Essbare Wildpflanzen

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
24. November 2011

Dieses Buch ist für mich zu einem treuen Begleiter geworden. Ich habe es oft unterwegs dabei und verwende es fast wie eine Exkursionflora. Die Botaniker_innen, die das jetzt lesen, werden hönisch lachen, und doch hat mich das Büchlein immer wieder überrascht: Oft finde ich tatsächlich die gesuchte Pflanze und ich bin jedes mal erstaunt, was man nicht alles essen kann.

Der Aufbau des Buches gefällt mir sehr gut: Gesucht wird bei unbekannten Pflanzen nach der „Umriss-Form“ der Blätter. Das heißt, auch wenn die Pflanze noch nicht blüht, kann es einen Treffer geben. Allerdings gehe ich oft auf Nummer Sicher und warte auf die Blüten. Bisher habe ich auf jeden Fall meist die Pflanze gefunden. Manchmal nicht und ich hab sie erst im Nachhinein entdeckt. Generell funktioniert das Suchmuster über die Blattumrisse aber recht gut.

Bilder

Die Abbildungen sind meist ausreichend, könnten aber größer und detaillierter sein. Manchmal sind die Pflanzen schon etwas klein geraten, andererseits wird hier dann versucht, das Ganze mit einer schwarz-weiß Zeichnung wett zu machen (mit genauer Beschreibung der Blätter, Blüten, Stengel, etc.) Was auch ganz gut funktioniert. Diese Zeichnungen kommen aber nur bei eher „unbekannten“ Pflanzen vor (also bei Löwenzahn, Gänseblümchen und Co. wird darauf verzichtet). Manchmal wäre es interessant von einer Pflanze die verschiedenen Stadien zu sehen (z.B. ist nur die Blüte abgebildet, nicht aber die Frucht).

Beschreibungen

Die Infos sind sehr auf das Wesentliche beschränkt, was für mich ein Pluspunkt ist. Der Autor geht auf die verschiedenen essbaren Pflanzenteile ein, zum Beispiel Blüte, Frucht, Blätter, Wurzel, Sprosse, Samen, etc… und beschreibt wann diese zu ernten sind und was man damit machen kann (keine Rezepte, nur Anregungen) Auch auf den subjektiven Geschmack wird eingegangen, auf die Inhaltsstoffe sowie die Verwendung in der Heilkunde. Manchmal gibt es auch Hinweise wie die Pflanze sonst noch genutzt werden kann (z.B. zum Färben)

Hinweise

Bei manchen Pflanzen gibt es spezielle Hinweise über zum Beispiel allergische Reaktionen, oder dass die Pflanze nicht im Übermaß genossen werden soll. Im Anschluss der Pflanzenporträts gibt es auch noch ein ausführliches Kapitel über Verwechslungsgefahren sowie eine Auflistung der wichtigsten pflanzlichen Inhaltsstoffe. Letztere kann ich mir zwar noch immer nicht merken, aber es ist immer wieder interessant drüber zu lesen.

Sammelkalender

Ein weiterer Bonuspunkt ist der Sammelkalender am Ende des Buches in dem die Pflanzen alphabetisch geordnet sind. Hier kann man von Jänner bis Dezember ablesen wann man Grünzeug (also Blätter, Triebe oder Stengel), Blüten und Blütenknospen, Samen und Früchte sowie Wurzeln, unterirdische Triebe oder Zwiebel ernten kann.

Gefährdete Arten

Einen Mangel stellt für mich dar, dass auf geschützte Arten nicht hingewiesen wird. Ich bin nur durch Zufall darauf gekommen, als ich näher im Internet über das gerade erst verspeiste Lungenkraut recherchiert habe. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Lungenkraut nur regional immer wieder gefährdet ist… Andererseits muss man sagen, dass viele der vorgestellten Pflanzen wirklich „Unkräuter“ sind und einfach überall wachsen. Nichts desto trotz fehlt mir aber der Hinweis, dass man niemals ganze Pflanzenbestände absammeln sollte.

Fazit

Ich bin mit dem Buch überaus zufrieden. Es macht auf jeden Fall neugierig und liefert viele Anregungen. Durch das Herumstreifen im Freien lernt man viel und für Zusatzinfos gibt es das Internet. Die knappen Infos in diesem ~250 seitigen Taschenbuch, machen es auf jeden Fall feldtauglich. Es gibt zwar noch ausführlichere Bücher mit über 1000 essbaren Wildpflanzen, aber die 200 im Buch vorgestellten muss man eh erst mal alle finden, (er)kennen und sich merken :) Es ist also samt seinen kleinen Makeln absolut empfehlenswert!

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7 Gedanken über “Essbare Wildpflanzen

  1. Martha

    Hallo, also ersteinmal danke für all die Inspiration die ihr verbreitet sowie all die guten praktischen Tipps wie was zu machen ist. Ich verfolge euren Blog mit freude.
    Bezüglich dieses Buches hat mich mal interessiert ob es sehr spezifisch auf Deuttschland ausgerichtet ist, oder ob es einem auch in Frankreich/Spanien weiter helfen würde? :)

  2. Erna

    dieses Buch

    "Essbare Wildpflanzen"

    finde ich auch sehr toll, die Fotos gemeinsam mit den Zeichnungen helfen die Pflanzen zu erkennen.

    toll, wie viel genießbar und sehr schmackhaft ist,

    liebe Grüße Erna

  3. Pingback: Heimisches für den Tee Genuss

  4. Annika

    Hallo Lisa,

    dasklingt nach einem ganz gutem Buch. Vor allem die enthaltene Tabelle ist sicherlich eine hilfreiche Ergänzung.
    Ich habe mir das Buch "Wildpflanzen neu entdecken" aus dem BLV Verlag zugelegt.
    Die Infos zu den Pflanzen sind kurz gehalten, aber dennoch informativ. In meinem Buch würde ich mir aber auch teilweise die ein oder andere Zeichnung mehr wünschen. Dennoch kam ich bis jezt gut zurecht und habe schon einiges an Pflanzen entdecken und erkennen können.

    Liebe Grüße,
    Annika

  5. Sarah

    Ein meiner Meinung nach ähnlich gutes, ebenfalls feldtaugliches Buch ist "Eßbare Wildbeeren und Wildpflanzen" von Detlev Hentschel, erschienen im Kosmos-Verlag. Allerdings setzt dieses mehr entweder schon etwas vorhandene Artenkenntnis oder einen zusätzlich mitgeführten Bestimmungsschlüssel (z.B. v. Rita Lüder Grundkurs Pflanzenbestimmung, Quelle & Meyer Verlag, ebenfalls feldtauglich) voraus. Oder – noch besser: man nimmt einfach jemanden mit, der sich mit dem lieben Grünzeuch auskennt. :-)

    1. eva

      hallo Sarah,
      die "Essbaren Wildbeeren und Wildpflanzen" kenne ich auch. Es ist mein Lieblingsbuch auf diesem Sektor geworden – vor allem gefallen mir die kleinen Nebenbemerkungen zu Wildpflanzen, die oft als "giftig" gehandelt werden. Und die privaten Erlebnisse mit den Pflänzchen, die der Autor manchmal einfließen lässt.
      In Summe: man merkt, dass der Autor die Pflanzen selbst probiert hat, denn seine Verarbeitungshinweise sind nachmachbar (auch wenn ich persönlich keinen Zuckersirup aus Birkensaft gewinnen werde ;)).

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