Bauer sucht Frau

Von der Idee, dass ein Leben in Richtung Natur und Selbstversorgung ohne Partner*in nicht möglich sei.

Michael Hartl
Von Michael Hartl
17. Dezember 2014

Ich musste letztens bei einer Nachricht, die über unser Kontaktformular zu uns kam, an diese Sendung „Bauer sucht Frau“ denken. Bäuerinnen und Bauern, die, so wird uns zumindest vorgegaukelt, anders keine*n abbekommen, lassen sich vom Fernsehen dabei filmen, wie sie als etwas ungeschickte Menschen dargestellt werden, wenn es um Zwischenmenschliches geht. Warum? Weil diese Leute entweder dafür bezahlt werden oder aber tatsächlich glauben, dass ihnen das Fernsehen dabei hilft, einen Partner oder eine Partnerin zu finden. Die nicht nur die Liebe und das Leben mit ihnen teilt, sondern auch die Arbeit am Hof.

Denn das ist in einem bäuerlichen Verständnis oft so. Das alle am Hof lebenden sich auch mit Arbeit einbringen. Sehe ich auch so. Nur der Rückschluss, dass ein Leben, wie ich es anstrebe, ohne Partnerin nicht möglich wäre, halte ich für Quatsch. Beziehungsweise für eine billige Ausrede, keine Schritte zu setzen.

Und mit diesem Artikel möchte ich meine Überlegungen dazu gerne zur Diskussion stellen.

Die Ausgangslage

Ich habe sehr lang in einer Beziehung gelebt. In der Zeit entstand auch diese Website hier. Deswegen haben wir auf der Seite auch darüber geschrieben, dass wir uns im Frühjahr getrennt hatten. An vielen Stellen gibt es noch Fotos und Formulierungen, die vielleicht anderes vermuten lassen. Dies liegt aber nicht an einer Sentimentalität oder so, sondern einfach daran, dass diese Seite sehr umfangreich ist und wir offen gesagt anderes zu tun haben, als alle über 500 Seiten dieses Blogs durchzugehen und zu verändern. Ist auch nicht notwendig, weil ja oft das Datum dabei steht. Wer denkt, dass an einer bestimmten Stelle aber ein falsches Bild von uns gezeichnet wird: immer gerne her damit! Das hilft uns die Seite in den Punkten zu ändern, wo wir ansonsten einen falschen Eindruck erwecken könnten.

Zurück zum Thema. Wir erhalten immer wieder mal Emails über diese Website, in der Menschen eine oft gehörte Position vertreten:

So einen Lebensweg wie den unseren kann man nur mit Partner*in einschlagen!

Wird mir auch immer wieder mal in Gesprächen gesagt. Ich bin am Hof geblieben, als die Beziehung zu Ende ging, und hab hier so gut es ging weiter meinen Weg beschritten. Denn es gibt keinen Grund, diesen Weg nicht auch alleine zu gehen. Dieser Platz speziell ist zu groß für eine Person und auch das Gebäude ist mir für mich zu groß. Darum werde ich im Januar auch an einen anderen Platz wechseln. An einen, an dem ich auch alleine für den Umfang des Gartens und für die Größe des Wohnraumes sorgen kann.

Foto von Michael mit einer Sense auf der Schulter.

Beim Mähen mit der Sense wäre es eher sogar hinderlich, wenn jemand versuchen würde, meine Hand zu halten. ;)

Hilfe oder Bremse

Lebens- und Wirkungsorte müssen einfach unseren Lebensumständen angepasst werden. Ich halte es für verrückt, wenn ältere Menschen alleine oder als Paar in riesigen Häusern wohnhaft bleiben, auch wenn alle Kinder, die da mal mit gewohnt haben, schon längst weg sind. Genauso verrückt wäre es, ich würde an einem Platz bleiben, der für zwei bis drei Menschen ideal ist – aber für eine Person zu viel. Also geh ich doch an einen Ort, wo es für eine Person toll ist. Anstatt krampfhaft nach einer Partnerin zu suchen, die mit mir den Platz hier stemmt.

Eine Partnerin als Arbeitskraft! :D Allein diese Idee ist schon so schräg. Klar ist auch meine Traumfrau eine Person, die mit anpacken kann und will. Aber deswegen suche ich mir doch keine Lebensgefährtin. So eine angestrengte Suche ist dann eher ein Zeitfresser und Demotivator, oder? Und das würde bremsen. Wenn ich allerdings einfach die Zeit mit mir selbst so richtig genieße, mich selbst weiter entfalte und entwickle und auf meinem Weg bleibe, dann bremst das nicht. Klar ändern sich ein paar Punkte, wenn man alleine statt zu zweit unterwegs ist, aber die Richtung, die Idee und die tollen Gefühle durch die Umsetzung bleiben doch die selben!

Gemeinschaft und Beziehung sind zwei Paar Stiefel

Und klar lässt sich ein Hofprojekt oder ein ganzes Ökodorf viel eher umsetzen, wenn mehrere Menschen zusammen an einem Strick ziehen. Gerade ein ganzes Dorf kann eine Person alleine sowieso nicht verwirklichen. Aber wenn man Menschen sucht, mit denen der hauptsächlich verbindende Punkt die Arbeit sein soll, dann doch nicht als Lebensgefährtin! Solche Menschen, die mit mir den Traum teilen und gemeinsam daran arbeiten wollen, sind Menschen für eine Gemeinschaft. Wenn sich dabei zwei dieser Menschen ineinander verlieben: fein. Wenn nicht: auch gut.

Ich zumindest denke, dass ich sehr zielgerichtet weiter in Richtung Gemeinschaft denke und handle. Und da auch gezielt Menschen suche. „Bauer sucht gemeinschaftsinteressierte, vegane, naturnahe, fürsorgliche, selbständig denkende Menschen,“ wäre dann eher der Titel meiner TV-Sendung. Aber gezielt nach einer Frau suchen, nur weil manche annehmen, man könne diesen Weg nicht alleine gehen: sicher nicht! :D

Für diese Idee braucht es eine Person noch wichtiger als eine Lebensgefährtin: mich selbst.

Ich lebe und gestalte mein Leben doch weitestgehend nach meinen eigenen Ideen und Idealen. Nutze die Zeit, die ich sonst mit partnerschaftlichen Gesprächen und mit der Pflege einer Beziehung verbringen würde, einfach alleine draußen in der Natur! Rewilding, Nachdenken, Sport. Was man eben so macht. Entwickle mich und bin eben auch einfach mal viel mit mir und für mich da. Kann ich allen empfehlen, das zumindest von Zeit zu Zeit mal zu fokussieren.

Wanderstiefel

Und was dabei weiter läuft, ist die regelmäßige Auseinandersetzung mit Garten, Haltbar machen, Naturverständnis, Handwerk, Holz, etc. Mit allem also, das für ein Leben wie ich es leben möchte und großteils lebe, wichtig ist. Das wichtigste ist doch, dass ich anfange und jedes Jahr dazu lerne und Erfahrungen sammle. Relevant ist doch nicht, ob ich zu 100 Prozent jegliches Saatgut selbst vermehrt und mein gesamtes eingelagertes Essen selbst angebaut und eingekocht habe. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass ich laufend dazulerne. Also zumindest jedes Jahr Saatgut auf unterschiedliche Weise gewinne, saisonales Obst und Gemüse einkoche und zum Beispiel besondere Kräuter selbst kultivere. Denn dann lerne ich das Handwerkzeug. Und darauf kommt es mir an.

All das kann ich mit und ohne Partnerin. Sogar mit und ohne Hof. Einfach so. Überall. Jetzt sofort.

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Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

35 Gedanken über “Bauer sucht Frau

  1. Christine

    Hallo Michael,

    ich bin über Lisas Kochbuch auf euch aufmerksam geworden.

    Ich lebe in einer Kleinstadt in einer kleinen Wohnung und interessiere mich seit jeher für Ökologie. Mir gefallen insbesondere deine letzten Sätze: „Einfach so. Überall. Jetzt sofort.“

    Klar, ich habe auch schon mal von Selbstversorgung geträumt, aber ein ernsthaftes Interesse war es bei mir persönlich nie. Letztlich fand ich mich an meinem Platz immer recht passend, und ich entdecke auch hier immer so vieles, was ich zum Zukunftsfähigen, Einfachen, Solidarischen hin verändern kann.

    Vor allem seit ich mich vegan ernähre (seit knapp einem Jahr), hat der Nachhaltigkeitskurs wieder Fahrt aufgenommen. Ich habe vieles neu hinterfragt, bereite mir viel mehr Essen selbst zu, ernte und verarbeite Wildpflanzen, die ich so gut wie direkt vor der Haustür finde, reduziere weiter meinen Konsum, flicke meine Textilien fleißiger… Die weitere Reduzierung meiner Arbeitszeit wurde mir leider (noch!) nicht genehmigt.

    Und ich kann in der Stadt bequem ohne Auto und auf wenig Raum leben… wobei ich mit 54 qm als Single wiederum relativ viel Platz beanspruche… Einen Untermieter oder Partner suche ich mir deswegen aber jetzt auch nicht ;-)

    Von da aus, wo man steht, losgehen, wohin die tiefste Sehnsucht einen drängt. Den eigenen Weg finden, der im Gehen entsteht. Und sich austauschen mit denen, die andere Wege gefunden haben, vielleicht ein Stück gemeinsam gehen… darum geht`s, oder?

    Herzliche Grüße
    Christine

  2. Consie

    @ Ina – Kathi bist du es? ;)
    Ich finde es schön, wie ihr alle hier so directly aus euren Herzen schreibt. Es gibt doch einen sehr großen gemeinsamen Nenner und ich denke /hoffe auch, dass es in der Zukunft mehr Bandengründungen gibt. Ich hab leider auch schlechte Erfahrungen mit „Abspringen“, man ist motiviert, fühlt sich bei sich, verbunden mit einem oder mehreren Menschen, recherchiert, lernt, bereitet vor, und vor allem: freut sich! Und dann wirds nix. Ich denke auch, es ist die Angst, allen voran. Ich muss sagen, ich persönlich kann es mir nicht vorstellen, am Land zu leben, allein. Ich bin in einem Bergdorf aufgewachsen und war auch als Kind recht einsam, obwohl sehr naturverbunden, verträumt, „achtsam“ und künstlerisch aktiv; mir wurde nie langweilig, aber trotzdem war es für mich nicht befriedigend, so lange allein zu leben. Ich hab auch die Nachbarn, das Umfeld nicht nett gefunden, ganz im Gegenteil. Verhasst, verbittert, gemein, unaufgeschlossen. Mich hat das fertig gemacht, als Kind schon, ich hab nicht verstanden, wozu das gut sein soll, es ist fast niemand dort, also könnte man doch, von allen Möglichkeiten die man hat, die wählen, in der man seine Mitmenschen schätzt, umarmt und gemeinsam LEBT. …just saying, so sehr ich die Natur, die Ruhe, die Luft, die Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung in jeglicher Hinsicht schätze, Landleben kann auch ziemlich brutal sein. Anzeigen wegen nix und wieder nix, Wegrechtsbenützungsstreits, Gerichtsverhandlungen wegen einem Grenzstein, an den maximal einmal in 5 Jahren ein Gedanke verschwendet wird; wenn man als Frau sexistisches Äußerungen kritisiert und dann als frigide „verarscht“ wird, wenn man versucht zu erklären, das Hofergewand eventuell doch nicht das allercoolste ist, weil Herstellbedingungen, etc., und dann als „Nestbeschmutzer“ beschimpft wird (das überhaupt keinen Sinn macht!), wenn man von veganer Lebensweise erzählt und dann der Sektenguru ist…puh, ich könnt ewig weitere Beispiele nennen, hab aber keine Lust auf schlechte Stimmung verbreiten! Ich will nur sagen, auch wenn man voller Zuversicht, Liebe, Respekt, Sensibilität und Hoffnung vielen Menschen am Land begegnet- es kann sein, dass man als „Zugereiste/r“ mit etwas abweichenden Lebensentwürfen als den vorherrschenden, bis in alle Ewigkeit ein Outlaw bleibt der oftmals als Sündenbock, als Trigger für Hetze, unsinniges Gerede, etc. missbraucht wird. Sustainability, in vielerlei Hinsicht, ist am allerwenigsten am Land daheim, so meine Erfahrung. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist eventuell nur in sehr oagen „Traditionen“ zu finden. Also Geduld und Hoffnung, …das muss man auf jeden Fall mitbringen. :)

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger

      Wow, ja, das sind mal nicht so gute Erfahrungen! Ich muss sagen, im Südburgenland habe ich mich zum ersten mal heimisch und aufgenommen gefühlt. Unter anderem, weil auch von mir selbst die Zeit da war um auf Menschen einzugehen. Und keine sprachliche Barriere (als wir in Tschechien waren)… Aber dazu kommt, dass davor schon alle gesagt haben, dass das Südburgenland leiwand ist. Und es hat sich auch bestätigt. Ob es die viele Sonne und der Wein ist…? Ich habe keine Ahnung, aber es ist geil :) Was nicht heißt, dass es nicht trotzdem auch das gibt, was du alles genannt hast.

  3. Ina

    Ich halte es auch für sehr schwer Menschen zu finden die ähnlich ticken wie man selber. So wie ich hier lebe (alternative Szene auf dem Land) ist für mich die optimale Form. So kann ich bei jedem entscheiden wie viel ich mit ihm/ihr zu tun haben will. Der größte gemeinsame Nenner ist die Freie Schule um die sich herum hier einiges gruppiert.
    Mein Gemüse baue ich schon seit ca 10 Jahren selber an, aber bei der Tierhaltung und Bau-Projekten scheue ich mich davor alleine (bin Alleinerziehende Mutter) die Verantwortung zu übernehmen. Mal abgesehen davon das vieles auch an den fehlenden finanziellen Mitteln scheitert.
    Da wäre in einer richtigen Gemeinschaft viel mehr möglich.
    Ich starte im nächsten viertel Jahr zum 2. mal in meinem Leben in das Projekt „gemeinsam einen Hof bewirtschaften“, mal sehen wie es diesmal wird.
    Übrigens ziehe ich (auch zum 2. mal) zu dem Mann auf seinen Hof….
    Endlich wieder mehr als nur für mich selber gärtnern!!!!

  4. Adama

    Mich berührt die Offenheit, mit der ihr auch über persönliches schreibt.
    Und ich fühle Traurigkeit, dass so viele Menschen allein oder allein erziehend ihrend Alltag bewältigen (müssen). Ein sehr bekannter Buchtitel heisst: Nur Stämme werden überleben und dies wird sicher für die Zukunft immer bedeutsamer. Warum schließen wir uns nicht zusammen, gründen Gemeinschaften, wa wir Nähe und Distanz je nach Bedarf regeln können.
    Gemeinsam anbauen und ernten, bauen und sanieren, tanzen, singen und am Lagerfeuer sitzen………
    Wir haben Platz auf unseren 15000 qm, freuen uns auf MitbewohnerInnen, auf gemeinsam Aus- und Anbauen.
    Wer hat Lust auf immer mehr Selbstversorgung und auf einfacher aber freudvoller Leben?

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Liebe Adama,

      danke für dein Kommentar und die lieben Worte.

      Wir haben schon mehrere Anläufe bezüglich Gemeinschaftsfindung und -bildung hinter uns. Daraus hab ich gelernt, dass Menschen leider sehr viel von Angst getrieben werden, anstatt ihr Leben visionär selbst in die Hand zu nehmen. Hat jedes Mal leider darin geendet, dass sich andere Leute wieder aus dem Versuch, eine Gemeinschaft aufzubauen, zurückgezogen haben.

      Ich gebe die Idee Gemeinschaft aber trotzdem sicher nicht auf! :)

      Schön, dass ihr zu euch einladet.

      Alles Liebe,

      Michael

    2. Rosa

      Hallo Adama,

      ich habe nach 30 Jahren Großstadt und minimale Kompensation durch Kleingartenarbeit den großen Wunsch nach wirklicher Veränderung für meinen Sohn und mich. Daher bin ich auf der Suche nach gemeinschaftlichem Wohnen / Leben / Arbeiten auf dem Land, mit Gleichgesinnten und mit der Natur. Magst Du mir sagen, wo man euch finden kann?
      Freue mich auf Antwort!
      Rosa

  5. Daniela B.

    Hallo Michael,
    du hast das wieder einmal schön beschrieben <3
    Ich denke auch, dass es am meisten auf einen selbst ankommt und, auch wenn Du es mit Sicherheit anders formulieren würdest, so Gott will und mit seiner Hilfe wird sich alles zum Guten, zum Besten wenden.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  6. Kati

    Danke für diesen Bericht, er ist für mich wieder sehr motivierten!
    Ich bin alleine mit zwei Kindern und würde auch gerne so manches umsetzen.
    Und dann vergeht die Zeit und man träumt und man tut und die Zeit vergeht und man vergisst was eigentlich wichtig ist und man lebt am Leben vorbei………

  7. Peter

    Na sowas. Da geht es Euch also so wie allen anderen auch. Viel Glück, jedem von Euch, auf Euren getrennten Wegen.

    Das grobe „warum“ würde mich jetzt schon interessieren (für meine private Statistik).
    Da war doch was mit Lehmhaus und so, war es das? Das ist so ziemlich der Klassiker, Zerwürfnis beim Nestbau.

    Oder habt ihr Euch langsam und schleichend „entliebt“ wie das mit den eingeschlafenen Alltagsritualen heute so schön heisst?
    Dann hättet ihr ja nur die Freiheit genommen, die ihr noch habt, im Gegensatz zu den Hausbaukreditratenbedienern und Dreikinderhundundkatze-SUV-Chauffeuren, die können das nicht, kein Bewegungsspielraum.

    Ich hab ja schon ein paar Bauchplatscher hinter mir, erst unfalltechnisch und in der Folge auch finanzieller Natur. Seitdem weiß ich, dass „durch dick und dünn“ in der Praxis meist „durch dick“ heisst, weil beim „und“ von „und dünn“ sich die meisten schon abseilen. Ich hab noch drei Menschen, die ich Freunde nenne, keiner davon ist weiblich. So schaut’s aus.

    Ich schließe nicht aus, dass da draussen noch etwas zu mir passendes herumläuft, aber die Chancen sie in diesem Leben zu treffen, stufe ich bei 2…3% ein, die Chance dass ich und sie bei diesem unwahrscheinlichen Ereignis in Stimmung dafür sind, uns zu unterhalten, ist eher 0.2…0.3%. ;)
    Und die Wahrscheinlichkeit auf das nächste Leben stufe ich als Agnostiker zu 0% ein. :D
    Sei’s drum.

    Irgendwann ist ist mir aufgegangen, dass die Streuobstwiesen, in deren Bäume Schatten ich meine Abende im Alter verbringen wollte, schon gepflanzt sein müssten, ich aber meinen Hof immer noch nicht habe.

    So habe ich mich langsam von den Zielen Partnerschaft, Kinderwunsch, und von meinem Sachl verabschiedet, dafür reise ich immer mehr.

    Zu denken gibt mir, dass ich mich nicht schlecht fühle dabei, ich empfinde keinerlei Verlust.
    Vielleicht waren ja die Ziele die falschen…! :)

  8. Sabine

    Vielleicht ist es ja schon erwähnt worden und ich hab´s überlesen, aber was passiert jetzt mit dem aktuellen Projekt?
    Wird das „weitervererbt“? Kann man auch weiterhin zu einem von euch kommen, um mitzuarbeiten und neues zu lernen?

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo Sabine. Explizit hab ich es nirgends erwähnt, das stimmt. Einfach auch, weil der Umzug ja nun gar kein Fokus dieses Artikels war. :)

      Sowohl Lisa als auch ich gehen ja diese unsere Wege weiter. Und auch in der Vergangenheit hat sich bereits ein paar Mal der Ort geändert. Aber das hat nichts an unserem Wunsch geändert, möglichst viele Menschen per Internet teilhaben zu lassen und möglichst viele Menschen auch jeweils bei uns vor Ort Erfahrungen mit uns austauschen zu lassen.

      Das wird auch in Zukunft so sein. Und an welchen Orten und zu welchen Zeiten wird sich zeigen. Und über den Höfe-Newsletter verschickt werden. :)

  9. Robert Kresse

    Danke, Michael für so viel Offenheit und Ehrlichkeit. Ich finde es sehr schön und berührend wie authentisch und liebevoll ihr beiden mit eurer Trennung umgeht.

    Zum Artikel: Ich sehe das ganz genau so. Wenn man etwas erreichen möchte, dann sollte es egal sein, mit wem man diesen Weg geht. Wichtig ist, die Beziehung zu sich selbst zu stärken und aus den sogenannten „Schicksalsschlägen“ alias Wachstumsmöglichkeiten mehr über sich selbst zu lernen. Wie es Andreas in seinem Kommentar schon treffend formuliert hat. Leben heißt Veränderung und entweder akzeptiert man das oder man findet sich stets im Kampf mit den Gesetzen des Lebens wieder. Dazu fällt mir ein Zitat von Erfolgstrainer René Egli ein, der dazu meint:

    „Das Leben ist wie eine Wildwasserfahrt. Wer mit dem Kopf ein Ziel fünfzig Meter weiter vorn anvisiert und dieses starr verfolgt, hat kaum eine Chance, dieses unversehrt zu erreichen. Der Kopf zieht ihn in die eine Richtung, der Fluss aber in die andere. Das Boot wird kippen oder aber an einem Hindernis zerschellen. Man muss sich dem Fluss anvertrauen, wie dem Leben. Mit dem Fluss gehen. Den Fluss reiten und das kann ich nicht zehn Meter vor oder fünf Meter hinter mir sondern nur hier und jetzt. Da wo ich gerade bin. Denn der Fluss ist weise, wie das Leben. Er sucht sich immer den besten Lauf. Wenn ich mich dem Fluss, dem Leben anvertraue, nicht krampfhaft an einem starren Weg festhalte, wird er mich an die richtigen Orte führen.“

    Ich bin sehr gespannt, wie es bei dir/euch weitergeht, verfolge weiterhin sehr interessiert eure Artikel und wünsche euch von Herzen viel Mut, Wachstum, Liebe und Achtsamkeit in eurem Leben.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Danke für das Kommentar, Robert. Ich denke das Zitat ist sehr schön, aber es geht im Leben schon auch darum, selbiges bewusst zu gestalten. Also einfach in irgendeinen Fluss springen und mich diesem Fluss anvertrauen kann mich in die Nordsee bringen oder ins schwarze Meer. Beides nett. Aber ich kann eben im Rahmen meiner Möglichkeiten auch entscheiden, in welchen Fluss ich mein Boot setze.

      Also klar: Das Leben lebt einen sehr viel – aber ich bin der Meinung, dass jede einzelne Person schon noch viel Gestaltungsspielraum hat. Sonst wären wir Marionetten in einem Spiel, in dem wir selbst nichts mitzureden hätten.

  10. Lisa PflegerLisa Pfleger

    Ahh Michael, wie geil! Das Email habe ich auch gelesen und wollt dich schon anrufen, ob das nicht mal wieder super wäre, darüber zu schreiben :)

    Voll super formuliert. Andreas‘ Formulierung mit dem „etwas an Bedingungen knüpfen, um etwas anzupacken“ find ich auch genial herausgearbeitet.

    Ich selbst denke mir vor allem immer mehr: Selbst wenn der/die aktuelle Partner*in kein/e Selbstversorger*in werden möchte. Kann man denn nicht einen Kompromiss finden, wie beide das Leben leben können, das sie wollen? Vielleicht möchte der 2. Teil nicht gärtnern, kann sich aber vorstellen am Land zu leben? Vielleicht mag er das aber nicht, aber der Selbstversorgungs-Träumer kann sich vorstellen am stadtnahe zu gärtnern und trotzdem in der Wohnung zu bleiben? Oder es gibt halt getrennte Wohnungen und man sieht sich seltener? Klar, letzteres mag erstmal nicht so sexy klingen, aber vielleicht denkt man über sowas in dem „schwarz-weiß“-Teufelskreis gar nicht mehr nach?

    Mir ist letztens mal zu diesem Thema auch eingefallen, dass wir, Michael, es ja genau so gemacht haben: Für unseren Traum haben wir eine Wochenend-Beziehung begonnen. Michael ist auf den Hof gezogen und ich bin in Wien geblieben um weiter zu studieren. Das hat damals voll gepasst!

    Mir ist dieses „über den Tellerrand hinweg denken“ gerade so wichtig, weil ich bei mir selbst gemerkt habe wie sehr ich mich in was verrennen kann, ohne links und rechts zu schauen. Und ich weiß, dass das sehr schwierig sein kann, weil so viel unbewusst abläuft…

    Aber ja, um nochmal zurück zu Andreas zu kommen: Wo ein Wille, da ein WEG (vielleicht nicht der, der 100% unseren Vorstellungen entspricht – vielleicht aber schon – vielleicht aber eben ein Mittelweg :))

    1. Jörg

      Damit hätte ich nicht gerechnet..bei Euch war ich der Meinung, ihr seit ein unzertrennbares Paar. Da brauche ich ja jetzt auch gar nicht mehr neidisch zu sein, dass der Michael so eine tolle Frau an seiner Seite hat und ich derzeit leider nicht. Tut mir aber Leid, dass es aus welchem Grund auch immer?…nicht funktioniert hat. Lisa, ich finde dich super, hab das von Euch immer wegen dir angeguckt. =) Aber Michael, du bist auch ein super Typ..dein Bericht hier ist sehr gut formuliert. Jedoch bin ich der Meinung, dass es viel schöner ist, wenn man wirklich mit der Partnerin so viel wie möglich gemeinsam hat, möglichst die gleichen Interessen da sind und man dadurch auch viel schöne Zeiten zusammen erlebt. Dann verdoppelt sich das Glück im Leben von beiden und das ist es, aus meiner Sicht, schon Wert vielleicht zu warten um diese Frau zu finden, anstelle viele Kompromisse einzugehen, welche in der Regel das glücklich sein einschränken. Grundätzlich stimme ich dir aber zu, dass es möglich ist sich alleine mit Nahrung selbst zu versorgen…natürlich tatsächlich abhängig von der zur bewirtschaftenden Fläche. Ich beschränke mich derzeit auf 70m² Anbaufläche, von meinem 3000 m² Grundstück, wo sich jedoch auch Gebäude befinden, wodurch eh der mögliche Platz für den Garten eingeschränkt ist. Aber dafür kann ich super meine andere Träume verwirklichen..und das sind schon ne Menge. Aber die passende Frau fehlt mir noch. Das Leben ist wie ein Spiel. Dabei geht es darum Glück zu produzieren. Wer das meiste Glück produziert hat, gewinnt. Und mit so einer tollen Frau wie dich Lisa, kann man doch eigentlich nur gewinnen =p (wollte eigentlich nicht schleimen, aber du bist irgendwie wirklich was besonderes und auch dafür verantwortlich, dass ich jetzt mit dem Schnitzen angefangen habe..der 1. Löffel sieht sogar gut aus) Wünsche Euch beiden viel Glück im weiteren Leben!

  11. Andreas

    „Selbstversorgung mache ich dann, wenn die passende Frau dafür da ist.“
    „Ich höre mit dem Rauchen auf, wenn eine Schachtel Zigaretten 5 Mark kostet“
    „Meinen Hobbys gehe ich nach, wenn ich auf Rente bin“
    to be continued…
    Entweder man macht es, oder man macht es halt nicht. Man kann auch ewig warten, wenn man bestimmte Bedingungen an etwas knüpft. Entweder es gibt eine intrinsische Motivation, oder nicht. Wenn, dann tut man es sowieso.
    Aber ´das einzig konstante im Leben ist nun einmal die Veränderung und jede Zeit hat auch ihre Qualitäten. Und wenn es passt, passt es und wenn nicht, dann eben nicht. Auch die Selbstversorgung.
    Es ergibt sich ohnehin alles – mehr oder weniger – von alleine, wenn man so weit ist. Die Dinge kommen auf uns zu, wenn wir bereit dafür sind. Nicht das Außen bestimmt, was wir tun, sondern das Außen ist nur ein Spiegel unseres inneren Zustandes. Immer.
    Ich habe z.B. mein Leben lang eine Affinität zu Sport und auch viel gemacht. Aber das war keine Motivation aus mir heraus, sondern aus Langeweile oder aber auch: „man sollte, man müßte, es ist gesund, es sieht gut aus, Du siehst nicht gut genug aus, Du musst Dich fit machen, als Sportstudent sollte man aber…“ etc. So eine Herangehensweise ist immer schwer.
    Jetzt, bei unserem Garten und unserem eigenen Beginn in Euren Fußspuren zu folgen ist es ganz leicht. Weil ich will. Da ist schwere Arbeit zwar auchnicht leichter, aber sie wird getan, ohne geistige Erschöpfung oder Belastung, ohne Widerstand, ohne „burn out“, weil man zu etwas gezwungen wird, was man nicht von innen heraus selber will.

    Und es kommt auch immer wieder Liebe, wenn es an der Zeit ist.

  12. Aline Stephan

    Hallo Michael,
    ich finde es einfach super, super toll, was ihr/ du machst. Gerade, dass ihr auch diese Themen, wie Trennung nicht unter den Teppich kehrt, sondern darüber berichtet. Mir kann da jede Sendung wie „Bauer sucht Frau“ gestohlen bleiben, da ich viel lieber eure Geschichten lesen. Sie inspirieren und machen Mut! Alles Liebe, Aline

  13. Michaela

    Ich muß sage ich bin gespannt wie das weiter geht. Wir sind zu 2 und haben eine 18 Monate alte Tochter. mich komplet selbst zu versorgen schaffe ich nicht ( habe auch keinerlei erfahrung in anbau/firhaltung). Aber ich versuche so viel wie möglich selber zu machen und taste mich in Gemüßeanbau so ran.
    Ich glaube wenn man ganz alleine ist und nur für sich selber zu sorgen hat dann geht das. Ich sehe das so die Zeit die andere im Büro verbringen verbringst du mir Arbeiten für dich selber. Ich wünsche die viel Glück und wenn einer eine guten Tipp für mich hat immer nur her damit. :-)

    1. Shania

      Also ich bin alleine mit 7 Jährigem Sohn, allerlei Tieren, baue mir gerade eine Holzhütte, in der ich leben möchte. Meine Sachen baue ich selbst an, klar eine helfende Hand ist machmal wünschenswert, aber es geht auch alleine. Und ich kann nur sagen das Gefühl, es ganz alleine geschafft zu haben, alles aus meiner Hand ist wie ein Wunder…Es erfüllt mich mit einem solchen Stolz und ist mein Lebenswegund Werk. Ich weis es ist alles da für mich und mein Leben wird mir alles bringen was ich finden möchte… Ich bin der Meinung das man keinen Partner suchen muss, denn alles ist da und kommt zur rechten Zeit.

      1. Kati

        Hallo Shania
        Ich bin auch alleine mit 2 Kindern 5 und7 und ich würde mich gerne mit dir austauschen. Bis jetzt hab ich mich noch nicht getraut aber es ist eigentlich mein Traum auch so was zu machen!
        Wäre nett von dir zu hören!
        Alleine mit Kindern ist es schon recht schwierig denke ich, aber unmöglich ist es ja sicher nicht :)

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