Bodenverbesserung im Gemüsegarten

Michael Hartl
Von Michael Hartl
22. Mai 2012

Unser neuer Standort hier im Südburgenland hat sehr viele Vorteile: viele Sonnentage, sehr warme Temperaturen, Ruhe, gesündeste Luft, Unterstützung durch Menschen die rings um uns herum leben und so weiter. Eine der wenigen Punkte, die man „Nachteil“ nennen könnte, ist der Boden, auf dem wir hier anfangen: Steinharter Lehmboden mit eher niedrigem Nährstoff- und Humusgehalt.

Um das zu ändern, wollen wir den Boden im Laufe der nächsten Jahre stetig verbessern.

So sieht er derzeit aus:

Methoden und Werkzeuge zur Bodenverbesserung

Höchstes Ziel jeglicher Tätigkeiten beim Gärtnern sollte ja immer sein, das Bodenleben zu fördern. Daher werden wir hauptsächlich auf Methoden setzen, die wir schon seit Beginn unserer Versuche einsetzen: Mulchen, Kompostwirtschaft (also Herstellen und Einbringen von Kompost) und Gründüngung. All diese Schritte werden wir gewissenhaft anwenden und natürlich von Zeit zu Zeit darüber berichten.

Außerdem wollen wir durch eine sanfte Bodenbearbeitung zu einer Belebung des Bodens und all der fleißigen Bodenlebewesen beitragen. Werkzeuge, die wir dazu verwenden, sind Hacke, Kultivator, Pendelhacke und Sauzahn. Auch diese Werkzeuge und deren Benutzungsweise werden wir nach und nach vorstellen.

Boden beleben

Wir möchten damit nachvollziehbar machen, wie wir auch harte Böden kurzfristig benutzbar machen und langfristig dabei helfen, sie wieder zu beleben. Dadurch steigt auf längere Sicht der Humusgehalt der Böden, sie werden feinkrümeliger und gesünder. Gesunder Boden = gesunde Pflanzen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit schweren Lehmböden und dem Verbessern eurer Gartenböden allgemein gemacht?

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

26 Gedanken über “Bodenverbesserung im Gemüsegarten

  1. H. Hufnagel

    Meine Ideen zur Bodenverbesserung habe ich hier gesammelt:
    http://www.kolibriethos.de/Natur/Bodenverbesserung
    Freue mich aber sehr über diese Sammlung hier.
    Meine eigene Idee in meinem ersten Garten:
    Ich habe einfach Gras und Beikräuter wachsen lassen und wo ich wollte kleine 30×30 cm Holzrahmen mit ca 8 cm Komposterde gesetzt und dort Phytalis, Blumen und so gepflanzt. Spart Arbeit und Bodenbearbeitung. Berge von Pflanzenresten verdichte ich etwas, reichere mit Gesteinsmehl Asche, Holzkohle und Mist an, bedecke sie nach ein paar Wochen mit 10 cm Erde und pflanze Bienenweiden oder Brunnenkresse drauf.

  2. Pingback: Gemüsegarten planen und anlegen – so wird es gemacht › Das Hausbau-Magazin - Alle Infos rund ums Hausbauen

  3. Rainer

    Hallo!

    Der Artikel ist ja schon vor einiger Zeit entstanden, allerdings würde mich eben genau deshalb interessieren welche Erfahrungen Du gemacht hast, was Dir wie angewendet geholfen hat den Lehmboden zu verbessern,…
    Interessiert mich, weil ich eben auch einen sehr schwere Lehmboden habe und an der Verbesserung des Selben arbeite….

    LG, Rainer

    1. AL

      Am besten pflanzt man erst mal Mais od.Sonnenblumen,Tobiambur geht auch.Nach der Ernte lass ich dort Hühner bis zum Frühjahr laufen.Die lockern den Boden und arbeiten mir den Mulch bzw Humus ein und dezimieren dabei noch das Ungeziefer.Wenn man nicht zu viele Hühner auf zu kleiner Fläche laufen läßt ist der scharfe Kot auch kein Problem.

  4. Pingback: 2013 – und wir sind noch da! | Experiment Selbstversorgung

  5. Florian AnshelmFlorian

    Unsere Boden sieht ziemlich ähnlich aus. Wir wohnen(nun ist es leider ein Neubaugebiet)neben einer stillgelegten Lehmgrube. Zur Zeit versuche ich ebenfalls den Boden in meinem kleinen Beet zu verbessern. Ich bin gespannt, wie sich der Boden bei euch entwickelt. :)

  6. Stefanie

    Ich hoffe ihr habt schon erste Erfolge erzielt? Ich habe mich heute grade mal wieder mit der Lupine auseinandergesetzt die ich auf dem Balkon gezogen habe.

    Dabei bin ich auf die Info gestoßen, dass diese Pflanze gerne zur Gründüngung und zur Auflockerung von Böden genutzt wird.

    Außerdem sind die Früchte sehr Eisweißhaltig und somit für eine vegetarische Ernährung geeignet. Vielleicht wäre das ja was für euch?

    Lieben Gruß

  7. Pingback: Leben kommt von Leben

  8. Sarah

    Ich düng hier gern mit nem Mix aus Pflanzenjauchen, Urgesteinsmehl (gemahlenem Basalt) und zerstoßener Holzkohle vom Lagerfeuer (die Jauche selbstverständlich entsprechend mit Wasser runterverdünnt). Damit der Stickstoff nicht so ausgast, kommt ab und an noch ein kleiner Schluck Essig oder Sauerkrautsaft o.ä mit dran (wegen pH abhängigem chem. Gleichgewicht zw. Ammonium und Ammoniak. ist der pH zu alkalisch, entweicht der Stickstoff als Ammoniak und stinkt dabei entsprechend).

    Die Holzkohle wirkt dann als Katalysator beim Aufbau von Dauerhumus aus dem Material in der Mulchschicht (dort bitte auf ausgeglichenes C/N-Verhältnis achten, damit auch genug Lignin drin ist, dessen cyclische Bausteine für die Bildung von Dauerhumus notwendig sind), und erhöht außerdem die Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität und Besiedlungsfläche für Mikroorganismen.

  9. Korthoven

    Urgesteinsmehl hat mir in meinem Garten gut geholfen bessere bedingungen für Bodenfördernde Wesen zu erzeugen. Komischerweise "wimmelt" es auch so von diese Tierchen mittlerweile…;-)

    Ausserdem brauchen Pflanzen diese Mineralien um gehaltvol zu werden, und wen wir dan die Früchte essen werden wir auch gehaltvol…Tsja, das ist Dünger für Menschen:-)

  10. Sandra Nicole

    Ich habe bei sandigem Boden sehr gute Erfahrungen mit 1. Mal umstechen, um die Grasnarbe aufzubrechen und dann laufend mulchen und Mischkultur gemacht. Das hat wunderbar funktioniert und ich konnte nach 2 Jahren Jungpflanzen mit den Händen in die lockere Erde setzen. Als Gründüngung habe ich laufend Phacelia, Senf (wegen der Wurzelälchen) und alles was sonst auf dieser Fläche angefallen ist verwendet.

    Bei härteren, somit lehmigeren Böden können Zeitungen, Kartons und das Aufbringen von großen Mengen Grasschnitt viel bewirken. Es ist gut, das Gras antrocknen zu lassen, damit es darunter nicht schimmelt und fault. Normalerweise gibt es eh genug Nachbar (Wohnsiedlung, Menschen mit zu großem Grund), die froh sind, wenn sie ihren Rasenschnitt hergeben können. Da kann man z.B. einen gemeinsamen Komposthaufen machen (Gemeinschaftsgarten Stainz mit der Wohnsiedlung zusammen) und nachher hat man den Vorteil durch das Gras mehr Kompostmaterial oder Mulch zu haben. Jeder kann es frei zugänglich zu seinen Zeiten hinbringen oder holen und dann ist es für alle easy.

    Wenn Böden durch die Landwirtschaft z.B. stark verdichtet sind, lässt die Natur von sich aus viele Tiefwurzler: Ampfer, Kren,… wachsen und die Wurzeln faulen später ab und bringen somit neue Hohlräume.

  11. Luise

    Hallo!

    Schön, dass euer Projekt so schön voranschreitet. :)

    Wir haben hier (in Deutschland, leider kein bisschen in Portugal) einen sehr kargen Lehmboden – unser Nachbar hat sich das damals zu Nutzen gemacht und sein Haus aus Lehm und Stroh (mit tragendem Holzgerüst) gebaut.

    Als wir hier als Gärtnerlaien einzogen, haben wir dann erstmal feststellen müssen, wie schnell der Boden austrocknet, bzw. an schattigen Stellen das Wasser hält und viele Fehler gemacht aus denen wir dann zum Glück klug wurden. ;)

    Was bei uns super geholfen hat:

    *Sand auf den Boden schütten, wo schon Bewuchs und damit Bodenleben ist. Nach und nach wird der dann von den Bodenorganismen untergemischt (oder ihr macht das selbst).

    *(Sheet)Mulch: Wir haben so ziemlich alles benutzt, von Laubbaumblättern aus dem nahegelegenen Park über frische Holzhäckselchips bis zu Gartenabfällen und Stroh. Die Vegetation (insbes. eine Weide und eine Maulbeere) hat besonders an der Stelle, wo wir mit Blättern gemulcht haben, in dem Jahr einen großen Schub gemacht und der Ober-Boden ist innerhalb eines Jahres wunderbar kompostig geworden. Die Laubschicht war allerdings auch an die 30 cm dick. Unsere Gartenpfade, die wie auch einige Beete dick mit Holzhäckselchips gemulcht sind, haben auch innerhalb ca. eines Jahres so schöne Erde, dass die Beikräuter, die durch Stoff/Karton/Holzchips eigentlich fern gehalten werden sollen, dort besonders gut wachsen. Außerdem haben wir festgestellt, dass Pilze die Holzchips lieben und unsere Pflanzen toll mit ihrem Myzel verbinden. Also gerade für Sträucher und Bäume zu empfehlen (wir haben sie unter den Beerenbüschen, dazu Erdbeeren als Bodendecker).

    *Kompost ausbringen (decken wir meistens dann auch noch mit irgendetwas ab, damit er feucht bleibt).

    *Jauche herstellen (wir machen meistens Beinwelljauche, weil der Beinwell wächst wie wild und die Brennnesseln lieber gegessen werden) und ausbringen (am besten an/vor Regentagen, wobei ihr euch bestimmt nicht über die Geruchsbelästigung eurer Nachbarn Sorgen machen müsst… ;) )

    *Bodenverbessernde Pflanzen wie Klee sähen, als Bodendecker im Beet oder als Rasenersatz und er ist noch eine tolle Bienenweide.

    *um den Boden aufzulockern haben wir entweder mit der Grabegabel hineingestochen und ein bisschen hin und her gewackelt oder tiefwurzelnde Pflanzen gepflanzt (Daikon!). Bei den meisten Wurzelpflanzen werden ja die Wurzeln geerntet, aber man kann von Radischen (und daher auch bei Daikon) auch die Blätter essen und natürlich auch beim Mangold, der auch eine tolle dicke Rübenwurzel bildet. Die Wurzel bleibt dann nach dem Absterben der Pflanze in der Erde und verrottet.

    Viel Spaß beim Experimentieren! :)

  12. andrea

    ja genau, mulchen ist auch total wichtig! die Erde darunter ist merklich krümmeliger und lockerer! Ich mulche mindestens 10 cm dick mit Rasenschnitt (kein Problem mit Schnecken…)im Herbst mit Laub (wird dann im Frühjahr miteingefräst)

  13. Wolfgang

    Mulchen, mulchen, mulchen, am besten mit ein wenig tierischem Mist dabei (z.B. Kaninchen oder Schafmist), das wirkt wahre Wunder innerhalb eines Jahres, weil so ein Paradies für Regenwürmer entsteht. Und dann natürlich noch Tiefwurzler anbauen (Lupine, Faserhanf, …). Viel Glück!

  14. Sandra

    Hallo zusammen,

    wir haben auch den ganzen Garten voll mit Lehmboden. Da wächst nicht mal gescheit Rasen, sondern "nur" Klee, Brennnesseln, Löwenzahn, Spitzwegerich und Sauerampfer in Mengen. Weißklee soll an sich gut sein, da er den schweren Boden auflockert und gleichzeitig mit Stickstoff versorgt.

    Letztes Jahr haben wir ca. 500 Riesen-Rotwürmer gekauft, die auch als Kompostwürmer genutzt werden können und haben sie im ganzen Garten "ausgestreut".. Am besten nach Sonnenuntergang machen, da sie sonst von den Vögeln weggeschnappt werden. Nach einem Jahr finden wir sie immer noch in der Erde, wenn wir mal buddeln müssen. Die haben schon geholfen und jeder Regenwurm, den ich finde, wird wie ein Rohdiamant behandelt ;)

    Sonnenblumen sind auch noch ganz gut, da ihre Wurzeln auch den Boden auflockern und sollen wohl dem Boden Schadstoffe entziehen.

    Ansonsten muss man halt so viel Humus, wie möglich unter den Lehm mischen.

    Viel Erfolg. Bin auch auf weitere Tipps gespannt :)

  15. andrea

    Hallo ihr beiden Fleissigen! Wir haben den selben Boden… Die erste Verbesserungsarbeit bei uns war, dass wir dem Boden Sand zugefügt haben. Und nun arbeiten wir halt jedes Jahr im Herbst oder Frühjahr Kompost ein. Ein riesiges Hügelbeet haben wir auch erstellt. Dort ist die Erde schon recht gut. Das Problem ist bei uns, wenn der Boden im Garten lockerer wird, dass extrem viele Wühlmäuse dort einziehen. Rings herum die Wiese ist stark verdichtet, durch die Bearbeitung der Vorbesitzer des Ackers mit schweren Maschinen. Da fühlen sich die Wühlmäuse im lockeren Boden des Gartens gleich viel wohler…. Und richten unheimlichen Schaden an. Wann kommt ihr uns nun mal besuchen? Es gäbe noch einige Pflänzchen zum Auslichten (Baumspinat, Gewürzfenchel, Minzen…) :-)

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