Bäume verstehen

Wie wir Bäume auch sehen und behandeln können

Michael Hartl
Von Michael Hartl
11. Juni 2012

Vor einiger Zeit ist mir ein Buch in die Hände gefallen, das mich auf Anhieb interessiert hat: ‚Bäume verstehen – Was uns Bäume erzählen, wie wir sie naturgemäß pflegen“. Als ich nun endlich dazu kam, es zu lesen, hat es mich sehr gefesselt.

Bäume als individuelle Lebewesen

Cover des Buches "Bäume verstehen"Der Förster Peter Wohlleben beschreibt in dem mit Zeichnungen illustrierten Buch seine Sicht, wie man die größten Lebewesen, die mit uns diese Region teilen, auch sehen kann. Als Individuen, die nicht einer Maschine gleich einem eingepflanzten Code folgen, sondern die ängstlich oder mutig sein können, die Schmerzen haben und die uns deutlich mehr mitteilen, als den meisten Menschen bewusst sein mag.

Er beschreibt dazu Bäume von den Wurzeln, über den Stamm, die Äste, die Rinde, das Laub, die Blüten und die Samen. Immer sehr ausführlich, gespickt mit wundervollen und interessanten Geschichten. Er gibt damit eine Einsicht in den Aufbau, die Wuchsformen und die Lebensräume unsere holzigen Freund*innen. Durch seine lesenswerte Art, die Bäume als individuelle Lebewesen zu sehen, kommen dabei Beschreibungen zustande, die diese Pflanzen in ganz neuem Licht erscheinen lassen.

Das Wesen der Bäume

Ergänzt werden diese übergreifenden Beschreibungen der Bäume durch Baum-Portraits, die ins gesamte Buch eingestreut sind. In diesen Zwischenkapiteln wird jeweils ein spezieller Baum mit seinen Eigenheiten und seinem besonderen Wesen unter die Lupe genommen. Hier ändert sich schnell einmal eine Sichtweise, die man von einem Baum hatte.

Das Buch wird in der zweiten Hälfte mit vielen Informationen abgerundet, für die man Dank dem ersten Teil ein ganz neues Verständnis entwickelt. Über Botschaften und Machtkämpfe zwischen Bäumen, über Freundschaften zwischen Bäumen und deren pflanzlichen wie tierischen Mitbewohner*innen oder Krankheit und Tod der Bäume.

Fazit

Das im pala Verlag erschienene Buch „Bäume verstehen“ hat mich in meiner Sichtweise sehr bestätigt, dass Bäume weit mehr sind, als Holz-Produktions-Maschinen. Es hat mir neue Einsichten gegeben und mich viele Male schmunzeln lassen. Und Peter Wohlleben hat mit seinem Buch geschafft, dass ich über Schnittmaßnahmen an Bäumen und über die Bewirtschaftung von Wäldern ein wenig anders nachdenke, als zuvor. Vielleicht verstehe ich die Bäume nun besser – mit Sicherheit bekommen sie aber noch mehr Respekt und Ehrfurcht von mir, wie bisher.

Blick ins Buch

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Bäume verstehen: Was uns Bäume erzählen, wie wir sie naturgemäß pflegen
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Buch: Bäume verstehen
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6 Gedanken über “Bäume verstehen

  1. Sophia

    Hallo Michael!
    Ich habe hier grade gestöbert, ursprünglich bin ich durch die Kastanien hier gelandet. Dieses Buch hört sich ganz spannend an und erinnert mich an ein Projekt von Spektrum Wissenschaft: Talking Tree. Da wurde nämlich von 2011 bis 2012 mit feinsten Messgeräten herausgefunden, was eine alte Stieleiche in einem Park in Erlangen so fühlt und denkt.
    http://web.archive.org/web/20130609080447/http://www.spektrum.de:80/alias/talking-tree/1115754
    Viele Grüße, Sophia

  2. Elisabeth Jellinek

    Ich habe vor kurzem die Bücher von Erwin Thoma aus der Bibliothek ausgeborgt: Die geheime Sprache der Bäume, und auch die sanfte Medizin der Bäume. Dieses Buch von Peter Wohlleben werde ich mir auch aus der Bibliothek ausborgen.

  3. Philipp

    Komisch ich sehe die Bäume gar nicht so als Individuum, lebendig ja, Charakter ja, aber mir drängt sich da eher der Vergleich mit einem ganzen Planeten mit samt seiner Bewohner im 20 Meter Format auf.

    Wenn ich da zum Beispiel an die wundersame Symbiose der winzigen Chloroplasten mit den riesigen Pflanzen denke, aus denen nur mit Hilfe von Licht und Kohlendioxid Energie für fast jedes Lebewesen hergestellt wird. Oder den Wurzeln, die in Zusammenarbeit mit Pilzen und anderen Mikroorganismen, die teilweise in den Zellen der Bäume selbst wohnen dürfen, den Boden grundlegend verändern. Da denke ich , dass wir unsere "Individualität" unser Bewusstsein, wie eine Maske tragen, die uns gar nicht bewußt ist, die uns vor der unendlichen Vielgestaltigkeit des Lebens schützt. Die aber auch manchmal ein wenig zu sehr abschirmt und anderes auch nur erkennen und respektieren lässt, wenn es mit den eigenen Bedürfnissen (ja manchmal auch Ängste) eines Gegenübers ausreichend übereinstimmt. Sehr zum Leidwesen der gegenwärtigen Natur.

    Für mich ist jeder einzelne Baum ein Gott! Und Myriaden von Mikroorganismen werden mir hier wohl eifrig zustimmen ;-)

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Musst Du nicht komisch finden, Philipp. Ist nur eine andere Betrachtungsweise, die Du vornimmst. Ich kann Dir voll zustimmen, weil auch diese Perspektive für mich stimmt. :) Und sie widerspricht ja dem Buch nicht. Auch dort geht es ja viel um die ganzen Netzwerke und das ganze Leben in, um, unter, neben, ….. dem Baum.

  4. Bettina

    Wir haben direkt vor unserem Badezimmer im 1. Stock einen Walnussbaum und da schaut´s so aus (weil eben so die Äste mal zufällig so abgeschnitten wurden) dass große Augen/Nase/Mund immer reingaffen.

    Ist ganz schön unheimlich – da fühlt man sich so beobachtet (beim Duschen*hihi*)

  5. Martin

    das geht ja fast ins elfenwälder-märchen rein… hahahah… ist aber sicher wahr, dass bäume mehr sind, als nur lebendiges holt… es gibt ja diesen film . das sieht mann wie bäume reagieren, wenn es zuviel wird… ist etwas furchterregend, aber auch zum nachdenken anregend… vg, martin

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