Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Drei kritische Fragen zum geldfrei(er)en Leben

Tobi Rosswog
Von Tobi Rosswog
14. Dezember 2015

In den letzten zweieinhalb Jahren haben Pia und ich immer wieder spannende Fragen und Anmerkungen zu der Idee des geldfreien Lebens bekommen. Ganz speziell zu dem Artikel „geldfreier leben – Rückblick, Einblick, Ausblick“. Wir glauben recht sinnvolle Antworten darauf gefunden zu haben und möchten diese gerne mit Dir teilen. Die Antworten können wir in diesem Artikel nur kurz und knapp skizzieren. Wenn Du also noch Nachfragen hast oder Dir andere Ideen zu den Fragen einfallen, teile sie gerne in den Kommentaren mit uns!

Oder Du schaust Dich auf unserer Kampagnenseite geldfreierleben.de um. Dort findest Du einen 20 Tage Newsletter, ein eBook und einiges mehr. Viel Freude dabei!

Tobi und Pia stehen jeweils vor einer Sprechblase mit einem Frage- und Ausrufezeichen

Los gehts mit Frage Nummer eins:

1.) Lebst Du nicht auf Kosten anderer und bist von ihnen abhängig?

Bei genauerer Betrachtung sind das eigentlich bereits zwei Punkte auf die ich auch versuche getrennt einzugehen:

a) Du lebst auf Kosten anderer!

Ich meine, dass das Leben auf Kosten anderer ein allgemeines Dilemma ist. In unserer globalisierten Welt leben wir leider alle auf Kosten unserer Mitmenschen und der Mitwelt. Da kommen wir gar nicht dran vorbei. Wenn wir Vorhandenes sinnvoll nutzen, also genau genommen durch den Überfluss leben, ist dies das Nachhaltigste, wie wir leben können. Denn wir schaffen somit keine weitere Nachfrage für ein Angebot, welches in Hülle und Fülle existiert. Dadruch tragen wir nicht zur weiteren Naturzerstörung und Ausbeutung von Mitmenschen bei – allerdings entstehen hierdurch noch keine Alternativen.

Natürlich wird es irgendwann keinen Überfluss mehr geben und deswegen gilt es zeitgleich bereits mit utopietauglichen Alternativen zu experimentieren, die so wenig Leid und Ausbeutung wie möglich verursachen. Die Frage, die uns bei dem Prozess unterstützen kann, ist: Was brauche ich eigentlich wirklich? Konsum oder Nicht-Konsum war auch die Frage meines letzten Artikels zum Buy Nothing Day. Wer mag, kann da gerne etwas tiefer einsteigen. Nun gehts weiter:

b) Du bist abhängig!

Nur weil wir Geld in den Händen haben, meinen wir unabhängig zu sein. Aber was ist, wenn wir noch so viel Geld haben, aber die Bäckerin uns das Brot nicht geben mag. Dann werden wir trotzdem nicht satt. Oder mit der Cree-Gemeinschaft gesprochen:

Weissagungen der Cree Gemeinschaft: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.

Und da ist die deutsche Sprache sehr ehrlich: Sie spricht von einem Geldschein, der nur so scheint als ob er irgendetwas wert wäre.

Wir dürfen uns klar machen:

  • Mit Geld kannst Du Dir ein Haus kaufen, aber kein Zuhause.
  • Mit Geld kannst Du eine Uhr kaufen, aber keine Zeit.
  • Mit Geld kannst Du Dir ein Bett kaufen, aber keinen Schlaf.
  • Mit Geld kannst Du Dir ein Buch kaufen, aber keine Bildung.
  • Mit Geld kannst Du Dir einen Arzt kaufen, aber keine Gesundheit.

Als Menschen sind wir soziale Gemeinwesen, die nur in Kooperation anstatt in Konkurrenz miteinander leben können. Heute organisieren wir unsere Gesellschaft eben über das Diktat des Geldes. Wir können mit anderen Wegen experimentieren, die ein Miteinander ohne Fremdbestimmung, Verwertungs- und Tauschlogik sowie Leistungsdruck möglich machen. Dazu soll die Idee des geldfreieren Lebens anregen.

2.) Ist das denn gerecht? Du tust ja nichts dafür!

Zunächst ein kleiner Perspektivwechsel: Als ich noch mit Geld wirkte und durch Bildungsaktivitäten sehr viel Geld verdiente, ging ich nahezu den gleichen Tätigkeiten nach wie jetzt. Ich entschied mich bewusst gegen diese Verwertungslogik und die damit einhergehende Zeitverschwendung durch Bürokratie. Alles in allem, tue ich jedoch genau so viel oder wenig für meine „Existenzberechtigung“ wie zuvor.

Die Frage in einem Kommentar des letztens Artikels ist in dem Zusammenhang spannend:

„Geldfrei zu leben ist da für mich persönlich ein besonderes Thema, behaftet mit dem Bauchgefühl, zumindest in meinem direkten sozialen Umfeld mit dem Bedürfnis, Alternativen zur Lohnarbeit aufzuzeigen und zu leben, nahezu allein auf weiter Flur zu stehen, als naiv und tagträumerisch zu gelten und überhaupt, was verdient man denn schon wenn man nichts verdient? ;)“

Die Frage, die dahinter steht, ist: Was bedeutet eigentlich Leistung?

Nach meiner Einschätzung misst sich die Leistung eines Menschen nach dem aktuellen Verständnis in seiner Dienlichkeit für das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Kurz: Das Geld, welches der Mensch monatlich nach Abzug der Steuern auf seinem Konto hat, um damit Güter zu konsumieren und die auf dem Wachstumszwang beruhende Wirtschaft anzukurbeln.

Wer ist mehr wert?

Danach würde eine Ärztin viel mehr leisten als ein Raumpfleger. Am Gelde lässt sich dann auch der gesellschaftliche Status ableiten. Die Ärztin genießt beim Gros der Bevölkerung bis jetzt noch ein höheres Ansehen als der Raumpfleger. Möchten wir fast sagen, sie sei auch mehr wert? Wie sagte Erich Fromm:

„Es scheint […] so, als bestehe das eigentliche Wesen des Seins im Haben, so dass nichts ist, wer nichts hat.“

Zusammenführend ist also fest zu halten: Wer nichts leistet, hat nichts und wer nichts hat, ist nichts! Nun stellen sich die entscheidenden Fragen:

Wollen wir diesen Leistungsbegriff aufrecht erhalten? Kann dies das Ziel der Gesellschaft sein? Wollen wir unser Leben im Namen des Mammons ableisten? Was ist mit der fantastischen „Leistung“, die je nach Angaben 17 – 23 Millionen Ehrenamtliche in Deutschland tagtäglich vollbringen? Was ist mit der Malerin oder dem Musiker? Oder was ist mit dem Hausmann?

Wir sollten den Begriff der Leistung noch einmal stark überdenken. Wo bleibt die Idee Brakelmanns, welcher sich für den leistungsfreien Selbstwert eines jeden Menschen in unserer Gesellschaft aussprach? Hierdurch könnte sich der Mensch frei und ohne Zwang entfalten.

3.) Aber wenn alle geldfrei leben würden, … !?

Zunächst sei festzuhalten: Es geht uns nicht darum, dass alle Menschen von heute auf morgen geldfrei leben, denn das wäre überhaupt nicht möglich. Vermutlich würde Chaos ausbrechen. Vielmehr ist unser Anliegen, einen Prozess anzustoßen. Zurück zur Frage: Wenn alle geldfrei leben würden, …

… dann haben wir wohl einen großen Bewusstseins- und Wertewandel hinter uns sowie mentale Infrastrukturen aufgelöst, die uns bisher davon abhalten im Hier und Jetzt eine zukunftsfähige Welt zu denken. Nur, weil etwas momentan nicht denkbar ist, heißt dies nicht, dass es unmöglich ist – es ist bisher nur noch nicht gedacht worden.

An die oben gestellte Aussage werden oft zwei Fragen angeschlossen, deren Beantwortung ich gerne noch kurz aufzeigen mag:

a) Wer zahlt dann noch für dies und das?

Die Frage nach irgendwelchen Zahlungen ist glücklicherweise in einer geldfreien Welt obsolet. Wie mir letztens erzählt wurde, sagte bereits in Star Trek Luc Picard:

„Die Wirtschaft der Zukunft funktioniert ein bisschen anders. Sehen Sie, im 24. Jahrhundert gibt es kein Geld… Der Erwerb von Reichtum ist nicht mehr die treibende Kraft in unserem Leben. Wir arbeiten um uns selbst zu verbessern — und den Rest der Menschheit.“

Da ich Star Trek nicht kenne, kann ich dieses Zitat natürlich nicht im Kontext beurteilen, den Gedanken finde ich insgesamt dennoch spannend und anregend.

b) Was ist, wenn ein Mensch nicht mitmacht?

Es darf nicht darum gehen, dass Menschen überzeugt werden und irgendein (neues) System, ein neuer -Ismus, aufoktroyiert wird. Jede Veränderung sollte möglichst eine freie und bewusste Entscheidung der Menschen selbst sein.

Frage- und Ausrufezeichen in einer Sprechblase zum geldfrei Artikel

Was nimmst Du mit?

So viel zur Vertiefung der Idee des geldfrei(er)en Lebens in diesem Artikel. Betonen möchte ich noch: Ich erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Herausforderungen unserer Zeit verlangen einen kreativen und dynamischen Prozess.

Vielleicht ist Dir durch den Artikel unsere Perpsektive klarer geworden? Vielleicht hast Du jedoch auch noch weitere Fragen oder Herausforderungen, die Du auf dem Weg in eine geldfreie Gesellschaft siehst?
Dann nichts wie her damit und rein in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch und vielleicht entwickelt sich daraus ja noch ein weiterer Artikel.

Oder wir tauschen uns ganz direkt in 2016 auf meiner Vortragsreise durch den deutschsprachigen Raum aus. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Bitte teile diesen Artikel, wenn er Dir gefallen hat!
Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

34 Gedanken über “Drei kritische Fragen zum geldfrei(er)en Leben

  1. Gawan Hepp

    Lieber Tobi,

    wie hast du das mit der Krankenversicherung gemacht, als du dich entschieden hattest geldfrei zu leben? Meine Freundin meinte heute morgen, dass es auch schön ist, Lebensmittel im Bioladen einzukaufen. Sie stellt sich die Frage, wo wohnt man dann und wie bekomme ich mein Essen. Foodsharing kenne ich schon lange und bin selber aktiv. Von den gib&nimm Häuser Projekt habe ich erst heute durch diese website erfahren. Gibt es noch andere Möglichkeiten, wie man seine Grundbedürfnisse (Lebensmittel und Wohnen) geldfrei abdecken kann?

    Freue mich, dass ich hier die Fragen stellen kann und vielleicht bekomme ich ja eine Antwort von dir auf die Fragen (auch die mit der Krankenkasse). Glg, Gawan

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Hey Gawan,
      da ich darauf schon oft geantwortet habe nur kurz und knapp:
      KV war noch über die Eltern noch mitversichert ohne Mehrkosten entstehen zu lassen, weil ich noch jung genug war.
      foodsharing gibt es ja mittlerweile fast überall und falls es an Deinem Ort nicht vorhanden ist, einfach selbst aktiv werden ;))
      Ansonsten kannst Du auch gerne auf http://geldfreierleben.de gehen und dort den 20 Tage geldfreier leben Newsletter abonnieren ;)
      Sonnenschein aus Mainz,
      tobi

  2. M. Garms

    Lieber Tobias,
    Zunächst Danke für Deine Initiativen, die ich seit einiger Zeit interessiert übers Netz verfolge. Ich habe mich auch von eurem 20-Tage Newsletter inspirieren lassen.
    Vor ein paar Jahren habe ich mich intensiver mit dem dem, was Geld um uns und in uns bewirkt auseinandergesetzt. Das war nach Jahrzehnten Engagement für eine bessere, gemeinschaftlichere Welt eine Art Offenbarung: endlich verstand ich, WARUM es trotz so viel Wissen & Erkenntnis, engagierten Menschen, Gemeinschaftprojekten und Konferenzen zum Schluß und in der Summe immer nur in die einen Richtung läuft: Die Planetenausbeutung wird immer schlimmer, die Entscheidungen fallen allen geäußerten idealen zum Trotz fast immer nach den Interessen der Geldbesitzer.
    Es sind nicht unmoralische, böse Menschen, die den Planeten zerstören, es sind wir alle, die unreflektiert ein Tauschsystem mit einer Art Krebsgen (-> Unbegrenzes Wachstum) benutzten.
    Ich verstand, daß es an der eingebauten Funktionsweise unseres Energie-Tausch-Betriebssystems liegt. Es hat einen grundlegenden Bug, einen Fehler, der nachhaltiges Wirtschaften ökonomisch unsinnig macht, und wir waren bisher gesellschftlich unfähig, diesen Fehler zu erkennen, offen zu diskutieren und zu beheben. Dabei spielt ein enormnes psychologisches Tabu und ein übergroßer Respekt vor der angeblichen Kompliziertheit der Materie einen große Rolle. (Mehr dazu siehe M. Kennedy, Lietaer)

    Was ich einbringen möchte:
    – Ich finde eure Suche nach einem geldfreierem Leben wertvoll und spannend – vor allem nützt es in meinen Augen dzu, innere Unabhängigkeit zu trainieren und andere Werte zu entwickeln.
    – Sich aus dem Überfluss zu bedienen, der uns umgibt, ist naheliegend, hat aber den Nachteil, dass es für diejenigen, die die innere Motivation nicht so nachvollziehen können, ausssieht wie Schmarotzertum. So bleibt es nach allen Erfahrungen sehr unwahrscheinlich, breitere Kreis zu inspirieren.
    – Geld ist nicht der Fehler, sondern ein extrem erfolgreiches, global überall verwendetes, aber menschengemachtes Tauschystem, das an unsere Werte angepasst werden könnte, wenn wir es verstehn und richtig einsetzen würden.
    – Ich fände es viel erfolgversprechender, nicht „Ohne Geld“ zu leben, sondern mit einem anders gestalteten TAUSCHSYSTEM, das von einer Gruppe selbst entwickelt wird und nach den zuvor gründlich refektierten Werten neu entwickelt wird. In meiner Vision zu dem Thema ( http://allmende-netz.de/tauschmittel/ ), die ich in einer Initiative in unserem kleinen Schwarzwald-Dorf eingebracht habe schlage ich vor, drei verschiedene Stufen für Energieaustausch-Transaktionen zu etablieren, zwischen denen sich der Teilnehmende ja nach seiner Lebenssituation, seiner inneren Haltung, und dem Gegenüber entscheidet zwischen
    – einer bedingungslosen Geschenkökonomie
    – über 1:1 Stundentausch (alle Stunden zählen gleich)
    – bis hin zu Stundenlöhnen, gezahlt über zinsfreine Regiowährungen.
    Ein solches System könnte innerhalb unserer Wirtschaft real funktionieren, echte vorzeigbare Werte erzeugen, ein neues Geldbewussteien bei den Teilnehmern einüben und Zweiflern ein überzeugendes Alternativ-Beispiel geben. Es wäre nicht ein Fremdkörper, sondern eine zukunftsfähige Pflanze mit einer neuen DNA, die sich verbreiten könnte, weil sie lebenstauglich ist.

    Ich denke immer dran, was es alles verändert hat, mein Geld nicht mehr den Atomkonzernen, sondern den Schönauer Stromrebellen EWS zu geben. Niemand hielt damals einen solchen Erfolg für möglich…

    Weitere Gedanken zum Geldthema von mir findest Du unter:
    http://lebenswende.netz-treff.net/tag/geld/

    Liebe Grüße von Martin!

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Lieber Martin,
      danke Dir sehr für Deinen Kommentar und das liebe Feedback.
      Auf Deine weiteren Ideen nun im Einzelnen einzugehen, ist an dieser Stelle sicherlich zu viel.
      Vielleicht begegnen wir uns ja in 2016 bei einen unserer Vorträge, um uns persönlich nochmal tiefergehend auszutauschen?
      Würde mich sehr freuen.
      Dir alles Liebe und herzlichste Grüße,
      tobi

    2. Kirsten

      Hallo Tobi,
      Du schreibst
      „…Nun gibt es verschiedene Bereiche des Lebens, die nicht mehr geldfrei gestaltet werden können, sodass ich dank eines solidarischen Unterstützer*innenkreises weiter all meine Zeit schenken kann und für den gesellschaftlichen Wandel aktiv bin. …“
      wenn nun Dein Unterstützerkreis auch geldfrei leben und all seine Zeit schenken möchte, wer zahlt dann Deine Krankenkassenbeiträge, die jetzt dank Familienversicherung noch für Dich geleistet werden?

      Versuchen, in möglichst vielen Bereichen den eigenen Konsum zu hinterfragen und sich auf andere Werte zu besinnen, die eigene Lebensenergie für die wesentlichen Dinge des Lebens zu verwenden finde ich ein sehr gutes Lebensmodell.
      Aber auch das kann nur funktionieren, wenn sich jeder solidarisch an diesem System beteiligt und nicht einige wenigen vom durch die anderen erarbeiteten Überfluss lebt.
      Wäre dieser Weg nicht glaubhafter und würde mehr Menschen zur Nachahmung motivieren?
      Liebe Grüße, Kirsten

      1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

        Liebe Kirsten,
        besten Dank für Deinen Kommentar.
        Du sprichst mit dem Punkt eine Herausforderung an, die im real existierenden Kapitalismus zu einer gewissen Art von Widersprüchlichkeit führt.
        Das ist die Herausforderung zwischen Idealismus und Pragmatismus.
        Da ich mit meiner Art des Lebens und Wirkens noch viele andere Aspekte erfahrbar machen möchte, um daraus Perspektivwechsel ableiten zu können und Impulse zu geben, ist für mich dieser Weg der authentischte (;
        Über 7 Dinge, die ich in diesen 2,5 Jahren lernte, habe ich bei MyMonk ein bisschen was geschrieben –> http://mymonk.de/geldfrei-leben/
        Das können nicht alle von heute auf morgen umsetzen, aber der Prozess wird damit angestoßen.

        Hoffe, dass der kurze Exkurs für Dich einiges klarer machte.
        Ansonsten freue ich mich auch sehr, wenn wir uns in 2016 mal bei einem Vortrag konkreter und tiefergehend austauschen können :)

        Sonnige Grüße aus Mainz,
        tobi

  3. Karin

    Hallo,

    toller und ausführlicher Bericht, finde ich. Es sind viele meiner eigenen Gedanken, die ich hier lese, die ich aber nicht so hätte sagen können.

    Noch ein kurzer Gedanke zu „Geld ist nichts wert und Geld kann man nicht essen.“

    Mein Schwieva sagte mal zu genau diesem Thema „Geld ist nichts wert.“ Er hat es auf Plattdeutsch gesagt, aber da bestimmt hier nicht alle diesen Dialekt können, gebe ich es einfach mal sinngemäß wieder.

    „Schmeiß´ es einem Hund vor und er wird es nicht mal anschauen, geschweige denn fressen.“

    LG von Karin

  4. Eduard

    Servus Tobi,
    ich würde gerne was sagen zur Utopie an sich, zu Idealen und Wünschen…
    1) Wenn man etwas verändern will, braucht man beides, Realismus und Idealismus. Ich denke das ist klar. Der reine Realist isst, trinkt, schläft und arbeitet nur – der reine Idealist träumt nur und setzt es nie um. Beides ist notwendig.
    2) Es stellt sich also die Frage, in welchem Maße diese Egoismuslosigkeit (die mir als Grundvoraussetzung für Deine Utopie erscheint), realistisch ist.
    Folgende, nunja, eher philosophische Erklärung (ich weiß, ist nicht jedermanns Sache)… also mal vom allerhöchstmöglichen Ideal ausgehend: Die letzte, überwiegend von der Religion proklamierte Wirklichkeit, ist die absolute Einheit (Gotteserkenntnis, etc.). Metaphorisch wurde das einzigartig im ersten Matrix Film (viel besser als Star Dreck! ;-) dargestellt, wir erinnern uns: Als Neo („oNe“) sozusagen erleuchtet wird, bricht er die Identifikation mit der Welt („Es gibt keinen Löffel“), und — die Welt „verschwindet“, er sieht nur noch die Zahlen runterrieseln, aus denen alles besteht, er erkennt also alles aus einem Stoff oder Bewusstsein existierend. Er ist der Welt entrückt, vielleicht so wie ein Heiliger in Ekstase fällt… Worauf ich hinaus will – die letzte Utopie, das letzte Ideal, hat mit der Welt nichts zu tun (sagt ja auch Jesus, dass Sein Reich nicht von dieser Welt ist). Der Grund, warum wir uns dieser Einheit nicht teilhaftig erleben, ist ein trennendes Element, ist das „Ich“. Dass „Du“ oder „Ich“ diese vielfältige Welt wahrnehmen, setzt also ein „Ich“ voraus. Dieses „Ich“ widerum ist die Ursache für reich und arm, gut und schlecht, Liebe und Haß, Opfer und Täter, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit… Das ist die Natur dieser Welt, und das kann niemand ändern! Mal überwiegt das eine, mal das andere. Man kann sich bemühen, einen Ausgleich zu schaffen. Aber man kann im Sinne einer totalen Weltverbesserung nicht über diese Dualismen hinausgehen. Wenn dann ist das nur subjektiv möglich (u.a. natürlich auch durch den Dienst an der Welt).
    Ich meine das sind Gedanken, derer man sich bewusst sein sollte.

    1. Thomas

      Hallo,

      ihr:
      >>Wir lebten 2,5 Jahre konsequent geldfrei,

      auch ihr:
      >>Kurz: die Sozialversicherung. Und zumindest für diese und die >>Grundsteuer, um die niemand herum kommt, werden wir weiter
      >>Geld verdienen.

      ist das nicht Widersprüchlich ?

      mfg
      Thomas

      1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

        Lieber Thomas,
        danke Dir für Deinen Kommentar.
        Das erste Zitat stammt sicherlich von uns, jedoch kann ich das zweite nirgends finden …
        Magst Du mir behilflich sein in welchem Kontext ich das geschrieben haben soll?
        Dann kann ich versuchen darauf genauer einzugehen.
        Alles Liebe,
        tobi

    2. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Danke Dir Eduard für diesen philosophischen Exkurs.
      Wenngleich ich bei Deiner spannenden Perspektive nicht mitgehen kann ;)
      Ich denke nicht, dass die Natur dieser Welt eben so ist und wir sie nicht ändern können.
      Wir konnten schon so einiges ändern und scheinbar unmögliches schaffen. Da bin bin sehr zuversichtlich.
      Matrix kenne ich leider gar nicht, jedoch einige Aussagen des Mannes aus Nazareth. Auch ihn habe ich ein wenig anders verstanden.

    3. Mario Grunert

      Der Unterschied zw. Matrix und StarTrek ist, dass die Matrix absolut unlogisch ist. Menschen sind extrem ineffiziente „Stromerzeuger“ die Maschinen brauchen kein organisches Leben und wenn dann eher Zitteraale, die machen auch keine Revolution.
      Im StarTrek Universum gibt es immer noch Geld (Materialien die sich nicht replizieren lassen), nur ist es ebenso das 99,99% der Bedürfnisse durch aus unendlich im Universum vorhandene replizierbare Materialien abdeckbar sind und der Aufwand Replikatoren herzustellen gering genug ist das es „Enthustiasten“ freiwillig tun.
      Betrachted mal wieviel „unentgeltliches“ in OpenSource Software steckt.

    4. Susanne

      Lieber Eduard,

      daß er Dualismus in dieser Welt nicht zu überwinden ist, leuchtet ein. Dennoch haben wir immer die Freiheit, uns für eine Seite zu entscheiden. Und das darf dann gerne die „gute“ sein :-) Es wird also immer z. B. bedingungsloses Schenken geben – und die Bedingungen den Tausches. Bei welchem der Spiele ich mitspiele, kann ich bewußt entscheiden. Mir hilft dabei die Frage nach der Motivation: Angst oder Liebe/Freude? (das spüre ich im Bauch). Somit ist eine subjektive Entscheidung zur (Welt-)Veränderung möglich.
      Kurz zu mir: ich verlange seit Jahren kein Geld mehr für meine Dinge und Tätigkeiten (hier bin ich der Wandel, den ich in der Welt wünsche). Mich trägt der Glaubenssatz: „Ich habe immer genug.“ Notfalls auch genug Geld, weil ich es (noch) habe oder es mir geschenkt wurde oder wird. Geld an sich ist nicht schlecht, sondern eigentlich bloß wertlos. Die ihm zugestandene Macht ensteht nur in den Köpfen der Menschen.
      Ich selbst „bestelle mir beim Universum“ die benötigten Dinge direkt (und bekomme sie auch geldfrei) – andere bestellen sich das Geld dafür… Wie man in den Wald hineinruft… Und die Einheit der Welt mache ich mir mit den Worten: sowohl – als auch. Ich umarme alle Dualismen als die eine Vielfalt der Welt :-)

    5. Susanne

      Krankenversicherung – mein Lieblingsthema :-) Gegenangebot: Eigenverantwortung. Mens sana in corpore sano (oder so). Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper. Gesunder Geist hilft auch gegen Unfälle oder andere Zu-Fälle (mit einem gesunden (bewußten) Geist sind sie einem einfach klar – man erschafft sich ja seine Realität selber – zu 99% in der Regel leider unbewußt). Vorbeugen durch gesundes Denken (Glaube und Zuversicht statt Angst vor Krankheit(skosten!)). Bei mir funktioniert’s seit 6 Jahren ohne KV – und ohne Kosten! Mein Zahnarzt braucht seitdem keine komlizierten Geräte mehr, ab und zu mal eine Kante abschleifen, wo sich mein Körper selbst vom Amalgam befreit hat, mehr nicht. Keine neuen Schäden, weil nicht erwartet bzw. befürchtet. Unfälle, Brüche, etc. entstehen meist bei schnellem Leben – wenn die Seele nicht mehr nachkommt. Entschleunigen wirkt hier Wunder für die Prävention. Geht leicht, wenn man nicht mehr dem Geld hinterherjagt. Ich gehe seit Jahren fast nur noch barfuß und brauche kein Geld für Schuhe und Socken und den Orthopäden…
      Geld brauchen wir übrigens nur, weil andere es von uns verlangen. Jeder, der Geld verlangt, legitimiert dieses System – ob ihm das bewußt ist oder nicht. Ich wüßt mal gern, was passiert, wenn Mütter für das Kinderaustragen und -aufziehen (vielleicht sogar im voraus) Geld verlangen :-)
      Hach, ich könnt‘ noch weiter spintisieren. Ein letztes noch: ja, ich kenne den Vorwurf, „auf Kosten“ anderer zu leben – einfach, weil ich ohne schlechtes Gewissen Geschenke annehme und mich nicht schuldig fühle.

  5. Stefan

    Hallo! Also erst einmal möchte ich auf diesem Wege meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen, für euer Schaffen und das Engagement. Euer Webinar werde ich mir auf jeden Fall noch ansehen. Inwieweit nehmt ihr in euren Gedanken Bezug zu – sofern bekannt – den Bänden „Anastasia“ von Wladimir Megre, zur Permakultur und ggf. zur Soziale Dreigliederung wie sie Steiner geschildert hat.
    Ich finde das ganze echt mega-spannend und möchte mich nun – nach euren ganzen Briefen – noch intensiver damit beschäftigen.

    DANKE!

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Lieber Stefan,
      irgendwie schien meine Antwort auf Deinen Kommentar nicht gesendet worden zu sein.
      Deswegen kurz und knapp:
      Danke Dir auf jeden Fall sehr!
      Anastasia kenne ich nicht, PK ein wenig durch Pia, da sie sich ein Jahr damit beschäftige und die Ideen Steiners kenne ich nicht sehr gut, jedoch habe ich die ein oder andere eher rassistisch und speziezistische Äußerung in Erinnerung. Die von ihm inspirierte Architektur durfte ich jedoch schon an dem einen oder anderen Ort betsaunen.
      Alles Liebe,
      tobi

  6. Anita

    Hallo,

    wenn sich jemand den Fuß bricht, muss er / sie in ein Spital – dort stehen Röntgenapparate, eventuell sogar ein MRT Scanner usw.

    In der Geld-Welt wird das durch Sozialversicherungsbeiträge finanziert.

    Wer würde solche teuren, lebenserhaltenden Geräte in einer geldfreien Welt finanzieren? (und da fällt mir ein: gestern war ich beim Zahnarzt – und auch seine Geräte kosten ein Unmenge Geld …)

    Liebe Grüße, Anita

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Liebe Anita,
      danke Dir sehr für Deine Nachricht und Frage.
      Die Finanizierungsfrage über Geld stellt sich in einer radikal geldfreien Gesellschaft ja nicht mehr.
      Die Frage, die aber weiterhin bleibt, wäre: Wer stellt weiterhin die Produkte her?
      Das kann ich nicht im Detail schildern. Deswegen nur so viel:
      Es geht darum, dass wir in Kooperation und damit in Netzwerken, die für uns zum Leben notwendigen Dinge herstellen und miteinander teilen.
      Das stelle ich mir jedoch möglich vor, da viel Energie freigesetzt wird, wenn nicht mehr im Interesse des Profits beispielsweise geplante Obsoleszenz weiter sinnvoll ist, sondern wir konviviale Technik verwenden.

    2. Andreas

      Hallo Anita,
      Dazu ist auch zu sagen, dass dann, wenn wir uns wirklich gesund ernähren und vorallem wieder wirklich gesunde Lebensmittel produzioeren durch nachhaltige Humuskultur, Permakultur, weltweite biolog. Landwirtschaft…, ja dann wird es ohnehin viel weniger Beinbrüche, Kariesprobleme… geben. All die Zivilisationskrankheiten würden sich dann auch sehr stark minimieren.
      Es gäbe in dieser Welt so enorm viel Verbesserungspotenzial, was aber fast nur dann umsetzbar ist, wenn Geld keine Rolle mehr spielen würde…
      Liebe Grüße

      Andreas

  7. Maria

    Ich kenne nicht nur die angesprochene Szene sondern die gesamte Star Trek Welt und natürlich auch dieses Szene.

    Eine Welt, wie sie in Star Trek gezeigt wird, könnte mit Geld nicht funktionieren. Aber natürlich ist das Fiktion – die ganze Serie ist Scfi.

    Was man sich trotzdem abschauen kann ist, dass die Menschen für die Sache brennen, für die sie sich einsetzen. Das kann nicht mit Geld erreicht werden, nur wenn die Menschen so hinter dem stehen, was sie tun.

    Geld wertet eigentlich alles ab. Für mich kann ein Teil ganz viel wert sein, es kostet aber kaum was und umgekehrt gibt es das auch. Das Bemessen in Geld sollte den Wert aber nicht verändern.

    So lange es so viel Überfluss gibt, lebt keiner, der verhindert, dass dieser Überfluss zu Müll wird, auf Kosten der anderen. Im Gegenteil – es wird verhindert, dass unsere Welt noch mehr ausgebeutet und zugemüllt wird.

    lg
    Maria

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Danke Dir Maria für Deine Ergänzungen.
      Nur damit kein falsches Bild entsteht: Mein Zukunftsmodell ist es nicht, dass wir alle in Raumschiffen rumfliegen ;) Das sehe ich nicht als erstrebenswert an. Allersdings unbedingt den Punkt, dass wir aus intrinsischer Motivation anstatt extrinsischer Motivation (Geld) aktiv werden!
      Herzlichst,
      tobi

  8. Egon Reiter

    Das mit Star Trek bezieht sich auf einen Mann, der Aktien hatte und meinte, dass diese nun einen hohen Wert hätten.

    Die Problematik ist, dass die Logik genausowenig aufgeht, wie bei Veganern und Vegetariern. Wir produzieren nicht, weil der Konsum da ist. Wird der Konsum eingeschränkt, ist das dem Produzenten vollkommen egal. Produziert wird auf wissenschaftlichen Beobachtungen und Überschuss wird entsorgt. Die Maschine ist maßgebend. Sie produziert Kosten und je mehr man produziert, desto geringer sind die Stückkosten. Wenn täglich 200 Tonnen Brot produziert und davon 80 t verzehrt werden, ist der Rest nur entstanden, damit die 80 t rentabel sind.

    Der Verzicht führt zu keiner besseren Welt. Die Modelle sind auf Wachstum ausgelegt und irgendwer rechnet damit.

    Auch diese Beispiele mit dem, was man sich kaufen kann, sind nicht nur abgedroschen, sondern zeigen auch nicht, dass Geld deswegen weniger wert hat.

    Tut mir Leid. Der Artikel ist nicht wirklich gut recherchiert. Man zitiert auch nicht Star Treo und schaut sich zumindest den Kontext an. Oder man spielt vor, dass es so ist, als wüsste man, wovon man redet.

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Lieber Egon,
      danke Dir für Deine Kritik, wenngleich ich mich frage, warum Du so stark reagierst?

      Dein Hinweis auf den Kontext von Star Trek kann ich leider nicht ganz nachvollziehen.
      Das was ich bisher im Zusammenhang dazu gesehen habe, ist eine andere Stelle. Aber wie gesagt, bin ich kein Star Trek Experte.
      Wenn ich mir diesen Ausschnitt anschaue, sehe ich nichts von einem Mann mit Aktien …
      https://www.youtube.com/watch?v=MySHQpkkakQ
      Aber vielleicht werden diese Worte auch öfter zitiert?
      Deswegen kann ich leider auch Deinen letzten Abschnitt gar nicht verstehen, tut mir Leid …

      Ich stimme Dir in dem Punkt zu, dass die momentane Wirtschaft auf Wachstum beruht und das Überschuss einkalkuliert ist.
      Da sind sich mittlerweile alle drüber im Klaren. Deiner Schlussfolgerung schließe ich mich jedoch nicht an.
      Denn: Das Gesetz von Nachfrage und Angebot gibt es einfach. Wenn wir also weniger Nachfrage schaffen, wird auch die Angebotsseite geringer werden.
      Die Frage nach der Suffizienz – also der Genügsamkeit – ist für mich damit unbedingt notwendig zu stellen!
      Bin aber dennoch auch auf Deine Ideen gespannt. Was sind Deine Vorschläge, um Veränderung zu schaffen?

    2. Annika

      Hallo Egon, die Essenz der Aussage lautet in etwa: „Es bringt nichts zu verzichten, weil es sowieso produziert wird. Und egal wieviel Menschen man animiert es nicht zu kaufen, irgendwer wird es trotzdem kaufen und es wird trotzdem weggeschmissen.“ Trotz zum trotz.
      Diese Logik lässt sich allerdings schon im realen leicht widerlegen.
      Denn wenn die Händler den Produzenten weniger Ware abkaufen, weil sich diese nicht mehr verkaufen lässt, wird es auch nicht mehr vom Produzenten produziert. Kein Händler oder Produzent wird nur produzieren um des produzieren und sparen Willens. Denn wenn wir nicht mehr die Produkte kaufen, ist der einfache Wirtschaftskreislauf von Gewinn und Nachfrage unterbrochen. Man nehme als Beispiel die Reduktion der Mc Donalds Filialen auf der Welt. Auch Geschäfte können Firmen unter Druck setzen, indem sie ihre Waren aus ethischen Gründen nicht verkaufen, was auch schon getan wurde. Es ist sehr einfach zu sagen: „Es funktioniert nicht weil…“ und sich damit zu profilieren das Wissen über die Wirtschaftskreisläufe zu haben in denen man sich bewegt. Es ist aber auch möglich und dann wirds auch anstrengender, sich aus dieser Komfortzone herauszubewegen und sich genauso in der Verantwortung und genauso fähig zu sehen wie ein Boss der Wirtschaftselite. Das tun wir nur oft nicht, weil wir mit anderen Bildern aufgewachsen sind. „Das war schon immer so“, “ Da kann man nichts dran ändern“ sind oftmals sehr beliebte Sätze bei Menschen, die alles beim alten belassen wollen und gerne sich über die anderen Menschen aufregen und im gleichen Zuge weitermachen wie bisher, Das wir alle fähige Wesen sind, wird in diesem Kontext gerne vergessen, um sich aus der Verantwortung zu nehmen. Ich finde das unverantwortlich. Denn jeder von uns ist imstande, in Form von Ideen, Informationsweitergabe und Vernetzung Menschen zum umdenken zu bewegen, die selbstbewusst handeln, weil sie es KÖNNEN! Zu sagen, dass etwas NICHT möglich ist, ist für mich ein Signal (ich nehme mich davon auch nicht aus) sich nicht aus seiner Komfortzone bewegen zu wollen. Denn tief in uns schlummert in vielen der Hang zum überleben. Doch ob wir Geld dafür als Mittel nehmen oder uns auf die Ressource Mensch und Wissen verlassen, liegt in unserem Interesse und in der Auswirkung unseres ZUSAMMENlebens. Geld ist jedenfalls nicht das Mittel um Menschen zusammenzubringen, weil der Fokus auf dem Geld liegt. Liegt der Fokus auf der Ressource „Wissen“ und „Zusammenarbeit“ liegt der Fokus beim Menschen. Dazu ist ein umdenken möglich und notwendig.

    3. Eva

      Lieber Egon,
      ich reite ja nicht gerne auf der Nazi Zeit rum. Aber wenn ich sowas lese, dann muss ich immer an diese Zeit denken. Die Menschen haben damals nicht anders gedacht.
      „Wenn ich nicht mitmache, werde ich umgebracht, und die Vernichtung geht dann eh weiter. Also mache ich mit.“ Damit ist man Teil der Verantwortung. Keiner enthebt heute die Masse der Bevölkerung dieser Verantwortung.
      Also kann man diese Argumentationskette nicht ruhigen Gewissens nachvollziehen. Egal ob diese Massenproduktion weiter geht oder nicht. Man liefert ein klares statement ab mit der Art und Weise wie man lebt. Ob man damit direkt was verändert ist doch dahingestellt. Schön und wünschenswert wäre es. Das hat auch nichts mit Gewissensberuhigug zu tun, sondern mit einer Eigenverantwortlichen Lebenseinstellung. Man entscheidet wie man leben möchte.
      Das Verzicht von dir als so etwas gefährliches angesehen wird kann ich nicht nachvollziehen. Warum werden Menschen die sich entschieden haben anders zu leben für ihren „Verzicht“ kritisiert? Ist das irgendwie gefährlich für dich?

  9. Susanne

    Lieber Tobi,
    vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ich lese sehr gerne von und über euch. Das tut einfach gut. Auch ich mache mir schon sehr lange Gedanken über dieses Thema und seit ich mehr darüber gelesen habe, handle ich auch mehr danach. Sehr interessant finde ich, wie selbstverständlich vieles für meine beiden Kinder ist (sie sind 4 und 7), wenn wir über Konsum reden und wie wenig sie brauchen und auch tatsächlich wollen. Oft bin ich es als Mutter, die denkt, sie brauchen mehr… Auf jeden Fall tut es gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Wir sind ganz viele. Und ich habe ein unerschütterliches Urvertrauen, dass immer für uns gesorgt sein wird und ich gebe mein Bestes, unserer Erde und allen Lebewesen in tiefster Liebe und Achtsamkeit zu begegnen.
    Alles Liebe für euch,
    Susanne

      1. Sonja Janzer

        Auch wenn der Spruch Öko-Folklore ist, ändert es wenig daran, dass man Geld nicht essen kann. Zur Herkunft scheint diesmal Wikipädia was zu taugen:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Weissagung_der_Cree

        Ansonsten: spannender Ansatz von Euch. Ich lese euch immer mal wieder gerne und finde besonders die Kommentare spannend. Bemerkenswert finde ich, dass alle, die das gängige System in Frage stellen und versuchen etwas neues zu entwickeln und zu finden (mit all der dafür nötigen Selbstentwicklung und Findung) Fragen beantworten „müssen“, die sich das Model „weiter so“ nie stellen muss. Natürlich habe ihr nicht die neue Weltwirtschaftordnung in der Tasche und auch nicht alle Antworten wie eine Welt ohne Geld aussehen wird und wie dann die Krankenversicherung sein kann. Die Welt mit Geld hat mir allerdings auch immer noch nicht erklärt, wie der immerwährende Wachstum mit begrenzten Ressourcen funktioniert. Wege entstehen in Gehen, von daher einfach danke fürs Loslaufen.

        1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

          Herzlichsten Dank Sonja für den Link.
          Wenngleich die Aussage des Satzes immer noch bedeutend bleibt, wie Du schon sagst.

          Deine zweite Bemerkung teile ich auch ;) Das ist immer wieder spannend zu betrachten.
          Wir antworten darauf auch so wie Du und zitieren dabei gerne Fernando Birri mit einem kurzen Gedicht:
          „Die Utopie sie steht am Horizont.
          Ich bewege mich zwei Schritte auf sie zu
          und sie entfernt sich um zwei Schritte.
          Ich mache weitere 10 Schritte
          und sie entfernt sich um 10 Schritte.
          Wofür ist sie also da, die Utopie?
          Dafür ist sie da:
          um zu gehen!“

          Seit gestern haben wir nun auch einen extra Youtube-Channel dafür, damit die Idee noch mehr Menschen erreicht.
          Schaut gerne mal rein, wenngleich bisher nur das erste Webinar online ist. Dort soll jedoch regelmäßig etwas entstehen :)
          https://www.youtube.com/channel/UCvqDZygjLzBAKn0gtqsP9NQ

          Alles Liebe und Dank Dir,
          tobi

        2. Michael

          ich finde eure Idee und das Loslaufen klasse.. ihr setzt die Initiavtive und jeder kann sich entscheiden, ob er etwas von diesen Ideen umsetzen will oder sich einfach fragt – ist etwas wahres dran? Natürlich besitzt unser Ego ein großes Mitspracherecht und unsere Komfortzone spielt auch eine enorme Rolle. Wer möchte sie freiwillig verlassen? Nur diejenigen, die sich mit den Herausforderungen dieser Welt auseinandersetzen wollen und Lösungen dafür finden wollen! Doch diese eine Lösung gibt es nicht.. es ist ein Weg und auf diesem Weg werden wir auch Fehler begehen, doch die Fehler dürfen nicht dafür sorgen, das wir das gesamte Projekt weglegen, sondern sollten Ansporn sein neue Ideen zu entwickleln und mit viel Neugier nach neuen Möglichkeiten zu suchen um eine weitere Entwicklung zu erreichen, auch wenn es erstmal ein Rückschritt sein kann. Wichtig ist, das wir uns bewegen und nicht stehen bleiben..
          in diesem Sinne – weiter so und danke für eure Idee unsere Zukunft positiv zu gestalten… DANKE!

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