auch nicht frei, kann aber vielleicht doch was beitragen :D Auf Youtube gibt es einige, die über die freie Mensrtuation ein Video gemacht haben u.a. vom Kanal wildfamilylife. Die kann da vielleicht was zu sagen, wenn man unter dem Video kommentiert, sie hat ja schon Kinder bekommen.

    3. Julia

      Huhu,
      Ich habe drei Kinder und wenn ich zu hause bin, wage ich das freie menstruieren und es geht gut! Ich fühle das herannahende „portiönchen“ und wenn mich dann nicht irgendetwas aufhält, kann ich es zur Toilette bringen. Außer nachts, weil das immer noch gestillte Kleinkind mich aufgrund seiner leicht- Schläfrigkeit ans Bett „fesselt“ @ Sarah- über ein Jahr hat das stillen den Zyklus blockiert. Interessant finde ich auch, dass ich damals nach dem ersten Zyklus mit mens Tasse und ohne konventionelle Tampons schwanger wurde- nach langem „drauf anlegen „

    4. Christine Stummer

      Liebe Sabine!

      Ich habe 3 Kinder, inzwischen erwachsen, eine Gebärmuttersenkung und einen ‚ausgeleierten‘ ;-) Beckenboden und bei mir funktioniert es hervorragend!!! …ich habe nie Tampons verwendet, da mir etwas künstliches in mich reinzustecken immer zuwider war. Ich verwende noch herkömmliche Binden, da ich leider selbst nicht auf die tolle Idee gekommen bin, stoffliche Alternativen zu verwenden :-(, werde aber bestimmt umsteigen, da ich mit fast 57 J. meine Tage immer noch regelmäßig habe und dieses auf der Toilette Blut abfließen hat sich die letzten Jahre bei mir sehr natürlich eingestellt!!
      ganz liebe Grüße
      Christine

  15. Monika

    Hallo Hanna! Super spannend, wie das bei dir funktioniert. Wie fumktionierts denn beim Sport? Im Sommer bin ich leidenschaftlich am See und kann mir nicht ganz vorstellen wie das ohne innere Hilfsmittel beim Schwimmen funktionieren sollte. Ich bin Stoffbinden und Mens-Tassen Nutzerin. Beim Radfahren sind die Stoffbinden leider auch sehr unbequem. Meine haben Flügel mit Druckknöpfen. Die drücken ganz schlimm beim Radfahren . Kennst du eine die nach der Schwangerschaft freie Menstruation „macht“? Mit dem überdenhnten Beckenboden ist es so schon schwierig Mens-Tasse oder ähnliches zu halten…
    Was ich aber sehr schön finde an deinem Bericht ist, dass du mehr über deinen Körper wahrnimmst und eine neue andere Einstellung zu Periode bekommen hast. Gerade das finde ich am generellen Ausprobieren von alternativer Monatshygiene so spannend! Ich hab mich ganz anders mit meiner Regel auseinander gesetzt und auch bei mir sind die Schmerzen weniger geworden! Jetzt noch ein paar mehr Rote Zelte und ich hoffe, dass noch einiges von den alten schmerzlichen Mythen und Einstellungen zur Regel von mir abfallen.

  16. Andrea

    spannend! Ja, ich kenne das. Ich hatte öfter mal Gelegenheit, „produktfrei“ auszuprobieren. Einfach so, aus Interesse, und manchmal auch notgedrungen, in der Wildnis. Ich hab mich ein bisschen verurteilt dafür – was unnötig und schade war. Mein Resümee: Es ist eigentlich einfach. Es funktioniert. Es ist gut zu spüren. Aber es ist auch eher untauglich für einen Alltag, in dem ich irgend etwas länger als ne halbe Stunde konzentriert tue. Denn die nötige Achtsamkeit ist dann kaum aufzubringen. —- Jetzt, mitten im Wechseljahrs-Gedöns, bin ich trotzdem sehr froh um diese Fertigkeit.

  17. katharina

    Hallo, danke für den spannenden Bericht! ich bin erst vor ca einem Jahr ein bisschen von den herkömmlichen „Hygiene-Artikeln“ abgewichen und Experimentiere mit Stoffbinden. Bei mir sind die Blutungen immer sehr stark, was es mir im Alltag nicht grade leicht macht. Aber ich habe das Gefühl, mit dem Zurückhalten und laufen lassen kann ich ja auch mit Netz und doppeltem Boden experimentieren! Jedenfalls inspiriert es mich…
    Ich hab eine Frage an alle Stoffbinden-Benutzerinnen: Wo bzw wie bewahrt ihr die Binden auf, bis ihr sie wascht? Ihr schmeißt ja sicher nicht täglich die Waschmaschine an, oder? Ich würde sie eigentlich gern die 3-4 Tage sammeln und dann gemeinsam waschen, habe aber bisher noch nicht den richtigen Behälter (luftdicht= geruchsneutral) gefunden. Habt ihr Tipps? Was benutzt ihr?
    Mir ist dieser Aspekt besonders wichtig, weil ich in einer WG lebe…
    Vielen Dank schonmal
    Katharina

    1. Roseanna

      Wir (zwei Frauen im Haushalt) nehmen die benutzten Stoffwinden und waschen sie mit Gallseife und kaltem Wasser aus, und wringen sie, ohne die Seife auszuspülen, stark aus und legen sie zum Trocknen irgendwo an den Badewannenrand, wo sie nicht im Blickfeld sind. Oft sind sie über Nacht getrocknet und kommen dann so seifig-blutrestig in die 60Gradwäsche, und mit der nächsten Maschine geht dann der Rest auch raus. Also erstens hat frau dann kaum Ränder, und zweitens riecht es auch nicht. Du könntest sie natürlich wg. WG dann in eine Schüssel legen, nach dem feste Auswringen die blutige seifige Seite nach innen gerollt. Und auch in einem Winkel abstellen, wo man nicht direkt draufguckt oder ranmuss.

      1. Sarah

        So in etwa mache ich es auch. Hin und wieder wenn ich unterwegs bin lasse ich sie aber auch in einem stoffbeutel trocknen und vor dem waschen weiche ich sie lange in Seifenwasser ein, funktioniert zur Not auch… verwende allerdings keine weißen sondern rote Stoffbinden…

    2. Christine

      Zur Frage des Aufbewahrens. Ich reinige die kleinen und großen Geschäfte meines Sprösslings seit zwei Jahren nur mit einem nassen Waschlappen. Und den Wäsche ich gleich anschließend im Waschbecken mit Seife aus. Das stinkt nix mehr, und Kinder können enorm stinken . Oft Wäsche ich erst ein/ zwei Tage später. Kein Gestank, nichts. Und Blut sollte auch sofort KALT ausgewaschen werden, damit das Eiweiß darin nicht gerinnt. Zum Schluss kann man noch mit Seife drüber gehen, ausspülen und ab in den Wäschekorb. Voilá

    3. Hannah Staab Beitrags Autor

      Das ist ja spannend, wie jede ihre eigene Methode hat!
      Die trockene Methode von Roseanna hat sich für mich schon im Urlaub bewährt. Die Binden, die ich benutze, trocknen wirklich schnell.
      Zuhause wasche ich die Binden nach spätestens!! 24 Stunden aus, mit kaltem Wasser (ganz wichtig), und evtl, Gallseife, und sammle sie dann in einem kleinen Eimer mit ebenfalls kaltem Wasser. (Den Deckel lege ich meist nur lose drauf.) So trocknen sie bis zur Wäsche nicht ein. Das Wasser sollte allerdings mindestens einmal am Tag gewechselt werden, im Sommer eher öfter, sonst fängt es an zu riechen.

  18. Maxi

    Hallo ihr Weibsbilder!
    bin vor x Jahren durch die i haben des verlag riedenburg da drauf gekommen. gibt da auch nen tolles Büchlein zu. würde neugierig, hab’s ausprobiert. nach etwas Übung und kennenlernen meines Körpers bin ich nun seit bestimmt 7 Jahren „windelfrei“.
    mehr noch. seither hat sich sogar mein Zyklus vorhersagbar normalisiert!
    beruflich trag ixhvwrosse Hosen, anfangs hatte ich deswegen Sorge, nun aber nimmer.
    traut Euch!

  19. Anne Phosie

    Danke für deinen Artikel, ich habe vor einer Weile schon davon gehört, eb3nso wenig Informationen gefunden und auch die verschiedensten Sachen gehört, aber keine direkte Anleitung. Also hab ichs ausprobiert. Ich arbeite von zu Hause aus, was mir einen riesen Vorteil verschafft. Zu biginn bin ich regelmäßig etwa alle halbe Stunde zur Toilette gegangen. Es ist tatsächlich ein wunderbares Gefühl das Blut einfach abfließen lassen zu können. Das hat tatsächlich gleich funktioniert da das Blut schubweise kommt und nicht die ganze Zeit willkürlich läuft, so hatte ich vorher gedacht. Unterwegs und nachts hab ich mir es an den starken Tagen noch nicht getraut, wobei es zu einer Nacht nottwendig war, da ich nichts dabei hatte. Mir blieb nicht anderes übrig als darauf zu vertrauen und ich wurde icht enttäuscht. Ich hatte auch schon Tage an denen sich ein richtiges Glücksgefühl ausgebreitet hatte anstelle von „ich fühl mich wie krank“.
    Unbedingt ausprobieren, wenn ihr die Möglichkeit habt!

  20. Jule

    Hey Hannah,
    danke, das ist spannend, ich hab noch nie davon gehört und mal sehen, was diese Info in mir auslösen wird =)

    Tatsächlich wollte ich mit dir und euch teilen, dass ich meine Regel pausieren kann- mehr oder weniger unterbewusst. Ich habe eine Fernbeziehung, wenn mein Freund und ich uns sehen und ich gerade meine Regel habe, habe ich mich ziemlich geärgert, weil ich frei mit ihm schlafen wollte, und dann hat nun schon zweimal meine Periode für jeweils einen oder eineinhalb Tage pausiert.

    Verrückt, oder? Hat noch jemensch solche Erfahrungen gemacht?

    1. Daniela

      Hallo Hannah,

      ich habe auch schon öfters die Erfahrung gemacht, dass das Blut eine Weile nicht mehr fließt, wenn ich Lust habe. Mir ist es schon öfters passiert, dass ich mich vor einem schönen Abend mit meinem Freund darüber geärgert habe, dass ich meine Periode habe. Ich mag keinen blutigen vaginalen Sex, aber ich wollte doch wenigstens die Möglichkeit zu schönen Streicheleinheiten und oralen Sex haben. Deshalb habe ich mich wenigstens besonders gründlich geduscht… also meine Vagina sanft mit Wasser gespült und mit dem Finger nachgeholfen, dass der Blutschleim herauskam. Das habe ich gemacht, weil ich zusätzlich zum Tampon sicher sein wollte, dass ich keine Blutreste mehr in mehr habe, die für unangenehmen Geruch sorgen könnten. Wie gesagt ist es mir in den intimen Stunden danach inzwischen schon öfters passiert, dass die Lust dann so groß war, dass wir doch mal „nachgesehen“ haben, ob es tatsächlich sooo doll blutet und nicht doch „was geht“. Tja, was soll ich sagen: Das Tampon war weiß mit höchstens einer hellrosa Einfärbung! Uns selbst nach dem Sex hielt dieser Effekt noch ca. 8-12 Stunden an. Ich wunderte mich dann immer, dass der Zyklus, diesmal wohl kürzer ausgefallen ist…. aber dann kam die Periode doch zurück.

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