Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Fair share – teilen, schenken, Überfluss nutzen

Pia Selina Damm
Von Pia Selina Damm
13. März 2015

Das nehmen, was wir brauchen. Teilen und verschenken, was wir nicht brauchen. Was bedeutet ‚gutes Leben‘? Was ist ‚genug‘? Fangen wir an, Überschuss zu teilen und andere Lebensformen zu finden, denn Wachstum ist nicht unendlich!

Aus den zwei Konzepten der Permakultur-Ethik earth care und people care, die ich in den letzten beiden Artikeln beschrieb, resultiert das Konzept des fair share – gerechtes Teilen.

Patrick Whitefield umschreibt das Ethik-Prinzip mit einer Frage:

Eigene Übersetzung: „Wie viel Freigebigkeit der Erde darf jede*r von uns nutzen, um den Planeten in einem nachhaltigen Zustand zu erhalten und gleichzeitig all ihren Menschen die Möglichkeit für einen angemessenen materiellen Lebensstandard zu gewähren?“

In diesem Zitat steckt die Frage nach Gerechtigkeit. Eindeutig ist, dass der Globale Norden zu viele erdliche Ressourcen verbraucht. Gleichzeitig wird in der Nachhaltigkeitsdebatte der Fokus oft auf Bevölkerungswachstum gelegt. Daraus resultiert dann folgende Argumentation: Das Bevölkerungswachstum finde größtenteils in Ländern des Globalen Südens statt, folglich ist die Reduktion der verbrauchten Ressourcen ‚deren‘ Problem und nicht ‚unseres‘!

Der ökologische Fußabdruck – verbrauchen wir wirklich nur das, was uns zusteht?

Schauen wir uns den ökologischen Fußabdruck an, sagt dieser anderes. Der ökologische Fußabdruck beschreibt die Fläche auf der Erde, die benötigt wird, um Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen – oder hoch gerechnet eines Landes – zu decken. In den meisten Ländern des Globalen Nordens liegt der ökologische Fußabdruck weit über einer Erde. Das bedeutet, dass diese Länder die Fläche auf der Erde, die ihnen zu steht, weit überschreiten.

Das ist noch etwas abstrakt. Was heißt das konkret? In diesen Ländern leben Menschen und es sind nicht (nur) „die bösen Politiker*innen“, die nicht nachhaltig leben und unseren gigantischen Fußabdruck verursachen, sondern jede*r einzelne*r von uns.
Laut dem Living Planet Report 2012 braucht Europa 2,7 Erden und wenn alle Menschen die gleiche Lebensweise wie US-Amerikaner*innen hätten, bräuchten wir vier Planeten. Was meinst du – passt dein Fußabdruck auf die Erde?

EIne Graphik, die bildlich zeigt, wie viele Erdressourcen die Weltbevölkerung benutzt.

„Unser ökologischer Fußabdruck“, Quelle: WWF

Jedem Menschen stehen 1,8 Hektar Fläche zur Verfügung, zur Zeit werden durchschnittlich aber 2,7 ha pro Person verbraucht. Das sind 1,5 Erden weltweit – was heißt: Wir leben auf Pump! Und das nicht nur auf Kosten der Natur und Tiere, sondern auch auf Kosten unserer Mitmenschen. Daraus folgt, dass beispielsweise die Menschen in der EU und den USA durch Ausbeutung der Menschen im Globalen Süden leben – moderne Sklaverei.

Grüner Kapitalismus oder: die dramatische Auswirkung der Rebound- und Verlagerungs-Effekte

Wenn wir „nachhaltige“ Produkte konsumieren, tragen wir doch schon immens zum Schutz der Mitwelt bei. Sind also grünes Wachstum und „nachhaltiger“ Konsum die Lösung?

Oft werden effizientere Technologien als die Antwort auf alles heran geführt. Aber: Effiziente Technologien „sparen“ nur dann Energie, wenn diese gesparte Energie nicht als Legitimation dafür angesehen wird, mehr zu konsumieren. So nach dem Motto: „Jetzt, da ich das Öko-Auto fahre, muss ich auch nicht mehr mit dem Fahrrad zur Arbeit“.

Auf psychologischer Ebene können wir unser eigenes paradoxes Verhalten beobachten: Durch den Konsum eines Produkts, das als innovativ und „nachhaltig“ gilt, entstehen Rechtfertigungsmechanismen für dessen stärkere Nutzung (direkter Rebound-Effekt). Oder wir leisten uns additiv ein weiteres Konsumgut, welches den Einspareffekt auf ökologischer Ebene zunichte macht (indirekter Rebound-Effekt).

Um bei dem Auto-Fahrrad-Beispiel zu bleiben: Wenn ich vom Auto zum Fahrrad wechsle, spare ich Energie und Geld. Wenn ich das Geld nun in etwas von positivem Nutzen für die Mitwelt investiere – wie ökologische, pflanzliche Lebensmittel, wird sich mein absoluter ökologischer Fußabdruck verringern. Unternehme ich stattdessen allerdings eine Flugreise, bleibt mein ökologischer Fußabdruck der gleiche oder wird sogar noch größer.

Vorhandenes sinnvoll nutzen

Die verschiedenen Rebound-Effekte wirken so stark, dass das zunächst beabsichtigte nachhaltige Verhalten zur Hälfte bis vollständig ausgeglichen werden kann und somit sogar negative Folgen nach sich zieht.

Wie können wir selbst einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck erlangen? Die mögliche Lösung scheint so einfach zu sein: Vorhandenes sinnvoll nutzen – so viel ist im Überfluss vorhanden. Die Devise lautet: Teilen, schenken, Überfluss nutzen, um keine weitere Nachfrage für ein Angebot, welches im Übermaß vorhanden ist, zu generieren.

Dass das sinnvoll ist, zeigen einige Messinstrumente, wie das virtuelle Wasser oder die graue Energie: Diese zeigen, wie viel Wasser/ Energie für ein Produkt nötig ist, ohne dass es von Konsument*innen genutzt wird – also für Herstellung, Lagerung, Transport, Entsorgung. Bei einem Kilo Rindfleisch sind das beispielsweise 15.500 Liter Wasser. Bei einem durchschnittlichen Auto sind es 30.000 kWh – das entspricht so viel wie ein durchschnittlicher 4-Personen Haushalt etwa in 10 Jahren verbraucht.

Patrick Whitefield schreibt dazu:

„All the permaculture principles described in this book are valueless if each of us does not take responsibility for reducing our personal consumption of material goods“.
(Eigene Übersetzung: „All die Permakultur-Prinzipien, die in diesem Buch beschrieben werden, sind wertlos, wenn keine*r von uns Verantwortung dafür übernimmt, den eigenen Konsum an materiellen Gütern zu verringern.“)

Das Konzept des „fair share“ ist womöglich für alle, die mit Privilegien und der Überflussgesellschaft sozialisiert und groß wurden, eine Herausforderung. Denn: Nun geht es darum, die eigene gesellschaftliche Position zu hinter fragen sowie globale Zusammenhänge mehr zu verstehen. Aus diesen Privilegien heraus resultiert Verantwortung.

… zurück zum ökologischen Fußabdruck

Mögliche Veränderungen in der Lebensweise sind letztendlich ein sehr persönliches und individuelles Anliegen – auch wenn weiterhin gilt, sich bewusst zu machen, dass die Auswirkungen global sind. Trotzdem sollten keine Klassifizierungen zwischen Veränderungen stattfinden, sondern geschaut werden, was in der jeweiligen Situation möglich ist.

Ein Tortendiagramm, welches die verschiedenen Bereiche des ökologischen Fußabdrucks einer*s Deutschen zeigt: 35% sind Ernährung!

Vier kleine Schritte zur nachhaltigeren Lebensweise

Da es so viele Lebensbereiche gibt, scheint es zunächst schwierig heraus zu finden, welche große Auswirkungen haben. Patrick Whitefield gibt deswegen Beispiele für einige möglichst effektive Veränderungen:

  • lokal-gewachsene, ökologische, pflanzliche Lebensmittel konsumieren oder selbst anbauen
  • Nicht fliegen! Ein Hin- und Rückflug von Frankfurt am Main nach Alicante (Spanien) belastet unsere Mitwelt mit 1 Tonne CO2. Gemäß dem 2-Grad-Klimaschutzziel steht jeder*m Erdbwohner*in 2,7 CO2 Tonnen pro Jahr zu Verfügung (für wohnen, Essen, Kleidung, Mobilität, etc.) Aktuell liegt die durchschnittliche CO2-Bilanz in Deutschland jedoch bei 11 Tonnen.
  • Autofrei werden oder car sharing machen
  • Möglichst nur second hand kaufen, in Umsonstläden gehen, Kleiderschenkpartys besuchen oder initiieren

Wie die Grafik des ökologischen Fußabdrucks erkennen lässt, hat der Bereich „Ernährung“ eine unglaubliche Auswirkung: 35% des ökologischen Fußabdrucks macht allein unser Essverhalten aus.

Das eigene Essverhalten zu ändern, ist vermutlich der einfachste Schritt, der gegangen werden kann, da es uns alle täglich betrifft und eine enorme Auswirkung hat. Sich biologisch-vegan zu ernähren, ist die nachhaltigste Lebensweise. Ein Vergleich: Sie verbraucht 281 Auto-Kilometer (als CO2 Äquivalent) pro Kopf und Jahr, während eine biologisch-omnivore Ernährung 4377 Auto-Kilometer verbraucht.

Utopietaugliche Alternativen leben

Im Bereich Ernährung wird es deutlich: Sich von Lebensmitteln, die nicht mehr verkaufsfähig sind, zu ernähren, ist ökologisch sinnvoll. Wenn wir das Prinzip „fair share“ längerfristig betrachten, führt es uns allerdings noch weiter, denn es geht ja auch um nachhaltige Gerechtigkeit: Nur so viel von den erdlichen Ressourcen zu verbrauchen, dass jede*r gut leben kann und gleichzeitig die Erde erhalten wird. Patrick Whitefield nennt die simple Alternative zu industriell angebauten, konventionellen Lebensmitteln: regionale, saisonale, biologische, pflanzliche Lebensmittel konsumieren oder selbst anbauen.
In jedem Lebensbereich entstehen zukunftsfähige Alternativen, die oft auf Konzepten des open source, commons, low tech und Schenkökonomie beruhen.

Selbstwirksamkeit – die Veränderung beginnt bei Dir!

Wenn du nun denkst: „Ui, bei solch hoch gesteckten Zielen – was mache ich als ‚unbedeutendes‘ Individuum da schon aus?“ Ich sag dir was: Wenn das alle ‚unbedeutende Individuen‘ denken, dann ziemlich viel…

Wie können wir von anderen etwas erwarten, das wir selbst nicht umsetzen? Die größten Veränderungen können wir durch unser eigenes Handeln erreichen. Der Nachhahltigkeitsforscher Prof. Dr. Niko Paech sagt hierzu passend:

„Es gibt keine nachhaltigen Produkte, es gibt nur nachhaltige Lebensstile“.

Kleine Veränderungen haben oft eine riesige Auswirkung, vor allem, wenn du deine Erfahrungen mit Freund*innen und deinem Umfeld teilst.

Welche Schritte gehst du, um nachhaltiger zu leben?

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

19 Gedanken über “Fair share – teilen, schenken, Überfluss nutzen

  1. Eva

    Hallo Pia! Hallo Welt!

    Ich finde deinen Artikel gut,
    Food sharing
    Book crossing
    second hand läden

    Sind mir alles keine neuen Begriffe, dennoch finde ich es wahnsinnig schwierig „auf dem Land“ Dinge zu verschenken und second Hand zu bekommen. Zu bekommen fast leichter als loszuwerden. Umsonstläden etc. gibt es einfach kaum. Und der einzige Second-Hand Laden der auch Sachen für Erwachsene nimmt, ist restlos überfüllt und hat Aufnahmestopp =(

    Bin dankbar für Tipps rund um Köln und Bonn!

    lg, Eva

    1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

      Hallo Eva. Danke für deine Gedanken :)
      Leider komme ich nicht aus der Gegend Köln/ Bonn, aber vielleicht wissen ja andere Menschen etwas spannendes in dieser Region.

      Was ich weiß, ist, dass foodsharing in Köln ziemlich abgeht, aber das weißt du vermutlich auch schon, denn dein „Problem“ ist ja eher, dass du nicht direkt in der Stadt wohnst…

      Bald gibt es eine wunderbare Internetplattform, die all diese sharing und common-Ansätze bündeln möchte. Momentan ist sie noch im Aufbau, aber wenn sie wächst, wirst du sicherlich auch einiges dort im Raum Köln/Bonn finden :) Die Plattform findest du hier: http://www.yunity.org

      1. Andreas

        Ich bin großer Fan von ebay-Kleinanzeigen.
        Dort bezog ich alle meine bisherigen Fenster in meinem Haus. Meine künftige Küche ist komplett zugestellt mit Fenstern und Fensterglas :-) Einen Teil meiner Babyklamotten bekam ich umsonst, oder für kleines Geld. Bauholz und auch Brennholz. Letzteres wird unsre kleine Familie durch den kommenden Winter bringen. Dort wirst du bestimmt vieles los. Ansonsten stimme ich Dir zu, auf dem Land wird man bei solchen Anflügen eher belächelt, FALLS sich überhaupt eine Möglichkeit bietet :-(

        1. Thomas

          Wir fahren auch ganz gut mit E-Kleinanzeigen, einer lokalen Facebook-„zu verschenken“ Gruppe, Mamikreisel, usw.
          Was ich mich aber beschäftigt, ist die Frage, wie ist der ökologische Fußbdruck, der durch den Versand erzeugt wird? Gibt es da im Internet einen passenden Rechner?

  2. Viktoria

    Ein sehr toller Artikel, danke!

    Ich versuche schon einige Zeit meinen Lebensstil zu ändern, ich bin 1984 geboren und mit der Konsumgesellschaft aufgewachsen also fällt mir einiges schwer, man hat sich gewöhnt aber da kenn ich einen guten Spruch:

    Der Weise lernt, indem er das gelernte in seinem denken und Verhalten einübt.

    Es geht voran und ich bin sehr motiviert der Umwelt zu uns zu gute.

    Liebe Grüße

    1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

      Wunder! Es ist immer schön und motivierend zu hören, wenn andere Menschen Initiative ergreifen und nicht der Ohnmacht & Wur die Überhand lassen.

      Toll, dass du deine Gewohnheiten durch brechen magst. Nach einiger Zeit fühlt sich das „Neue“ dann auch gewohnt an. Es ist eben alles Gewöhnungssache ;) Wir müssen „nur“ unsere Komfortzone überwinden.

      Weiterhin viel Kraft und Freude dabei!

  3. Dominik

    natürlich wird aus hanf bereits textilien produziert. leinen ist auch nicht so schlecht. zwar ned das non plus ultra aber einiges besser als baumwolle.
    man müsste einfach eine grosse community sein und möglichst alles selber produzieren. ansonsten wirds meist schwein teuer wen man nachhaltige produkte haben will aber eben das gibt es wohl gar nicht richtig. es ist einfach so schwer sich in diesem grossen dschungel eingermasen zurecht zu finden.

  4. Maike

    Hallo Pia,
    ich versuche auch, meinen ökologischen Fußabdruck so weit es geht klein zu halten und nachhaltig zu leben.
    Eine Frage tut sich mir aber gerade beim Thema regionale Lebensmittel immer wieder auf. Klar ist, dass ich nicht im Winter Beeren aus Südamerika esse. Das ist völlig unnötig – schließlich wachsen die im Sommer auch bei uns. Allerdings frage ich mich etwa bei exotischen Früchten und Kaffee, inwieweit deren Konsum in Ordnung ist. Dass die CO2-Bilanz solcher Lebensmittel miserabel ist, steht außer Frage.
    Allerdings denke ich da auch an die (fair bezahlten) Bauern, die auf den Export solcher Agrarprodukte angewiesen sind. Was passiert mit denen, wenn plötzlich alle Europäer aufhören, Bananen zu essen oder Kaffee zu trinken? Viele Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht für sie.
    Wie hältst du das?

    Viele Grüße
    Maike

    1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

      Liebe Maike,

      danke dir für deinen Kommentar und deine Gedanken.
      Du schneidest da ein großes Thema an, was uns in den Bereich der postkolonialen Theorie, der Kritik der Konsumkritik etc. führen könnte…

      Deswegen nur kurz:
      Da ist ja die allgemeine Frage der Abhängigkeit. Können Menschen des Globalen Südens nur leben, wenn sie weiterhin von uns (unseren Märkten) abhängig sind? Oder sieht die Utopie da nicht anders aus?
      Um es mal überspritzt auszudrücken: Es macht keinen Sinn bei H&M und co weiterhin einzukaufen mit der Begründung, dass die Näher*innen in Bangladesh sonst ihre Existenz nicht sichern können. Denn das Problem – die Ursache – sitzt tiefer. Klar ist „fair trade“ einzukaufen da schon besser, dennoch bleiben weiterhin Abhängigkeiten bestehen.

      Diese Abhängigkeiten (die vor allem durch Produkte entstehen, die „wir“ hier nicht haben – wie Bananen, Kaffe etc.) wurden meist erst durch (neo-)koloniale Vorgehensweisen in diesen Ländern geschaffen. Deswegen ist es vor allem an „uns“ diese Abhängigkeiten möglichst aufzulösen.

      Deswegen ist hier für mich eher die Frage nach Suffizienz, der Genügsamkeit zu stellen: Was brauche ich wirklich für ein ‚gutes Leben‘?

      Das Thema ist auf jeden Fall ein spannendes Feld und ermöglicht viele Diskussionen. Danke dir auf jeden Fall, dass du das angesprochen hast!

      Dir alles Liebe,
      pia

      1. Andreas

        Winterfeste Bananen im Garten an einer geschützten Stelle, Kaffee, Tabak und andere exotische Naschereien im Wintergarten anbauen, Beeren und Früchte allgemein im WG, schon kannste die nahezu bedenkenlos auch im tiefsten Winter knabbern :-) Viele Früchte lassen sich im Haus kultivieren, wenn das Haus groß genug ist. Ein Verzicht ist da keine Not, sondern eine Option, meines Erachtens nach. Wie errechnet man seine CO2-Bilanz?

  5. Mont

    Liebe Pia,

    vielen Dank für deinen wunderbaren Artikel. Er fasst einige Dinge, die mich beschäftigen, hervorragend zusammen. Ich bewundere dich dafür, dass du dir so viel Theorie zu Gemüte führst.

    Meinen letzten ökoloischen Fußabdruck habe ich vor 1,5 Jahren erstellen lassen. Damals hatte ich glaube ich knapp mehr als eine Erde. Mittlerweile sieht es sicherlich anders aus. Leider scheitere ich schon an der ersten Frage „In welcher Art von Haus lebst du?“ Leider gibt es keine Antwortmöglichkeiten wie „wohnungsfrei“ oder „Bauwagen“.

    Also einige Fragen konnte ich eigentlich gar nicht beantworten und musste es dennoch tun.

    Ergebnis: Ich brauche immer noch 1,26 Erden. Ich glaube, das Programm und ich, wir müssen beide noch an uns selbst arbeiten. :-)

    Alles Liebe! :-)
    Mont

    1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

      Hej liebes Mont! ;)

      danke dir für deinen Kommentar und dein feedback. Freut mich sehr, von dir zu lesen.

      Ich kenne dein „Problem“ mit der Bemessung des ökologischen Fußabdrucks – mir geht’s da ähnlich, Letztendlich möchte das Programm vermutlich nur grob zeigen, wie wir leben und dass wir so gut wie alle über unseren Verhältnissen sing – allein schon dadurch, dass wir in Deutschland leben ;)

      Ökologischer geht’s vermutlich immer. Super, dass du dir da so viele Gedanken drüber machst… Ich freue mich schon, wenn wir uns mal wieder persönlich begegnen!

      Bis dahin wünsche ich dir alles Liebe und eine prima Zeit im Perma-Garten ;)
      deine Pia

  6. gnaupp

    hanf als nachhaltige ressource sollte auch mal angesprochen werden. gerade wenn es um wohnungsbau und textilien geht. da glänzt dieser rohstoff nicht nur mit co² neutralität, sondern schliesst sogar mehr co² beim wachstum ein, als es am ende durch die produktion wieder ausgibt.

    baumwolle ist der treibende faktor für chemikalien im boden. 60% der agrarchemie geht nur für baumwolle drauf. darauf können wir getrost verzichten auf einem schlag, wenn wir hanf für unsere textilien anbauen und dabei gleichzeitig mehrere beiprodukte zum essen oder heizen
    haben.

    1. Pia Selina DammPia Damm Beitrags Autor

      Hallo Gnaupp, spannende Alternative! Von Hanf als Rohstoff für Textilien hatte ich auch schon gehört, mich aber nicht näher damit beschäftigt.
      Ich wusste gar nicht, dass Baumwolle da so krass ist…
      Weißt du, ob Hanf schon verwendet wird, um Textilien etc. zu produzieren?
      Alles Liebe,
      pia

      1. Mont

        Hallo ihr Lieben,
        es gibt Textilprodukte aus Hanf. Soweit ich weiß, sind die sehr rar und teuer. Hanfanbau ist wohl nicht zulässig, in welchen Mengen und in welchem Rahmen weiß ich nicht genau. Ich habe gehört, dass in den USA der Anbau schon sehr früh untersagt wurde, um das Baumwollgeschäft nicht kaputt zu machen. Eben weil die Baumwollplantagenbesitzer da keinen Bock drauf hatten und man mit Baumwolle mehr verdienen kann.
        Kapitalismus lässt grüßen.
        Mont auch, aber dafür von Herzen!

        1. Michael HartlMichael Hartl

          Verboten ist der Anbau von Hanf, dessen Teile als Droge verwendbar ist. Nutzhanf (der die tollen Fasern für Kleidung hat, etc., aber keine psychoaktiven Substanzen) darf angebaut werden. Ist anmeldepflichtig und wird dann kontrolliert. Aber anbaubar ist der schon.

            1. Andreas

              Brennesseln eignen sich ebenfalls :-) Die Fasern stehen denen von Hanf kaum nach. Meine Oma erzählte mir davon, dass früher(ww1+2) auch mal Kleider daraus gewoben wurden. Sie findet es jedoch lächerlich :-) Kratzt und juckt. Robustheit lies zu wünschen übrig. Es war halt billig. Nicht nur günstig ;-) Zu heutigen Standards in Sachen Hanf und Konsorten möchte ich mich nicht äußern, da mir einfach die Erfahrung fehlt.
              Grüße und so :-)

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