Ein Handbuch zum zukunftsfähigen Gärtnern

Michael Hartl
Von Michael Hartl
27. Juli 2012

Wer mich kennt, weiß, dass mich die Permakultur nicht gerade von den Socken reißt oder meine uneingeschränkte Unterstützung bekäme. Viele der Ideen, die in diesem Topf zusammengetragen wurden, sind nichts desto trotz wundervoll und praktikabel. Gerda und Eduard Kleber schaffen es in ihrem Buch „Gärtnern im Biotop mit Mensch“, genau diese klugen Punkte der Permakultur mit der Idee des Bio-Gartens zu verknüpfen. Entstanden ist daraus ein Buch, dass ich als Pflicht-Lektüre für Gärtner*innen und Selbstversorger*innen ansehe.

Biotop mit Mensch

Die Autor*innen beginnen mit einer Einführung in die Grundlagen. Wie funktioniert der Boden? Nach welchen Prinzipien kann der Garten aufgebaut und bearbeitet werden? Und so weiter. Aber es geht weit darüber hinaus und es werden auch philosophische Grundlagen geschaffen. Wie kann ein ethisch-ökologisches Gartenkonzept aussehen? Wie können wir zukunftsfähig Gärtnern? Wie sieht eine zukunftsfähige Lebensführung aus?

Buchcover des Buches "Gärtnern im Biotop mit Mensch"

Ausgehend von diesen Grundlagen und diesen Fragestellungen entwickelten die Klebers durch ihre jahrelange Praxis in ihrem Selbstversorgungsgarten ihr Mischkonzept aus Permakultur- und Biogartenmethoden. Im Buch werden diese sowohl theoretisch vorgestellt, als auch deren praktische Umsetzung sehr gut beschrieben. Die Bebilderung hilft dabei, tieferes Verständnis zu entwickeln. Neben dem Anlegen eines Garten mit seinen vielseitigen Orten gehen Gerda und Eduard Kleber unter anderem auch auf die Bodenpflege, Pflanzenpflege, Wildflächen, Zusammenhänge in der Natur und den Platz des Menschen in diesem gesamten Spiel ein.

Fazit

Da das Buch neben den guten Erklärungen mit vielen konkreten Beispielen und Anleitungen auch zahlreiche Tabellen zum schnellen Vergleichen und Überblick schaffen enthält, mit einem Sachregister der botanischen und zoologischen Namen aufwartet und komplett für die Praxis geschrieben ist, hat es sich sehr schnell zu einem meiner wichtigsten Nachschlagewerke entwickelt.

Eine absolute Empfehlung für alle, die neu in das Gärtnern einsteigen, für alle, die erfahrener sind, aber gerne naturnäher gärtnern wollen und für alle Profis, die ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur bekommen wollen.

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Gärtnern im Biotop mit Mensch: Das praktische Biogarten-Handbuch für ein zukunftsfähiges Leben
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8 Gedanken über “Ein Handbuch zum zukunftsfähigen Gärtnern

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo Barbara,

      warum ich kein uneingeschränkter Fan von Permakultur oder sonstigem Konzept bin? Weil ich keine Ideologie, kein System, keine Idee unkritisch und starr verfolge und verteidige. Gerade Permakultur beinhaltet erstens nicht viel substantiell neues – schmückt sich aber häufig mit fremden Federn – ist zweitens bei vielen "Permies" mit Personenkult verbunden und drittens ein sehr überbewertetes System, das eigentlich "nur" Planungstoolkit ist.

      Und als solches ist es aber auf jeden Fall in vielen Fällen als eines von mehreren Ansätzen brauchbar und sollte auf jeden Fall neben anderen auch mit einfließen in die Planung. Außer Permakultur passt halt mal gar nicht zum Projekt, zum zu gestaltenden Land oder zu den handelnden Personen.

      Es gibt eben nicht DAS EINE System, das für alle und alles super geeignet ist. Und darum bin ich sicher auch kein uneingeschränkter Fan und Missionar für eines von vielen Systemen.

      Unsere Sichtweise auf die Permakultur haben wir im übrigen im Glossar-Artikel "Permakultur" näher erläutert.

      1. Fred

        Hallo Michael,
        sehr richtig ist, daß Permakultur vorallem ein Planungstoolkit ist, und kein spezielles System. Bill Mollison u.a. haben die Techniken zusammengetragen und gemäß der Grundidee- Nachbildung natürlicher Ökosysteme- kombiniert. Wobei Jede PK-Gestaltung eine individuelle Anpassund aus verschiedenen Techniken darstellt, eben weil es nicht „das eine System gibt“.
        Es ist ein zentrales Anliegen der Permakultur, daß zur jeweiligen Situation die passenden Techniken zur Anwendung kommen. Deshalb muss ein Kurs auch alle Klimazonen und die Inseltypen beinhalten, auch wenn nur ganz wenige Designer in allen Bereichen arbeiten werden. Es geht um das Verständnis, damit nicht irgendwo komplett unpassende Techniken/Systeme zur Anwendung kommen, weil das System eben so ist.
        Deshalb ist es gut, daß PK kein System ist, sondern eine Toolkitsammlung. Bei vielen Techniken wird auch explizit angegeben wo sie Entwickelt worden sind (z.B Yeomans, Chinampa…). Der Eindruck, sich mit fremden Federn zu schmücken entsteht nur, wenn man Permakultur zu eng sieht, als System statt richtigerweise als Planungstoolkit.
        Daß von einigen Anwendern Personenkult betrieben wird, kann man schade finden, wobei PK da nichts dafür kann. Dies ist eher unserem Wirtschaftssystem geschuldet, das Marketing erfordert, was dann zu leicht solch einem Kult führt, da im öffentlichen Diskurs gerne Dinge mit Personen verknüpft werden.

  1. Pingback: Obstbaumlebensgemeinschaften im Waldgarten

  2. proedaphon

    Der Inhalt des Buches ist beim organischen Landbauverlag auch sehr gut beschrieben:
    http://www.olv-verlag.de/index.php?page=shop.prod

    Ich habe das Buch bereits als Anfängerin sehr zu schätzen gewußt und vieles daraus angewandt.

    Auch wenn es aus meiner Sicht selbstverständlich sein sollte, ist im Vergleich zu anderen Gartenbüchern noch hervorzuheben, dass Mist, Hornspäne und andere Schlachtabfälle hier erfreulicherweise nicht zur Düngung empfohlen werden.

  3. Gunnar

    Also so wie du das Buch beschreibst sollte ich es nicht länger auf meiner Wunschliste haben sondern endlich mal bestellen :-) Es klingt so als ob es ein Buch nach meinen Vorstellungen wäre. Danke für den Tipp.

    Liebe Grüße an euch beide.

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