Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Die Kräfte der Natur bewahren!

Tinktur und Essig - ihr Einsatz für unsere Haut!

Von Julia Binder
4. Dezember 2014

In der Natur finden sich so viele Helferlein, die uns unterstützen, damit unsere Haut und Haare gesund, sauber und strahlend bleiben: Der Lavendel wirkt beruhigend, die Zitronenmelisse hilft bei Fieberblasen, der Rosmarin reinigt und klärt die Haut. Mehr braucht man oft nicht für seine Haut.

Aber wie können wir nun diese Eigenschaften, die uns hier geboten werden, auch wirklich einsetzen. Wie können wir die Pflanzenkräfte konservieren, damit wir sie auch das ganze Jahr über verwenden können?

Tinktur

Eine Möglichkeit, die tollen Wirkstoffe der Natur zu nutzen, ist eine Tinktur. Dabei werden die Inhaltstoffe der Pflanzen mit Alkohol ausgezogen.

Man verwendet 40-96%igen Alkohol. Das hängt ganz vom Pflanzenmaterial ab. Für Blüten und zarte Blätter reicht ein 40%iger Alkohol, bei Wurzeln, Harzen oder ähnlichen harten Material kommt der 96%ige Alkohol zum Einsatz. Man befüllt ein Glas mit den zerkleinerten Pflanzenteilen und füllt es dann mit dem Alkohol auf. Hier ist es nicht, wie bei einem Ölauszug, notwendig, die Pflanzen vorher antrocknen zu lassen, da es durch den Alkohol zu keiner Schimmelbildung kommen kann. Das Glas lässt man dann 1 bis 2 Monate an einem hellen Ort stehen, schüttelt es täglich und seiht es danach durch einen Filter ab. Die Tinktur sollte anschließend an einem dunklen kühlen Platz gelagert werden.

Das Praktische an einer Tinktur ist, dass sie sehr lange haltbar ist. Man kann damit seine selbstgemachte Kosmetik konservieren oder sie verdünnt mit Wasser als Gesicht- und Mundwasser verwenden. Doch Vorsicht bei trockener Haut: Da sollte eine Tinktur grundsätzlich nicht eingesetzt werden, da der Alkohol die Haut nochmehr austrocknet.

Gänseblümchentinktur

Gänseblümchentinktur

Das Gänseblümchen enthält ätherische Öle, Saponine, Flavonoide, Schleim-, Bitter- und Gerbstoffe. Es wirkt dadurch entwässernd und blutreinigend oder kann bei Hautausschlägen oder Wunden eingesetzt werden. Für die Gesichtspflege verwendet man die Gänseblümchentinktur bei Juckreiz, Hautauschlägen oder müder schlaffer Altershaut.

Sie hilft bei unreiner Haut, indem man sie unverdünnt auf die Haut aufgetragen kann.

Essig. Nicht nur für den Salat

Auch in Essig kann man Pflanzen und Kräuter einlegen, um ihre Inhaltsstoffe auskosten zu können und sie haltbar zu machen.

Im Bereich der Kosmetik ist der Essig selbst schon so vielseitig einsetzbar. Er ist so wertvoll, weil er reinigend, erfrischend, desinfizierend, antiseptisch und entgiftend wirkt. Er verfeinert das Hautbild und aktiviert unsere Haut. Außerdem ist er ein hervorragender Konservierer!

Den Vorgang kennen wir ja schon: Gleich wie bei der Tinktur werden frische Pflanzenteile in Essig eingelegt; Am besten naturreiner Obst- oder Weinessig. Ich verwende am liebsten Apfelessig. Mindestens 2 Wochen sollte man die Pflanzenteile ziehen lassen. Ich seihe sie nie ab, sondern belasse sie im Glas. Das sieht obendrein dekorativ aus.

Der Vorteil ist, dass man den Essig sowohl für seine Körperpflege als auch in der Küche verwenden kann. Denn der Kräuteressig schmeckt vorzüglich!

Was kann ich nun mit dem Essig anstellen?

Grundsätzlich verwendet man den Essig immer verdünnt. Ein wenig davon fügt man Wasser oder ein feines Hydrolat hinzu.

Ich verwende ihn als

  • Spülung nach der Haarwäsche, weil er Kalk entfernt und das Haar glänzend macht
  • Gesichtswasser, weil es die Haut so schön reinigt und erfrischt
  • bei Sonnenbrand und
  • bei strapazierter Haut

Man kann den Essig auch als Deo einsetzten, wobei ich das noch nicht ausprobiert habe. Dafür verwende ich lieber Salbeihydrolat. Herrlich riecht ein Veilchen-Essig. Schon Kaiserin Sissi hat auf dieses Schönheits-Rezept geschworen. Der Duft des angesetzten Essigs mit Duftveilchen ist überwältigend. Verdünnt hilft er bei Hautirritationen, die Haut zu beruhigen.

Foto von Veillchen und Flasche mit Apfelessig

 

Jetzt wird’s wild: Wildfrüchte-Essig

Momentan ist gerade die beste Zeit um meinen Lieblingsessig anzusetzen. Salbei ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Denn der Salbei kann durch seine ätherischen Öle, Gerbstoffe und Bitterstoffe einen wichtigen Beitrag bei entzündeter Haut leisten.

Und es ist Zeit, die tollen Wildfrüchte zu ernten: Hagebutte, Schlehen und Weißdorn. Die Schlehe zum Beispiel ist eine hervorragende Ergänzung für den Essig. Denn sie enthält Gerbstoffe, die zusammenziehend wirken und bei leichten Entzündungen helfen.

Wildfrüchte-Essig

Mein angesetzter Apfelessig mit Salbei und Schlehen ist die perfekte Pflege bei unreiner fettiger Haut.

So einfach kann man also mit wenig Aufwand Produkte herstellen, die der Grundstock für die selbstgemachte Kosmetik darstellt.

Welche einfachen Rezepte habt ihr in Verwendung? Wie setzt ihr Tinkturen und Essig für eure Kosemtik ein?

Banner mit Hinweis auf Lisas neues Kochbuch
Bitte teile diesen Artikel, wenn er Dir gefallen hat!
Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

8 Gedanken über “Die Kräfte der Natur bewahren!

  1. Susanne

    Liebe Julia,
    ich freue mich riesig über deinen Artikel und finde ihn ganz toll. Ich experimentiere auch gerne mit Pflanzen aus meinem Garten. Mein Favorit ist momentan meine Brennnessel-Haarspülung.
    Eine Handvoll Brennnessel mit 200 ml Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen, 50 ml Apfelessig dazu. Ich werde seitdem oft auf meine Haare angesprochen.
    Bei den Pflanzen richte ich mich nach der Jahreszeit. Jetzt dann freue ich mich auf meine Wildrosen. ;)
    Und ich schwöre auf das Ernten und konvervieren nach dem Mond und richte auch meine Körperpflege ein wenig danach.
    Liebe Grüße und vielen Dank für diesen Artikel,
    Susanne

  2. Julia Binder Beitrags Autor

    Liebe Tatjana,

    ich habe sehr gute Erfahrung mit Avocadoöl gemacht. Das pflegt besonders gut trockene Haut.
    Du kannst daraus eine Creme machen. Gekoppelt mit Rosenhydrolat ist das die perfekte Kombination.
    Pflanzenbutter ist auch eine Alternative. Versuche es einmal mit Sheabutter.
    Du kannst aus Sheabutter und Avocadoöl (in gleichen Teilen) eine Körperbutter mixen. Diese ist sehr reichhaltig und pflegend für besonders trockene Haut.
    Jede Haut ist anders. Experimentiere einfach ein bißchen herum. So erkennt man am besten, was seiner Haut gut tut.

    Liebe Grüße
    Julia

  3. Tatjana

    Hallo Julia,
    ich bin so froh, deinen Blog hier gefunden zu haben. Hast du Vorschläge, wie ich mit natürlichen Mitteln Feuchtigkeit in meine Haut bekomme? Zur allgemeinen Pflege benutze ich kaltgepresstes Sesamöl und es tut meiner Haut sehr gut, nur leider ist sie sehr trocken und braucht noch weitere Pflege. Ich bin etwas ratlos.
    Herzliche Grüße von der Nordsee
    Tatjana

  4. Evelin Eichholzer-Schmid

    Liebe Julia,

    Veilchen Essig habe ich auch schon hergestellt,doch duftet der nicht so Himmlisch wie das immer dargestellt wird- woran kann das liegen?
    Ich benutze für meinen Veilchen- Essig die wilden Veilchen von Hecken und Waldrändern. Wie stellst du deine Salben/Lotionen her? Ich verwende als Basis meist Oliven oder Kokosöl. Du spülst deine Haare zuletzt mit Essig-wie wäschst du sie davor? Hab da schon einiges ausprobiert aber mit der Haarpflege stehe ich irgendwie auf Kriegsfuss;-)
    Liebe Grüsse
    Evelin

    1. Julia Binder Beitrags Autor

      Liebe Evelin,
      mein Veilchenessig riecht wirklich herrlich.
      Woran das genau liegt kann ich dir auch nicht sagen. Es spielen so viele Faktoren mit und das Ergebnis ist nicht immer gleich, auch wenn man alle Schritte der Herstellung immer gleich beibehält.
      Meine Veilchen haben schon bei der Ernte sehr intensiv geduftet und ich habe auch sehr viele verwendet zum Ansetzen des Essigs.
      Viele schwören beim Ernten auf den Einfluss des Mondes. Mit diesem Thema habe ich mich noch nicht intensiv beschäftigt, aber das kann zum Beispiel mitunter das Ergebnis deiner Ernte auch beeinflussen.
      Wichtig ist auf jeden Fall, dass es einige Tage vor dem Ernten nicht geregnet hat, weil dann ein hoher Gehalt an den wertvollen Inhaltsstoffen gewährleistet ist.

      Bei meinen Salben verwende ich meist einen Ölauszug. Das heißt ich setze Pflanzen und Kräuter in Öl an, um aus ihnen die Inhaltsstoffe extrahieren zu können. Dabei ist mein Basisöl auch meistens ein Olivenöl. Gerne verwende ich aber auch Hanföl, das jedoch etwas teuer ist. Für trockene Haut eignet sich besonders gut Avocadoöl.

      Den Essig verwende ich zum Spülen der Haare. Dabei verdünne ich ihn mit Wasser und Spüle das Haar am Ende noch ein letztes Mal damit.
      Die Haare wasche ich mit selbstgemachter Seife. Ich habe davor einige Experimente unternommen, aber es hat nichts funktioniert :) Zum Beispiel habe ich ein Rezept aus Hydrolat und Heilerde ausprobiert. Aber das „Waschgefühl“ war nicht sehr angenehm und die Haare wurden immer fettiger.
      Sonst habe ich mit Haarpflege nicht viel Erfahrung. Mein Haar ist kurz und unkompliziert:) Und die selbstgemachte Seife reicht für die Pflege völlig aus.
      Liebe Grüße
      Julia

Schreib uns Deine Meinung!

Wir freuen uns darüber, dass du zum Thema beitragen willst.

Mit dem Absenden dieses Kommentars akzeptierst du die Kommentar-Richtlinien.