Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Drei Schritte den Wandel zu gestalten – Gehst du mit?

Tobi Rosswog
Von Tobi Rosswog
23. März 2015

Von vielen Seiten höre ich immer wieder: „Ich alleine kann doch eh nichts tun!“ Und denkst auch du dir manchmal: „Das ist doch alles hoffnungslos“? Dann scheint die Frage aktueller denn je: Wie kann ich gesellschaftlichen Wandel mitgestalten?

Das frage ich mich auch immer wieder … Mir ist klar, dass es nicht so leicht zu beantworten ist. Ich habs trotzdem mal versucht und hoffe, dass dir diese drei Schritte einen Impuls zur Inspiration und Motivation geben, um selbst aktiv zu werden und neue Wege zu gehen.

Nun aber los – welche drei Schritte gibt es? Es geht um: Herausforderungen erkennen, Perspektiven wechseln und Utopien leben. Aber wie sieht das konkret aus?

3 Schritte den Wadenl zu gestalten

Herausforderungen erkennen

Wir leben in einer globalisierten Welt mit hochkomplexen Strukturen. Im ersten Schritt geht es vor allem darum, die Probleme unserer Zeit (mehr) zu verstehen, um daraus resultierend die eigenen Konventionen zu hinterfragen und Handlungsalternativen abzuleiten. Erst wenn mir bewusst wird, welche Auswirkungen beispielsweise mein Konsum hat, kann ich Alternativen suchen und leben.

Fleisch ist ein Stück totes Tier?!

Als ich beispielsweise vor einigen Jahren erkannte, dass die Bärchenwurst mit dem netten Gesicht mal ein fühlendes Lebewesen war und mir klar wurde, dass ich aufgrund meines Konsumverhaltens für den Tod vieler Lebewesen verantwortlich war, konnte ich das nicht mehr mit meinen Werten vertreten und suchte nach Alternativen.

Es gibt noch viele andere Beispiele – wenn du magst, kannst du deine Erkenntnisse in den Kommentaren teilen und zum Austausch anregen.

Herausforderungen sind Möglichkeiten …

Selbstverständlich kannst du die neuen Erkenntnisse auch nur kognitiv begreifen und nichts ändern – wer kennt das nicht. Wenn du Probleme erkennst, besteht aber immer auch die Chance Perspektiven zu Wechseln. Damit kommen wir zum zweiten Schritt …

Perspektiven wechseln

Ein Handstand lässt Perspektiven wechseln

Wenn wir Herausforderungen erkennen und neue Erfahrungen machen, kommt es unweigerlich zu einem Perspektivwechsel. In meinem Beispiel ist das Stück Fleisch auf einmal nicht mehr nur eine Ware, die ich konsumiere, um satt zu werden. Meine bisher sehr eingeschränkte Perspektive wurde erweitert und der Punkt von dem ich bis zu dieser Zeit die Welt betrachtete, hat sich verschoben. Und was dann passiert, ist ganz wunderbar, denn dieser Impuls ließ mich noch viel mehr hinterfragen.

Der ansozialisierte Blickwinkel

Was mir zuvor als auswegslose Realität in Form von „Tiere sind zum Essen da“ immer wieder eingeredet wurde, konnte überwunden werden. Könnte es also nicht sein, dass der mir ansozialisierte Blickwinkel in vielen weiteren Fällen zu eingeschränkt ist? Es ergibt sich soviel mehr, denn auf einmal stellst du das gesamte Mensch-Tier-Verhältnis in Frage und kommst mit vielen anderen Themen in Berührung, sodass du wieder beim ersten Schritt bist und Herausforderungen erkennst. Aber: Was kann dich dabei aufhalten?

Die Angst vor Neuem

Sicherlich passiert es auch oft, dass du meinst etwas erkannt zu haben, aber der Perspektivwechsel nicht eintritt. Ich glaube, dass das vor allem an deiner Komfortzone liegt, die du über die Jahre aufgebaut hast. Aber mit Vertrauen, Selbstbewusstsein und ein bisschen Ausdauer kannst du sie erweitern.

Ein kurzes und simples Selbstexperiment zeigt das ganz eindrücklich: Verschränke kurz deine Arme. Wie fühlt sich das an? Vermutlich vertraut, gut, bequem, etc. Nun lass die Arme wieder locker und verschränke sie dieses Mal genau umgekehrt. Und, wie fühlt es sich dieses mal an? Wahrscheinlich unbequem, ungewohnt, komisch, … Aber was glaubst du passiert, wenn du nun öfter mal bewusst diese Haltung annimmst und somit trainierst?

Voraussichtlich wirst du dich daran gewöhnen. Bald wird diese Haltung genauso bequem sein wie die andere vermeintlich „normale“ Verschränkung der Arme. Das ist ein so einfaches Beispiel und macht klar, wieso es oft so schwierig ist Neues auszuprobieren und vor allem auch in den Alltag zu integrieren. Und damit kommen wir zu Schritt drei…

Utopien leben

Mit deinen neuen Erkenntnissen und dem Perspektivwechsel gilt es nun Utopien zu leben. Einfach loslegen und neue Wege gehen, um bestehende Herausforderungen zu überwinden und mit dem neuen Perspektivwechsel Ideen sowie Handlungsalternativen lebendig werden zu lassen.

In meinem Beispiel habe ich angefangen, mich mit bioveganen Lebensmitteln vertraut zu machen und ganz viele neue Leckereien zu entdecken. Du siehst: Durch das Leben von Alternativen können ebenfalls wieder Perspektivwechsel eintreten ;) Ich versuche jetzt schon den Tieren als gleichwertige Lebewesen zu begegnen und setze mich für ihre Rechte ein.

Foto eines Sternenhimmels

Natürlich gibt es auf diesem Weg immer wieder Situationen, in welchen andere Menschen nur theoretisch sagen, was durch eine Veränderung passieren könnte und dich mit ihren Ängsten verunsichern sowie hindern los zu gehen.

Aber mit Kurt Marti gesprochen:

„Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“

Es geht darum im Hier und Jetzt utopietaugliche Alternativen von unten zu gestalten. Lasst uns gemeinsam experimentieren. Wir sollten praktisch werden und uns nicht im Theoriediskurs verlieren, sondern Utopien gestalten.

Die drei Schritte als Kreislauf der Veränderung

Wer meinen letzten Artikel zu Utopien gelesen hat, kann sich vielleicht erinnern, dass Utopien für mich als Prozess und Weg zu verstehen sind und nicht als neues Gesellschaftskonzept. Deswegen sind die drei Schritte auch wie ein Kreislauf zu betrachten: Auch wenn die Utopien gelebt werden und vor allem immer mehr Menschen mitmachen, werden sich neue Herausforderungen ergeben. Diese sind dann zu erkennen – es werden wieder Perspektivwechsel erfolgen und Utopien lebendig werden können. Du kannst es dir als Kreislauf der Veränderung vorstellen ;)

Und nun zu dir: Welche Schritte gehst du? Welche Erkenntnisse, Perspektiven oder Utopien ergeben sich daraus für dich? Hattest du schon mal einschneidende Perspektivwechsel? Teile deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren :) Ich freue mich drauf!

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Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

19 Gedanken über “Drei Schritte den Wandel zu gestalten – Gehst du mit?

  1. Melly

    Catherine,
    genauso sehe ich das auch. Jeder in der Gesellschaft trägt seinen Teil zu einem schönen, gesunden und nachhaltigen Miteinander bei. Und sei der Beitrag augenscheinlich auch noch so klein, kann er doch viel Wirkung erzielen.

    Tobi,
    sich von dem ansozialisierte Blickwinkel zu lösen ist ein sehr wichtiger Schritt. Vor ein paar Jahre habe ich damit begonnen und es zieht sich durch mein Leben wie ein roter Faden. Mal mehr mal weniger.
    Selbst wenn man gerade bestimmte Dinge nicht so leben/handhaben kann wie man gerne möchte, kann man seine Erfahrungen und sein Wissen weitergeben. In meinem Fall gebe ich es primär an meine Kinder weiter.
    Um dein Beispiel mit dem Fleischkonsum aufzugreifen:
    Die Kinder wissen woher das Fleisch kommt und wie die Tiere meist gehalten werden.
    Sie kommen mit dem Wissen gut zurecht und leben zu Hause fleischfrei. Außerhalb wird das leider häufig übergangen und nicht akzeptiert, als unnormal dargestellt. Aber auch das wird weniger.
    Überhaupt sehe ich unseren Bildungsauftrag gegenüber den nachfolgenden Generationen als sehr wichtig an. Kinder sind meistens noch nah an der Natur und in der Lage, Dinge als logisch zu erkennen, die uns abtrainiert wurden.

    Ein lesenswertes Buch dazu, wie der Mensch mit dem Rest der Welt umspringt ist „Ismael von Daniel Quinn“.
    Ein Buch, das mich zum Umdenken gebracht hat.

    Was ich als meine persönliche Herrausforderung ansehe:

    Dinge die ich/wir konsumiere/n nach möglichst geringem Produktionsaufwand auszuwählen:
    zB.Plastik vermeiden(Stückseifen für Haar und Körper, Olivenöl statt 1000Cremes usw)
    losen Tee statt Beuteltee nutzen, besser noch gesammelte Kräuter;)
    Kaffebohnen statt Pulver,
    Handmühle und Espressokocher statt Vollkaffeeautomat. (Spart Strom, Platz und Geld),
    Mandelmilch und co selber herstellen anstatt sie im Tetrapack zu kaufen,
    die Milch beim Biobauern im Nachbarort kaufen,
    Hühner halten um Eier zu haben (anstatt mit schlechtem Gefühl pseudo Bioeier im Laden zu kaufen)
    Gemüseanbau und/oder regional kaufen,
    Leitungswasser trinken statt Kisten schleppen,
    vieles selber machen, wozu es hier ja tolle Tipps gibt :)
    ach da gibts so vieles;)

    Wissen an mein Umfeld weitegeben und von meinem Umfeld lernen:
    zB. s.o. Fleischkonsum und Kinder,
    anstatt immer das Internet zu bemühen Mitmenschen fragen, in Kontakt treten, Bücher wälzen,

    Sich nicht abhängig machen von Smartfon und co:
    zB: Infos aus Büchern und von Mitmenschen beziehen,
    Straßenkarten statt Navi nutzen(oder auch mal nach dem Weg fragen oooooder einfach drauf losfahren/gehen…sich treiben lassen)
    Spieleabende und raus in die Natur statt Glotze oder Handyspiele (klar gucken wir auch mal nen Film, aber dann ist es was besonderes)
    Denken statt Googlen :D

    Last but not least: Offen sein für neues!

    Meinen Dank an euch alle, die ihr diesen wundervollen Blog gestaltet:D

  2. Catherine

    Ich bin bald 62 Jahre alt, Französin, lebe aber seit 40 Jahren in Deutschland:
    In Frankreich, wo ich auch teilweise wohne, gehöre ich dem „Mouvement des Colibris“ Bewegung für eine Schritt für Schritt – Veränderung unserer Lebensweise in Respekt der anderen und der Natur.
    Der Name beruht auf einer Sage der Indianer; kurz erzählt: Brand im Wald, Tiere verzweifelt und verängstigt, der kleine Colibri holt in seinem Schnabel Wasser und lässt die Tropfen auf das Feuer fallen; die anderen Tiere lachen ihn aus, er antwortet „ich mache meinen Teil“!
    Und so sehe ich es mittlerweile auch, ich lasse mich nicht mehr entmutigen, ich mache Schritt für Schritt meinen Teil: Vegetarier, fast vegan (Dank Lisa’s Buch!!), Hochbeet usw… und bin begeistert, wenn ich diesen Blog oder den Blog der Colibris lesen, wieviele einzelne Initiative es gibt; es gibt mir doch noch Hoffnung für meine Kinder und Enkel. Vielen Dank für die ermutigenden Berichte.

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Liebe Catherine,
      besten Dank dir für deine Nachricht.
      Wie wunderbar welche Schritte du gehst.
      Schritt für Schritt gehen wir den Prozess der Veränderung.
      Vom „Mouvement des Colibris“ hatte ich bisher noch nichts gehört. Finde super spannend, dass der Ansatz zu sein scheint: Jede*r bringt sich einfach mit dem eigenen jeweiligen Talent ein.

      Ich bin auch sehr zuversichtlich was die zukünftigen Generationen betrifft ;)

  3. Tobi

    Es tut uns Menschen nicht gut, sich ständig vor allem was neu ist zu verschließen und innerhalb unserer Komfortzone zu bleiben (Wir Deutschen sind da ja leider besonders gut drin). Es liegt in unserer Natur, Fortschritte zu machen, neue Perspektiven zu entwickeln und unsere selbst geschaffenen mentalen Mauern ein Stück weiter nach außen zu verschieben. Bewegung ist schließlich Leben.
    Seit ich angefangen habe, mir regelmäßig Herausforderungen zu stellen und neue Wege einzuschlagen, bin ich auch einfach glücklicher. Und wer weiß, vielleicht kommt irgendwann der Punkt, an dem andere von meiner Lebensweise inspiriert werden. Und das ist nichts anderes als ein gesellschaftlicher Wandel, wenn auch in kleinen Schritten.

  4. Ines

    Bei der Art der Ernährung ist für mich vor allem eines wichtig: regional! Bei subtropischer Vegation sind mehr und vor allem ganzjährig frische Ernten möglich. In diesen Gebieten wird viel vegan gegessen. Der Gegensatz dazu bilden die Pole, wo eine Ernährung auf pflanzlicher Basis nicht möglich ist und die Grundlage der Ernährung tierischen Ursprungs ist.
    Wir liegen geografisch nun genau dazwischen. Da ist eine vegane Ernährung sicherlich auch möglich. Problematisch ist für mich bei veganen Produkten aber der hohe Sojaanteil (Tofu), der in den benötigten Mengen nicht regional erzeugt wird. Dafür wird der tropische Regenwald abgeholzt. Und das ist dann „nur“ eine Verschiebung der Probleme auf ein weit entferntes Gebiet, Es ist wieder klimaschädlich (Abholzung, Anbau einer Monokultur, Vertreibung und Vernichtung der einheimischen Bevölkerung/Bauern, Transportaufwand…)
    Das eine vegane Ernährung bei bestimmten Krankheiten hilft und zur Gesundung führt, ist für mich nachvollziehbar. Diät- und Krankenkost gibt es aus diesem Grund schon lange. Es muss deshalb nicht gleich für alle das Nonplusultra sein.
    Vegan ist zwar zur Zeit in und bei vielen Lesern dieses Blogs beliebt, aber bei unserer Familie hat Regionalität den Vorrang.

    1. Benjamin

      Hallo Ines,
      ich weiß nicht, ob das im Blog Leben normal ist, dass man auf andere Kommentare antwortet, da ich noch neu hier bin. Egal, ich mach es einfach.
      Ich wollte auf dein Argument, dass Sojakonsumenten eine Teilschuld bei der Regenwald Abholzung haben kurz Bezug nehmen, da dass ein weit verbreiteter Irrglaube ist, der auch leider durch die Medien immer wieder propagiert wird.
      Fakt ist, keiner der auf Sojaprodukte spezialisierten Anbieter auf dem deutschen oder österreichischen Markt kauft Sojabohnen aus Regenwaldgebieten. Viele verwenden sogar ausschließlich Sojabohnen aus der EU. Das gentechnisch veränderte Soja aus dem Regenwald und den riesigen Anbauflächen in den USA wird hauptsächlich für Tierfutter verwendet.

    2. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Liebe Ines,
      danke dir sehr für deine Gedanken.
      Gerne möchte ich diese mit ein paar Ideen noch erweitern:
      Regionalität spielt unbedingt eine wichtige Rolle in der Frage nach zukunftsfähiger Ernährung. Jedoch lässt sich auch prima regional und vegan essen ;) Großartigerweise müssen wir in Deutschland und Österreich nicht nur auf Soja zurückgreifen, sondern können beispielsweise auch Lupinen verwenden.
      Am energetisch sinnvollsten und zukunftsfähigsten ist es natürlich, wenn pflanzliche Lebensmittel einfach unverarbeitet und direkt gegessen werden.

      Hinzu kommt, dass für Bio-Tofu und Co, also menschliche Lebensmittel, der Sojaanbau meist in Europa stattfindet. Für die Tierfutterproduktion allerdings Soja aus entfernteren Gebieten durch nicht zukunftsfähigen Anbau (Monokultur und nicht biologisch, sondern genmanipuliert) genommen wird. Insofern ist es eine Verschiebung auf entfernte Gebiete, weiterhin tierische Produkte zu konsumieren. Natürlich sollte immer auf Regionalität geachtet und keine Soja-Produkte gekauft werden, die nicht aus Europa kommen.

      Noch kurz zur meiner Motivation: Ich lebe nicht vegan, weil es „in“ ist, sondern aus tierethischen Beweggründen. Als ich vegan wurde, war es auch noch nicht „in“ ;) Ich möchte so wenig menschliches und tierisches Leid und Ausbeutung wie möglich verursachen. Und da ist meiner Ansicht nach eine regionale, biovegane Ernährung die sinnvollste.

      Eine kleine spannende Zahl einer Kurzrecherche:
      Österreich ist mit 6300 Hektar größter Biosojaproduzent Europas ;)

  5. Benjamin

    Hallo Tobi!
    Schöner Artikel! Ich denke, jede Handlung ist wichtig auch wenn sie noch so klein und unbedeutend ist und bringt die gesamte Menschheit voran.
    Auch der von dir angesprochene Perspektivenwechsel ist ein wichtiger Punkt. Ich persönlich habe kein fixes, starres Weltbild mehr, da ich abwechslungsreich lebe, infolgedessen ständig neue Erfahrungen mache und somit immer öfters persönliche Denk- und Verhaltensmuster hinterfrage. Leider sind die meisten Menschen schon so in Glaubenssätzen gefangen, dass sie nicht mehr imstande sind, andere Optionen in ihre Überlegungen miteinzubeziehen. Besonders merke ich das bei Gespräche über Themen wie Veganismus, Geopolitik oder Spiritualität. Da hilft es dann auch nichts, viele stichhaltig Argumente einzubringen. Die werden einfach ignoriert oder zurechtgestutzt, sodass sie irgendwie ins persönliche Weltbild passen.
    Allerdings merke ich auch, dass immer mehr Menschen aufwachen und von sich selbst aus Dinge hinterfragen. Deswegen denke ich, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sich irgendetwas gravierend zum Positiven verändern wird. Sei es ein Umsturz, eine Revolution oder auch nur eine globale Verhaltensänderung.
    Und bis es soweit kommt, leiste ich meinen kleinen Beitrag mit meinen Handlungen, mit meinem Konsum und mit meiner Lebensweise :)

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Heyho Benjamin,
      ich bin auch voller Hoffnung und Optimismus, dass sich der Wandel (by design) ergeben wird.
      Meiner Meinung nach wird dies nicht über einen Umsturz oder Revolution passieren, sondern vielmehr über einen Bewusstseinswandel.
      Und dafür ist es notwendig, dass viele Menschen Alternativen und ein neues Miteinander leben ;)
      Danke dir für dein Wirken!

  6. Claudia Sagmeister

    Ich bin seit 5 Jahren in Pension ,wollte im Ruhestand von Computern nichts mehr wissen , aber bald stellte ich fest , überall steht dabei , wenn man Genaueres wissen möchte , „schauen sie nach unter www. …………………………“
    da ich aber vielseitige Interessen habe , war es naheliegend mir doch einen anzuschaffen . Seither bin ich bei einem Tauschkreis , bei einem Nachbarschaftsnetz , habe die Selbstversorger kennen und lieben gelernt , arbeite bei einem Handarbeitskreis mit ( werden für einen guten Zweck verkauft ) , verteile Essen für sozial schwache Mitbürger u. s. w. Minimalismus wird seither angestrebt auch Heidemarie Schwärmers Blog verfolge ich ( sie lebt komplett bargeldlos ) . Auch in der Internet-Zeitung
    “ Der Knauserer “ gibt es gute Beträge .
    Habe vor 2Jahren mein Auto verkauft , seither lebe ich viel ruhiger und gemütlicher , fahre mit dem Rad , od. gehe zu Fuß od. nehme die Öffis,
    Habe seit Jahren kein Gewand mehr gekauft , nähe auch Altes um , wenn es leicht geht . Fleisch habe ich nur sonntags gekocht , verzichte aber nach Möglichkeit auch darauf . Ich könnte noch so vieles schreiben , aber jetzt muss ich meine „Leih – Enkel “ von Schule und Kindergarten abholen
    (diese habe ich durch das Nachbarschafts – Netz kennengelernt
    Liebe Grüße Claudia

  7. Petra Hausmann

    ….eigentlich schreibe ich nie Kommentare, aber warum nicht auch das ändern? Ich esse schon lange kein Fleisch mehr, aber die sich stapelnden Eiekartons und unzähligen Milchflaschen waren mir echt ein Dorn im Auge. Dann habe ich eine Sendung über Vegane Ernährung im Fernsehen gesehen. Bis dahin war es für mich nicht vorstellbar auf tierische Produkte zu verzichten. Die große Frage war immer: Wo bekomme ich mein Eiweiß her? Der letzte Anstoß war dann schließlich Lisas Kochbuch. Es funktioniert gut. Mir fehlt nichts. Ich bin nicht mehr müde, mir ist auch micht mehr dauernd kalt. Es macht großem Spaß neue Rezepte auszuprobieren. Meiner Familie sage ich gar nicht, das sie gerade veganes Essen zu sich nehmen. Manches ist vielleicht ungewohnt, aber das meiste schmeckt. Mein mittlerer Sohn trinkt jetzt auch Tee zum Frühstück. Bei meinem 5 jährigen wird es schwer. Aber ich mache keine Religion draus und lebe es einfach vor. Schritt für Schritt für Schritt. Wir bauen teilweise unser Obst und Gemüse selber an oder kaufen schon lange bei Lebensmittelinitiativen und am Markt ein, vermeiden Plasit und Müll, tragen Biokleidung (die Kinder zmindest nichts vom Billigdiscounter) und leben im Passivhaus. Nicht alles läuft schon perfekt und bei vielen Dingen könnten wir noch einen Zahn zulegen…. Wenn jeder macht was er kann, dann ist schon viel passiert. Beginnen! Bei uns funktioniert das auch und wir haben 3 Kinder nur ein Einkommen und ich habe auch nicht den ganzen Tag Zeit (falls das jetzt jemand anmerkt), weil ich mich sehr, sehr intensiv ehrenamtlich engagiere. Einen großes + möchte ich noch am Schluss stellen: So zu leben macht glücklich und frei! Danke für den tollen Bericht!

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Danke dir sehr Petra für deine Erfahrungen.
      Freut mich sehr, dass der Artikel dir gefallen hat.
      Kenne es auch, dass es in manchen Situationen einfach besser ist nicht zu Beginn bereits zu sagen, dass das Essen vegan ist, damit die Menschen nicht voreingenommen sind.
      Auf jeden Fall einfach beginnen und losgehen, denn:
      Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern!

  8. Grüner Alltag

    Hi Tobi!
    Ich finde du sprichts da einen interessanten Punkt an. Viele Leute warten darauf, dass endlich etwas passiert, anstatt einfach selbst den Anfang zu machen. In meinem Blog schreibe ich darueber wie wir alle besser und umweltvertraeglicher leben koennen und was wir dabei im Alltag an unserer Denk- und Lebensweise veraendern koennen – mitten in unserer modernen Gesellschaft.
    Wichtig ist auch, sich bewusst zu werden was die Veraenderung in einem selbst bewirkt. Seit ich vegan lebe fuehle ich mich gesundheitlich richtig gut und habe mehr inneren Frieden gefunden. Wenn andere Leute das sehen, werden sie mehr motiviert als von schockierenden Bildern und gesundheitlichen Schauergechichten.
    Inzwischen leben wir biovegan, muellfrei und minimalistisch und das alles hat unser Leben sehr bereichert. Es ist auch interessant wie Freunde, Familie, Kollegen oder Leute, die wir zum Beispiel beim Einkaufen treffen, interessiert sind, Fragen stellen und Stueck fuer Stueck auch mitmachen weil ihnen jemand endlich die Moeglichkeit gibt und das WIE erlaeutert.
    Ich finde es schoen, dass dein Beitrag so positiv geschrieben ist – davon braucht die Nachhaltigkeitsbewegung mehr!
    Dinge zu hinterfragen und Sachen wert schaetzen zu lernen fand und finde ich sehr wichtig auf unserem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Lebensfreude.

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Heyho Grüner Alltag,
      danke dir herzlichst für deinen Kommentar.
      Großartig, dass du auch so fantastische Erfahrungen machst, indem du einfach so lebst, dass es andere Menschen inspiriert. Ich glaube unbedingt, dass es enorm wichtig ist, Ideen des Wandels nicht als Verzicht, sondern als Lebensfreude aufzuzeigen, damit mehr Menschen bewegt werden können ihre Komfortzone zu verlassen und neue Wege zu gehen!
      Super, dass du so engagiert bist.
      Alles Liebe dir.

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