Arbeiten auf dem Biohof

Michael Hartl
Von Michael Hartl
19. Mai 2010

Wir leben ja hier in einem alten Häuschen am Rand eines landwirtschaftlichen Betriebes. Dieser Betrieb ist ein biologisch-dynamischer Betrieb der im Anbauverband „Demeter“ ist. Und er ist nicht nur ein Demeter-Hof, sondern auch ein WWOOF-Hof.

Bisher dachte ich das WWOOF „We´re welcome on organic farms“ heißt. So steht es zumindest auf der österreichischen WWOOF-Website. Korrekt heißt die Organisation „World-Wide Opportunities on Organic Farms“. Weltweite Möglichkeiten auf Bio-Bauernhöfen. Der frühere Name „Willing Workers on Organic Farms“ macht es aber aus meiner Sicht am deutlichsten, um was es geht: Um freiwillige Helfer für ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe, die bereit sind mitzuarbeiten.

Seit 1971 werden solche Freiwilligen durch WWOOF vermittelt, die bereit sind, ohne finanzielle Entschädigung auf Biohöfen mitzuarbeiten. Es gibt wertvolle Erfahrungen, Unterkunft und beste Hausfrauenkost als Entschädigung. Manche Bäuerinnen und Bauern zahlen auch ein kleines Taschengeld. Die Aufenthaltsdauer ist von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten. An manchen Höfen könne Paare samt Kindern unter kommen. Insgesamt nehmen mehr als 8.000 ökologische Bauernhöfe in 88 Ländern am Programm teil.

Was haben nun die teilnehmenden Menschen davon?

Obwohl ich glaube, dass das für die, die das Konzept anspricht, sowieso selbsterklärend ist, möchte ich die Erklärung von der deutschen WWOOF-Website zitieren:

WWOOF ermöglicht…

  • Erfahrungen im ökologischen Land- und Gartenbau zu sammeln
  • mal raus auf´s Land zu kommen
  • neue Kontakte zu knüpfen
  • die ökologische Bewegung zu unterstützen und
  • eine Brücke zwischen Produzenten und Konsumenten zu schaffen

 

Unser Häuschen am Rande des Betriebs - im Winter

Hier bei uns wwoofen

Genau genommen an dem Hof wwoofen, an dem auch wir untergekommen sind. Aber bei uns wohnen, mit uns leben und auch ein wenig hier in „unserem Revier“ mitarbeiten. Das möchten und können wir anbieten und würden uns über alle freuen, die sich bei uns melden.

Du musst dazu auf jeden Fall Mitglied bei WWOOF sein, wodurch Du im Rahmen der WWOOF-Tätigkeiten unfallversichert bist. Eine Grundversicherung in Form einer Krankenversicherung ist unbedingt erforderlich und muss von Dir selbst getragen werden!

Mehr Informationen und eine Liste mit allen nationalen WWOOF-Organisationen findest Du auf der internationalen Website von WWOOF.

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8 Gedanken über “Arbeiten auf dem Biohof

  1. Pingback: Unklare Ursache - Was fehlt mir? - Seite 71

  2. erich freier

    Sehr geehrte Damen und Herren,ich bin 7o gerne wissen,wie ich vorgehen muß ,wenn ich im Norden,Niedersachsen, Schleswig-Holstein auf einem Öko-Hof arbeiten und wohnen möchte.Ich möchte in solch einem Falle eine Wohnung auf dem Hof oder Umgebung anmieten.Freundliche Grüße Erich Freier

  3. Zyrus

    als ich in australien war, habe ich unteranderem auf einer biobananenfarm gearbeitet, wo der farmer mit seiner frau beide vegan waren und somit gabs auch bestes veganes essen für uns für lau :)

    danach war ich dann noch auf einem gnadenhof an der grenze zu queensland. selbstverständlich war der gnadenhofbesitzer auch vegan und wir haben immer die leckersten veganen speisen zubereitet. es war einfach eine tolle erfahrung, die ich hoffentlich nieeemals vergessen werde.

    daher mein tipp:

    immer bei veganen/vegetarischen höfen arbeiten. da kann man sicher sein, dass es nette leute sind und keiner ausgebeutet wird.

  4. daniel

    …als wir vor 6 jahren in canada unterwegs waren, blieb meine bessere hälfter noch 6 wochen länger dort (jaja, die studenten…) und hat auch gewwooft. das hieß meines wissens sogar noch 2004 so wie heiner schreibt. allerdings wars in canada sehr entspannt. ich fids jedenfalls ne gute sache, dass ihr das anbietet. wünsch euch nette gäste.

  5. Heiner

    Oh, haben die ihr Image aufgemöbelt? Als ich vor gut 20 Jahren kurz als WWOOFer auf einem australischen Bio-Weingut gearbeitet habe, hießen sie noch "Willing Workers On Organic Farms". Und ebenso fühlte ich mich dort auch behandelt, nämlich als willige billige Arbeitskraft.

    Wie gesagt, nichts gegen das Konzept! Meine Erfahrung ist ewig her und war vermutlich auch damals schon ein Einzelfall. Aber wenn man sowas macht, sollte man sich die (finanzielle) Möglichkeit offen halten weiter ziehen zu können, wenn einem die Stimmung nicht behagt. Auf besagtem Weingut saßen etliche Backpacker fest, weil sie versuchten sich mit dem Akkordlohn von unter einem Dollar pro Stunde (soviel bekam ich und ich war relativ schnell) die Weiterfahrt zu verdienen.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Oh, hoffen wir mal nicht, dass das auf vielen Höfen der Fall ist. Habe bisher von WWOOFer_innen nur sehr positive Erfahrungen erzählt bekommen. Natürlich passt es mal persönlich nicht, weil sich einfach nicht alle Menschen unendlich sympathisch sind, aber sowas hatte ich noch nicht gehört. Krass. Hoffen wir, dass die Backpacker von damals nicht noch immer dort festsitzen…

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