Fest der Liebe und des Schenkens

Michael Hartl
Von Michael Hartl
20. Dezember 2017

Jedes Jahr, wenn Weihnachten vor der Tür steht, hört man wieder vom Fest der Liebe, von der besinnlichen Zeit und von all den Gedanken, die sich Menschen machen, bezüglich der Geschenke. Denn sie sollen ja schön sein. Aber auch nützlich. Und gefallen müssen sie. Idealerweise auch der beschenkten Person.

Ich habe meine eigene Entwicklung hinter mir, was Geschenke angeht. Als Kind, eh klar, sind Geschenke toll! Das ganze Weihnachtsfest ist super; Tolles Essen, gemeinsam singen, Gedichte, Weihnachtsbaum – und Geschenke! Die halten einen schon als Kind abends lange wach und haben zumindest mich am nächsten Morgen schon früh rausgelockt. Und so wurde wieder unter dem Weihnachtsbaum gespielt.

Winterbaum mit Sinne im Hintergrund

Geht nur ganz oder gar nicht?

Im Verlauf vieler darauf folgender Jahre, als immer mehr ein gesellschaftskritisches Hinterfragen des Konsums an sich Teil meines Wesens wurde, war auch die Freude mit dem Schenken und Beschenkt werden getrübt. Ich las Texte darüber, wie viel Müll wir da produzieren. Alleine für das ganze Einpacken. Und welche volkswirtschaftlichen Schäden durch Geschenke entstehen, die aus Höflichkeit angenommen werden, die heimlich günstig weiterverkauft werden und so weiter. Geht angeblich in die Milliarden Euro jedes Jahr. Was auch immer „Milliarden“ eigentlich sein sollen. Ich hab zumindest kein Gefühl für so hohe Summen.

Und mit diesem „fahlen“ Beigeschmack im Mund, macht weder Schenken, noch Beschenkt werden auf die heute übliche Weise wirklich glücklich. Also hab ich mehr und mehr Menschen darum gebeten, mir nichts mehr zu schenken. „Ich hab alles, was ich brauche, um glücklich zu sein!“, war die Feststellung. Und klar, materiell hat es mir ja auch an nichts gefehlt.

Aber Geschenke sind eben auch ein Ausdruck von Liebe. Und daher ja von der eigentlichen Idee her wundervoll.

Weniger ist mehr

Wenn Geschenke also aus tiefstem Herzen kommen, nicht weil man sich halt zu Weihnachten was schenkt, sondern weil ich gerade Dir ein Geschenk machen will, dann ist es wundervoll. Und dann rückt das eigentliche Geschenk auch in den Hintergrund – und der Akt des Schenkens in den Vordergrund. Es wird also zweitrangig, welchen monetären Wert ein Geschenk hat oder wie viele Geschenke es insgesamt werden…

Foto eines kleinen in Papier eingewickelten Geschenks auf Holzunterlage

Foto von Annie Spratt auf Unsplash

 

Und schon, wie so oft, wenn es um genußvolles Reduzieren geht, reicht schon diese Änderung im Denken und es sieht anders aus: Dann geht es nämlich darum, dass ich mir wirklich Gedanken mache, was eine Person brauchen kann oder was ihr Freude bereitet. Oder Bücher zu Themen, die sie interessieren. Es geht dann also viel mehr um die beschenkte Person, als darum, was ich auf welche Weise verpackt verschenken könnte.

  • Geschenke könnten in Zeitungspapier eingepackt sein oder in das sauber aufbewahrte Geschenkpapier aus den Vorjahren.
  • Wir könnten selbst gebasteltes, angebautes, gesammeltes oder gebackenes verschenken.
  • Auch Zeit statt Zeug ist eine schöne Option.
  • Wir könnten uns gegenseitig Dinge schenken, die wir jeweils nicht mehr brauchen, aber die für die andere Person großartig sein werden.
  • Bei gekauften Geschenken kann ich bei Händler*innen einkaufen, die fairer wirtschaften, wie Buch 7 zum Beispiel, und auf Qualität und Nachhaltigkeit achten, wie im Wohnwagon Shop.

Für mich bleibt am Ende nur nach wie vor die Frage offen, ob wirklich alle Geschenke an Tagen wie Weihnachten oder Geburtstagen stattfinden müssen. Denn vielleicht fällt mir das viel bessere Geschenk für jemanden den ich liebe, einfach spontan ein. Mitten im Jahr. ;)

Wie hältst Du es mit dem Schenken generell – und speziell zu Weihnachten? Verrats mir in den Kommentaren unter diesem Artikel!

EUCH ALLEN ZUSAMMEN AUF JEDEN FALL FROHE WEIHNACHTEN, EINE BESINNLICHE ZEIT UND EINEN BEWUSSTEN JAHRESWECHSEL!

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11 Gedanken über “Fest der Liebe und des Schenkens

  1. Yadgar

    „Und welche volkswirtschaftlichen Schäden durch Geschenke entstehen, die aus Höflichkeit angenommen werden, die heimlich günstig weiterverkauft werden und so weiter.“

    Gelten private Verkäufe in Österreich als Steuerhinterziehung?

  2. Lili

    Hallo Michael,

    ich denke auch dass, das Schenken an den Feiertagen eigentlich auferlegt ist. Zeit und zuhören finde ich schöne Geschenke.

    Ein wunderschönes Geschenk finde ich auch Briefe die von Herzen kommen.

    Lg Lili

  3. Michael

    Hallo Michael,
    ich denke wie du und wünsche mir und allen anderen Zeit für gemeinsame Momente, am besten über die 365 Tage im Jahr verteilt und damit viele Momente der Freude, Glückseligkeit und der Liebe.
    In diesem Sinne eine zauberhafte Weihnachtszeit mit vielen Momenten des Staunens, der Freude und des Zusammenseins.
    Michael

  4. Doris Barnert

    „Für mich bleibt am Ende nur nach wie vor die Frage offen, ob wirklich alle Geschenke an Tagen wie Weihnachten oder Geburtstagen stattfinden müssen. Denn vielleicht fällt mir das viel bessere Geschenk für jemanden den ich liebe, einfach spontan ein. Mitten im Jahr. ;)“

    Ja, genauso versuche ich zu Handeln – ist oft noch ungewohnt für meine Freunde und Bekannten. Geschenke dürfen aus dem Herzen kommen und darum unterliegen sie für mich keiner bestimmten Zeit.
    Danke für diesen Artikel!
    Herzliche Grüße sendet
    Doris

  5. Öko-Theosoph

    Das Christentum muss reformiert werden. Es ist unsinnig, zu beten.
    Ein Mensch sollte seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Es ist wichtig, gesundheitsbewusst zu leben und sich unegoistisch zu verhalten. Es ist sinnvoll, die körperliche Leistungsfähigkeit zu vergrößern, diverse Herausforderungen zu meistern, die Natur zu schützen usw. Und dann sollte man sich morgens unmittelbar nach dem Aufwachen auf einen Wunsch konzentrieren und sich (nochmal) in den Schlaf sinken lassen. Durch Traumsteuerung (oder im halbwachen Zustand nach dem Aufwachen) kann man zu mystischen Erfahrungen (und Heilen wie Jesus) gelangen. Der Mensch (genauer: das Ich-Bewusstsein) kann mystische Erfahrungen nicht bewirken, sondern nur vorbereiten. Bestimmte Meditations- und Yoga-Techniken, Hypnose, Präkognition usw. sind gefährlich. Traumsteuerung ist auch ohne luzides Träumen (das u. U. gefährlich ist) möglich. Man sollte sich nur dann einen luziden Traum wünschen, wenn man durch Traumdeutung herausgefunden hat, dass man dafür die nötige Reife hat. Oder man kann sich vor dem Einschlafen wünschen, dass sich nur Dinge ereignen, für die man die nötige Reife hat. Es ist gefährlich, während eines luziden Traumes zu versuchen, den eigenen schlafenden Körper wahrzunehmen. Luzide Träume dürfen nicht durch externe Reize (Drogen, akustische Signale usw.) herbeigeführt werden. Man kann sich fragen, ob eine echte (nicht nur eine eingebildete) Zeitdehnung in Träumen möglich ist. Zudem, wie sich Schlaf-Erlebnisse von Tiefschlaf-Erlebnissen (und Nahtod-Erlebnissen usw.) unterscheiden. Die Bedeutung eines symbolischen Traumgeschehens kann individuell verschieden sein und kann sich im Laufe der Zeit ändern.
    Es bedeutet eine Entheiligung der Natur, wenn Traumforscher die Hirnströme von Schlafenden messen. Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung der Beschaffenheit des Willens seinen freien Willen verliert. Zudem besteht die Gefahr, dass ein Mensch verrückt wird, wenn er sich fragt (wie schon vorgekommen), ob das Leben nur eine Illusion ist. Das Leben ist real. Es kann in Teilbereichen auf wissenschaftlichen (und technischen) Fortschritt verzichtet werden. Es ist z. B. falsch, Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen. Man sollte möglichst dort wohnen, wo man arbeitet. Dadurch wird ein sehr großer Teil der Privatfahrzeuge (nicht Firmenfahrzeuge) überflüssig. Es ist sinnvoll, überflüssige Dinge (Luxusgüter, Werbung, Kirchengebäude, Urlaubsindustrie, Rüstung, Geldverleih usw.) abzuschaffen. Der MIPS muss gesenkt werden (Regionalisierung spart Transportkosten, ein Öko-Auto fährt über 50 Jahre, ein 1-Liter-Zweisitzer-Auto spart Sprit usw.). Ein Mensch kann im kleinen und einstöckigen 3-D-Druck-Haus (Wandstärke ca. 10 cm) mit Nano-Wärmedämmung wohnen. Wenn die Menschen sich ökologisch verhalten, vergrößert sich die Wahrscheinlichkeit einer günstigen Erwärmung im Winter. Denn das Klima ist (so wie das Leben) in der Lage, sich positiv weiterzuentwickeln. In der Medizin sollte u. a. die Linsermethode gegen Krampfadern (auch dicke) eingesetzt werden. Es ist wichtig, den Konsum von tierischen Produkten zu reduzieren oder einzustellen. Hat man eine bestimmte Reife, kann man sich Gedanken machen über Urkost-Ernährung oder sogar Nahrungslosigkeit. Die berufliche 40-Stunden-Woche kann durch die 4-Stunden-Woche ersetzt werden (bei Abschaffung des Renteneintrittsalters). Wenn die Menschen sich richtig verhalten, werden die Berufe zukünftig zunehmend und beschleunigt an Bedeutung verlieren.

  6. Thomas

    Wir machen das so, dass wir wichteln, dh. jeder zieht eine Person der Familie und nur für diese kümmert man sich um ein Geschenk mit einem Richtwert von c. 100€. So hat jeder ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum und kann sich darüber freuen und gleichzeitig nimmt es viel Stress weg, da man sich nur für eine Person etwas überlegt, aber doch jeder was bekommt. Wir haben es auch mal versucht uns überhaupt nichts zu schenken, aber das war dann zu Weihnachten doch etwas seltsam.

  7. Bérénice

    Ich finde es schön eine zeit im Jahr zu haben in der man „bewusst“ schenkt. Mehr im Sinne von Beziehungen pflegen. Oft geht das ja doch über Monate unter.Zwischen Arbeit und Privatvergnügen oder aufgrund von Entfernung etc. Und an Weihnachten sieht man seine Liebsten wieder und ich finde das einen guten Anlass sich die Zeit zu nehmen und darüber nachzudenken wie man den anderen eine Freude machen kann.

    Natürlich ist es ebenfalls schön, wenn man im Jahr zufällig etwas entdeckt und schenkt, aber mal darüber nachdenken ohne diesen Zufall ist schon auch gut. Allerdings habe ich auch das Glück von Menschen umgeben zu sein, die sich alle wahnsinnig auf ein ausuferndes Festmal und Beisammensein freuen und das als genug Geschenk empfinden.

    Menschen von denen ich weiß, dass sie ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht schenken (sehr seltsames Symptom unserer Gesellschaft) mache ich sehr deutlich klar, dass ich „Dinge, die verschwinden“ am allerliebsten habe. Was bedeutet, dass ich immer einen riesigen Vorrat an Tee und Seife habe :)

    Lieben Gruß & Frohe Feiertage

  8. Marie

    Hallo Michael,
    ein rundum gelungener Artikel, dem ich zu 100 % zustimmen kann! Es gefällt mir sehr, dass Du die alljährliche „Weihnachtsschenkerei“ nicht nur als unnützen Konsum abtust und komplett verteufelst, sondern daran erinnerst, worum es eigentlich geht, nämlich das – wie Du so treffend formuliert hast – „genussvolle Reduzieren“ mit Köpfchen, und uns noch dazu tolle Alternativen zur „Ganz oder gar nicht“-Devise an die Hand gibst!
    Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch wünscht
    Marie

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