Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

Balkon im August (Teil 1)

Claudia Pertschy
Von Claudia Pertschy
4. September 2012

Hallo ihr Lieben,

jetzt, Ende August, ist mein erstes Balkongartenjahr noch nicht ganz vorbei, aber es wird Zeit ein erstes Fazit zu ziehen.

Wie auch aus einigen eurer Kommentare hervorging, gibt es beim Gärtnern auf dem Balkon zwei Knackpunkte.

Zum Einen das Wasser. Wird nicht regelmäßig gegossen, ist bald ‚Ende im Gelände‘. Eine Pflanze in Mutterboden kann mit ihren Wurzeln „nach Wasser graben“, eine Pflanze im Topf stößt relativ bald auf solides Plastik bzw. Ton – und, falls sie doch ein Loch findet, den Balkonboden. Ebenso gut kann es aber auch passieren dass sich nach anhaltenden Regenfällen Staunässe bildet und unsere Pflanzen nicht verdursten sondern ertrinken.

Der zweite Punkt ist die Erde. Ich habe mir beim Bepflanzen nicht sonderlich viele Gedanken über Erde gemacht, so dass ich inzwischen ein ziemliches Sammelsurium auf dem Balkon habe. Und gerade bei starkzehrenden Pflanzen bin ich ständig am nachdüngen, und doch nie zufrieden. Vor allem Pflanzen in kleine Kübeln verbrauchen sehr schnell ihre Nährstoffe, selbst Komposterde scheint mir nur ein bisschen besser zu sein. Mit verschiedenen (möglichst selbst herzustellenden) Düngemethoden zu experimentieren wird eines meiner Projekte für nächstes Jahr sein.

Aber ich wollte euch ja von meinen Pflanzen erzählen.

Die Problemkinder

Der Zucchini …

… hat mich nach einem sehr engagierten Start ziemlich enttäuscht. Schon früh konnten wir die ersten, kleinen Früchte ernten, doch bald stagnierte das Wachstum und die Früchte begannen faulig zu werden. Schuld war vermutlich eine Kombination an Ursachen u.a. Nährstoffmangel. Hauptgrund war aber vermutlich die Tatsache dass sich Wollläuse auf dem Zucchini breitgemacht hatten. Wollläuse auf Zucchini ist eher ungewöhnlich, ich habe sie durch eine Buntnessel eingeschleppt. Kräftiger Rückschnitt, Bekämpfungsversuche mit Neem … die Läuse waren erstmal weg, der Zucchini sah aber auch nicht mehr gut aus. Ich habe dann viel und kräftig gedüngt, u.a. mit Brennsesseljauche, woraufhin sich der Zucchini wieder erholte – die Läuse aber auch. Ich werde die Pflanze nun einfach entsorgen, bevor die Plage sich noch weiter ausbreitet.

Auf dem …

… Lorbeer …

… sind sie nämlich auch schon gewesen. Der wurde kräftig geschnitten, die Blätter getrocknet, in neue Erde umgetopft, und zu meinen Eltern gebracht, wo es ihm bisher gut geht.

Die Balkonkästen …

… hatten sich anfangs ja auch sehr schön entwickelt. Im Juli gab es in Süddeutschland jedoch eine zeitlang jeden Tag Gewitterschauer, so dass sich mein Balkon, und vor allem die Kästen, in eine ziemliche Sumpflandschaft verwandelten.  Jetzt wo es trockener ist, erholen sie sich langsam wieder, sehen aber immer noch sehr jämmerlich aus.

Balkongarten

Balkonkasten nach längerer Regenzeit

Die Petersilie ist sehr gelb und klein, ebenso das Basilikum. Der Thymian treibt wieder, nachdem ich ihn (nach der Blüte) stark zurückgeschnitten hatte.

Balkongarten

Petersilie

 

Die Salatpflanzen sind abgeerntet, Koriander und Rucola konnte ich nicht am Blühen hindern.

Balkongarten

Koriandersamen

Jetzt hab ich stattdessen halt neue Samen, auch die Rattenschwanzradies haben schon Samen gebildet. Die Vögel freuen sich und turnen fleißig auf den Stängeln herum.

Balkongarten

Rucolasamen

 

Soweit erstmal meine eher negativen Erfahrungen. Im nächsten Teil, zeige ich mehr Begeisterung. Versprochen.

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9 Gedanken über “Balkon im August (Teil 1)

  1. Sylvia

    Was ich nächstes Jahr stärker machen möchte, und heuer schon in Ansätzen ausprobierte: Eine Wanne oder großer Topf, dort vielleicht Kieselsteine hinein oder dergleichen, dazu Erde. Darauf wird der eigentliche Topf mit den Pflanzen gestellt. Dann ist Dürre oder zu viel Regen nicht so das Problem. Bei Dürre holen sich die Wurzelfasern das Wasser von unten, auch wenn der Topf schon trocken ist. Das Problem bei zu viel Regen kenne ich so nicht, da mein Balkon mit dem darüber liegenden Balkon überdacht ist. Mit der beschriebenen Methode habe ich ein Abwesenheit wegen Urlaub (eine Woche bei Hitze) schon gut überstanden.

  2. Sarah

    @ Claudia:

    gegen deine Läuse könntest du im nächsten Jahr die Pflanze Mottenkönig mit auf den Balkon setzen. Läuse mögen den Geruch garnicht.

    @Elvira:

    Wie meinst du das mit der Alufolie? Erhitzt sich das dann nicht noch mehr?

  3. Elvira Kammerscheid

    Wenn man einen Balkon bepfanzt macht man sehr schnell den Fehler zu dicht zu pflanzen. Dann bleiben die Pflanzen schwach und können sich kaum gegen Schädlinge wehren. Durch starke Sonneneinstrahlung wird den Pflanzen dann sher schnell an den Wurzeln zu heiß und dann wachsen sie nicht mehr wirklich gut. Eine Massnahme wäre die Balkonkästen in der heißen Zeit mit Alufolie vor zu starker Sonnenbestrahlung zu schützen.

    Petersilie wird gelb wenn sie zu dicht steht. Ein Topf, eine Pflanze, nicht mehr. Sie braucht Platz!

    Das Gleiche gilt auch für Basilikum … den man nur in der Sonne stehen lassen kann wenn die Pflanze wirklich groß ist. Die jungen Pflanzen schaffen nur Halbsonne und erst dann gedeihen sie gut. Auch für Rosmarin gilt das so …

    Am besten ist eh eine Babybadewanne die wirklich nur erst mal spärlich bepflanzt werden darf. Sieht erst mal ziemlich kümmerlich aus, aber das wird sich dann schnell ändern! Löcher rein bohren damit überschüssiges Wasser ableufen kann, Kieselsteine oder Tonscherben reinlegen und dann erst die Erde. Am besten auf einen kleinen Hocker stellen damit sich unten drunter kein Schimmel und dergleichen bilden kann.

    So … das wärs erst mal von mir dazu.

    Einen lieben Gruß und gutes Gelingen euch!

    Elvira

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