Erste Zweifel

Michael Hartl
Von Michael Hartl
22. Januar 2012

Wir sind seit etwas mehr als zwei Jahren dabei, mehr und mehr unserer Bedürfnisse durch eigenen Anbau, eigene Herstellung und Selbstorganisation zu decken. Dabei liegt unser Fokus seit Beginn auf der Selbstversorgung. Seit etwas mehr als einem halben Jahr leben wir dazu mit einem weiteren Paar auf einer Farm mit einigen Hektar Land im Norden Tschechiens. In diesen zwei Jahren waren wir uns doch recht sicher, wie unser Weg aussieht. Und haben immer versucht, ihm möglichst treu zu bleiben.

Für uns ist es ein sehr wichtiger Bestandteil, dass unsere Ideale und Ideen, die wir mit unserer Art des selbstbestimmten Lebens anstreben, nicht an der Hofgrenze stehen bleiben. Wir möchten Wissen sammeln, damit experimentieren und es weiter geben. Wir möchten lokale Netzwerke erschaffen, fördern und nutzen. Wir möchten regen Austausch mit Menschen um uns herum.

Die Hürde „Sprache lernen“

Nun sind wir also im Norden der Tschechischen Republik. In einer wunderbaren Gegend. Wir haben hier das böhmische Mittelgebirge vor der Haustüre. Wurden vom Besitzer des Hofes eingeladen hier zu leben. Wir mussten weder bei Null beginnen, noch sind wir hier alleine mit der Arbeit. Menschen mit wertvollen Erfahrungen, tollen Ideen und identischen Idealen. Alles super, dachten wir uns. Und die Sprache, die werden wir lernen, sobald wir dort sind.

Doch wir tun uns recht schwer mit dem tschechisch. Sprachen lernen ist nicht so einfach, finde ich. Vielleicht ist das auch mein Alter…. und mein Hirn arbeitet einfach schon ein wenig langsamer als früher….? Wie dem auch sei, es kommt das Gefühl dazu, dass wir hier außerhalb des Hofes ohne gutes tschechisch weder tiefere Freundschaften aufbauen werden, noch unsere Ideen von bäuerlichen Netzwerken, Erzeuger*innen-Verbraucher*innen-Netzwerken (FoodCoops) oder ähnlichem umsetzen werden. Und ob unser tschechisch in einigen Jahren gut genug dazu ist, wissen wir nicht. Aber das es zumindest die nächsten Jahre nicht gut genug sein wird, steht für uns im Moment leider außer Zweifel.

Ideen und Motivation

Die nicht ganz so erfreuliche Situation ist im Moment also nicht, dass wir nicht wüssten, welche Ideen in ländlichen Regionen umgesetzt werden sollten. Oder wie wir es anpacken würden. Auch unsere Motivation zu politischer Aktion und unsere Freude an der Zusammenarbeit mit Menschen in unserem regionalen Umfeld sind nicht der Grund für unsere Zweifel. Und der Weg, den wir eingeschlagen haben, ist für uns nach wie vor der richtige.

Unser Zweifel dreht sich also mehr darum, ob wir vielleicht nicht in der richtigen Region sind. Ob wir hier in absehbarer Zeit, also sehr bald, politisch aktiv sein können. Netzwerken können mit Menschen, die um uns herum leben. Ob wir hier ein soziales Umfeld außerhalb unserer Hofgemeinschaft aufbauen können.

Das Gute im Schlechten

Wir haben die letzten zwei Tage sehr viel innerhalb der Gemeinschaft gesprochen. Wir sehen es nach wie vor so, dass wir hier unsere Klon*innen gefunden haben. Die beiden unterstützen uns so sehr, auch in dieser schwierigen Situation. Es ist wunderbar, solche lieben Menschen zum engsten Umfeld zählen zu können.

Vielleicht ist das Ganze nur die oft so genannte Winter-Depression. Vielleicht auch nicht, denn die beiden Winter am vorherigen Hof haben uns nicht wirklich zu schaffen gemacht. Vielleicht sind es erste Zweifel, die in den nächsten Wochen zu einer Gewissheit werden. Oder sich in Wohlgefallen auflösen….

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

39 Gedanken über “Erste Zweifel

  1. Gesine

    Ha, ich habe mir gerade alles, alles durchgelesen. Spannend wieviele veerschiedene Meinungen es gibt.

    Vielen Dank an alle Schreiberlinge!!

    Zu Luise: Für uns hat es in Deutschland, Brandenburg geklappt. Ohne Kredit, 18 Jahre lang Pacht gezahlt und vor 2 Jahren waren wir finanziell in der Lage, das Grundstück zu kaufen. Das fühlt sich guuuut an!

    Uns war immer wichtig, in der Nähe unserer Freunde und Familie und in der Nähe von Berlin zu sein. Es ist gar nicht mal so, dass wir viel nach Berlin fahren oder unsere Freunde oft besuchen. Es ist einfach nur ein gutes Gefühl, dass wir jederzeit könnten, wenn wir wollten. Für uns macht das einen riesigen Unterschied – warum auch immer.

    liebe Grüße

    Gesine

  2. Luise

    Bei uns ist einer der Hauptgründe eine Geldfrage warum wir nicht in Deutschland bleiben wollen. Deutschland ist toll, aber wir können uns hier kein Grundstück leisten, wollen keinen Kredit aufnehmen und wollen uns auch nicht darauf verlassen, dass ein gemietetes Grundstück auch in 10 Jahren noch mietbar ist.

  3. Pingback: wir sind dann mal weg…

  4. Spatensoldat

    Ja, also, ich kann mich des Eindruckes nicht erwähren, dass es dort draußen einige gut betuchte, fertig studierte Klugscheißer gibt, die den anderen Ländern zeigen wollen wie man richtig Landwirtschaft betreibt.

    Sorry für die deutlichen Worte.

    Aber es stellt sich doch die Frage-warum kann ich Selbstversorgung nur in fremden Ländern betreiben?

    Wieso muß ich mich als Selbstversorger an "politische Aktivitäten und philosophische Diskussionen" beteiligen in einem Land das nicht meines ist?

    Wieso gehe ich in ein Land was klimatisch nichts mit dem gemein hat, was ich im eigenen Land an Wetter erlebe?

    Hasten da nicht ein paar selbstsüchtige dem "Popstar" Sepp Holzer hinterher um möglicherweise selbst mal im Rampenlicht zu stehen?

    Ehrlich Leute, das hat mit "Selbstversorgung" in meinen Augen nichts mehr zu tun.

    Das ist gerade die Kunst 4-5 Monate Kälte zu überbrücken und von dem zu leben was im Erdloch liegt,oder gesammelt werden kann.

    Wer zeigen möchte wie Permakultur funktionieren kann, der kann das auch in der Heimat. Genug verseuchte , ausgelaugte und vergewaltigte Anbauflächen gibts hier genug!

    Das wäre mal wieder 'ne Sache in der Deutschland ruhig Vorreiter sein könnte- aber leider wirds wohl nichts weil die Gutmenschen sich ins Ausland verpi…….

    …..Hawe di Ehre……

    Grüße aus'm Spreewald

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo "Spatensoldat", brauchst Dich nicht für deutliche Worte entschuldigen. Die mag ich. Aber vor allem, wenn sie passend sind, wie viele der Dinge, die Kommentierende vor Dir geschrieben haben.

      Du zeigst mit Deinem Kommentar, dass Du weder uns, noch unser Projekt kennst. Denn die meisten Urteile sind ziemlich daneben. Weder sind wir gut betucht, noch fertig studiert, noch Sepp Holzer Fans oder anderes. Wir sind vom Süden Österreichs in den Norden Tschechiens gezogen, also sicher nicht dem "einfacheren Klima" hinterher. Aber vielleicht weißt Du einfach nicht, dass Tschechien und Deutschland (abgesehen von der Küstenregion im Norden D'lands) ziemlich das gleiche Wetter haben….

      Wir wollen nicht, auch wenn Du es anders unterstellst, Permakultur machen oder zeigen wie es funktioniert. Auch das zeigt, dass Du dieses Projekt und uns nicht kennst.

      Ansonsten kennen wir so etwas wie die "Heimat" nicht oder irgend einen rational und/oder ethisch relevanten Grund dafür, in Deutschland zu sein. Hast wohl bei aller Heimattreue übersehen, dass z.B. Lisa eine Österreicherin ist und wir in Österreich mit dem Projekt begonnen haben….

  5. Luise

    Hallo ihr beiden!

    Ein interessanter Artikel, besonders da ich euch ein wenig beneidet habe, schon so einen großen Schritt weiter zu sein als wir hier. Vor einem Jahr waren wir uns sicher, in den USA unser Glück zu finden und ich freute mich an Silvester 2010 darauf, Silvester 2011 endlich meine eigenen Hühner zu haben. Jetzt ist es 2012 und wir sind immer noch genau am gleichen Ort – aber vielleicht trotzdem weiter?

    Unser Umzug in die USA war soweit fortgeschritten, dass alles gepackt und geplant war; die Spedition wartete nur noch darauf, dass wir ihr ein Datum nannten. Wir selbst warteten nur noch darauf, dass die Eltern meines Mannes uns Bescheid sagen, wann das Gästezimmer frei wird, damit wir unsere Tickets buchen konnten. Das zog sich über einen Monat hin und in diesem Monat hatten wir nochmal ganz viel Bedenkzeit. War es uns wichtiger möglichst bald ein eigenes Grundstück zu besitzen oder Gleichgesinnte in der unmittelbaren Umgebung zu haben? Wollten wir unser Naturwissen an reiche Städter vermitteln, wir wir vielleicht nur einmal ein Wochenende lang sehen würden (diese Arbeit wurde uns angeboten) oder wollten wir lieber eine reguläre Gruppe haben, mit der man langfristig dann auch anspruchsvollere Sachen machen konnte (das wollte der Mann mit den reichen Wochenendurlaubern uns auf seinem Grundstück nicht erlauben)? Nach einem Monat und viel Hin- und Her-Überlegen brachen wir unseren Umzug ab. Es fühlte sich einfach nicht mehr richtig an. Wären wir vor diesem Monat umgezogen, wäre alles anders und sicher auch gut gewesen, aber ich bin auch ganz froh, dass wir jetzt noch in Deutschland sind. Mein Mann hatte die Gelegenheit noch eine Fachausbildung zu machen, die in den USA (wie fast alle Ausbildungen) das 10fache kosten würde. Im Sommer 2010 hatten wir bereits Urlaub bei unseren portugiesischen Freunden gemacht, auch angehende Selbstversorger, und hatten mit dem Gedanken gespielt, dort hin zu ziehen. Diese Gedanken kamen in dem Überlegungsmonat zurück und wir fuhren sie nochmal besuchen. Schauten uns die Gegend nochmal genauer an. Portugal hat nicht die großen wilden Wälder, die wir lieben und in den USA gesucht hatten, aber dafür ein sehr anfängerfreundliches Klima und man hat den Eindruck, dass man dem Land helfen kann mit Permakultur und alternativen Anbaumethoden (gerade die Fortwirtschaft dort hat sich durch Monokultur und Vernachlässigung ziemlich große Steine in den Weg gelegt). Wir fanden nicht nur heraus, dass wir mit unseren Freunden auch längere Zeit gut zusammenleben können, sondern lernten auch mehr und mehr Gleichgesinnte, interessanterweise aus aller Welt!, kennen, die es nach Portugal verschlagen hat. Unsere Freunde dort haben sich mitterweile einen Bauernhof gemietet, auf dem sie schonmal ihr Gartenwissen vertiefen können und vom dem aus sie ohne Druck nach einem Grundstück zu kaufen suchen können. Das ist dank der Landflucht in Portugal einfach möglich – Mieten sind sehr niedrig, vieles steht leer und auch Land ist günstig. Die Menschen (es wohnen fast nur noch ältere Leute auf dem Land) sind sehr nett, offen und wollen ihr altes Wissen gerne weitergeben. Obwohl wir die Sprache nicht konnten, versuchten die Dorfbewohner immer mit uns zu kommunizieren, was mit Händen und Füssen immer gut klappte. Im Großen und Ganzen wird man zwar von ihnen für leicht verrückt gehalten, wenn man aus der Stadt (unsere Freunde) oder aus einem reichen Land wie Deutschland dort aufs Land ziehen will und seinen gutverdienenden Bürojob (von dem die Dorfbewohner annehmen, dass man ihn hatte) gegen hartes Landleben umtauschen will, aber sie helfen einem gerne, die ihrer Meinung nach "richtigen" Anbaumethoden zu lernen. Und da die Dörfler in der Regel selbst nahezu Selbstversorger sind und so ziemlich alle Arbeiten von Hand erledigen und nicht mit Maschinen, lernt man eine ganze Menge. Es fühlt sich für uns richtig an, jetzt dorthin zu ziehen. Für uns Nomaden heißt das nicht, dass wir dort die nächsten 20 Jahre verbringen, aber sicher die nächsten 5 und es wird sicher eine sehr gute Lerneinheit. Jetzt heißt es nur noch warten, bis ein Grundstück gefunden ist und wir können umziehen.

    Langer Rede kurzer Sinn: Geht mit eurem Gefühl! Selbst Dinge, die einem völlig klar erscheinen, können sich ändern und vielleicht nach einer Weile nicht mehr ideal sein. Andererseits auch nicht gleich aufgeben. Ich kann mir vorstellen, dass es in Tschechien auf dem Land ähnlich ist wie in Portugal, die Dörfler haben ihre kleinen Gärten und bauen ihr Gemüse selbst an, oder? Vielleicht ist das ein guter Weg die Sprache zu lernen: Sucht euch eine nette alte Person mit viel Zeit, die euch Sachen beibringt und dabei lernt ihr sicher mehr als wenn ihr über einem Sprachbuch sitzt.

    Viel Erfolg und falls ihr mal Lust auf Südsonne habt, besucht uns und/oder unsere Freunde in Portugal. :)

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Liebe Luise,

      danke für dieses Kommentar! Schön zu hören, wie Du das beschreibst und siehst. Wir werden auf unseren Bauch hören, mit Garantie. Dieses ganze Projekt existiert nur deswegen. ;)

      Euch alles Gute – und wir sollten uns tatsächlich mal treffen….

  6. eva

    Das ist ja gar nicht unüblich, dass man an einer Stelle anfängt und dann weiter wandert. Manchmal wird's zu klein, manchmal ergibt sich einfach was anderes, manchmal gibt's Probleme, die es woanders nicht gibt. Was auch immer. Es sagt ja niemand, dass man an einer Stelle festkleben muss und sich nicht mehr wegbewegen darf.

    Wenn's also wo nicht passt, dann ist es gut, wenn es wo anders weiter geht. Für mich hab ich die Erfahrung immer wieder gemacht. Allerdings auch die Erfahrung, dass es sich manchmal auszahlt, in einer nicht perfekten Situation zu bleiben und sich erst einmal umzusehen, wie es ist und was gerade Hier und Jetzt möglich ist.

    Manchmal ergeben sich die erstaunlichsten Dinge, auf die ich in meiner bis dahin geltenden Sichtweise gar nicht gekommen wäre. – Aber manchmal auch nicht ;)

    Ich bin sicher, Ihr werdet mit Eurem Gefühl für das, was gerade passt, auch immer das Passende tun.

  7. Gartenrot

    Ich bin seit 6 Jahren nun an einem Ort und erst im letzten Jahr ergaben sich die ersten Kontakte und Netzwerke. Nun fühlt es sich kuschelig an und ich habe das Gefühl, diese Gegend begriffen zu haben. Auf dem Lande dauert alles ein bischen länger. Steht auch noch die Sprache als Barriere da, wird es vermutlich noch länger dauern.

  8. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

    Vielen lieben Dank an alle, die bisher kommentiert haben. Da einige Tipps und Ideen wiederholt kamen, möchte ich ein paar Punkte anmerken.

    Wir haben von Anfang an mit den Kindern und Jugendlichen aus dem Dorf Kontakt, da diese sehr regelmäßig in der Bibliothek sind, die durch das Hofkollektiv betrieben wird, in dem wir derzeit leben. Außerdem kommen einige der Kids auch ab und zu bei uns am Hof vorbei. Ebenso sind die meisten der Erwachsenen sehr, sehr offen und sprechen sehr engagiert mit uns; notfalls eben auch mit Händen und Füßen.

    Wir wissen also, dass es möglich ist, sich auszutauschen und die Sprache zu lernen. Nur stellt sich für uns, da wir sehr tiefe menschliche Beziehungen, politische Aktivitäten und philosophische Diskussionen brauchen, die Frage, ob wir uns sprachlich und zwischenmenschlich in absehbarer Zeit so gut einfinden werden, dass wir dies auch entsprechend leben können.

    Wer glaubt, es ist genug auf dem eigenen Hof eine Idee zu verfolgen und sein eigenes Essen anzubauen: hinaus mit Euch aufs Land und in die Gärten! Legt los und setzt um, was ihr für gut haltet!

    Und weil es einige Male nun erwähnt wurde: Durchhaltevermögen ist gut und schön. Muss aber Sinn machen. Und wenn nach ein paar Monaten für die handelnden Personen klar zu werden scheint, dass der Ort nicht der richtige ist, dann wäre ein stumpfes daran festhalten wie ein Verbleiben des Hamsters im Hamsterrad. Es würde schon irgendwie funktionieren, toll wäre es aber wohl nicht. Eine tiefgreifende persönliche Entwicklung scheint mir so recht ausgeschlossen. Und auch Gesellschaften entwickeln sich so ganz sicher nicht.

    Wir grübeln derzeit ja in keiner Sekunde über das Abbrechen unseres Weges als solchen oder über ein Ende unserer Idee. Wir versuchen die Idee weiterzuentwickeln und einen zielführenderen Weg dafür zu finden.

    Ein Punkt, der immer wieder erwähnt wurde ist Geduld. Ja, wenn es etwas gibt, auf dessen Verwirklichung, Entstehung, Entwicklung es sich lohnt zu warten, gerne.

    Und Abstriche machen von unseren Punkten und Ideen, wie es manche gefordert haben: Nein danke! Sie tragen alle zu unserer Zufriedenheit bei. Selbst jetzt, wo wir grübeln sind wir so zufrieden und ruhig. Und an diesen Punkt kamen wir nicht Dank Durchhaltevermögen, Anpassung oder Mut, sondern Dank unserem Idealismus, unserem Freiheitswillen und der puren Freude an den Wundern der Natur!

  9. Dieter

    Hallo, die meisten europaeischen Sprachen kann man relativ einfach durch den Umgang mit den Einheimischen lernen. Das kann aber ein Problem sein, wenn man auf einem abgelegenen Hof ohne Einheimische lebt. Also gilt es, moeglichst viele Gelegenheiten zur Begegnung mit Einheimischen zu finden oder zu schaffen. Dem Eigenstudium mit Buechern steht natuerlich auch nichts im Weg, wenn du nach der koerperlichen Arbeit nicht zu muede dazu bist. Das mit deinem Alter nehm ich dir nicht ab.

    Schon schwieriger kann das mit dem Umsetzen unserer Ideen sein. Es kommt natuerlich darauf an, welche Ideen wir umsetzen wollen. Aber wir duerfen niemals glauben, dass die Menschen in weniger entwickelten Regionen weniger intelligent sind als wir. Die wissen meistens besser als wir, wie am besten vor Ort angebaut, vernetzt oder vermarktet werden kann. Wir muessen also erstmal lernen, wie das vor Ort gemacht wird, bevor wir ueberhaupt daran denken koennen, etwas zu verbessern oder gar anderen zeigen zu wollen, wie es besser gemacht werden kann. Viele Dinge, die uns als rueckstaendig oder dumm erscheinen haben oft ihren Grund in organisch gewachsenen Traditionen. Natuerlich gibt es oft auch vieles, das man verbessern koennte.

    Was pfluglosen Anbau angeht, ist es sehr schwer traditionelle Landwirte davon zu ueberzeugen, selbst wenn du es erfolgreich auf deinem Land praktizierst. Vergiss nie, dass Fukuoka nachdem er seine Methode erfolgreich fuer fast 30 Jahre ausgeuebt hatte, sagen konnte: „der Beweis waechst vor euren Augen“. Trotzdem hat fast niemand seine Methode uebernommen, weder in seiner Region noch anderswo.

    Menschen in armen Regionen sind meistens mehr als wir daran interessiert, Geld zu verdienen, um sich den Wohlstand zu leisten, den die meisten von uns seit ihrer Geburt als ganz selbstverstaendlich hinnehmen. Mit Landbau Geld zu verdienen, heisst aber in den meisten Faellen, chemischen Anbau mit viel Duenger und viel Chemikalien zu betreiben.

    Das sag ich nicht, um dich zu entmutigend, sondern damit du dir keine falschen Vorstellungen machst. Fuer mich ist es ganz gleich, was andere sagen, ich weiss, dass meine Anbaumethode die einzig richtige ist. Das ist fuer mich Motivation genug.

    Die ersten Jahre sind immer die schwersten. Aber 5 Jahre brauchst du schon, um zu wissen ob es einen Sinn hat.

    lg. Dieter

    1. Lisa Wagner

      Hallo Dieter,
      in einem anderen Artikel zitiert Michael „Dieter aus Portugal, der seit Jahren pfluglosen Anbau betreibt“. Bist Du das?
      Ich würde mich freuen, wenn wir Kontakt aufnehmen könnten.
      Wir leben auch in Portugal und möchten auf diese Weise Gemüseanbau betreiben.
      Ein lieber Gruß
      Lisa

  10. Spatensoldat

    Hallo,

    habe euren blog erst kürzlich gefunden und bin deshalb nicht über alles informiert was ihr bis jetzt gemacht habt, doch zu euren zweifeln möchte ich folgendes sagen:

    1.selbstversorgung gut und schön, doch werdet ihr auf dauer nicht davon leben können

    2. warum nach tschechien? in DE , speziell bei uns in Brandenburg stehen massenhaft kleine bauernhöfe leer und dort gibts keine fremdsprache

    3.das was ihr vorhabt (wie ich es verstanden habe)geht ohnehin nur mit eigentum an grund und boden-und dafür braucht ihr geld-ob für pacht oder kauf spielt dabei keine rolle

    4.wurde schon angesprochen, kinder. was soll die selbstversorgung wenn es keine kinder gibt die das erlernte weitergeben? und da sind wir wieder beim thema-frei nach hans söllner "Kinder kosten Geld"

    5.wenn eine antriebsfeder die "politische betätigung" oder die "vernetzung gleichgesinnter" sein sollte, dann lasst euch diese gleich ausbauen.

    ich will euch nicht mutlos machen, doch reihe ich mich nicht bei den schulterklopfern ein. ich habe die letzten 13 jahre meine erfahrungen machen müssen und möchte nur zur wachsamkeit mahnen.

    Grüße aus'm Spreewald

  11. Heike

    Hallo Ihr beiden,

    eure Zweifel kann ich nachvollziehen! aber Ihr seid noch so jung! Ihr baut euch jetzt gerade etwas ganz tolles auf! Und ihr wusstet ja vorher, das ihr in ein anderes Land geht. Andere Sprache und andere Kultur. Die Menschen sind völlig anders als wir.

    Ich habe Verwandschaft in Tschechien. Sie hatten es am Anfang recht schwer wegen der Sprache. Das hat viele Jahre gedauert. Und ich war früher auch oft genug in diesem wunderbaren Land. Die Menschen sind so herzlich und offen. So lange seid ihr noch nicht dort. Was habt ihr euch vorgestellt? Und nun hinken die Erwartungen der Realtiät hinterher?

    Wie schon mehrfach geschrieben: nicht nur eine andere Sprache, auch eine andere Kultur. Kinder sind tolle Lehrer. 3-4 Jahre bracht man um in einen fremden Land Fuß zu fassen. Lasst euch einfach Zeit dafür. Rom wurde auch nicht an einen Tag erbaut. (die bauen immer noch) ;-))

    Bald kommt der Frühling und die Gartenfreude. Damit auch eure Lebensfreude.

    liebe herzliche Grüße und haltet durch!

    Kräuterfee Heike

  12. Jacqueline

    Hallo ihr Lieben

    Oh,ich habe viel Verständnis für die aufgetauchten Zweifel und die empfundenen Hindernisse.

    Ihr baut natürlich mehr auf als dieses Leben, die Art der Bewirtschaftung etc. Ihr baut zugleich ein morphisches Feld auf, in einer Gegend und mit Menschen besiedelt, die (noch) etwas anders ticken, als ihr es tut. Die Sprache ist ein weiteres gefühltes Hindernis. Doch wenn die tschechische Sprache für eine Verständigung fehlt, so kann der Austausch vorerst ohne viel Worte auf einer Herzens- oder Seelenebene stattfinden. Das ist eine tolle Vorarbeit bis zu dem Zeitpunkt, wo die Sprache fliessend daherkommt.

    Ich denke, macht weiter so, wie ihr es bisher gemacht hat, in dem Tempo, das möglich ist. Zudem würde ich mit den euch bekannten Menschen weiter netzwerken. Menschen aus der alten Heimat, welche euch auf dem Hof besuchen, können zur Erweiterung des morphischen Feldes verhelfen, einer Art Brückenbauer.

    Es braucht Zeit, bis sich eure Ideale in der neuen Heimat niederschlagen.

    Ihr habt die Vision, das ist ein wunderbares Geschenk. Und mit der Kraft des kommenden Frühlings kommt auch wieder neue Energie und damit die Beharrlichkeit für all eure Vorhaben.

    Ich wünsche euch von ganzem Herzen viel Erfolg.

    Jacqueline

  13. Bernhard

    Wenn es nur die Sprache ist und alles andere paßt, würde ich deswegen keine Zweifel hegen. Sprache lernen wird oft unnötig erschwert, indem man es als einen Erwerb begreift mit dem Ziel, etwas zu besitzen. Dabei ist es doch nichts anderes als der Euch vertraute Umgang mit der Natur: Ständig zuhören, beobachten und dann mehr und mehr ein Teil davon werden. Die Sehnsucht nach der Muttersprache kommt immer wieder mal hoch, aber darin geht es einem ja nur wie unendlich vielen anderen in der heutigen Welt, die in fremden Ländern leben.

  14. rudi

    Ich möchte mich vor allen Dingen den Ausführungen von Philipp anschließen. Ihr habt einen langwierigen Weg vor Euch, seit Ihr bereit Euch vollen Herzens auf die tschechische (und sicher ziemlich andere) Kultur einzulassen?Dies müsstet ihr tun um Eure Vorstellungen von einem sozialen Netzwerk verwirklichen zu können.Um sich auf die Kultur eines anderen Volkes einlassen zu können muß man zunächst die Sprache ziemlich perfekt beherrschen.Wollt und könnt ihr das?

    Desweiteren kann ich aus eigener Erfahrung und aus der Erfahrung anderer "Umsiedler" sagen, das ihr zunächst einmal drei! Jahre braucht um überhaupt "anzukommen", vielleicht auch mehr.Also ankommen auf eurem eigenen Hof und dem Land drumrum, von der Kultur ganz zu schweigen.Ihr werdet nie ganz tschechisch werden, wollt ihr wahrscheinlich ja auch gar nicht.Sicher wäre es gut wenn ihr Tschechen findet die ähnlich drauf sind wie ihr (ökologisch,umfassend betrachtend,möglichst mit Kindern), dann würden sich Eure Visionen eher verwirklichen lassen.Entscheidend für den Moment ist jedoch die Grundzufriedenheit mit der momentanen Gemeinschaftssituation die ihr ja offenbar habt,wenn es da auch noch knistert ist es manchmal zum weglaufen.

    Wir sind jetzt seit knapp drei jahren in Skandinavien,ich beherrsche die Sprache immer noch nicht gut,brauche jedoch auch den tieferen Kontakt mit den Einheimischen nicht so sehr.Unsere sozialen Kontakte beschränken sich doch eher auf "Landsmännische" Kontakte.Uns reicht dies aber auch so.Zusammenfassend läßt sich sagen auch wenn man ein offener Typ ist, ist es sehr schwer in einem anderen Kulturkreis wirklich Fuß zu fassen,ich behaupte einmal, das selbst wenn man als Deutscher nach Österreich zieht und dort ja die "gleiche" Sprache vorfindet, ist dies so.

  15. Philipp

    Das was ihr macht ist uralt. Immer wieder gab es Aussiedler, die sich eine eigene Existenz nach eigenen Vorstellungen in einem abgelegenem Landstrich eines fremden Landes aufbauten. Leider führte dies auch immer wieder zu Problemen mit der angrenzenden Bevölkerung. Ich würde auf jeden Fall die Sensibilität für die Beziehung zur dort beheimateten Bevölkerung nicht verlieren. Ich bin seit meinem vierten Lebensjahr wirklich oft umgezogen und habe auch so manche "alternative" Lebensgemeinschaft kennengelernt.

    Fazit: Langfristig ist die Beziehung zur Umgebung absolut entscheidend. Ich kann das nur gutgemeint anmerken. Ohne echten Zugang zu den Menschen dort werdet ihr irgendwann mal an den einen oder anderen wichtigen Punkt stoßen, wo es nicht unmöglich, jedoch sehr frustrierend wird. Und da kann Euch langfristig auch kein Vermittler helfen. Deswegen finde ich es schon richtig zu fragen, ob ihr Euch Grundsätzlich vorstellen könnt, selbst an der Kultur(nicht zu wörtlich nehmen) dort teilzunehmen. Die Sprache ist ein Riesenhindernis, aber nicht das Grundthema, da bin ich mir sowas von 100% sicher. Wenn das geklärt ist, kommt auch die Motivation wieder. Nicht alles auf das Wetter schieben, sondern Herz fassen und handeln.

  16. Imme ;inilue

    Dass man nach gewisser Zeit zweifelt, ist ganz normal. Das vergeht wieder, sobald es Frühling wird und die Sonne scheint :-)) Was Ihr Euch vorgenommen habt, ist ein Lebenswerk, das ist nicht in ein paar Jahren zu erreichen. Es wird schwierig werden, viele Gleichgesinnte in Eurem näheren Umfeld zu finden. Bestünde die Möglichkeit, noch ein zusätzliches Paar "anzuheuern", das die tschechische Sprache beherrscht? Dann würde das sprachliche Hindernis schon mal wegfallen. Im täglichen Umgang lernt man die fremde Sprache schneller. Wahrscheinlich müsst Ihr ein paar Abstriche machen. Hundertprozentige Erfüllung wird es nicht geben. Mir jedenfalls wären am allerwichtigsten die Menschen, mit denen ich täglich zusammen lebe. Wenn da die Chemie stimmt, ist das schon ein sehr großer Pluspunkt. Es ist eher eine Seltenheit, dass man Menschen findet, die hundertprozentig zu einem passen. Der zweite Punkt, der mir wichtig wäre, ist der Nachwuchs. Ich denke mal, dass über kurz oder lang sich da etwas ankündigt. Kindergarten und Grundschule sind sicher kein Problem, aber gibt es auch weiterführende Schulen? Oder denkt Ihr nicht so weit?

    Auf mehreren Hektar Land könnten ja auch andere Familien siedeln. Wäre das dort überhaupt erlaubt? Hier in Deutschland ist es verboten (Bebauungsrenze), aber hier ist ja vieles verboten!!!

    Ich würde eine Aufstellung aller Punkte machen und dann ganz kühl überlegen, ob sich das erfüllen lässt, das mir am wichtigsten ist.

    Ich wünsche Euch viel Glück

  17. Philipp

    Viele Nomaden hatten die Schwierigkeit der Wahl des richtigen Weideplatzes. Ihre Lösung war, dass eine zu komplexe Situation unbewusst besser verständlich ist.

    Oft wurde jemand um Hilfe gebeten, der sich besonders gut darauf verstand eine Verbindung zu Unbewusstem herzustellen. Die Techniken waren vielfältig, die Prinzipien jedoch einfach: Filter des Wachbewußtseins wurden reduziert und Inhalte des Unbewussten in einer meist abstrakten Form erkennbar gemacht und interpretiert.

    Ein paar Techniken zur Herabsetzung der Filter:

    Entspannung, Sicherheit, Ruhe, Gefahr, Verausgabung, Trance, Schlaf, Zufall bzw Fügung, Meditation, hohe Konzentration, Schmerz, Isolation, Fasten, Reizdeprivation, Erzeugung ungewohnter Situationen.

    Wichtig ist Angemessenheit und dass keine negativen Folgen folgen bleiben. Oft wurde ein Raum geschaffen, in dem sich Beteiligte auch fallen lassen konnten.

    Die Interpretation bediente sich meist der elementaren Symbolsprache des Bewußtseins, die individuell ergründet und oft lange geübt werden muss, wenn es auch weltweite Gemeinsamkeiten gibt.

  18. Philipp

    Erstmal wünsche ich Euch ganz viel Klarheit und Konzentration auf das Wesentliche für das, was momentan bei Euch ansteht.

    Meine Gedanken:

    Sprache ist vermutlich nur ein Teilaspekt. Einen anderen stellt kulturelle und soziale Verflechtung dar.

    Wisst Ihr genug über die Kultur(en) Eurer Gegend? Alle Bräuche, Rituale, Feste, uä.

    Seid ihr der Kultur ingesamt verbunden? Es ist ein anderes Land mit anderer Kultur. Dort leben ist nicht möglich ohne mindestens eine der dortigen Kulturen zu leben. Dies bringt Euch Zugang zu Menschen und ist tief in ihnen verwurzelt. Viele wollen das nicht mehr wahr haben, weil sie denken, dass "Kultur" etwas weitgehend selbstgeschaffenes ist ->Individualismus.

    Fiktiv in Spanien: Schnell finde ich viele neue begeisterte Freunde in den Flamencokreisen.

    Real läuft das Ganze natürlich viel subtiler und vielschichtiger

    Wie ist das soziale Gefüge Eurer Umgebung? Wer ist wer, welche sozialen Rollen tragen sie? Welche Rolle habt ihr in dem Gefüge? Welche hättet ihr gerne? Wie kommuniziert ihr Eure Rolle mit anderen? Benutzt ihr dafür Mittel die dort entsprechend anerkannt werden? Könnt ihr etwas interessantes(aus ihrer Sicht nicht aus Eurer) beitragen? Wissen die das auch?

  19. Claudia

    Hi, ihr Lieben,

    ich bin hier in Österreich – und denk mir auch oft, dass die Menschen mich überhaupt nicht verstehen.. ;)

    Alles ist im Umbruch, diese Stimmung wird vielleicht auch euch gestreift haben, vielleicht ist es das, was euch unruhig macht ;)

    Ihr bewegt so viel mit eurem Blog – wovon ihr nur einen Bruchteil mit bekommt – da bin ich mir sicher, d.h. ihr bewegt so viel, auch wenn ihr doch irgendwie "out of space" seid ;) (wenn euch dieser Gedanke was nützt)

    Warum macht ihr euch nicht einfach auf die Suche nach einem anderen Platz, wenn was Ideales kommt, super, wenn nicht, dann ist der jetzige Platz ideal…

    Alles Liebe Claudia

  20. MartinCz

    Ich bewundere Euch !!! Zweifel gehören dazu.

    Denk doch an den Sommer oder die Erntezeit.

    Weiter so. Ich find Euch beiden einfach toll.

    Es lesen mehr Leute Eure Seiten und denken an Euch und zittern mit Euch, freuen sich mit Euch .. als ihr glaubt.

    Ich war in den 80-ern einer der ersten LÖKler an der BOKU und hätte fast denselben Weg eingeschlagen.

  21. Doris Presch

    Hmm. Also ich bin in der Regel durchaus auch für Durchhalten und Weitermachen, WENN das Herz sagt, der Weg passt. So war dies auf meinem persönlichen Weg die letzten Jahre immer wieder die Entscheidung in Bezug darauf, wieder einer "herkömmlichen" Arbeit nachzugehen, oder, mich weiterhin "hauptberuflich" um die ständige Rückverbindung mit der Quelle auszurichten und darauf zu vertrauen, dass auch so alles klappt. Für mich war es, bezogen auf dieses Thema, richtig so.

    Die Frage, die sich in mir stellt, wenn ich euren Beitrag lese, ist, ob ihr euer Potential an diesem Ort tatsächlich optimal entfalten könnt?!

    Es ist mir durchaus bewusst, dass es oft das Ego ist, wie hier schon erwähnt wurde, das aus Situationen "flüchten" möchte – DOCH, es ist auch oft das Ego, das uns zurückhält weiter zu gehen und unsere wahre Größe anzuerkennen und anzunehmen.

    Soweit ich das sagen kann, sind gute Leute, die ernsthaft etwas in einer Gemeinschaft beitragen möchten, und noch besser wenn sie über brauchbare praktische Kenntnisse verfügen, durchaus gesucht. Also auch in den größeren, vielleicht auch bekannteren Gemeinschaften. Ich weiß nicht, ob sowas für euch überhaupt in Frage kommt, natürlich birgt es wieder andere und bestimmt nicht weniger Herausforderungen, mit mehreren Menschen so ein Projekt zu leben, und vor allem mit mehreren Beteiligten auf einen Nenner zu kommen. Das ist auch der Grund, wieso ich persönlich bis jetzt nicht in so einer Gemeinschaft dauerhaft leben möchte.

    Ich habe einen kleinen, wirklich bescheidenen Blog über meine Zeit auf der Schweibenalp gestartet – ich habe diesen oben als link angegeben (ich habe mehrere Blogs und gebe sonst eigentlich immer die beiden anderen, größeren, an).

    Ich fahre Ende Februar wieder 2 Wochen hin.

    Ich weiß nicht, was das richtige für euch ist, und schreibe hier bloß, was mir gerade dazu einfällt.

    Mein persönlicher Weg Entscheidungen zu treffen, ist es, ins Herz(chakra) hineinzuspüren. Durch die ständige (jahrelange) Übung gelingt das immer besser und die Wahrnehmung ist mittlerweile sehr klar – manchmal ist aber auch die "Antwort", dass eine klare Entscheidung noch ein bisschen Zeit braucht.

    Liebe Grüße, Herz-Licht,

    Doris

  22. Barbara

    Hallo Ihr beiden,

    vermutlich habt Ihr wirklich so eine Art Winterdepri! Eure Ansprüche an Euch selbst/Eure Kommunikation sind sicherlich hoch – wer gewohnt ist, sich gewandt zu artikulieren, leidet doppelt unter den Defiziten und der Unbeholfenheit, die eine neue Sprache und ein neues Heimatland mit sich bringt. Aber ein halbes Jahr ist wirklich nicht lang und falls Ihr nett aufgenommen wurdet (nicht nur mit Euren Mitbewohnern reden könnt) dann wird's schon werden. Der Vorschlag mit den Kindern ist gut, sie sind unbefangen und eifrig. Das wäre eine gute Methode. An Eurer Stelle würde ich mir vielleicht auch Kinderbücher besorgen, dies Sorte mit einfachen Sätzen und reichlich Bildern dazu. Ansonsten: Viel unter Leute gehen und noch ein bisschen Geduld mit Euch selbst haben! Wenn Ihr Euch dort ansonsten wohlfühlt, ist es einen Versuch wert!

    Liebe Grüße aus dem kalten Norden

    Barbara

  23. Peter

    Hi ihr beiden,

    ich denke das beste was ihr machen könnt ist soviel unter den Eingeborenen zu sein wie nur möglich. Ladet doch eine Familie zum Essen ein oder gebt ne Party um euch mit der Sprache zu Konfrontieren!Spielt Spiele mit Ihnen wie z.B Memory und lasst euch die Bilder erklären.

    Es ist eine Herausforderung!

    Viel Glück!

    Liebe Grüße Peter

  24. Martin

    Servus ihr beiden,

    vor kurzem hab ich den spruch gehört: "Gemeinschaft ist ein unbequemer Weg!" (bin grad in einem Mehrgenerationen-Gemeinschafts-Aufbau-Projekt tätig).

    Wenns unbequem wird, haben wir Menschen die starke Tendenz aus der Situation zu flüchten.

    Ihr scheint mir in einer ähnlichen Situation zu sein (nicht auf Gemeinschaft sondern auf zwischenmenschliche Kontakte – Sprache bezogen)…

    Ich wünsche euch nochmals gaaaaanz viel Durchhaltevermögen, auch für dieses neue Thema (ich möchte es nicht Problem nennen, weil das ist es nicht…) und weiterhin gaaaanz viel Kraft für euren Weg. Und Motivation Tschechisch zu lernen bzw. die "richtigen" Menschen, die es euch beibringen können (wünscht sie euch!!!)

    Grüsse aus Bayern :)

  25. Luisa

    Hallo ihr zwei Lieben,

    Ich kann euch gut verstehen wie ihr einfach nicht mit den Leuten um euch rum so reden könnt und euch nicht so verständigen könnt wie ihr wollt. Klar ist nicht allse schlecht man hatt mit allden, die man vorherkannte noch den selbern guten Umgang, aber ihr wollt auch gerne neu Verbindungen knüpfen.

    Ich war 10 Monate in Taiwan, bei Anreise konnte ich gerde mal ein paar Brocken. Geb nicht auf! Das wichtigste sind meiner Meinung nach nicht Wöter und Gramatik, aus den Büchern sonder zu wissen wie mann die Gramiatik und alls drum und dann in der Alltagsprachen verwendet wird. Es reichen oft sehr wenige Wörte um sich mit Leuten gundlegen zu verstänigen und anzufreunden. Ab dann werde sie euch eh bei allen Schwiergkeiten in der Spache ein bischen nachsehen oder sogar weiter helfen.

    Als praktische Tipp kann ich nur sagen ladet euch Kinder ein, das sind die pingeligsten Lehrer sie ich kenn. Es macht ihnen meiner Erfahrung nach ganz nix aus wenn ihr nicht gut mit ihnen reden könnt oder sie euch sogar überhaupt nicht verstehen. Mit Zeichsprachen kann man bestens alles lehren, das in der Gegend so rum steht.

    Die passen auch auf jedes Fitzelchen auf und habe nach dem 10mal Vorsprechen immer noch Spaß euch das Wort richtig zu sagen und euch zu verbessern. Außerdem fanden meine kleinen Lehrern das ganze richtig Spaßig weils sie mal die "Großen" sind die etwas besser wissen als die Erwachsenen.

    Ich hoffe das bring euch etwas weiter. Gebt auf keine Fall auf ich hab auch in 10 Monaten fießend Chinesisch gelehrnt und ich hab in der Schule Fremdsprachen gehasst

    Liebe Grüße Luisa

  26. Sabine Sacher

    Zweifel=Zwei-Fälle ist das Hängenbleiben zwischen 2 widersprüchlichen Bestrebungen, die in der Regel zwischen dem Ego und dem "Herzen" entstehen. Das Ego liebt Hindernisse , um sie in Zweifel umzumünzen und Energie abzuziehen;das Ego meint auch immer, dass es irgendwo da draussen eine bessere Zeit, bessere Plätze, bessere Ideen usw. gibt; es nährt das Jagen nach illusionären Phantomen. Das Herz sagt: vermeintliche Hindernisse sind da, um sie zu überwinden und daran zu wachsen.Hieraus entsteht innere Stärke, die euch befähigen wird, über eure eigenen mentalen Begrenzungen hinauszuwachsen. Es bedarf lediglich einer klaren inneren Entscheidung; das Herz steht für das Wahre und kennt keine Limits, wenn ihr euch voll auf seine Seite schlagt;seinen Weg zu verfolgen braucht Mut, muss Konzepte immer wieder gehen lassen, um das Unerwartete einzuladen, durch das sich neue Türen öffenen. Es ist weniger ein Machen können, als ein dafür bereit sein und sich öffnen. Es gibt keinen wirklich falschen Ort; geht für eure Vision und erkennt zweifelnde Stimmen als das Nicht-Wahre an.Ich wünsche euch alles Liebe und die Kraft, euch selbst immer treu zu bleiben!

    Alles Liebe, Sabine

  27. Robert Kresse

    Danke für den ehrlichen Beitrag. Zeigt er doch ganz gut unsere gedankliche Evolution auf. Der Mensch scheint rastlos zu sein. Stets auf der Suche nach höher und weiter. Das kenne ich von mir auch. Ich möchte euch beiden, egal wofür ihr euch entscheidet, alles Gute wünschen. Manche Gedanken lösen sich wieder auf, andere bleiben und verfestigen sich bis zum Handeln. Ich drücke euch die Daumen!

  28. Vroni

    Hi ihr Lieben!

    Tirolerisch (mit seinen vielen kkkkkk, is zwar nit das neue Italienisch – aber Tschechisch toppt es logga!! ;-) Unsere Türen und unsere Hütte steht offen für euch und vielleicht kommt ihr ja auf den Geschmack. =) Alles wird gut und die Sonne hat den heurigen Tiefpunkt auch schon überstanden.

    Liebe Grüße Vroni

  29. Naaba Watinoma

    Hallo ihr beiden, klar ist wichtig sich selbst und die Situation zu hinterfragen, aber an ein Zweifeln solltet ihr noch nicht denken, ihr seid erst relativ kurze zeit in einer region, die nicht eure angeborene heimat ist, ihr lebt in einer form die den leuten weitgehend abhanden gekommen ist, ihr seid sozusagen fremdkörper in der region (was jetzt nichts schlechtes heissen soll, denn jede perle in einer muschel bildet sich ja auch um einen fremdkörper herum). bevor du/ihr mit politischer arbeit jemanden erreichen könnt, müßt ihr dem kosmos außerhalb eurer farm erst einmal beweisen, daß es funktioniert, das bedarf seiner zeit. zeigen, daß ihr mit eurer hände arbeit all das was ihr lebt erreicht habt und nicht mal kurzzeitaussteiger seid.

    Fragt doch mal im Dorf nach jemandem der euch sprachunterricht gegen Naturalien oder Muskelkraft anbietet.

    ich wünsche euch viel Kraft

    peter

  30. Martin

    Hallo Lisa hallo Michael

    Ich denke nach zwei Jahren ist es durchaus legitim, dass Zweifel aufkommen, dass man die Lage neu überdenkt aber aus einem Überdenken ergeben sich neue Sichtweisen. Ich halte es auf meinem Hof so, dass ich behutsam schau was auf mich zu kommt, ich trachte nicht danach jetzt unbedingt meine Vorstellungen umzusetzen. Und das schöne dabei ist, wenn man die Gelassenheit(kein Fatalismus) hat das zu ergreifen, was auf einen zukommt, dass sich dabei unwahrscheinliche Dinge und Entwicklungen auftun, die man vorher in seiner "Unbeirrbarkeit" möglicherweise nicht wahrgenommen hat. Ich gehe davon aus, dass der Ort auf dem ich jetzt lebe mich und ich ihn gesucht und gefunden hat und dass wir beide, der Ort und ich etwas miteinander zu tun haben und das versuche ich herauszufinden.

    In diesem Sinne alles Gute und sonnige Grüße aus dem Burgenland

    martin

  31. Vicky

    Hallo ihr Lieben!

    Gebt nicht auf, die slawischen Sprachen sind alle schwierig zu erlernen, das braucht seine Zeit.

    Aber mal als Vorschlag:

    Ihr erreicht doch so viele Menschen über FB und den Blog.. gibt es da nicht jemanden, der tschechich spricht, und euch vielleicht unter die Arme greifen könnte?

    Klar, derjenige müsste zu eurer Gemeinschaft passen und auch selbst dort leben wollen, und wenns nur für kurze Zeit ist.

    Aber wäre das nicht eine Maßnahme, um dem Kommunikationsproblem entgegenzuwirken? :)

    Mit ganz lieben Grüßen,

    Vicky

  32. Sabrina

    Oh…ganz bestimmt, ihr Lieben! Es wird eine typische Winter-viele-Gedanken-Zeit sein, die bald vorüber geht. Dennoch hört auf euer Herz und eure Intuition. Ich fänds toll, wenn es soetwas in D/AUT auch immer mehr umgesetzt wird/werden kann.

    Viel Kraft und Mut und Vertrauen!!! :-)

    Sabrina

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