Die Sache mit der Höhe

Michael Hartl
Von Michael Hartl
16. Mai 2010

Der Hof an dem wir derzeit leben dürfen und wo uns Fläche für unsere Anbauversuche zur Verfügung gestellt wird liegt auf über 800 Metern Höhe. Wir haben hier so losgelegt, wie wir das eben gewohnt sind. Recht zeitig Pflanzen vorgezogen, uns an Aussaattermine und Regeln gehalten und vieles auch direkt ins Freiland gesät.

Damit haben wir für ein wenig Verwunderung hier am Hof gesorgt. „Hier tickt die Uhr anders,“ wurde uns gesagt. Und tatsächlich. Manche Saaten haben bis heute nicht gekeimt, andere Pflanzen entwickeln sich je nach Standort sehr schlecht und nun soll es sogar wieder bis auf 700 Meter herunter schneien – was also auch Schnee auf unsere Jungpflanzen bedeuten würde.

Den Einfluss der Höhe, auf der die eigenen Beete liegen, darf man also tatsächlich nicht unterschätzen. Selbst wenn man, wie in diesem Jahr, schon barfuss und in kürzester Kleidung herumlaufen konnte und es richtig frühsommerlich war.

Wir werden uns auf jeden Fall jetzt mit dem phänologischen Kalender auseinander setzen, denn die Natur sagt uns sowieso besser als jeder Kalender und jede Aussaatempfehlung, wann welche Zeit gekommen ist. Und zu einem Leben und Anbau mit der Natur zählt sicher mehr, diese zu verstehen, als Termine auf Saatgutpäckchen lesen zu können.

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10 Gedanken über “Die Sache mit der Höhe

  1. Doris

    Lieber Michael,
    ich wunderte eh schon, dass Ihr nicht auf die Permakultur zurückgeriffen hattet. Dass dort auch Nutztiere gehalten werden, ist ja nicht unbedingt notwendig. Es geht um Klima herstellen, Wasser speichern und geschickt verwalten, Wärme einfangen und speichern! „Wo ein Wille da ein Weg“ von Sepp Holzer lese ich in kleinen Einheiten, obwohl ich keinen Garten habe, nur ein Hochbeet. Aber seine Sichtweise fasziniert mich sehr!
    Und seine erfolge Weltweit geben ihm recht!
    Herzlichst
    Do. Kleiner

  2. Annett

    Auch zu empfehlen ist das Buch "Gärtnern nach den 10 Jahreszeiten der Natur" von Bernhard Michels.

    Darin geht es ausschließlich um den phänologischen Kalender mit sämtlichen Zeigerpflanzen.

    lg von der überlebenskünstlerin

  3. Martina

    Hallo…

    Ja genau, Sepp Holzer´s Permakultur heisst das Buch. Ich hab es meinen Großvater geschenkt und es selber vorher durchgelesen und ich hab es sehr interessant gefunden. Der Typ lebt in den Bergen, ziemlich hoch und zieht so ziemlich alles, was man sich denken kann, auch Pflanzen die im Süden wachsen…

    Ich würds empfehlen, da viele Tips drinnen sind, auch wie man Beete anlegt, welche Pflanzen neben welchen, usw…

    Seinen Hof kann man übrigens auch besuchen und sich das ganze mal persönlich ansehen!

    :-)

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger

      @ Martina: Ja, wir haben auch schon darüber nachgedacht uns eines seiner Bücher zu besorgen. Hast du es denn selbst? Oder auch nur davon gehört? Mich würden Erfahrungsberichte interessieren :)

  4. Luise

    Ja, die Natur/den Garten fragen, wann Aussaatzeit ist, ist echt das Beste! Da ich viele Pflanzen aussamen lassen, um so mein eigenes Saatgut zu ziehen, fallen immer mal wieder Samen runter, die mir dann auch sagen, wann es Zeit ist. Außerdem ist es hier im Rhein-Main-Gebiet auch viel wärmer als anderswo und die Termine auf den Saatgutpackungen kann ich meistens um zwei Wochen vorschieben. Von daher ist echt gut, wenn man auf die Natur achtet. Da hat uns mancher Eichenbaum mit seinem rosa Jungaustrieb schon gesagt, dass wir den Mais säen können, obwohl es sonst noch zu früh erschien. ;)

    Und es ist, gerade wenn man in eine neue Gegend kommt, immer hilfreich, die "Alten" (im Englischen sagt man ja "Elders" – das klingt schöner) zu fragen, die älteren Menschen, die vielleicht schon immer gegärtnert haben und einem Tipps geben können.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Da hast Du Recht – sobald Kontakt zu den Elders hergestellt ist, sind die sicher eine der wertvollsten Ressourcen schlechthin! Schade das die Älteren samt ihrer Erfahrungen gerade in unserer "hochzivilisierten" Kultur so wenig geachtet und respektiert werden.

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