Der gelbe Wunderpuschel

Allroundgenie Löwenzahn

Michael Hartl
Von Michael Hartl
30. April 2013

Im Moment überwiegt neben grün in den Wiesen in unserer Umgebung vor allem eine Farbe: gelb. Denn der Löwenzahn blüht kräftig und stark. Diese schöne Pflanze erfreut uns aber nicht nur durch ihre Optik, sondern kann als Nahrungsmittel, Heilmittel und sogar als eine Art von Dünger genutzt werden.

Löwenzahn als Nahrungsmittel

Löwenzahnsalat. Lecker! Pur vielleicht ein bisschen herb – aber mit anderen Wildkräutern in einen Salat gemischt einfach wunderbar. Und Löwenzahn hat wie die meisten Wildkräuter ein vielfaches an Vitaminen, Mineralstoffen und Protein wie zum Beispiel Kopfsalat. Also auch wenn er Euch pur zu herb sein sollte, mischt ihn ein bisschen in die normalen Salate und ihr habt einen Nährstoff-Boost!

Auch in Green-Smoothies sollte der Löwenzahn um die jetzige Zeit fixer Bestandteil sein.

Die Blüten vom Löwenzahn füllen ein Bild aus.

Aus der Löwenzahnwurzel lässt sich ein Kaffee herstellen. Wurzeln nach dem vollständigen verblühen des Löwenzahn ausgraben, säubern, in kleine Stücke schneiden, im Ofen gut durchrösten, mahlen – fertig! Wer kennt ein detaillierteres Rezept dazu? Bitte ab in die Kommentare damit! :)

Und für alle, die gerne süß frühstücken oder zwischendurch mal was leckeres naschen möchten, gibt es auch Löwenzahn-Honig. Das Rezept hat Lisa schon letztes Jahr veröffentlicht: Honig ohne Honig? Löwenzahnhonig!

Löwenzahn als Heilmittel

Der Löwenzahn heißt mit lateinischem Namen „Taraxacum officinale“. Der zweite Teil des lateinischen Namens, die Art, verrät uns dann auch, dass es sich schon früher um eine wichtige Heilpflanze gehandelt hat.

Die Pflanze regt die Verdauung an und fördert die Aktivität der Niere und Blase. Da er auch blutreinigend ist, bietet er sich für eine Frühjahrskur an, um fit in das gerade richtig angenehm loslegende Naturjahr zu starten. Dabei können Blätter und Blüten direkt gegessen, als Auszug oder Tee genossen werden. Auch die Wurzel kann in den Tee wandern. Aus allen Teilen gemeinsam lässt sich auch eine Tinktur herstellen, damit man die Heilwirkung das gesamte Jahr zur Verfügung hat.

Lisa im Löwenzahnmeer

Löwenzahn mitten im Beet

Löwenzahn ist wohl trotz seiner Beliebtheit bei Kindern als „Pusteblume“ gleichzeitig ein bei Gärtner*innen recht ungern gesehener Gast im Beet. Und das, obwohl er dort genauso gut aussieht und sich hier oft prächtig entwickeln kann. Das bedeutet mehr Ernte von diesem super nahrhaften Genossen! :)

Natürlich sollte er hier nicht die Oberhand gewinnen und die mühsam angebauten Kulturpflanzen verdrängen oder zu stark mit ihnen konkurrieren. Aber bei uns darf alle paar Meter ruhig eine Löwenzahnpflanze stehen. Denn die dicke Pfahlwurzel wächst ein bis zwei Meter tief in den Boden und holt von dort unten Nährstoffe und packt sie in die Blätter. Diese können dann jedesmal, wenn sie zu groß werden und beginnen, die Nachbarpflanzen zu beschatten, abgezupft und direkt gemulcht werden. So wird der Löwenzahn zur Nährstoffpumpe, die Nährstoffe von tief im Boden in die oberen Erdschichten befördert, damit auch unsere bei weitem nicht so tief wurzelnden Nutzpflanzen was von ihnen haben.

Und keine Angst: Wenn die Blüten abgezupft werden, bevor sie zu Pusteblumen werden und sich damit aussamen, verschwindet die verschonte Löwenzahnpflanze von alleine, ohne sich im Beet auszubreiten. Denn der Löwenzahn ist eine zweijährige Pflanze und macht keine Ausläufer. Er stirbt also nach zwei Jahren sowieso von alleine ab. Und die dann verrottende Pfahlwurzel hinterlässt einen nährstoffreicheren Boden, der schön tief gelockert wurde.

Was will man mehr?

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22 Gedanken über “Der gelbe Wunderpuschel

  1. Birgit H.

    Rezept Blümchenkaffee

    Früher wurde die Wurzel des Löwenzahns auch als Kaffeeersatz genutzt. Dieser wurde Blümchenkaffee oder Muckefuck genannt.

    Für den Blümchenkaffee röstet man die gereinigten Wurzeln ca. 15 Minuten lang bei 200 °C im Backrohr. Dabei immer wieder umdrehen, damit sie gleichmäßig braun werden. Die so gerösteten Wurzeln kann man in einem verschlossenen Glasgefäß aufbewahren. Für den „Kaffee“ mahlt man eine Wurzel in einer Kaffeemühle und brüht 1 gehäuften Teelöffel Pulver mit 15 ml kochendem Wasser auf. 5 Minuten ziehen lassen, durch einen Kaffeefilter abseihen und mit Milch oder „schwarz“ genießen.

    Quelle: http://www.engelsgarten.at/loewenzahn-gibt-loewenkraft/

  2. grinsekatze13

    Hey Danke für den schönen Artikel ^^
    Meintet ihr mit “ Blüten abzupfen“ damit sich die Pflanze nicht ausbreitet eigentlich dass man die gelben blätter rauszupfen muss, oder kann man die Blüten auch am Stil abknipsen? Bin immer ein bisschen ängstlich bei allem etwas falsch zu machen ^^
    Schönen Sonntagnachmittag noch *Wink*

  3. Patz Tholl

    Hallo ihr beiden,
    letzten Frühling hatte ich auch Löwenzahn-Honig gemacht -> sehr gut im Geschmack, leider kristallisierte er nachher aus und die Begeisterung bei den Kindern hielt sich in Grenzen. Dieses Jahr habe ich Löwenzahn-Gelee versucht -> total begeistert und meine 6 Monster auch!
    Übrigens nennen wir hier in Luxemburg den Löwenzahn „Pissblum“, was soviel heisst wie die Blume die pinkeln tut :-)
    Liebe Oster-Grüsse aus Luxemburg,
    Patz

  4. Reinsch

    Hallo,
    derzeit ist es ja schon wieder soweit, alles rundherum ist gelb…
    Von Löwenzahnhonig und -wein (jaa, auch das geht) war ich vor einiger Zeit nicht so begeistert. Die Blüten haben kaum Geschmack abgegeben. Vielleicht hab ich zu vorsichtig dosiert, oder sie waren noch nicht ganz „reif“?
    Vor dem Blattsalat hatte ich immer etwas bammel da es heißt, die weiße Milch sei giftig und daher solle man allenfalls die ganz jungen Blätter verwenden. Hattet ihr damit schonmal Probleme?
    Unsere Meerschweinchen fressen ihn zumindest sehr begeistert und ohne Verdauungssorgen.

    1. Corinna

      Hallo Reinsch, ich hab aus den Blüten einen hervorragenden Wein gemacht, allerdings gehörten da laut Rezept jede Menge Bio-Orangen und Bio-Zitronen rein. Das war ein ganz schöner Aufwand, aber es hat sich gelohnt. Total lecker.

  5. Johanna

    Die Löwenzahnblätter lassen sich auch sehr unkompliziert verarbeiten. Einfach kurz in der Pfanne mit ein bisschen Öl und Knoblauch erhitzen – so wie Spinat (also eine große Portion pflücken, weil der Löwenzahn auch stark zusammenschrumpelt). Passt gut zu Pasta oder Kartoffeln. Der Geschmack hat mich sehr an Chicoree erinnert, der ja auch leicht bitter (aber sehr gut) schmeckt.
    Angeblich ist das ganze umso besser je jünger die Blätter sind, weil sie dann weniger bitter sind. Aber da hab ich noch keine Erfahrungswerte.

  6. Pingback: Löwenzahnpesto selber machen | langsamerleben

  7. Sandra

    Das sind ja tolle Ideen! Darauf bin ich auch noch nicht gekommen. Bisher kannte ich tatsächlich nur das verärgerte Gesicht von Gärtnern, wenn der Löwenzahn wieder durch die Wiese ragte. Etwas hartnäckig ist er ja schon, aber wenn man ihn sich zu nutze macht, find ich das echt super!

  8. Frank Koebsch

    Ein interessanter Artikel. Ich habe mal auf meinem Blog die Frage gestellt: Woran denken Sie, wenn Sie das Gelb des Löwenzahns sehen? An ein Unkraut, an eine Heilpflanze, eine wunderbare Zutat in der Küche, an ein Motiv für eine Banknote, … Wie sieht Ihr typisches Löwenzahnbild aus?

    Ich mag Löwenzahn wunderbarer gelber Tupfer in der Natur, als Salat, als Motiv für meine Bilder ;-)
    http://frankkoebsch.wordpress.com/2013/05/10/lowe

    Beste Grüße von der sonnigen Ostsee

    Frank

  9. Stefan v. Hochfeld

    Hallo ihr beiden,

    Zu dem Artikel "Der gelbe Wunderpuschel". muss noch jetzt doch was schreiben.

    Es wird zwar angesprochen aber irgendwie geht es wieder unter. Die Eigenschaft oder besser gesagt die Geschmacksrichtung herb oder wie wir bei uns sagen hantig.

    Diese Geschmacksrichtung wurde uns bewusst gestohlen dabei ist sie so wichtig.

    Wir sollten diese wieder mehr in unseren Speiseplan einbauen und nicht versuchen diese abzumildern um sie dann wieder zu vergessen.

    Bitterstoffe sind wichtig für unsere Verdauung. Wer sie meidet riskiert Übergewicht und Verdauungsstörung, sind das nicht auch berühmten Volkskrankheiten?

    Lebensmittel mit einer bitteren Note machen eher satt. Jeder kann es mal selbst versuchen.

    Die meisten habe sicher kein Problem damit eine Tafel Vollmilchschokolade auf einmal zu verputzen. Bei einer Tafel Bitterschokolade schaut es dann schon anders aus.

    Die Bitterstoffe machen aber noch mehr für uns. Sie regen die Verdauung spürbar an. Magen und Darmbewegung werden gesteigert und somit die Magenentleerung beschleunigt. Ab und zu, nach einem üppigen Essen, braucht man ihn auch noch, den Kräuterschnapps.

    Sie regen die Verdauungssäfte (z.B. Galle) an und verbessern so die Verarbeitung von Eiweißen, Kohlehydraten und Fetten und sie schützen uns vor der Übersäuerung. Dazu sollte man wissen das ein übersäuerter Körper anfälliger für Gicht und Rheuma ist, schon wieder eine Volkskrankheit die uns plagt?

    Man könnte noch einiges über dieses Thema schreiben und sich darüber Gedanken machen warum bitter aus unserer Nahrungskette immer mehr verschwindet. Aber es soll ja kein Artikel sonder nur eine Anmerkung über die bittere Sonnenseite der Wildkräuter sein.

    Liebe Grüße aus Niederbayern

    Stefan v. Hochfeld

  10. Anne

    Schicke euch mal das Rezept für Löwenzahnkaffee von meiner Mutter (Jahrgang 1917).Unser Kinderkaffee

    ( Muckekaffee) in den 60er Jahren.

    Löwenzahnwurzel von verblühter(!)Löwenzahnpflanze, tief ausgraben.

    Gründlich abbürsten und waschen um die Erde vollständig zu entfernen.

    Im ca 2cm große Stücke schneiden.

    Großzügig auf dem Backblech verteilen.

    Restwärme von Backen nützen, Wurzelstücke für 20- 30 Min. im Ofen lassen.

    (wer mag kann auch Backofen auf 225 Grad aufheizen,15 Min. backen).Wurzel auskühlen lassen.In der Kaffeemühle mahlen.

    1 Tl. Pulver pro Tasse mit heißem Wasser übergießen,5 Min. ziehen lassen. Abgießen über ein Teesieb.Kaffeeportion wurde auf 4 Tassen verteilt und mit warmer Milch aufgefüllt.Es duft herrlich wenn die Löwenzahnwurzel im Ofen sind. Der Kaffee ohne Milch schmeckte etwas bitter.

    Liebe Grüße Anne

  11. Die Rote IRis

    Man kann auch Gelee machen. Die Blüten über Nacht in Wasser oder Apfelsaft einlegen und mit Gelierzucker zu gelee kochen.

    Ist nicht ganz so süß wie Löwenzahnhonig.

    Sirup geht natürlich auch …

    Bei uns beginnt die Löwenzahnblüte gerade erst. Bei euch ists halt doch wärmer …

  12. Marie - Hinterw&auml

    Danke für die wunderschönen Frühlingsbilder! Die machen gute Laune, während wir heute wieder einmal den Kamin angeschmissen haben. Die Löwenzahnsaison ist hier noch nicht einmal eröffnet, aber eure Tipps werde ich mir schon mal merken und von duftenden Wiesen träumen… :)

    LG, Marie

  13. Antonius

    Wenn die Gummibäume in Asien und Südamerika von den Pilzen so befallen sind, dass es kein Saft mehr von denen gibt, ist heißer Ersatzspieler der Löwenzahn. Der weiße Saft des Löwenzahn enthält Gummi.

    Es werde bereits Versuche gemacht und im 3.Reich gab es sogar schon eine Produktion.

    1. Anais

      Hallo Laura, das hört sich köstlich an! Und zu was isst Du dann die gebratenen Blüten? Und wie genau funktioniert das mit dem Einlegen der Knospen? Ein Weißwein-Essig-Gemisch? Oder entweder Essig oder Weißwein? Wie lange legst Du sie ein? Und was machst Du danach damit?

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